Sonntag, 17. November 2019

18. - 24. November 2019: Der Himmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche nimmt der Mond ab und zieht sich immer weiter in die zweite Nachthälfte zurück. Von den hellen Planeten können gleich nach Sonnenuntergang bei guter Sicht zum Horizont in Richtung Südwest Jupiter und Venus gefunden werden, beide Planeten gehen aber schon zwischen 17:30 und 18:00 unter. Saturn ist noch bis gegen 19:15 Uhr am Abendhimmel zu sehen. Am Morgenhimmel kann ab etwa 5:30 Uhr Mars gefunden werden, Merkur kann vielleicht ebenfalls ab Donnerstag wieder am Morgenhimmel gefunden werden. Zum Ende der Woche hin kann die Internationale Raumstation wieder bei abendlichen Überflügen gesichtet werden.

Am Montag, den 18. November, geht die Sonne um 7:48 Uhr auf und um 16:31 Uhr unter, der helle Tag ist also schon deutlich kürzer als neun Stunden. Der noch zu 61 Prozent beleuchtete Mond geht um 21:53 Uhr auf. Heute ist das Maximum der "Leoniden", eines Sternschnuppenstrom, der manchmal beachtliche Zahlen zeigt. In diesem Jahr werden jedoch nur wenige Sternschnuppen erwartet, die zudem meist durch das nochhelle Mondlicht überstrahlt werden.

Am Dienstag, den 19. November, erreicht der Mond exakt um 22:11 Uhr das Letzte Viertel, er geht bei uns jedoch erst um 23:12 Uhr auf und steht dabei genau über Regulus im Sternbild Löwe.

Am Mittwoch, den 20. November, erreicht der veränderliche Stern Algol um 21:14 Uhr ein Helligkeitminimum (3.4mag). Der Mond geht abends erst nach Mitternacht auf.

Am Donnerstag, den 21. November, kann bei klarer Sicht zum Osthorizont erstmalig nach seinem Transit vor der Sonne der Planet Merkur auch wieder am Morgenhimmel gesehen werden, um ca. 7:00 Uhr in Richtung Ostsüdost.

Am Freitag, den 22. November, gibt es am frühen Morgen um 4:20 Uhr eine streifende Sternbedeckung auf einer Linie von Bielefeld nach Detmold. Sternfreunde aus OWL wollen diese bei Währentrup beobachten. Hinweise siehe auch unter: "astronomie-owl.de". Am Abend kann mit viel Glück gegen 18:28 Uhr die ISS ganz tief im Süden in maximal 11° Grad Höhe wieder beobachtet werden. An der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus gibt es um 18:30 Uhr wieder den "Astronomie für Kinder"-Kurs, heute geht es um Monde und Planeten.

Am Samstag, den 23. November, steigt die ISS um 19:15 im Südwesten am Horizont auf, verschwindet jedoch schon um 19:16 Uhr in 15° Grad Höhe im Erdschatten. Beim Mond kann man am Morgen auf seinen Südpol schauen.

Am Sonntag, den 24. November,  geht die schmale Mondsichel erst um 4:40 Uhr auf. Der Mond nähert sich dem Planeten Mars. Die Venus zieht heute Abend ca. 1 1/2° (Eineinhalb Grad) südlich an Jupiter vorüber. Im Fernglas vielleicht ein schöner Anblick. Die ISS kann zwischen 18:27 Uhr und 18:30 Uhr kurz im Süden in maximal 25° Grad Höhe beobachtet werden.

**** Das war übrigens das 1111 Posting in diesem Blog ***

Freitag, 15. November 2019

22. November: Astronomie für Kinder - Monde und Planeten


Am Freitag, den 22. November findet die nächste Folge des Kurses "Astronomie für Kinder" an der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus statt. Beginn ist 18:30 Uhr. Das Thema sind diesmal "Monde und Planeten".

Auf der Webseite der Sternwarte heißt es dazu:


Im November und Dezember 2019 bietet die Volkssternwarte Paderborn jungen „Sternguckern“ faszinierende Einblicke in die fantastische Welt der Astronomie & Raumfahrt. Die vierteilige Veranstaltungsreihe „Astronomie für Kinder“ richtet sich gezielt an Acht- bis 14-Jährige, die mehr über „Sonne, Mond & Sterne“ erfahren möchten.

„Planeten und Monde“ stehen auf dem Programm des zweiten Kursteils. Warum gibt es seit August 2006 nur noch acht Planeten und wie sehen diese fremden Welten aus? Was unterscheidet unsere Erde von den anderen „Wandelsternen“? Wie entstanden die Ringe des Saturn – und bringen Kometen wirklich Unglück?

Ich wünsche Ihren Kindern oder Enkelkindern viel Freude in diesem Kurs. 

Sonntag, 10. November 2019

11. - 17. November: Der Sternenhimmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Vollmond. Merkur bietet am Montag die einmalige Möglichkeit, direkt vor der Sonne gesichtet zu werden. Von den anderen Planeten sind die Venus (bis ca. 17:15 Uhr) und Jupiter  (bis 18:15 Uhr) kurze Zeit nach Sonnenuntergang im Südwesten sichtbar. Saturn geht gegen 20:00 Uhr unter. Mars ist ab ca. 6:00 Uhr am Morgenhimmel zu sehen. Die ISS ist in dieser Woche bei Überflügen nur zu Wochenbeginn kurz zu beobachten.

Am Montag, den 11. November, kann die ISS um 5:47 Uhr kurz in nur 16° Grad Höhe im Süden gesehen werden, zwei Stunden später geht die Sonne um7:36 Uhr auf. Das Ereignis des Tages, der Woche, des Jahres, ist heute der Merkurtransit. Um 13:35 Uhr tritt Merkur genau vor die Scheibe der Sonne. Merkur ist jedoch so klein, dass dieses Ereignis nur durch ein Fernrohr zu sehen ist. Richten Sie bitte jedoch niemals ihr Fernglas oder Fernrohr ungeschützt direkt auf die Sonne, nicht nur ihre Optik könnte schnell Schaden nehmen, sondern erst recht ihr Auge. Beobachten Sie den Merkurdurchgang daher wirklich nur mit wirklich ausreichend geschützten Geräte mit spezieller Sonnenfilterfolie oder entsprechendem. Um 16:19 Uhr erreicht Merkur bei seinem Weg vor der Sonnenscheibe entlang seinen geringsten Abstand zur Sonnenmitte. Bei uns geht leider kurz danach um 16:41 Uhr die Sonne schon im Südwesten unter. Um 19:04 Uhr wandert dann Merkur wieder aus der Sonne heraus. Zum Planeten Merkur halte ich ab 20:00 Uhr einen Vortrag an der Volkssternwarte Paderborn Schloß Neuhaus.

Am Dienstag, den 12. November, ist um 14:34 Uhr Vollmond. Zu diesem Zeitpunkt steht der Mond bei uns noch unter dem Horizont. Mit Untergang der Sonne geht er im Nordosten auf und leuchtet dann in der kommenden Nacht jedoch hell und hoch vom Himmel herunter. Die ISS kann heute früh um 5:01 Uhr ein letztes Mal in dieser Periode kurz im Südsüdosten gesehen werden. Kleinplanet Vesta (6.5mag) steht heuet ebenfalls in Opposition zur Sonne und ist nicht weit vom Mond entfernt zu finden.

Am Mittwoch, den 13. November, steht der Mond am Morgen gegen 6 Uhr südlich der Plejaden, am Abend dann schon südöstlich. Kleinplanet Eunomia (9.7mag) steht nur 7‘ Bogenminuten südlich von 15 Aquarii (5.7mag).

Am Donnerstag, den 14. November, ist der Mond im Stier schon weg von Aldebaran Richtung Sternbild Zwillinge gewandert, er geht kurz nach 18:00 uhr auf und ist zu 94 Prozent beleuchtet.
Am Freitag, den 15. November, erreicht um 3:36 Uhr der veränderliche Stern Algol im Perseus ein Helligkeitsminimum. Der Mond (Aufgang 18:43 Uhr, zu 89 Prozent beleuchtet) bedeckt von 22:48 Uhr bis 23:27 den Stern eta Geminorum (3.7mag). Der Beginn der Bedeckung am hellen Mondrand wird schwierig zu sehen sein, umso faszinierender wird das plötzliche Wiederaufleuchten des Sterns hinter dem dunklen Mondrand sein. Das für 19:30 Uhr an der Volkssternwarte Paderborn geplante Treffen der "Beobachtergruppe" fällt leider aus!
 
Am Samstag, den 16. November, wird der Stern mü Geminorum (3.2mag) vom Mond von 2:45 Uhr bis 4:02 Uhr bedeckt. Um 17:27 Uhr ist bei Jupiter tief im Südwesten nur der Mond Kallisto zu sehen, Ganymed beginnt dann einen Durchgang vor der Jupiterscheibe, Io wird zwei Minuten später seinen Durchgang beenden, Europa befindet sich hinter Jupiter.

Am Sonntag, den 17. November, erreicht am Abend der Sternschnuppenstrom der Leoniden sein Maximum. Nach Vorausberechnungen wird er in diesem Jahr jedoch nur wenige Sternschnuppen bringen, die zu dem vom hellen Mond in der zweiten Nachthälfte schnell überstrahlt werden können. Um 21:30 Uhr endet die Bedeckung eines 5.3mag hellen Sterns durch den Mond. Der Mond selbst geht um 20:40 Uhr auf und ist noch zu 72 Prozent beleuchtet.

Donnerstag, 7. November 2019

11. August 2019: Merkurtransit und Vortrag zum Merkur


Am 11. November 2019 beginnt nicht nur wieder die Karnevalssaison, sondern an diesem Tag gibt es auch ein recht seltenes besonderes astronomisches Ereignis zu beobachten. An diesem Tag zieht der Planet Merkur von uns auf der Erde aus gesehen exakt vor der Scheibe der Sonne vorüber, es gibt einen sogenannten "Merkurtransit".

Dieser Merkurtransit beginnt bei uns um 13:35 Uhr und endet für uns mit dem Sonnenuntergang um 16:41 Uhr. Zur Beobachtung notwendig ist jedoch ein Fernrohr mit speziellem Sonnenschutzfiltern. Ursprünglich war angedacht, dass die Sternwarte bei gutem Wetter eine öffentliche Beobachtung anbietet, dies ist zur Zeit leider möglich. Zum einen ist zu Beginn noch laufender Schulbetrieb, zum anderen fehlen ehrenamtliche Kräfte, die zu dieser Zeit eine sichere Beobachtung gewährleisten können. 

Aber trotzdem gibt es aus diesem Anlass am Abend um 20 Uhr an der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus einen Vortrag unter dem Titel:

Merkur - Götterbote und unbekannter Planet & Merkurtransit


Zum Inhalt steht auf der Webseite der Volkssternwarte

Der innerste der Planeten unseres Sonnensystems wurde nach dem römischen Gott Mercurius benannt. Merkur gilt wegen seiner Schnelligkeit auch als "Götterbote" und als Gott der Händler und Diebe. Der Vortrag erklärt, warum dieser Name durchaus Sinn ergibt und warum Merkur im Allgemeinen von der Erde aus so schwer zu beobachten ist. Der Planet Merkur gehört auch heute noch zu den am wenigsten erforschten Planeten unseres Sonnensystems, erst zwei Satelliten sind an ihm nahe vorbei geflogen und haben Bilder zur Erde gefunkt. Seine mit Kratern übersäte Oberfläche zeigt jedoch einige Besonderheiten, die es in dieser Form nirgendwo anders im Sonnensystem zu geben scheint. Merkur hat keine Atmosphäre und ähnelt daher eher dem Mond der Erde als anderen Planeten. Auf seiner Oberfläche herrschen Temperaturen zwischen -170°C in der Nacht und +430°C am Tage.


Dieser Vortrag wird von mir gehalten. Ich freue mich, wenn Sie vorbei kommen! Der Eintritt für diesen Vortrag kommt wie immer der Arbeit der Sternwarte selbst zugute.

Warten Sie nicht ab - die nächsten Merkurtransits findet erst wieder in den Jahren 2032 und 2039 statt.

Sonntag, 3. November 2019

4. - 10. November 2019: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche bestimmt der zunehmende Mond immer intensiver und länger den Nachthimmel. Es kommt zu mehreren Sternbedeckungen in dieser Woche, jedoch allesamt von lichtschwachen Sternen mit einer Helligkeit von meist weniger als 7mag. Ich habe sie dennoch erwähnt, man kann sie ja mal nutzen, um sein Fernrohr oder Fernglas zu testen, was man beobachten kann und was nicht. Abends kann im Südwesten gleich nach Sonnenuntergang bis gegen 17:30 Uhr vielleicht die noch unauffällige Venus gesehen werden (vergl. meinen Beobachtungsbericht vom 29.10.), Jupiter geht bereits gegen 18:30 Uhr unter, Saturn folgt gegen 20 Uhr. Am Morgenhimmel bleibt Mars (Aufgang nach 5:30 Uhr) weiterhin unauffällig.

Am Montag, den 4. November, fliegt die ISS zwischen 6:34 Uhr und 6:42 Uhr in maximal 66° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Die Sonne geht um 7:24 Uhr auf und um 16:52 Uhr unter, der helle Tag ist also 25 Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Der Mond hat bereits um 11:23 Uhr das Erste Viertel erreicht, er steht im Sternbild Steinbock und geht abends um 23:12 Uhr unter. Heute Abend sollten wieder das "Mond-X" und "Mond-V" gut zu beobachten sein.

Am Dienstag, den 5. November, tritt die ISS um 5:47 Uhr in 36° Grad Höhe im Westen aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann über maximal 79° Höhe schnell dem Osten entgegen, wo sie um 5:54 Uhr hinter dem Horizont verschwindet.Um 5:59 Uhr könnte es in 29° Grad Höhe und Richtung SSO (Azimut 162° Grad) noch einmal einen Iridiumflare der Helligkeit -4mag geben. Um 17:43 Uhr bedeckt der Mond einen Stern mit der Helligkeit von 7.4mag.

Am Mittwoch, den 6. November, fliegt die ISS zwischen 6:34 Uhr und 6:41 Uhr in maximal 41° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.Der Mond geht abends erst kurz nach Mitternacht unter. Um 22:48 Uhr bedeckt der Mond wieder einen Stern mit 7.2mag.

Am Donnerstag, den 7. November, tritt die ISS um 5:47 Uhr bei den Hyaden im Stier aus dem Erdschatten heraus und verschwindet 5:53 Uhr in Ostsüdost.Der Mond ist abends bereits zu 80 Prozent beleuchtet. Mit einem Fernglas ist heute der "Goldene Henkel" gut zu sehen. Um 18:49 Uhr bedeckt der Mond einen Stern der Helligkeit von 7.3mag und um 20:33 Uhr einen Stern von 6.8mag, und schließlich um 22:46 Uhr einen Stern von 7.1mag.

Am Freitag, den 8. November,  fliegt die ISS zwischen 6:34 Uhr und 6:40 Uhr in nur noch maximal 23° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg, reizvoll ist gleich zu Beginn die Begegnung mit den drei Gürtelsternen des Orion. Der bereits zu 87 Prozent beleuchtete Mond geht gegen 16 Uhr über der Egge auf und erst um 3:39 Uhr am nächsten Tag unter.

Am Samstag, den 9. November, dauert der Überflug der ISS am Morgen ab 5:47 Uhr nur noch knapp fünf Minuten, sie erreicht maximal eine Höhe von 31° Grad über dem Horizont. Beim Mond können wir am Abend wegen maximaler Libration in Breite einmal mehr auf den Nordpol schauen.

Am Sonntag, den 10. November, kann die ISS gegen 6:34 Uhr ein letztes Mal in dieser Woche knapp über dem Horizont in 11° Grad Höhe im Südwesten beobachtet werden. Der zu 96 Prozent beleuchtete Mond geht um 16:23 Uhr auf, bis zum echten Vollmond dauert es jedoch noch bis zum Dienstag.

Freitag, 1. November 2019

8. November: Astronomie für Kinder

Ab dem 8. November beginnt wieder der erfolgreiche Kinderkurs zur Astronomie an der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus:

Um 18:30 Uhr am Freitag, den 8. November, geht es um die

Eroberung des Weltalls


Auf der Webseite der Sternwarte heißt es dazu:

Schon lange schauen die Menschen zum Himmel und staunen über seine fantastischen Phänomene. Inzwischen kann die Astronomie viele davon erklären, was unser Bild vom Universum nachhaltig gewandelt hat. Im letzten Jahrhundert ging die Menschheit noch einen Schritt weiter und flog erstmals selbst ins All, statt es nur von der Erde aus zu betrachten. Den langen Weg von den Anfängen der Sternenkunde bis zum Raumfahrtzeitalter beschreibt diese Veranstaltung.

Den Kurs leitet Sigrid Haak. Der Teilnehmerbeitrag für die Kinder beträgt 3 Euro.

Die vierteilige Veranstaltungsreihe „Astronomie für Kinder“ richtet sich gezielt an Acht- bis 14-Jährige, die mehr über „Sonne, Mond & Sterne“ erfahren möchten.

Weitere Veranstaltungen  dieser Reihe finden statt am 22. November (Planeten und Monde), 29. November (Der Flug zum Mond) und 13. Dezember (Sterne, Nebel und Schwarze Löcher).



Dienstag, 29. Oktober 2019

29. Oktober: Mond und Venus am Abendhimmel

Am Dienstag, den 29. Oktober, fuhr ich kurz vor Sonnenuntergang noch einmal raus aufs Feld. Der Himmel war recht klar geworden. Doch an meinem Beobachtungsplatz stellte ich schnell fest, dass es ausgerechnet in Richtung Südwesten doch einige Wolken gab. Trotzdem hatte ich Glück - denn unterhalb der Wolken gab es doch noch freie Sicht bis zum Horizont - und dort konnte ich einen schönen Sonnenuntergang fotografieren.

Blick in Richtung Südwesten zur untergehenden Sonne hin.

Noch schwebt die Sonne über dem Horizont

In der Ferne werden Windräder sichtbar

Die Sonne sinkt tiefer...

... und verschwindet pünktlich um 17:05 Uhr MEZ gleich ganz.

Doch würde ich auch die schmale Mondsichel zu sehen bekommen? Und unterhalb der Mondsichel sollte sogar schon die Venus leuchten. Und ich hatte Glück! Mit bloßem Auge war zunächst nichts zu erkennen. Doch im Fernglas entdeckte ich plötzlich einen hellen "Stern", das konnte nur die Venus sein. Und tatsächlich war da drüber ein "Hauch" von Mondsichel zu erkennen. Leider war es draußen schon sehr kalt geworden. So gelang mir nur ein Foto von beiden zusammen (und das ist leider nicht ganz scharf geworden). Zu diesem Zeitpunkt (um 17:19 Uhr) stand die Venus nur noch 2,8° Grad über dem Horizont:

Links im Bild knapp über den Wolken die Venus und da drüber die Mondsichel
Kurz danach verschwand die Venus schon in den Wolken. Zuvor gelang mir durch mein Spektiv noch dieses Foto:

Venus (ganz rechts) und ein Flugzeug
Es wird noch einige Tage dauern, bis es die Venus schafft, sich weiter von der Sonne zu entfernen und als strahlender Abendstern zu glänzen. So richtig gut wird das erst im nächsten Jahr wieder der Fall sein. Aber auch vor dem Mond flogen Flieger hin und her:


Mond mit Flugzeug

Einzelheiten waren auf dem Mond kaum zu erkennen. Die Sichel war ja nur zu 3 Prozent beleuchtet, und der Mond stand auch nur 2° Grad oberhalb der Venus. Hier zwei Fotos, die vielleicht noch am meisten Details enthalten:

Mond mit Kratern

Mondausschnitt

Ein schöner Abend!

Samstag, 26. Oktober 2019

28. Oktober - 3. November: Der Himmel über Bad Lippspringe

Haben Sie sich schon wieder an die Zeitumstellung gewöhnt? Jetzt sind - bis auf weiteres - wieder alle Zeitangaben in unserer normalen Mitteleuropäischen Zeit (MEZ).

Die Woche beginnt mit Neumond, der danach langsam als schmale Sichel am Abendhimmel wieder auftaucht. Von den großen Planeten sind am Abend Jupiter noch bis ca. 18:45 Uhr und Saturn bis gegen 20:30 Uhr tief im Südwesten zu sehen. Der Fernglas- oder Fernrohr-Planet Uranus erreicht am 28. Oktober seine Opposition und ist die ganze Nacht über zu sehen. Mars erscheint ab etwa 5:45 Uhr unauffällig am Morgenhimmel. Die ISS ist bei morgendlichen Überflüge zu sehen.

Am Montag, den 28. Oktober, geht die Sonne um 7:11 Uhr auf und um 17:05 Uhr unter, der helle Tag ist also keine zehn Stunden mehr lang. Zuvor fliegt die ISSzwischen 5:48 Uhr und 5:55 Uhr in maximal 35° Grad Höhe über unseren morgendlichen Himmel vorüber. Exakt um 4:38 Uhr ist Neumond. Uranus erreicht heute seine Oppositionsstellung, mit einer Helligkeit von 5.7mag ist er theoretisch sogar für das bloße Auge sichtbar, dafür bräuchte man jedoch einen ausgezeichneten, dunklen Himmel. Er befindet sich im Sternbild Widder, nicht weit unterhalb von ihm ist Kleinplanet Metis (8.6mag) zu finden. Kleinplanet Vesta (6.7mag) geht nur 15' Bogenminuten südlich am Stern 6 Tauri (5.6mag) vorüber. Um 20 Uhr hält mein Sternfreund Gerhard Beer an der Volkssternwarte Paderborn einen Vortrag über "Das Vermessen der Sterne".

Am Dienstag, den 29. Oktober, geht die nur zu 3 Prozent beleuchtete Mondsichel um 18:09 Uhr unter, um sie zu sehen bräuchte man jedoch allerklarste Sicht zum Himmel in Richtung Westen. Die ISS fliegt am Morgen zwischen 6:35 Uhr und 6:43Uhr in 73° Grad Höhe hoch über den schon dämmerungshellen Morgenhimmel vorüber. In dieser Nacht gibt es ein weiteres sehr seltenes Ereignis, ein Kleinplanet (Sylvia, 13.3mag) mit zwei Monden (Romulus und Remus) zieht vor dem Stern TYC 1932-00469 (9.9mag) vorüber. Bei uns ist wahrscheinlich nur die Bedeckung des Sterns durch Sylvia selbst sichtbar, das ganze findet kurz nach 0:30 Uhr am Mittwoch statt. Mehr Informationen gibt es hier.

Am Mittwoch, den 30. Oktober, fliegt die ISS am Morgen in maximal 60° Grad Höhe zwischen 5:48 Uhr und 5:55 Uhr von West nach Ost über unseren Himmel. Der Mond geht am Abend gegen 18:40 Uhr unter, heute ist seine Sichel schon zu 9 Prozent beleuchtet, da sollte er in der Abenddämmerung gut zu erkennen sein, er nähert sich Jupiter. In seinem dunklen Teil schimmert das Erdlicht.

Am Donnerstag, den 31. Oktober, Reformationstag, ist die ISS gegen 5:02 Uhr kurz in maximal 46° Grad Höhe im Südosten zu sehen, besser kann man sie beim Überflug zwischen  6:35 Uhr und 6:43 Uhr sehen, da fliegt sie praktisch genau über unsere Köpfe hinweg durch den Zenit. Am Abend gibt es noch einmal ein spannendes Spiel der Mond bei Jupiter zu sehen. Europa und Io stehen bei Sonnenuntergang direkt vor der Planetenscheibe, sind selbst also gar nicht zu sehen, ihre Schatten jedoch ziehen ab 17:28 Uhr (Europa) bzw. 17:39 Uhr (Io) über die Planetenscheibe. Weiterhin wandert um diese Zeit der Mond Kallisto ganz langsam am nördlichen Rand des Jupiter entlang. Und schließlich steht auch die zu 16 Prozent beleuchtete Mondsichel nur ein halbes Grad von Jupiter entfernt. Im Fernglas sicherlich ein toller Anblick. Um die Mondschatten auf Jupiter zu sehen braucht man jedoch schon ein richtiges Fernrohr mit ca. 200facher Vergrößerung. Und übrigens zeigt der Mond wieder einmal maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht weit ab vom Mondrand. Ab 18:11 Uhr ist dann Mond Europa wieder neben der Jupiterscheibe zu sehen. Und um 19:32 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitsminimum.

Am Freitag, den 1. November, fliegt die ISS zwischen 5:48 Uhr und 5:54 Uhr in maximal 83° Grad Höhe hoch über unseren Morgenhimmel hinweg. Um 18:47 Uhr bedeckt der Mond den Stern 24 Sgr (5.7mag). Langsam nähert er sich Saturn.

Am Samstag, den 2. November, kann die ISS in der Frühe gleich wieder zweimal gesichtet werden: Um 5:00 erscheint sie im Südosten oberhalb des Sternbilds Löwe in 60° Grad Höhe und fliegt dann schnell Richtung Osten, zwischen 6:35 Uhr und 6:43 Uhr fliegt sie noch einmal mit 86° Grad Höhe fast genau über unsere Köpfe und unsere Stadt hinweg. Um 6:11 Uhr kann es in 29° Grad Höhe und bei Azimut 158° Grad (SSO) vielleicht noch einmal einen letzten Iridiumflare von Iridium 97 geben. Der Mond steht am Abend ca. 5° östlich von Saturn.

Am Sonntag, den 3. November, fliegt die ISS um 5h:48m:47s exakt über Bad Lippspringe und unsere Köpfe hinweg. Bei Jupiter stehen am Abend zwei Monde rechts, zwei Monde links. Kleinplanet Vesta (6.6mag) geht 56' Bogenminuten südlich an Xi Tauri (3.7mag) vorüber.

ISS vor dem Mond am 26. Oktober 2019


Es hat geklappt, heute früh um 6h:53m:20s flog die ISS exakt vor der Mondscheibe vorüber. Trotz niedriger Höhe des Mondes (er war noch nicht über die Bäume des Nachbargrundstücks gestiegen und einigem Dunst am Himmel kann man auf diesem Video (ab Sekunde 6) erkennen, wie die rötlich leuchtende ISS (von der Sonne angestrahlt) vor der nur zu 6 Prozent beleuchteten Mondscheibe vorüber fliegt. Am besten das kleine Video auf Vollbild-Ansicht schalten:


Donnerstag, 24. Oktober 2019

28. Oktober: Vortrag "Das Vermessen der Sterne"

Am Montag, den 28. Oktober, gibt es um 20 Uhr auf der Volkssternwarte Paderborn in Schloß Neuhaus wieder einen interessanten Vortag. gerhard Beer berichtet über

"Das Vermessen der Sterne"


Auf der Webseite der Sternwarte heisst es zu diesem Vortrag:

Selbst wenn man das Firmament durch starke Teleskope betrachtet, bleiben die Sterne Lichtpunkte am zweidimensionalen Himmel. Das Einzige, was uns von den Sternen erreicht, ist ihr Licht. Aus der Analyse dieses Lichts haben die Astronomen überraschend viel über diese Lichtpunkte erfahren: Größe, Masse, Entfernung, Temperatur, Bewegung relativ zur Sonne, chemische Zusammensetzung und sogar ihr Alter.

In diesem Vortrag werden die einzelnen Verfahren beschrieben. Dabei sind viele Verfahren keine Mess-, sondern Vergleichsverfahren wie bei den meisten Entfernungsmessungen. Weil von sehr weit entfernten Sternen nur wenige Photonen in den Teleskopen ankommen, werden an die Messgeräte höchste Anforderungen gestellt, die erst seit wenigen Jahren realisiert wurden. Darauf ist der große Erkenntnisgewinn der letzten Jahre zurückzuführen.

Der Eintrii kommt wie immer der Arbeit der Volkssternwarte zu Gute.

Sonntag, 20. Oktober 2019

21. - 27. Oktober: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der abnehmende Mond vom Nachthimmel zurück. Die Nächte eignen sich immer besser zur Beobachtung lichtschwacher "deep-sky"-Objekte. Von den hellen Planeten kann vielleicht Mars schon am frühen Morgen gesichtet werden. Er ist ab ca. 6 Uhr im Osten sichtbar, mit nur 1.8mag Helligkeit bleibt er jedoch recht unauffällig. Jupiter geht kurz nach 19 Uhr im Südwesten unter, Saturn folgt noch vor 21 Uhr. Beide Planeten haben die beste Sichtbarkeitsperiode des Jahres hinter sich. Uranuserreicht am 28. Oktober seine Oppositionsstellung und ist praktisch die ganze Nacht über sichtbar, man braucht jedoch mindestens ein Fernglas für ihn.

Am Montag, den 21. Oktober, geht die Sonne um 7:59 Uhr auf und um 18:19 Uhr unter. Der Mond erreicht heute um 14:39 Uhr das Letzte Viertel. Wenn er am Abend um 23:50 Uhr aufgeht, ist er nur noch zu 46 Prozent beleuchtet. Bei Jupiter stehen heute Abend alle vier galiläischen Monde auf der gleichen Seite. Und Kleinplanet Pallas (10.1mag) geht heute nur 12' Bogensekunden südlich an Stern Alpha Serpentis vorüber.

Am Dienstag, den 22. Oktober, endet um 3:35 Uhr die Bedeckung des Sterns nü Cancri (5.5mag) durch den Mond. Um 7:22 Uhr endet die Bedeckung von gleich zwei Sternen gleichzeitig: 39 Cancri (6.5mag) und 40 Cancri (6.6mag) tauchen am dunklen Mondrand wieder auf, doch vielleicht ist es dann schon zu dämmerig, dass diese Sterne noch sichtbar werden.

Am Mittwoch, den 23. Oktober, geht der Mond nach 1 Uhr in der Frühe auf, er steht (westlich) nicht weit entfernt von Regulus, dem hellsten Stern im Löwen.

Am Donnerstag, den 24. Oktober, steht die immer schmaler werdende Mondsichel schon deutlich östlich von Regulus. Um 18:28 Uhr endet ein Schattendurchlauf von Europa auf der Jupiterscheibe und um 18:58 Uhr ein Schattendurchlauf von Io.

Am Freitag, den 25. Oktober, geht der Mond gegen 4:00 Uhr auf, seine Sichel ist nur noch zu 12 Prozent beleuchtet.

Am Samstag, den 26. Oktober, beginnt wieder eine Morgensichtbarkeitsperiode der ISS. Heute früh fliegt sie ab 6:49 Uhr in maximal 19° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Wenn es nicht noch zu Korrekturen der Bahn der ISS kommt, wird sie um 6h:53m:20s exakt vor der schmalen Mondsichel vorüber fliegen. Der Mond geht um 5:18 Uhr auf, zum Zeitpunkt des ISS-Vorbeiflugs steht er 13° Grad hoch und ist zu nur noch 6 Prozent beleuchtet. Vom Mars ist der Mond heute früh gut 8° Grad nordwestlich entfernt, außerdem zeigt er maximale Libration in Breite, so dass wir diesmal auf seinen Südpol schauen können.

Am Sonntag, den 27. Oktober, endet die Sommerzeit. Um 3:00 Uhr MESZ früh werden die Uhren noch einmal auf 2:00 Uhr MEZ zurück gestellt. Wir bekommen eine Stunde Nachtschlaf geschenkt. Die Nacht selbst wird durch diesen "Uhrentrick" natürlich nicht länger. Die Sonne geht heute um 7:09 Uhr MEZ auf und um 17:07 Uhr MEZ unter. Der helle Tag dauert also nur noch knapp zehn Stunden, es wird am Abend jetzt wieder früh dunkel. Die ISS kann heute gegen 5:04 Uhr kurz und tief im Südosten (maximale Höhe 13° Grad) gesehen werden. Der Mond geht heute früh ca. eine Stunde vor Sonnenaufgang auf, seine nur noch zu einem Prozent beleuchtete Sichel wird aber kaum noch in der Morgendämmerung zu finden sein. Am Abend geht Kleinplanet Psyche (10.8mag) nur 19' Bogenminuten nördlich an 19 Capricorni (5.9mag) vorüber. Uranus erreicht in dieser Nacht seine Oppositionsstellung, ist also von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang am Nachthimmel zu sehen. Im Heinz-Nixdorf-Museum dreht sich heute wieder einmal alles um das Weltall. Am Familientag "Space" ist von 10-18 Uhr der Eintritt frei. Auch die Volksternwarte Paderborn wird sich wieder aktiv an der Veranstaltung beteiligen.

Sonntag, 13. Oktober 2019

14. - 20. Oktober 2019: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche strahlt zu Beginn der Woche der noch (fast) volle Mond hell am Nachthimmel. Von den großen Planeten sind nur Jupiter (bis ca. 20:30 Uhr) und Saturn (bis ca. 22:30 Uhr) am Abendhimmel im Südwesten zu sehen. Mars geht um ca. 6:45 Uhr auf, könnte also vielleicht am frühen Morgen gesehen werden, ist mit nur 1.8mag jedoch kein auffallendes Objekt. Uranus (die ganze Nacht über) und Neptun (bis ca. 4:00 Uhr) können nur mit einem Fernglas oder Fernrohr beobachtet werden. Die ISS ist in dieser Woche nicht am Nachthimmel zu sehen.

Am Montag, den 14. Oktober, geht die Sonne um 7:47 Uhr auf und um 18:34 Uhr unter, der helle Tag ist jetzt keine 11 Stunden mehr lang. Der volle Mond geht heute um 19:17 Uhr auf.

Am Dienstag, den 15. Oktober, geht der immer noch zu 97 Prozent beleuchtete Mond um 19:36 Uhr auf.

Am Mittwoch, den 16. Oktober, geht der Mond um 19:59 Uhr auf.

Am Donnerstag, den 17. Oktober, geht der Mond um 20:26 Uhr auf, er steht mitten im Sternhaufen der Hyaden, ca. 2° Grad nördlich von Aldebaran, dem hellsten Stern im Stier.

Am Freitag, den 18. Oktober, kann um 21:18 Uhr knapp über dem Horizont (11° Grad Höhe) fast genau im Norden (Azimut 7° Grad) ein Flare des Satelliten Iridium 97 von -2mag beobachtet werden. Dies könnte die allerletzte Gelegenheit sein, bei uns einen Iridiumflare zu beobachten, denn auch dieser letzte "klassische" Iridiumsatellit soll im November viom Himmel geholt werden. Der Mond ist kurz zuvor (21:01 Uhr) aufgegangen.

Am Samstag, den 19. Oktober, kommt es um 2:37 Uhr zur Bedeckung des Sterns Sigma Tauri (3.0mag) am hellen Mondrand, um 3:17 Uhr taucht der Stern am dunklen Mondrand wieder auf. Am Abend geht der Mond im Sternbild Zwillinge um 21:46 Uhr auf.  Die "astronomische Dämmerung" hat um 20:15 Uhr geendet, so dass nun schon wieder am Abend zumindest für eine kurze Zeit auch die Beobachtung lichtschwacher deep-sky-Objekte am Himmel möglich wird.

Am Sonntag, den 20. Oktober, geht der nur noch zu 57 Prozent beleuchtete Mond um 22:43 Uhr auf. In dieser Nacht kommt es gegen 5:00 Uhr (am Montag dann) entlang einer Linie von Düsseldorf nach Göttingen zu einer streifenden Sternbedeckung eines 6.9mag hellen Sterns. Bei uns zieht der Mond jedoch knapp darunter vorbei.

Samstag, 5. Oktober 2019

7. - 13. Oktober 2019: Der Himmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche wird der Mond Abend für Abend voller und heller bis wir am Sonntagabend Vollmond erreichen. Von Nacht zu Nacht wird es schwieriger, lichtschwache "deep-sky"-Objekte zu beobachten. Von den hellen Planeten sind nach Sonnenuntergang noch Jupiter (bis ca. 21 Uhr) und Saturn (bis ca. 23 Uhr) zu beobachten. Die Fernglasplaneten Uranus und Neptun sind dagegen (fast) die ganze Nacht über zu beobachten.

Am Montag, den 7. Oktober, geht die Sonne um 7:35 Uhr auf und um 18:49 Uhr unter, der helle Tag dauert also nur noch wenig länger als 11 Stunden. Die ISS ist a Abend zwischen 20:32 Uhr und 20:38 Uhr tief im Südwesten in maximal 14 Grad Höhe zu sehen. nachdem sie unterhalb von Saturn vorbei geflogen ist verschwindet sie rasch im Erdschatten. Der Mond ist am Abend zu ca. 70 Prozent beleuchtet. Ab 19:59 Uhr wird Jupitermond Io vom Planeten bedeckt, es sind dann nur Europa und Ganymed auf der einen, Kallisto auf der anderen Seite des Jupiters zu sehen. Um 22:52 Uhr kommt es zur Bedeckung eines nur 7.5mag hell leuchtenden Sternchens durch den Mond, zur guten Beobachtung ist wahrscheinlich schon ein kleines Fernrohr notwendig.

Am Dienstag, den 8. Oktober, ist die ISS ein letztes Mal in dieser Periode am Abendhimmel sichtbar. Zwischen 19:46 Uhr und 19:52 Uhr fliegt sie in maximal 20° Grad Höhe eher "tief" über unseren Abendhimmel hinweg. Um 19:30 Uhr endet ein Durchgang von Io vor der Jupiterscheibe, Ios Schatten wandert noch bis 20:39 Uhr über den Planeten hinweg. Um 22:01 Uhr erreicht der veränderliche Stern Algol wieder ein Helligkeitminimum. Am späten Abend ist beim Mond der "Goldene Henkel" gut zu sehen.

Am Mittwoch, den 9. Oktober, bedeckt der bereits zu 86 Prozent beleuchtete Mond den Stern SAO 165032 mit 7.1mag.

Am Donnerstag, den 10. Oktober, ist der Mond zu etwas über 90 Prozent beleuchtet. Er steht ca. 4° Grad unterhalb von Neptun.

Am Freitag, den 11. Oktober, trifft sich an der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus gegen 19:30  Uhr wieder die "Beobachtergruppe", um Ergebnisse vergangener Beobachtungen auszutauschen. Kleinplanet Amphitrite erreicht in dieser Nacht seine Oppositionsstellung im Sternbild Fische und wird 8,7mag hell.
 
Am Samstag, den 12. Oktober, könnte es um 6:48 Uhr noch einmal einen Iridiumflare zu sehen geben. In 44° Grad Höhe in südlicher Richtung zeigt der Satellit Iridium 45 noch einmal einen Flare der Helligkeit von -1mag.  Der Mond zeigt maximale Libration in Breite, sodass wir auch auf seinen Nordpol sehen können.

Am Sonntag, den 13. Oktober, ist exakt um 23:08 Uhr Vollmond. Der Mond geht also mit Sonnenuntergang auf und erst bei Sonnenaufgang am nächsten Morgen wieder unter.

Freitag, 4. Oktober 2019

5. Oktober: Internationale Mondbeobachtungsnacht


Am Samstag, den 5. Oktober, findet der "Internationale Tag der Mondbeobachtung" statt. Diesen besonderen Tag gibt es seit 2010. Er wurde von der NASA ausgerufen, es gibt dazu auch eine "offizielle Webseite".

Weltweit finden an diesem Tag über 1200 Veranstaltungen zur Mondbeobachtugn statt. In Ostwestfalen lädt dazu Michael Buk von der "Mobilen Sternwarte in Langenberg" zur Beteiligung ein.

Bei halbwegs klarem Himmel soll dazu ab 17:00 Uhr auf dem Minipreis-Parkplatz an der Hauptstrasse 5 in Langenberg bei Gütersloh der Mond beobachtet werden. Hobbyastronomen des "Beobachtertreffs OWL" werden als Referenten den besuchern zur Verfügung stehen.

Das NASA-Plakat zum "Tag der Mondbeobachtung"


Und hier ein offizieller "Trailer" zu dieser weltweiten Veranstaltung:







Donnerstag, 3. Oktober 2019

3. Oktober 2019: Zwischen den Wolkenlücken Mond bei Jupiter


Richtiges Herbstwetter hat uns mittlerweile erreicht. Immer wieder Regenschauer, doch zwischendurch gibt es auch mal kurze Wolkenlücken.

Vorhin (gegen 20:45 Uhr MESZ) reichten diese, um ein paar Aufnahmen vom Mond zu machen. Beide standen schon sehr tief am Horizont (6° Grad Höhe) und wurden schnell durch Zweige der Bäume und Büsche auf meinem Grundstück verdeckt.  Ich habe spontan zur Kamera gegriffen und die nachfolgenden Bilder aus freier Hand, nur angelehnt oder abgestützt am Fensterrahmen zu machen. Kamera war eine Nikon P900.

1 sec bei f/4.5, f=36mm, ISO 1600

1/30 sec bei f/6.5, f=357mm, ISO 1000

1/4 sec bei f / 5.0, f=80mm und ISO 1600


Sonntag, 29. September 2019

30. September bis 6. Oktober 2019: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche lässt sich der zunehmende Mond gut am Abendhimmel beobachten. Von den großen Planeten können nach Sonnenuntergang noch Jupiter (bis 21 Uhr) und Saturn (bis 23 Uhr) beobachtet werden. Die ISS ist bei abendliche Überflügen zu sehen. Wenn das Wetter mitspielt, kann man in dieser Woche sehr schön erkennen, wie schnell sich der Mond von Abend zu Abend am Himmel weiter bewegt, Jupiter und Saturn dienen dabei als "Messpunkt" auf seiner Bahn.

Am Montag, den 30. September, geht die Sonne um 7:23 Uhr auf und um 19:05 Uhr unter. Der helle Tag ist damit wieder 28 Minuten kürzer als noch vor einer Woche zum Herbstanfang. Die schmale nur zu 6 Prozent beleuchtete Mondsichel steht bei Sonnenuntergang knapp 10° Grad hoch im Westen und geht um 20:19 Uhr unter. Zwischen 19:46 Uhr und 19:52 Uhr fliegt die ISS genau über unsere Stadt hinweg. Sie steigt aus dem Westen kommend auf, um 19h:49m:41s fliegt sie exakt durch den Zenit, also ganz genau über Bad Lippspringe hinweg, bevor sie danach schnell wieder Richtung Osten verschwindet. Um 21:23 Uhr steigt sie noch einmal im Westen hoch, verschwindet dann jedoch schon nach ganz kurzer Zeit in 47° Grad Höhe im Erdschatten.

Am Dienstag, den 1. Oktober, fliegt die ISS zwischen 20:35 Uhr und 20:39 Uhr in maximal 73° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg, dabei kommt sie der hellen Wega im Sternbild Leier recht nahe. Um 20:44 Uhr geht die heute zu 12 Prozent beleuchtete Mondsichel unter.

Am Mittwoch, den 2. Oktober, fliegt die ISS zwischen 19:46 Uhr und 19:52 Uhr noch einmal fast genau über unsere Stadt hinweg, diesmal jedoch nicht mehr exakt durch den Zenit, sondern nur noch in 84° Grad Höhe. Der Mond steht knapp oberhalb der "Schere" des Skorpion und geht um 21:14 Uhr unter.

Am Donnerstag, den 3. Oktober, zeigt der veränderliche Stern Algol um 4:24 Uhr ein Helligkeitsminimum. Am Abend fliegt die ISS zwischen 20:34 Uhr und 20:38 Uhr über unseren Abendhimmel hinweg, sie erreicht jedoch nur eine Höhe von maximal 47° Grad, sie fliegt zum Beispiel dicht an Altair, dem hellsten Stern des Adlers vorüber. Der Mond steht dicht bei Jupiter (Abstand ca. 2° Grad) und geht mit ihm zusammen noch vor 22 Uhr unter, das Mare Crisium steht fernab vom Rand, er zeigt also wieder einmal maximale Libration in Länge.

Am Freitag, den 4. Oktober, fliegt die ISS zwischen 19:45 Uhr und 19:51 Uhr in maximal 62° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. der Mond hat sich von Jupiter gut entfernt und geht um 22:31 Uhr unter.

Am Samstag, den 5. Oktober, fliegt die ISS zwischen 20:34 Uhr und 20:38 Uhr über unseren Abendhimmel hinweg, sie erreicht jedoch nur noch maximal eine Höhe von 27° Grad, das ist jedoch noch deutlich oberhalb von Mond und Planeten. Der Mond erreicht bereits um 18:47 Uhr exakt das Erste Viertel. Er steht heute Abend dicht bei Saturn (Abstand ca. 2° Grad) und geht um 23:21 Uhr unter.

Am Sonntag, den 6. Oktober, zeigt der veränderliche Stern Algol um 1:12 Uhr in der Frühe ein Helligkeitsminimum. Noch bis zum 10. Oktober kann am frühen Morgen ca. eine Stunde vor Sonnenaufgang im Osten das Zodiakallicht gesehen werden. Am Abend fliegt die ISS zwischen 19:45 Uhr und 19:51 Uhr in maximal 37° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Der Mond wandert vom Sternbild Schütze zum Steinbock und geht heute erst kurz nach Mitternacht unter.

Samstag, 21. September 2019

23. - 29. September: Der Himmel über Bad Lippspringe


Am Ende dieser Woche ist Neumond, der Mond stört dann nicht mehr bei der Beobachtung lichtschwacher Objekte am Nachthimmel. Von den großen Planeten sind Jupiter (bis gegen 21:30 Uhr) und Saturn (bis gegen 23:30 Uhr) am Abend zu sehen. Die Fernglasplaneten Uranus und Neptun können praktisch die ganze Nacht über beobachtet werden. Die ISS ist bei abendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 23. September, ist Herbstanfang. Um 9:50 MESZ überschreitet die Sonne den Himmelsäquator südwärts, jetzt werden die Nächte wieder länger als die Tage sein. In der Praxis dauert es jedoch noch ein bisschen bis zu einer wirklichen Tag- und Nachtgleiche. Denn wer wird schon wirklich sagen, mit dem Moment des Sonnenuntergangs hat die Nacht begonnen? Berücksichtigt man die Dämmerungsphasen mit, so wird erst Mitte Oktober die Nacht tatsächlich 12 Stunden lang sein. Sonnenaufgang ist heute um 7:12 Uhr und Sonnenuntergang um 19:22 Uhr. Bei diesen Zeiten geht man nicht vom Sonnenmittelpunkt aus, sondern beim Sonnenaufgang vom ersten Sonnenstrahl, der über den Horizont kommt und beim Sonnenuntergang entsprechend vom letzten. Dadurch ist auch diese Zeitspanne etwas länger als genau 12 Stunden. Der Mond geht erst deutlich nach Mitternacht auf. Zwischen 20:35 Uhr und 20:40 Uhr fliegt die ISS in maximal 40° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Dienstag, den 24. September, fliegt die ISS zwischen 19:47 Uhr und 19:53 Uhr in maximal 29° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Um 21:22 Uhr erscheint sie noch einmal im Westen und steigt dann bis auf 78° Grad hoch hinauf bis zum Sternbild Leier, wo sie dann schnell im Erdschatten verschwindet.

Am Mittwoch, den 25. September, fliegt zwischen 20:35 Uhr und 20:40 Uhr die ISS in maximal 65° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Bei Jupiter stehen heute Abend mal wieder alle vier Monde auf der gleichen Seite.

Am Donnerstag, den 26. September, fliegt die ISS zwischen 19:46 Uhr und 19:53 Uhr in maximal 51° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Um 21:22 Uhr erscheint sie noch einmal im Westen und steigt dann bis auf 76° Grad hoch hinauf bis zum Sternbild Leier, wo sie dann um 21:26 Uhr  im Erdschatten verschwindet.

Am Freitag, den 27. September, geht die nur noch zu 4 Prozent beleuchtete schmale Mondsichel um 4:57 Uhr auf und ist wohl letztmalig vor Neumond zu sehen. Am Abend fliegt die ISS zwischen 20:34 Uhr und 20:39 Uhr fast genau durch den Zenit (maximale Höhe 86° Grad) an unserem Abendhimmel. Bis 19:57 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Ganymed über den Planeten.

Am Samstag, den 28. September, fliegt die ISS zwischen 19:45 Uhr und 19:53 Uhr in maximal 76° Grad Höhe, knapp an der Wega in der Leier vorbei, über unseren Abendhimmel hinweg. Um 21:22 Uhr erscheint sie noch einmal im Westen und steigt dann wieder Richtung Sternbild Leier hinauf, erreicht die Wega jedoch nicht mehr, da sie kurz zuvor im Erdschatten verschwindet. Und der Mond erreicht um 20:26 Uhr die exakte Neumondposition.

Am Sonntag, den 29. September, fliegt die ISS zwischen 20:34 Uhr und 20:39 Uhr genau über unsere Stadt hinweg, um 20:37 Uhr fliegt sie genau durch den Zenit über unseren Köpfen. Um 20:50 Uhr beginnt ein Durchgang von Io vor der Jupiterscheibe und bis 21:12 Uhr fällt der Schatten von Europa auf den Planeten.

20. September: Streifende Sternbedeckung


*******   Ergänzung vom 28. September 2019 ********
Sternfreund Bernd Gaehrken hat heute seine Auswertungen der Beobachtungen im Internet aufgeschrieben:
Herzlichen Dank! 
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Am 20. September gab es ganz in der Nähe vom Bad Lippspringe einen ganz besondere Sternbedeckung durch den Mond, eine sogenannte "streifende Sternbedeckung". Auf der Webseite der Vereinigung der Sternfreunde Deutschlands findet man dazu folgende Definition:

Streifende Sternbedeckungen sind ein Sonderfall der Sternbedeckungen durch den Mond. Während bei einer totalen Bedeckung der Stern nur einmal an der voranlaufenden Seite des Mondes verschwindet und auf der gegenüberliegenden Seite wieder auftaucht, geschehen solche Bedeckungsphänomene in den Polregionen des Mondes gleich mehrfach. Hierzu muss man die Linien auf der Erde kennen, die der jeweils oberste bzw. unterste Rand des scheinbaren Mondschattens beschreibt. Je nach Standort auf oder in der Nähe dieser Grenzlinie beobachtet man ein unterschiedliches Relief des Mondschattens. Aus den Kontaktzeiten mehrerer Beobachter lässt sich das vom Stern auf die Erde projizierte Mondprofil rekonstruieren.

Ein solches Ereignis gab es wieder einmal am 20. September kurz nach 6 Uhr in der Frühe - und zum Glück war bei uns der Himmel klar. Mit mehreren Sternfreunden gemeinsamen trafen wir uns bei Paderborn direkt auf der "Zentrallinie" dieser Bedeckung:

Am Beobachtungsplatz im ersten Morgengrauen

Unser Beobachtungsort. Die quer durch das Bild gehenden Linien zeigen den Bereich der "streifenden Bedeckung" an. Oberhalb davon wird der Mond gar nicht bedeckt, unterhalb wird er "total" verfinstert. (Bild: google earth)
 
Früher waren solche Beobachtungen wichtig, um das Profil des Mondrands genau zu berechnen. Auf den ersten Blick erscheint der Mond - selbst in großen Fernrohren - am Rand immer rund. Sterne sind jedoch immer so weit von uns entfernt, dass sie stets nur wie eine echte punktförmige Lichtquelle leuchten. Und weil der Mond aber auch am Rand, bedingt durch Krater oder andere Erhebungen, nicht gleichförmig rund ist, kann es passieren, dass bei einer "streifenden Bedeckung" so ein Stern mal durch einen Berg oder Krater verdeckt wird und dann nicht zu sehen ist und dann plötzlich in einem Tal zwischen zwei Erhebungen wieder auftaucht, dann wieder verschwindet usw.

Heute ist zur Berechnung des Mondprofils die Beobachtung von Amateurastronomen nicht mehr notwendig, den Mond umkreisende Satelliten sind einfach viel näher dran und erledigen solche Aufgaben professionell. Auch gibt es inzwischen ein hervorragendes Programm zur Vorhersage solcher Ereignisse. Hier mal ein "Screenshot" aus dem Programm GRAZREP:

Bildausschnitt aus dem Programm GRAZREP für diese Bedeckung.
Aber ist das nicht alles nur Theorie? Wie sieht das wirklich in der Praxis aus? Und so eine Beobachtung ist allemal besonders spannend. Wie oft verschwindet der Stern tatsächlich am Mondrand? Einmal, zweimal, mehrfach? Oder vielleicht gar nicht?  Es kommt dabei schon sehr genau auf den Standort des Beobachters an, 100 Meter weiter kann eine solche Beobachtung schon ganz anders ausfallen.

Es ist auch nicht ganz einfach eine solche Beobachtung zu dokumentieren. In meinem Spektiv zum Beispiel war das Sternchen am 20. September mit bloßem Auge kaum zu erkennen, der helle Mond überstrahlte fast alles. Das macht auch das Fotografieren nicht einfach. Hier mal ein erstes Bild:


Finden Sie den Stern? Noch steht er genau "über" dem Mond.

Damit eine solche Beobachtung überhaupt erfolgreich ist, darf sie natürlich nur am dunklen, unbeleuchteten Mondrand stattfinden. Hier nähert sich jetzt der Stern diesem Mondrand:

Der Stern ist einkleiner lichtschwacher Punkt,dicht an der Schattengrenze des Mondes.

 Und hier ist jetzt der Stern verschwunden:
Der Stern ist weg.
 Und er taucht wieder auf:

Der Stern ist wieder da.

Die obigen Bilder habe ich glücklicherweise mit meiner Ausrüstung selbst festhalten können. Viel besser hat es jedoch mein Sternfreund Rainer Kleibrink gemacht. Er konnte das gesamte Ereignis sogar per Video aufzeichnen. Versuchen Sie mal zu zählen, wie häufig der Stern verschwindet und wieder auftaucht:





Wer mehr über "streifende Sternbedeckungen" erfahren will, dem seien die Seiten der entsprechenden Fachgruppe der Vereinigung der Sternfreunde Deutschlands empfohlen oder gleich die Seiten einer  weltweiten Spezialistenorganisation, der IOTA/ES.

Und von mir noch einmal einen ganz herzlichen Dank an all die anderen Mitbeobachter aus Bayern, aus Bielefeld, aus Delbrück, ... Es war wirklich eine schöne, spannende Aktion! Und vielen Dank an die Freunde des "Beobachtertreff OWL", die rechtzeitig auf das Ereignis aufmerksam machten!

Zum Schluss noch ein Foto des Mondes vom gleichen Morgen. Dieses wurde natürlich nur kurz belichtet, damit die vielen Einzelheiten auf dem Mond, die Meere und Krater gut zur Geltung kommen. Dann ist der Stern natürlich nicht mehr zu sehen:


Der Mond am 20.9.2019 um 6:00 Uhr MESZ

Sonntag, 15. September 2019

16. - 22. September: der Sternenhimmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche zieht sich der Mond allmählich vom Abendhimmel zurück. Auch die großen Planeten Jupiter (bis gegen 22 Uhr) und Saturn (bis gegen Mitternacht) gehen immer früher unter und sind so schwieriger zu beobachten. Doch zum Glück gilt dies auch für die Sonne, so dass die dunklen  Abende auch immer früher anfangen. Die ISS ist zum Ende der Woche bei abendlichen Überflügen zu sehen. Hoffentlich spielt das Wetter mit, denn es wird einige spektakuläre Ereignisse am Himmel geben.


Am Montag, den 16. September, geht die Sonne exakt um 7:00 Uhr auf und um 19:38 Uhr unter. Das ist morgens 11 Minuten später und abends sogar 16 Minuten früher als noch vor einer Woche. Der Mond geht kurz vor 21 Uhr auf und ist noch zu 94 Prozent beleuchtet. Um 20 Uhr halte ich an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus einen Vortrag zum Mond.

Am Dienstag, den 17. September, geht der Mond um 21:12 Uhr auf. Er steht heute etwa 5° Grad südlich vom nur mit dem Fernglas sichtbaren Planeten Uranus.

Am Mittwoch, den 18. September, geht der zu 80 Prozent beleuchtete Mond um 21:31 Uhr auf, in etwa mit dem Ende der astronomischen Dämmerung.

Am Donnerstag, den 19. September, kommt es in der Frühe um ca. 2:00 Uhr zu einer streifenden Sternbedeckung durch den Mond entlang einer Linie von Rietberg Richtung Oerlinghausen/Leopoldshöhe. Am Abend nähert sich der Mond im Sternbild Stier den Hyaden und geht kurz vor 22 Uhr auf.  Kleinplanet Vesta (7,4mag) geht nur 13' Bogenminuten südlich an Stern 30 Taruri (5,0mag) vorüber.

Am Freitag, den 20. September, kommt es in der Frühe zu einer "streifenden Sternbedeckung" ganz in der Nähe von uns. Kurz nach 6:00 Uhr wird der 5.9mag helle Sterne SAO 93777 (ähnlich wie der das Ereignis am 27. August) am nördlichen Mondrand haarscharf vom Mond bedeckt werden. Bei uns in Bad Lippspringe wird er wohl so gerade eben nicht vom Mond bedeckt. Auf einer Linie von Salzkotten, quer durch das Zentrum von Paderborn nach Altenbeken hin findet diese Bedeckung jedoch genau streifend statt. Das heißt, der Stern wird zwischen einzelnen Mondbergen immer mal wieder verschwinden und dann wieder auftauchen. Genaue Informationen zu dieser Linie und einer gemeinsamen Beobachtungsmöglichkeit findet man hier. Um 21:22 Uhr kann kurz im Westen zuerst bei Jupiter und dann bei Saturn die ISS beobachtet werden. Später am Abend geht dann der noch zu 63 Prozent beleuchtete Mond um 22:25 Uhr auf.

Am Samstag, den 21. September, geht der Mond am Abend erst um 23:04 Uhr auf, er zeigt maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht fernab vom Rand. Schon um 20:35 Uhr fliegt die ISS ganz knapp an Saturn vorbei. Der Abstand beträgt nicht einmal ein halbes Grad, also maximal einen Vollmonddurchmesser.

Am Sonntag, den 22. September, erreicht der Mond am Morgen um 4:41 Uhr exakt das Letzte Viertel. Am Abend geht der Mond erst um 23:53 Uhr auf, vorher lassen sich also durchaus schon gut lichtschwache "deep-sky"-Objekte beobachten. Die ISS steigt am Abend um 21:19 Uhr im Westen auf und verschwindet dann um 21:23 Uhr in 48° Grad Höhe fast genau in südlicher Richtung neben dem hellsten Stern des Adlers, dem Altair, im Erdschatten.

Freitag, 13. September 2019

Vortrag am 16. September: "Mondsüchtig"


Am Montag, den 16. September, darf ich um 20 Uhr wieder einmal einen Vortrag an der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus halten. Das Thema lautet:

Mondsüchtig - damals, heute, morgen

 In der Ankündigung der Sternwarte heißt es:

Wohl schon immer haben die Menschen davon geträumt, zum Mond fliegen zu können. Zwölf Menschen haben dies vor etwa 50 Jahren tatsächlich geschafft. Doch sind Flüge zum Mond heute überhaupt noch möglich? Der Vortrag beginnt mit einem Rückblick auf die ersten Satellitenmissionen der Sowjetunion und den USA und auf das Apolloprogramm mit den ersten Flügen von Menschen zum Mond. Die Erforschung des Mondes ist jedoch nicht vor 50 Jahren stehen geblieben: die neuesten Ergebnisse der Missionen aus China, Indien oder den USA werden vorgestellt. Besonders berücksichtigt wird dabei auch der Beitrag deutscher und europäischer Forscher. Außerdem versucht der Autor Antworten zu geben auf die Frage, wann wohl der nächste Mensch zum Mond fliegen wird.

Ich werde jedoch nicht nur über die Faszination der Raumfahrt zum Mond sprechen, sondern auch auf ein paar andere, eher kulturelle Aspekte des Mondes und der Mondfahrt eingehen. Und ich möchte über Erlebnisse der Apollo-Astronauten sprechen, die an anderen Stellen, zum Beispiel in der tollen Ausstellung im Heinz-Nixdorf-Museum, nicht erwähnt werden. Sie sind herzlich eingeladen!

Mit dem Eintritt von 4 Euro (oder ermäßigt 3 Euro)  unterstützen Sie die ehrenamtliche Arbeit an unserer Sternwarte.

Sonntag, 8. September 2019

9. - 15. September: Der Himmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche haben wir Vollmond, sein helles Licht überstrahlt viele schwächere Objekte am Nachthimmel. Trotzdem sind Jupiter (bis 22:30 Uhr) und Saturn (bis 0:30 Uhr) abends im Südwesten zu sehen. Die Fernglasplaneten Uranus und Neptun sind praktisch die ganze Nacht über zu beobachten. Die ISS ist am Morgenhimmel bei ihren Überflügen sichtbar.

Am Montag, den 9. September, ist die ISS am Morgen zwischen 5:31 Uhr und 5:37 Uhr bei ihrem Überflug in maximal 71° Grad Höhe zu sehen. Die Sonne geht um 6:49 Uhr auf und um 19:54 Uhr unter, der helle Tag ist also nur noch gut 13 Stunden lang. Der Mond geht um 18:12 Uhr auf und scheint in der Nacht bis ca. 2:00 Uhr am nächsten Morgen, er ist zu 84 Prozent beleuchtet. Um 21:58 Uhr endet eine Verfinsterung von Jupitermond Ganymed.

Am Dienstag, den 10. September, tritt die ISS in 69° Grad Höhe hoch am Himmel zwischen den Sternbildern Andromeda und Cassiopeia aus dem Erdschatten heraus, um dann bis 4:50 Uhr schnell nach Osten zu fliegen. Planet Neptun erreicht heute seine Oppositionsstellung, er ist also der Erde relativ nah, kann aber trotzdem nur im guten Fernglas oder Fernrohr gesehen werden.

Am Mittwoch, den 11. September, fliegt die ISS zwischen 5:32 Uhr und 5:38 Uhr in maximal 49° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Bereits um 2:14 Uhr bedeckt der Mond den Stern nü im Steinbock. Abends beginnt Jupitermond Europa um 21:26 Uhr einen Durchgang vor der Planetenscheibe.

Am Donnerstag, den 12. September, ist die ISS zischen 4:45 Uhr und 4:49 Uhr nur kurz am südöstlichen Himmel zu sehen. Kleinplanet Ceres (8,9mag) geht heute Abend dicht an Rho Oph (4,8mag) vorüber.

Am Freitag, den 13. September, fliegt die ISS zwischen 5:31 Uhr und 5:37 Uhr in nur noch 29° Grad Höhe über unseren morgendlichen Himmel hinweg. Bereits um 2:43 Uhr zeigte der veränderliche Stern Algol im Perseus wieder ein Helligkeitsminimum. Um 19:30 Uhr trifft sich an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus wieder die "Beobachtergruppe" zum gegenseitigen Austausch, Interessierte Besucherinnen und Besucher sind jederzeit willkommen.

Am Samstag, den 14. September, erreicht der Mond kurz vor seinem Untergang im Westen um 6:33 Uhr seine exakte Vollmondposition. Dies ist übrigens der kleinste Vollmond des Jahres, er hat nur einen Durchmesser von 29,4 Bogenminuten, da er auf seiner leicht elliptischen Bahn dann gut 406.000 Kilometer von uns entfernt ist. Die ISS kann kurz um 4:45 Uhr unterhalb des Sternbilds Orion gesichtet werden.

Am Sonntag, den 15. September, kann die ISS ein letztes Mal in dieser Morgensichtbarkeitsperiode um 5:32 Uhr ganz tief im Süden in nur 12° Grad Höhe kurz gesehen werden. Beim Mond können wir heute Abend dank maximaler Libration in Breite auch auf seinen Nordpol schauen. Um 23:31 Uhr erreicht Algol erneut ein Helligkeitsminimum.




Donnerstag, 5. September 2019

5. September: Morgenrot


Heute früh war vor Sonnenaufgang im Osten wieder ein ausgesprochen intensives Morgenrot zu sehen. So schön dies auch anzusehen sein mag, der Grund dafür ist leider nicht so schön: Durch die großen Wald- und Flächenbrände in diesem Sommer ist unsere Atmossphäre wohl so stark angereichert mit Ruß- und Staubteilchen, dass es morgens vor und abends nach Sonnenuntergang zu besonders intensiven Farben kommt.

Morgenrot am 5. September 2019 um 6:25 Uhr, ca. 25 Minuten vor Sonnenaufgang

Morgenrot mit Krähen

Wer genauer wissen möchte, wie Morgen- oder Abendrot entsteht, kann das zum Beispiel hier, hier oder hier nachlesen.


Montag, 2. September 2019

2. - 8. September 2019: Der Himmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche nimmt der Mond weiter zu und bestimmt mehr und mehr den Nachthimmel. Dank der immer früher eintretenden Dunkelheit können Jupiter und Saturn in der ersten Nachthälfte noch gut bis 23:00 Uhr bzw. 01:00 Uhr beobachtet werden. Außerdem werden die Bedingungen für die Beobachtung der Fernglasplaneten Uranus und Neptun immer besser. Die anderen Planeten sind diese Woche nicht sichtbar. Die ISS kann bei morgendlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 2. September, geht die Sonne um 6:38 Uhr auf und um 20:10 Uhr unter. Der helle Tag ist also wieder 26 Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Die zu 16 Prozent beleuchtete Mondsichel geht heute um 21:56 Uhr unter. Bereits um 4:50 Uhr fliegt die ISS im Südosten miten durch das Sternbild Orion.

Am Dienstag, den 3. September, ist der Mond am Abend weiter gezogen in das Sternbild Waage und geht um 22:20 Uhr unter. Morgens fliegt die ISS zwischen 5:35 Uhr und 5:42 Uhr in der Morgendämmerung in maximal 66° Grad Höhe über unseren Himmel.

Am Mittwoch, den 4. September, nähert sich der Mond dem Sternbild Skorpion und geht um 22:46 Uhr unter. Jupitermond Europa geht bis 21:19 Uhr vor dem Planeten vorüber, ab 21:26 Uhr fällt Europas Schatten auf die Planetenscheibe.Zwischen 4:48 Uhr und 4:53 Uhr fliegt die ISS in maximal 51° Grad Höhe über unseren Südwesthimmel.  Im HeinzNixdorf MuseumsForum gibt es um 19 Uhr einen  Vortrag von Dr. Urs Ganse unter dem Tiel: "Wie baut man eigentlich ein Raumschiff?"

Am Donnerstag, den 5. September, nähert sich der Mond dem Jupiter, er geht um 23:17 Uhr unter. Heute zeigt er wieder einmal maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht weit ab vom Rand. Zwischen 5:34 Uhr und 5:39 Uhr fliegt die ISS mit maximal 8° Grad Höhe fast durch unseren Zenit, bereits in der Morgendämmerung fliegt sie dabei sehr dicht an Capella im Fuhrmann und Castor und Pollux in denZwillingen vorüber.

Am Freitag, den 6. September, erreicht der Mond am Morgen um 5:11 Uhr das Erste Viertel, dann steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. Abends sind dann schon 57 Prozent von ihm beleuchtet, er geht um kurz vor Mitternacht unter. Heute Abend steht Neptun (7,8mag) nur 30'' Bogensekunden südlich von Phi Aquarii und Kleinplanet Pallas (10,0mag) geht 18' Bogenminuten nördlich an 32 Bootos (5,6mag) vorüber. Die ISS tritt um 4:46 Uhr in 50° Grad Höhe im Südsüdwesten im Sternbild Andromeda aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann bis 4:52 Uhr Richtung Osten der später aufgehenden Sonne entgegen.

Am Samstag, den 7. September, fliegt die ISS am Morgen zwischen 5:33 Uhr aus dem Westen aufsteigend, um 5:35 Uhr genau über unsere Stadt hinweg. Am Abend geht der immer vollere Mond erst nach Mitternacht unter.

Am Sonntag, den 8. September, fliegt die ISS noch einmal um 4:46 Uhr exakt über unsere Stadt hinweg. Sie taucht jedoch erst 30 Sekunden vorher aus dem Erdschatten auf., bevor sie dann um 4:51 Uhr im Osten hinter dem Horizont verschwindet. Abends steht der Mond ca. 3° Grad östlich (also links) von Saturn.



Sonntag, 1. September 2019

1. September: Draußen in der Feldmark


An meinem Beobachtungsplatz war ich nicht ganz allein...
Heute Abend war ich noch einmal schnell draußen. Es hatte aufgehört zu regnen, so konnte ich noch etwas Abendrot und eine schmale Mondsichel genießen:


Die durchziehenden Wolken liessen zum Glück auch immer wieder einen Blick auf den Mond zu.

Der Mond über den Feldern


Der zwei Tage alte Mond
Nur dreieinhalb Grad über dem Horizont, zu acht Prozent beleuchtet, war die schmale Mondsichel nicht scharf zu fotografieren. Wer will, kann trotzdem mal versuchen, die Position des Kraters "Weierstrass" zu finden. Er wäre günstig zu sehen, ist aber auf dem Foto nicht wirklich zu erkennen.

Samstag, 31. August 2019

31. August: Space Night im Heinz Nixdorf MuseumsForum


Die Sternwarte Paderborn beteiligt sich im Rahmen einer Kooperation mit dem Heinz-Nixdorf-MuseumsForum ein weiteres Mal an der "Langen Nacht der Museen" in Paderborn.

Auf der Webseite des HNF heisst es dazu:

Space Night – Paderborner Museumsnacht im HNF


Datum: Samstag 31.08.2019 Beginn: 18:00 Ende: 23:59
 

Unendliche Weiten, gigantische Raketen und schwerelose Astronauten - in der Paderborner Museumsnacht dreht sich im HNF alles um den Weltraum. Planeten, Sterne, die Himmelsforschung und Raumfahrt stehen an diesem Abend im Fokus. 

Bis Mitternacht wartet ein spaciges Programm mit zahlreichen Mitmach-Aktionen auf Sie. Wir laden Sie ein, sich an einem 1.000-teiligen Weltraumpuzzle zu versuchen oder Lego-Modelle wie den Mars Rover Curiosity und die Saturn-V-Rakete zu testen. Absolvieren Sie selbst ein Weltraum-Training: Im Aerotrim können Jugendliche ab 12 Jahren testen, ob sie schwindelfrei sind. Berühmte Astronauten stellt Ihnen das diesjährige NRW-Kulturrucksackprojekt "Von wegen, hinterm Mond!" vor. Werfen Sie einen Blick in unser schwarzes Loch oder schauen Sie durch ein Fernrohr der Volkssternwarte Paderborn! 

Den gesamten Abend lang können Sie das HNF und seine Ausstellungen kostenlos besichtigen. Freuen Sie sich auf die interaktiven Exponate in "Aufbruch ins All" oder entdecken Sie 50 beeindruckende NASA-Fotografien in "Ein kleiner Schritt".
Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Und das beste dabei: Der Eintritt ist frei!

Donnerstag, 29. August 2019

30. August: Ein weiterer Mondgottesdienst in Detmold


Am 30. August gibt es in Detmold wieder eine ganz besondere abendliche Andacht in der Erlöserkirche am Markt in Detmold:


Einladungsplakat
Diese Veranstaltung ist eine Fortsetzung der "Neumondgottesdienste", an denen ich schon einmal mitwirken durfte. Die Veranstaltung wird wohl ungefähr eine Stunde dauern.


Herr Ulrich Holle wird aus der reichen Lyrik zum Thema Mensch und Mond rezitieren: Erinnerungen an die kindlichen Phantasien zum Mond; der große Schatz an Liebesliedern, die unter Mondenschein entstanden sind, und tiefgründige philosophische Gedanken werden in drei Zyklen vorgestellt. Die ewige Faszination der Himmelskörper wird Pastor Burkhard Krebber zum Inhalt seiner Andacht machen. Der Mond ist eine bleibende Herausforderung für den Menschen: Er liefert Stoff für die Gestaltung der Zeiten und er zwingt zur Beachtung naturwissenschaftlicher Gesetze. Er beflügelt den menschlichen Geist zu literarischen Gedankengängen und er reizt das menschliche Streben in unbekannte Welten. Ich selbst werde über ein paar eher unbekannte Details aus dem Leben der ersten Menschen auf dem Mond berichten. Dazu noch berühmte Stücke aus der Welt der Jazzmusik - ich denke, das wird sicherlich ein schöner Abend.
Sie sind herzlich eingeladen - in die Kirche und zu den anschließenden Nach- und Nachtgesprächen.

Dienstag, 27. August 2019

27. August: Sternbedeckung durch den Mond


Heute früh gab es um 4:24 Uhr eine Sternbedeckung durch den Mond. Der nur 7.0mag helle (besser "schwache") Stern SAO 79216 wurde so gerade eben vom Mond bedeckt. Da ich glücklicherweise mitten in Nacht so gegen 4 Uhr zur Toilette musste, war ich wach und konnte das Ereignis bei warmen 21° C draußen beobachten. Schnell das Spektiv auf ein einfaches Photostativ (ohne automatische Nachführung) gesetzt und die Kamera bereit gehalten. Mehr Aufwand war nicht nötig. Hier sind meine Bilder dieses Ereignisses. Dieses findet am "oberen Rand / Nordpol" des Mondes statt, also dort, wo das Licht der Sichel spitz zuläuft. Da der Stern nur sehr schwach zu sehen war, habe ich teilweise bis zu vier Sekunden belichtet, was beim Stern natürlich zu einer Strichspur führt und den Mond stark überbelichtet, teilweise werden sogar unschöne Reflexionen (Geisterbilder) sichtbar:

Um 4h:17m:43s, eine Sekunde belichtet. Der Mond ist schon recht nah am Stern dran.

Um 4:20:34 habe ich vier Sekunden belichtet, der Stern scheint sich fast parallel zur Mondoberfläche zu bewegen.

Um 4:22:39 verschwindet der Stern hinter der Mondscheibe (2 sec belichtet).

Um 4:22:52 ist der Stern definitiv durch den Mond bedeckt. Das gab mir die Gelegenheit, andere Photos zu machen:

Der Mond, "korrekt" belichtet, in der warmen Luft aber nicht besonders scharf hinzubekommen. (4:25:06, 1/200sec)

Links unterhalb des Mondes der 3,5mag helle Stern Wasat (Delta Geminorum), der später in der Morgendämmerung ebenfalls vom Mond bedeckt werden sollte. Wasat ist nur 60 Lichtjahre von uns entfernt (4:25:54)

Und während ich noch selbst beobachtete, tauchte SAO 79216 schon wieder am dunklen Mondrand auf (Photo von 4:30:58, 1sec belichtet, der exakte Wiederauftauchmoment dürfte sicherlich 30 Sekunden oder mehr davor gewesen sein)

Und zum Schluss noch einmal ein Bild mit allen Beteiligten: links unten Wasat, dem Mond (bei dem das "Erdlicht" auf diesem Foto gut zur Geltung kommt) und SAO 79216, der sich jetzt schon etwas vom Mondrand entfernt hat (4:33:25)

Nur etwas nördlich von uns - in etwa der Linie der Autobahn A2 folgend - fand diese Bedeckung sogar nur "streifend" statt. Einige Sternfreunde aus OWL waren dazu extra in die Nähe von Gütersloh gefahren. Bei einer "streifenden" Sternbedeckung verschwindet der Stern, der ja wirklich nur ein "Lichtpunkt" darstellt, nicht auf Dauer hinter dem Mond. Er wird nur kurzzeitig von einzelnen Mondbergen bedeckt. Auf meinen Fotos und allen anderen Bildern sieht der Mondrand ja immer rund und glatt aus. Doch das ist natürlich nur der gewaltigen Entfernung von uns bis zu ihm hin geschuldet. In Wirklichkeit ist der Mond ja sehr uneben, von vielen Kratern und Bergen bedeckt. und je nachdem, wo der Stern am "Rand entlang schrammt", kann man ihn dann manchmal in einzelnen Mondtälern aufblitzen sehen.

Um dieses besondere Erlebnis zu haben, muss man sich jedoch ziemlich genau auf der Grenzlinie einer Bedeckung befinden. Meine Freunde haben Erfolg gehabt, telefonisch haben sie schon vom vier- oder fünfmaligen Aufblitzen des Sterns berichtet. Ich bin gespannt, auf ihren ausführlichen Bericht. Wenn er kommt, werde ich ihn auch hier verlinken:

**** Ergänzung vom 29. August:

Einen "ausführlichen" Bericht haben meine Freunde noch nicht verfasst, aber ein wichtiges Detail ihres Projekts schon veröffentlicht:
http://astronomie-owl.mozello.com/ueber-uns/galerie-gemeisamer-aktivitaten/
Auf einem der dort abgebildeten Bilder sieht man einen Kochlöffel. Dieser wurde zum "Zeitgeben" verwendet. Während der kurzen Phase der streifenden Bedeckung hat Hubert, wie man ebenfalls erkennen kann, mit einer Kamera sein Handy abgefilmt, auf dem eine genaue Uhrzeit angegeben wurde. Und jedesmal wenn der Stern sichtbar wurde, bzw. wieder verschwand, hat er mit dem Kochlöffel auf den Tisch gehauen und so ein lautes Signal erzeugt, das natürlich dann auch auf dem Film mit den exakten Zeiten zu hören ist. Eine clevere Idee!