Sonntag, 5. Juli 2020

5. Juli 2020: Nachtleuchtende Wolken am Himmel


Hinter den normalen dunklen Wolken strahlen im Moment am Abendhimmel über unserer Stadt helle Wolken. Das sind sog. NLC, noctulent clouds, "Nachtleuchtende Wolken". Diese befinden sich in ca. 80 Kilometer Höhe, also weit über der normalen Athmossphäre, deren Wolkenschicht bei ca. 10 km Höhe endet.

Ein Phänomen, das man nur an ganz wenigen Tagen im Sommer beobachten kann, ähnlich wie das Nordlicht meist eher in nördlicheren Breiten, hier ist das - vor allem in diesem Ausmaß wie heute - echt sensationell!

Nachtleuchtende Wolken am 5.7.2020, 23 Uhr über Bad Lippspringe
Man kann gut die für NLC typischen Streifenmuster erkennen (ähnlih wie Cirrus-Wolken).

Samstag, 4. Juli 2020

6. - 12. Juli 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche zieht sich der helle Mondlangsam wieder vom Abendhimmel zurück. Die Sonne sinkt maximal 16° Grad unter den Horizont, "astronomisch dunkel" werden die Nächte bei uns daher noch nicht. Die hellen Planeten sind überwiegend am Morgenhimmel zu sehen. Jupiter und Saturn gehen zwar schon gegen 22:15 Uhr über der Egge auf, auch um Mitternacht stehen sie jedoch nur etwas über 10° Grad in Richtung Süden. Mars geht gegen 1:00 Uhr auf und die helle Venus folgt gegen 3:30 Uhr schon in der Morgendämmerung. Die ISS ist bei vielen morgendlichen Überflügen zu beobachten.

Am Montag, den 6. Juli, fliegt die ISS zwischen 3:24 Uhr und 3:30 Uhr in maximal 42° Grad Höhe über unseren morgendlichen Himmel hinweg. Der volle Mond steht am Morgen unterhalb von Jupiter und Saturn. Die Sonne geht um 5:15 Uhr auf und um 21:44 Uhr unter, die Nacht ist also nur neun Minuten länger als noch vor einer Woche.

Am Dienstag, den 7. Juli, ist die ISS zweimal am Morgen zu sehen. Das erste Mal erscheint sie um 2:37 Uhr im Süden und fliegt dann schnell in maximal 31° Grad Höhe nach Osten hin, das zweite Mal erscheint sie um 4:10 Uhr im Westen und flieg dann über 80° Grad hoch, bevor sie um 4:18 Uhr wieder im Osten verschwindet. Der Mond hat sich jetzt schon etwas von Saturn entfernt, ist aber immer noch recht voll, abends geht er kurz vor Mitternacht auf.

Am Mittwoch, den 8. Juli, ist die ISS zum ersten Mal gegen 1:52 Uhr kurz im Osten oberhalb vom Mars zu sehen, das zweite Mal fliegt sie zwischen 3:24 Uhr und 3:31 Uhr in maximal 68° Grad Höhe über den morgendlichen Himmel hinweg. Von 1:30 Uhr bis 2:45 Uhr bedeckt der Mond den 4.5mag hellen Stern eta Capricornus, das Wiedererscheinen des Sterns beim Austritt am dunklen Mondrand wird einfacher zu beobachten sein als das Verschwinden, also der Beginn der Bedeckung am hellen Mondrand.

Am Donnerstag, den 9. Juli, taucht die ISS um 1:03 Uhr kurz in der Nähe von Mars aus dem Erdschatten auf, bevor sie wieder im Osten verschwindet, zwischen 2:37 Uhr und 243 Uhr fliegt sie in maximal 54° Grad Höhe über den Himmel, zwischen 4:10 Uhr und 4:20 Uhr fliegt sie exakt (genau um 4:15 Uhr im Zenit) über unsere Stadt hinweg. Bei Jupiter stehen zunächst um Mitternacht alle vier galiläischen Monde auf der gleichen Seite, später zieht dass Io vor der Planetenscheibe vorüber, Ios Schatten kann von 2:05 Uhr bis 4:22 Uhr auf dem Planeten gesehen werden.

Am Freitag, den 10. Juli, tritt die ISS um 1:50 Uhr in 40° Grad Höhe im Süden aus dem Erdschatten heraus, zwischen 3:23 Uhr und 3:30 Uhr fliegt sie erneut fast genau (87° Grad Höhe) über Bad Lippspringe hinweg. Kleinplanet Iris (9.2mag) geht um 2.10 Uhr nur 0,5' Bogenminuten südlich an 16 Sgr (5.9mag) vorüber. Der Mond steht am Morgen ca. 5° Grad südlich von Neptun, er zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir seinen Nordpol sehen können. Ab 2:09 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Europa über den Planeten. Die Venus erreicht heute ihren "größten Glanz" als Morgenstern, sie leuchtet mit -4.9mag.

Am Samstag, den 11. Juli, taucht die ISS um 1:04 Uhr im Osten oberhalb von Mond und Mars aus dem Erdschatten auf und verschwindet dann schnell im Osten, zwischen 2:37 Uhr und 2:44 Uhr fliegt sie in maximal 83° Grad Höhe beinahe genau über unsere Stadt hinweg, ein drittes Mal erreicht sie zwishen 4:12 Uhr und 4:21 Uhr noch einmal eine Höhe von 80° Grad über unserem Horizont. Der Mond nähert sich langsam dem Mars.

Am Sonntag, den 12. Juli, ist die ISS insgesamt sogar viermal zu sehen: Um 0:18 Uhr ist sie das erste Mal kurz im Osten zu sehen, zwischen 1:50 Uhr und 1:56 Uhr fliegt sie in maximal 68° Grad Höhe am nächtlichen Himmel vorüber, zwischen 3:24 Uhr und 3:33 Uhr fliegt sie mit maximal 88° Grad Höhe fast genau über Bad Lippspringe hinweg und am Abend ist sie um 23:31 Uhr noch einmal kurz im Osten zu sehen. Der Mond steht in der Frühe 4° Grad südlich von Mars, er ist noch zu 59 Prozent beleuchtet. Venus zieht in nur einem knappen Grad Abstand an Aldebaran (Hauptstern des Stier) vorüber.

Sonntag, 28. Juni 2020

29. Juni - 5. Juli: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche ist am Sonntag Vollmond. Sein heller Schein verhindert zusätzlich, dass es in den kurzen Nächten richtig dunkel wird. Von den hellen Planeten geht Jupiter als erstes gegen 22:45 Uhr über der Egge im Südosten auf, Saturn folgt nur eine Viertelstunde später. Mars erscheint gegen 1:30 Uhr schon wesentlich weiter östlich (OSO). Die Venus als heller Morgenstern geht dann gegen 4:00 Uhr noch einmal ein Stück nördlicher (ONO) bereits in der Morgendämmerung auf. Die ISS kann ab Juli auch wieder bei morgendlichen Überflügen gesichtet werden.

Am Montag, den 29. Juni, geht die Sonne um 5:09 Uhr auf und um 21:47 Uhr unter. der helle Tag ist also gerade mal vier Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Der zu 67 Prozent beleuchtete Mond geht erst in der Nacht am Dienstag gegen 2:00 Uhr unter.

Am Dienstag, den 30. Juni, kommt es um 0:28 Uhr zur Bedeckung eines 6.5mag hellen Sternchens durch den Mond.

Am Mittwoch, den 1. Juli, fliegt die ISS zwischen 4:10 Uhr und 4:16 Uhr in maximal 17° Grad Höhe über unseren südöstlichen Himmel. Am Mond ist heute Nacht der "goldene Henkel" gut zu beobachten.

Am Donnerstag, den 2. Juli, kann die ISS um ca. 3:25 Uhr kurz im Südosten in maximal 11° Grad Höhe knapp über dem Horizont gesichtet werden. Der Schatten von Jupitermond Io wandert heute zwischen 0:11 Uhr und 2:27 Uhr über die Planetenscheibe. Am Abend wandert ab 23:35 Uhr der Schatten von Europa über Jupiter hinweg.

Am Freitag, den 3. Juli, fliegt die ISS zwischen 4:10 Uhr und 4:17 Uhr knapp oberhalb von Jupiter, Saturn und Mars über unseren Morgenhimmel hinweg. In der frühen Nacht kommt es zu einer ganzen Reihe interessanter Begegnungen der Jupitermonde sowie von Schattenwürfen auf die Planetenscheibe.

Am Samstag, den 4. Juli, fliegt die ISS zwischen 3:23 Uhr und 3:29 Uhr über unseren Morgenhimmel, ganz knapp unterhalb des Mars hinweg. Die Erde steht heute auf ihrer Bahn um die Sonne im Aphel, das heisst in der größtmöglichen Entfernung. In dieser Nacht haben wir die tiefste Vollmondkulmination des Jahres. Der Mond steht maximal 13° Grad über dem Horizont, er könnte sich dadurch für viele interessante Fotomotive anbieten.

Am Sonntag, den 5. Juli, kann die ISS einmal gegen 2:36 Uhr kurz im Südosten und dann vor allem zwischen 4:10 Uhr und 4:18 Uhr in maximal 55° Grad Höhe an unserem Morgenhimmel gesehen werden. Der Mond steht heute Nacht dicht unterhalb von Jupiter. Um 6:44 Uhr erreicht der Mond die exakte Vollmondposition. Es kommt sogar zu einer Halbschattenfinsternis. Diese ist bei uns jedoch nicht sichtbar, da der Mond bereits um 5:07 Uhr, also etwa zeitgleich mit dem Sonnenaufgang, untergeht.

Dienstag, 23. Juni 2020

23. - 28. Juni 2020: Zunehmender Mond im Westen

Mondsichel am Abend des 23. Juni 2020

Heute Abend leuchtet die nur zu 7 Prozent beleuchtete Mondsichel tief im Nordwesten. In der noch hellen Abenddämmerung ist sie nicht sehr auffällig. Das tut ihrer Schönheit aber keinen Abbruch.

Hier ein Foto der Mondsichel vom 24. Juni:

Mond am 24. Juni


 Und noch ein weiteres Bild vom 25. Juni:

Mond am 25. Juni 2020

Man kann gut sehen, wie der Mond von Tag zu Tag zunimmt. Der "Terminator", die Schattengrenze zwishen Nacht und Tag, wandert auf dem Mond immer weiter nach "links", also Richtung Osten. So kommen jeden Abend neue Krater und Mare in den Blick. Die Beobachtung des Mondes und die Bestimmung seiner einzelnen Punkte bleibt also immer spannend.

Am 26. Juni war es leider recht dunstig, so dass um den Mond herum ein heller Hof zu sehen war, der kommt auf dem nachfolgenden Foto zum Glück nicht zu sehr heraus:

Mond am 26. Juni

Am 27. Juni war der Himmel zu bewölkt. Leider gab es hier kein Gewitter und Regen, die Erde hätte das Wasser gut gebrauchen können.

Und hier noch ein Nachtrag: Der Mond am 28. Juni um ca. 22:45 MESZ:

Mond am 28. Juni 2020
Heute Vormittag, vor ca. 12 Stunden, hat der Mond das Erste Viertel erreicht, jetzt ist er schon etwas über 50 Prozent beleuchtet. Heute ist mir im südlichen Bereich besonders ein Krater im südlichen Bereich aufgefallen: der Krater Maginus. Der Kraterboden ist noch weitgehend dunkel. An einer Stelle scheint der Kraterwall jedoch flacher zu sein, und von dort fällt das helle Licht bereits in den Krater hinein. Hier ein weiteres Foto, der Krater Maginus ist rot umrandet.

Krater Maginus
der Krater hat einen Durchmesser von ca. 155 Kilometer. So zerklüftet wie der Kraterrand ist, so alt wird der Krater wohl auch sein. Achten sie auch mal auf die rechte (östliche) Nachbarschaft von Maginus. Haben sich dort die Krater nicht auf eine interessante Weise überlagert? Es handelt sich dabei um verschiedene Wälle der Krater Heraklit und Licetus. Schlagen Sie ruhig einmal die Namensgeber dieser Krater bei Wikipedia nach. So lässt sich vom Mond ausgehend besonders viel lernen!

Sonntag, 21. Juni 2020

Was hat Hubble an Deinem Geburtstag gesehen?

Das Hubble-Observatorium im Weltall feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. Grund genug für die NASA eine wunderschöne Idee umzusetzen. Hubble beobachtet doch ständig und hat so praktisch an jedem Tag des Jahres neue Bilder erzeugt. Eine Auswahl dieser Bilder hat die NASA jetzt zu einem netten Geburtstagskalender zusammen gestellt.

Möchten Sie wissen, was Hubble an ihrem Geburtstag gesehen hat? Dann klicken Sie einfach hier und fügen Monat und Tag ihres Geburtstages ein.

An meinem Geburtstag hat Hubble das Innere des Galaxienhaufens "Abbell 1689" fotografiert. Die Galaxien dort sind 2,2 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt (das ist ca. 1000 Mal so weit wie die Andromeda-Galaxie). Sie sind ein Zentrum der rätselhaften "dunklen Materie":

Zentrum von Abbell 1689
Erkennen Sie die Ringe, bzw. den Ring um dieses Galaxien-Cluster? Dies ist der sogenannten "Einstein-Ring" oder "Gravitationslinsen-Effekt". Das Licht stammt von einer Galaxie genau hinter diesem Cluster, jedoch noch einmal sechs mal soweit entfernt, gut 12,8 Milliarden Lichtjahre entfernt.

Samstag, 20. Juni 2020

22. - 28. Juni 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche können wir nach Sonnenuntergang wieder die langsam zunehmende Mondsichel bewundern. Helle Planeten sind am Abend zunächst nicht zu sehen, Jupiter und Saturn gehen immerhin schon bald nach 23 Uhr im Südosten auf. Mars folgt ab etwa 2.00 Uhr und die Venus als Morgenstern ab etwa 4:00 Uhr, dann schon in der Morgendämmerung. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen. Die Nächte sind ohnehin noch kurz und richtig "astronomisch dunkel" wird es auch nicht, da die Sonne maximal nur knapp 15° Grad unter dem Horizont steht. Dafür strahlt sie natürlich hoch stehende Objekte an, vielleicht bestehen gute Chancen "Nachtleuchtende Wolken" zu beobachten - und natürlich viele Satelliten.

Am Montag, den 22. Juni, geht die Sonne um 5:06 Uhr auf und um 21:48 Uhr unter. Der helle Tag dauert also 16 Stunden und 42 Minuten.

Am Dienstag, den 23. Juni, geht die zu 7 Prozent beleuchtete Mondsichel kurz vor Mitternacht unter. Das Mare Crisium steht nah am Rand, der Mond zeigt also wieder einmal maximale Libration in Länge. In seinem dunklen Teil schimmert auch in den nächsten Tagen noch das Erdlicht.

Am Mittwoch, den 24. Juni, wird bei Jupiter ab 1:02 Uhr Mond Io verfinstert und ab 2:31 Uhr Mond Europa, dann sind nur noch Kallisto und Ganymed zu sehen.

Am Donnerstag, den 25. Juni, wandert um Mitternacht noch der Schatten von Mond Io über Jupiters Planetenscheibe. Am Abend kann dann nach Jupiters Aufgang der Schatten von Europa auf seiner Scheibe mit einem guten Fernrohr entdeckt werden.

Am Freitag, den 26. Juni, wandert ab 0:32 Uhr (bis 3:50 Uhr) der Schatten des größten Jupitermonds Ganymed über die Planetenscheibe, Ganymed selbst wandert ab 2:20 Uhr vor dem Planeten entlang. Bei Saturn steht der hellste Mond Titan heute in westlicher Elongation. Mars (-0.4mag) geht in der Frühe nur in 12' Bogenminuten Abstand am Stern 27 Piscium (5.1mag) vorüber.

Am Samstag, den 27. Juni, geht der zu 35 Prozent beleuchtete Mond gegen 1:14 Uhr unter. Er zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auch auf seinen Südpol sehen können. Mars (-0.4mag) geht in der Frühe nur in 5' Bogenminuten Abstand am Stern 29 Piscium (5.1mag) vorüber.

Am Sonntag, den 28. Juni, erreicht der Mond um 10:16 Uhr das Erste Viertel, dann steht er bei uns jedoch tief unter dem Horizont, er geht bereits um 1:36 Uhr unter. Kleinplanet Iris steht heute in Opposition zur Sonne und wird immerhin 8.9mag hell und kann damit auch in kleinen Fernrohren gesichtet werden.





Freitag, 19. Juni 2020

19. Juni 2020: Venusbedeckung durch den Mond


Die Bedeckung der Venus durch den Mond am Vormittag des 19. Juni konnte ich leider nicht beobachten. Venus und Mondsichel blieben für mich trotz schönem Wetter unsichtbar.

Vielleicht hätte es geklappt, wenn der Himmel wirklich klar gewesen wäre. So aber zogen leider doch immer wieder Schönwetterwolken durch. Vor allem aber behinderten diesige "Wolkenschleier" die freie Sicht ins Weltall.

Hier ein Bild von heute Vormittag:

Schleierwolken am Himmel
Meine Hauswand schirmte zwar gut die helle Sonne ab, so dass ich nicht Gefahr lief, plötzlich gebelndet zu werden. Aber das allein reichte leider nicht.

Auch eine Positiv-Negativ-Umkehrung des Bildes konnte da nicht weiter helfen, oder können Sie irgendwo einen kleinen schwarzen Punkt (Venus) neben einer kleinen schwarzen Mondsichel erkennen?:

Umgekehrtes Bild

Andere hatten mehr Glück. Ein Sternfreund aus Litauen hat sogar über YouTube eine Live-Übertragung des Ereignisses hinbekommen: https://youtu.be/cIirVLyEZ3I

Samstag, 13. Juni 2020

15. - 21. Juni 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir den längsten Tag des Jahres, Sommersonnenwende, Sommeranfang. Am Wochenende ist außerdem Neumond, Wären die Nächte nicht so kurz, wären sie gut geeignet, um lichtschwache Objekte wie die Milchstrasse zu genießen. Von den hellen Planeten beginnt langsam am Morgen wieder eine Sichtbarkeitsphase der Venus, die ab etwa 4:30 Uhr im Osten über der Egge aufgeht. Mars ist ab etwa 2:00 Uhr im Südosten zu sehen. Jupiter und Saturn gehen etwa um Mitternacht auf. Die ISS kann in dieser Woche nicht beinächtlichen Überflügen gesehen werden. Viel passiert in diesen kurzen Nächten nicht am Himmel, aber ein paar Ereignisse sind doch einen Hinweis wert:

Am Montag, den 15. Juni, geht die Sonne um 5:05 Uhr auf und um 21:45 Uhr unter, das ist die früheste Sonnenaufgangszeit am Morgen.

Am Dienstag, den 16. Juni, wandert ab 1:53 Uhr der Schatten von Jupitermond Io über die Planetenscheibe.

Am Mittwoch, den 17. Juni,  sind bei Jupiter zunächst nur die Monde Ganymed und Kallisto zu sehen. Io tritt erst nach 2:00 Uhr hinter dem Planeten hervor.

Am Donnerstag, den 18. Juni, geht die nur noch zu zehn Prozent beleuchtete Mondsichel um 3:35 Uhr auf. Langsam nähert sich der Mond der Venus.

Am Freitag, den 19. Juni,  geht die nur  noch zu 5 Prozent beleuchtete Sichel um 4:00 Uhr auf. Später am Tag bedeckt die schmale Mondsichel um 9:53 Uhr die Venus. Zu dieser Zeit steht die Sonne schon hoch am Himmel. Mit einem guten Fernglas oder Fernrohr kann dieses Ereignis trotzdem gesehen werden. Aber es ist höchste Vorsicht geboten, dass man - auch nicht aus Versehen - plötzlich doch in Richtung Sonne schaut. Die Bedeckung dauert eine knappe Stunde, dann taucht die Venus hinter dem Mond wieder auf.

Am Samstag, den 20. Juni, Sommeranfang, erreicht um 23:44 Uhr die Sonne ihre nördlichste Stellung am Himmel, danach wandert sie langsam wieder in südliche Bereiche, deshalb der Begriff "Sonnenwende". Dieser Moment ist definiert als der astronomische Sommeranfang. Zunächst kaum merklich, aber die Nächte werden ab jetzt wieder länger. Heute und morgen geht die Sonne um 5:06 Uhr auf und um 21:47 Uhr unter.

Am Sonnag, den 21. Juni, erreicht der Mond um 8:42 Uhr seine exakte Neumondposition. Er steht diesmal sogar ganz genau zwischen Erde und Sonne, so dass es zu einer Sonnenfinsterniskommt. Leider ist diese in Deutschland nicht sichtbar. Einzig in Südosteuropa kommt es zu einer partiellen Finsternis. Auf einer schmalen Linie von Afrika, über die arabische Halbinsel, Indien und China ist diese Finsternis als "Ring of Fire" zu sehen. Der Mond ist zu weit von der Erde entfernt, um die Sonne ganznzu verdecken, daher kommt es zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis. Um 1:27 Uhr erreicht die Sonne ihren tiefsten Punkt ihrer Bahn, sie steht dann 14° Grad unter dem Horizont. Dadurch wird es bei uns selbst "tief in der Nacht" in Richtung Norden nicht wirklich dunkel.

Ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern einen wunderschönen Sommer!

Samstag, 6. Juni 2020

8. - 14. Juni 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche nimmt der Mond weiter ab und zieht sich vom Nchthimmel zurück. Von den hellen Planeten sind bald nach Mitternacht Jupiter und Saturn tief im Südosten zu sehen, Mars geht gegen 2:30 Uhr über der Egge auf. Merkur kann mit Glück bei klarer Sicht nach Nordwesten ungefähr eine Dreiviertelstunde nach Sonnenuntergang gefunden werden. Seine Beobachtungszeit verkürzt sich jedoch von Tag zu Tag. Die ISS kann in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen gesehen werden.


Am Montag, den 8. Juni, geht die Sonne um 5:07 Uhr auf und um 21:41 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt bei uns über 16 1/2 Stunden. Um 2:45 Uhr treten nacheinander Ganymed und Io in Jupiters Schatten ein und werden verfinstert, so dass nur noch die Monde Euro und Kallisto zu sehen sind. Gegen 3:30 Uhr erreicht der noch zu 94 Prozent beleuchtete Mond mit nur 13° seine größte Höhe über dem Horizont im Süden.

Am Dienstag, den 9. Juni, geht der Mond um ca. 0:45 Uhr im Südosten auf. Er steht unterhalb vom Planeten Saturn. Der Krater Grimaldi steht nah am Rand, ein Zeichen für maximale Libration des Mondes in Länge.

Am Mittwoch, den 10. Juni, geht der immer noch zu rund 80 Prozent beleuchtete Mond schon deutlich nach Jupiter und Saturn auf. In der Nacht zum Donnerstag zieht Kleinplanet Nummer 7, Iris (9.4mag) nur 0,25' Bogenminuten m Stern HIP 92016 (6,14mag) vorbei.

Am Donnerstag, den 11. Juni, Fronleichnam, geht Merkur mathematisch gesehen um 23:09 Uhr unter. Ob er vorher wohl noch zu sehen war?

Am Freitag, den 12. Juni, nähert sich der Mars (-0.2mag) am Morgen dem Fernglas-Planeten Neptun (7.9mag). Mars steht ca. 2° Grad südwestllich. Aber ob der lichtschwache Planet in der Morgendämmerung und der Nähe zum hellen Mond überhaupt sichtbar wird? Dort endet um 4:02 Uhr eine Sternbedeckung, 69 Aqr taucht dann am dunklen Mondrand wieder auf.

Am Samstag, den 13. Juni, erreicht der Mond exakt um 8:14 Uhr das letzte Viertel. Er geht in der Nacht gegen 2:30 Uhr oberhalb von Mars im Südosten auf.

Am Sonntag, den 14. Juni, geht der Mond erst kurz vor 3:00 Uhr über der Egge auf. Er hat sich schon wieder von Mars entfernt. Heute zeigt er maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Nordpol gucken können. Merkurs Abendsichtbarkeit endet für diese Periode, dafür beginnt heute vielleicht schon wieder die neue Sichtbarkeit von Venus als Morgenstern.

5. Juni 2020: Halbschattenfinsternis hinter Wolken


Am 5. Juni sollte es auf dem Mond eine Halbschattenfinsternis geben. Eine "Halbschattenfinsternis" ist so keine richtige Mondfinsternis, da dieser nicht in den Kernschatten der Erde eintritt, sondern eben nur in den "Halbschatten". Was diese Begriffe bedeuten, macht das folgende Schaubild deutlich:


Die letzte richtige Kernschattenmondfinsternis hatten wir in Deutschland im Juli 2019, die Mondfinsternis ein Jahr zuvor, am 27. Juli 2018, (die längste des Jahrhunderts!) wurde bei schönstem Wetter von vielen Menschen in ganz Deutschland beobachtet.

Bei dieser Finsternis tauchte der Mond jedoch überhaupt nicht in den Kernschatten ein, sondern zog nur durch den Bereich des Halbschattens. Vielleicht kann man sich den Unterschied der beiden Begriffe noch klarer machen, wenn man sich gedanklich auf den Mond begibt. Wie man auf dem Schaubild erkennen kann, steht dann nämlich die Erde genau vor der Sonne. Befindet man sich auf der Mondoberfläche im Kernschatten der Erde, dann erlebt man auf dem Mond sogar eine totale Sonnenfinsternis, die Erde bedeckt vollständig die Sonnenscheibe. Im Halbschattenbereich dagegen zieht die Erde nicht vollständig vor die Sonne, man erlebt auf dem Mond dann nur eine teilweise, eine partielle Sonnenfinsternis.

Da bei einer Halbschattenfinsternis also immer noch ständig Sonnenlicht auf den Mond fällt, kommt es sehr darauf an, wie weit der Mond in den Halbschatten der Erde hineintitt, um diee von der Erde aus wirklich erkenenn zu können. Ist dies wirklich nur ganz wenig am Rand der Fall, kann man sie praktisch gar nicht wahrnehmen. Es gibt eine Daumenregel, die sagt, dass man Halbschattenfinsternisse auch mit bloßem Auge erkennen kann, wenn der Mond zu mindestens 60 Prozent in den Halbschatten eindringt.

Am 5. Juni sollte der Mond zu maximal 59 Prozent in den Halbschatten der Erde eindringen. Eine Beobachtung oder besser "Wahrnehmung" könnte daher möglich sein. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass zum Mondaufgang am Horizont diese Finsternis schon angefangen hatte, und wenn der Mond gerade aufgeht und auch anschließend nur sehr tief über dem Horizont steht, müsste man schon ausgezeichnete Wetterbedingungen haben, um die Finsternis tatsächlich wahrzunehmen.

Hier bei uns war es einfach: Der Himmel war so bewölkt, das der Mond lange Zeit an diesem Abend sowieso nicht zu sehen war:

Irgendwo dahinten sollte jetzt der leicht verfinsterte  Mond aufgehen.
Zum Zeitpunkt des Mondaufgangs bei uns, um 21:25 Uhr sollte gleichzeitig die größte Verfinsterungsphase erreicht sein. Die Sonne würde erst kurz danach untergehen, der Himmel war also noch recht hell. Doch Wolken trübten den Blick Richtung Südosten.

Langsam wurde es dunkel, doch wirklich zu sehen war der Mond lange Zeit nicht:

Mond hinter Wolken, das Licht rechts unten stammt von einer Straßenlaterne.
Erst gegen 23 Uhr konnte ich dieses Foto des strahlenden Vollmonds machen:

Vollmond am 5. Juni 2020 um 23 Uhr
Doch zu dieser Zeit ging die Finsternis gerade zu Ende und es ist natürlich auch nicht mehr der Hauch eines Halbschattens zu erkennen.  Sternfreunde weiter östlich in Deutschland und südlicher, z.B. wie in Österreich, hatten es etwas besser. Dort war zum einen das Wetter günstiger und zum anderen ging dort der Mond auch früher auf, die Sonne eher unter als bei uns. Der Unterschied zwischen Bad Lippspringe und Berlin macht schon mehr als eine Viertelstunde aus, nach Wien hin sind es schon mehr als 45 Minuten! Von dort gibt es Berichte, das man den Halbschatten durchaus als schwache Abschatten auf etwa "5 Uhr" im Mond wahrnehmen konnte.

Bis zur nächsten in Deuschland sichtbaren Mondfinsternis werden wir uns gedulden müssen: erst am 26. Mai 2022 ode am 28. Oktober 2023 wird es wieder so weit sein.


Sonntag, 31. Mai 2020

1. - 7. Juni 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche haben wir Vollmond. Auch wird es in der Nacht nicht mehr richtig astronomisch dunkel, da die Sonne bei uns nur noch maximal 16° Grad unter den Horizont sinkt. Die Nächte sind sommerlich kurz, da ist nicht viel besonderes am nächtlichen Sternenhimmel zu erwarten. Auch die ISS ist in dieser Woche nicht mehr bei nächtlichen Überflügen zu beobachten. Von den Planeten kann jedoch Merkur mit einem Fernglas und vielleicht - bei klarer Sicht - auch mit dem bloßen Auge ab ca. 45 Minuten nach Sonnenuntergang tief im Nordwesten gefunden werden, er geht ca. gegen 23:15 Uhr unter. Später in der Nacht sind dann noch die Planeten Jupiter (ab 0:45 Uhr), Saturn (ab ca. 1:00 Uhr) un Mars (ab ca. 3:00 Uhr) ebenfalls tief im Südosten zu sehen.

Am Pfingstmontag, den 1. Juni, geht die Sonne um 5:11 Uhr auf und um 21:34 Uhr unter, es bleibt also deutlich über 16 Stunden lang hell bei uns. Der zu 72 Prozent beleuchtete Mond geht heute in der Frühe um 3:32 Uhr unter. Am Abend wird um 22:39 Uhr ein 7.5mag schwaches Sternchen (SAO 139229) vom Mond bedckt.

Am Dienstag, den 2. Juni, wird gegen 22:30 Uhr am südlichen Mondrand ganz knapp und nur für kurze Zeit der Stern 95 Virginis (5.5mag) vom Mond bedeckt.

Am Mittwoch, den 3. Juni, erreicht der Mond auf seiner aktuellen Umkreisung den erdnächsten Punkt seiner Umlufbahn, vielleicht sprechen die Trivialmedien am Freitag deshalb ja wieder einmal vom "Supermond".

Am Donnerstag, den 4. Juni, steht der Mond am Abend ca. 10° Grd nordwestlich von Antares im Sternbild Skorpion. Antares leuchtet ähnlich rötlich wie der Mars und wird manchmal mit ihm verwechselt. Merkur erreicht heute seinen größten östlichen Abstand (Elongation) von der Sonne mit knapp 24° Grad.

Am Freitag, den 5. Juni, ist exakt um 21:12 Uhr Vollmond. Dabei kommt es heute zu einer sogenannten "Halbschattenfinsternis". Dabei zieht der Mond recht nahe am Kernschatten der Erde vorbei, aber leider nicht dicht genug, so dass es nicht zu eine richtigen Mondfinsternis kommt. So kann man wohl nur vielleicht eine leichte Verschattung (von Verdunkelung möchte ich lieber nicht sprechen) des Mondes an seinem südlichen Rand erkennen.

Am Samstag, den 6. Juni, geht der zu 99 Prozent beleuchtete Mond um 22:40 Uhr auf.

Am Sonntag, den 7. Juni, geht der immer noch zu 95 Prozent beleuchtete Mond erst kurz vor Mitternacht auf. Er zieht seine Bahn nur knapp über den südlichen Horizont, seine maximale Höhe beträgt 13.3° Grad. Das Wochenende eignet sich daher gut, um ein paar spannende Bilder mit dem Mond zu machen.

Samstag, 30. Mai 2020

29. Mai: M3 - Ein Kugelsternhaufen


Es gibt im Weltall schon wirklich verrückte Sachen zu entdecken. Haben Sie schon einmal einen "Kugelsternhaufen" gesehen?

Wenn Sie mal bei mir vorbeikommen oder auf einer Volkssternwarte zu Gast sind, sollten Sie sich so etwas unbedingt zeigen lassen.

Was ein Stern ist, kann man sich ja noch ganz gut vorstellen. Unsere Sonne ist ja ein Beispiel dafür. Auch unter einem Doppelstern kann man sich noch gut etwas vorstellen, das sind einfach zwei Sterne, die über die Schwerkraft miteinander verbunden sind und sich - wie zwei Tänzer - gegenseitig umkreisen.

Bei Dreifach- oder Vierfach-Sternsystemen wird es dann mit der Vorstellungskraft schon etwas schwieriger. Bei Kugelsternhaufen hilft einmal das Nachschlagen bei Wikipedia: Ein Kugelsternhaufen (kurz auch Kugelhaufen) ist eine enge Ansammlung sehr vieler gravitativ aneinander gebundener Sterne, in der die Sternendichte eine kugelsymmetrische Verteilung zeigt, indem sie vom Zentrum, wo die Sterne sehr dicht zusammenstehen, zum Rand in alle Richtungen gleichermaßen abnimmt. Typische Kugelsternhaufen enthalten mehrere hunderttausend Sterne.

Mehrere hunderttausend Sterne auf einmal? Das ist nun wirklich kaum vorstellbar. Man ist geneigt, bei solch großen Sternenzahlen gleich an ferne Galaxien zu denken, doch das ist diesmal nicht der Fall. In unserer Galaxie (der "Milchstraße") sind ca. 150 Kugelsternhaufen bekannt, andere Galaxien wie der Andromedanebel haben deutlich mehr. Untersucht man die Sterne in den Kugelhaufen mit Hilfe der Spektralanalyse stellt man fest, dass diese Sterne sehr arm an Metallen sind. Daraus wiederum kann man schließen, das sie zu den ältesten Objekten in den Galaxien gehören. Merkwürdig ist aber auch der Ort, wo man sie findet. Nicht mittendrin in der Galaxie, sondern sie scheinen die Galaxie wie ein Halo zu umschließen. Ihre Entstehung gibt uns auch heute noch etliche Rätsel auf. Ein guter Grund, Astronomie zu studieren.

Den hellsten Kugelsternhaufen kann man sogar so gerade eben mit dem bloßen Auge im Sternbild Herkules entdecken. Im Fernrohr sieht man zunächst einen scheinbar diffusen, nicht wirklich scharf gestellten Stern. Mit Hilfe größerer Vergrößerung kann man dann bei vielen Kugelsternhaufen jedoch tatsächlich auch in Amateurfernrohren diese zumindest am Rand in einzelne Sterne auflösen.

Hier ein Bild von meinem Beobachtungsobjekt vom 29. Mai: Der Kugelsternhaufen M3 im Sternbild Jagdhunde:

Kugelsternhaufen M3
Dieser Kugelsternhaufen ist von uns 34 000 Lichtjahre entfernt. Er enthält etwa eine halbe Million Sterne. Er wurde am 3. Mai 1746 vom Franzosen Charles Messier entdeckt und erhielt in seinem Katalog die dritte Eintragsnummer, daher auch heute noch die Bezeichnung "Messier 3" oder kurz "M3".

29. Mai 2020: Der Mond am Abend


Am Freitagabend vor Pfingsten war der Himmel wunderschön klar und der Mond forderte mich geradezu auf, zu einem Spaziergang vorbei zu kommen.

Hier ein Foto:

Mond am 29. Mai 2020

Ich war tatsächlich stundenlang damit beschäftigt, verschiedene Ecken, Krater, Mare, Berge, Täler zu erkunden. Vielleicht schaffe ich es später, auch noch mehr über das eine oder andere Detail zu schreiben.

Auch die netten Nachbarn kamen vorbei und haben ein Blick durchs Teleskop geworfen und waren begeistert.

Außerdem habe ich am Abend und in der Nacht auch noch viele andere Objekte beobachtet, den Merkur, Kugelsternhaufen wie M3 und andere Objekte.

Für mich wurde so ein hoffentlich wunderschönes Pfingstwochenende "eingeläutet".

Donnerstag, 28. Mai 2020

28. Mai 2020: Ein Blick zum Mond


Heute Abend konnte man wieder sehr gut auf dem Mond spazieren gehen.

Er ist heute zu gut einem Drittel (genauer zu 36 Prozent) beleuchtet. Noch zeigt er eine schöne Sichelgesatlt und im dunklen Teil ist auch noch das Schimemrn des Erdlichts zu sehen.

Mond am 28. Mai 2020
Hier ein mit stärkerer Vergrößerung aufgenommenes Bild, in etwa aus der Mitte des Mondes aufgenommen. Eingezeichnet habe ich den Landeplatz der Apollo 11 Astronauten aus dem Jahr 1969. Dort oben sind tatsächlich einmal Menschen auf dem Mond umher gegangen. Solche Details kann man von der Erde aus jedoch nicht wahrnehmen. Mein Teleskop zeigt links neben der Landestelle zwei etwa gleich große runde Krater. Diese heißen Sabine und Ritter und sind nach einem irischen und einem deutschen Astronomen benannt. Die Durchmesser dieser Krater betragen 30 Kilometer. Die kleineren Krater neben den beiden haben immer noch Durchmesser zwischen 7 und 14 Kilometern:

Landeplatz Apollo 11 auf dem Mond
Gar nicht so weit entfernt vom Landeplatz von Apollo 11 ist auch Apollo 16 gelandet, im Cayley Hochland nördlich des Kraters Descartes. Auch diese Gegend konnte man heute gut erkunden:

Landeplatz Apollo 16
Dieser Platz liegt etwas südlicher. Eine schöne Übersicht zu allen Mondlandungen gibt es übrigens auf der Webseite von Baader Planetarium. Dort findet man Bilder, die mit wesentlich besseren Teleskopen als meins aufgenommen wurden und die daher auch eine Menge mehr Details zeigen. Die jeweiligen Gegenden der Mondlandungen werden dort gut erklärt und es wird auf viele Besonderheiten der jeweiligen Gebiete hingewiesen.


Mittwoch, 27. Mai 2020

27. Mai 2020: Die ISS vor dem Mond und keine Starterlaubnis für die Dragon Crew


Ich habe heute Riesenglück gehabt. Lange war der Himmel bewölkt, nicht einmal der Mond kam durch. Doch genau zu dem Moment, als die ISS vor dem Mond vorbei fliegen sollte, waren die Wolken zumindest nicht mehr so dicht vor dem Mond, das man ihn sehen konnte. Und auch die ISS war auf ihrem schnellen Überflug zeitweilig zu sehen.

Hier zunächst ein Übersichtsbild, unbearbeitet:


Mond und Wolken am 27. Mai kurz nach 22 Uhr.

Der Himmel war noch weitgehend bedeckt. Nicht nur durch dunkle Regenwolken (zum Glück blieb es trocken), sondern auch viele Schleierwolken, die einen freien Blick auf den eigentlich bläulichen Dämmerungshimmel verwehrten.

Ich habe mit zwei Kameras gearbeitet. Mit der einen (Bild oben) habe ich versucht Weitwinkelaufnahmen vom Überflug der ISS zu machen. Diese Aufnahmen habe ich immer acht Sekunden lang belichtet. Damit sie icht überbelichtet werden, konnte ich natürlich nur eine geringe ISO-Empfindlichkeit einstellen, ISO100, zusätzlich habe ich auf f/9.5 abgeblendet. Mein Ziel war es, in mehreren Strichspuren den Flug der ISS vor dem Mond entlang und über einen größen Himmelsabschnitt zu dokumentieren.

Das war jedoch bei dieser Bewölkung leider eine falsche Strategie. Auf den ersten Blick waren auf den Bildern nämlich überhaupt keine Strichspuren der ISS festzustellen. Erst nachdem ich in Adobe Lightroom für die Bilder Regler wie "Struktur" und "Kontrast" voll aufgedreht hatte, konnte ich eine kleine, dünne Strichspur feststellen. Hier mal zwei Bildausschnitte dazu:

Mond mit ISS-Strichspur
Können Sie die dünne Strichspur erkennen, welche die ISS gezogen hat? Am ehesten noch auf der linken Seite des Mondes. Mit gutem Willen kann man diese sogar nach unten bis über die rechte, helle Seite des Mondes hinaus verlängern. Also eigentlich genau getroffen, aber letztenendes doch sehr, sehr unauffällig. Nicht das, was ich erhofft hatte.

Auch auf dem nächsten Foto, da befindet sich die Strichspur schon etwas oberhalb des Mondes, macht die ISSleider keinen schönen Eindruck:

Mond mit ISS-Strichspur
Immerhin kann man hier die ISS schon etwas besser erkennen, sie wird nicht zusehr vom Mond überstrahlt. Die kleinen hellen Punkte, zum Beispiel direkt über dem Mond, sind übrigens Sterne aus dem Sternbild Krebs. Der Mond befand sich ja genau über dem Sternhaufen Praesepe. Von diesen Sternen war jedoch durch den bewölkten Himmel auch im kleinen Teleskop nichts zu erkennen.

Doch ich hatte ja auch noch eine zweite Kamera dabei, die hatte ich an meinem Spektiv angeschlossen, um den Transit der ISS vor dem Mond zu filmen. Und weil diese natürlich eine größere Brennweite als die Weitwinkelkamera hatte, war der Mond natürlich viel besser und größer zu sehen. Und würde ich auch die ISS zu fassen bekommen? Schauen Sie selbst:




Nach ca. 15 Sekunden, kurz vor Ende des Filmchens, erscheint die ISS und fliegt von unten nach oben am Mond vorbei. Hier ist sie jetzt hell und deutlich zu erkennen. Leider ist dieser Film mit den klassischen 30 Bildern pro Sekunde gedreht worden. Das ist natürlich viel zu lange belichtet, um Details der ISS erkennen zu lassne. Dafür hätte man dann schon nur 1/1000 Sekunde oder noch kürzer belichten müssen.

Aber auch so ein schöner Anblick! Ich war glücklich, das überhaupt sehen zu können, denn kurz danach war der Mond schon wieder hinter Wolken verschwunden. Und da hat es mich dann auch nicht gestört, dass der Flug der Dragon Crew wegen schlechten Wetters abgesagt wurde. Die hätte ich hier mit unserem Wetter wahrscheinlich sowieso nicht sehen können.

Dienstag, 26. Mai 2020

25. Mai: Merkur, Venus, schmale Mondsichel und ISS


Am Montag, den 25. Mai konnten noch einmal Merkur und Venus am Abendhimmel gefunden werden. Sie sind inzwischen noch weiter auseinandergerückt als an den Tagen zuvor. Merkur war jetzt auch gut mit dem bloßen Auge zu sehen. Auch der Mond steht nun wieder deutlich sichtbar am Abendhimmel

Leider fand ich in meinen Garten keine Stelle, von der aus ich alle drei gut auf einem Foto unterbringen konnte. So musste ich mich mit diesem Blick auf  Venus, Merkur und Mond gleichzeitig begnügen:

Mond (versteckt hinter dem Baum) , Merkur und Venus am 25. Mai
Der Mond versteckt sich links oben hinter dem Baum, seine helle Sichel ist aber trotzdem durch die Blätter hindurch zu sehen.  Die Venus ist ganz rechts unten direkt über dem Hausdach zu erkennen. Merkur ist am schwierigsten zu finden. Er steht links neben den beiden Tannen, etwa auf Höhe deren Spitzen und ungefähr senkrecht über dem Schornstein des benachbarten Hauses.

Die Venus ist noch schmaler geworden als gestern. So tief am Himmel ist jedoch kein klares Bild mehr von ihr zu bekommen, da auf dem Weg zur Kamera das Licht in alle möglichen Regenbogenfarben gebrochen wird.

Venus am 25. Mai

Venus, länger belichtet
Die bunte Farben verschwinden erst, wenn man die Venus länger belichtet. So überbelichtet wird sie auf dem Foto jedoch viel dicker dargestellt, als sie in Wirklichkeit noch zu sehen ist.

Einfacher zu fotografieren ist da schon der Mond. Hier zunächst ein ebenfalls überbelichtetes Bild, dies macht jedoch auch seinen dunklen Teil sichtbar, in dem noch die Mondnacht herrscht. Diese ist nicht ganz schwarz, weil in diesem Teil das Erdlicht schimmert. Menschen dort auf dem Mond würden an ihrem Nachthimmel unseren blauen Planeten leuchten sehen. Die Erde erscheint dort etwa viermal größer als uns hier der Mond erscheint.

Mond mit Erdlicht am 25. Mai 2020
Leider ist auf dem Foto ein leicht bläulich schimmernder Reflex zu sehen, weil diese Aufnahme eben überbelichtet wurde.

Hier noch zwei Mondbilder, die so belichtet wurden, dass auf ihnen verschiedene Krater zu sehen sind:

Mond-HDR am 25. Mai

Mond-Panorama am 25. Mai 2020
Beim oberen Bild wurden drei unterschiedlich belcihtete Bilder zu einem HDR zusammengefügt. Das untere Bild zeigt eine Panoramaaufnahme, die aus zwei zusammengesetzen Fotos bei stärkerer Vergrößerung aufgenommen. Beide Bilder sind jedoch nicht "knackig" scharf. Dies würde erst gelingen, wenn man statt Einzelbildern kurze Filmsequenzen aufgenommen hätte und daraus dann viele Einzelbilder zusammen gestackt hätte. Auf Einzelbildern macht sich natürlich auch die Luftunruge schnell bemerkbar.

Außerdem gab es auch noch einen Überflug der ISS zu sehen. Hier ein Bild, wie sie hinter meinem Haus in Richtung Osten sich schon wieder weit von Bad Lippspringe entfernt:

ISS über Bad Lippspringe
Das Bild wurde 20 Sekunden lang belichtet, daher zeichnet die ISS diese lange Leuchtspur auf dem Foto. In Wirklichkeit flog da natürlich nur ein sehr heller Punkt über den Himmel.

Sonntag, 24. Mai 2020

Merkur und Venus am Abendhimmel

Hier einmal eine kleine Übersicht meiner Beobachtungen von Merkur und Venus in den letzten Tagen im Mai. Um insbesondere den lichtschwachen Merkur besser auffindbar zu machen, habe ich diesmal die beiden Planeten in meinen Bildern immer gekennzeichnet. Die genannten Untergangszeiten der Planeten beziehen sich immer auf den mathematischen Horizont. Dieser liegt etwas tiefer als die Hausdächer oder Bäume in meiner Nachbarschaft.

Am 18. Mai war für mich Merkur das erste Mal zu sehen:

Merkur und Venus am 18. Mai um 22:12 Uhr


Merkur war erst in der späteren Dämmerung, kurz vor seinem Untergang zu erkennen. Die Venus stand noch weit über ihm. Sie ging an diesem Tag erst um 23:35 Uhr unter, Merkur schon um 22:46 Uhr.

Dann folgte am 20. Mai wieder ein Foto:

Venus und Merkur am 20. Mai um 22:27 Uhr


Die Aufnahme entstand nur eine Viertelstunde später als zwei Tage zuvor. Der Abstand der beiden Planeten zueinander ist schon deutlich geringer geworden. Merkur hat etwa die gleiche Höhe über dem Horizont, aber die Venus steht schon deutlich tiefer, ihre Untergangszeit liegt bei 23:22 Uhr, die von Merkur bei 22:58 Uhr.


Hier ein Bild vom 21. Mai:


Merkur und Venus am 21. Mai um 21:54 Uhr
Der Abstand der beiden Planeten ist noch einmal kleiner geworden. Venus wird 23:15 Uhr untergehen, Merkur um 23:03 Uhr.


Am 22. Mai sollte dann die engste Begegnung von Merkur und Venus stattfinden, doch leider war der  Himmel am Abend bedeckt:

Bewölkter Abendhimmel am 22. Mai
Auch ein bewölkter Himmel kann spannend aussehen. Doch das wollte ich an diesem Abend natürlich gar nicht sehen. Beide Planeten wären heute um 23:08 Uhr untergegangen, sie hätten heute nur in einem Grad Abstand nebeneinander gestanden (das sind zwei Vollmondbreiten).

Würde es am 23. Mai besser sein? Auch hier war abends der Himmel zunächst stark bewölkt. Um 22 Uhr schauerte es sogar. Doch dann wurde es am Horizont noch einmal etwas heller. Und - Hurra! - noch während es aus den Wolken über mir regnete, konnte ich doch schon die Venus erkennen. Und kurz danach war es auch möglich, noch ein paar schnelle Fotos zu schießen:

Merkur und Venus am 23. Mai um 22:27 Uhr

Merkur ist jetzt schon deutlich an der Venus vorbei gezogen. Der Abstand beträgt heute schon wieder gut drei Grad. Jetzt geht die Venus vor Merkur unter, um 23:01 uhr, während Merkur noch bis 23:13 Uhr über dem mathematischen Horizont steht. Diese Tendenz setzt sich in den nächsten Tagen fort, dDie Untergänge der Venus finden immer früher statt. War sie im April noch bis nach Mitternacht am Himmel, so geht sie jetzt vor 23:00 Uhr unter, jeden Tag rund acht Minuten früher. Zwische Einbruch der Dunkelheit und ihrem Untergang liegt also eine immer kürzer werdende Zeitspanne, bis sie bald gar nicht mehr am Abendhimmel zu sehen sein wird. Merkur dagegen wird in den nächsten Tagen jeden Abend noch etwas höher am Himmel zu finden sein.

Hier noch ein Foto, dass den Planeten Merkur kurz vor seinem tatsächlichen Untergang von meinem Beobachtungsstandort zeigt.

Merkuruntergang um 22:51 Uhr
Zum Zeitpunkt des Fotos befand sich der Planet tatsächlich noch zweieinhalb Grad über dem mathematischen Horizont.

Da fällt mir gerade ein, ich habe in der letzten Zeit noch gar kein größeres Bild der Venus gezeigt. Diese zeigte sich zuletzt sogar schon im kleinen Fernglas  als wunderschöne Sichelgestalt. Ihre Sichel ist in den letzten Tagen immer schmaler geworden:

Sichelgestalt der Venus am 21. Mai

 "Das sieht doch aus wie der Mond!" werden sie wahrscheinlich denken. Wieso zeigt die Venus denn  eine solche Phase?

Das ist zum Glück einfach zu erklären. Als Galileo Galilei mit seinem Fernrohr diese Phasen der Venus entdeckte, war dies für ihn ein weiterer Beweis, das nicht die Sonne und die Planeten die ruhende Erde umkreisen, wie es vor Jahrhunderten Aristoteles und Ptolomäus behauptet hatten, sondern dass alle Planeten die Sonne umlaufen.

Hier einmal "von oben betrachtet" die Positionen der sogenannten "inneren" Planeten unseres Sonnensystems ((c)heavens-above.com):

18. Mai 2020

23. Mai 2020

In dieser Darstellung ist die Sonne der helle gelbe Punkt in der Mitte der Bilder, Planet Merkur ist grün gezeichnet, die Venus in weiß und die Erde in blau. Mars ist der rote Planet. Wenn man die beiden Bilder genau vergleicht (am besten in der größeren Darstellung, dafür auf das Bild klicken), kann man erkennen, das sich die Planeten auf ihrer Bahn um die Sonne vom 18. zum 23. Mai ein wenig gegen den Uhrzeigersinn bewegt haben. Dies fällt am besten beim schnellsten Planeten, dem Götterboten Merkur auf.

Die Venus steht schon fast genau zwischen der Erde und der Sonne. Da sie uns gerade besonders nah ist, erscheint sie uns auch besonders groß. Wir blicken jedoch (ähnlich wie bei einer schmalen Mondsichel) zur Zeit mehr auf ihre von der Sonne nicht beleuchtete Rückseite, daher die ausgeprägte Phasengestalt. Schon am dritte Juni wird die Venus genau zwischen Erde und Sonne stehen, die Astronomen nennen das dann "untere Konjunktion". Dann haben wir praktisch "Neu-Venus". An diesem Tag wechselt dann übrigens die Venus auch vom "Abendstern" zum "Morgenstern". Zur Zeit steht sie - von der Erde aus gesehen - noch links von der Sonne, also weiter östlich. Sie folgt am Himmel der Sonne nach, geht also später als die Sonne unter und ist dadurch Abendstern. Nach dem 3. Juni wird sie, von der Erde aus gesehen, rechts von der Sonne stehen. Sie wird also vor der Sonne aufgehen, wird also Morgenstern. Doch bis wir das gut beobachten können werden noch ein paar Tage vergehen, etwa ab Mitte Juni wird das möglich sein. Zunächst zeigt die Venus dann wieder eine wunderschöne große Sichelgestalt. Später im Jahr wandert sie dann immer weiter neben bzw. sogar hinter die Sonne. Sie wird dann kleiner und dabei immer runder. Bis zu Beginn des nächsten Jahres wird sie uns als Morgenstern erfreuen.

Merkur steht zur Zeit von der Erde aus gesehen noch eher hinter der Sonne, also von der Erde recht weit entfernt. Im Fernrohr zeigt er sich daher nur als unscheinbarer kleiner runder Punkt. Er rückt jedoch auch in den kommenden Tagen immer weiter nach vorne und wird ebenfalls eine Sichel entwickeln. Da er jedoch kleiner ist als die Venus und der Erde auch lange nicht so nahe kommt wie diese, wird diese Entwicklung längst nicht so spektakulär und ist auch viel schwieriger zu beobachten. Seine nächste untere Konjunktion erreicht er übrigens am 1. Juli 2020.

25. - 31. Mai 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche steht Abends auch wieder der zunehmende Mond am Himmel. Die Venus verabschiedet sich als Abendstern und ist von Tag zu Tag schwerer und kürzer zu sehen. Der deutlich lichtschwächere Merkur hat in dieser Woche seine vielleicht beste Sichtbarkeitsperiode des Jahres. Er ist etwa 45 Minuten nach Sonnenuntergang im Westnordwesten zu sehen, er geht erst nach 23 Uhr unter. Die anderen Planeten sind am Morgenhimmel zu sehen: Jupiter geht circa um 1:00 Uhr im Südosten auf, Saturn folgt eine Viertelstunde später. Mars folgt zwei Stunden später gegen 3:00 Uhr. Die ISS kann bei abendlichen Überflügen gesichtet werden.

Am Montag, den 25. Mai,  geht die Sonne um 5:18 Uhr auf und um 21:26 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt länger als 16 Stunden. Die noch schmale Mondsichel ist zu zehn Prozent beleuchtet und geht erst kurz nach Mitternacht unter. Im dunklen Teil des Mondes kann man das Erdlicht schimmrn sehen. Um 21:58 Uhr kommt es zu zwei Strnbedeckungen (fast) gleichzeitig. Ein 6.5mag heller Stern wird etwa in der Mitte des dunklen Teil des Mondes bedeckt, ein 7.2mag schwach leuchtendes Sternchen streift am oberen Rand des Mondes vorbei. Die ISS fliegt zwischen 22:20 Uhr und 22:28 Uhr in maximal 84° Grad Höhe sehr hoch über unseren Abendhimmel hinweg. Kurz vor Mitternacht taucht sie nocheinmal im Südwesten auf, erreicht jedoch nur noch eine Höhe von 34° Grad über den Horizont und verschwindet dann um 0:00 Uhr ziemlich genau im Süden im Erdschatten.

Am Dienstag, den 26. Mai, ist der Mond am Abend schon zu circa 17 Prozent beleuchtet, er steht heute unter, bzw. neben den Hauptsternen des Sternbild Zwillinge, Castor und Pollux. Außerdem zeigt er maximale Libration in Länge, wobei diesmal das Mare Crisium nahe am Rand steht. Die ISS fliegt zwischen 23:09 Uhr und 23:14 Uhr in maximal 47° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Mittwoch, den 27. Mai,  steht der Mond am Abend ca. ein Grad oberhalb des Sternhaufens Praesepe, den er jedoch weitgehend überstrahlen wird. Im Fernglas aber vielleicht trotzdem ein schöner Anblick. Die ISS fliegt zwischen 22:20 Uhr und 22:28 Uhr in maximal 61° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Um 22:23 Uhr und 33 Sekunden fliegt die ISS genau vor dem Mond entlang. Genau zehn Minuten später soll dann auf dem Kenndy Space Center in Florida zum ersten Mal nach vielen Jahren auch wieder ein Raumschiff mit Astronauten an Bord zur ISS starten. (In den letzten Jahten mussten alle Flüge von Baikonur/Russland aus erfolgen). Dieses Raumschiff, die "Crew Dragon" wird nur 22 Minuten nach dem Start von etwa 22:54 Uhr bis 22:57 Uhr auch über unseren Abendhimmel fliegen. Die maximale Höhe von 30° Grad wird im Südsüdwesten erreicht. Der Start soll übrigens im Internet unter https://spacelivecast.de/ live übertragen werden.

Am Donnerstag, den 28. Mai, ist der Mond am Abend zu 36 Prozent beleuchtet. Er nähert sich jetzt Regulus, dem Hauptstern des Löwen. Zwischen 23:11 Uhr und 23:15 Uhr fliegt die ISS in maximal 26° Grad Höhe über den Abendhimmel.

Am Freitag, den 29. Mai,  fliegt die ISS zwischen 22:21 Uhr und 22:29 Uhr in maximal 35° Grad Höhe über den Abendhimmel. Kleinplanet Iris (9,7mag) steht am Abend sehr dicht beim Stern 33 Sgr (5,7mag), um 1:00 Uhr am Samstag beträgt der Abstand nur 6 Bogenminuten.

Am Samstag, den 30. Mai,  erreicht der Mond bereits um 5:30 Uhr das Erste Viertel, da steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. Am Abend ist er dann zu 58 Prozent beleuchtet. Um 22 Uhr kommt es zu einer Bedeckung eines Sterns von 6.8mag. Ein gutes Fenglas wird zur Beobachtung nötig sein. Die ISS ist zwischen 23:09 Uhr und 23:15 Uhr in nur noch 13° Grad Höhe tief über dem Südwesthorizont zu sehen.

Am Sonntag, den 31. Mai, Pfingstsonntag, zeigt der Mond maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Südpol sehen können. Die ISS fliegt zwischen 22:23 Uhr und 22:29 Uhr in nur 19° Grad Höhe flach über den Dämmerungshimmel.

Mittwoch, 20. Mai 2020

20. Mai 2020: Noch einmal Merkur und Venus


Nachdem es die meiste Zeit des Tages bewölkt war, klarte es zum Abend hin wieder auf. Schnell habe ich wieder meine Kamera gezückt und Merkur und Venus fotografiert. Diesmal gut fünfzehn Minuten später als vor zwei Tagen:

Merkur und Venus am 20.5.2020 um 22:27 Uhr. Venus ist der heller Stern in der Bildmitte, Merkur steht rechts davon nur knapp über dem Horizont.
Im Vergleich der beiden Fotos von heute und vorgestern kann man deutlich erkenenn, dass beide Planeten zunächt weiter nach rechts (also nördlicher) stehen als noch vor zwei Tagen. Und vor allem steht die Venus nicht mehr so hoch. Sie eilt offensichtlich der bereits untergegangenen Sonne schnell hinterher. Sie nähert sich der Sonne immer weiter an, am 3. Juni wird sie die Sonne erreicht haben und dann natürlich nicht mehr sichtbar sein. Sie steht dann in "unterer Konjunktion", das heisst genau zwischen Erde und Sonne. Wir sehen (theoretisch) nur noch auf die unbeleuchtete Rückseite der Venus. In den letzten Tagen ist ihre Sichel ja auch immer schmaler und schmaler geworden.

Aber auch der Abstand zwischen Merkur und der Venus hat sich deutlich verkleinert. Hoffentlich haben wir in den nächsten Tagen auch wieder am Abend klaren Himmel. Der Abstand zwischen den beiden Planeten wird sich morgen Abend schon halbiert haben und am Freitagabend wird Merkur schon links neben der Venus stehen. Während die Venus sich der Position der Sonne am Himmel nähert ist es bei Merkur im Moment genau umgekehrt. Er entfernt sich immer weiter von der Sonne und wird am 4. Juni seinen größten Abstand von der Sonne erreicht haben. Merkur strebt anschließend auf seine "obere Konjunktion" zu. Das heißt, er entfernt sich immer weiter von der Erde und wird, von uns aus gesehen, hinter der Sonne vorbei ziehen. Das bedeutet, wir sehen einen immer voller werdenden Planeten, der jedoch durch die zunehmende Entfernung auch immer kleiner und dadurch lichtschwächer wird.

Genießen wir also jetzt diese Tage, wo noch beide Planeten gut am Abendhimmel sichtbar sind!

Das Planetarium Bochum hat übrigens zu diesem netten Zusammentreffen am Himmel bei YouTube ein kleines Video zur Verfügung gestellt. 

Montag, 18. Mai 2020

18. Mai: Venus und Merkur am Abend


Heute Abend klarte es zum Abend hin wieder deutlich auf, die Schleier- und Cirruswolken verzogen sich und der Blick zum Abendhimmel wurde klarer.

Die Venus war schnell und deutlich zu erkennen. Aber würde ich auch Glück haben und den Merkur finden??

Mit dem bloßen Auge war er nicht zu erkennen, aber mit dem Fernglas dann doch eine "leichte Beute". Auch mit der Kamera konnte ich den Planeten aufspüren. Er war so ab kurz vor 22 Uhr gut auszumachen. hier ein Foto, das beide Planeten zeigt:

Venus und Merkur am 18. Mai in der Abenddämmerung um 22:12 Uhr MESZ
Können Sie den Merkur finden? Er steht ziemlich in der Mitte des Bildes, aber nur ganz knapp über dem Horizont, ein ganz schwach rötlich leuchtendes Pünktchen. Sicherlich besser zu sehen, wenn Sie auf das Bild klicken, um es anschließend in der Großansicht zu betrachten.

Die Aufnahme entstand mit einer Canon 5D Mark II kamera mit 50mm Objektiv bei f/1.8, 1/15 Sekunde und ISO200-.

Öffentliche Internet-Vorträge zur Astronomie und Weltraumfahrt


*** Dieser Blogartikel wird immer mal wieder erweitert - zulettzt am 21. Mai 2020 ***

Das Schöne an der Astronomie ist ja, dass man dieses Hobby sehr selbstbestimmt ausüben kann. Man kann mit ganz wenig Aufwand Beobachtungen machen, die einen selbst schnell staunen lassen und die zu einer großen Zufriedenheit führen können. Wer will und entsprechend Mittel zur Verfügung hat, kann aber natürlich auch ganz viel in sein Hobby investieren.

Die meisten Hobbyastronomen haben jedoch nicht das große Geld und so schließt man sich gerne in Vereinen zusammen, um so gemeinsam und solidarisch sich größere Geräte leisten zu können. Doch ehrlich gesagt, die meisten Hobbyastronomen, die ich so kenne, das sind eher Eigenbrödler oder Nerds, wie sie heute oft genannt werden. Wir leiden nicht so sehr unter der Coronakrise, denn die hindert uns (solange es keine echte Ausgangssperre gibt und man nicht im Haus bleiben muss) ja kaum am Beobachten des Sternenhimmels im Garten, auf dem Balkon oder einsam draußen im freien Feld.

So sind die meisten Sternwarten, die von Hobbyastronomen betrieben werden, jetzt in der Corona-Krise einfach geschlossen worden. Schade, denn eine Öffentlichkeitsarbeit findet nicht mehr statt. Das bedeutet für die Vereine natürlich auch finanzielle Verluste, aber wenn ohnehin die gesamte Arbeit ehrenamtlich geleistet wird, hört man darüber auch nur selten jemanden jammern. Und das Hobby kann durch die eigenen Beobachtungen ja (fast) genauso weiter betrieben werden wie vorher.

So ist auch die Volkssternwarte Paderborn bis auf weiteres erstmal geschlossen. Das ist traurig, aber alternative Angebote aufzubauen ist auch nicht einfach, man muss es können und Zeit dafür haben.

Und so freut es mich, wenn ich hier heute mal auf alternative Angebote von anderer Volkssternwarten hinweisen kann.

Da gibt es zum Beispiel seit dieser Woche einen schönen kleinen Vortrag von meinem Sternfreund Bernd Gährken, der jetzt in Süddeutschland lebt und arbeitet und der für die Volkssternwarte München einen hervorragenden Beitrag über die Beobachtung der Venus durch Amateurastronomen online gestellt hat:



Behalten Sie  die YouTube-Seite der Volkssternwarte München auch weiterhin im Auge. Am 22. Mai und am 29. Mai sollen von dort weitere Vorträge von renommierten Wissenschaftlern live gestreamt werden. Diese Vorträge werden sich sicherlich ebenfalls lohnen.

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Wer Vorträge von Profis sehen will, kann zur Zeit jeden Dienstag und Donnerstag um 19 Uhr beim YouTube-Kanal des  "Haus der Astronomie" in Heidelberg tolle Live-Beiträge finden! Während der Live-Übertragung kann man im Chat auch Fragen stellen, die dann natürlich auch beantwortet werden. Die beiträge sind auch zu erreichen über diesen Link: http://www.haus-der-astronomie.de/faszi-astro-online

Am Dienstag, den 19. Mai gab es dort auch mal einen Beitrag eines Hobbyastronomen, von Andreas Eberle von der Sternwarte Stuttgart, zum Thema "Sternbedeckungen":





*** Ergänzung vom 21. Mai 2020:

Mehr Möglichkeiten als wir Amateure haben natürlich die Profis. Viele Institutionen, insbesondere die Planetarien, haben in der Corona-Zeit tolle Videos inline gestellt.

Mir gefällt zum Beispiel besonders derYouTube-Kanal des Planetarium Münster. Hier gibt es seit ein paar Tagen ein 360° Grad Video über "Europas Weg zu den Sternen". Bei diesem Video sind sie selbst gefragt ein wenig mitzumachen. Ähnlich wie im man im richtigen Planetarium ja auch nicht immer nur in genau die gleiche Richtung schaut, sondern mit seinem Blick am künstlichen Himmel umherschweift, kann man bei diesem Video durch die Steuerung oben links im Video (oder mit der Computer-Maus) den Blick immer wieder verändern. Schalten sie dafür das Video am besten auf die volle Bildschirmgröße. Probieren Sie es mal aus, es lohnt sich:




*** Noch eine Ergänzung:

Das Planetarium Bochum bietet auch ein tolles 360°-Grad Video an. Außerdem gibt es dort in der Reihe "Streifzüge durch das Universum" auch immer wieder mal aktuelle Beobachtungshinweise.

Samstag, 16. Mai 2020

18. - 24. Mai 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich also gut zur Bebachtung lichtschwacher Objekte am Himmel. Doch leider sind sie nur noch sehr kurz - und ab Donnerstag sinkt die Sonne nur noch maximal 18° Grad unter den Horizont, so dass es dann, astronomisch gesehen, gar nicht mehr richtig dunkel wird. Weiter nördlich spricht man dann oft von den "weißen Nächten". Und ganz hoch oben, zum Beispiel in der norwegischen Stadt Tromsö, geht die Sonne bis zum 26. Juli gar nicht mehr unter und scheint selbst zur Mitternacht noch vom Himmel.

Wir können bei uns in der Abenddämmerung im Nordwesten die helle Venus sehen und mit etwas Glück auch den Planeten Merkur. Am 22. Mai stehen beide Planeten nebeneineinander, Merkur etwa ein Grad links (östlich) der Venus. Beide gehen ca. 23:15 Uhr unter. Am 24. Mai gesellt sich noch die schmale Mondsichel zu den beiden Planeten. Am Morgenhimmel sind Jupiter (Aufgang im Südosten um ca. 1:30 Uhr), Saturn (Aufgang ca. 1:45 Uhr) und Mars (Aufgang ca. 3:15 Uhr) zu sehen. Die ISS kann bei vielen Überflügen in der Nacht gesehen werden.

Am Montag, den 18. Mai, geht die Sonne um 5:27 Uhr auf und um 21:16 Uhr unter, der helle Tag dauert schon fast 16 Stunden, wir sind ja auch nicht mehr weit vom Sommeranfang, dem längsten Tag des Jahres entfernt. Der nur noch zu 19 Prozent beleuchtete Mond geht um 4:23 Uhr auf. Die ISS ist dreimal bei Überflügen zu sehen: zwischen 1:29 Uhr und 1:37 Uhr fliegt sie in maximal 83° Grad Höhe sehr hoch über unseren Nachthimmel hinweg, um 3:09 uhr erreicht sie bei ihrem Überflug maximal 34° Grad Höhe, hier fliegt sie um 3h:12m:35s ziemlich exakt vor Saturn vorüber. Und am Abend fliegt sie zwischen 23:04 Uhr und 23:13 Uhr in maximal 63° Grad Höhe über unseren Himmel vorüber.

Am Dienstag, den 19. Mai, kann man ab ca. 4:45 Uhr vielleicht noch die nur noch zu 12 Prozent beleuchtete Mondsichel tief im Osten finden. Die ISS fliegt heute um 0:45 Uhr noch einmal fast exakt über Bad Lippspringe hinweg. Um 2:20 Uhr steigt sie im Westen kurz auf 31° Grad Höhe, verschwindet dann jedoch im Erdschatten. Am Abend ist sie einmal zwischen 22:17 Uhr und 22:25 Uhr bei einem Überflug in maximal 49° Grad Höhe zu sehen und dann noch einmal von 23:53 Uhr bis Mitternacht, wobei sie um 23h:57m:13s ganz exakt über Bad Lippspringe hinweg fliegt. Sie ist dann genau senkrecht über unseren Köpfen am Himmel.

Am Mittwoch, den 20. Mai, geht der Mond nur noch eine halbe Stunde vor der Sonne auf und wird wohl nicht mehr zu sehen sein. Die ISS kann am Morgen einmal um 1:33 Uhr bei einem Überflug gesehen werden und ein weiteres Mal am Abend zwischen 23:05 Uhr und 23:14 Uhr, hier fliegt sie mit 85° Grad Höhe wieder fast genau über unsere Stadt hinweg.

Am Donnerstag, den 21. Mai, Himmelfahrt, steht Merkur noch etwa 1,5° Grad unterhalb der Venus. Die ISS kann bei Überflügen um 0:46 Uhr, um 2:19 Uhr (nur tief im Westen), zwischen 22:18 Uhr und 22:24 Uhr und 23:54 und 0:00 Uhr beide Male sehr hoch am Abendhimmel gesehen werden.

Am Freitag, den 22. Mai, erreicht der Mond um 19:39 Uhr seine exakte Neumond-Position. Ab 22 Uhr sollte man Ausschau halten nach Venus und Merkur, die heute sehr dicht nebeneinander stehen. ISS-Überflüge finden um 1:33 Uhr statt sowie am Abend zwischen 23:07 Uhr und 23:13 Uhr. Bei diesem Überflug fliegt die ISS noch einmal wieder genau über Bad Lippspringe hinweg.

Am Samstag, den 23. Mai, geht die äußerst schmale Mondsichel zwar eine knappe Stunde nach Sonnenuntergang unter (22:15 Uhr), wird aber in der hellen Dämmerung trotzdem noch nicht zu finden sein. Kleinplanet Isis errecht heute seine Oppositionsstellung und ist die ganze Nacht über zu sehen.Die ISS fliegt einmal um 0:47 Uhr über unseren Nachthimmel hinweg, in maximal 46° Grad Höhe. Bereits um 22:19 Uhr steigt sie wieder exakt im Westen empor, fliegt genau um 22:22:30 über Bad Lippspringe hinweg und verschwindet um 22:26 Uhr tief im Osten.

Am Sonntag, den 24. Mai, ist der Mond am Abend bereits an Venus und Merkur vorbeigezogen, seine Sichel ist nur zu 5 Prozent beleuchtet, er geht um 23:21 Uhr unter. Die ISS ist in der Nacht um 1:33 Uhr tief im Westsüdwesten zu sehen. Am Abend fliegt sie zwischen 23:08 Uhr und 23:14 Uhr in maximal 74 ° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg.





Mittwoch, 13. Mai 2020

13. Mai 2020: Drei Planeten und der Mond am Morgen


Geht es Ihnen auch so, dass Sie manchmal in der Nacht nicht richtig schlafen können oder plötzlich viel zu früh aufwachen? So ging es mir heute früh um kurz nach 4:00 Uhr. Der Wecker sollte doch erst um 6:45 uhr klingeln.

Doch statt mich, wie meist üblich, einfach im Bett noch einmal umzudrehen und mich in den Schlaf hinein zu grummeln, stand ich auf und packte meine Kamera.

Draußen war es schon recht hell geworden. Astronomisch dunkel ist es nur noch gut zwei Stunden zwischen Mitternacht und 2:00 Uhr. Dann ist die Sonne mindestens 18° Grad unter dem Horizont. Steht die Sonne nur noch zwischen 12° und 18° Grad unter dem Horizont spricht man von der "astronomischen" Dämmerung. Steht die Sonne zwischen 6° und 12° unter dem Horizont sprechen wir von der "nautischen" Dämmerung und bei 0° bis 6° Grad von der "bürgerlichen" Dämmerung.

Um 4:25 Uhr war die Sonne noch 9° Grad unter dem Horizont, also gerade so zur Mitte der nautischen Dämmerung. Ein Blick aus dem Fenster zeigt mir schnell, dass kaum noch Sterne am Himmel zu sehen waren. Aber der abnehmende Mond leuchtete recht hell.

Mit meiner Kamera habe ich gleich ein paar Fotos geschossen, mit einem 50mm Objektiv bei f/2.5 habe ich jeweils 1 Sekunde belichtet bei ISO 800. Um einerseits die Sterne noch punktförmig abzubilden, aber andererseits den Mond nicht zu stark das Bild überbelichten zu lassen. Hier ein kleines Panorama, zusammengesetzt aus zwei Bildern:

Mond, Mars, Saturn und Jupiter am Morgen des 13. Mai 2020
Das Bild zeigt rechts oberhalb vom überbelichteten Mond den hellen Jupiter und etwa auf halber Strecke zwischen Mond und Jupiter den Planeten Saturn. Weiter links kann man auch den recht hellen Planeten Mars gut erkennen. Außerdem sind auf dem Bild noch einige Sterne aus dem Sternbild Steinbock und benachbarter Sternbilder zu erkennen.

Mars und Mond stehen etwa neun bzw. zehn Grad hoch über dem Horizont, Jupiter hat eine Höhe von 14° Grad. Der Blick geht in Richtung Südosten.

Die ISS war heute früh schon um 3:55 Uhr über den Morgenhimmel geflogen. Die habe ich verpasst. Doch diese schöne ruhige Stimmung am Morgen hatte schon etwas für sich. Viele Vögel waren schon am Singen. Die Planeten und der Mond strahlte aber noch eine angenehme Ruhe aus.

Glücklich ging ich wieder in mein Bett zurück und schlief schnell wieder ein, bis zwei Stunden später der Wecker endgültig zum Aufstehen rief.

**************** Nachtrag 14. Mai 2020 *****************

Vielleicht ist es inzwischen doch irgendwie meine eigene innere Uhr, die mich nachts aufstehen lässt. Denn die wirklichspannenden Ereignisse am Himmel finden zur Zeit in der Tag am frühen Morgen statt. Doch heute früh war es leider noch stark bewölkt. Nach nur einem  Foto ing es gleich wieder ins  Bett:

Morgenhimmel am 14.5.2020 um 2:48 Uhr
Hinter den durch die Straßenbeleuchtung hell erleuchteten Wolken bleibt die Milchstrasse verborgen, auch wenn man schon einzelne Sterne erkennen kann. (Bilddaten: Canon 5D MarkII, 50mm, f/2.5, 10sec, ISO800, anschließend in Lightroom Weißabgleich bearbitet und Bild aufgehellt)