Samstag, 30. Mai 2020

29. Mai 2020: Der Mond am Abend


Am Freitagabend vor Pfingsten war der Himmel wunderschön klar und der Mond forderte mich geradezu auf, zu einem Spaziergang vorbei zu kommen.

Hier ein Foto:

Mond am 29. Mai 2020

Ich war tatsächlich stundenlang damit beschäftigt, verschiedene Ecken, Krater, Mare, Berge, Täler zu erkunden. Vielleicht schaffe ich es später, auch noch mehr über das eine oder andere Detail zu schreiben.

Auch die netten Nachbarn kamen vorbei und haben ein Blick durchs Teleskop geworfen und waren begeistert.

Außerdem habe ich am Abend und in der Nacht auch noch viele andere Objekte beobachtet, den Merkur, Kugelsternhaufen wie M3 und andere Objekte.

Für mich wurde so ein hoffentlich wunderschönes Pfingstwochenende "eingeläutet".

Donnerstag, 28. Mai 2020

28. Mai 2020: Ein Blick zum Mond


Heute Abend konnte man wieder sehr gut auf dem Mond spazieren gehen.

Er ist heute zu gut einem Drittel (genauer zu 36 Prozent) beleuchtet. Noch zeigt er eine schöne Sichelgesatlt und im dunklen Teil ist auch noch das Schimemrn des Erdlichts zu sehen.

Mond am 28. Mai 2020
Hier ein mit stärkerer Vergrößerung aufgenommenes Bild, in etwa aus der Mitte des Mondes aufgenommen. Eingezeichnet habe ich den Landeplatz der Apollo 11 Astronauten aus dem Jahr 1969. Dort oben sind tatsächlich einmal Menschen auf dem Mond umher gegangen. Solche Details kann man von der Erde aus jedoch nicht wahrnehmen. Mein Teleskop zeigt links neben der Landestelle zwei etwa gleich große runde Krater. Diese heißen Sabine und Ritter und sind nach einem irischen und einem deutschen Astronomen benannt. Die Durchmesser dieser Krater betragen 30 Kilometer. Die kleineren Krater neben den beiden haben immer noch Durchmesser zwischen 7 und 14 Kilometern:

Landeplatz Apollo 11 auf dem Mond
Gar nicht so weit entfernt vom Landeplatz von Apollo 11 ist auch Apollo 16 gelandet, im Cayley Hochland nördlich des Kraters Descartes. Auch diese Gegend konnte man heute gut erkunden:

Landeplatz Apollo 16
Dieser Platz liegt etwas südlicher. Eine schöne Übersicht zu allen Mondlandungen gibt es übrigens auf der Webseite von Baader Planetarium. Dort findet man Bilder, die mit wesentlich besseren Teleskopen als meins aufgenommen wurden und die daher auch eine Menge mehr Details zeigen. Die jeweiligen Gegenden der Mondlandungen werden dort gut erklärt und es wird auf viele Besonderheiten der jeweiligen Gebiete hingewiesen.


Mittwoch, 27. Mai 2020

27. Mai 2020: Die ISS vor dem Mond und keine Starterlaubnis für die Dragon Crew


Ich habe heute Riesenglück gehabt. Lange war der Himmel bewölkt, nicht einmal der Mond kam durch. Doch genau zu dem Moment, als die ISS vor dem Mond vorbei fliegen sollte, waren die Wolken zumindest nicht mehr so dicht vor dem Mond, das man ihn sehen konnte. Und auch die ISS war auf ihrem schnellen Überflug zeitweilig zu sehen.

Hier zunächst ein Übersichtsbild, unbearbeitet:


Mond und Wolken am 27. Mai kurz nach 22 Uhr.

Der Himmel war noch weitgehend bedeckt. Nicht nur durch dunkle Regenwolken (zum Glück blieb es trocken), sondern auch viele Schleierwolken, die einen freien Blick auf den eigentlich bläulichen Dämmerungshimmel verwehrten.

Ich habe mit zwei Kameras gearbeitet. Mit der einen (Bild oben) habe ich versucht Weitwinkelaufnahmen vom Überflug der ISS zu machen. Diese Aufnahmen habe ich immer acht Sekunden lang belichtet. Damit sie icht überbelichtet werden, konnte ich natürlich nur eine geringe ISO-Empfindlichkeit einstellen, ISO100, zusätzlich habe ich auf f/9.5 abgeblendet. Mein Ziel war es, in mehreren Strichspuren den Flug der ISS vor dem Mond entlang und über einen größen Himmelsabschnitt zu dokumentieren.

Das war jedoch bei dieser Bewölkung leider eine falsche Strategie. Auf den ersten Blick waren auf den Bildern nämlich überhaupt keine Strichspuren der ISS festzustellen. Erst nachdem ich in Adobe Lightroom für die Bilder Regler wie "Struktur" und "Kontrast" voll aufgedreht hatte, konnte ich eine kleine, dünne Strichspur feststellen. Hier mal zwei Bildausschnitte dazu:

Mond mit ISS-Strichspur
Können Sie die dünne Strichspur erkennen, welche die ISS gezogen hat? Am ehesten noch auf der linken Seite des Mondes. Mit gutem Willen kann man diese sogar nach unten bis über die rechte, helle Seite des Mondes hinaus verlängern. Also eigentlich genau getroffen, aber letztenendes doch sehr, sehr unauffällig. Nicht das, was ich erhofft hatte.

Auch auf dem nächsten Foto, da befindet sich die Strichspur schon etwas oberhalb des Mondes, macht die ISSleider keinen schönen Eindruck:

Mond mit ISS-Strichspur
Immerhin kann man hier die ISS schon etwas besser erkennen, sie wird nicht zusehr vom Mond überstrahlt. Die kleinen hellen Punkte, zum Beispiel direkt über dem Mond, sind übrigens Sterne aus dem Sternbild Krebs. Der Mond befand sich ja genau über dem Sternhaufen Praesepe. Von diesen Sternen war jedoch durch den bewölkten Himmel auch im kleinen Teleskop nichts zu erkennen.

Doch ich hatte ja auch noch eine zweite Kamera dabei, die hatte ich an meinem Spektiv angeschlossen, um den Transit der ISS vor dem Mond zu filmen. Und weil diese natürlich eine größere Brennweite als die Weitwinkelkamera hatte, war der Mond natürlich viel besser und größer zu sehen. Und würde ich auch die ISS zu fassen bekommen? Schauen Sie selbst:




Nach ca. 15 Sekunden, kurz vor Ende des Filmchens, erscheint die ISS und fliegt von unten nach oben am Mond vorbei. Hier ist sie jetzt hell und deutlich zu erkennen. Leider ist dieser Film mit den klassischen 30 Bildern pro Sekunde gedreht worden. Das ist natürlich viel zu lange belichtet, um Details der ISS erkennen zu lassne. Dafür hätte man dann schon nur 1/1000 Sekunde oder noch kürzer belichten müssen.

Aber auch so ein schöner Anblick! Ich war glücklich, das überhaupt sehen zu können, denn kurz danach war der Mond schon wieder hinter Wolken verschwunden. Und da hat es mich dann auch nicht gestört, dass der Flug der Dragon Crew wegen schlechten Wetters abgesagt wurde. Die hätte ich hier mit unserem Wetter wahrscheinlich sowieso nicht sehen können.

Dienstag, 26. Mai 2020

25. Mai: Merkur, Venus, schmale Mondsichel und ISS


Am Montag, den 25. Mai konnten noch einmal Merkur und Venus am Abendhimmel gefunden werden. Sie sind inzwischen noch weiter auseinandergerückt als an den Tagen zuvor. Merkur war jetzt auch gut mit dem bloßen Auge zu sehen. Auch der Mond steht nun wieder deutlich sichtbar am Abendhimmel

Leider fand ich in meinen Garten keine Stelle, von der aus ich alle drei gut auf einem Foto unterbringen konnte. So musste ich mich mit diesem Blick auf  Venus, Merkur und Mond gleichzeitig begnügen:

Mond (versteckt hinter dem Baum) , Merkur und Venus am 25. Mai
Der Mond versteckt sich links oben hinter dem Baum, seine helle Sichel ist aber trotzdem durch die Blätter hindurch zu sehen.  Die Venus ist ganz rechts unten direkt über dem Hausdach zu erkennen. Merkur ist am schwierigsten zu finden. Er steht links neben den beiden Tannen, etwa auf Höhe deren Spitzen und ungefähr senkrecht über dem Schornstein des benachbarten Hauses.

Die Venus ist noch schmaler geworden als gestern. So tief am Himmel ist jedoch kein klares Bild mehr von ihr zu bekommen, da auf dem Weg zur Kamera das Licht in alle möglichen Regenbogenfarben gebrochen wird.

Venus am 25. Mai

Venus, länger belichtet
Die bunte Farben verschwinden erst, wenn man die Venus länger belichtet. So überbelichtet wird sie auf dem Foto jedoch viel dicker dargestellt, als sie in Wirklichkeit noch zu sehen ist.

Einfacher zu fotografieren ist da schon der Mond. Hier zunächst ein ebenfalls überbelichtetes Bild, dies macht jedoch auch seinen dunklen Teil sichtbar, in dem noch die Mondnacht herrscht. Diese ist nicht ganz schwarz, weil in diesem Teil das Erdlicht schimmert. Menschen dort auf dem Mond würden an ihrem Nachthimmel unseren blauen Planeten leuchten sehen. Die Erde erscheint dort etwa viermal größer als uns hier der Mond erscheint.

Mond mit Erdlicht am 25. Mai 2020
Leider ist auf dem Foto ein leicht bläulich schimmernder Reflex zu sehen, weil diese Aufnahme eben überbelichtet wurde.

Hier noch zwei Mondbilder, die so belichtet wurden, dass auf ihnen verschiedene Krater zu sehen sind:

Mond-HDR am 25. Mai

Mond-Panorama am 25. Mai 2020
Beim oberen Bild wurden drei unterschiedlich belcihtete Bilder zu einem HDR zusammengefügt. Das untere Bild zeigt eine Panoramaaufnahme, die aus zwei zusammengesetzen Fotos bei stärkerer Vergrößerung aufgenommen. Beide Bilder sind jedoch nicht "knackig" scharf. Dies würde erst gelingen, wenn man statt Einzelbildern kurze Filmsequenzen aufgenommen hätte und daraus dann viele Einzelbilder zusammen gestackt hätte. Auf Einzelbildern macht sich natürlich auch die Luftunruge schnell bemerkbar.

Außerdem gab es auch noch einen Überflug der ISS zu sehen. Hier ein Bild, wie sie hinter meinem Haus in Richtung Osten sich schon wieder weit von Bad Lippspringe entfernt:

ISS über Bad Lippspringe
Das Bild wurde 20 Sekunden lang belichtet, daher zeichnet die ISS diese lange Leuchtspur auf dem Foto. In Wirklichkeit flog da natürlich nur ein sehr heller Punkt über den Himmel.

Sonntag, 24. Mai 2020

Merkur und Venus am Abendhimmel

Hier einmal eine kleine Übersicht meiner Beobachtungen von Merkur und Venus in den letzten Tagen im Mai. Um insbesondere den lichtschwachen Merkur besser auffindbar zu machen, habe ich diesmal die beiden Planeten in meinen Bildern immer gekennzeichnet. Die genannten Untergangszeiten der Planeten beziehen sich immer auf den mathematischen Horizont. Dieser liegt etwas tiefer als die Hausdächer oder Bäume in meiner Nachbarschaft.

Am 18. Mai war für mich Merkur das erste Mal zu sehen:

Merkur und Venus am 18. Mai um 22:12 Uhr


Merkur war erst in der späteren Dämmerung, kurz vor seinem Untergang zu erkennen. Die Venus stand noch weit über ihm. Sie ging an diesem Tag erst um 23:35 Uhr unter, Merkur schon um 22:46 Uhr.

Dann folgte am 20. Mai wieder ein Foto:

Venus und Merkur am 20. Mai um 22:27 Uhr


Die Aufnahme entstand nur eine Viertelstunde später als zwei Tage zuvor. Der Abstand der beiden Planeten zueinander ist schon deutlich geringer geworden. Merkur hat etwa die gleiche Höhe über dem Horizont, aber die Venus steht schon deutlich tiefer, ihre Untergangszeit liegt bei 23:22 Uhr, die von Merkur bei 22:58 Uhr.


Hier ein Bild vom 21. Mai:


Merkur und Venus am 21. Mai um 21:54 Uhr
Der Abstand der beiden Planeten ist noch einmal kleiner geworden. Venus wird 23:15 Uhr untergehen, Merkur um 23:03 Uhr.


Am 22. Mai sollte dann die engste Begegnung von Merkur und Venus stattfinden, doch leider war der  Himmel am Abend bedeckt:

Bewölkter Abendhimmel am 22. Mai
Auch ein bewölkter Himmel kann spannend aussehen. Doch das wollte ich an diesem Abend natürlich gar nicht sehen. Beide Planeten wären heute um 23:08 Uhr untergegangen, sie hätten heute nur in einem Grad Abstand nebeneinander gestanden (das sind zwei Vollmondbreiten).

Würde es am 23. Mai besser sein? Auch hier war abends der Himmel zunächst stark bewölkt. Um 22 Uhr schauerte es sogar. Doch dann wurde es am Horizont noch einmal etwas heller. Und - Hurra! - noch während es aus den Wolken über mir regnete, konnte ich doch schon die Venus erkennen. Und kurz danach war es auch möglich, noch ein paar schnelle Fotos zu schießen:

Merkur und Venus am 23. Mai um 22:27 Uhr

Merkur ist jetzt schon deutlich an der Venus vorbei gezogen. Der Abstand beträgt heute schon wieder gut drei Grad. Jetzt geht die Venus vor Merkur unter, um 23:01 uhr, während Merkur noch bis 23:13 Uhr über dem mathematischen Horizont steht. Diese Tendenz setzt sich in den nächsten Tagen fort, dDie Untergänge der Venus finden immer früher statt. War sie im April noch bis nach Mitternacht am Himmel, so geht sie jetzt vor 23:00 Uhr unter, jeden Tag rund acht Minuten früher. Zwische Einbruch der Dunkelheit und ihrem Untergang liegt also eine immer kürzer werdende Zeitspanne, bis sie bald gar nicht mehr am Abendhimmel zu sehen sein wird. Merkur dagegen wird in den nächsten Tagen jeden Abend noch etwas höher am Himmel zu finden sein.

Hier noch ein Foto, dass den Planeten Merkur kurz vor seinem tatsächlichen Untergang von meinem Beobachtungsstandort zeigt.

Merkuruntergang um 22:51 Uhr
Zum Zeitpunkt des Fotos befand sich der Planet tatsächlich noch zweieinhalb Grad über dem mathematischen Horizont.

Da fällt mir gerade ein, ich habe in der letzten Zeit noch gar kein größeres Bild der Venus gezeigt. Diese zeigte sich zuletzt sogar schon im kleinen Fernglas  als wunderschöne Sichelgestalt. Ihre Sichel ist in den letzten Tagen immer schmaler geworden:

Sichelgestalt der Venus am 21. Mai

 "Das sieht doch aus wie der Mond!" werden sie wahrscheinlich denken. Wieso zeigt die Venus denn  eine solche Phase?

Das ist zum Glück einfach zu erklären. Als Galileo Galilei mit seinem Fernrohr diese Phasen der Venus entdeckte, war dies für ihn ein weiterer Beweis, das nicht die Sonne und die Planeten die ruhende Erde umkreisen, wie es vor Jahrhunderten Aristoteles und Ptolomäus behauptet hatten, sondern dass alle Planeten die Sonne umlaufen.

Hier einmal "von oben betrachtet" die Positionen der sogenannten "inneren" Planeten unseres Sonnensystems ((c)heavens-above.com):

18. Mai 2020

23. Mai 2020

In dieser Darstellung ist die Sonne der helle gelbe Punkt in der Mitte der Bilder, Planet Merkur ist grün gezeichnet, die Venus in weiß und die Erde in blau. Mars ist der rote Planet. Wenn man die beiden Bilder genau vergleicht (am besten in der größeren Darstellung, dafür auf das Bild klicken), kann man erkennen, das sich die Planeten auf ihrer Bahn um die Sonne vom 18. zum 23. Mai ein wenig gegen den Uhrzeigersinn bewegt haben. Dies fällt am besten beim schnellsten Planeten, dem Götterboten Merkur auf.

Die Venus steht schon fast genau zwischen der Erde und der Sonne. Da sie uns gerade besonders nah ist, erscheint sie uns auch besonders groß. Wir blicken jedoch (ähnlich wie bei einer schmalen Mondsichel) zur Zeit mehr auf ihre von der Sonne nicht beleuchtete Rückseite, daher die ausgeprägte Phasengestalt. Schon am dritte Juni wird die Venus genau zwischen Erde und Sonne stehen, die Astronomen nennen das dann "untere Konjunktion". Dann haben wir praktisch "Neu-Venus". An diesem Tag wechselt dann übrigens die Venus auch vom "Abendstern" zum "Morgenstern". Zur Zeit steht sie - von der Erde aus gesehen - noch links von der Sonne, also weiter östlich. Sie folgt am Himmel der Sonne nach, geht also später als die Sonne unter und ist dadurch Abendstern. Nach dem 3. Juni wird sie, von der Erde aus gesehen, rechts von der Sonne stehen. Sie wird also vor der Sonne aufgehen, wird also Morgenstern. Doch bis wir das gut beobachten können werden noch ein paar Tage vergehen, etwa ab Mitte Juni wird das möglich sein. Zunächst zeigt die Venus dann wieder eine wunderschöne große Sichelgestalt. Später im Jahr wandert sie dann immer weiter neben bzw. sogar hinter die Sonne. Sie wird dann kleiner und dabei immer runder. Bis zu Beginn des nächsten Jahres wird sie uns als Morgenstern erfreuen.

Merkur steht zur Zeit von der Erde aus gesehen noch eher hinter der Sonne, also von der Erde recht weit entfernt. Im Fernrohr zeigt er sich daher nur als unscheinbarer kleiner runder Punkt. Er rückt jedoch auch in den kommenden Tagen immer weiter nach vorne und wird ebenfalls eine Sichel entwickeln. Da er jedoch kleiner ist als die Venus und der Erde auch lange nicht so nahe kommt wie diese, wird diese Entwicklung längst nicht so spektakulär und ist auch viel schwieriger zu beobachten. Seine nächste untere Konjunktion erreicht er übrigens am 1. Juli 2020.

25. - 31. Mai 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche steht Abends auch wieder der zunehmende Mond am Himmel. Die Venus verabschiedet sich als Abendstern und ist von Tag zu Tag schwerer und kürzer zu sehen. Der deutlich lichtschwächere Merkur hat in dieser Woche seine vielleicht beste Sichtbarkeitsperiode des Jahres. Er ist etwa 45 Minuten nach Sonnenuntergang im Westnordwesten zu sehen, er geht erst nach 23 Uhr unter. Die anderen Planeten sind am Morgenhimmel zu sehen: Jupiter geht circa um 1:00 Uhr im Südosten auf, Saturn folgt eine Viertelstunde später. Mars folgt zwei Stunden später gegen 3:00 Uhr. Die ISS kann bei abendlichen Überflügen gesichtet werden.

Am Montag, den 25. Mai,  geht die Sonne um 5:18 Uhr auf und um 21:26 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt länger als 16 Stunden. Die noch schmale Mondsichel ist zu zehn Prozent beleuchtet und geht erst kurz nach Mitternacht unter. Im dunklen Teil des Mondes kann man das Erdlicht schimmrn sehen. Um 21:58 Uhr kommt es zu zwei Strnbedeckungen (fast) gleichzeitig. Ein 6.5mag heller Stern wird etwa in der Mitte des dunklen Teil des Mondes bedeckt, ein 7.2mag schwach leuchtendes Sternchen streift am oberen Rand des Mondes vorbei. Die ISS fliegt zwischen 22:20 Uhr und 22:28 Uhr in maximal 84° Grad Höhe sehr hoch über unseren Abendhimmel hinweg. Kurz vor Mitternacht taucht sie nocheinmal im Südwesten auf, erreicht jedoch nur noch eine Höhe von 34° Grad über den Horizont und verschwindet dann um 0:00 Uhr ziemlich genau im Süden im Erdschatten.

Am Dienstag, den 26. Mai, ist der Mond am Abend schon zu circa 17 Prozent beleuchtet, er steht heute unter, bzw. neben den Hauptsternen des Sternbild Zwillinge, Castor und Pollux. Außerdem zeigt er maximale Libration in Länge, wobei diesmal das Mare Crisium nahe am Rand steht. Die ISS fliegt zwischen 23:09 Uhr und 23:14 Uhr in maximal 47° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Mittwoch, den 27. Mai,  steht der Mond am Abend ca. ein Grad oberhalb des Sternhaufens Praesepe, den er jedoch weitgehend überstrahlen wird. Im Fernglas aber vielleicht trotzdem ein schöner Anblick. Die ISS fliegt zwischen 22:20 Uhr und 22:28 Uhr in maximal 61° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Um 22:23 Uhr und 33 Sekunden fliegt die ISS genau vor dem Mond entlang. Genau zehn Minuten später soll dann auf dem Kenndy Space Center in Florida zum ersten Mal nach vielen Jahren auch wieder ein Raumschiff mit Astronauten an Bord zur ISS starten. (In den letzten Jahten mussten alle Flüge von Baikonur/Russland aus erfolgen). Dieses Raumschiff, die "Crew Dragon" wird nur 22 Minuten nach dem Start von etwa 22:54 Uhr bis 22:57 Uhr auch über unseren Abendhimmel fliegen. Die maximale Höhe von 30° Grad wird im Südsüdwesten erreicht. Der Start soll übrigens im Internet unter https://spacelivecast.de/ live übertragen werden.

Am Donnerstag, den 28. Mai, ist der Mond am Abend zu 36 Prozent beleuchtet. Er nähert sich jetzt Regulus, dem Hauptstern des Löwen. Zwischen 23:11 Uhr und 23:15 Uhr fliegt die ISS in maximal 26° Grad Höhe über den Abendhimmel.

Am Freitag, den 29. Mai,  fliegt die ISS zwischen 22:21 Uhr und 22:29 Uhr in maximal 35° Grad Höhe über den Abendhimmel. Kleinplanet Iris (9,7mag) steht am Abend sehr dicht beim Stern 33 Sgr (5,7mag), um 1:00 Uhr am Samstag beträgt der Abstand nur 6 Bogenminuten.

Am Samstag, den 30. Mai,  erreicht der Mond bereits um 5:30 Uhr das Erste Viertel, da steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. Am Abend ist er dann zu 58 Prozent beleuchtet. Um 22 Uhr kommt es zu einer Bedeckung eines Sterns von 6.8mag. Ein gutes Fenglas wird zur Beobachtung nötig sein. Die ISS ist zwischen 23:09 Uhr und 23:15 Uhr in nur noch 13° Grad Höhe tief über dem Südwesthorizont zu sehen.

Am Sonntag, den 31. Mai, Pfingstsonntag, zeigt der Mond maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Südpol sehen können. Die ISS fliegt zwischen 22:23 Uhr und 22:29 Uhr in nur 19° Grad Höhe flach über den Dämmerungshimmel.

Mittwoch, 20. Mai 2020

20. Mai 2020: Noch einmal Merkur und Venus


Nachdem es die meiste Zeit des Tages bewölkt war, klarte es zum Abend hin wieder auf. Schnell habe ich wieder meine Kamera gezückt und Merkur und Venus fotografiert. Diesmal gut fünfzehn Minuten später als vor zwei Tagen:

Merkur und Venus am 20.5.2020 um 22:27 Uhr. Venus ist der heller Stern in der Bildmitte, Merkur steht rechts davon nur knapp über dem Horizont.
Im Vergleich der beiden Fotos von heute und vorgestern kann man deutlich erkenenn, dass beide Planeten zunächt weiter nach rechts (also nördlicher) stehen als noch vor zwei Tagen. Und vor allem steht die Venus nicht mehr so hoch. Sie eilt offensichtlich der bereits untergegangenen Sonne schnell hinterher. Sie nähert sich der Sonne immer weiter an, am 3. Juni wird sie die Sonne erreicht haben und dann natürlich nicht mehr sichtbar sein. Sie steht dann in "unterer Konjunktion", das heisst genau zwischen Erde und Sonne. Wir sehen (theoretisch) nur noch auf die unbeleuchtete Rückseite der Venus. In den letzten Tagen ist ihre Sichel ja auch immer schmaler und schmaler geworden.

Aber auch der Abstand zwischen Merkur und der Venus hat sich deutlich verkleinert. Hoffentlich haben wir in den nächsten Tagen auch wieder am Abend klaren Himmel. Der Abstand zwischen den beiden Planeten wird sich morgen Abend schon halbiert haben und am Freitagabend wird Merkur schon links neben der Venus stehen. Während die Venus sich der Position der Sonne am Himmel nähert ist es bei Merkur im Moment genau umgekehrt. Er entfernt sich immer weiter von der Sonne und wird am 4. Juni seinen größten Abstand von der Sonne erreicht haben. Merkur strebt anschließend auf seine "obere Konjunktion" zu. Das heißt, er entfernt sich immer weiter von der Erde und wird, von uns aus gesehen, hinter der Sonne vorbei ziehen. Das bedeutet, wir sehen einen immer voller werdenden Planeten, der jedoch durch die zunehmende Entfernung auch immer kleiner und dadurch lichtschwächer wird.

Genießen wir also jetzt diese Tage, wo noch beide Planeten gut am Abendhimmel sichtbar sind!

Das Planetarium Bochum hat übrigens zu diesem netten Zusammentreffen am Himmel bei YouTube ein kleines Video zur Verfügung gestellt. 

Montag, 18. Mai 2020

18. Mai: Venus und Merkur am Abend


Heute Abend klarte es zum Abend hin wieder deutlich auf, die Schleier- und Cirruswolken verzogen sich und der Blick zum Abendhimmel wurde klarer.

Die Venus war schnell und deutlich zu erkennen. Aber würde ich auch Glück haben und den Merkur finden??

Mit dem bloßen Auge war er nicht zu erkennen, aber mit dem Fernglas dann doch eine "leichte Beute". Auch mit der Kamera konnte ich den Planeten aufspüren. Er war so ab kurz vor 22 Uhr gut auszumachen. hier ein Foto, das beide Planeten zeigt:

Venus und Merkur am 18. Mai in der Abenddämmerung um 22:12 Uhr MESZ
Können Sie den Merkur finden? Er steht ziemlich in der Mitte des Bildes, aber nur ganz knapp über dem Horizont, ein ganz schwach rötlich leuchtendes Pünktchen. Sicherlich besser zu sehen, wenn Sie auf das Bild klicken, um es anschließend in der Großansicht zu betrachten.

Die Aufnahme entstand mit einer Canon 5D Mark II kamera mit 50mm Objektiv bei f/1.8, 1/15 Sekunde und ISO200-.

Öffentliche Internet-Vorträge zur Astronomie und Weltraumfahrt


*** Dieser Blogartikel wird immer mal wieder erweitert - zulettzt am 21. Mai 2020 ***

Das Schöne an der Astronomie ist ja, dass man dieses Hobby sehr selbstbestimmt ausüben kann. Man kann mit ganz wenig Aufwand Beobachtungen machen, die einen selbst schnell staunen lassen und die zu einer großen Zufriedenheit führen können. Wer will und entsprechend Mittel zur Verfügung hat, kann aber natürlich auch ganz viel in sein Hobby investieren.

Die meisten Hobbyastronomen haben jedoch nicht das große Geld und so schließt man sich gerne in Vereinen zusammen, um so gemeinsam und solidarisch sich größere Geräte leisten zu können. Doch ehrlich gesagt, die meisten Hobbyastronomen, die ich so kenne, das sind eher Eigenbrödler oder Nerds, wie sie heute oft genannt werden. Wir leiden nicht so sehr unter der Coronakrise, denn die hindert uns (solange es keine echte Ausgangssperre gibt und man nicht im Haus bleiben muss) ja kaum am Beobachten des Sternenhimmels im Garten, auf dem Balkon oder einsam draußen im freien Feld.

So sind die meisten Sternwarten, die von Hobbyastronomen betrieben werden, jetzt in der Corona-Krise einfach geschlossen worden. Schade, denn eine Öffentlichkeitsarbeit findet nicht mehr statt. Das bedeutet für die Vereine natürlich auch finanzielle Verluste, aber wenn ohnehin die gesamte Arbeit ehrenamtlich geleistet wird, hört man darüber auch nur selten jemanden jammern. Und das Hobby kann durch die eigenen Beobachtungen ja (fast) genauso weiter betrieben werden wie vorher.

So ist auch die Volkssternwarte Paderborn bis auf weiteres erstmal geschlossen. Das ist traurig, aber alternative Angebote aufzubauen ist auch nicht einfach, man muss es können und Zeit dafür haben.

Und so freut es mich, wenn ich hier heute mal auf alternative Angebote von anderer Volkssternwarten hinweisen kann.

Da gibt es zum Beispiel seit dieser Woche einen schönen kleinen Vortrag von meinem Sternfreund Bernd Gährken, der jetzt in Süddeutschland lebt und arbeitet und der für die Volkssternwarte München einen hervorragenden Beitrag über die Beobachtung der Venus durch Amateurastronomen online gestellt hat:



Behalten Sie  die YouTube-Seite der Volkssternwarte München auch weiterhin im Auge. Am 22. Mai und am 29. Mai sollen von dort weitere Vorträge von renommierten Wissenschaftlern live gestreamt werden. Diese Vorträge werden sich sicherlich ebenfalls lohnen.

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Wer Vorträge von Profis sehen will, kann zur Zeit jeden Dienstag und Donnerstag um 19 Uhr beim YouTube-Kanal des  "Haus der Astronomie" in Heidelberg tolle Live-Beiträge finden! Während der Live-Übertragung kann man im Chat auch Fragen stellen, die dann natürlich auch beantwortet werden. Die beiträge sind auch zu erreichen über diesen Link: http://www.haus-der-astronomie.de/faszi-astro-online

Am Dienstag, den 19. Mai gab es dort auch mal einen Beitrag eines Hobbyastronomen, von Andreas Eberle von der Sternwarte Stuttgart, zum Thema "Sternbedeckungen":





*** Ergänzung vom 21. Mai 2020:

Mehr Möglichkeiten als wir Amateure haben natürlich die Profis. Viele Institutionen, insbesondere die Planetarien, haben in der Corona-Zeit tolle Videos inline gestellt.

Mir gefällt zum Beispiel besonders derYouTube-Kanal des Planetarium Münster. Hier gibt es seit ein paar Tagen ein 360° Grad Video über "Europas Weg zu den Sternen". Bei diesem Video sind sie selbst gefragt ein wenig mitzumachen. Ähnlich wie im man im richtigen Planetarium ja auch nicht immer nur in genau die gleiche Richtung schaut, sondern mit seinem Blick am künstlichen Himmel umherschweift, kann man bei diesem Video durch die Steuerung oben links im Video (oder mit der Computer-Maus) den Blick immer wieder verändern. Schalten sie dafür das Video am besten auf die volle Bildschirmgröße. Probieren Sie es mal aus, es lohnt sich:




*** Noch eine Ergänzung:

Das Planetarium Bochum bietet auch ein tolles 360°-Grad Video an. Außerdem gibt es dort in der Reihe "Streifzüge durch das Universum" auch immer wieder mal aktuelle Beobachtungshinweise.

Samstag, 16. Mai 2020

18. - 24. Mai 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich also gut zur Bebachtung lichtschwacher Objekte am Himmel. Doch leider sind sie nur noch sehr kurz - und ab Donnerstag sinkt die Sonne nur noch maximal 18° Grad unter den Horizont, so dass es dann, astronomisch gesehen, gar nicht mehr richtig dunkel wird. Weiter nördlich spricht man dann oft von den "weißen Nächten". Und ganz hoch oben, zum Beispiel in der norwegischen Stadt Tromsö, geht die Sonne bis zum 26. Juli gar nicht mehr unter und scheint selbst zur Mitternacht noch vom Himmel.

Wir können bei uns in der Abenddämmerung im Nordwesten die helle Venus sehen und mit etwas Glück auch den Planeten Merkur. Am 22. Mai stehen beide Planeten nebeneineinander, Merkur etwa ein Grad links (östlich) der Venus. Beide gehen ca. 23:15 Uhr unter. Am 24. Mai gesellt sich noch die schmale Mondsichel zu den beiden Planeten. Am Morgenhimmel sind Jupiter (Aufgang im Südosten um ca. 1:30 Uhr), Saturn (Aufgang ca. 1:45 Uhr) und Mars (Aufgang ca. 3:15 Uhr) zu sehen. Die ISS kann bei vielen Überflügen in der Nacht gesehen werden.

Am Montag, den 18. Mai, geht die Sonne um 5:27 Uhr auf und um 21:16 Uhr unter, der helle Tag dauert schon fast 16 Stunden, wir sind ja auch nicht mehr weit vom Sommeranfang, dem längsten Tag des Jahres entfernt. Der nur noch zu 19 Prozent beleuchtete Mond geht um 4:23 Uhr auf. Die ISS ist dreimal bei Überflügen zu sehen: zwischen 1:29 Uhr und 1:37 Uhr fliegt sie in maximal 83° Grad Höhe sehr hoch über unseren Nachthimmel hinweg, um 3:09 uhr erreicht sie bei ihrem Überflug maximal 34° Grad Höhe, hier fliegt sie um 3h:12m:35s ziemlich exakt vor Saturn vorüber. Und am Abend fliegt sie zwischen 23:04 Uhr und 23:13 Uhr in maximal 63° Grad Höhe über unseren Himmel vorüber.

Am Dienstag, den 19. Mai, kann man ab ca. 4:45 Uhr vielleicht noch die nur noch zu 12 Prozent beleuchtete Mondsichel tief im Osten finden. Die ISS fliegt heute um 0:45 Uhr noch einmal fast exakt über Bad Lippspringe hinweg. Um 2:20 Uhr steigt sie im Westen kurz auf 31° Grad Höhe, verschwindet dann jedoch im Erdschatten. Am Abend ist sie einmal zwischen 22:17 Uhr und 22:25 Uhr bei einem Überflug in maximal 49° Grad Höhe zu sehen und dann noch einmal von 23:53 Uhr bis Mitternacht, wobei sie um 23h:57m:13s ganz exakt über Bad Lippspringe hinweg fliegt. Sie ist dann genau senkrecht über unseren Köpfen am Himmel.

Am Mittwoch, den 20. Mai, geht der Mond nur noch eine halbe Stunde vor der Sonne auf und wird wohl nicht mehr zu sehen sein. Die ISS kann am Morgen einmal um 1:33 Uhr bei einem Überflug gesehen werden und ein weiteres Mal am Abend zwischen 23:05 Uhr und 23:14 Uhr, hier fliegt sie mit 85° Grad Höhe wieder fast genau über unsere Stadt hinweg.

Am Donnerstag, den 21. Mai, Himmelfahrt, steht Merkur noch etwa 1,5° Grad unterhalb der Venus. Die ISS kann bei Überflügen um 0:46 Uhr, um 2:19 Uhr (nur tief im Westen), zwischen 22:18 Uhr und 22:24 Uhr und 23:54 und 0:00 Uhr beide Male sehr hoch am Abendhimmel gesehen werden.

Am Freitag, den 22. Mai, erreicht der Mond um 19:39 Uhr seine exakte Neumond-Position. Ab 22 Uhr sollte man Ausschau halten nach Venus und Merkur, die heute sehr dicht nebeneinander stehen. ISS-Überflüge finden um 1:33 Uhr statt sowie am Abend zwischen 23:07 Uhr und 23:13 Uhr. Bei diesem Überflug fliegt die ISS noch einmal wieder genau über Bad Lippspringe hinweg.

Am Samstag, den 23. Mai, geht die äußerst schmale Mondsichel zwar eine knappe Stunde nach Sonnenuntergang unter (22:15 Uhr), wird aber in der hellen Dämmerung trotzdem noch nicht zu finden sein. Kleinplanet Isis errecht heute seine Oppositionsstellung und ist die ganze Nacht über zu sehen.Die ISS fliegt einmal um 0:47 Uhr über unseren Nachthimmel hinweg, in maximal 46° Grad Höhe. Bereits um 22:19 Uhr steigt sie wieder exakt im Westen empor, fliegt genau um 22:22:30 über Bad Lippspringe hinweg und verschwindet um 22:26 Uhr tief im Osten.

Am Sonntag, den 24. Mai, ist der Mond am Abend bereits an Venus und Merkur vorbeigezogen, seine Sichel ist nur zu 5 Prozent beleuchtet, er geht um 23:21 Uhr unter. Die ISS ist in der Nacht um 1:33 Uhr tief im Westsüdwesten zu sehen. Am Abend fliegt sie zwischen 23:08 Uhr und 23:14 Uhr in maximal 74 ° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg.





Mittwoch, 13. Mai 2020

13. Mai 2020: Drei Planeten und der Mond am Morgen


Geht es Ihnen auch so, dass Sie manchmal in der Nacht nicht richtig schlafen können oder plötzlich viel zu früh aufwachen? So ging es mir heute früh um kurz nach 4:00 Uhr. Der Wecker sollte doch erst um 6:45 uhr klingeln.

Doch statt mich, wie meist üblich, einfach im Bett noch einmal umzudrehen und mich in den Schlaf hinein zu grummeln, stand ich auf und packte meine Kamera.

Draußen war es schon recht hell geworden. Astronomisch dunkel ist es nur noch gut zwei Stunden zwischen Mitternacht und 2:00 Uhr. Dann ist die Sonne mindestens 18° Grad unter dem Horizont. Steht die Sonne nur noch zwischen 12° und 18° Grad unter dem Horizont spricht man von der "astronomischen" Dämmerung. Steht die Sonne zwischen 6° und 12° unter dem Horizont sprechen wir von der "nautischen" Dämmerung und bei 0° bis 6° Grad von der "bürgerlichen" Dämmerung.

Um 4:25 Uhr war die Sonne noch 9° Grad unter dem Horizont, also gerade so zur Mitte der nautischen Dämmerung. Ein Blick aus dem Fenster zeigt mir schnell, dass kaum noch Sterne am Himmel zu sehen waren. Aber der abnehmende Mond leuchtete recht hell.

Mit meiner Kamera habe ich gleich ein paar Fotos geschossen, mit einem 50mm Objektiv bei f/2.5 habe ich jeweils 1 Sekunde belichtet bei ISO 800. Um einerseits die Sterne noch punktförmig abzubilden, aber andererseits den Mond nicht zu stark das Bild überbelichten zu lassen. Hier ein kleines Panorama, zusammengesetzt aus zwei Bildern:

Mond, Mars, Saturn und Jupiter am Morgen des 13. Mai 2020
Das Bild zeigt rechts oberhalb vom überbelichteten Mond den hellen Jupiter und etwa auf halber Strecke zwischen Mond und Jupiter den Planeten Saturn. Weiter links kann man auch den recht hellen Planeten Mars gut erkennen. Außerdem sind auf dem Bild noch einige Sterne aus dem Sternbild Steinbock und benachbarter Sternbilder zu erkennen.

Mars und Mond stehen etwa neun bzw. zehn Grad hoch über dem Horizont, Jupiter hat eine Höhe von 14° Grad. Der Blick geht in Richtung Südosten.

Die ISS war heute früh schon um 3:55 Uhr über den Morgenhimmel geflogen. Die habe ich verpasst. Doch diese schöne ruhige Stimmung am Morgen hatte schon etwas für sich. Viele Vögel waren schon am Singen. Die Planeten und der Mond strahlte aber noch eine angenehme Ruhe aus.

Glücklich ging ich wieder in mein Bett zurück und schlief schnell wieder ein, bis zwei Stunden später der Wecker endgültig zum Aufstehen rief.

**************** Nachtrag 14. Mai 2020 *****************

Vielleicht ist es inzwischen doch irgendwie meine eigene innere Uhr, die mich nachts aufstehen lässt. Denn die wirklichspannenden Ereignisse am Himmel finden zur Zeit in der Tag am frühen Morgen statt. Doch heute früh war es leider noch stark bewölkt. Nach nur einem  Foto ing es gleich wieder ins  Bett:

Morgenhimmel am 14.5.2020 um 2:48 Uhr
Hinter den durch die Straßenbeleuchtung hell erleuchteten Wolken bleibt die Milchstrasse verborgen, auch wenn man schon einzelne Sterne erkennen kann. (Bilddaten: Canon 5D MarkII, 50mm, f/2.5, 10sec, ISO800, anschließend in Lightroom Weißabgleich bearbitet und Bild aufgehellt)

Samstag, 9. Mai 2020

11. - 17. Mai 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der Mond immer weiter aus der Nacht in den Morgen zurück. Dabei wandert er an den drei Planeten Jupiter, Saturn und Mars vorbei. Diese gehen morgens ungefähr wie folgt auf: Jupiter ca. 2:00 Uhr, Saturn ca. 2:15 Uhr, Mars um 3:30 Uhr. Die genauen zeiten hängen vom jeweiligen Standort ab und wie gut man freien Blick zum Südost-Horizont hat oder durch das Eggegebirge diese freie Sicht eingeschränkt wird. Am Abendhimmel ist die Venus immer noch strahlender Abendstern, doch wer genau hinschaut, erkennt, dass die Venus allmählich wieder täglich immer etwas tiefer steht, sie also wieder der Sonne esich nähert und daher bald vom Abendstern zum Morgenstern wird. Einen schönen Artikel zur Bewegung der Venus am Himmel haben österreichische Hobbyastronomen verfasst. Die ISS kann in dieser Woche häufig mehrmals in der Nacht gesehen werden.


Am Montag, den 11. Mai, geht der Mond um 1:00 Uhr auf, er nähert sich langsam Jupiter und Saturn. Die ISS ist um ca. 2:17 Uhr im Osten zu sehen, bei ihrem Überflug fliegt sie um 3:54 Uhr genau über Bad Lippspringe hinweg. Die Sonne geht heute um 5:37 Uhr auf und um 21:06 Uhr unter. Richtig "astronomisch" dunkel ist es in der Nacht nur noch von ca. Mitternacht bis kurz nach 2:00 Uhr morgens.


Am Dienstag, den 12. Mai, geht der Mond um 1:54 Uhr auf, er steht jetzt ca. 5° Grad südwestlich von Jupiter und zeigt maximale Libration in Länge, der Krater Grimnaldi steht nahe am Rand. Die ISS kann um 2:17 Uhr im Osten gesehen werden, um 3:06 Uhr fliegt sie ein weiteres Mal exakt durch unseren Zenit, also genau über Bad Lippspringe hinweg, und zwischen 4:39 Uhr und 4:46 Uhr fliegt sie noch einmal in maximal 58° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.


Am Mittwoch, den 13. Mai, ist der Mond am Morgen schon unter Jupiter und Saturn vorbei gezogen und steht jetzt östlich von diesen beiden Planeten, sein Aufgang erfolgt heute um 2:35 Uhr, er ist noch zu 65 Prozent beleuchtet. Bei Jupiter stehen heute alle vier großen Monde auf seiner östlichen Seite. Die ISS ist ganz kurz um 0:46 Uhr tief im Osten zu sehen, um 2:18 Uhr fliegt sie in 86° Grad Höhe fast genau über unsere Stadt hinweg und um 3:55 Uhr noch einmal quer über unseren ganzen Morgenhimmel in maximal 72° Grad Höhe.


Am Donnerstag, den 14. Mai, finden die nächtlichen ISS Überflüge um 1:30 Uhr, 3:07 Uhr und 4:43 Uhr statt. Der Mond geht um 3:07 Uhr auf. Um 16:03 Uhr erreicht der Mond das letzte Viertel, steht zu diesem Zeitpunkt jedoch bei uns unter dem Horizont.


Am Freitag, den 15. Mai, ist die ISS insgesamt fünfmal an diesem Tag zu sehen: Um 0:43 Uhr im Osten, um 2:19 Uhr fliegt sie ein weiteres Mal in dieser Woche genau über unsere Stadt hinweg, um 3:55 Uhr erfolgt ein weiterer Überflug quer über den ganzen Morgenhimmel in maximal 45° Grad Höhe. Am Abend kann sie dann zwischen 22:16 Uhr und 22:20 Uhr tief im Südosten in maximal 14° Grad Höhe bei einem Überflug gesehen werden, zwischen 23:50 Uhr und Mitternacht erfolgt dann ein weiterer grandioser Überflug in maximal 50° Grad Höhe. Der Mond steht am frühen Morgen etwa 3° südlich vom Mars. neben seiner immer schmaler werdenden Sichel ist jetzt in seinem dunklen Teil auch das leicht schimmernde "Erdlicht" zu sehen.


Am Samstag, den 16. Mai, fliegt die ISS um 1:36 Uhr noch einmal exakt über unsere Stadt hinweg. Um 3:08 Uhr erreicht sie auf ihrem Überflug eine Höhe von maximal 59° Grad im Süden und um 4:44 Uhr ist sie maximal 18° Grad hoch oder besser tief im Südwesten zu sehen. Am Abend fliegt sie dann zwischen 23:03 Uhr und 23:13 Uhr in maximal 38° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Heute Abend beginnt um ca. 21:45 Uhr eine weitere Sichtbarkeitsperiode des Planeten Merkur tief im Westnordwesten. Merkur geht um 22:32 Uhr unter. Damit können in den nächsten Tagen wieder alle fünf hellen Planeten am Himmel gefunden werden.


Am Sonntag, den 17. Mai, ist die ISS erneut fünfmal am Tag zu sehen. Um 0:43 Uhr fliegt sie mit 85° Grad Höhe fast genau über unsere Stadt hinweg, um 2:20 Uhr fliegt sie in 78° Grad Höhe über  unseren Himmel und um 3:56 Uhr noch einmal in 25° Grad Höhe. Der noch zu 27° Prozent beleuchtete Mond geht um ca. 4:15 uhr auf. Heute zeigt er maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Nordpol schauen können. Am Abend fliegt die ISS um 22:19 Uhr in 27° Grad Höhe über den noch nicht ganz dunklen Himmel hinweg, zwischen 23:51 Uhr und Mitternacht erfolgt der fünfte und letzte sichtbare Überflug an diesem Tag.




Samstag, 2. Mai 2020

4. - 10. Mai 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche ist Vollmond. Der helle Mond überstrahlt in der Nacht alle lichtschwächeren Objekte. Von den hellen Planeten ist die Venus weiterhin strahlender Abendstern im Nordwesten. Jupiter (ab ca. 2:30 Uhr), Saturn (ab ca. 2:45 Uhr) und Mars (ab 3:50 Uhr) können tief im Südosten gesehen werden. Die ISS kann ebenfalls bei spektakulären morgendlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 4. Mai, fliegt die ISS zwischen 4:36 Uhr und 4:43 Uhr in maximal 52° Grad Höhe über unseren Nachthimmel hinweg. Die Sonne geht um 5:49 Uhr auf und um 20:54 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt länger als 15 Stunden. Die astronomisch dunkle Nacht dagegen nur noch gut drei Stunden zwischen kurz vor Mitternacht bis kurz nach 3:00 Uhr. Der Mond geht morgens erst um 5:00 Uhr unter, am Abend ist er zu 90 Prozent beleuchtet. Er zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Südpol sehen können.

Am Dienstag, den 5. Mai, steht in der Frühe Mars nur 1° Grad von Stern Delta Cap (Steinbock) entfernt. Die ISS ist zwischen 3:50 Uhr und 3:54 Uhr im Südosten in maximal 39° Grad Höhe bei ihrem Überflug zu sehen. Der Mond steht am Abend 6° Grad nördlich von Spica in der Jungfrau.

Am Mittwoch, den 6. Mai, ist die ISS zwischen 4:36 Uhr und 4:44 Uhr in maximal 78° Grad Höhe hoch am Himmel zu sehen, dabei fliegt sie sehr dicht an der Wega im Sternbild Leier vorbei.

Am Donnerstag, den 7. Mai, fliegt die ISS zwischen 3:50 Uhr und 3:56 Uhr in maximal 69° Grad Höhe über den Nachthimmel.Um 12:45 Uhr exakt erreicht der Mond seine Vollmondposition. Zu diesem zeitpunkt steht er bei uns unter dem Horizont, wir haben also eigentlich wieder zwei Vollmondnächte, die zu Donnerstag und die zu Freitag.

Am Freitag, den 8. Mai,  steigt die ISS ab 4:37 Uhr exakt im Westen hoch, um anschließend exakt um 4:40:09 Uhr über Bad Lippspringe hinweg zu fliegen, um 4:45 verschwindet sie genau im Osten. Am Abend steht der immer noch zu 97 Prozent beleuchtete Mond im Sternbild Skorpion, er geht um 22:33 Uhr auf.

Am Samstag, den 9. Mai, fliegt die ISS zwischen 3:50 Uhr und 3:57 Uhr in maximal 85° Grad Höhe wieder fast genau über unsere Stadt hinweg. Der Mond geht am Abend erst kurz vor Mitternacht auf.

Am Sonntag, den 10. Mai, ist die ISS in der Nacht gleich zweimal gut zu beobachten: um 3:03 Uhr tritt die ISS in der Nähe von Arkturus im Bootes aus dem Erdschatten heraus, fliegt dann knapp an der Wega vorbei und verschwindet um 3:09 Uhr im Osten. Ein zweites Mal fliegt sie zwischen 4:37 Uhr und 4:46 Uhr noch etwas höher in maximal 83° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Der Mond geht erst am Montag um 1:00 Uhr auf, vorher kann also tatsächlich noch etwas "deep-sky-Astronomie betrieben werden.









Dienstag, 28. April 2020

23. April: ISS-Transit vor der Sonne


90 Minuten ungefähr braucht die ISS um einmal um die Erde herum zu fliegen. Manchmal kann man sie dabei beobachten. Am einfachsten ist dies am Abend oder Morgen, wenn die Sonne untergegangen ist, die ISS auf ihrer Bahn in gut 400 Kilometern Höhe über der Erde aber noch beleuchtet wird. Für einen Beobachter auf der Erde fliegt die ISS dann wie ein heller Stern in wenigen Minuten über den dunklen Himmel. Tagsüber sind solche Überflüge normalerweise nicht sichtbar, weil das helle Licht der Sonne dann alles überstrahlt.

Manchmal fliegt die ISS jedoch ganz genau vor der Sonnenscheibe vorüber und ist dann ebenfalls zu sehen. So ein Ereignis ist vielleicht vergleichbar mit einer Sonnenfinsternis, wenn sich der Mond genau zwischen einen Beobachter und die Sonne schiebt. Man kann dann die Silhouette der Raumstation vor der Sonne erkennen. Das ist jedoch nicht trivial.

Die ISS bewegt sich recht schnell am Himmel entlang. Und die Sonne ist zwar strahlend hell am Himmel, aber eigentlich auch nicht wirklich groß. Ein solcher Vorbeiflug (Transit) der ISS dauert nur etwa eine Sekunde. Am 8. März 2015 hatte ich schon einmal das Glück, einen solchen Transit zu beobachten.

Man hat also eigentlich keine Zeit am richtigen Objekt die Kameraeinstellungen in Ruhe auszuprobieren. Man braucht schon etwas Glück, denn es gibt viele Fehlermöglichkeiten. Die Daten für solche Vorüberflüge kann man heute im Internet finden. Der "Streifen", von dem man aus einen solchen Transit sehen kann, ist nur ganz wenige Kilometer breit. Und es sind immer nur "Vorausberechnungen". Muss die ISS ihre Bahn korrigieren, stimmen sie ganz schnell nicht mehr. Die Kameras und Fernrohre, mit denen man ein solches Ereignis beobachten will, müssen vor der Sonnenstrahlung selbst gut geschützt werden. Zur Zeit ist es auch nicht einfach, eine auf die Sonne gerichtete Kamera scharf zu stellen. Auf der Sonne gibt es keine Flecken, an denen man sich orientieren kann. Bleibt also nur der Sonnenrand. Doch je nach Temperatur und Turbulenzen in der Atmosshäre "wabert" der mal mehr mal weniger. und das Wetter muss natürlich auch mitspielen.

Am Samstag, den 18. April sollte es in unserer Region mal wieder so weit sein. Um 10:07 Uhr sollte es in Paderborn einen solchen Überflug geben, der zum Beispiel auch vom Heinz-Nixdorf-Museumsforum auch zu beobachten wäre. Auf dem großen Parkplatz hatten sich - mit mehr als ausreichendem Abstand - gleich mehrere Freunde von der Sternwarte Paderborn eingefunden, um das Ereignis zu beobachten und zu fotografieren. Alles wurde aufgebaut, sorgfältig ausgerichtet, vorbereitet - ich schaute auf meine Uhr: "10:00 Uhr - oh da aben wir noch etwas Zeit", dachte ich und ging noch einmal von meinem Fernrohr weg in auf einem anderen Sternfreund hin und wollte ihn was fragen - und da war es schon passiert. Es wird wohl eher 10:06 Uhr gewesen sein. Ich war zu blöd um richtig die Uhr abzulesen und habe dann auch noch durch meine Frage die anderen abgelenkt, so dass wir das Ereignis alle nicht fotografiert hatten. Viel Aufwand und kein Ergebnis! Ja, so kann es manchmal gehen.

Doch ich sollte noch eine zweite Chance bekommen. Am Donnerstag, den 23. April war für 8 Uhr : 34 Minuten und 50 Sekunden erneut ein Transit der ISS vorher gesagt, diesmal von meinem Garten aus zu beobachten. Wieder alles aufgebaut - und diesmal hat es geklappt.

Mit meinem Spektiv und ein Kleinbildkamera habe ich das Ereignis wie 2015 gefilmt. Der nachfolgende Film zeigt den Transit. Er dauert insgesamt 13 Sekunden und etwa bei Sekunde 8 und 9 fliegt die ISS von rechts oben nach links unten vorüber. Leider kam genau in dem Moment eine heftige Windbö, so dass alles ein wenig am Zittern ist, aber man kann den Vorbeiflug durchaus erkennen. (Den Ton könnt ihr abstellen, das habe ich nur eingerichtet, um mein blödes Gequatsche zu überspielen):



Zusätzlich habe ich dieses Ereignis diesmal mit meinem Fernrohr und einer angeschlossenen Spiegelreflexkamera fotografiert. Mit 1/3000 Sekunde gelangen mir sechs Bilder, auf denen die ISS zu sehen ist. Man muss eine so kurze Belichtungszeit wählen, weil die ISS selbst so schnell vor der Sonne entlang fliegt, das sie sonst schnell unscharf erscheinen würde. Ich habe diese Sequenz zu einem kleinen "anmierten gif" zusammengesetzt. In diesen Bildern fliegt die ISS eher im unteren Bilderteil von rechts nach links vor der Sonne vorüber:

Animation des Vorüberflugs der ISS vor der Sonne am 23. April um 8:34 und 50 Sekunden.


Hier noch ein Einzelbild:

Die ISS ist der kleine "Fliegenschiss" rechts unten auf der Sonne.


Und hier ein Auschschnitt aus dieser Bilderserie, im 1:1 Maßstab, also der originalen Bildgröße:



Man kan deutlich die großen Solarpaneele der ISS erkennen. In diesem Moment war die ISS ziemlich genau 1000 Kilometer von uns entfernt. Im Original hat die ISS etwa die Größe eines Fußballfeldes. 1000 Kilometer entfernt von uns ist zum Beispiel auch Brest an der französischen Atlantikküste oder Umbrien in Italien (kurz vor Rom). Stellen Sie sich mal vor, sie schauen dort auf ein Fußballfeld in einem Stadion!

Hier noch ein Bild, welche Bahn die ISS in diesem Moment über der Erde tatsächlich genommen hat ((c)heavens-above.com):

Bodenspur der ISS an diesem Morgen.

Im Moment des Transits, 10 Sekunden vor 8:35 Uhr befand sich die ISS irgendwo über dem Grenzgebiet von Polen und der Ukraine.

Raumfahrt ist faszinierend. Und genauso spannend ist es, die Raumfahrer dort oben im All von der Erde aus zu verfolgen.

Sonntag, 26. April 2020

27. April - 3. Mai 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche fällt am Abendhimmel zunächst der täglich heller werdende, zunehmende Mond auf. Die Venus strahlt als Abendstern. Am Morgenhimmel sind Jupiter (ab kurz nach 3:00 Uhr), Saturn (ab ca. 3:20 Uhr) und Mars (ab ca. 4:00 Uhr) zu sehen. Auch die ISS kann in den sehr frühen Morgenstunden bei nächtlichen Überflügen gesehen werden. Richtig "astronomisch dunkel" (das ist durch einen Sonnenstand von mehr als 18° Grad unter dem Horizont definiert) wird es nur noch zwischen ca. 23:20 Uhr und 3:20 Uhr nachts.

Am Montag, den 27. April, geht die Sonne um 6:03 Uhr auf und um 20:43 Uhr unter. Das sind erneut 26 Minuten länger Sonnenschein als noch vor einer Woche. Die Venus erreicht heute ihre größte Helligkeit in dieser Sichtbarkeitsperiode als Abendstern, sie strahlt "im größten Glanz" mit -4.6mag Helligkeit. Der Mond ist am Abend zu ca. 20 Prozent beleuchtet und geht erst am Dienstagmorgen nach 1:00 Uhr unter. Die ISS ist erstmalig wieder am frühen Morgen zu sehen, sie fliegt gegen 5:22 Uhr in maximal 10° Grad Höhe ganz flach über unseren Südosthimmel hinweg, noch unterhalb von Jupiter und Saturn, haarscharf am Mars vorbei.

Am Dienstag, den 28. April, kommt es um 22:34 Uhr zur Bedeckung eines nur 7.15mag leuchtenden Sternchens durch den Mond.

Am Mittwoch, den 29. April,  fliegt die ISS zwischen 5:20 Uhr und 5:28 Uhr über unseren Morgenhimmel hinweg, heute ist sie schon etwas höher (maximal in 21° Grad Höhe) oberhalb von Jupiter und Saturn zu beobachten. Die vier Jupitermonde stehen heute früh alle links, also östlich von Jupiter, Europa und Ganymed kommen sich dabei um 5:08 Uhr scheinbar besonders nahe.

Hier ein Bild des Mondes, aufgenommen am 29. April kurz nach 22 Uhr:

Mond am 29. April 2020


Am Donnerstag, den 30. April, kommt es um 1:10 Uhr zu einer Sternbedeckung durch den Mond. Der Mond zeigt maximale Libration in Breite, das Mare Crisium steht nah am Rand. Ab 4:23 Uhr sind bei Jupiter nur noch zwei Monde zu sehen, Europa und Io werden durch den Planeten verfinstert. Die ISS fliegt zwischen 4:34 Uhr und 4:40 knapp oberhalb von Jupiter und Saturn über unseren Morgenhimmel hinweg. Abends um 22:38 Uhr erreicht der Mond das Erste Viertel. Er geht erst am 1. Mai um 3:46 Uhr unter.

Am Freitag, den 1. Mai, ist am frühen Morgen die ISS nur kurz ab 3:48 Uhr zu sehen, sie tritt nur wenig westlich von Jupiter und Saturn aus dem Erdschate heraus und verschwindet dann schnell Richtung Osten. Der Mond nähert sich Abend dem Löwen mit seinem hellen Stern Regulus.

Am Samstag, den 2. Mai, fliegt die ISS zwischen 4:35 Uhr und 4:42 Uhr in maximal 29° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Am Abend ist der Mond bereits an Regulus vorbei gezogen.

Am Sonntag, den 3. Mai, ist die ISS zwischen 3:49 Uhr und 3:54 Uhr in maximal 21° Grad Höhe am südöstlichen Himmel zu beobachten. Der Mond geht im Westen um 4:40 Uhr unter, leuchtet also fast schon die ganze Nacht. Um 23:44 Uhr wird der Stern nü Vir mit 4.2mag am nördlichen Mondrand bedeckt. Die Bedeckung dauert nicht lange. Da der Stern zu den helleren gehört, ist vielleicht sogar das Wiedererscheinen am hellen Mondrand zu beobachten. Im Nordosten Deutschlands, etwa auf einer Linie von Rostock über Berlin kann diese Bedeckung sogar als streifende Bedeckung beobachtet werden.

Donnerstag, 23. April 2020

23. April 2020: 60 Starlink-Satelliten ziehen über den Abendhimmel


Am 22. April wurden in den USA durch die Firma spaceX weitere 60 Starlink-Satelliten gleichzeitig gestartet. Nur einen Tag später, am 23. April 2020 überflogen sie kurz vor 22 Uhr auch Deutschland. Mir sind davon ein paar Fotos gelungen. Ich hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass die 60 Satelliten noch so eng beieinander sein würden und leider nur ein Weitwinkelobjektiv eingepackt. Bei vier Sekunden Belichtungszeit erscheinen auf meinen Fotos die vielen einzelnen Satelliten nur wie eine etwas langegezogene Spur.

Hier die erste Aufnahme:

Venus und Starlink-Flare.
Man erkennt auf dem Bild sofort die helle Venus. Etwas darunter nach links hin sieht man einen kleinen Strich, das sind die 60 Satelliten. An dieser Stelle waren sie besonders hell und reflektierten das Licht der untergegangenen Sonne wohl direkt zu mir hin. (Fotodaten: Canon 5D Mark II mit Sigma 20mm Weitwinkel-Objektiv bei f/2, ISO200 und 4 Sekunden).

Da Satelliten zogen von rechts nach links durch das Bild. Zunächst am Orion vorbei, dann unterhalb von Prokyon im Kleinen Hund Richtung Löwe und Regulus. In der Nähe von Prokyon kam es zu einem zweiten hellerem Aufleuchten:

Der zweite (etwas schwächere) Flare kurz vor Prokyon.

Samstag, 18. April 2020

20. - 26. April 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche ist am Donnerstag Neumond, die Nächte eignen sich also hervorragend zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel. Von den hellen Planeten ist die Venus am Abend bis gut nach Mitternacht im Westen zu sehen. Am Morgenhimmel kann man ab ca. 3:30 Uhr Jupiter im Südosten finden, Saturn geht ca. eine Viertelstunde später auf, Mars folgt ab etwa 4:30 Uhr. Die ISS ist bei nächtlichen Überflügen nicht zu beobachten.

Am Montag, den 20. April, in der Frühe ist die schmale Mondsichel wahrscheinlich nicht mehr am Morgenhimmel zu sehen. Sie geht um 6:00 Uhr auf und ist nur zu 6 Prozent beleuchtet. Die Sonne nur wenig später um 6:17 Uhr auf und um 20:31 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt also schon länger als 14 Stunden. Astronomisch dunkel wird es nur noch zwischen 23:00  Uhr und 4:00 Uhr morgens.

Am Dienstag, den 21. April, zeigen sich bei Jupiter am Morgen nur drei galileische Monde, Kallisto, Ganymed und Io.

Am Mittwoch, den 22. April, wandert ab 5:10Uhr der Schatten von Io über die Planetenscheibe des Jupiter.

Am Donnerstag, den 23. April, erreicht der Meteorstrom der Lyriden sein Maximum. Um 4:26 Uhr erreicht der Mond seine exakte Neumondposition. Die Kleinplaneten Harmonia und Thalia (beide ca. 10mag) stehen heute in Opposition zur Sonne.

Am Freitag, den 24. April, stehen bei Jupiter heute früh alle vier galileischen Monde auf der gleichen Seite. Bei Saturn stehen die Monde Thethys und Titan in westlicher Elongation und sind ebenfalls relativ einfach zu sehen. Die schmale Mondsichel ist zu drei Prozent beleuchtet, können sie sie am Himmel finden? Der Mond geht um 22 Uhr unter.

Am Samstag, den 25. April, steht die Mondsichel am Abend im "goldenen Tor der Ekliptik" zwischen den Hyaden und Plejaden. Sie geht um 23:16 Uhr unter. Sie ist zu 7 Prozent beleuchtet, im dunklen Teil des Mondes schimmert das Erdlicht.

Am Sonntag, den 26. April, steht der Mond am Abend unterhalb der Venus. Er geht erst nach Mitternacht unter und ist zu 13 Prozent beleuchtet.




Freitag, 17. April 2020

17. April 2020: Der Mond am Morgen

Heute musste ich mal wieder früh raus. Eine gute Gelegenheit noch einmal einen Blick zum Mond zu werfen. Um kurz vor sechs Uhr konnte ich dieses Foto des Morgenhimmels schießen. Die Sterne und Planetenwaren schon ziemlich verblasst, im Osten wurde es schon sehr hell:

Der Mond am Morgen des 17. April (Nikon Coolpix P950, ISO180, 1/30sec, f/2,8, 28mm)

Und hier noch einmal der Mond, diesmal mit längerer Brennweite fotografiert:

Fast in der Mitte an der Schattengrenze: der Krater Kopernikus. (Kamera wie oben, f/6.5, 1/13sec, ISO400, 2000mm)
So tief wie der Mond am Himmel steht, so rötlich-braum leuchtet er in der Dämmerung.Die große Vergrößerung zeigt einige Krater. Bald wird er ncht mehr am Morgenhimmel zu sehen sein, weil er im Südosten viel zu flach aufsteigt. Neumond ist jedoch erst am kommenden Donnerstag.

Die Wettervorhersage für die kommenden Tage sieht gut aus, da werden sich in der Nacht viele viele Objekte am Sternenhimmel beobachten lassen. Schon in den letzten 14 Tagen hatten wir viele klare Nächte. Ich habe auch einige Fotos gemacht, doch bislang kaum Zeit gefunden, diese Bilder selbst zu betrachten.  Mich selbst stört dies jedoch sehr wenig. Hat doch jede neue Nacht mit klare Himmel immer wieder ihren eigenen Zauber.

Sonntag, 12. April 2020

13. - 19. April 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der Mond immer weiter in die frühen Morgenstunden zurück. Die Abende und Nächte eignen sich daher immer besser zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Sternenhimmel. Von den hellen Planeten strahlt die Venus am Abend im Westen bis deutlich nach Mitternacht, am Morgenhimmel sind Jupiter (ab ca. 3:45 Uhr) , Saturn (ab ca. 4:10 Uhr) und  (ab ca. 4:40 Uhr) zu sehen. Der Mond zieht in dieser Woche genau unterhalb dieser drei Planeten seine Bahn.  Diese Woche ist also wirklich etwas für die astronomischen Frühaufsteher. Die ISS ist in dieser Woche bei uns bei nächtlichen Überflügen nicht zu sehen.

Am Ostermontag, den 13. April, geht der abnehmende Mond um 2:12 Uhr auf, er ist noch zu 70 Prozent beleuchtet. Um 3:34 Uhr und um 4:05 Uhr enden die Bedeckungen von zwei kleinen Sternen, die dann plötzlich hinter seinen dunklen Seite wieder auftauchen, also quasi "angeknipst" werden. Die Sonne geht um 6:32 Uhr auf und um 20:19 Uhr unter. Das sind am Morgen 16 Minuten früher als letzten Montag und am Abend 12 Minuten später, der helle Tag dauert also 28 Minuten länger als noch vor einer Woche. Gleichzeitig sinkt die Sonne nicht mehr so tief unter den Horizont im Norden. Ihre Bahn verläuft in diesem Teil des Himmels auch flacher. Das bedeutet, dass die Dämmerungszeiten auch länger werden. Richtig "astronomisch dunkel" ist es nur noch zwischen ca. 22:30 Uhr und 4:20 Uhr.

Am Dienstag, den 14. April, geht der Mond um 3:12 Uhr auf, er nähert sich langsam dem Jupiter, der heute um 3:34 Uhr aufgeht. Je nach Beobachtungsstandort hier passiert dies alles jedoch bei uns ca. 20 Minuten später, da der Mond und Jupiter erst über dem Eggegebirge aufsteigen müssen. Bei Jupiter sind heute bis 5:54 Uhr nur drei Monde zu sehen, da der Mond Europa hinter dem Planeten her zieht.

Am Mittwoch, den 15. April,stehen zunächst alle Jupitermonde auf der gleichen Seite. Ab 4:35 Uhr wandert Mond Io vor dem Planeten vorüber, bis 5:32 Uhr kann man in größeren Fernrohren Ios Schatten über den Planeten ziehen sehen. Die Beobachtung wird jedoch durch den Mond erschwert, der heute früh unterhalb von Jupiter und Saturn steht. Um 0:56 Uhr hatte er exakt das Letzte Viertel erreicht, er gehtaber bei uns erst gegen 4:00 Uhr auf.

Am Donnerstag, den 16. April, ist der Mond in der Frühe bis zum Mars weiter gezogen. Er ist nur noch zu ca. 38 Prozent beleuchtet, in seinem dunklen Teil schimmert jetzt das Erdlicht.

Am Freitag, den 17. April, zeigt der Mond wieder einmal maximale Libration in Breite, wir können seinen Nordpol sehen. Er geht jetzt jedoch erst nach 5:00 Uhr auf, zu dieser Zeit dämmert es schon. Der veränderliche Stern Algol zeigt heute um 23:52 Uhr ein Helligkeitsminimum.

Am Samstag, den 18. April, geht die nur noch zu 21 Prozent beleuchtete Mondsichel erst nach 5:30 Uhr auf.

Am Sonntag, den 19. April, geht die nur noch zu 14 Prozet beleuchtete schmale Mondsichel erst gegen 6:00 Uhr auf, ob sie überhaupt noch in der Morgendämmerung zu finden sein wird?

Freitag, 10. April 2020

Ärgerliche Werbung oder Corona-Solidaritätszeichen?


Vielen in Bad Lippspringe ist sicherlich an den vielen schönen, klaren Abenden in den letzten Wochen ein heller Laserstrahl aufgefallen.

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob er vom Nachbarn gestartet wurde. So wie auch hier auf dem Foto aus meinem Garten heraus:

Ein Laserstrahl über Bad Lippspringe?
Doch keine Sorge, der Laserstrahl kommt nicht aus dem Schornstein meiner Nachbarn sondern wird viel weiter von uns entfernt in den Himmel gejagt.

Er leuchtet vom Grundstück des Besitzers der Firma "LightArt" aus und das befindet sich in Detmold-Diestelbruch, also über 20 Kilometer von uns entfernt, ganz auf der anderen Seite des Teutoburger Waldes.

Die Firma LightArt veranstaltet alljährlich das Event "Der Herrmann leuchtet", eine tolle Lasershow rund um das Hermansdenkmal, das normalerweise im März/April statffindet und im letzten Jahr über 15.000 Besucher hatte. Wegen der Corona-Krise wurde das Festival in diesem Jahr auf den 24. September bis 4. Oktober verschoben.

Am 23. März meldete die Lippische Landszeitung nun:  

"Ein grüner Laser soll ab sofort jeden Abend von 20 bis 21 Uhr in den Himmel strahlen. „Lights of hope" (Lichter der Hoffnung) nennt Uwe Acker, Managing Director der Firma „LightArt", diese Aktion. 
 
Von seinem Wohnhaus in Diestelbruch geht der Strahl schräg über den Berg Richtung Klinikum Lippe-Detmold und weiter Richtung Bielefeld. „Es ist ein Licht in dunklen Stunden in dieser schweren Zeit", sagt Acker. Damit wolle er allen Mitarbeitern im Klinikum für ihren Einsatz danken und den Patienten eine Freude machen"

Aufgrund der Sommerzeit leuchtet der Laser nun täglich von 21 bis 22 Uhr.  

Solidarität mit den Pflegekräften und Ärzten und Patienten in den Kliniken ist sicherlich richtig und wichtig. Aber muss das nun wirklich jeden Abend über einen Laserstrahl erfolgen? Reicht nicht das Licht der Sterne, der Planeten und des Mondes?  Ich würde mich freuen, wenn die Firma LightArt einen unauffälligeren Weg finden würde, ihre Solidarität praktisch zum Ausdruck zu bringen.

Sonntag, 5. April 2020

4.April 2020: Ein Komet am (photographischen) Nachthimmel

In der "Astro-Szene" hat es sich schon herum gesprochen, es gibt am Nachthimmel zur Zeit einen Kometen, der vielleicht in ein paar Wochen sogar mit dem bloßen Auge sichtbar werden könnte.

Zur Zeit strahlt der Mond sehr hell am Abendhimmel, wir haben ja in wenigen Tagen den Oster-Vollmond. Da fällt dann der zur Zeit noch recht lichtschwache Gesell am Himmel wirklich nicht auf.

Der Komet trägt den Namen C/2019 Y4 ATLAS. Er soll jetzt eine Helligkeit von ca. 8mag haben. In klaren, dunklen Nächte kann ich mit meiner Spiegelreflexkamera durchaus Sterne ablichten, die viel lichtschwächer sind. Bei Kometen muss man jedoch aufpassen, die Helligkeitsangabe bezieht sich immer auf eine "Gesamthelligkeit", wenn alles Licht des Kometen in einem Punkt konzentriert wäre. Doch dies ist bei ihnen meist nicht der Fall, insbesondere wenn sie einen Schweif entwickeln, dann verteilt sich die Helligkeit natürlich auf eine größere Fläche.

Und da reichte dann zuletzt auch meine Kamera nicht mehr. Durch das helle Mondlicht wird ja praktisch auch die Dunkelheit des Himmelshintergrund angehoben, so dass ich nur noch Sterne bis zur 8mag fotografieren konnte.

Am Abend des 4. April aber konnte ich endlich wieder mein Teleskop aufbauen, der Kabelschaden vom Astronomietag ist dank der Hilfe eines Freundes behoben. Die genauen Koordinaten des Kometen konnte ich aus dem Internet holen, das Fenrohr richtig positionieren - und trotzdem sah ich mit bloßem Auge zunächst nichts. Vielleicht eine kleine Aufhellung des Hintergrunds, aber - ehrlich geagt - ich konnte nicht unterscheiden, ob das wirklich echt war, oder ob ich mir dies nur einbildete.

Also die Kamera ans Teleskop gehängt. So einen Kamerachip kann man ja auch länger belichten - und siehe da: der Komet war tatsächlich genau im Blickfeld.

Hier eines von mehreren Fotos, die ich dann gleich gemacht habe:

Komet C/2019 Y4 Atlas am 4.4.2020 um 22:39  Uhr MESZ


Der Komet ist der diffuse grüne Fleck, etwas links im Bild. Täusche ich mich, oder ist sogar ein kleiner Schweifansatz zu erkennen?  Der hellste Stern rechts im Bild hat eine Helligkeit von 9mag, die schwächsten erkennbaren Sternchen eine helligkeit von ca. 14.8 mag.

Das Bild entstand mit meiner Canon 5D MarkII Kamera direkt am Celestron C8 Teleskop. Bei ISO1600 habe ich 170 Sekunden belichtet, die Fernohrbrennweite (die ich ja praktisch als "Tele" genutzt habe) beträgt 2000 mm.

Helligkeitsvorhersagen für Kometen sind immer nur mit Vorsicht zu genießen. Dies schreibt auch Jan Hattenbach in seinem Blog "Himmelslichter.Net", der hier ausführlich den Kometen und seine Sichtbarkeitschancen beschreibt.

In der Woche vor Ostern wird der Komet wohl ein reines photographisches Fernrohrobjekt bleiben. Wenn der Mond verschwunden ist, könnte er in der Woche nach Ostern auch für kleinere Geräte interessant werden. Und wenn er vier Wochen später dann der Erde und der Sonne sich weiter genähert hat...

Hören wir auf zu spekulieren. Warten wir es geduldig ab. Ich werde mich bemühen, sie weiter auf dem laufenden zu halten.

6. - 12. April: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Vollmond. Der erste Vollmond nach Frühlingsanfang - und deshalb ist dann am Wochenende auch Ostern. Von den hellen Planeten strahlt am Abend im Westen bis kurz nach Mitternacht die Venus, am frühen Morgen sind im Südosten Jupiter (ab ca. 4:30 Uhr), Saturn (ab ca. 4:45 Uhr) und Mars (ab ca. 5:00 Uhr) zu sehen. Zum Ende der Woche hin, wenn der Mondsich vom Abendhimmel zurück zieht, kann mit entsprechender Ausrüstung im Norden viellecht sogar ein Komet beobachtet werden. Die ISS ist nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 6. April,  geht die Sonne um 6:48 Uhr auf und um 20:07 Uhr unter. Der helle Tag dauert also 27 Minuten länger als noch vor einer Woche. Der Mond befindet sich im Sternbild Jungfrau und geht um 17:49 Uhr auf. Er ist zu 81 Prozent beleuchtet und geht erst am nächsten Morgen um 6:59 Uhr unter.

Am Dienstag, den 7. April, befindet sich der Vollmond am Abend in Erdnähe, der kürzeste Mondabstand in diesem Jahr. Er zeigt einen Durchmesser von 33,38' Bogenminuten. Um 4:38 Uhr am Mittwochmorgen erreicht er seine exakte Vollmondposition.

Am Mittwoch, den 8. April, kann man in der Frühe bei Jupiter ab 4:46 Uhr den Schatten von Mond Ganymed über die Planetenscheibe wandern sehen. Mond Io beendet um 4:58 Uhr seinen Durchgang vor dem Planeten.

Am Gründonnerstag, den 9. April, endet um 3:08 Uhr eine Sternbedeckung durch den Mond, am dunklen Rand tritt der Stern 95 Virginis (5.5mag) wieder hervor. Abends geht der zu 95 Prozent beleuchtete Mond im Sternbild Waage  um 22:14 Uhr auf.

Am Karfreitag, den 10. April, geht der Mond erst um 23:39 Uhr auf, er steht bereits im Sternbild Skorpion und ist nur noch zu 90 Prozent beleuchtet. Durch die späten Mondaufgänge kann in den nächsten Tagen bei klarstem Himmel in Richtung Westen vielleicht das Zodiakallicht bebachtet werden.

Am Samstag, den 11. April, kann man am Abend schon wieder "deep-sky"-Beobachtung betreiben, der Mond geht erst nach 1:00 Uhr am folgenden Morgen auf. Vielleicht ist dadurch auf länger belichteten Fotografien oder in einem kleinen Fernrohr auch schon der Komet C/2019 Y4 ATLAS zu erkennen. Er sollte zuletzt eine Helligkeit von 8mag gehabt haben, aber noch heller werden.

Am Ostersonntag, den 12. April, geht der Mond noch später auf, erst deutlich nach 2:00 Uhr am Ostermontag. Bei klarem Wetter eignet sich diese Nacht gut zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel wie Kleinplaneten, fernen Galaxien oder auch des schon für Samstag erwähnten Kometen. Spezialisten könne sich ja mal auf die Sucher nach dem Ei-Nebel im Weltall machen. Florian Freistätter hat diesen sehr schön im letzten Jahr in seinem Blog zu Ostern beschrieben.

Ich wünsche allem meinen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes Osterfest! Bleibt gesund und behütet!