Sonntag, 3. Juli 2022

4.-10. Juli 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche erreicht der Mond am Donnerstag das Erste Viertel. Er steht nur wenig über dem Horizont, ist aber trotzdem ein lohnendes Ziel für den ersten Teil der Nacht. Von den hellen Planeten geht Saturn als erster schon vor Mitternacht im Südosten auf. Danach folgt Jupiter um ca. 1:00 Uhr, Mars um ca. 1:45 Uhr und später geht auch noch die Venus gegen 3:45 Uhr im Osten auf. Die ISS ist bei vielen morgendlichen Überflügen sichtbar.

Am Montag, den 4. Juli, geht die Sonne um 5:12 Uhr auf und um 21:45 Uhr unter. Noch ist der Rückgang der Tageslänge kaum zu spüren, gegenüber dem letzten Montag sind das gerade mal 7 Minuten. Der Mond ist am Abend zu 23 Prozent beleuchtet. Er geht erst deutlich nach Mitternacht um 0:41 Uhr unter. Die ISS tritt  bereits um 2:35 Uhr in der Nähe von Saturn aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann schnell nach Osten. Beim nächsten Überflug ist sie zwischen 4:09 Uhr und 4:17 Uhr fliegt sie von West nach Ost über den kompletten Himmel und erreicht eine maximale Höhe von 67° Grad im Süden.

Am Dienstag, den 5. Juli, fliegt die ISS um 1:50 Uhr haarscharf an Jupiter vorbei. Bei ihrem nächsten Überflug zwischen 3:22 Uhr und 3:29 Uhr erreicht sie maximal eine Höhe von 53° Grad. Der Mond ist am Abend zu 38 Prozent beleuchtet. Bereits um 22:06 Uhr kommt es zu einer Bedeckung eines 5,4mag hellen Sterns (7 Vir), wahrscheinlich ist es jedoch selbst für das Teleskop noch viel zu hell, um diese Bedeckung zu beobachten.

Am Mittwoch, den 6. Juli, ist die ISS auch wieder zweimal zu sehen. Um 2:35 Uhr zeigt sie sich im Süden und fliegt schnell nach Osten weiter, zwischen 4:08 Uhr und 4:17 Uhr fliegt sie dann mit 87° Grad Höhe fast genau über unsere Stadt hinweg. Der Mond ist am Abend zu 48 Prozent beleuchtet, er zeigt maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht nahe am Rand. Kleinplanet (14) Irene steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Donnerstag, den 7. Juli, ist die ISS um 41:50 Uhr herum kurz im Südosten zu sehen. Beim Überflug zwischen 3:21 Uhr und 3:29 Uhr erreicht sie gut 73° Grad Höhe über dem Horizont. Um 4:14 erreicht der Mond exakt das Erste Viertel, dann steht er jedoch bei uns unter dem Horizont. Am Abend steht der Mond unweit von Spica in der Jungfrau, später lässt sich ab ca. 0:50 Uhr vielleicht noch der sog. Hesiodus-Strahl beobachten, allerdings geht der Mond schon eine halbe Stunde später unter.

Am Freitag, den 8. Juli,  kann die ISS sogar dreimal  beobachtet werden. Um 1:02 Kurz in der Nähe des frisch aufgegangenen Jupiter, beim Überflug zwischen 2:34 Uhr und 2:41 Uhr in maximal 66° Grad Höhe und zwischen 4:07 Uhr und 4:18 Uhr fliegt sie ein weiteres Mal in dieser Woche fast genau über unsere Stadt hinweg. Der Mond ist abends zu 69 Prozent beleuchtet.

Am Samstag, den 9. Juli,  fliegt die ISS zwischen 1:47 Uhr und 1:52 Uhr in maximal 51° Grad über unseren Nachthimmel hinweg, ein weiteres Mal zwischen 3:19 Uhr und 3:29 Uhr, um  3h:24m:18s fliegt sie dabei exakt über unsere Stadt hinweg. Der Mond ist am Abend zun79 Prozent beleuchtet.

Am Sonntag, den 10. Juli,  ist die ISS gegen 1:00 Uhr kurz im Südosten zu sehen, beim nächsten Überflug zwischen 2:33 Uhr und 2:41 Uhr fliegt sie fast genau über unsere Stadt hinweg (86° Grad Höhe) und zwischen 4:09 Uhr und 4:18 Uhr fliegt sie noch einmal in maximal 71° Grad Höhe über unseren aufgehellten Himmel in der Morgendämmerung hinweg. Der zu 88 Prozent beleuchtete Mond steht am Abend im Sternbild Skorpion recht nahe bei Antares. Um 22:56 Uhr kommt es zu einer Bedeckung eines 4,5mag hellen Sterns (19 Sco), auch diese Sternbedeckung wird in der Dämmerung nur schwer zu verfolgen sein.

Samstag, 2. Juli 2022

1. Juli 2022: Ein paar Impressionen aus der Nacht

 Am Freitagabend, 1. Juli 2022, sollte der Himmel klar sein. Leider zogen doch immer wieder Wolken durch. So musste ich immer wieder mal die Beobachtungsrichtung ändern, neue Ziele suchen. Entspannend war das nicht so wirklich, aber ich denke, Spaß gemacht hat es trotzdem. Einige Fotos sind mir unter den nicht optimalen Bedingungen doch so gelungen, dass ich sie hier zeigen möchte. Da hat die Vespera-Beobachtungsstation schon einen klaren Vorteil: durch das Live-Stacking hat man schnell ein anschaubares Bild zur Hand. Bilder, die ich in dieser Nacht an meinem großen Teleskop parallel mache, muss ich erst anschließend noch "entwickeln". Also die Einzelbilder von der Kamera auf den PC kopieren, durch die Stacking-Software laufen lassen, mit guter Bildbearbeitungssoftware nachbearbeiten usw. Vorher natürlich nicht Flats und Darks vergessen. 

Doch ich will nicht lamentieren, sondern einfach ein paar Bilder zeigen.

Zunächst der Mond, als schmale Sichel noch in der Abenddämmerung gegen 22 Uhr fotografiert:

Der Mond am 1.7.22 um 22:15 MESZ

 Das Foto entstand mit meinem Spektiv und einer Kleinbildkamera. Dann wurde es langsam dunkel und meine Vespera kam zum Einsatz:

Kugelseternhaufen M3

Dieses Bild vom Kugelsternhaufen M3 war das erste heute Abend. Die ersten drei Ziele (NGC4490, NGC5907 und M5) waren für das Vespera noch nicht zu erreichen, da war es entweder noch zu hell, oder es scheiterte an durchziehenden Wolken. Doch dann hatte ich etwas mehr Glück.

Als nächstes habe ich das Galaxienpaar M81/M82 fotografiert:

M81 (unten) und M82 (oben rechts) / 120 Einzelbilder


Zur Abwechslung hier ein kleiner Sternenhaufen, NGC 6712:

NGC 6712 (15 Minuten belichtet)


Und schließlich den Schwanennebel:

M17, der Schwanennebel oder auch Omeganebel genannt


Dieses Bild müsste man eigentlich um 180° Grad drehen, um den Schwan richtig herum zu sehen. Für mich ist dieser Nebel einer der schönsten am Nachthimmel. An dunklen Orten ist er schon im Fernglas gut zu erkennen. Das Bild wurde eine halbe Stunde belichtet, es ist also aus 180 Einzelbilder gestackt worden.

Den Schwanennebel habe ich parallelauch mit meinem großen Teleskop fotografiert. An mein Celestron C8 habe ich eine Vollformatkamera angeschlossen (Canon EOS RP). Diese Bilder muss ich natürlich erst noch von der Speicherkarte holen. Da diese Kamera nicht astromodifiziert ist, wird hier der Schanennebel sicherlich nicht so farbig aussehen. Die Kamera in der Vespera ist da sicherlich deutlich rotempfindlicher alses der Chip in der Canon Kamera ist.

Zusätzlich habe ich mit einer weiteren Kamera noch ganz ohne Teleskop Übersichtsbilder der Himmelsregionen fotografert, in der ich die oben abgebildeten Objekte so ungefähr fotografiert habe. Ob es mit wohl gelingt, aus allen drei Kameras am Ende brauchbare Bilder zu bekommen?Dummerweise habe ich nicht wirklich aufgepasst, und die Speicherkarte der Canon am C8 ist vollgelaufen. Mal sehen, wieviele brauchbare Aufnahmen ich dort tatsächlich noch geschafft habe. Ich werde dsrüber in den kommenden Tagen berichten.

Ein paar mehr Fotos und Beobachtungen habe ich noch gemacht, diesen Text habe ich praktisch "nebenbei" geschrieben. Doch jetzt (2:15 Uhr) will auch ich so langsam ins Bett.

Montag, 27. Juni 2022

30. Juni: Asteroid Day, Internationaler Asteroidentag

 Diesen Donnerstag, den 30. Juni 2022, ist der Tag der Asteroiden!

Ein offizieller, durch die UN anerkannter Gedenktag. Informationen über die Enstehung dieses Tages findet man zum Beispiel bei Wikipedia, in einer älteren Pressemitteilung der ESA von 2016, oder auch einem Beitrag des MDR vom letzten Jahr.

In diesem Jahr wird der internationale Asteroidentag hauptsächlich in Luxemburg begangen. Von dort wird ein großes, ausführliches Programm ins Internet zum Beispiel über YouTube gestreamt.

Dieses Programm wird sicherlich in englischer Sprache sein. Deshalb erlaube ich mir hier, ein nettes Erklärvideo meines amerikanischen Astrofreundes  Phil Plait aus Boulder, Colorado, zu verlinken, in dem er in 15 Minuten nicht nur die Bedeutung des Asteroidentages erklärt, sondern auch den Unterschied zwischen uns Menschen und den Dinosauriern auf den Punkt bringt.

 


 Viel Spaß beim Schauen!


 

Sonntag, 26. Juni 2022

27. Juni - 3. Juli 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond. Die Nächte eignen sich also gut zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel. An wirklich dunklen Orten sollte man gut die Milchstraße erkennen können. Die hellen Planeten sind alle nur am Morgenhimmel zu finden, und leider meist auch nur flach über dem Horizont im Osten oder Südosten. Saturn geht als erster kurz nach Mitternacht auf, gefolgt von Jupiter (Aufgang ca. 1:30 Uhr) und Mars (2:00). Später (gegen 3:45) kommt dann auch noch die Venus hinzu. Und Spezialisten können vielleicht sogar ab ca. 4:15 Uhr auch noch Merkur finden. Auch die ISS ist wieder bei morgendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 27. Juni, geht die Sonne um 5:08 Uhr auf und um 21:48 Uhr unter. "Astronomisch dunkel" wird es erst wieder in ein paar Wochen, da die Sonne in dieser Woche maximal nur 15° Grad unter den Horizont sinkt. Die schmale nur zu 4 Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 3:31 Uhr auf, wird aber in der Morgendämmerung kaum noch zu finden sein.

Am Dienstag, den 28. Juni, wandert zwischen 1:50 Uhr und 4:28 Uhr der Schatten von Jupitermond Europa vor der Planetenscheibe entlang. In der Frühe zwischen 4:10 Uhr und 4:14 Uhr ist die ISS erstmals wieder tief im Südosten in maximal 11° Grad Höhe bei einem Überflug zu erkennen. Gegen 22:38 Uhr kann vielleicht die chinesische Raumstation Tiangong im Süden am  Abendhimmel beim Durchfliegen des Skorpions beobachtet werden.

Am Mittwoch, den 29. Juni, erreicht der Mond um 4:52 Uhr seine exakte Neumondposition.

Am Donnerstag, den 30. Juni, ist in der Frühe zwischen 4:9 Uhr und 4:15 Uhr die ISS im Südosten in maximal 22° Grad Höhe bei einem Überflug zu erkennen. Sie fliegt knapp unterhalb der Planeten Saturn - Jupiter - Mars ihre Bahn. Um 23:20 Uhr geht die nur zu 3 Prozent beleuchtete Mondsichel unter, ob sie schon zu finden sein wird? Außerdem ist heute "Asteroid Day"!

Am Freitag, den 1. Juli, ist in der Frühe zwischen 3:22 Uhr und 3:27 Uhr die ISS tief im Südosten in maximal 16° Grad Höhe bei einem Überflug zu erkennen. Am Abend sollte der Mond erstmals nach Neumond wieder am Abendhimmel sichtbar sein. Seine zu 7 Prozent beleuchtete Sichel geht erst gegen 23:45 Uhr unter.

Am Samstag, den 2. Juli, ist die ISS einmal gegen 2:36 tief im Südosten kurz zu sehen. Zwischen 4:08 Uhr und 4:16 Uhr fliegt die ISS in maximal 41° Grad Höhe oberhalb der Planeten über unseren Morgenhimmel hinweg. Am Abend geht der zu 12 Prozent beleuchtete Mond erst kurz nach Mitternacht (0:10 Uhr Sonntag) unter. Er zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Südpol schauen können.

Am Sonntag, den 3. Juli, fehlt bei Jupiter nach seinem Aufgang zunächst Mond Io. Dieser wandert bis 3:07 Uhr vor der Planetenscheibe vorüber. Ios Schatten ist bis 1:45 Uhr vor der Jupiterscheibe zu sehen. Die ISS fliegt zwischen 3:21 Uhr und 3:27 Uhr etwas oberhalb von Jupiter, aber knapp unterhalb von Mars über unseren morgendlichen Nachthimmel hinweg. Abends steht die schon zu knapp 20 Prozent beleuchtete Mondsichel im Sternbild Löwe.Er geht am Montag gegen 0:30 Uhr unter.

Freitag, 24. Juni 2022

24. Juni 2022: Unser nächster (sichtbare) Nachbar - Barnards (Pfeil)Stern

 Beim Durchblättern des neuen Karkoschka (Karte E17) fiel mir der Hinweis auf "Barnards (Pfeil)Stern" auf. Dies ist der uns nächstgelegene Stern, der von Mitteleuropa aus zu beobachten ist. Er ist 5,9 Lichtjahre von der Sonne entfernt. Die Komponenten des Mehrfachsystem Alpha Centauri stehen uns mit 4,2 Lichtjahren Entfernung zwar noch näher, sind aber nur von der Südhalbkugel der Erde aus zu beobachten.

Der Stern ist leider nur 9,5mag hell, also nur in Teleskopen zu beobachten und von daher lange nicht so populär wie andere Sterne. Er zeichnet sich jedoch durch einen weiteren Rekord aus: Es ist der Stern mit der größten von uns zu sehenden Eigenbewegung. Er verändert seine Position am Nachthimmel in jedem Jahr um rund 10 Bogensekunden. Das ist schon sehr kräftig. Auf Wikipedia gibt es dazu eine schöne fotografische Animation.

Grund genug für mich, auch einmal ein Foto zu wagen:

Barnards Stern, 18. Juni 2022

Auf diesem Foto ist zunächst nichts Spektakuläres zu erkennen. Wenn die Koordinaten, die ich für den Stern eingegeben hatte, stimmen, sollte es sich um den etwas helleren Stern in der Mitte des Bildes handeln.

Um den genauen Ausschnitt dieses Fotos zu bestätigen, habe ich das Bild auf der Website astrometry.net hochgeladen und bekam von dort dieses Ergebnis zurück:

Mein Bild nach der Auswertung bei astrometry.net

Upps, ich war doch etwas überrascht, das der Stern in der Mitte nicht markiert wurde, sondern Barnards Stern sich etwas unterhalb befinden sollte? Aber da war doch gar kein Stern?

Also habe ich mich etwas näher mit dieser Gegend beschäftigt und verschiedene Sternkarten zurate gezogen. Für die markierten Sterne (HD xxxxx) ließen sich recht schnell die Helligkeiten ermitteln. Diese liegen meisten zwischen 8,0 und 9,0 mag. Zwei kleine Sternfiguren fallen auf dem Bild ebenfalls auf, das kleine auf der Seite liegende "V" etwas rechts unterhalb von Barnards Stern und das längliche Fünfeck auf gleicher Höhe, aber mehr links im Bild. Hier liegen die Helligkeiten der Sterne etwa bei 10mag und schwächer.

Also kann Barnards Stern wirklich nur der etwas hellere Stern in der Bildmitte sein. Alles andere würde nicht wirklich passen.

Hier noch einmal das Bild von astrometry.net, jetzt zusätzlich mit Sternhelligkeiten und einer roten Markierung für Barnards Stern versehen:

Barnards Stern (die frei stehende "89" gehört zu HD163842, sorry!)

Letzten Endes ist die kleine Abweichung bei astrometry.net jedoch nicht sehr überraschend. Man muss bei einem Stern mit einer solch starken Eigenbewegung schon immer ganz genau aufpassen, von wann die jeweils hinterlegten Daten stammen oder wann z.B. ein Vergleichsfoto erstellt wurde. 

Ich bin gespannt, ob mir in ein oder zwei Jahren erneut ein Foto von diesem Stern gelingt. Mal sehen, was dann der Vergleich mit diesem Bild vom 18. Juni 2022 zeigt.


Dienstag, 21. Juni 2022

21. Juni 2022: Leuchtende Nachtwolken

 

Heute Nacht um 3 Uhr früh gab es ein wunderschönes Geburtstagsgeschenk für mich, Leuchtende Nachtwolken, Noctiluent Clouds (NLC). Ein Wunder der Natur, das lange Zeit nicht erklärbar war. Denn diese Wolken stehen weit oberhalb unser Atmossphäre in gut 80 Kilometer Höhe:

Blickrichtung Nordost, der helle Stern ist Capella

NLC mit Mond, Jupiter und Mars (und leicht verdeckter Straßenlaterne)

Blickrichtung Osten


Sonntag, 19. Juni 2022

20. - 26. Juni 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Sommeranfang, den längsten Tag, die kürzeste Nacht des Jahres. Der abnehmende Mond zieht sich in den Morgenhimmel zurück, wo auch die Planeten alle zu finden sind. Als erster Planet geht Saturn gegen 0:30 Uhr kurz nach Mitternacht auf. Um 1:45 Uhr folgte Jupiter, um 2:15 der Mars, um 3:40 Uhr die Venus und mit viel Glück kann man auch noch den um ca. 4:15 Uhr aufgehenden Merkur finden. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 20. Juni, geht die Sonne um 5:06 Uhr auf und um 21:47 Uhr unter. Der noch zu über 60 Prozent beleuchtete Mond geht um 1:38 Uhr auf. Um 3:35 Uhr beginnt ein Durchgang von Ganymed vor der Jupiterscheibe. Gegen 4:15 Uhr kann man die chinesische Raumstation Tiangong in knapp 11° Grad Höhe über unserem Südhorizont sehen. Komet C/2017 K2 Panstarrs steht heute dicht beim offenen Sternhaufen IC 4665.

Am Dienstag, den 21. Juni, ist Sommeranfang. Um 11:13 Uhr erreicht die Sonne den nördlichsten Punkt auf ihrer Bahn an unserem Himmel. Noch verschieben sich die Sonnenauf- und Sonnenuntergangszeiten nicht merklich, aber im Prinzip werden jetzt die Nächte wieder länger. Heute früh um 5:11 Uhr erreicht der Mond übrigens exakt das Letzte Viertel. Sein Aufgang erfolgt um 1:52 Uhr, der Untergang um 13:38 Uhr. Er steht nach dem Aufgang dicht unterhalb von Jupiter und zeigt maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht nahe am Rand.

Am Mittwoch, den 22. Juni, geht der Mond um 2:04 Uhr auf, er hat sich etwas von Jupiter entfernt und geht jetzt auf Mars zu. Er zeigt jetzt eine Sichelgestalt, die noch zu 40 Prozent beleuchtet ist. Im dunklen Teil kann man heute und die nächsten Tage das Erdlicht schimmern sehen.

Am Donnerstag, den 23. Juni, geht der Mond um 2:17 Uhr auf und ist noch zu 30 Prozent beleuchtet. Heute früh ist er bereits an Mars vorbeigezogen. Saturnmond Titan steht heute früh in östlicher Elongation.

Am Freitag, den 24. Juni, geht die zu 21 Prozent beleuchtete Mondsichel um 2:30 Uhr auf. Bei Jupiter wandert ab 3:08 Uhr der Schatten von Io über den Planeten, Um 4:32 Uhr beginnt dann der Durchgang von Io selbst vor der Planetenscheibe.

Am Samstag, den 25. Juni, geht der zu 14 Prozent beleuchtete Mond um 2:46 Uhr auf Jupitermond Io wird bis 4:06 Uhr von Jupiter bedeckt. Kleinplanet (387)Aquitania (10,1mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Sonntag, den 26. Juni, geht die nur noch zu 8 Prozent beleuchtete Mondsichel um 3:08 Uhr auf, etwas oberhalb der Venus und unterhalb der Plejaden. Aber ob das in der Morgendämmerung noch gut zu beobachten sein wird?

Samstag, 18. Juni 2022

16./17. Juni 2022: Eine schöne Beobachtungsnacht

 Die Nacht vom 16. auf den 17. Juni konnte ich endlich mal wieder etwas länger für astronomische Beobachtungen ausnutzen.

Hier ein kleiner Teil der Bilder. Als erstes jedoch kein Bild aus der Nacht, sondern vom Tag. Ein Bild der Sonne und ihrer Flecken:

Sonnenflecken am 16. Juni 2022

Auffällig ist heute, dass viele Flecken sich in Ketten auf der Sonne zeigen. Es gibt keine besonders großen Flecken, aber eben doch viele Gruppen, die aus vielen Einzelfleckem bestehen. Das renommierte Observatorium Kanzelhöhe in Österreich hat für diesen Tag eine Relativzahl von 159 bestimmt.

Am Abend dauerte es dann lange Zeit, bis es halbwegs dunkel wurde, und ich mit dem Beobachten beginnen konnte.

Kugelsternhaufen M 12

Das erste Objekt war ein Kugelsternhaufen. Die Zeitschrift "Sterne und Weltraum" hatte mich durch einen Artikel im aktuellen Juniheft dazu angeregt. M 12 (NGC 6218) ist ein 6,1mag heller Kugelsternhaufen, der 1764 von Charles Messier entdeckt wurde. IM Sternbild Schlangenträger ist er von 5 Kugelsternhaufen der hellste. Er ist etwa 16000 Lichtjahre von uns entfernt.


Komet C/2017 K2 Panstarrs

Anschließend habe ich noch einmal den hellen Kometen fotografiert. Gegenüber der letzten Aufnahme vor einer Woche hat er sich schon ein ganzes Stück am Himmel weiter bewegt.

Asteroid (41) Daphne

 

Nach dem Kometen habe ich versucht Asteroiden, Kleinplaneten zu fotografieren. Bei (41) Daphne hatte ich Glück. Dieser Asteroid bildete mit einem ähnlich hellen Stern ein wunderschönes enges Paar am Himmel. Daphne ist von den beiden hellen Punkten in der Bildmitte der linke. Der rechte ist der Stern HD154920, der mit einer Helligkeit von 9,62mag angegeben wird. Das ist etwas heller als die 10,3mag, die bei heavens-above für Daphne angegeben werden.

Dann habe ich mich auf die Suche nach einer Nova gemacht. Am 6. Juni wurde ein Ausbruch von U Sco gemeldet. Dieser Stern ist eine Art "Wiederholungstäter". Ungefähr alle zehn Jahre (+/- 2 Jahre) kommt es zu einem kurzzeitigen Helligkeitsausbruch. Von diesem seltenen Nova-Typ gibt es nur ca. 10 bekannte Exemplare in der gesamten Milchstrasse. Zuletzt hatte die Helligkeit ca. 18mag betragen, also ausserhalb der Reichweite meiner Teleskope. Jetzt war sie - typisch für eine Nova) um gut zehn Größenklassen angestiegen, die hellste Schätzung la bei ca. 7,7mag. Doch auch der Abfall der Helligkeit wird zügig sein. Hier mein Bild:

Nova U Sco

Die Nova in der Mitte habe ich markiert. Sie ist am 16. Juni nur noch ca. 13mag hell. Ich kann froh sein, sie überhaupt noch erwischt zu haben. Bald wird sie wieder zu schwach für meine Geräte sein.

Hier die Lichtkurve der AAVSO:

Die grünen Markierungen entsprechen grob gesagt der visuellen Helligkeit

Bei der AAVSO kann man auch die Geschichte bzw. Beobachtungen des letzten Helligkeitsausbruchs von 2010 nachverfolgen.

Ein weiterer Kugelsternhaufen, M9:

Kugelsternhaufen M9

M9 ist ein relativ kleiner, leicht ovaler Kugelsternhaufen. Auf dem Foto ist südwestlich des Kugelsternhaufens auch eine Dunkelwolke auffällig, diese trägt die Bezeichnung "Barnard 64". Man kann hier gut erkennen, dass die Dunkelwolke in vielen Bereichen gar kein Sternenlicht durchzulassen scheint und zum Rand hin das Licht der Sterne zumindest deutlich schwächt.

In der Literatur bei anderen Fotografen wird auch häufig eine kleine Kette von Sternen erwähnt, die bei mir jedoch nicht so auffällig zu sehen ist.

Das nächste Bild zeigt keinen Kugelsternhaufen, sondern "nur" einen sehr kompakten sog. "offenen Sternhaufen":

M 11, im kleinen Sternbild "Schild", der sog. "Wildenten-Haufen

M 11 wird auch der Wildentenhaufen genannt. Mit 5,8mag ist er auch im Fernglas relativ leicht zu finden. Im Gegensatz zu anderen "offenen Sternhaufen" wie den Plejaden oder der Praesepe stehen hier die Sterne doch sehr kompakt beieinander. Dies liegt zum Teil natürlich auch einfach an der Entfernung, während die Plejaden von uns nur ca. 440 Lichtjahre entfernt sind, beträgt der Abstand zu M11 über 6100 Lichtjahre. Erst in größeren, leistungsfähigen Teleskopen wie zum Beispiel dem Hubble-Teleskop, lassen sich die Sterne alle voneinander trennen.




Sonntag, 12. Juni 2022

13.-19. Juni 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Vollmond. Sein helles Licht bestimmt den Nachthimmel. Von den hellen Planeten geht Saturn kurz nach 1:00 Uhr im Südosten auf, Jupiter folgt bald nach 2:15 Uhr, Mars nach 2:45 Uhr und die Venus eine gute Stunde später gegen 3:45 Uhr. Selbst mit Fernglas wird es echt grenzwertig sein, Merkur gegen 4:30 Uhr zu finden, ganz knapp über dem Horizont. Die nur im Fernglas oder Fernrohr sichtbaren Planeten Uranus und Neptun gehen um 3:30 Uhr bzw. 2:00 Uhr ebenfalls am Morgenhimmel auf. Die ISS kann in dieser Woche nicht am Abendhimmel bei Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 13. Juni, geht die Sonne um 5:07 Uhr auf und um 21:41 Uhr unter, der helle Tag dauert also mehr als 16 1/2 Stunden. Der praktisch volle Mond geht um 21:01 Uhr im Sternbild Skorpion auf. Er steht 5° Grad östlich von Antares.

Am Dienstag, den 14. Juni, stehen bei Jupiter alle vier galiläischen Monde auf der gleichen, westlichen Seite in der Reihenfolge Europa, Kallisto, Io und Ganymed. Der Mond erreicht exakt um 13:52 Uhr seine Vollmondposition, dann steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. Abends geht er um 22:27 Uhr auf. Er steigt in dieser Vollmondnacht nur 12° Grad über den Horizont.

Am Mittwoch, den 15. Juni, geht der immer noch zu 97 Prozent beleuchtete Mond im Sternbild Schütze um 23:37 Uhr auf. Saturnmond Titan steht in westlicher Elongation, Mond Dione in östlicher Elongation.

Am Donnerstag, den 16. Juni, Fronleichnam, steht Kleinplanet (3)Juno (10mag hell)  nur 5,5' Bogenminuten neben dem Stern 2 Psc mit 5,4mag. Um 4:07 Uhr beginnt eine Verfinsterung von Jupitermond Io. Der Mond geht am Abend erst nach Mitternacht auf.

Am Freitag, den 17. Juni, geht erst nach Mitternacht um 0:24 Uhr auf und ist noch zu 91 Prozent beleuchtet. Um 2:31 Uhr beginnt ein Durchgang von Jupitermond Io vor der Planetenscheibe. Bis 3:29 Uhr wandert Ios Schatten über Jupiter hinweg.

Am Samstag, den 18. Juni, geht der Mond um 0:57 Uhr auf, er nähert sich langsam dem Planeten Saturn. Auch zeigt er heute früh maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Nordpol schauen können.

Am Sonntag, den 19. Juni, geht der Mond um 1:20 Uhr auf, er ist jetzt schon am Planeten Saturn vorbei gezogen.Saturnmond Titan geht nördlich an seinem Mutterplaneten vorbei. Um 2:05 Uhr und 14sec zieht die chinesische Raumstation Tiangong genau vor dem Mond vorüber. Eine genaue Kalkulation des Sichtbarkeitsstreifen durch OWL findet man z.B. auf der Webseite ISS Transit Finder. Um 4:07 Uhr beginnt eine Verfinsterung von Jupitermond Europa.

Freitag, 10. Juni 2022

10.6.2022: Zwischendurch mal ein Komet: C/2017 K2 (Panstarrs)

 Heute, am Freitag, den 10. Juni, habe ich ganz in der Frühe gleich nach Mitternacht den Kometen "C/2017 K2 (PANSTARRS)" fotografiert. Hier das Bild:

Komet C/2017 K2 (Panstarrs) am 10.6.2022 gegen 0:30 Uhr

Das Bild wurde zusammengesetzt aus ca. 150 Einzelbildern a 10 Sekunden, also insgesamt 25 Minuten Belichtungszeit.

Die hellsten Sterne auf dem Bild, gleich oberhalb des Kometen, haben etwa 8 - 9 mag. Der Komet selbst wird bei heavens-above mit 9,2mag angegeben. Ich war ganz überrascht, das der Komet nicht nur einen hellen Kern zeigt und drum herum die sog. "Koma", sondern anscheinend auch einen leichten Schweifansatz nach oben hin.

Der Komet befindet sich zur Zeit im Sternbild Schlangenträger und erreicht gegen 2 Uhr seine höchste Position im Süden. Wenn nicht der voller werdende Mond zur Zeit den Himmel so aufhellt, wäre er leicht zu fotografieren und auch gut mit einem Fernglas zu beobachten.

In den nächsten Wochen erreicht der Komet seinen sonnenächsten Punkt (Perihel) auf seiner Bahn, er dürfte also noch etwas heller werden. Weitere Informationen zu ihm findet man zum Beispiel bei Wikipedia, der österreichischen WAA oder auch bei der Fachgruppe Kometen der VdS. Hier findet man auch viele weitere Bilder von ihm.

Sonntag, 5. Juni 2022

6. - 12. Juni 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond kräftig weiter zu und dominiert mit seinem hellem Licht mehr und mehr die kurze Nacht. Helle Planeten findet man nur am Morgenhimmel: Saturn geht gegen 1:30 Uhr auf, Mars und Jupiter gegen 2:45 Uhr und die Venus gegen 4:00 Uhr. Die ISS kann in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen gesehen werden.

Am Pfingstmontag, den 6. Juni, geht die Sonne um 5:11 Uhr auf und um 21:35 Uhr unter. Der Mond leuchtet abends zu gut 42 Prozent beleuchtet. Er geht schon Mittags auf und erst nach 2:00 Uhr am nächsten Morgen unter. Abends nach 23 Uhr lassen sich auf dem Mond gut das "X" und das "V" beobachten. Kleinplanet (29)Amphitrite (9,5mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Dienstag, den 7. Juni, erreicht der Mond exakt um 16:49 Uhr das Erste Viertel. Am Abend, eine Stunde nach Sonnenuntergang, ist er schon zu 53 Prozent beleuchtet, er steht dann gut 30° Grad hoch im Westen. Um 23:18 Uhr kommt es heute zur Bedeckung eines 6,7mag Sterns (HIP56079/SAO118892)durch den Mond.

Am Mittwoch, den 8. Juni, ist der Mond am Abend zu 63 Prozent beleuchtet. In dieser Nacht zeigt er maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht nah am Rand. Heute steht Kleinplanet (41)Daphne (10 mag hell) in Opposition zur Sonne.

Am Donnerstag, den 9. Juni, steht der Mond am Abend im Sternbild Jungfrau, er ist zu 73 Prozent beleuchtet. Ab 18 Uhr kann man versuchen, den "Goldenen Henkel" beim Mond zu beobachten, allerdings steht dann auch noch die Sonne hell am Himmel.

Am Freitag, den 10. Juni, geht der Mond um 16:33 Uhr auf, abends ist er zu etwas über 80 Prozent beleuchtet. Bei Saturn kann man mit einem kleinen Fernrohr gut nach seinen Monden Ausschau halten. Heute früh um 2:30 Uhr steht Rhea in westlicher Elongation und Tethys in östlicher.

Am Samstag, den 11. Juni, geht der Mond um 18:00 Uhr auf, er ist am Abend gegen 22:30 Uhr zu 90 Prozent beleuchtet.

Am Sonntag, den 12. Juni,  befindet sich um 2:00 Uhr Kleinplanet (387)Aquitania (10,1mag) nur 2' Bogenminuten entfernt von Stern HIP90253 mit 6,1mag. Der Stern selbst ist ein Doppelstern, dessen Komponenten in größeren Teleskopen gut zu trennen sein sollten (Abstand 0,7" Bogensekunden). Vielleicht eine reizvolle Fotomöglichkeit. Der Mond nähert sich immer mehr der Vollmondphase. Heute ist er bereits zu 96 Prozent beleuchtet. Typisch für den Sommer erreicht er jetzt jedoch keine großen Höhen mehr, um Mitternacht steht er gerade 20° Grad über dem Horizont.

Donnerstag, 2. Juni 2022

2. Juni: Noch eine schmale Mondsichel

 Auch heute leuchtet wieder eine schmale Mondsichel am Himmel. Diesmal füllt sie jedoch schon 10 Prozent der Mondfläche aus und sie steht schon ein ganzes Stück höher am Himmel. Jetzt - gegen 23 Uhr - sind es noch etwas über 10° Grad Höhe.


Mondsichel am 2. Juni um 22:45 Uhr

Heute kann man schon viel deutlicher als noch gestern einzelner Krater auf dem Mond erkennen. Gestern stand sie doch schon zu tief über dem Horizont, als es endlich aufklarte. Da war dann die Luft doch schon zu flimmerig, um gute scharfe Bilder zu bekommen.

Schaut man etwas genauer hin, sieht man, der "große runde Krater" im oberen Teil des Mondes, das "Mare Crisium", steht relativ dicht am Rand. Der Mond zeigt uns im Prinzip zar immer das gleiche "Gesicht". Doch das stimmt nicht ganz genau, er schwankt auf seiner Bahn um die Erde doch noch ein wenig und pendelt um einen Mittelwert herum. Diese Pendelbewegung wird Libration genannt. Der Mond schwankt dabei sowohlin West-Ost-Richtung  (Länge) und auch in Nord-Süd-Richtung (Breite).

Die Libration in Länge ist heute durchaus ausgeprägt. Sie wird in den nächsten Tagen noch etwas zunehmen, das Mare wird also noch dichter an den Rand rücken. Ein Blick "hinter" den Mond wird uns in diesen Tagen also verwehrt. Dies wäre erst möglich, wenn das Mare Crisium "weit ab" vom Mondrand steht. Auf solche Konstellationen weise ich ja manchmal in meinen Wochenübersichten hin.

Die Libration des Mondes wird auf der Webseite von astronomie.de etwas ausführlicher erklärt, als ich es hier in meinem Blog schreiben kann.


Mittwoch, 1. Juni 2022

1. Juni: eine schmale Mondsichel

 Heute Abend war die schmale, nur zu 5 Prozent beleuchtete Mondsichel, kurz vor ihrem Untergang im Nordwesten gut über dem Horizont zu sehen:

Mondsichel am 1. Juni 2022 um 22:17 Uhr

Das Bild entstand mit einer Nikon Coolpix P950 bei 320mm Brennweite, ISO3200, f/5.0 und 0,6sec Belichtungszeit.

Im "dunklen" Teil des Mondes schimmert auch schon ein wenig das Erdlicht.

Sonntag, 29. Mai 2022

30. Mai - 5. Juni 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 Die Nächte werden immer kürzer, die Sonne sinkt auch zur Nachtzeit nicht tiefer als 16° Grad unter den Horizont, selbst zu Neumond wird es also nachts nicht mehr richtig astronomisch dunkel. So fällt diese und wohl auch in den nächsten Wochen meine Vorschau relativ kurz aus. Am Montag ist Neumond, an den nachfolgenden Abenden kann man eine immer breiter werdende Mondsichel bewundern. Von den hellen Planeten sind am Morgenhimmel zu finden: ab ca. 2:00 Uhr Ringplanet Saturn, kurz nach 3:00 Uhr gehen die dicht beieinanderstehenden Jupiter und Mars auf und kurz nach 4:00 Uhr folgt die helle Venus. Die ISS kann nur noch am Montag tief über dem Horizont beobachtet werden.

Am Montag, den 30. Mai, geht die Sonne um 5:14 Uhr auf und um 21:32 Uhr unter. Heute ist exakt um 13:39 Uhr Neumond. Die ISS kann abends um 22:39 Uhr flach (nur 11° Grad Höhe) über dem südwestlichen Horizont bei einem Vorbeiflug gesehen werden. Ein neuer Meteorstrom, der durch den Zerfall des Kometen 73P/Schwassmann-Wachmann entstanden ist, könnte in der Nacht zum 31. Mai für vermehrte Sternschnuppen sorgen. Noch ist über diese sog. "tau-Herkuliden" wenig bekannt, jede systematische Beobachtung hilft hier auch der Wissenschaft.

Am Dienstag, den 31. Mai, stehen am Morgen bei Jupiter alle vier Monde auf der gleichen rechten, westlichen Seite. Die nur zu 2 Prozent (!) beleuchtete Mondsichel geht am Abend um 23:02 Uhr unter, kann aber vielleicht vorher, bei klarem Blick nach Nordwesten gefunden werden.

Am Mittwoch, den 1. Juni, beginnt um 4:15 Uhr ein Durchgang von Jupitermond Io vor der Planetenscheibe. Unser Erdmond geht kurz vor Mitternacht unter, er ist zu 5 Prozent beleuchtet, im "dunklen Teil" schimmert das Erdlicht. Um 19:25 Uhr fliegt die ISS genau vor der schmalen Mondsichel entlang, aber ob dies Ereignis wirklich zu beobachten sein wird? Es ist noch hellichter Tag. Am Samstag stehen die Chancen sicherlich besser. Nähere Informationen findet man dazu auf der Webseite von "vierwandfrei".

Am Donnerstag, den 2. Juni, steht der zu 10 Prozent beleuchtete Mond im Sternbild Zwillinge unterhalb von Castor und Pollux. Er geht erst am Freitag um 0:44 Uhr unter.

Am Freitag, den 3. Juni, wandert ab 4:43 Uhr der Schatten von Jupitermond Europa über die Planetenscheibe. der Mond ist am Abend zu 17 Prozent beleuchtet und geht erst am Samstag gegen 1:15 Uhr unter.

Am Samstag, den 4. Juni, ist der Mond am Abend zu ca. 25 Prozent beleuchtet, er geht gegen 1:45 Uhr am Sonntagmorgen unter. Um 18:38 Uhr fliegt die ISS genau vor der Mondsichel vorüber. Ob dies Ereignis sich jedoch am noch hellichten Tag dokumentieren lässt? Die Transitlinie, in der sich dieses Ereignis stattfindet läuft von Gütersloh über Hövelhof, Bad Lippspringe, Altenbeken, Brakel... Nähere Informationen findet man dazu auf der Webseite von "vierwandfrei".

Am Sonntag, den 5. Juni, Pfingsten, erreicht der Kleinplanet (416)Vaticana (10,1mag) seine Oppositionsstellung. Der Mond ist am Abend zu 33 Prozent beleuchtet. Er zeigt maximale Libration in Breite, so dass der Blick auf seinen Südpol möglich ist.

28. Mai 2022: Noch einmal Supernova SN2022hrs

 In der Nacht vom 27. zum 28. April habe ich die Supernova in der Galaxie NGC 4647 zum ersten Mal fotografiert. Sie war am 16. April entdeckt worden  und leuchtete damals immer noch mit einer Helligkeit von 12,5mag. Einen Monat später, am 28. Mai habe ich diese Supernova erneut fotografiert.

Hier meine Aufnahme, wieder mit dem Vaonis Vespera aufgenommen und wieder 30 Minuten lang belichtet:

M60, NGC 4647, die Supernova SN 2022hrs und mehr am 28. Mai 2022

Wie bei der ersten Aufnahme befindet sich die Supernova scheinbar zwischen M60, genau in der Bildmitte und der Galaxie NGC4647 rechts direkt daneben.

Hier noch einmal das Foto vom 28. April:

Die gleichen Objekte am 28. April

Es lässt sich leicht erkennen, dass inzwischen der Kern von NGC 4647 heller leuchtet als die Supernova. Ein Vergleich mit dem Planetariumsprogramm Stellarium und den dort angegebenen Sternhelligkeiten der umgebenden Sterne lässt mich die Helligkeit der Supernova jetzt auf ca. 14mag schätzen.

Dies deckt sich auch relativ gut mit den Schätzungen anderer Amateure und Profis, wie sie bei der AAVSO veröffentlicht werden. Hier die Lichtkurve der Supernova nach den bei der AAVSO eingereichten Beobachtungen:

Lichtkurve von Beobachtungen im visuellen Lichtspektrum der Supernova ((c)AAVSO)

Hier zum besseren Vergleich noch einmal beide Aufnahmen der Supernova im Detail:

Supernova am 28. Mai 2022

Supernova am 28. April 2022

Da sich die Erde um sich selbst und im Laufe des Jahres sich ja auch um die Sonne dreht, sind die beiden Bilder nicht ganz identisch, sondern natürlich zueinander auch etwas verdreht, aber das ist für den Helligkeitsvergleich der Supernova sicherlich unerheblich.

Sonntag, 22. Mai 2022

23. - 29. Mai 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche zieht sich der Mond immer weiter vom Morgenhimmel zurück. Die Nächte sind wieder besser geeignet, lichtschwache Objekte am Himmel aufzusuchen. So lässt sich nachts auch wieder das Zentrum unserer Milchstraße im Sternbild Schützen beobachten. Helle Planeten sind auch alle am Morgenhimmel zu finden. Saturn im Sternbild Steinbock geht gegen 2:30 Uhr auf, später folgen im Sternbild Fische Mars und Jupiter (ab ca. 3:40 Uhr) und dann die Venus ( ab ca. 4:20 Uhr). Die ISS kann noch bei einigen nächtlichen Überflügen beobachtet werden. Am 26. und 27. Mai lassen sich zwei sehr kleine Kleinplaneten beobachten, da sie der Erde sehr Nahe kommen ("near earth asteroids" NEA). Einzelheiten zu ihrer Bahnbewegung findet man in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift Sterne und Weltraum, auf Wunsch kann ich diese Daten auch zur Verfügung stellen.

Am Montag, den 23. Mai, geht die Sonne um 5:21 Uhr auf und um 21:23 Uhr unter. Der helle Tag dauert also schon länger als 16 Stunden. Der noch zu 45 Prozent beleuchtete, abnehmende Mond geht um ca. 3:30 Uhr im Sternbild Wassermann auf.  Die ISS ist zum einen kurz nach Mitternacht zwischen 0:11 Uhr und 0:14 Uhr zu beobachten, wie sie im Südwesten auf ca. 40° Grad Höhe aufsteigt, bevor sie im Erdschatten verschwindet. Zum anderen  kann sie am Abend zwischen 23:23 Uhr und 23:28 Uhr in maximal 53° Grad Höhe bei einem Überflug beobachtet werden.

Am Dienstag, den 24. Mai, geht der Mond um ca. 3:45 Uhr auf, er nähert sich allmählich Mars und Jupiter. Um 4:29 Uhr endet beim Mond eine Sternbedeckung. Der 6,2mag helle Stern HIP115906 tritt am dunklen Mondrand wieder hervor. Außerdem zeigt er heute früh wieder maximale Libration in Breite, der Krater Grimaldi steht nah am Rand. Die ISS ist am Abend zwischen 22:35 Uhr und 22:41 Uhr in maximal 67° Grad Höhe bei einem Überflug zu beobachten.

Am Mittwoch, den 25. Mai, kann die ISS gegen 0:10 Uhr kurz und tief im Südwesten bei einem Überflug gesehen werden.geht die zu ca. 26 Prozent beleuchtete Mondsichel gegen 4:00 Uhr unterhalb von Mars und Jupiter auf. Der Abstand beträgt ca. 3° Grad. Die ISS ist am Abend im Südwesten zwischen 23:24 Uhr und 23:28 Uhr in maximal 30° Grad Höhe bei einem Überflug zu beobachten, sie verschwindet ziemlich genau im Süden im Erdschatten.

Am Donnerstag, den 26. Mai, Christi Himmelfahrt, will ich nach einem Hinweis in der Zeitschrift Sterne und Weltraum mal Ausschau halten nach dem Kleinplaneten (660) Crescentia, der jedoch nur 12,2mag hat. Er geht dann in nur 4' Bogenminuten Abstand am Stern HIP80542 mit 7,8mag vorüber. So etwas lässt sich natürlich nur mit einem Teleskop beobachten. Die ISS ist am Abend zwischen 22:35 Uhr und 22:41 Uhr in maximal 41° Grad Höhe bei einem Überflug zu beobachten.

Am Freitag, den 27. Mai, geht der nur noch zu zehn Prozent beleuchtete Mond zusammen mit der Venus gegen 4:20 Uhr über der Egge auf.Der Abstand beträgt weniger als 1° Grad. Dies dürfte auch die letzte Morgensichtbarkeit der abnehmenden Mondsichel sein. Die Venus ist zu gut 78 Prozent beleuchtet, da sie sich von uns aus gesehen bereits hinter der Sonne befindet, ihr Scheibchen ist nur noch 14 Bogensekunden groß, also deutlich kleiner als z.B. Jupiter. Die ISS ist am Abend gegen 23:26 bis 23:28 Uhr in nur 16° Grad Höhe maximal tief im Südwesten zu sehen.

Am Samstag, den 28. Mai, stehen bei Jupiter in der Frühe zwei Monde links, zwei Monde rechts. Die ISS ist am Abend zwischen 22:35 Uhr und 22:41 Uhr maximal 23° Grad hoch über dem Horizont im Südwesten in dieser Sichtbarkeitsperiode letztmalig bei einem Überflug zu sehen.

Am Sonntag, den 29. Mai, besteht noch einmal die Chance Kleinplanet (660) Crescentia zu finden, der Abstand zu HIP80360 (8,6mag) beträgt dann nur 5' Bogenminuten.

Mittwoch, 18. Mai 2022

18. Mai 2022: Neue Sonnenflecken

 Heute ist auf der Sonnenoberfläche eine große Sonnenfleckengruppe zu sehen, sie trägt die Bezeichnung AR3014 ("aktive Region Nr. 3014").

Hier ein Foto von mir von heute kurz nach 15 Uhr MESZ:

Sonne mit Flecken am 18. Mai 2022

Die NASA hat aus Aufnahmen des SDO-Satelliten eine kleine Animation erstellt, wie diese Sonnenfleckengruppe sich in den letzten 24 Stunden entwickelt und dabei ihre Größe mehr als verdoppelt hat:

Animation der (c)NASA

Ich habe diese Animation der  Webseite spaceweather.com von heute entnommen.

Ich bin schon ganz gespannt, ob die Fleckengruppe noch weiter wachsen wird oder ob sie jetzt vielleicht die größte Ausdehnung erreicht hat.

Wer sich das Bild der Sonne genau anschaut, kann noch viele weitere Flecken bzw. Fleckengruppen erkennen.

Montag, 16. Mai 2022

16. Mai 2022: Mondfinsternis

 Ein Bild sagt mehr als tausend Worte:

Mondfinsternis 16. Mai 2022

Dazu ein tolles Vogelstimmenkonzert....

Doch von Anfang an, so begann es am Abend des 15. Mai:

Der Mond wird hinter den Büschen sichtbar, Sonntag, 15. Mai 2022, 21:42 Uhr

Der mathematische Mondaufgang erfolgte am Sonntagabend um 20:33 Uhr MESZ. Doch bei uns wird es immer eine ganze Weile später, bis der Mond (oder ein Stern oder die Sonne) über der Egge hervorsteigt. Und dann muss man ja auch noch die Hecken und Büsche oder Bäume oder Häuser auf den benachbarten Grundstücken überwinden. Zum Zeitpunkt des Photos oben stand der Mond knapp 8° Grad über dem mathematischen Horizont.

 

Der volle Mond am 15. Mai 2022 um 21:43 MESZ

Bis zum Beginn der totalen Mondfinsternis waren es noch gut sechs Stunden, heute ging ich frühzeitig ins Bett, um 4 Uhr sollte der Wecker mich wieder wecken. Ob der Himmel dann immer noch klar sein würde?

Der Mond am 16. Mai um 4:11 Uhr

Es dauert nach dem Weckerklingeln natürlich ein paar Minuten, bis man so seine sieben Sinne zusammen hat und bereit ist zum ersten Photo. Hurra! Der Mond ist noch zu sehen. Die Halbschattenfinsternis hatte um 3:30 Uhr begonnen, ab etwa 4:00 Uhr sollte man eine leichte Verdunkelung erkennen können. Und in der Tat, links oben scheint der Mond doch wirklich irgendwie dunkler zu sein als üblich!?

Der Mond um 4:22 Uhr, kurz vor Beginn des Eintritts in den Kernschatten (4:27 Uhr MESZ).
  

Mond im Kernschatten um 4:30 Uhr. Scharf umrissen ist der Rand des Erdschattens auf dem Mond nie.

Um 4:32 Uhr sank der Mond jedoch schon in die ersten horizontnahen Wolkenstreifen hinein. Jetzt muss man beim Beobachten aufpassen: was sind Wolken? Was ist Erdschatten?

Um 4:38 Uhr war die erste Wolkenschicht passiert, oben sieht man eine dünne Strichspur, da muss gerade ein Flugzeug vorbei geflogen sein.

Nur eine Minute später...

Um 5:04 Uhr ist sowohl die Finsternis, als auch die Dämmerung schon gut fortgeschritten.

Um 5:05 Uhr stand der Mond nur noch gut 3° Grad über dem Horizont.

Jetzt wäre es nicht mehr lang bis zum Beginn der Totalität, doch dann würde der Mond hier bei uns auch untergehen. Um diese beobachten zu können, hätte man mindestens in Südwestdeutschland wohnen müssen, oder noch weiter in diese Richtung, in Frankreich oder Spanien. Um die ganze Mondfinsternis zu beobachten, wäre ein Platz im Osten der USA nötig gewesen.

Ich habe mich gefreut, dass das Wetter doch einigermaßen klar geblieben war und selbst am Horizont nur wenige Wolkenstreifen zu sehen waren. Das der Mond um kurz nach 5 Uhr noch sichtbar war, hat mich positiv überrascht.

Mehr war an diesem Morgen nicht zu beobachten, also ging ich wieder ins Bett, bis um 7 Uhr der Wecker erneut klingelte...

Sonntag, 15. Mai 2022

16. - 22. Mai 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

Die Woche beginnt gleich am Montag früh mit Vollmond und sogar einer (schwer zu beobachtenden) Mondfinsternis. Der danach langsam abnehmende Mond zieht sich schnell vom Abendhimmel zurück. Helle Planeten kann man nur in der Morgendämmerung sehen, Saturn steigt im Südosten gegen 3:00 Uhr über den Horizont, Mars und Jupiter folgen gegen 4:00 Uhr und die Venus ab etwa 4:30 Uhr. Die ISS kann bei vielen nächtlichen Überflügen gesichtet werden. In dieser Woche endet bei uns die Zeit, in der es nachts richtig "astronomisch" dunkel wird. Zum Ende der Woche sinkt die Sonne nachts nicht mehr tiefer als 18° Grad unter den Horizont, d.h. es bleibt selbst mitten in der Nacht (nach Norden hin) immer noch etwas dämmrig. Noch weiter nördlich in Deutschland spricht man dann auch von den "weißen Nächten".

Am Montag, den 16. Mai, beginnt der Morgen mit einer totalen Mondfinsternis. Bei uns ist jedoch nur der Beginn zu sehen. Um 3:30 Uhr tritt der Mond in den Halbschatten der Erde, was ab ca. 4:00 Uhr mit einer leichten Verdunkelung sichtbar wird, um 4:27 Uhr tritt der Mond in den Kernschatten, jetzt beginnt die richtige Mondfinsternis. Der Mond steht dann jedoch nur noch 7° Grad hoch im Südwesten über dem Horizont. Um 5:29 Uhr beginnt die totale Phase, dann geht er bei uns jedoch auch unter, zeitgleich geht die Sonne auf, es ist also schon länger hell. Es wird eine echte Herausforderung sein, den sich verdunkelnden Mond noch in der Dämmerung tief am Westhorizont zu finden. Die Sonne geht um 21:10 Uhr wieder unter. Bereits um 0:59 Uhr fliegt die ISS exakt über Bad Lippspringe hinweg, weitere Überflüge finden statt um 2:32 (nur ganz kurz im Westen), um 4:13 Uhr (tief im Süden im Sternbild Schütze und abends zwischen 22:30 Uhr und 22:39 Uhr in maximal 43° Grad Höhe.

Am Dienstag, den 17. Mai, fliegt die ISS gleich um 0:10 Uhr ein weiteres Mal (fast) direkt durch unseren Zenit, also genau über unsere Stadt hinweg. Um 1:45 Uhr steigt sie noch einmal im Westen auf 45° Grad Höhe auf, bevor sie im Erdschatten verschwindet. Bei Jupiter stehen heute früh die Monde Europa, Ganymed und Kallisto rechts (westlich) vom Mutterplaneten. Am Abend fliegt die ISS zwischen 23:18 Uhr und 23:26 Uhr in maximal 81° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Der noch zu 96 Prozent beleuchtete Mond geht um 23:24 Uhr auf.

Am Mittwoch, den 18. Mai, fliegt die ISS zwischen 0:53 Uhr und 0:58 Uhr aus dem Westen aufsteigend bis hoch über den Zenit hinaus über unseren Himmel. Bei Jupiter stehen heute früh die Monde Io, Ganymed und Kallisto rechts (westlich) vom Mutterplaneten. Am Abend ist sie dann noch einmal zwischen 22:30 Uhr und 22:38 Uhr in maximal 69° Grad Höhe bei einem Überflug zu beobachten. Der Mond geht erst deutlich nach Mitternacht (um 0:51 Uhr) auf.

Am Donnerstag, den 19. Mai, fliegt die ISS kurz nach Mitternacht zwischen 0:06 Uhr und 0:12 Uhr ein weiteres Mal in dieser Woche mit 87° Grad Höhe fast genau über unsere Stadt hinweg. Bei Jupiter stehen heute früh die Monde Ganymed, Io und Europa links (östlich) und Kallisto rechts (westlich) vom Mutterplaneten.Am Abend um 23:21:47 Uhr klappt es dann ganz genau mit einem Überflug exakt durch unseren Zenit.

Am Freitag, den 20. Mai,steigt die ISS gegen 0:56 Uhr bis kurz vor Arkturus im Westen auf, der Mond geht um 1:48 Uhr auf. Abends ist die ISS zwischen 22:29 Uhr und 22:38 Uhr bei einem Überflug zu sehen. Heute Abend gibt es von der Volkssternwarte Paderborn wieder einmal einen Online-Vortrag. Peter Zeidler von der ESA berichtet ab 19 Uhr über das "Das James Webb Space Telescope – Ein Überblick und die ersten Monate im All " Der Link zum Online-Meeting lautet: https://us06web.zoom.us/j/82842203292

Am Samstag, den 21. Mai, kann die ISS zwischen 0:06 Uhr und 0:11 Uhr bei einem Überflug in maximal 68° Grad Höhe beobachtet werden, abends dann erneut zwischen 23:18 Uhr und 23:24 Uhr bis auf maximal 80° Grad Höhe. Der Mond geht um 2:28 Uhr auf und ist dann noch zu knapp 70 Prozent beleuchtet.

Am Sonntag, den 22. Mai, ist die ISS kurz gegen 0:55 Uhr tief im Westen zu sehen. Der zu 58 Prozent beleuchtete Mond geht um 2:56 Uhr auf, er nähert sich heute früh dem Planeten Saturn, der bereits kurz zuvor aufgegangen ist. Am Abend fliegt die ISS zwischen 22:30 Uhr und 22:37 Uhr ein weiteres Mal fast (88° Grad Höhe) genau über unsere Stadt hinweg.

Donnerstag, 12. Mai 2022

12. Mai 2022: Das Schwarze Loch in unserer Milchstraße

 

Im Zentrum unser Galaxie: ein Schwarzes Loch (Sgr A*) - selbst unsichtbar, aber durch seinen Schatten verrät es sich...

Heute war die große, weltumspannende Pressekonferenz der ESA und anderer Organisationen.

Hier geht es zur Pressemitteilung und vielen weiteren Bildern.

 

Und hier noch ein Bild, das mir persönlich sehr gut gefällt:

Dieses Bild zeigt das Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) mit Blick auf die Milchstraße sowie die Position von Sagittarius A*, dem supermassereichen schwarzen Loch in unserem galaktischen Zentrum. Im Kasten hervorgehoben ist das Bild von Sagittarius A*, das von der Event Horizon Telescope (EHT) Collaboration aufgenommen wurde. Das in der chilenischen Atacama-Wüste gelegene ALMA ist das empfindlichste aller Observatorien des EHT-Arrays. Die ESO ist im Namen ihrer europäischen Mitgliedstaaten Miteigentümerin von ALMA.

Herkunftsnachweis:

ESO/José Francisco Salgado (josefrancisco.org), EHT Collaboration


 Wer mehr über die Geschichte des Event Horizon Teleskops erfahren will, dem möchte ich das Buch von Heino Falcke "Licht im Dunkeln" sehr empfehlen. Eine schöne Rezension seines Buches gibt es beim Spektrum Verlag.

Mittwoch, 11. Mai 2022

11. Mai 2022: Sonne, Mond und ein Schwarzes Loch in M 87

 In den letzten Tagen gab es wieder eine Reihe schöner Abende, die man gut zur Himmelsbeobachtung nutzen konnte. Doch hier zunächst ein aktuelles Bild der Sonne von heute, Mittwoch 11. Mai 2022:

Sonne mit Flecken am 11. Mai 2022

Die Flecken sind nicht besonders spektakulär, aber wenn man sich die beiden Gruppen etwas genauer anschaut, dann sind da doch jeweils mehrere kleine Einzelflecken zu erkennen. So sind die Gruppen dann auch magnetisch recht aktiv, so dass wieder mehrere Flares gemeldet wurden.

Noch aktueller ist das Foto vom Mond, hier musste ich jedoch schon etwas Glück haben, um ihn zwischen zwei Wolkenlücken zu erwischen.

Mond am Abend des 11. Mai gegen 21:30 MESZ

Der Mond jetzt schon zu 77 Prozent beleuchtet ist. Etwas unterhalb des Sinus Iridum"fallen zwei helle Punkte auf, Bergspitzen, die aus dem Mare Imbrium hervorragen und bis zu 2500 Meter hoch sind. Sie gehören zu den "Montes Harbinger". Der Begriff "harbinger" stammt aus dem englischen und bedeutet in etwa "Vorbote der Morgendämmerung". Ein schöner passender Name für diese auffällige Erscheinung.

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Für Donnerstag, 15 Uhr MESZ hat die ESA wieder zu einer großen weltumspannenden Pressekonferenz eingeladen. Angekündigt ist:

Event Horizon Telescope collaboration to announce groundbreaking Milky Way results

Ich vermute, dem Team um das EHT ist es tatsächlich gelungen ein Bild des Schattens des Schwarzen Lochs im Zentrum unserer Galaxie, der Milchstrasse zu entwickeln.

Das Team hatte vor drei Jahren zum ersten Mal weltweit Aufsehen erregt, weil sie ein erstes Photo des Schatten eines Schwarzen Lochs fotografiert hatte.  Damals war man noch nicht so weit, eine Abbildung aus dem Zentrum der eigenen Milchstrasse zu erzeugen, so dass man für ein erstes Bild das Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie M 87 in der Jungfrau auswählte. Diese Galaxie ist zwar 55 Millionen Lichtjahre von uns entfernt, das Schwarze Loch dort ist aber ca. 6,5 Milliarden Mal schwerer als unsere Sonne. Das schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstrasse dagegen soll ,nur ca. 4 Millionen mal die Masse unserer Sonne haben.

Aus diesem Grund habe ich mir gedacht, mal einen Blick auf M 87 zu werfen. Die Galaxie hat eine Helligkeit von ca. 8,6mag. Sie zählt zu den elliptischen Galaxien, zeigt also keine besonderen Spiralarme wie andere Galaxien am Himmel.

Hier zunächst ein Bild, das mit meinem neuen kleinen Vespera-Teleskop entstanden ist:

M 87, aufgenommen mit Vaonis Vespera am 9. Mai 2022

Das Bild wurde 33 Minuten belichtet. Neben der Galaxie M 87 in der Mitte sind einige weitere "verwaschene" Flecken zu erkennen, das sind ebenfalls ferne Galaxien.

Ein Upload bei "astrometry.net" schafft hier etwas Klarheit:

Die Objekte mit den Bezeichnungen "IC xxxx" oder "NGC xxxx" sind ferne Galaxien, Objekte mit "HD xxxxxx" sind Sterne im Vordergund aus unser eigenen Milchstrasse.

Und weil ich schon einmal dabei war, habe ich mit meinem größeren Teleskop (Celestron C8) ebenfalls M 87 abgelichtet. Hier das Ergebnis:

M 87 mit einem Celestron C8 Teleskop fotografiert am 9.5.2022

Auch dieses Bild ist etwas über eine halbe Stunde belichtet, 17 Einzelbilder zu je 2 Minuten wurden gestacked. Dazu habe ich dann natürlich auch noch Darks und Flats gemacht. Die Bilder entstanden mit einer Canon RP Kamera, also einer "spiegellosen" Vollformat-DSLR-Kamera bei ISO 800.

Da das C8 2000mm Brennweite hat, ist der Bildausschnitt natürlich deutlich kleiner. Dafür ist die Auflösung auch besser, was man vielleicht am einfachsten am Abstand der beiden Komponenten des "Doppelsterns" links unterhalb von M 87 erkennen kann. Und wenn man sich die Bilder ganz genau anschaut und mit einem Sternenatlas vergleicht, dann zeigt das Bild vom C8 auch etwas mehr Sterne, da es selbst Sterne mit nur 16mag noch abbildet.

Das Schwarze Loch, oder genauer sein Schatten, kann ich mit meinem Equipment natürlich nicht abbilden. Aber ist es nicht faszinierend, abends in den Himmel zu schauen, ein Teleskop zur Hilfe zu nehmen und dann tatsächlich auch die Objekte am Himmel zu finden, mit den sich die professionellen Astronomen zur Zeit beschäftigen?

Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, was morgen die Forscherinnen und Forscher vom EHT zu berichten haben.