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Sonntag, 20. September 2026

20. September 2026: Die Sonnenflecken sind wieder da

 Die Sonne war nur einen Tag flekenfrei, das war am 18. September. Gestern schon zeighte sich wieder ein erster neuer Fleck, leider war es bei uns lange voll bewölkt, so dass ich kein Foto machen konnte. Und als es am Nachmittag dann endlich kleine Wolkenlücken gab, haben wir ja unser Fest "50 Jahre Volkssternwarte Paderborn" gefeiert. (Ein schönes Fest, besonders gefreut hat uns, dass sogar zwei der Gründungsmitglieder von vor 50 Jahren gekommen waren und uns "Neulingen" noch die eine oder andere Anekdote aus der Anfangszeit erzählt hatten.)

Sonne mit Flecken am 20.9.26 um 16:20 Uhr MESZ

 Der kleine einzelne Fleck 4532 soll gestern schon aufgetaucht sein, die beiden anderen Regionen haben noch keine Nummer bekommen. Die Region in der Mitte ist wohl heute gerade erst im Entstehen, die Region am linken Rand wird vermutlich schon etwas älter sein, aber war dann auf der von uns aus gesehenen "Rückseite" der Sonne natürlich für uns nicht sichtbar.

Ich bin gespannt, wie es in den nächsten Tagen weiter geht. Ob die Flecken sich kräftig weiter entwickeln - oder vielleicht doch wieder schnell verschwinden?

Wir werden es erfahren. 

Freitag, 18. September 2026

18. September 2026: Null Flecken auf der Sonne

 Auch wenn mein Foto auf der Sonne auf den ersten Blick einen anderen Eindruck macht: zur Zeit ist unsere Sonne frei von Flecken!

Die Sonne am 18. September 2026 gegen 16 Uhr

 Die "Flecken" auf dem Bild sind leichte Wolken, welche die feie Sicht zur Sonne leicht eintrüben. Ich habe gleich viele Bilder gemacht, weil diese die Sonne natürlich von Sekunde zu Sekunde unterschiedlich verdecken. Auf der Sonne selbst habe ich keine Flecken mehr gefunden. Dies haben auch die Profis von spaceweather bestätigt.

Dies zeigt deutlich, dass der Höhepunkt des 25. Sonnenzyklus vorüber ist und wir uns jetzt auf dem absteigenden Ast der Sonnenfleckenaktivität befinden. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir jetzt jahrelang keine Flecken mehr auf der Sonne haben werden, es werden im Schnitt übers Jahr nur weniger werden. Vielleicht tauchen ja schon im Laufe des Wochenendes neue Flecken auf.  

Beobachten wir die Sonne also weiter! 

Donnerstag, 17. September 2026

17. September 2026: Ein letzter Sonnenfleck

 Heute ist auf der Sonne nur noh ein einziger Fleck zu sehen, AR4528. Und dieser Fleck wird in Kürze aus dem sichtbaren Bereich der Sonne heraus auf ihre Rückseite rotieren.

Die Sonne am 17. September 2026 um 15:24 Uhr MESZ

 Wenn jetzt nicht doch noch ein neuer Fleck auf der gegenüberliegenden Seite hineinrotiert, oder ein neuer Fleck in der auf uns ausgerichteten Hälfte der Sonne entsteht, werden wir den nächsten fleckenfreien Tag in diesem Jahr erleben. Das wäre der 4. fleckenfreie Tag in diesem Jahr. In den letzten drei Jahren von 2023-2025 gab es gar keine fleckenlose Tage, und auch in 2022 gab es nur einen einzigen Tag. Wir bewegen uns also allmählich wieder auf ein Minimum der Sonnenaktivität hin. Dies werden wir jedoch erst in drei oder vier Jahren erreichen. Die letzten Jahre mit den meisten fleckenfreien Tage waren 2019 mit 282 fleckenlosen Tagen und 2008 mit 268 fleckenlosen Tagen. Setzt sich also der 11-jährige Zyklus exakt fort, wird das Minimum der Aktivität im Jahr 2030 erreicht.

Doch wie sich die Sonne konkret in den nächsten Tagen entwickelt, wissen wir nicht. Warten wir es also ab und beobachten geduldig weiter! 

Mittwoch, 16. September 2026

14. / 16. September 2026: Die Sonne scheint noch

 Leider sind die letzten Tagen meist sehr stark bewölkt. Von der Venusbedeckung durch den Mond am Montag war überhaupt nichts zu sehen, die fand hier nur hinter dichten Wolken statt.

Aber im Laufe des Tages setzte sich doch immer wieder auch die Sonne durch. Am Dienstag wurde es sogar noch einmal 26° Grad warm.  Leider gab es am Abend praktisch kaum Gelegenheit zur Astrofotografie, denn dann zog es sich schnell wieder zu, zum Teil gab es auch schon leichten Herbstnebel.

Aber hier ein paar Fotos der Sonne:

Die Sonne am 16.9. um 10:23 MESZ

 Flecken sieht man am Mittwoch nur noch zwei Stück rechts oben nahe des Sonnenrandes, dies sind die Aktivitätsregionen 4527 und 4528.

Die Sonne am 14.9.26 

 Am Montag befanden sich diese beiden Regionen noch etwas weiter vom Rand entfernt. Wenn man genau hinschaut, kann man auf dem Bild sogar noch einen weiteren, sehr kleinen Fleck erkenenn, eigentlich nur eine "Pore" auf der Sonne, die Region 4529. Am einfachsten zu finden, wenn Sie mein Foto mit dem Bild des SDO-Satelliten auf spaceweather.com vergleichen, dort gibt es auch ein sehr schönes Bild zur Venusbedeckung des großartigen Astrofotografen Thierry Legault.

 

Samstag, 5. September 2026

5./6. September 2025: Und wieder eine Supernova in NGC 7331 und gleich noch etwas mehr...

 Schon wieder gibt es eine Supernova in der Galaxie NGC 7331 im Sternbild Pegasus. Die neue Supernova SN2026aaiv wurde am 1. September entdeckt mit einer Helligkeit von 15,7mag. Leider waren die ersten Septembernächte bei uns immer bdedeckt, so dass ich erst heute ein Bild machen konnte. Obwohl die Supernova sich relativ dicht am Kern der Galaxie befindet ist sie für mein Vespera schnell und leicht zu identifizieren. Hier ein erstes Bild:

NGC 7331 mit SN2026aaiv

Mein Bild entstand am 5. September 2026 um 22:42 Uhr MESZ und wurde ca. 15 Minuten belichtet. 

 Am 14. Juli 2025, also erst vor gut einem Jahr, wurde die letzte Supernova in NGC 7331 entdeckt. Diese hatte ich seinerzeit auch fotografieren können, damals war die Supernova noch dichter am Kern, sie war dadurch deutlich schwerer zu identzifizieren.
 
Ich konnte NGC 7331 an diesem Abend noch eine ganze Weile länger belichten, vielleicht kann ich später mal noch einen eigenen Blogbeitrag nur für diese Galaxie, ihre Supernovae und vieleicht auch ihre Umgebung veröffentlichen.

In unserer Galaxis warten wir schon seit über 400 Jahren auf die nächste Supernova. In NGC 7331 gab es in den letzten 15 Jahren alleine schon vier Stück. Ist das nicht irgendwie ungerecht?

Im Laufe des Abends konnte ich noch zwei weitere Objekte ausführlicher betrachten, doch zunächst noch einmal zurück an den Taghimmel:

Am Vormittag konnte ich endlich mal wieder eine "vernünftige" Sonnenfleckenaufnahme machen, ohne durchziehende Wolken davor:

Die Sonne am 5.9.26 um 9:00 Uhr


 Besonders wenn man das Bild vergrößert, kann man gleich mehrere schöne Sonnenflecken sehen. Sogar Umbra und Penumbra (der dunkle Kern und das umgebende Gebiet) lassen sich dann gut erkennen. Spaceweater.com zählt anscheinend jeden der neuen Flecken als eine eigene Aktivitätsregion.

Am Abend des 5. Septmeber konnte ich dann einen weiteren Kleinplaneten beobachten:

Kleinplanet (236)Honoria am 6.9.26 um 0:36 MESZ


 Das Bild wurde fünf Minuten belichtet. (236)Honoria hat eine Helligkeit von ca. 10,9mag. Dies ist bereits der 131. Kleinplanet, den ich fotografiert habe.

Und dann habe ich noch einmal nach der Supernova SN2026yly in NGC 2748 geschaut, sie ist immer noch gerade so zu erkennen:

NGC 2748 mit SN2026yly am 6.9.26 um 22:34 Uhr MESZ

 Diese Supernova wurde am 9. August entdeckt, sie hat eine Helligkeit von etwas unter 15,3mag. So dicht am Kern kann ich diese leider nicht selbst vermessen. Ich hatte sie das erste Mal am 23. August fotografiert.

Auch die Supernova SN2026sqf in NGC 3310 ist noch gut zu sehen. Ich verzichte hier jedoch auif das Einstellen des Photos, da das Zielobjekt am Abend leider jetzt schon recht horizontnah steht,

Dafür gelang es mir am 6. September auch nach zweien der aktuellen Novae in unserer Galaxis Ausschau zu halten.

Nova Sgr 2026 am 6.9.26 um 20:56 Uhr MESZ

 Leider konnte ich die Nova im Sternbild Schütze nur noch drei Minuten belichten, wie man an den Schatten auf dem Bild vielleicht sieht, war sie nach Einbruch der Dunkelheit schon ziemlich hinter den belaubten Bäumen auf meines Nachbarn Grundstück versteckt.Im Vergleich mit den anmderen Sternen und meinem ersten Bild vom 22. August kann man deutlich erkenenn, dass sie inzwischen viel lichtschwächer geworden ist. Die Helligkeit ist inzwischen von 8,5mag auf ca. 11,5mag gesunken.

Nova Sge 2026 am 6.9.26 um 21:10 MESZ

Diese Nova wurde am 25. August entdeckt, bereits am 26. August konnte ich sie das erstemal fotografieren. Auch diese Nova ist schon deutlich schwächer geworden, von 7,5mag ist sie auf ca. 11mag abgesunken. Zum Glück steht sie im Sternbild Pfeil viel höher am Himmel als N Sgr 2026. Mein Bild wurde 5 Minuten belichtet.

Am 6. September 2026 konnte ich außerdem noch zwei weitere Kleinplaneten/Asteroiden fotografieren:

(198)Ampella am 6.9.26 um 23:14 Uhr MESZ

 Kleinplanet (198)Ampella ist der Stern in der Mitte der zentralen Dreiergruppe. Eine schöne Konstellation, die ich da zufällig erwischt habe, vielleicht gar eine liegende Ampel? Ampella hält sich zur Zeit im Sternbild Pegasus auf und hat eine Helligkeit von ca. 10,4mag. Das Bild wurde 5 Minuten belichtet.

(192)Nausikaa am 6.9.26 um 23:00 Uhr MESZ

 (192)Nausikaa befindet sich zur Zeit oberhalb von Saturn im Sternbild Fische. Saturn war durch die Büsche auf dem Nachbargrundstück zu diesem Zeitpunkt noch ncht sichtbar, Stellarium zeigt mir dann als Alternative diesen Kleinplaneten an. Nausikaa hat zur Zeit eine Helligkeit von 9,0mag. Nausikaa erreicht am letzten Tag des September seine Oppositionsstellung. Laut Hinweis in Sterne und Weltraum 9/2026 ist dies eine besonders helle Oppositionsperiode. Noch heller als in diesem Jahr wird Nausikaa an unserem Himmel erst wieder 2052 leuchten. 

Das sind dann also Kleinplanet Nummer 132 und Nummer 133. 

 

 

 

 

Montag, 31. August 2026

30./31. August 2026: Mal wieder nur "Wolkenlücken-Astronomie"

 In den letzten Tagen war es leider nicht einfach, interessante astronomische Beobachtungen durchzuführen. Die meiste Zeit verhinderten Wolken den Blick zum Himmel.

Und wenn mal ein Foto "gelang", so war dies eher Zufall.

Der Mond am 30.8.26 um 23:42 Uhr MESZ

 Am Sonntagabend konnte man tatsächlich für kurze Zeit den Mond am Himmel erblicken, meistens lagen jedoch die Wolken gleich in mehreren Schichten vor ihm Bei diesem Foto hatte ich Glück, dass nur noch hohe Schleierwolken den Blick eintrübten.

Trotzdem kann man gut erkennen, dass inzwischen fast das komplette Mare Crisium im Schtten der Nacht liegt, auch wenn der Mond noch zu 92 Prozent beleuchtet ist. Saturn, der an diesem Abend nicht weit entfernt links unterhalb vom Mond stehen sollte, habe ich nicht entdecken können. Genausowenig wie andere Sterne.

Ähnlich schwer war am Vormittag des 31. August die Sonne zu fotografieren. Auch hier zogen immer wieder Wolken durch. Und besonders auffällige Fleckengruppen gibt es zur Zeit auch nicht.

Die Sonne am 31.8.26 um 9:10 Uhr MESZ

 Man muss schon recht genau hinschauen, um Flecken auf der Sonne zu finden. Etwas oberhalb der Sonnenmitte die Fleckengruppe 4518, etwas nach rechts dadrunter die Gruppe 4520. Links unten bei "halb acht" rotiert gerade ein neuer Fleck in die Sonne hinein, der noch keine Nummer bekommen hat.

Leider soll es beinahe jeden Tag in der neuen Woche regnen. Mein Garten wird sich freuen, aber astronomisch wird wahrscheinlich nur wenig möglich sein. 

Samstag, 22. August 2026

22. August 2026: Sonne, Mond und Sterne

 Auch heute Abend ist es wieder klar. Okay, es ziehen immer wieder Wolken durch, aber nicht mehr so viele wie tagsüber. Die Sonne mit ihren Flecken zu fotografieren war heute schon etwas tricky:

Sonne am 22.8.26, 11:28 Uhr MESZ

 Die Fleckenregion AR4513 ist trotz der durchziehenden Wolken gut zu erkennen. Etwas unterhalb von ihr hat sich ein weiterer Fleck gebildet (AR4515). Am rechten Rand sind keine Flecken mehr zu sehen.

Und auch der Mond war heute Abend gut zu sehen, auch wenn er nachwievor nur sehr flach über dem Horizont dahin schleicht:

Der Mond am 22.8.26 um 20:58 Uhr MESZ
 

Heute ist wieder der Krater Kopernikus gut zu erkennen. 

 Auch wenn der Mond keine 10° Grad mehr entfernt steht, ließ sich die Nova im Schützen ebenfalls gut fotografieren:

Nova Sgr 2026 in der Bildmitte am 22.8.26 um 22:00 Uhr MESZ

 Das Bild der Nova habe ich diesmal 20 Minuten lang belichtet. In dieser Gegend der Milchstrasse gibt es wirklich unzählige Sterne. Doch lassen sich auch kleine, dunklere Stellen erkennen, hier blockieren wahrscheinlich Staubwolken das Licht der meisten Sterne. Diese Wolen sind jedoch nicht so schön wie auf dem nächsten Bild zu sehen ist:

Barnard 150, jetzt etwas über drei Stunden belichtet

 Schaut man genau hin, kann man im heutigen Bild vom "Seepferdchennebel" schon etwas mehr Details als auf dem Bild vor einer Woche erkennen. Aber wenn ich mir die Daten von sehr guten Astrobildern dieses Nebels ansachaue, dann haben die Astrofotografen meist noch viel, viel länger belichtet: sechs, sieben oder sogar 13 Stunden scheinen fast ein "muss" für diesen Nebel zu sein. Mal schauen, wie weit ich komme.

NGC 3310 mit SN2026sqf, nur zehn Sekunden (!) belichtet

Die Supernova in der Galaxie NGC3310 ist immer noch ca. 11.5mag hell. Sie ist wirklich einfach zu fotografieren. Hat man die Galaxie einmal als Ziel eingegeben, taucht die Galaxie und die Supernova schon nach der allerersten Belichtung von nur zehn Sekunden auf. Ein schönes Zeichen, wie leistungsfähig heute Smart-Teleskope sind. 

Natürlich habe ich in dieser Nacht auch wieder auf T CrB gehalten. Ich kann berichten, dort tut sich nachwievor nichts. Eine "Nova mit Ankündigung" ist leider doch kein so einfach Ding. Schön, dass andere Galaxien oder Sterne in unserer Milchstrasse uns dafür immer mal wieder mit besonderen Ausbrüchen verwöhnen.

 

Donnerstag, 20. August 2026

20. August 2026: Sonnenschein und Mond am Abend und ein neuer Stern!

 Nach zwei Tagen fast durchgehendem Dauerregen (dem Himmel sei Dank!), schien heute Mittag auch wieder die Sonne:

Sonne am 20.8.26 um 13:13 Uhr MESZ

 Am rechten Rand verschwindet gerade die Fleckengruppe 4507 und andere (4508 steht noch am weitesten innen), dafür taucht am linken Rand, am Ostrand, eine neue Fleckengruppe auf: AR 4513. Diese hat vorhin einen M 8.1 Flare erzeugt. Mal schauen, ob die Gruppe so aktiv bleibt, wenn sie in den nächsten Tagen mehr in die Mitte der Sonne hineinrotiert. Vielleicht kommt es dann ja sogar zu CMEs, zu "coronal mass ejections", die wiederum erdgerichtet sein könnten und dann bei uns vielleicht zu Polarlichtern führen könnten ...

Vielleicht, könnten, ... Abwarten und Beobachten! 

Und am Abend konnte ich dann in einer größeren Wolklücke auch den Mond fotografieren:

Der Mond um 20:36 Uhr MESZ

 Kurz nach Sonnenuntergang, es war noch sehr hell, konnte ich dieses Bild vom Mond machen. Das Erste Viertel war heute am frühen Morgen, als er bei uns unter dem Horizont stand. Jetzt ist er bereits zu 57 Prozent beleuchtet. 

Leider ziehen nun wieder dichtere Wolken hinein, aber nach 22 Uhr soll es etwas stärker aufklaren. Mal schauen, ob diese Prognose stimmen wird.  

*****

Ja, es hat geklappt. Und ich habe sogar gleich einen "neuen Stern", eine Nova im Sternbild Schütze fotografieren können:

Nova Sgr 2026 am 20.8.26 um 22:00 Uhr

 Das Bild wurde 12 Minuten lang belichtet.

Die Nova wurde erst gestern entdeckt. Mein Sternfreund Heinz-Bernd schickte mir heute am frühen Abend die Information zu. Sie ist im "Astronomers Telegram" zu finden.  Die Helligkeit der Nova wird zur Zeit zwischen 8 und 9mag geschätzt. 

Montag, 17. August 2026

17. August 2026: Keine Sonne in Bad Lippspringe

 Der Hochsommer ist wohl vorbei - oder macht zumindest etwas länger Pause. Gestern schon ein wenig und heute deutlich mehr kam schon wieder Regen vom Himmel. Für den Hobbyastronomen natürlichein Graus, aber für den Gärtner in mir ein Segen. Besonders freut es mich, dass dieser Regen nicht sturzbachförmig vom Himmel fällt, sondern eher langsam und andauernd kommt.

Schwierig ist es dann nur ein Bild der Sonne zu bekommen. Für heute Nachmittag war ein Wolkenloch angekündigt. Das kam auch ...

Wolkenloch um 17:15 Uhr

 ... doch leider war es viel zu klein und es zog an der Sonne vorbei. Doch zum Glück schien die Sonne stark genug, dass ich sie durch die Wolken hindurch fotografieren konnte:

Die Sonne hinter Wolken

 Es waren soger Sonnenflecken durch die Wolken hindurch zu fotografieren! Vergleiche ich mein Bild mit dem des SDO-Satelliten von heute, so ist nur eine kleine Fleckengruppe (AR4510) bei mir nicht zu erkennen, es fehlen natürlich auch die Details in den Fleckengruppen.

Daher hier noch ein Bild der Sonne von gestern:

Sonne am 16.8.26

 Die Wetteraussichten für die kommenden Tage sagen noch virel weiteren Regen, und damit natürlich auch Bewölkung, voraus. Aber vielleicht ist dies ja mal wieder eine Chance, in den Schlaf-/Wach-Rhythmus eines "normalen" Bürgers zurückzukehren. 

Dienstag, 11. August 2026

11. August 2026: Die Nacht und der Tag vor der Sonnenfinsternis

 In den Mailingslisten und Chatgruppen bekomme ich jetzt ständig Nachrichten von all meinen Freunden, die nach Spanien aufgebrochen sind. Leider bin ich nicht dabei, doch auch hier gibt es noch so einiges spannendes zu beobachten.

Kein Mond am Morgen um 5:44 Uhr MESZ

 Die nur noch zu 4 Prozent beleuchtete Mondsichel habe ich heute Morgen nicht mehr erwischt, sie wird sich irgendwo hinter den rötlichen Wolken versteckt haben.

Aber dafür ist auf der Sonne doch ein etwas größerer Fleck aufgetaucht:

Die Sonne um 16:10 MESZ

 Der neue Fleck ist noch ganz nah am linken Rand. Mit Mühe kann man auch noch ein wenig von den Miniflecken von gestern finden.

Aber in der Nacht gab es auch noch so verschiedene andere spannende Objekte:

NGC 2748 mit Supernova?

 Am 9.8.26  hat Koichi Itagaki in NGC 2748 einen neuen Transient (AT2026yly) entdeckt, möglicherweise eine Supernova. Mein Bild ist knapp 9 Minuten belichtet. Ich denke, eine kleine "SN-typische" Aufhellung ist schon zu erkennen.

Spannenstes Objekt in den frühen Morgenstunden ist zur Zeit jedoch ein Komet: 220P/McNaught.

220P/McNaught nur drei Minuten belichtet, 11.8.26 um 3:10 Uhr MESZ

 Der Komet 220P/McNaught sollte eigentlich recht unscheinbar bei ca. 13mag liegen, ist jetzt aber, nach einem Helligkeitsausbruch am 6. August, 7mag hell, also fast mit dem bloßen Auge zu sehen und ein relativ einfaches Fernglas-Objekt.

Hier noch ein Bild mit 45 Minuten Belichtungszeit:

Komet 220P um 4:01 Uhr MESZ

 Bei einer so langen Belichtungszeit bewegt sich der Komet natürlich vor dem Hintergrund der Sterne, sein Bild wird dadurch etwas "verschmiert". Eine andere Möglichkeit wäre es, die einzelnen Bilder auf den Kometen hin zu stacken, dann würden die Sterne im Summenbild Strichspuren zeigen, das macht mein Vespera jedoch nicht automatiosch, ich müsste das von hand am PC machen, wofür mir jedoch die Zeit fehlt.

Hier noch ein paar weitere Ergebnisse dieser Nacht:

Messier 33 am 11.8.26 um 4:37 Uhr MESZ, 37 Minuten belichtet 


Andromedagalaxie (M 31), auch etwas über eine halbe Stunde belichtet um 3:05 MESZ

Saturn, 500 Sekunden belichtet, um 2:16 Uhr MESZ

NGC 7331 und Umgebung, 45 Minuten belichtet, um 2:00 Uhr MESZ

Kugelsternhaufen NGC 7006 um 0:59 Uhr MESZ

Kugelsternhaufen M2, 11.8.26 um 0;10 Uhr MESZ



 

 

Montag, 10. August 2026

10. August 2026: Sonne und Mond

 Die Mondsichel nimmt immer weiter ab. Heute früh gegen 4:35 Uhr:

Der abnehmende Mond am 10.8.26 um 4:35 MESZ

Der Mond ist nur noch zu 10 Prozent beleuchtet. Wenn man etwas überbelichtet, kommt gut die "dunkle" Seite des Mondes heraus, die durch das von der Erde reflektierte Licht in Wikrlichkeit doch nicht ganz dunkel ist:

Mond mit Erdlicht am 10.8.26

 Ob mir wohl morgen auch noch einmal ein Bild des Mondes gelingen wird? Leider geht er inzwischen genau hinter dem Nachbarhaus auf. Morgen wird er seine Zeit brauchen, bis er darüber zu sehen sein wird, dann könnte es schon recht hell sein.

Gestern schrieb ich, es sind keine Flecken mehr auf der Sonne zu sehen. Das stimmte wahrscheinlich nicht so ganz. Für mein Vespera, das ja nur eine Öffnung von 50mm hat, waren diese nicht zu sehen. Heute habe ich es noch einmal mit einer größeren Öffnung probiert (mein Spektiv mit 82mm Öffnung). Und siehe da:

Sonne mit Fleckengruppen am 10.8.26 um 11:30 Uhr MESZ

 Ganz schwach sind zwei Gruppen zu erkennen, das sind die Regionen AR4503 (rechts) und AR4504 sowie eine kleine Pore links, die noch keinen Namen bekommen hat. Auffällig sind diese Regionen leider alle nicht. Mal sehen, ob die bis Mittwochabend sich noch etwas weiter entfalten oder auch nicht.

Sonntag, 9. August 2026

9. August 2026: Der Mond wird immer dünner - die Sofi kommt näher

 Der Mond nimmt immer weiter ab, die Sonnenfinsternis kommt näher.

Am Sonntag wachte ich wegen eines gewissen Bedürfnisses früh auf, was ich gleich nutzte, um wieder ein Foto der Mondsichel zu machen.

Noch im Halbschlaf habe ich meine Kamera leider nicht so ganz stabil gehalten, deshalb fehlt dem Bild leider die richtige Schärfe. 

Der Mond um 4:54 Uhr MESZ am 9.8.26

 Der Mond war um diese Uhrzeit noch zu 18 Prozent verfinstert. Vom "goldenen Henkel" von gestern ist heute natürlich gar nichts mehr zu sehen. 

Jetzt sind es nur noch gut 86 Stunden bis Neumond und zur Sonnenfinsternis. 

Leider zeigt die Sonne zur Zeit gar keine Flecken. Ein Zeichen, dass dieser Sonnenfleckenzyklus sich "auf dem absteigenden Ast" befindet. Es wird in diesem Jahr sicherlich bald wieder Flecken auf der Sonne geben, aber wer weiß wann?

Sonne ohne Flecken am 9.8.26 um 13:07 Uhr MESZ

 Bei einer Sonnenfinsternis ist es immer spannend zu verfolgen, ob und wann diese Flecken vom Mond verdeckt werden oder auch nicht. Jetzt sieht es so aus, als ob man dieses Spielchen am Mittwoch nicht spielen kann. Doch wer weiß, bis dahin kann sich noch vieles ändern, auch auf der Sonennoberfläche.

Samstag, 1. August 2026

1. August 2026: Auch dieser Monat beginnt sonnig

 Am Samstagmorgen, den 1. August 2026,  war es am Vormittag um 9:36 Uhr MESZ sonnig:

Sonne mit Flecken am 1.8.26 um 9:36 Uhr MESZ

 Ein paar wenige hohe Cirren waren zwar am Himmel, doch das Wetter soll heute überwiegend schön ausfallen. Mal sehen, ob es am Abend wieder zum Sternegucken reicht.

Ich selbst zähle auf meinem Bild vier Sonnenfleckengruppen mit insgesamt elf einzelnen Flecken. Die Profis sehen sieben Gruppen (davon zwei ganz am rechten Rand ) mit insgesamt 43 einzelnen Flecken, aber die haben natürlich auch wesentlich größere Instrumente.

Montag, 15. Juni 2026

14. Juni 2026: Sonne mit Mauersegler

 Wenn es mir möglich ist, versuche ich jeden Tag die Sonne zu fotografieren, um die Sonnenflecken auszuzählen. Nicht immer werden die Ergebnisse hier im Blog gezeigt. Am 14. Juni gelang mir wieder einmal ein zufälliger, netter kleiner "Schnappschuss":

Die Sonne am 14.6.26 um 11:17 UT (13:17 Uhr MESZ)

 Da flog doch glatt auch ein Mauersegler durch das Bild. Mauersegler sind phantastische Vögel, die fast nie irgendwo landen, sondern monatelang in der Luft leben.

Wer Lust hat und es kann, mag ja einmal aus meinem Bild die Entfernung ausrechnen, in der ich den Mauersegler fotografiert habe. Die Rumpflänge beträgt laut Wikipedia ca. 17 cm, die Flügelspannweite 40-44 cm. Die Entfernung der Sonne betrug im Moment des Fotos laut heavens-above 1,0156547 Astronomische Einheiten (AE), also ca. 151939780,4864 Kilometer. Den Sonnenradius in meinem Foto nehmen wir mit 696342 Kilometern an. Die "Pixelgröße" von Sonne und Mauersegler mögen Sie bitte selbst auszählen, die Brennweite meines Vespera beträgt f=250mm. Ich komme am Ende auf eine Entfernung von ca. 770 Metern. 

Zurück zu den Sonnenflecken. Drei Fleckengruppen sind auf Anhieb zu sehen. Bei der zentralen Gruppe (AR4465) kann man im großen Fleck einen doppelten "Kern" erkennen, außerdem scheint es noch vielleicht drei kleinere, sehr schwache Flecken oberhalb des Kerns zu geben. Beim Fleck rechts unten (AR4464) kann man nach links hin noch zwei weitere kleine Fleckchen erkennen. Der Fleck rechts oben (AR4463) scheint nur ein Einzelfleck zu sein. Außerdem kann man im Originalbild noch einen Fleck deutlich weiter zum linken Rand hin erkennen. Dieser ist auch auf dem entsprechenden Foto von spaceweather.com zu sehen, hat aber noch keine Nummernbezeichnung (die bekam er einen Tag später als AR4468). Bei spaceweather wurde die Sonnenfleckenzahl mit 41 angegeben.

Mittwoch, 27. Mai 2026

27. Mai 2026: Astronomie am hellichten Tag: Sonne, Merkur, Venus, Jupiter und Mond

Was macht der Hobbyastronom, wenn die Nächte immer kürzer werden?

Naja, man kann versuchen, den Tag zur Nacht zu machen. Dafür habe ich extra mein großes Teleskop aufgebaut, mein C8 von Celestron. 

Die meisten Aufnahmen entstanden so um 18:30 Uhr, herum, also zu einem Zeitpunkt, als die Sonne noch ca. 24° hoch am Himmel stand.

Doch als erstes habe ich nicht "die" Sterne beobachtet, sondern "den" Stern, den einzigen Stern, der von uns nicht Lichtjahre entfernt ist, dem wir alles Leben auf unserer Erde verdanken: unsere Sonne.

Unsere Sonne mit Flecken am 27.5.26 um 18:27 Uhr MESZ

 Es sind doch eine ganze Reihe von Flecken auf der Sonne zu sehen. Spaceweather gibt die Sonnenfleckentrelativzahl heute mit 148 an.

Nach der Sonne habe ich die Venus fotografiert:

 Die Venus um 18:30 Uhr MESZ

Es hat mich nicht überrascht, die Venus sofort im Teleskop zu sehen, ist sie doch bei klarer Luft wirklich oft am Taghimmel zu sehen. Und sie hat zur Zeit ja auch eine Helligkeit von -3,9mag. Auffällig ist, dass die Venus nicht wirklich kreisrund erscheint. Das ist in der Tat kein Artefakt des Fotos oder des Flimmerns der Atmosphäre. Die Venus zeigt wie der Mond auch Phasen. Zur Zeit sind ca. 80 Prozent der Venus beleuchtet. Der scheinbare Durchmesser beträgt 13'' Bogensekunden. Für das Foto habe ich bei ISO100 1/125 Sekunden belichtet. 

Dann wurde es spannend, sollte Merkur auch schon sichtbar sein?

Merkur um 18:32 Uhr MESZ

Auch Merkur war zu sehen! Er hat eine Helligkeit von -0,9mag. Auch bei Merkur sind zur Zeit von der Erde aus gesehen ca. 80 Prozent beleuchtet. Sein Scheibchendurchmesser beträgt 5,71'' Bogensekunden, also nicht einmal die Hälfte der Venus. Dieses Bild habe ich bei ebenfalls ISO100, aber mit 1/250 Sekunde belichtet.

Jupiter

 Und wenn Merkur zu sehen war, war es bei Jupiter natürlich auch ein leichtes Unterfangen. Seine Helligkeit beträgt -1,7mag, der Scheibendurchmesser beträgt 33,34'' Bogensekunden, also zweieinhalbmal so groß wie die Venus. Und man konnte sogar die zwei charakteristischen Streifen, dunkle Wolkenbänder, auf seiner Oberfläche erkennen. Für Jupiter habe ich das Bild 1/60 Sekunde belichtet.

Der Mond um 19:20 MESZ

 Für den Mond musste ich noch etwas warten, er war zunächst noch vom Haus bedeckt. Um 19:20 Uhr stand er dann 11° Grad über dem Horizont. Es waren jedoch noch kaum Einzelheiten auf seiner Oberfläche zu erkennen. Diesmal habe ich wieder 1/125 Sekunde belichtet.

Die Bilder von Sonne und Mond sind natürlich verkleinert, die Bilder der drei Planeten sind hier jedoch 1:1 Darstellungen. 

Ansonsten habe ich keine Filter verwendet (außer bei der Sonne natürlich), auch kein Stacking. Es handelt sich schlicht um Einzelbilder aus meiner Canon RP heraus, die ich im Okularauszug des C8 befestigt hatte. 

Es hat Spaß gemacht, diese Objekte bei strahlendem Sonnenschein zu beobachten und nachzuweisen. Mal sehen, was heute der Abend und die Nacht noch bringen wird. 

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Später am Abend;

Kurz nach 22 Uhr konnte ich dann Merkur auch mit dem Fernglas knapp über dem Horizont erwischen. Mit einem Teleobjektiv ließ er sich auch gut fotografieren:

Merkur am 27.5. um 22:17 Uhr

 Dieses Foto entstand mit meiner Nikon P950 kamera bei 1/20 Sekunde, ISO200 und 320mm Äquivalentbrennweite und Blende 7.1. Mit bloßem Auge konnte ich Merkur nicht erkennen, er stand aber auch nur noch 4° Grad über dem Horizont. 

Jupiter und Venus um 22:22 Uhr MESZ

 Dieses Foto wurde mit folgenden Werten aufgenommen: Verschlusszeit 0,8 Sekunden, ISO400, 30mm Äquivalentbrennweite und Blende 6.3.  Leider ließen sich nur noch Jupiter und die venus abbilden. Merkur habe ich auf meinem Foto auch mit "Tricks" (verschiedene Einstellungen meiner "Lightroom"-Software) nicht mehr gefunden. Oder war dies schon zu spät, so dass Merkur sich nicht mehr gegen den Dunst am Horizont durchsetzen konnte?  Vielleicht habe ich ja in den nächsten Tagen noch einmal (etwas mehr) Glück.