Montag, 2. November 2026

Sterneninsel Pellworm

 Vom 26. - 31. Oktober 2026 habe ich die "Sterneninsel Pellworm" besucht. Die nordfriesische Insel Pellworm ist seit August 2021 durch die IDA ("International Dark Sky Association") als "Sterneninsel" zertifiziert. 

Was ist eine "Sterneninsel" ? 

Eine "Sterneninsel" oder ein Sternenpark ist ein von der International Dark-Sky Association (IDA) anerkanntes Gebiet (hierbei kann es sich um Ortschaften, Landschaften oder Regionen handeln), in dem eine sehr geringe bis gar keine Lichtverschmutzung gemessen werden kann. Die deutschen Vertreter der IDA ist die Fachgruppe Dark Sky der Vereinigung der Sternenfreunde.

Um zertifiziert zu werden, müssen "Bewerber" - also auch Pellworm - zudem eine hohe Bereitschaft nachweisen, die bereits herrschenden Bedingungen zu erhalten und zu verbessern. Im Rahmen dieser Bemühungen wurde bereits eine Lichtleitlinie von der Gemeinde erstellt. Des Weiteren ist ein Kriterium die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, die eine Sensibilisierung der Bevölkerung nach sich ziehen soll.

Pellworm in Nordfriesland und Spiekeroog in Ostfriesland sind die einzigen in Deutschland zertifizierten Sterneninseln. Daneben gibt es die Sternenparks Naturpark Westhavelland, Nationalpark Eifel, Biosphärenreservat Rhön, Winklmoosalm und die Sternenstadt Fulda.

Schon gleich bei einem Besuch der Tourist-Info auf der Insel wird man auf diese Besonderheiten der Insel aufmerksam gemacht. Zwei kostenlose Flyer kann man so mitnehmen, Sternbestimmungsbücher und andere astronomische Literatur kann man erwerben.

In dem einen Flyer geht es um die Sternenbeobachtung auf der Insel. Hier erfährt man etwas zu ausgewählten Beobachtungsplätzen auf der Insel. 

In dem anderen Flyer geht es um das Thema Lichtverschmutzung. Hier wird auf die schädlichen Auswirkungen von zuviel Licht für Menschen und Tiere aufmerksam gemacht und es gibt Tipps, unnötige Lichtverschmutzung zu vermeiden.

In der Tat wird auf der Insel viel gegen Lichtverschmutzung getan. Die Straßen auf der Insel haben überhaupt keine Straßenbeleuchtung (Ja, auch das geht! Wir konnten trotzdem vor die Tür gehen!). Natürlich gehört zu einer richtigen Nordseeinsel wie Pellworm auch ein Leuchtturm, aber genau den kann man vielleicht ja auch für schöne Fotokompositionen mit der Milchstraße oder dem Sternenhimmel nutzen. 

Für Astrofreaks: Der Anfangs der 2000er Jahre noch gemessene Wert von 2 auf der Bortle-Skala wird zwar nicht mehr erreicht, aber ein Wert von 3,3 ist immer noch viel besser als die 5,7 für die Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus oder die 4,4 auf dem Eggekamm bei uns in der Nähe. Inzwischen liegen auch die anderen Dark-Sky-Regionen in Deutschland meist bei >4,0.

Die im Flyer "Sternenbeobachtung" verzeichneten Plätze haben alle den Vorteil, dass man bei Ihnen einen Parkplatz fürs Auto findet, Beobachtungsbänke, Sitzgelegenheiten und teilweise sogar auch ein WC findet (und die sind durchweg richtig gut sauber!). Außerdem gibt es dort unterschiedliche Informationstafeln. 

Impressionen vom Beobachtungsplatz "Angelteich":

Liegesitzbank zur Beobachtung mit einem Fernglas, dahinter ein kleines Holzgestell, zu nutzen als Windschutz für ein Teleskop oder zum Abstützen bei Fernglasbeobachtung im Stehen.

 

Peilrohr

Infotafel am Angelteich

 

Sternenkiek an der Badestelle Hörn:

Fahrradständer, Bänke, Holzgestell, Peilrohr

Infotafel am WC-Häuschen

Der Beobachtungsplatz von "oben", vom Deich aus betrachtet.

Holzgestell, Peilrohr und im Hintergrund die Mühle der Insel

Die Plätze am Angelteich und der Badestelle Hörn liegen gleich hinter dem Deich. je nach Windrichtung bietet der Deich auch ganz hilfreichen Windschutz, denn damit muss man auf den Nordseeinseln sicherlich fast immer rechnen. Es gibt auch noch weitere Plätze, zum Beispiel an einem wunderschönen Spielplatz, jedoch in der Nähe des Leuchtturms und einen Platz an der Straße "In de Zee" mitten in der Insel.

Leider hatte ich in dieser knappen Woche auf der Insel kein Glück mit dem Wetter. Entweder war es stark bewölkt oder es zog bei Sonnenuntergang Nebel rein. Und - ganz ehrlich - ein Kurzurlaub auf einer Insel wie Pellworm ist trotzdem auch bei schlechtem Wetter immer eine schöne Sache, es gibt einiges zu sehen, alte Kirchen, den Leuchtturm, eine Inselmeierei, ein Schwimmbad.... Und zu anderen Jahreszeiten gibt es dort sicherlich auch viel besseres Wetter.

Das bestätigte mir auch "Sternenführer" Oliver, der regelmäßig Sternenführungen anbietet. Diese finden in der Saison einmal pro Woche statt. Bei Interesse und Bedarf auch öfters. Oliver kann sich bei seinen Führungen gut auf die jeweiligen Gäste einstellen, egal ob diese jetzt absolute Laien sind, was Astronomie angeht, oder stark interessierte Kinder und Jugendliche, die manchmal vielleicht sogar mehr wissen als er selbst. Sicherlich konnte er schon viele Menschen vom Zauber der "dunklen" Nächte begeistern. Die Milchstraße, das Zodiakallicht und manchmal auch Polarlichter lassen sich dort jedenfalls gut beobachten.

Zur Zeit arbeitet er an einem Konzept, solche "Führungen" auch bei schlechtem Wetter anbieten zu können. Doch dafür braucht er zunächst einmal einen ausreichend großen Raum. Eine Sternwarte gibt es ja nicht auf der Insel. Sein großer Traum ist daher eine Art "Gartenhütte" mit verschiebbarem Dach an einem der Beobachtungsplätze, so dass man dort auch mit einem richtigen Teleskop beobachten könnte.

So ganz ohne ein "Astrofoto" bin ich jedoch auch nicht von der Insel zurückgekehrt. Hier ein Bild unseres Mondes, aufgenommen am Vormittag des 30. Oktober bei strahlendem Sonnenschein:

Der Mond am 30.10.26 um 9:34 Uhr auf Pellworm

 

 

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