Sonntag, 5. Juli 2026

6. - 12. Juli 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond und zieht sich mit immer späteren Aufgängen in den Morgenhimmel zurück. Von den hellen Planeten ist abends nur die Venus bis kurz nach 23:00 Uhr tief im Westen zu sehen. Saturn wird bald nach 1:15 Uhr sichtbar und Mars erscheint ab etwa 2:45 Uhr in der allmählich einsetzenden Morgendämmerung. Die ISS ist bei vielen nächtlichen Überflügen zu beobachten.

Am Montag, den 6. Juli, geht die Sonne um 5:14 Uhr auf und um 21:44 Uhr unter. Das ist morgens fünf Minuten später und abends 3 Minuten früher als noch vor einer Woche, ein so kleiner Unterschied dürfte aber kaum auffallen. Der Mond geht kurz nach Mitternacht um 0:03 Uhr auf, er ist noch zu 70 Prozent beleuchtet. Gegen 3:30 Uhr zieht der Mond an seinem oberen Rand dicht am Stern 11 Psc (6,3mag) vorüber, im Südosten Deutschlands (z.B. München oder Dresden) wird dieser Stern sogar bedeckt. Die ISS fliegt zwischen 1:18 Uhr und 1:25 Uhr in maximal 77° Grad Höhe über unseren Nachthimmel hinweg, dabei fliegt sie ganz knapp an Wega in der Leier vorbei. Beim nächsten Überflug zwischen 2:54 Uhr und 3:01 Uhr mit maximal 83° Grad Höhe geht es ganz knapp an Deneb im Schwan vorbei. Am Abend kommt es dann zwischen 22:53 Uhr und 23:00 Uhr zu einem weiteren Überflug, hier werden jedoch nur maximal 20° Grad Höhe über dem Horizont erreicht. Kleinplanet (849) Ara (11,9mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Dienstag, den 7. Juli, geht der Mond um 0:15 Uhr auf, er ist noch zu 59 Prozent beleuchtet und er steht rechts,(westlich) oberhalb von Saturn. Um 21:29 Uhr erreicht der Mond exakt das Letzte Viertel, steht dann jedoch bei uns noch unter dem Horizont. Kleinplanet (849)Ara (11,8mag) steht um 1:00 Uhr in nur 14' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP 93274 (7,4mag). Die ISS fliegt zwischen 0:29 Uhr und 0:36 Uhr in maximal 64° Grad Höhe vorüber. Beim nächsten Überflug zwischen 2:06 Uhr und 2:13 Uhr geht es mit 89° Grad Höhe praktisch genau über unsere Stadt hinweg, beim dritten Überflug zwischen 3:42 Uhr und 3:50 Uhr wird eine Höhe von 45° Grad über Horizont erreicht. Am Abend fliegt sie dann zwischen 23:40 und 23:50 Uhr in 50° Grad Höhe über unseren Himmel entlang.

Am Mittwoch, den 8. Juli, geht der Mond um 0:27 Uhr auf, er ist noch zu 48 Prozent beleuchtet. Er steht heute früh bereits links, östlich über Saturn. Heute fliegt die ISS um 1h:21m:23s Uhr ganz exakt (90° Grad Höhe) durch unseren Zenit und über unsere Stadt hinweg (Überflug von 1:18 Uhr bis 1:25 Uhr), beim nächsten Überflug zwischen 2:53 Uhr und 3:02 Uhr erreicht sie 59° Grad Höhe und am Abend dann zwischen 22:54 Uhr und 23:01 Uhr dann 37° Grad Höhe. Kleinplanet (18)Melpomene (8,9mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Donnerstag, den 9. Juli, geht der Mond um 0:42 Uhr auf, er ist noch zu 37 Prozent beleuchtet.  Die ISS fliegt zwischen 0:30 Uhr und 0:39 Uhr knapp an Arkturus und auch Deneb vorüber, sie erreicht mit 85° Grad Höhe fast unseren Zenit, zwischen 2:07 Uhr und 2:14 Uhr erreicht sie beim Überflug 73° Grad Höhe, zwischen 3:44 Uhr und 3:50 Uhr nur noch 25° Grad Höhe. Am Abend fliegt sie zwischen 23:42 Uhr und 23:49 Uhr in maximal 76° Grad Höhe über den Himmel und fast genau über die Wega hinweg. Die Venus steht heute nur knapp 1° Grad oberhalb von Regulus. Kleinplanet (8)Flora (8,9mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Freitag, den 10. Juli, geht der Mond um 1:02 Uhr auf, er ist noch zu 27 Prozent beleuchtet. Um 2:00 steht (849)Ara in nur 1,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP 93081 (9,6mag). Zwischen 1:19 Uhr und 1:26 Uhr fliegt die ISS in 83° Grad Höhe über unseren Nachthimmel hinweg, zwischen 2:56 Uhr und 3:03 Uhr in 34° Grad Höhe. Am Abend fliegt sie dann zwischen 22:54 Uhr und 23:01 Uhr in maximal 63° Grad Höhe über den Himmel.

Am Samstag, den 11. Juli, geht der Mond um 1:35 Uhr auf, seine Sichel ist noch zu 17 Prozent beleuchtet. Der Mond steht direkt neben den Plejaden. Zwischen 0:30 Uhr und 0:38 Uhr fliegt die ISS ein weiteres Mal mit 89° Grad Höhe fast genau durch unseren Zenit über unsere Stadt hinweg. Zwischen 2:07 Uhr und 2:12 Uhr erreicht sie noch einmal 46° Grad Höhe. Und am Abend geht es um 23h:46m:14s ein weiteres Mal ganz exakt durch den Zenit hindurch (um 23:43 Uhr steigt sie im Westen auf und geht gegen 23:50 Uhr im Osten unter).

Am Sonntag, den 12. Juli, geht die nur noch zu 9 Prozent beleuchtete schmale Mondsichel um 2:16 Uhr auf. Um 2:20 Uhr befindet sich Kleinplanet (128)Nemesis (11,3mag) in nur 2,5' Bogenminuten Abstand zu Stern tau Sgr mit 3,3mag. Die ISS fliegt zwischen 1:19 Uhr und 1:23 Uhr in maximal 60° Grad Höhe über unseren Nachthimmel. Um 2:26 Uhr ist sie ganz kurz im Westen zu sehen, bevor sie im Erdschatten verschwindet. Zwischen 22:54 Uhr und 23:02 Uhr fliegt sie mit 85° Grad Höhe sehr hoch über unsere Köpfe und unsere kleine Stadt hinweg.

Samstag, 4. Juli 2026

3. Juli 2026: Noch einmal der abnehmende Mond

 In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli kam mir der Mond noch einmal vor die Linse:

Der Mond am 4.7.26 um 1:00 Uhr MESZ

 Im Vergleich zum Bild vom 1. Juli kann man jetzt schon deutlich das "Abnehmen" des Mondes erkennen. Er ist jetzt nur noch zu 86 Prozent beleuchtet. Immer noch im Sternbild Steinbock stand er um 1:00 Uhr wieder nur knapp 10° Grad über dem Horizont.

Donnerstag, 2. Juli 2026

1. Juli 2026: Der abnehmende Mond und ein weiterer Kleinplanet besucht einen Kugelsternhaufen

 In der Nacht vom 1. auf den 2. Juli war der Himmel wieder einmal klar, so dass mir ein paar Aufnahmen gelungen sind.

Hier der abnehmende Mond:

Der Mond am 2. Juli 2026 um 0:56 Uhr MESZ

 Das Bild habe ich aus meinem Dachfenster heraus um kurz vor 1:00 Uhr am 2. Juli mit meiner Nikon P950 aufgenommen (2000mm, Blende 6.5, 1/125sec, ISO100) aufgenommen.  Der Mond stand gerade 10° Grad über dem Horizont, daher auch die starke gelbliche Einfärbung. Der Zeitpunkt des exakten Vollmonds liegt 47 Stunden zurück, jetzt ist er nur noch zu 96 Prozent beleuchtet. Mondaufgang war um 23:07 Uhr, Monduntergang ist um 3:11 Uhr, er zieht also nur vier Stunden über den Himmel entlang.

 Zuvor hatte ich mit meinem Vespera Pro die Begegnung von Kleinplanet (14) Irene mit dem Kugelsternhaufen NGC 6325 im Sternbild Schlangenträger festgehalten: 

Kleinplanet (14)Irene am 1.7.26 um 24:00 Uhr MESZ

 Diese Begegnung ist sicherlich nicht so spektakulär wir vor kurzem die Begegnung von (48)Doris mit M107. NGC 6325 ist nur ein sehr  schwacher Kugelsternhaufen. Er hat zwar einen eigenen (kurzen) Eintrag bei Wikipedia, in der Liste der interessanten NGC-Objekte im Sternbild Schlangenträger, ebenfalls bei Wikipedia, wird er jedoch gar nicht erwähnt. 

Am 29. Juni, ca. 50 Stunden früher, hatte ich NGC 6325 und (14)Irene schon einmal aufgenommen: 

(14)Irene und NGC 6325 (Bildmitte) am 29.6.26 um 23:00 Uhr

Am 29.6. befand sich (14)Irene noch ein ganzes Stück weiter entfernt von NGC 6325. Beide Bilder wurden ca. 24 Minuten lang belichtet. In dieser Zeitspanne bewegt sich ein Kleinplanet am Himmel natürlich ein ganzes Stück weiter. Im Fall von (14)Irene sind das gerade ca. 30'' Bogensekunde pro Stunde, also grob 14'' Bogensekunden während der Dauer der Aufnahmen. So entsteht dann die doch durchaus langgezogene "Leuchtspur" des Kleinplaneten.

Auf beiden Aufnahmen sind ein paar unschöne Aufhellungen zu sehen, wahrscheinlich durch Schleierwolken oder leichten Hochnebel ausgelöst.

 

Sonntag, 28. Juni 2026

29. Juni - 5. Juli 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

Stöhnen Sie auch so unter der Hitze? Wie schön wäre es, wenn man jetzt "die Nacht zum Tage" machen könnte, um einfach in aller Ruhe den Sternenhimmel genießen zu können, und tagsüber dann einfach die Hitze verschlafen könnte, doch bei fast 30 Grad in meiner Wohnung ist das praktisch leider nicht machbar. Und es ist in den letzten Nächten auch immer wieder mal mehr, mal weniger bewölkt gewesen. Ein paar Fotos sind mir trotzdem gelungen, aber wegen der Hitze werde ich die sicherlich erst irgendwann später hier einstellen ....

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 In dieser Woche haben wir Vollmond. Auch wenn er nicht hoch am Himmel steht, erhellt sein starkes Licht doch die ohnehin noch kurzen und aufgehellten Nächte. Seine Aufgangszeiten verzögern sich von Abend zu Abend nur um wenige Minuten. Von den hellen Planeten ist am Abend nur die Venus zu sehen. Um 23 Uhr steht sie etwas über 5° Grad hoch am Himmel, sie geht bereits deutlich vor Mitternacht unter. Am Morgenhimmel steigt Saturn ab ca. 1:45 Uhr ausreichend hoch über den Horizont und Mars etwa ab 3:15 Uhr. Mars ist ca. 5° Grad unterhalb der Plejaden zu finden. Uranus steht neben ihm, wird aber in der Morgendämmerung nur schwer zu finden sein. Neptun, der etwas früher und höher als Saturn aufgeht, dürfte schon eher im Fernrohr zu finden sein. Die ISS ist bei vielen nächtlichen Überflügen in dieser Woche zu sehen.

 Am Montag, den 29. Juni, geht die Sonne um 5:09 Uhr auf und um 21:47 Uhr unter. Der helle Tag ist jetzt also vier Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Um ca. 2:08 Uhr ist die ISS kurz im Südosten etwas oberhalb von Saturn zu sehen. Beim nächsten Überflug zwischen 3:40 Uhr und 3:48 Uhr überquert sie in maximal 66° Höhe praktisch unseren gesamten Morgenhimmel. Der Mond geht in dieser Vollmondnacht um 22:07 Uhr auf. (199)Byblis (12mag) befindet sich um 2:00 Uhr 8 Bogenminuten westlich des Kugelsternhaufens NGC 6401 (7,4 mag).

Am Dienstag, den 30. Juni, erreicht der Mond exakt um 1:57 Uhr seine Vollmondposition, er steht gerade 10° Grad hoch im Sternbild Schütze. Um 4:53 Uhr geht der Mond unter. Am Abend geht der zu 99 Prozent beleuchtete Mond um 22:42 Uhr auf. Die ISS überfliegt zwischen 2:53 Uhr und 2:59 Uhr unseren Nachthimmel in maximal 52° Grad Höhe.

Am Mittwoch, den 1. Juli, geht der immer noch zu 97 Prozent beleuchtete Mond um 23:07 Uhr im Sternbild Steinbock auf. Die ISS fliegt zwischen 2:06 Uhr und 2:12 Uhr von Süd nach Ost unseren Nachthimmel in maximal 39° Grad Höhe, beim nächsten Überflug zwischen 3:40 Uhr und 3:48 Uhr fliegt sie mit 86° Grad Höhe ziemlich genau über unsere Köpfe hinweg.

Am Donnerstag, den 2. Juli, steht Kleinplanet (14)Irene (9,9mag) in 7' Bogenminuten Abstand zum offenen Sternhaufen NGC6325. Der zu 92 Prozent beleuchtete Mond geht um 23:25 Uhr auf. Die ISS fliegt zwischen 2:53 Uhr und 3:00 Uhr in maximal 77° Grad über unseren Nachthimmel hinweg. 

Am Freitag, den 3. Juli, geht der zu 87 Prozent beleuchtete Mond um 23:40 Uhr immer noch im Sternbild Steinbock auf. Zwischen 2:06 Uhr und 2:13 Uhr fliegt die ISS in maximal 65° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Beim nächsten Überflug zwischen 3:40 Uhr und 3:49 Uhr fliegt sie um 3:44:27 genau über unsere Stadt hinweg.

Am Samstag, den 4. Juli, geht der zu 79 Prozent beleuchtete Mond um 23:52 Uhr im Sternbild Wassermann auf. Die ISS fliegt zwischen 1:18 Uhr im Südwesten aus dem Erdschatten erscheinend bis 1:25 Uhr in maximal 52° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Beim nächsten Überflug (Beginn 2:51 Uhr im Westen, Ende 3:01 Uhr im Osten) fliegt sie um 2:56:27 Uhr ganz exakt über unsere Köpfe hinweg. Um 4:00 Uhr stehen Mars und Uranus nur 9' Bogenminuten auseinander, so nahe kommen sich Planeten nur recht selten.

Am Sonntag, den 5. Juli, fliegt die ISS zwischen 0:30 Uhr und 0:35 Uhr in maximal 38° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg, zwischen 2:04 Und 2:13 fliegt sie in maximal 86° Grad Höhe ein weiteres Mal fast genau über unsere Stadt hinweg, bei einem dritten Überflug zwischen 3:40 Uhr und 3:50 Uhr erreicht sie noch einmal 72° Grad Höhe über unserem Südhimmel. Und am Abend ist die ISS dann zwischen 23:40 Uhr und 23:47 Uhr noch einmal bei einem Überflug in maximal 28° Grad Höhe zu sehen. Der zu 70 Prozent beleuchtete Mond geht am Abend erst kurz nach Mitternacht, um 0:03 Uhr am Montag auf. Am Morgen um 3:08 Uhr endet am dunklen Rand des Mondes die Bedeckung von Stern HIP112168A mit 6,7mag.

Freitag, 26. Juni 2026

25. Juni 2026: Ein Kleinplanet rast an der Erde vorbei

 Ende Juni sollte der Kleinplanet oder Asteroid (152637) 1997 NC1 an der Erde vorbeisausen. Dessen Bahn kreuzt tatsächlich die Bahn unserer Erde, eine Kollision ist jedoch so gut wie ausgeschlossen. Dieser Asteroid bewegt sich auf einer Bahn mit dem sonnennächsten Punkt in der Nähe der Venusbahn und als dem sonnenfernsten Punkt etwas außhalb der Erdbahn.

Den geringsten Abstand zur Erde sollte der Kleinplanet am 27. Juni mit ca. 2,6 Millionen Kilometern erreichen, das ist etwas mehr als die sechsfache Entfernung des Mondes. Zur Größe des Kleinplaneten gibt es unterschiedliche Angaben, diese schwanken zwischen ca. 440 Metern und 1630 Metern. In den Tagen der größzen Annäherung sollte der Kleinplanet ca. 10-11mag hell werden. Damit sollte auch eine Beobachtung durch Smart-Teleskope möglich werden.

Und es hat tatsächlich geklappt. Am 25. Juni konnte ich am Abend diesen kleinen "Flitzer" am Himmel auch mit meinem Vespera gut verfolgen. Hier mehrere Bilder, die mir an diesem Abend gelangen. Der Kleinplanet flog so schnell, dass er selbst bei kurzen Belichtungen schon eine längere Strichspur hinterlassen hat:

 

23:21 Uhr MESZ, 290 sec belichtet

23:27 Uhr MESZ, 200 sec belichtet

23:32 Uhr MESZ, 180 sec belichtet

Die drei Bilder sind alle auf die gleichen Koordinaten am Himmel eingestellt. Man kann gut erkennen, wie der Asteroid von Bild zu Bild sich weiter nach rechts zum Bildrand hin bewegt.

Interessante Aufnahmen dieses Asteroiden hat auch unser Sternfreund Bernd Gaehrken gemacht. 

Es gibt für diesen Asteroiden auch einen eigenen deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag, in dem er als "potentiell gefährlich" bezeichnet wird. So ähnlich nah wie jetzt  kommt er der Erde jedoch erst wieder im Jahr 2133.

Weitere Informationen zu diesem Asteroiden findet man auch auf dieser Webseite, darin ein interessanter Größenvergleich zwischen dem Asteroiden mit dem Mount Everest. 

Sonntag, 21. Juni 2026

22. - 28. Juni 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond weiter zu, sein helles Licht erleuchtet mehr und mehr die ganze Nacht. Seine Bahn verläuft jedoch von Tag zu Tag etwas flacher über den Himmel. Auch die Untergangszeiten verschieben sich immer nur um wenige Minuten. Von den großen Planeten verabschiedet sich jetzt Jupiter vom Abendhimmel. Die Venus bleibt uns jedoch noch eine Weile als heller Abendstern erhalten. Am Morgenhimmel gehen Saturn (und auch der Fernglasplanet Neptun) gegen 2:00 Uhr auf. Um ca. 3:30 Uhr ist auch Mars zu sehen, mit einer Helligkeit von nur 1,4mag wird das jedoch noch eine Herausforderung sein. Die ISS beginnt ebenfalls wieder eine Periode morgendlicher Überflüge. Der zwischen 10,3mag und 13,1mag helle Asteroid (152637) 1997 NC1 zieht laut der Zeitschrift Sterne und Weltraum in dieser Woche durch die Sternbilder Schwan und Leier bis hin zum Schlangenträger an vielen Sternen vorbei, die genauen Daten findet man nach Eingabe der Asteroiden-Nummer im Programm "Stellarium". Dieser Asteroid ist ein sog. "Erdbahnkreuzer", am 27. Juni beträgt sein Abstand zur Erde nur das ca. 6,7-fache des Abstands Erde-Mond. Er bewegt sich dann mit ca. 43 Bogensekunde pro Minute über den Himmel hinweg.

Am Montag, den 22. Juni, geht die Sonne um 5:06 Uhr auf und um 21:48 Uhr unter. Der Mond ist am Abend um 23 Uhr zu 60 Prozent beleuchtet, er steht im Sternbild Jungfrau. Er geht gegen 1:21 Uhr am Dienstag unter. Der Sternschnuppenstrom der Juni-Bootiden erreicht heute gegen 3:00 Uhr sein Maximum.

Am Dienstag, den 23. Juni, steht der Mond am Abend unterhalb von Spica in der Jungfrau. Er ist zu 69 Prozent beleuchtet. Gegen 3:40 Uhr ist die ISS erstmalig wieder im Südosten, aber nur maximal 11° Grad über dem Horizont zu sehen.

Am Mittwoch, den 24. Juni, ist der Mond am Abend schon zu 78 Prozent beleuchtet. Um 1:00 Uhr steht (92)Undina (11,9mag) in nur 4' Bogenminuten Abstand neben beta Libra. Und um 2:00 Uhr steht (199)Byblis (11,8mag) in nur 2,5' Bogenminuten Abstand bei Stern HIP86655 (7,6mag).

Am Donnerstag, den 25. Juni, ist der Mond zu 85 Prozent beleuchtet, er geht am Freitag kurz nach 2:00 Uhr unter. Zwischen 3:39 Uhr und 3:45 Uhr fliegt die ISS recht flach (maximal 22° Grad hoch) über unseren Morgenhimmel hinweg, knapp unterhalb von Saturn. Um 2:00 Uhr steht (198)Ampella (12,1mag) in 3,5' Bogenminuten Abstand bei Stern HIP113360 (6,3mag).

Am Freitag, den 26. Juni, steht der Mond am Abend in 12° Grad Höhe im Sternbild Skorpion, er ist zu 93 Prozent beleuchtet. Die ISS ist gegen 2:55 Uhr kurz im Südosten zu sehen.

Am Samstag, den 27. Juni, ist der Mond am Abend zu 97 Prozent beleuchtet. Die ISS fliegt zwischen 3:39 Uhr und 3:46 Uhr in maximal 40° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Sonntag, den 28. Juni, geht der zu 99 Prozent beleuchtete Mond um 21:21 Uhr auf, er steht um 23:00 Uhr nur 7° Grad hoch über dem Horizont im Sternbild Schlangenträger. Erst am Montag um 0:37 Uhr erreicht er seine größte Höhe von 9,3° Grad über dem Horizont.  Heute befindet sich der Mond im weitesten Abstand zur Erde, etwas über 406 Tausend Kilometer, er erscheint uns also etwas kleiner als üblich. Zwischen 2:53 Uhr und 2:59 Uhr ist die ISS kurz im Südwesten in maximal 29° Grad Höhe zu sehen.

Freitag, 19. Juni 2026

18. Juni 2026: Kleinplanet (48)Doris vor dem Kugelsternhaufen Messier 107

 In meiner Wochenübersicht hatte ich angekündigt, dass Kleinplanet (48)Doris heute Nacht über den Kugelsternhaufen M 107 hinweg ziehen sollte. Den Hinweis hatte ich selbst aus der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" (6/2026) entnommen, darin schrieb Herr Michael Sarcander auf Seite 55: "...am 19. Juni bewegt sich die ebenso lichtschwache (48) Doris über den Kugelsternhaufen M 107 hinweg. Letzteres dürfte allerdings nicht leicht zu beobachten sein."

Hier zunächst erst einmal ein älteres Bild von M 107, den ich in meinem Blog wohl noch gar nicht gezeigt hatte:

M 107 am 15.6.2022

 Die Aufnahme ist vier Jahre alt, das Bild wurde mit meinem ersten Vespera-Gerät insgesamt 600 Sekunden belichtet. M 107 ist kein besonders attraktiver Kugelsternhaufen, da er für uns in Mitteleuropa nicht besonders hoch über dem Horizont steht. Im besten Fall erreicht er ca. 25° Grad über dem Horizont. 

Auch gestern waren die Beobachtungsbedingungen nicht ideal. "Wetteronline" zeigte zwar einen wolkenfreien Himmel an, aber in Wirklichkeit waren wohl doch so etliche Schleierwolken am Himmel. Damit ein Vergleich möglichst sinnvoll wird, habe ich auch diesmal wieder mein erstes Vespera-Gerät genutzt. Hier zunächst ein Bild von M 107, ebenfalls 600 Sekunden belichtet:

M 107 mit (48)Doris am 18.6.26 um 23:26 Uhr.

 Können Sie den Kleinplaneten (48)Doris in diesem Bild finden? Ich denke, man kann den Unterschied im Vergleich zum obigen Bild schon sehen. (48)Doris ist doch etwas heller als die einzelnen Sterne des Kugelsternhaufens und zeigt sich nach meinem Eindruck sogar leicht bläulich.

Hier noch ein weiteres Bild, länger belichtet:

M107 mit (48)Doris um 23:47 Uhr MESZ

Das zweite Bild wurde 1450 Sekunden belichtet, also immerhin schon etwas über 24 Minuten. Jetzt sind erwartungsgemäß etwas mehr Sterne zu sehen. Und (48)Doris scheint auch nicht mehr ganz rund, sondern schon ein wenig lang gezogen auszusehen. Das ist sicherlich durch die Eigenbewegung des Kleinplaneten zu erklären. Über das Zentrum von M107 ist (48)Doris schon gegen 20 Uhr hinweg gezogen, da war es bei uns jedoch noch taghell. Leider konnte ich nicht noch länger belichten, denn mittlerweile war der Himmel schon wieder vollständig zugezogen.

Ich möchte mich aus diesem Anlass einmal besonders herzlich bei Herrn Michael Sarcander für die immer wieder anregenden Beobachtungshinweise auf seinen "Kleinplanetenseiten" in der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" bedanken! So habe ich mit meinen Smartteleskopen schon über 100 Kleinplaneten dokumentieren können.

Donnerstag, 18. Juni 2026

18. Juni 2026: Der Mond mal solo

 Heute Abend hat sich der Mond schon weit von der Planetenkette entfernt. Um 22 Uhr konnte ich ihn bereits gut fotografieren. Mit 20° Grad Höhe war er weit entfernt vomn Horizontdunst und zeigte so viele Details:

Der Mond am 18. Juni 2026 um 22:00 Uhr MESZ

 Selbst zum rechten Rand hin sind noch viele einzelne, auch kleinere Krater gut zu erkennen.

17. Juni 2026: Der Mond und die Venus

 Es hat lange gedauert, bis der Himmel am Abend im Nordwesten ein Wolkenloch öffnete, in dem die Venus und der Mond zu sehen waren. Ein wunderschönes Paar!

Mond und Venus am 17.6.26 um 23:20 Uhr

 So "nah" kommen sich der Modn und die Venus selten. Auf dem amerikanischen Kontinent kam es zur gleichen Zeit sogar zu einer Bedeckung der venus durch den Mond. Allerdings stand dort auch noch die Sonne am Himmel, das ganze fand also am Tage statt.

Für mich war dies vielleicht einer der schönsten Himmelsanblicke in diesem Jahr. 

Hier nocheinmal Mond und Venus in "groß":

Mond und Venus am 17.6.26 um 23:23 Uhr MESZ

 

Mittwoch, 17. Juni 2026

16. Juni 2026: Der Mond bei Merkur, Jupiter und Venus

Am 16. Juni sollte der Mond dicht bei Merkur zu finden sein. Und die helleren Planeten Jupiter und Venus sollten natürlich auch noch am Himmel zu finden sein.

Glücklicherweise war es nach Sonnenuntergang in Richtung Nordwesten relativ klar. Die schmale Mondsichel war schnell gefunden. Und etwas später die Planeten Jupiter und Venus auch. Aber würde auch Merkur zu sehen sein?

Leider sind gerade zum Horizont hin immer wieder Wolken, die eine freie Sicht in den Himmel hinein verhindern. Und so sehr ich mich auch bemühte, aber Merkur konnte ich weder mit dem bloßen Auge noch mit dem Fernglas wirklich sehen. Im Fernglas blitzte zwar kurzfristig mal etwas auf, aber das war dann auch genauso schnell wieder verschwunden. Das war schon ganz anders als noch vor ein paar Tagen, wo Merkur dann doch eine ganze Zeitlang im Fernglas gut zu sehen war.

Doch als ich heute meine Bilder ausgewertet habe, bin ich doch noch fündig geworden. 

Mondsichel und Merkur um 22:26 Uhr MESZ

Auf diesem Bild war Merkur das erstemal zu erkennen. Ich habe vorher und danach viele weitere Bilder gemacht. Doch Merkur war dann auch schnell wieder verschwunden, man sieht hier ja gut, wieviel "Schmodder" da am Himmel herumhing.

Und es gab noch eine zweite Überraschung:

Venus, Jupiter, Mond und Merkur um 22:48 Uhr MESZ

 Dieses Bild hatte ich eigentlich nur noch gemacht, um auch die Venus am Himmel abzulichten, war sie doch die ganze Zeit, während ich nach Merkur suchte, von meinem Dachfenster aus gesehen, immer hinter den großen Bäumen der Nachbargrundstücke verborgen. Doch jetzt war sie aufgetaucht, Jupiter war neben der kleinen Tanne auch noch gut zu sehen und die Mondsichel natürlich auch noch. Und als ich das Bild näher untersuchte, entdeckte ich doch tatsächlich noch einen weiteren kleinen hellen "Stern" im Bild. Die Position passt, das kann nur erneut Merkur sein! Jetzt hatte ich also tatsächlich - trotz sehr schwieriger Bedingungen - alle drei Planeten und die Mondsichel auf einem Bild drauf!

Dieses Bild habe ich mit 1/5 Sekunde Belichtungszeit, bei 100mm Brennweite und ISO400 bei Blende 5,6 aufgenommen mit meiner Canon RP Kamera und einem 100-400mm Teleobjektiv.

Als "Zugabe" hier noch ein Bild der Mondsichel bei 2000mm Brennweite, aufgenommen mit meiner Nikon Coolpix P950 Kamera, Blende 6,5, 1/10 Sekunde und ISO400:

Mondsichel zu 5 Prozent beleuchtet am 16.6.26 um 22:45 Uhr MESZ

 Leider bewölkte es sich danach dann wieder stärker, so dass ich keine anderen Objekte am Himmel mehr fotografieren konnte.

Montag, 15. Juni 2026

14. Juni 2026: Sonne mit Mauersegler

 Wenn es mir möglich ist, versuche ich jeden Tag die Sonne zu fotografieren, um die Sonnenflecken auszuzählen. Nicht immer werden die Ergebnisse hier im Blog gezeigt. Am 14. Juni gelang mir wieder einmal ein zufälliger, netter kleiner "Schnappschuss":

Die Sonne am 14.6.26 um 11:17 UT (13:17 Uhr MESZ)

 Da flog doch glatt auch ein Mauersegler durch das Bild. Mauersegler sind phantastische Vögel, die fast nie irgendwo landen, sondern monatelang in der Luft leben.

Wer Lust hat und es kann, mag ja einmal aus meinem Bild die Entfernung ausrechnen, in der ich den Mauersegler fotografiert habe. Die Rumpflänge beträgt laut Wikipedia ca. 17 cm, die Flügelspannweite 40-44 cm. Die Entfernung der Sonne betrug im Moment des Fotos laut heavens-above 1,0156547 Astronomische Einheiten (AE), also ca. 151939780,4864 Kilometer. Den Sonnenradius in meinem Foto nehmen wir mit 696342 Kilometern an. Die "Pixelgröße" von Sonne und Mauersegler mögen Sie bitte selbst auszählen, die Brennweite meines Vespera beträgt f=250mm. Ich komme am Ende auf eine Entfernung von ca. 770 Metern. 

Zurück zu den Sonnenflecken. Drei Fleckengruppen sind auf Anhieb zu sehen. Bei der zentralen Gruppe (AR4465) kann man im großen Fleck einen doppelten "Kern" erkennen, außerdem scheint es noch vielleicht drei kleinere, sehr schwache Flecken oberhalb des Kerns zu geben. Beim Fleck rechts unten (AR4464) kann man nach links hin noch zwei weitere kleine Fleckchen erkennen. Der Fleck rechts oben (AR4463) scheint nur ein Einzelfleck zu sein. Außerdem kann man im Originalbild noch einen Fleck deutlich weiter zum linken Rand hin erkennen. Dieser ist auch auf dem entsprechenden Foto von spaceweather.com zu sehen, hat aber noch keine Nummernbezeichnung (die bekam er einen Tag später als AR4468). Bei spaceweather wurde die Sonnenfleckenzahl mit 41 angegeben.

Sonntag, 14. Juni 2026

15. - 21. Juni 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Sommeranfang auf der nördlichen Halbkugel unserer Erde. Am Montag haben wir außerdem Neumond. Schnell nimmt er dann wieder zu und schon am Sonntag wird das Erste Viertel erreicht. Die Venus ist bis Mitternacht strahlender Abendstern, Jupiter zieht sich allmählich vom Abendhimmel zurück, geht jetzt um 23:30 Uhr unter. Merkur wird mit Glück nur noch in den ersten Tagen der Woche zu sehen sein. Saturn geht gegen 2:30 Uhr auf. Die ISS kann nicht bei nächtlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 15. Juni, geht die Sonne um 5:05 Uhr auf und um 21:45 Uhr unter. Der Mond erreicht seine exakte Neumond-Position um 4:54 Uhr. Merkur (0,6mag) erreicht heute seine größte Elongation (den größten Winkelabstand) zur Sonne, dürfte aber bur noch schwer zu finden sein. Kleinplanet (14) Irene (9,3mag) steht heute in Opposition zur Sonne. Bereits um 0:00 Uhr steht Kleinplanet (11)Parthenope (21,1mag) in nur 4' Bogenminuten Abstand links von der Galaxie M96.

Am Dienstag, den 16. Juni, steht um 22:40 Uhr der Mond ca. 1,5° Grad rechts oberhalb von Merkur, ob beide zu sehen sein werden? Sie gehen gegen 23:30 Uhr unter.

Am Mittwoch, den 17. Juni, ist die Mondsichel am Abend (23 Uhr) schon zu 11 Prozent beleuchtet. Sie steht heute dicht unterhalb der Venus, der Abstand beträgt weniger als einen Vollmonddurchmesser. Kurz nach Mitternacht gehen beide im Nordwesten unter.

Am Donnerstag, den 18. Juni, erreicht Kleinplanet (199)Byblis (11,5mag) seine Opposition im Sternbild Schütze, um 1:30 Uhr steht er in ca. 15° Grad Höhe im Süden. Der Mond ist am Abend zu 19 Prozent beleuchtet, er geht erst eine halbe Stunde nach Mitternacht unter. Spannend ist die Verfolgung von Kleinplanet (48) Doris heute Abend und besonders nach Mitternacht, denn ...

Am Freitag, den 19. Juni, zieht Kleinplanet (48)Doris (12,1mag) über den Kugelsternhaufen M107. hinweg.  Der Abstand beträgt gerade mal 1' Bogenminute. Heute Abend ist der Mond zu 29 Prozent beleuchtet. 

Am Samstag, den 20. Juni, ist der Mond am Abend zu 43 Prozent beleuchtet. Er geht erst kurz vor 1:00 Uhr am Sonntagmorgen unter. 

Am Sonntag, den 21. Juni, Sommeranfang, ist der lgste Tag des Jahres: Die Sonne geht um 5:06 Uhr auf und um 21:47 Uhr unter. Um 10:24 Uhr ist exakt Sommersonnenwende. Die Sonne erreicht ihre nördlichsten Position. Ab jetzt werden die Tage wieder kürzer und die Nächte länger. Zunächst aber nur gaaanz laaangsam. Der Mond steht exakt um 23:55 Uhr im Ersten Viertel, er steht dann noch ca. 10° Grad über dem Horizont.

Mittwoch, 10. Juni 2026

9. Juni 2026: Nachtleuchtende Wolken - Noctilucent Clouds - NLC (plus Jupiter und Venus)

 Es kommt selten vor, dass ich aus wenigen Beobachtungen an einem Abend gleich zwei Blogpostings mache. 

Eigentlich wollte ich gegen 23:30 Uhr nur noch ein weiteres Foto von Jupiter und Venus machen, wie die beiden jetzt nur noch knapp über dem Horizont stehen. Das sollte dann am nächsten Morgen noch im Posting von gestern ergänzt werden:

Jupiter und Venus über dem Horizont (9.6.26, 23:35 Uhr MESZ)

 Auch dieses Foto habe ich wieder aus meinem Dachfenster heraus geschossen. Die Daten: Canon RP, RF24-105mm bei 105mm, ISO 3200, 1/10sec bei f/4.0. Belichtung kum -1 niedriger, was jedoch später bei in Adobe Lightroom um +1,20 korrigiert wurde.

Jupiter direkt über den Wolken und Venus strahlend darüber - ein wunderschöner Anblick!

Auch ein paar weitere Sterne sind zu sehen, Pollux und Castor und ein paar schwächere. Die Venus steht 4,9° Grad über dem mathematischen Horizont, Jupiter noch 3,4° Grad.

Doch dann fielen mir gerade die helleren Streifen in der rechten Bildhälfte auf. Um diese Uhrzeit? Die "normalen" Wolken waren doch dunkel. Sollten das etwa NLC sein? Nachtleuchtende Wolken?

Ein schneller Blick in das AKM-Forum zeigte mir: Ja! Tatsächlich! Dort gab es mehrere Sichtungsberichte, u.a. auch von Thorsten Gaulke aus Geseke, also gar nicht so weit von Bad Lippspringe entfernt. 

Meine ersten NLC in diesem Jahr! Das ist sicherlich ein extra Posting wert. Und hier gleich noch eine weitere Aufnahme, da habe ich in Lightroom die Regler noch etwas stärker aufgedreht, um das Bild aufzuhellen und die NLC deutlicher sichtbar zu machen:

NLC am 9.6.26 um 23:35 Uhr MESZ

 Bei der nächsten Gelegenheit muss ich etwas mehr auf den "Bildhintergrund" aufpassen, ob da nicht wieder NLCs erscheinen. Die Saison hat ja gerade erst angefangen.

Dienstag, 9. Juni 2026

9. Juni 2026: Noch einmal Venus und Jupiter und Merkur

 Heute Abend stand die Venus schon deutlich oberhalb von Jupiter:

Venus und Jupiter am 9.6.26 um 22:35 Uhr MESZ


 Merkur war leider zwischen den horizontnahen Wolken heute nicht auszumachen.

Doch halt! Etwas später tauchte dann auch Merkur auf. Vom Dachfenster aus sind Jupiter und Venus wieder dichter am Baum zu sehen und Merkur direkt über dem Pfeil in der Aufhellung:

Venus, Jupiter und Merkur um 22:49 Uhr MESZ

 Endlich habe ich alle drei "Abendplaneten" auf einem gemeinsamen Foto erwischen können!

 

Sonntag, 7. Juni 2026

8. - 14. Juni 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

Leider gab es in der letzten Woche kaum Gelegenheit, den Sternenhimmel zu genießen, vielleicht wird es ja diese Woche wieder etwas sommerlicher mit dem Wetter. In dieser Woche nimmt der Mond vom letzten Viertel aus immer weiter ab. Die Nächte werden zwar nicht mehr richtig dunkel, aber die typischen Sommersternbilder mit ihren vielen deep-sky-Objekten sollten jetzt schon gut beobachtet werden. Die Venus steht jetzt schon oberhalb von Jupiter, beide Planeten gehen bald nach Mitternacht unter. Wer Glück hat kann am Abend auch Merkur tief im Nordwesten finden, er geht bald nach 23:00 Uhr unter. Saturn geht schon vor 3:00 Uhr im Osten auf. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen. 

Am Montag, den 8. Juni, geht die Sonne um 5:07 Uhr auf und um 21:40 Uhr unter. Der Mond geht um 1:44 Uhr auf. Um 12:00 Uhr erreicht er exakt das Letzte Viertel, um 13:44 Uhr geht er unter. Um 2:27 Uhr endet eine Bedeckung von Stern 78 Aqr (6,2mag). Der Stern leuchtet hinter dem dunklen Rand des Mondes wieder auf. Kleinplanet (324)Bamberga (10,9mag) steht um 3:00 Uhr im in nur 1' Bogenminute Abstand bei Stern HIP103902 (6,4mag)

Am Dienstag, den 9. Juni, geht der zu 43 Prozent beleuchtete Mond um 1:49 Uhr exakt im Osten auf. Jupiter und Venus stehen heute nur 1,5° Grad (drei Monddurchmesser) voneinander entfernt. Ein besonders schöner Anblick im Fernglas!

Am Mittwoch, den 10. Juni, geht der noch zu etwas über 30 Prozent beleuchtete Mond um 2:07 Uhr auf. Zum Ende der bürgerlichen Dämmerung (Sonne 6° Grad unter dem Horizont) um 22:30 Uhr steht Merkur noch 7° Grad hoch über dem Horizont. Gegen 3:30 Uhr steht der Mond in ca. 10° Grad Höhe doppelt so hoch und (fast) genau über Saturn, der dann 5° Grad hoch am Himmel steht.

Am Donnerstag, den 11. Juni, geht der noch zu etwas über 20 Prozent beleuchtete Mond um 2:21 Uhr auf. Kleinplanet (20)Massalia (11,1mag) steht um 1:00 Uhr im Westen in nur 4' Bogenminuten Abstand bei Stern HIP58002 mit 6,3mag.

Am Freitag, den 12. Juni, geht die noch zu etwas über 12 Prozent beleuchtete Mondsichel um 2:39 Uhr auf. Kleinplanet (28)Bellona (11,6mag) steht um 2:00 Uhr im Süden in nur 4' Bogenminuten Abstand bei Doppelstern HIP80719 mit 6,5mag.

Am Samstag, den 13. Juni, geht die nur noch zu etwa 5 Prozent beleuchtete Mond sichel um 3:03 Uhr auf. Jetzt zum Wochenende hin geht Jupiter schon vor Mitternacht unter, Venus entfernt sich immer weiter von ihm.

Am Sonntag, den 14. Juni, könnte man vielleicht - bei klarster Sicht und freiem Nordosthorizont (Azimut 42°) - die nur zu einem Prozent beleuchtete Mondsichel um 3:45 Uhr aufgehen sehen. Kurz danach, um 4:15 Uhr, endet die Bedeckung des 5,4mag hellen Stern Chi Tau. Bereits um 1:00 Uhr steht Kleinplanet (119)Althaea (12,0mag) in 5' Bogenminuten Abstand bei Stern HIP82259 mit 6,0mag.

Freitag, 5. Juni 2026

4. Juni 2026: Ein weiterer schöner Abend

 Auch heute war Merkur wieder gut im Fernglas bzw. in der Kamera zu sehen:

Venus und Merkur am 4.6.26 um 22:39 Uhr MESZ

 Die Venus ist auf dem Bild links oben in der Nähe des Baumes gut zu finden, Merkur ist nur schwierig zu entdecken, daher der Pfeil im Bild. Mit dem bloßen Auge war Merkur auch diesmal nicht zu sehen, im Original des Fots ist er jedoch recht schnell zu entdecken.

Und Venus kommt in der Tat dem Jupiter immer näher:

Jupiter (links) und Venus um 22:28 Uhr

 Das Photo mit Jupiter und Venus entstand schon vor dem Photo mit Merkur. Leider konnte ich aus dieser Position im Garten jedoch Merkur nicht sehen, er befand sich da hinter den Nachbarhäusern.

Ein Photo mit allen drei Planeten hat wieder nicht geklappt, vom Garten aus gesehen steht Merkur zu tief, vom Dachfenster aus ist Merkur gut zu sehen, aber Jupiter noch hinter dem großen Baum versteckt. Erst wenn Merkur untergegangen ist, taucht er hinter dem Baum auf.

Später in der Nacht habe ich dann einfach meine Kamera auch einmal nach Süden ausgerichtet. Hier kann man sogar gut die Milchstrasse erkennen. Leider habe ich auf dem Bild auch die Spuren von mindestens zehn Satelliten gefunden.

Milchstrasse und Satelliten am 5.6.26 um 1:28 Uhr MESZ


Natürlich waren auch meine Vesperas wieder am Arbeiten. Neben verschiedenen veränderlichen Sternen (bei T CrB tut sich immer noch nichts!) habe ich auch wieder eine interessante andere Objekte fotografiert:
NGC 6811

 
 Das Bild wurde 30 Minuten belichtet. Es zeigt den offenen Sternhaufen NGC 6811 im Sternbild Schwan. Bei Stellarium wird er auch "Loch im Haufen" genannt. Und in der Tat schein mittendrin gar kein Stern zu stehen.

Kleinplanet (20) Massalia 

 Kleinplanet (20) Massalia (11,4mag) zieht zur Zeit deutlich unterhalb von beta Virgo (3,6mag) seine Bahn. 

NGC 4601

 Dieses Bild von NGC 4601 wurde etwas über eine halbe Stunde belichtet. Leider reicht diese Zeit noch nicht, um einen bläulichen Reflexionsnebel um die beiden hellen Sterne in der Bildmitte herum zu zeigen.

Vielleicht hat es neben der zu geringen Belichtungszeit auch an den inzwischen durchziehenden Wolken gelegen. Doch schauen Sie mal genau hin. Ich schrieb "um die beiden...", aber zumindest der Stern rechts ist eindeutig ein Doppelstern. Der Stern links daneben ist es aber auch. Nur ist er nicht in meinem kleinen Teleskop zu trennen.

Mal schauen, wann mir von diesem Objekt ein länger belichtetes Bild gelingt. 

 

 

 

 

Sonntag, 31. Mai 2026

1. - 7. Juni 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond langsam wieder ab. Von den hellen Planeten sind Venus und Jupiter gut zu beobachten. Beide kommen sich in dieser Woche immer näher und gehen kurz nach Mitternacht unter. Jupiter kommt der Venus immer mehr entgegen, zum Ende der Woche stehen die beiden Planeten nebeneinander und nicht mehr übereinander. Mit viel Glück (oder einem Fernglas), kann man in der Dämmerung rechts unterhalb der Venus, dicht am Horizont nach 22:15 Uhr auch noch Merkur entdecken. Er geht jedoch schon kurz nach 23 Uhr unter. Wer die Nacht über aufbleibt, kann ab 2:00 Uhr versuchen, Pluto im Sternbild Steinbock zu finden. Und ab ca. 3:15 Uhr geht auch Saturn im Südosten auf. Die ISS ist nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 1. Juni, geht die Sonne um 5:12 Uhr auf und um 21:34 Uhr unter. Nachts sinkt sie nur noch maximal 16° Grad unter den Horizont, im Norden bleibt es also die ganze Zeit etwas dämmerig. Der Mond geht um 23:25 Uhr auf, er ist noch zu 98 Prozent beleuchtet. Um 3:17 Uhr zeigt der Stern "RR Lyrae" ein Helligkeitsmaximum. Dieser Stern pulsiert in 13,6 Stunden zwischen 8,12mag und 7,06mag. Ein ideales Objekt, um diese Helligkeitsveränderungen mit einem Smart Teleskop aufzunehmen.

Am Dienstag, den 2. Juni, geht der Mond kurz vor 6:00 Uhr unter und erst kurz nach Mitternacht auf (siehe Mittwoch). Bereits um 0:50 Uhr zeigt der Bedeckungsveränderliche Stern U Sge (6,6-9,2mag, Periode 3,381 Tage) ein Helligkeitsminimum.

Am Mittwoch, den 3. Juni, geht der Mond um 0:08 Uhr auf. Er ist dann noch zu 94 Prozent beleuchtet.

Am Donnerstag, den 4. Juni, geht der Mond um 0:39 Uhr auf und ist noch zu 89 Prozent beleuchtet. Heute Nacht steht Kleinplanet (20)Massalia ca. 45' Bogenminuten unterhalb von beta Virgo.

**** Ergänzumg vom 4.6.26 ******

Heute Nacht (4.6./5.6.) besteht sowohl eine gewisse Chance auf Polarlichter, als auch auf NLCs. Nur leider wird es in weiten Teilen Deutschlands bewölkt sein, so auch hier bei mir. Nähere Informationen und vielleicht ja später Sichtungsberichte wie immer im Forum des AKM

******** 

Am Freitag, den 5. Juni, geht der Mond um 1:02 Uhr auf, er ist jetzt in das Sternbild Steinbock gewandert und ist noch zu 82 Prozent beleuchtet. Um 2:00 Uhr steht Kleinplanet (14)Irene (9,7mag) in nur 6' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP86819 (6,6mag). Auch heute steht RR Lyrae um 2:30 Uhr im Maximum.

Am Samstag, den 6. Juni, geht der noch zu 74 Prozent beleuchtete Mond um 1:19 Uhr auf. Um 24 Uhr zeigt der Bedeckungsveränderliche Stern RZ Cas (6,2-7,7mag, P=1,195 Tage) ein Minimum.                 

Am Sonntag, den 7. Juni, geht der Mond um 1:33 Uhr auf. Er steht jetzt im Sternbild Wassermann und ist noch zu 65 Prozent beleuchtet.

30. Mai 2026: Die Vollmondnacht beginnt

 Der Monat Mai beschert uns diesmal zwei Vollmonde. Den ersten Vollmond in diesem Monat hatten wir am 1. Mai exakt um 19:24 Uhr und den zweiten am Sonntag, den 31. Mai exakt um 10:45 Uhr. Leider stand der Mond zu seinen exakten Vollmondzeiten bei uns jeweils unter dem Horizont, weil dieses Ereignis tagsüber eintraf. 

Aber so hat man die Möglichkeit sogar von jeweils zwei Vollmondnächten zu sprechen, die Nacht vor und die Nacht nach dem mathematisch exaktem Vollmondmoment. In der Praxis erscheint der Mond dem bloßen Auge dann immer wie ein zu 100 Prozent beleuchteter Mond.

Leider konnte ich den ersten Vollmond in diesem Monat nicht fotografieren, da war ich gerade unterwegs in den Norden Deutschlands zur schönen Insel Amrum und hatte in Schleswig-Holstein Station gemacht.

Doch beim zweiten Vollmond in diesem Monat hat es, zumindest ein wenig, geklappt. Auf dem Rückweg vom Theater aus der Stadt Paderborn nach Bad Lippspringe hatte ich zum Glück meine Kamera griffbereit und so legte ich einen kleinen Stop in der Feldmark ein:

Der Vollmond am 30.5.2026 um 22:13 Uhr MESZ

 Die Aufnahme habe ich mit meiner Canon RP Kamera mit dem RF100-400mm Teleobjektiv gemacht bei ISO400, 1/5 sec Belichtungazeit, Blende 5,6 und bei f=100mm Brennweite.

Man erkennt rechts und links des Mondes die Positionslampen vieler Windräder und ein paar Auto, die sich auf der einige hundert Meter entfernten Landstraße bewegen.

Der Mond stand kurz nach seinem Aufgang 4° Grad über dem Horizont und ziemlich genau in südöstlicher Richtung.

Der Mond bei 400mm Brennweite (ISO400, f=8.0, 1/80sec)

Hier noch ein Bild des Mondes bei "voll ausgefahrener" Telebrennweite des Objektivs. 

Würde ich wohl in nordwestlicher Richtung auch wieder die drei Planeten Jupiter, Venus und Merkur finden können?

Blick nach Nordwesten

 Leider war es nach Nordwest hin schon stark bewölkt. So sehr ich auch gesucht habe, einen Planeten habe ich an diesem Abend dort nicht gefunden. Ein wenig haben mich zwar die Farben des Abendlichts entschädigt, doch ich gebe zu - ein klarer Himmel wäre mir schon deutlich lieber gewesen.

Ich habe die Gegend gleich mehrfach auch mit meinem Fernglas abgesucht, aber keinen der Planeten gefunden. Erst als ich zuhause mir die Bilder an meinem PC mit einem großem Bildfschirm angeschaut habe, entfdeckte ich plötzlich doch noch einen kleinen hellen Lichtpunkt.

Das wird die Venus gewesen sein. Finden Sie diese auch? 

Sie ist links oberhalb vom Baum zu finden, etwas unterhalb einer dunkleren Flugzeugabgasspur.

Später am Abend zog es dann noch weiter zu, so dass bald auch vom Mond nichts mehr zu sehen war. Umso froher bin ich, wenigstens diese Bilder gemacht zu haben. 

 

Samstag, 30. Mai 2026

Und weitere erfolgreiche Aufnahmen: Kleinplanet (216)Kleopatra, M13, M64, M102 und NGC 5907

 Doch zum Glück gab es in der vergangenen Woche nicht nur Mißgeschicke, sondern auch viele erfolgreiche Aufnahmen.

So erwischte ich einen weiteren Kleinplaneten:

Kleinplaner (216) Kleopatra bei Zeta Scuti am 26.5.26

 Wie in meiner Wochenübersicht angekündigt, habe ich den Kleinplaneten (216)Kleopatra (11,9mag) tatsächlich ganz in der Nähe des Stern Zeta Scuti(4,7mag) gefunden. Wie man dem Wikipedia-Artikel zu (216)Kleopatra entnehmen kann, hat dieser eine sehr skurrile Form. Der Kleinplanet sieht eher aus wie ein typischer Hundeknochen, also gar nicht königlich. 

Im Sternbild Schild (lat. Scutum) findet man übrigens viele weitere interessante Objekte. 

Kugelsternhaufen M 13 am 26.5.26

 Zwischendurch mal eine schnelle Aufnahme (18 Minuten Belichtungszeit) des Kugelsternhaufens M13 im Sternbild Herkules.

M64, am 26.5.26

 M 64, die "Black-Eye-Galaxy" (schwarzes Auge Galaxie) im Sternbild Haar der Berenike.


Und hier noch ein "Übersichtsbild", gleich mit den Bezeichnungen von. astrometry.net: 

Die Gegend um und zwischen NGC 5907 und M102

 Sie finden auf dem Bild die Bezeichnung M102 nicht? M102 ist im Messier-Katalog ein etwas umstrittenes Objekt. Vielleicht hat astrometry.net aus diesem Grund hier nur die Bezeichnung NGC 5866 notiert. Dieses Bild entstand mit Hilfe der Mosaik-Funktion meines Vespera Pro und umfasst einen bereich von ca. 2,07 x 2,14 Grad am Himmel. 

Die Aufnahme entstand am 28.5.2026 und wurde insgesamt eine knappe halbe Stunde belichtet. Wenn man das Bild in der Originalgröße anschaut, kann man auch immer noch die Supernova in NGC5907 erkennen. 

28. Mai 2026: Eine mißglückte Beobachtung

 In der Astrofotografie arbeitet man bekanntlich mit wenig Licht. Von daher muss man entweder lange belichten, oder viele Aufnahmen zusammen addieren ("stacken"), um schöne Bilder zu bekommen.

Mein Vespera macht dieses Stacken automatisch. Bilder werden im allgemeinen nur zehn Sekunden lang belichtet, damit es nicht zu Sternspuren kommt und man diese anschliessend gut übereinander legen kann.

Ich wollte das entsprechend auch mit meinem großen C8-Teleskop und meiner Canon RP-Kamera probieren. Dafür hatte ich mit den Kugelsternhaufen M3 ausgesucht.

Da das C8 nicht azimutal den Sternen nachgeführt wird sondern parallaktisch kann man natürlich auch einfacher etwas länger belichten als mit einem Smartteleskop. Zunächst hatte ich mit meiner Bahtinov-Maske das Teleskop an einem hellen Stern gut fokussiert, anschließend dann M3 angefahren und eine Testaufnahme gemacht:

M 3 im C8, 30 Sekunden belichtet

Die Testaufnahme in meiner Kamera sah doch schon recht gut aus. Die Sterne recht punktförmig, Und bei ISO3200 könnte ich sicherlich 30 Sekunden belichten, in Summe würden da schon gut was an Helligkeit aufaddiert werden können und das Rauschen bei hohen ISO-Werten lässt sich durch das Stacken ja auch gut eliminieren.

Also habe ich anschliessend den eigentlichen Aufnahmeprozess gestartet und in aller Ruhe meine Kamera am C8 über 200 Fotos machen lassen. Bei 100 Minuten Brutto-Belichtungszeit sollte am Ende schon was gutes herauskommen. Kalibrierungsbilder (Flats, Darks) habe ich natürlich an diesem Abend auch gemacht.

Am nächsten Tag dann die Speicherkarte aus der Kamera geholt und in den Computer eingelesen.

Welche Enttäuschung! Denn alle Bilder von M3 (Ausschnitt) sahen so aus:

M3, defokussiert.
 

Durch irgendeine unbedachte Bewegung muss ich wohl die Kamera doch wieder defokussiert haben. So ein Mist, die ganze Zeit Kamera und Teleskop umsonst laufen gelassen. Und das kann dann auch das beste Stackingprogramm nicht mehr zurecht rücken.

Was könnte ich beim nächsten Mal besser machen, damit mir ein solches Mißgeschick nicht noch einmal passiert? Öfters zwischendurch kontrollieren? Oder lieber die Bilder immer gleich live auf einen PC übertragen, damit man sie sofort kontrollieren kann? 

Freitag, 29. Mai 2026

Weitere Beobachtungen in der Schönwetterkatastrophe: im Galaxiengewimmel

 Am 22. April habe ich über die SN2026ihi in der Galaxie NGC 3861 berichtet, die ich tagszuvor fotografiert hatte. Die Supernova in der Galaxie war vieleicht zu erahnen. Jetzt bin ich noch einmal in diese Region gegangen. Die Supernova selbst ist nicht mehr zu erkennen. Faszinierend finde ich jedoch das Gewimmel der Galaxien auf diesem Bild:

Die Gegend um NGC 3861 am 25.5.26 um 23:07 Uhr MESZ
 

Das Bild wurde knapp 120 Minuten belichtet. Der helle Stern am linken Bildrand ist 93 Leo. Schon ein schneller Blick auf das Bild zeigt, dass sich hier etliche "verwaschene", etwas ovale oder auch längliche Objekte tummeln, die sicherlich meist weit entfernte Galaxien sind. 

Analysiert man das Bild mit "astrometry.net" werden schon eine ganze Reihe von Galaxien markiert:

Das Bild mit vielen markierten IC- und NGC-Objekten

 Ich habe hier 25 IC- oder NGC-Objekte gezählt. Doch man erkennt auch schnell, das sind noch längst nicht alle Galaxien.

Deshalb habe ich das Bild auch einmal mit ASTAP analysieren lassen. Hier nur ein etwas kleinerer Ausschnitt aus dem gesamten Bild, jedoch "lotrichtig" nach Norden (oben) ausgerichtet::

Die gleiche Region mit ASTAP analysiert.

 Jetzt lassen sich die vielen Galaxien kaum noch zählen. Neben den Objekten aus dem IC- und NGC-Katalog sind jetzt auch viele aus dem UGC- und PGC- und SDSS-Katalogen hinzu gekommen.

Viele dieser Galaxien gehören zum großen "Leo-Galaxien-Haufen", auch als "Abell 1367" benannt.  Dieser Galaxienhaufen umfasst mehr als 500 Galaxien. Seine mittlere Entfernung beträgt ca. 280 Millionen Lichtjahre. 

Die Galaxie NGC 3842 darin hat einen Durchmesser von ca. 110 000 Lichtjahren, unsere Milchstrasse ist deutlich kleiner. Das schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstrasse hat ca. 4,3 Millionen Sonennmassen, das Schwarze Loch im Zentrum von NGC 3842 soll ca. 9,7 Milliarden Sonnenmassen umfassen.

Ist es nicht verrückt, dass so ein kleines Smart-Teleskop hier auf einmal hunderte von Galaxien sichtbar machen kann? 

Unsere Milchstrasse enthält mindestens 100 Milliarden Sterne. Wieviele einzelne Sterne mögen wohl die hier abgebildeten Galaxien zusammen haben?  

 

28. Mai 2026: Unser Mond und sein Geist am Abendhimmel

Ich möchte noch ein paar weitere Aufnahmen nachliefern.

Hier ein Bild des Mondes vom Donnerstag, den 28. Mai:

Der Mond am 28.5.26 um 22:58 Uhr

 Dieses Foto habe ich mit meiner Canon RP am Celestron C8 aufgenommen. Wenn man sich dieses Bild in Originalgröße anschaut, dann kann man dank der 2000mm Brennweite des C8 doch noch ein paar mehr Details als am Vespera Pro erkennen. Zum Zeitpunkt des Fotos stand der Mond im Sternbild Waage, 18° Grad über dem Horizont und seine uns zugewandte Seite war zu 94 Prozent beleuchtet.

Und dann habe ich etwas überrascht festgestellt, dass ich einen ganz interessanten planetarisachen nebel zwar schon mehrfach fotografiert hatte, die Bilder hier in meinem Blog aber noch nie gezeigt habe. 

NGC 6781 am 29.5.26 um 0:58 Uhr MESZ

 Dieser planetarische Nebel mit der Katalognummer NGC 6781 hat gleich mehrere Namen. Er wird zum Beispiel auch "Schneekugel" genannt, "kleiner Ringnebel" oder auch "Ghost of the Moon". Auf meinem Foto wirkt der Nebel im Sternengewimmel des Sternbilds Adler ein wenig verloren, doch wenn Sie sich das BIld in Originalgröße anschauen, zeigt dieser Nebel doch eine schon ganz beachtliche Größe. (Bild anklicken, so dass sich schon mal eine größere Ansicht zeigt. Dann mit der rechten Maustaste "Grafik in neuem Tab öffnen" anklicken und dann in diesem Tab die Lupe nutzen (das Zeichen mit dem (+) in der Mitte. So funktioniert es zumindest mit dem Firefox-Browser).

Mittwoch, 27. Mai 2026

27. Mai 2026: Astronomie am hellichten Tag: Sonne, Merkur, Venus, Jupiter und Mond

Was macht der Hobbyastronom, wenn die Nächte immer kürzer werden?

Naja, man kann versuchen, den Tag zur Nacht zu machen. Dafür habe ich extra mein großes Teleskop aufgebaut, mein C8 von Celestron. 

Die meisten Aufnahmen entstanden so um 18:30 Uhr, herum, also zu einem Zeitpunkt, als die Sonne noch ca. 24° hoch am Himmel stand.

Doch als erstes habe ich nicht "die" Sterne beobachtet, sondern "den" Stern, den einzigen Stern, der von uns nicht Lichtjahre entfernt ist, dem wir alles Leben auf unserer Erde verdanken: unsere Sonne.

Unsere Sonne mit Flecken am 27.5.26 um 18:27 Uhr MESZ

 Es sind doch eine ganze Reihe von Flecken auf der Sonne zu sehen. Spaceweather gibt die Sonnenfleckentrelativzahl heute mit 148 an.

Nach der Sonne habe ich die Venus fotografiert:

 Die Venus um 18:30 Uhr MESZ

Es hat mich nicht überrascht, die Venus sofort im Teleskop zu sehen, ist sie doch bei klarer Luft wirklich oft am Taghimmel zu sehen. Und sie hat zur Zeit ja auch eine Helligkeit von -3,9mag. Auffällig ist, dass die Venus nicht wirklich kreisrund erscheint. Das ist in der Tat kein Artefakt des Fotos oder des Flimmerns der Atmosphäre. Die Venus zeigt wie der Mond auch Phasen. Zur Zeit sind ca. 80 Prozent der Venus beleuchtet. Der scheinbare Durchmesser beträgt 13'' Bogensekunden. Für das Foto habe ich bei ISO100 1/125 Sekunden belichtet. 

Dann wurde es spannend, sollte Merkur auch schon sichtbar sein?

Merkur um 18:32 Uhr MESZ

Auch Merkur war zu sehen! Er hat eine Helligkeit von -0,9mag. Auch bei Merkur sind zur Zeit von der Erde aus gesehen ca. 80 Prozent beleuchtet. Sein Scheibchendurchmesser beträgt 5,71'' Bogensekunden, also nicht einmal die Hälfte der Venus. Dieses Bild habe ich bei ebenfalls ISO100, aber mit 1/250 Sekunde belichtet.

Jupiter

 Und wenn Merkur zu sehen war, war es bei Jupiter natürlich auch ein leichtes Unterfangen. Seine Helligkeit beträgt -1,7mag, der Scheibendurchmesser beträgt 33,34'' Bogensekunden, also zweieinhalbmal so groß wie die Venus. Und man konnte sogar die zwei charakteristischen Streifen, dunkle Wolkenbänder, auf seiner Oberfläche erkennen. Für Jupiter habe ich das Bild 1/60 Sekunde belichtet.

Der Mond um 19:20 MESZ

 Für den Mond musste ich noch etwas warten, er war zunächst noch vom Haus bedeckt. Um 19:20 Uhr stand er dann 11° Grad über dem Horizont. Es waren jedoch noch kaum Einzelheiten auf seiner Oberfläche zu erkennen. Diesmal habe ich wieder 1/125 Sekunde belichtet.

Die Bilder von Sonne und Mond sind natürlich verkleinert, die Bilder der drei Planeten sind hier jedoch 1:1 Darstellungen. 

Ansonsten habe ich keine Filter verwendet (außer bei der Sonne natürlich), auch kein Stacking. Es handelt sich schlicht um Einzelbilder aus meiner Canon RP heraus, die ich im Okularauszug des C8 befestigt hatte. 

Es hat Spaß gemacht, diese Objekte bei strahlendem Sonnenschein zu beobachten und nachzuweisen. Mal sehen, was heute der Abend und die Nacht noch bringen wird. 

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Später am Abend;

Kurz nach 22 Uhr konnte ich dann Merkur auch mit dem Fernglas knapp über dem Horizont erwischen. Mit einem Teleobjektiv ließ er sich auch gut fotografieren:

Merkur am 27.5. um 22:17 Uhr

 Dieses Foto entstand mit meiner Nikon P950 kamera bei 1/20 Sekunde, ISO200 und 320mm Äquivalentbrennweite und Blende 7.1. Mit bloßem Auge konnte ich Merkur nicht erkennen, er stand aber auch nur noch 4° Grad über dem Horizont. 

Jupiter und Venus um 22:22 Uhr MESZ

 Dieses Foto wurde mit folgenden Werten aufgenommen: Verschlusszeit 0,8 Sekunden, ISO400, 30mm Äquivalentbrennweite und Blende 6.3.  Leider ließen sich nur noch Jupiter und die venus abbilden. Merkur habe ich auf meinem Foto auch mit "Tricks" (verschiedene Einstellungen meiner "Lightroom"-Software) nicht mehr gefunden. Oder war dies schon zu spät, so dass Merkur sich nicht mehr gegen den Dunst am Horizont durchsetzen konnte?  Vielleicht habe ich ja in den nächsten Tagen noch einmal (etwas mehr) Glück.