Donnerstag, 20. August 2026

28. August 2026: Mondfinsternis am frühen Morgen

 Wer am Freitag, den 28. August 2026 früh aufstehen möchte, hat bei klarem Himmel und guter Sicht nach Westsüdwest die Chance, eine partielle Mondfinsternis zu beobachten.

Die Finsternis beginnt mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde um 3:24 Uhr, was man jedoch kaum wahrnehmen kann.  Er steht dann in südsüdwestlicher Richtung (Azimut 213°) noch 21° Grad hoch am Himmel. Auch die Sonne steht dann noch über 20° Grad unter dem Horizont. Die astronomische Dämmerung beginnt um 4:20 Uhr MESZ. Im Laufe der nächsten Stunde kann man jedoch schon einen leichten "Schatten" auf dem Mond erkennen. 

Um 4:34 Uhr MESZ tritt dann der Mond in den Kernschatten unserer Erde ein, jetzt beginnt die eigentliche Finsternis. Der Mond steht dann noch 14° Grad über dem Horizont. Die Sonne steht 16° Grad unter dem Horizont, um 5:10 Uhr beginnt die nautische Dämmerung, dann steht die Sonne nur noch 12° Grad unter dem Horizont. 

Ab jetzt könnte es langsam schwieriger werden, den Mond zu beobachten, denn der Himmel wird immer dämmeriger und heller, der Mond dagegen durch die zunehmende Verfinsterung immer lichtschwächer. Ein Fernglas kann jetzt eine gute Beobachtungshilfe sein.

Ab 5:54 Uhr spricht man von der "bürgerlichen Dämmerung", dann steht die Sonne nur noch 6° Grad unter dem Horizont, der Mond steht dann nur noch 5° Grad über dem Horizont. 

Maximal wird der Mond zu 93 Prozent verfinstert, das wird um 6:13 Uhr der Fall sein. Dann steht er nur noch 2,5° Grad über dem Horizont.

Um 6:30 Uhr geht die Sonne auf. Jetzt wird es richtig taghell. Nur wenige Minuten später, um 6:37 Uhr ist der Mond unter dem (mathematischen) Horizont verschwunden, für die meisten Orte verschwindet er wohl hinter Hügeln, Bäumen oder Häuser schon früher.

Für die Beobachtung sollten sich "im Prinzip" die gleichen Plätze eignen, von denen man auch gut die Sonnenfinsternis am 12. August beobachten konnte. Man muss jedoch bedenken, das die Sonne am 12. August bei 296° Grad Azimut unterging, also schon eher im Nordwesten, während der Mond jetzt bei Azimut 255° Grad, das ist Westsüdwest, untergeht. Also ein ganzes Stück weiter "links". 

Der Verlauf dieser Mondfinsternis ähnelt sehr der Finsternis vom 16. Mai 2022, als der Mond auch vor Erreichen der Totalität im Westen unterging. 

Eine Live-Übertragung der Mondfinsternis wird es (in englischer Sprache bei TimeandDate geben. 

Die Volkssternwarte Paderborn wird zu dieser frühen Stunde nicht geöffnet sein.

Eine richtig gut zu beobachtende und auch richtig schöne "tiefe" totale Mondfinsternis wird es bei uns am 31. Dezember 2028 (um 17:52 Uhr) geben.

20. August 2026: Sonnenschein und Mond am Abend

 Nach zwei Tagen fast durchgehendem Dauerregen (dem Himmel sei Dank!), schien heute Mittag auch wieder die Sonne:

Sonne am 20.8.26 um 13:13 Uhr MESZ

 Am rechten Rand verschwindet gerade die Fleckengruppe 4507 und andere (4508 steht noch am weitesten innen), dafür taucht am linken Rand, am Ostrand, eine neue Fleckengruppe auf: AR 4513. Diese hat vorhin einen M 8.1 Flare erzeugt. Mal schauen, ob die Gruppe so aktiv bleibt, wenn sie in den nächsten Tagen mehr in die Mitte der Sonne hineinrotiert. Vielleicht kommt es dann ja sogar zu CMEs, zu "coronal mass ejections", die wiederum erdgerichtet sein könnten und dann bei uns vielleicht zu Polarlichtern führen könnten ...

Vielleicht, könnten, ... Abwarten und Beobachten! 

Und am Abend konnte ich dann in einer größeren Wolklücke auch den Mond fotografieren:

Der Mond um 20:36 Uhr MESZ

 Kurz nach Sonnenuntergang, es war noch sehr hell, konnte ich dieses Bild vom Mond machen. Das Erste Viertel war heute am frühen Morgen, als er bei uns unter dem Horizont stand. Jetzt ist er bereits zu 57 Prozent beleuchtet. 

Leider ziehen nun wieder dichtere Wolken hinein, aber nach 22 Uhr soll es etwas stärker aufklaren. Mal schauen, ob diese Prognose stimmen wird.  

Montag, 17. August 2026

17. August 2026: Keine Sonne in Bad Lippspringe

 Der Hochsommer ist wohl vorbei - oder macht zumindest etwas länger Pause. Gestern schon ein wenig und heute deutlich mehr kam schon wieder Regen vom Himmel. Für den Hobbyastronomen natürlichein Graus, aber für den Gärtner in mir ein Segen. Besonders freut es mich, dass dieser Regen nicht sturzbachförmig vom Himmel fällt, sondern eher langsam und andauernd kommt.

Schwierig ist es dann nur ein Bild der Sonne zu bekommen. Für heute Nachmittag war ein Wolkenloch angekündigt. Das kam auch ...

Wolkenloch um 17:15 Uhr

 ... doch leider war es viel zu klein und es zog an der Sonne vorbei. Doch zum Glück schien die Sonne stark genug, dass ich sie durch die Wolken hindurch fotografieren konnte:

Die Sonne hinter Wolken

 Es waren soger Sonnenflecken durch die Wolken hindurch zu fotografieren! Vergleiche ich mein Bild mit dem des SDO-Satelliten von heute, so ist nur eine kleine Fleckengruppe (AR4510) bei mir nicht zu erkennen, es fehlen natürlich auch die Details in den Fleckengruppen.

Daher hier noch ein Bild der Sonne von gestern:

Sonne am 16.8.26

 Die Wetteraussichten für die kommenden Tage sagen noch virel weiteren Regen, und damit natürlich auch Bewölkung, voraus. Aber vielleicht ist dies ja mal wieder eine Chance, in den Schlaf-/Wach-Rhythmus eines "normalen" Bürgers zurückzukehren. 

Sonntag, 16. August 2026

17. - 23. August 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond weiter zu, er steht am Abend jedoch nur wenige Grad über dem Horizont und ist daher nicht einfach zu beobachten. Von den hellen Planeten leuchtet die Venus als Abendstern, sie geht jetzt jedoch schon deutlich vor 22 Uhr im Westen unter. Saturn geht dagegen schon bald nach 22 Uhr im Osten auf. Der rötliche Mars steigt ab ca. 2:00 Uhr über den Horizont und vielleicht kann in der Morgendämmerung ab ca. 5:00 Uhr auch schon Jupiter gefunden werden. Zum Ende der Woche hin kann auch die ISS wieder bei morgendlichen Überflügen gefunden werden. Am Morgenhimmel kann der Komet 220P/McNaught im Grenzbereich der Sternbilder Walfisch und Stier  gefunden werden.

Am Montag, den 17. August, geht die Sonne um 6:12 Uhr auf und um 20:44 Uhr unter, der helle Tag ist also 25 Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Der Mond ist am Abend zu 28 Prozent beleuchtet und geht um 21:59 Uhr unter. Kleinplanet (100)Hekate (11,1mag) zieht um 23:00 Uhr in nur 3' Bogenminuten Abstand an Stern HD 210898 / TYC5809-937-1 (9,5mag) vorüber.

Am Dienstag, den 18. August, geht der Mond am Abend um 22:15 Uhr unter, er ist zu 38 Prozent beleuchtet.

Am Mittwoch, den 19. August, geht der Mond am Abend um 22:35 Uhr unter, er ist zu 47 Prozent beleuchtet.

Am Donnerstag, den 20. August, erreicht der Mond um 4:46 Uhr das Erste Viertel, dann steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. am Abend geht der Mond um 23:03 Uhr unter, er ist zu 57 Prozent beleuchtet. Er steht recht nah bei Antares im Skorpion. Zwischen 4:58 Uhr und 5:02 Uhr kann die ISS erstmalig wieder bei einem morgendlichen Überflug tief im Südosten (maximale Höhe 14° Grad) beobachtet werden.

Am Freitag, den 21. August, geht der Mond am Abend um 23:42 Uhr unter, er ist zu 56 Prozent beleuchtet. Um 21:06 Uhr bedeckt der Mond einen 7,5mag schwachen Stern (HIP 83261), was aber wohl in der Dämmerung nicht zu beobachten sein wird. Bei klarer Sicht nach Westen kann man vielleicht versuchen, ab 22:25 Uhr bis zu seinem Untergang in einem Teleskop den "Hesiodius-Strahl" zu beobachten. Bereits um 4:00 Uhr früh zieht Kleinplanet (18)Melpomene (9,6mag) am Stern HIP90991 (5,7mag) in 4' Bogenminuten Abstand vorbei.

Am Samstag, den 22. August, geht der Mond erst nach Mitternacht um 0:33 Uhr unter, er ist zu 75 Prozent beleuchtet. Um 23:13 Uhr bedeckt der Mond den Stern HIP 88012 (6,0mag). Die ISS kann zwischen 4:59 Uhr und 5:05 Uhr bei einem Überflug im Südosten in maximal 27° Grad Höhe beobachtet werden. Kleinplanet (100)Hekate steht heute in Opposition zur Sonne im Sternbild Wassermann.

Am Sonntag, den 23. August, ist der Mond am Abend zu 83 Prozent beleuchtet, er geht erst um 1:36 Uhr am Montag unter. Am Morgen tritt die ISS um 4:12 Uhr in 19° Grad Höhe in Südsüdost aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann schnell durch den gerade aufgegangenen Orion zum Horizont. Zwischen 5:46 Uhr und 5:54 Uhr fliegt die ISS noch einmal in der Dämmerung in maximal 62° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Um 4:40 Uhr zieht Kleinplanet (1)Ceres) (8,9mag) in 5,5 Bogenminuten Abstand am Stern eta Gem (3,3mag) vorbei. In den kommenden zwei Nächten zieht (1) Ceres dann über den "Quallennebel" (IC 443) hinweg.

13.-15. August 2026 - Ein paar weitere Beobachtungen

 In den Nächten um die Sonnenfinsternis und die Perseiden herum habe ich auch noch ein paar weitere Objekt am Himmel fotografiert:

Dunkelwolke Barnard 150 (Seepferdchen-Dunkelwolke)

 Das Bild wurde insgesamt 143 Minuten lang belichtet. Ein "Seepferdchen" vermag ich darin nicht unbedingt zu erkennen, aber es ist schon eine spannende, dunkle Struktur. Wenn ich in den nächsten Tage noch mehr Belichtungszeit hinbekomme, hoffe ich darauf, die Dunkelwolke selbst noch etwas differenzierter herausarbeiten zu können.

NGC 7293 - Der Helix-Nebel, 15.8.26 um 1:42 Uhr MESZ

 Dieser größte planetarische Nebel an unserem Himmel ist bei uns leider nur schwer zu fotografieren, da er nur 17° Grad über den Horizont steigt. Und zwischen den Büschen und dem Haus auf Nachbarsgrundstück habe ich nur ein kleines Zeitfenster, ihn wirklich zu erwischen. Dieses Bild konnte immerhin etwas über eine halbe Stunde (1840 Sekunden) belichtet werden. Vielleicht könnte man durch geschickte Bildverarbeitung noch etwas farbenfroher herausarbeiten, so ist dieses Bild direkt aus meinem Vespera Pro genommen.

M52 (links) und NGC 7635 (Blasennebel) (rechts)

 Ein immer wieder schönes Ziel ist dieses Paar in der Cassiopeia, der offene Sternhaufen M52 sowie der seinem Namen alle Ehren erweisende Blasennebel, NGC 7635. Auf diesem Bild kann man gerne auch wieder nach dem Stern suchen, der 2021 als Nova Cas 2021 bis zu 6mag hell wurde, er ist schon seit langem auf ca. 13mag abgesunken. Das Bild wurde etwas über eine Stunde belichtet.

Freitag, 14. August 2026

12./13. August 2026: Perseiden

 Mit der Sonnenfinsternis waren die astronomischen Highlights des Tages noch lange nicht vorbei. In der folgenden Nacht kam es zum Maximum des diesjährigen Pwerseiden-Sternschnuppenstroms. Und weil der Himmel so klar und keinerlei Mondlicht stören konnte, musste auch diese Gelegenheit genutzt werden.

Während einige Sternefreunde auf den Eggekamm zum Beobachten gefahren waren, habe ich von unserem Garten zuhause aus beobachtet. Gemütlich auf einer Gartenliege nach oben geschaut und nebenbei einen Fotoapparat laufen gelassen. Mit den Freunden auf dem Eggekamm stand ich über unseren Threema-Chat ständig in Verbindung, so dass wir uns über besonders helle Sternschnuppen austauschen konnten. Die Entfernung betrüg ca. 21 Kilometer Luftline. Würde man da noch (oder schon) die gleichen Sternschnuppen sehen? Würden diese vielleicht etwas versetzt zueinander vor dem Sternenhimmel aufleuchten?

Um es gleich vorweg zu sagen, mal hat es geklappt, wohl die gleichen Schnuppen zu sehen, manchmnal auch nicht. In zwei Stunden hatten wir uns gegenseitig 15 Sternschnuppen gemeldet. Und ein paar mal waren es wohl auch die gleichen, aber auch nicht immer. Die Fotos selbst haben wir noch nicht gemeinsam ausgewertet.

Parallel hatte ich ja meine Kamera mit einem 16mm-Weitwinkelobjektiv mitlaufen lassen. Diese konnte ntürlich nur einen deutlich kleineren Teil des Himmels erfassen, als ich es mit bloßem Auge konnte. Knapp 500 Fotos habe ich in der Nacht gemacht. Auf fünf davon habe ich Sternschnuppen gefunden. Dafür sind praktisch auf jedem Foto Strichspuren von Satelliten und öfters auch von Flugzeugen drauf.

Hier meine "Beute":

Eine Perseide um 0:29 Uhr MESZ am 13.8.26

 
0:31 Uhr MESZ

0:59 Uhr MESZ

nur 40 Sekunden später, hier sind sogar gleich zwei Perseiden drauf!

1:30 Uhr MESZ

 

Die letzte hier gezeigte Perseide zeigte am Himmel sogar eine kleine, nach leuchtende "Rauchspur", auf dem Foto ist diese jedoch nicht zu erkennen.

Perseiden kann man auf dem Foto gut an der eher grünlichen Spur erkennen. Die anderen kurzen Strichspuren stammen von Satelliten. Diese kann man besonders gut erkennen, wenn sie nicht nur auf einem, sondern auch auf dem Bild davor oder danach aks Strichspur auftauchen. Denn meine Bilder sind alle immer zehn Sekunden lang belichtet worden.Eine Sternschnuppe leuchtet jedoch in den allermeisten Fällen viel kürzer auf, ist also wirklich nur auf einem Foto zhu sehen. Satelliten dagegen sind auf ihrer Bahn am Himmel minutenlang zu sehen und tauchen daher meist gleich auf mehreren Bildern auf. 

Haben Sie außerdem auf den Bildern die Andromedagalaxie gefunden? 

 

Donnerstag, 13. August 2026

12. August 2026: Sonnenfinsternis

 Endlich war es soweit, der Tag der Sonnenfinsternis war gekommen. Über Mittag macht ich noch ein Foto der aktuellen Sonnenflecken:

Sonne mit Flecken am 12.8.26 um 13:58 Uhr

Danach ging es dann zur Sternwarte in Paderborn. Diese war heute nur für Mitglieder geöffnet. Einige von uns waren in Urlaub, um die Sonnenfinsternis anderswo zu erleben, doch zuhause wollten wir uns ein solches Ereignis auch nicht entgehen lassen. Hätten wir die Sternwarte geöffnet, waren wir möglicherweise von hunderten von Besuchern überrannt worden, das wollten wir uns und auch den Besuchern, die dann letzten Endes nur in einer langen Schlange vor dem Teleskop gestanden hätten, auch nicht antun.

Hier ein paar Fotos und Impressionen von diesem Tag:

Die Sonnenfinsternis hat vor ein paar Minuten angefangen (Foto von 19:22 MESZ)

19:31 MESZ, gleich verschwindet der kleine Sonnenfleck unten rechts

19:45 Uhr MESZ, noch eine knappe halbe Stunde bis zum Maximum

19:58 Uhr MESZ, jetzt werden glech die nächsten Flecken verdeckt

20:11 Uhr MESZ, der Höhepunkt der Finsternis ist erreicht.

50 Jahre Volkssternwarte

In desem Jahr feiert der Verein "Volkssternwarte Paderborn" sein 50jähriges Bestehen, da passt so eine Sonennfinsternis doch prima dazu!

Ein Heißluftballon schwebte auch vorbei. Ob die Reisenden wohl Finsternisbrillen dabei hatten?

 

Konzentriertes Beobachten!

Jetzt sammel ich Beiträge und Fotos unserer Mitglieder und Freunde, die Idee ist, nicht zu spät im Herbst einen kleinen Vortrag zu halten über diese Sonennfinsternis und vielleicht auch schon die nächste große Finsternis am 2. August 2027.

Dienstag, 11. August 2026

11. August 2026: Die Nacht und der Tag vor der Sonnenfinsternis

 In den Mailingslisten und Chatgruppen bekomme ich jetzt ständig Nachrichten von all meinen Freunden, die nach Spanien aufgebrochen sind. Leider bin ich nicht dabei, doch auch hier gibt es noch so einiges spannendes zu beobachten.

Kein Mond am Morgen um 5:44 Uhr MESZ

 Die nur noch zu 4 Prozent beleuchtete Mondsichel habe ich heute Morgen nicht mehr erwischt, sie wird sich irgendwo hinter den rötlichen Wolken versteckt haben.

Aber dafür ist auf der Sonne doch ein etwas größerer Fleck aufgetaucht:

Die Sonne um 16:10 MESZ

 Der neue Fleck ist noch ganz nah am linken Rand. Mit Mühe kann man auch noch ein wenig von den Miniflecken von gestern finden.

Aber in der Nacht gab es auch noch so verschiedene andere spannende Objekte:

NGC 2748 mit Supernova?

 Am 9.8.26  hat Koichi Itagaki in NGC 2748 einen neuen Transient (AT2026yly) entdeckt, möglicherweise eine Supernova. Mein Bild ist knapp 9 Minuten belichtet. Ich denke, eine kleine "SN-typische" Aufhellung ist schon zu erkennen.

Spannenstes Objekt in den frühen Morgenstunden ist zur Zeit jedoch ein Komet: 220P/McNaught.

220P/McNaught nur drei Minuten belichtet, 11.8.26 um 3:10 Uhr MESZ

 Der Komet 220P/McNaught sollte eigentlich recht unscheinbar bei ca. 13mag liegen, ist jetzt aber, nach einem Helligkeitsausbruch am 6. August, 7mag hell, also fast mit dem bloßen Auge zu sehen und ein relativ einfaches Fernglas-Objekt.

Hier noch ein Bild mit 45 Minuten Belichtungszeit:

Komet 220P um 4:01 Uhr MESZ

 Bei einer so langen Belichtungszeit bewegt sich der Komet natürlich vor dem Hintergrund der Sterne, sein Bild wird dadurch etwas "verschmiert". Eine andere Möglichkeit wäre es, die einzelnen Bilder auf den Kometen hin zu stacken, dann würden die Sterne im Summenbild Strichspuren zeigen, das macht mein Vespera jedoch nicht automatiosch, ich müsste das von hand am PC machen, wofür mir jedoch die Zeit fehlt.

Hier noch ein paar weitere Ergebnisse dieser Nacht:

Messier 33 am 11.8.26 um 4:37 Uhr MESZ, 37 Minuten belichtet 


Andromedagalaxie (M 31), auch etwas über eine halbe Stunde belichtet um 3:05 MESZ

Saturn, 500 Sekunden belichtet, um 2:16 Uhr MESZ

NGC 7331 und Umgebung, 45 Minuten belichtet, um 2:00 Uhr MESZ

Kugelsternhaufen NGC 7006 um 0:59 Uhr MESZ

Kugelsternhaufen M2, 11.8.26 um 0;10 Uhr MESZ



 

 

Montag, 10. August 2026

10. August 2026: Sonne und Mond

 Die Mondsichel nimmt immer weiter ab. Heute früh gegen 4:35 Uhr:

Der abnehmende Mond am 10.8.26 um 4:35 MESZ

Der Mond ist nur noch zu 10 Prozent beleuchtet. Wenn man etwas überbelichtet, kommt gut die "dunkle" Seite des Mondes heraus, die durch das von der Erde reflektierte Licht in Wikrlichkeit doch nicht ganz dunkel ist:

Mond mit Erdlicht am 10.8.26

 Ob mir wohl morgen auch noch einmal ein Bild des Mondes gelingen wird? Leider geht er inzwischen genau hinter dem Nachbarhaus auf. Morgen wird er seine Zeit brauchen, bis er darüber zu sehen sein wird, dann könnte es schon recht hell sein.

Gestern schrieb ich, es sind keine Flecken mehr auf der Sonne zu sehen. Das stimmte wahrscheinlich nicht so ganz. Für mein Vespera, das ja nur eine Öffnung von 50mm hat, waren diese nicht zu sehen. Heute habe ich es noch einmal mit einer größeren Öffnung probiert (mein Spektiv mit 82mm Öffnung). Und siehe da:

Sonne mit Fleckengruppen am 10.8.26 um 11:30 Uhr MESZ

 Ganz schwach sind zwei Gruppen zu erkennen, das sind die Regionen AR4503 (rechts) und AR4504 sowie eine kleine Pore links, die noch keinen Namen bekommen hat. Auffällig sind diese Regionen leider alle nicht. Mal sehen, ob die bis Mittwochabend sich noch etwas weiter entfalten oder auch nicht.

Sonntag, 9. August 2026

10. - 16. August 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Neumond. Der Neumond zieht diesmal direkt vor der Sonne entlang, so dass es in Spanien und einigen anderen Ländern zu einer totalen Sonnenfinsternis kommt. Bei uns kann man eine tiefe partielle Finsternis beobachten. Außerdem findet der Höhepunkt des Perseiden-Sternschnuppenschwarms statt. Die warmen Sommernächte laden geradezu ein, sich an einem dunklen Ort auf einer Liege bequem zu machen und nachts in den Himmel hineinzuschauen. Bei guter Sicht nach Westen kann man abends bis kurz vor  22 Uhr die Venus tief im Westen sehen. Merkur kann diese Woche vielleicht noch am Morgenhimmel gefunden werden, er geht kurz vor 5:00 Uhr auf, die Sichtbarkeitsbedingungen verschlechtern sich jedoch von Tag zu Tag. Saturn kann im Osten gut ab 23 Uhr gesehen werden, Mars dann später ab ca. 2:00 Uhr. Die ISS kann in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen gesichtet werden. Überraschenderweise hat der Komet 220P/McNaught einen Helligkeitsausbruch und wurde am 7. August mit einer Helligkeit von 7mag gemeldet. Er kann am Morgenhimmel gegen 3:00 im Sternbild Fische gefunden werden. Der Komet 10P/Temple soll noch eine Helligkeit von 10mag haben, er steht gegen 2:00 Uhr genau, aber sehr tief im Süden, keine 9° Grad mehr über dem Horizont.

Am Montag, den 10. August, geht die Sonne um 6:01 Uhr auf und um 20:58 Uhr unter, der helle Tag dauert also keine 15 Stunden mehr. Die schmale, nur zu 10 Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 2:16 Uhr auf.

Am Dienstag, den 11. August, geht der Mond um 3:44 Uhr auf, er ist noch zu 4 Prozent beleuchtet. um 4:00 Uhr steht Kleinplanet (354)Eleonora (10,5mag) in nur 6' Bogenminuten Abstand zu Stern 44 Cap (5,9mag). In der Nacht zum Mittwoch zieht Kleinplanet (3) Juno (9,3mag) in nur 1,5' Bogenminuten an Stern HIP 98038 (6,5mag) vorüber. Und Kleinplanet (27)Euterpe (11,6mag) in 5,5' Bogenminuten an Stern 4 Gem (6,9mag) vorbei.

Am Mittwoch, den 12. August, ist Neumond. Es kommt bei uns am Abend zu einer partiellen Sonnenfinsternis. Nach Einbruch der Dunkelheit folgt der Höhepunkt der Perseiden.  Auf einer Linie von Brockhagen, Bielefeld-Sennestadt - Externsteine - Horn - Höxter kommt es gegen 12:59 Uhr zu einem Transit der ISS vor der Sonne, was mit einer speziellen Sonnenschutzfolie vor dem Objektiv eines Aufnahmegerätes beobachtbar ist. Etwas südlich davon (z.B. auch bei uns in Bad Lippspringe) zieht die ISS vor der (Neu-)Mondscheibe entlang, dies ist jedoch wegen der nahen Sonne unbeobachtbar.

Am Donnerstag, den 13. August, an einem dunklen Ort sollte man zum Maximum dfer Perseiden gegen 4:00 Uhr durchaus mehr als 20 Sternschnuppen pro Stunde sehen können. Kleinplanet (349)Dembrowska (9,8mag) steht heute in Opposition zur Sonne. Kleinplanet (27) Euterpe (11,6mag) zieht in 9' Bogenminuten Abstand am Stern 6 Gem(6,4mag) vorüber.

Am Freitag, den 14. August, endet wohl die Morgensichtbarkeit des Merkur. Er steht heute früh in der Nähe des Sternhaufens Praesepe im Sternbild Krebs.

Am Samstag, den 15. August, kann der Mond (zu 12 Prozent beleuchtet) vielleicht das erste Mal nach Neumond gesehen werden, er steht noch tiefer als die Venus. Venus steht heute in größter Elongation (48,9° Grad) entfernt von der Sonne, bei uns jedoch trotzdem nur sehr tief über dem Horizont. Bereits am Morgen gegen 4:00 Uhr früh zieht Kleinplanet (1) Ceres (9,0mag) in 8,5' Bogenminuten an Stern 141 Tau (6,4mag) vorüber.

Am Sonntag, den 16. August, geht der Mond um 21:45 Uhr unter, er steht immer noch unterhalb der Venus, heute allerdings etwas südlich (links) von ihr.

6.-9. August 2026: Noch zweimal Pluto und weitere Fotos

Pluto lässt mich in diesen Tagen nicht los. Ich habe ihn gleich noch zweimal fotogrsfiert. In der Nacht vom 6. zum 7. August und in der Nacht vom 8. zum 9. August.

Pluto am 9.8.26 um 0:20 Uhr MESZ

Pluto am 7.8.26 um 0:03 Uhr MESZ

 
 Man kann deutlich erkennen, dass sich Pluto zwischen diesen beiden Tagen ein kleines Stück am Himmel weiter bewegt hat. 

Am 6. August habe ich nach langer Zeit auch einmal wieder den Kugelsternhaufen Messier 75 fotografiert:

M 75 am 6.8. um 23:25 Uhr MESZ


Das Bild wurde eine halbe Stunde lang belichtet.  Er ist einer der entferntesten Kugelsternhaufen unserer Galaxis, rund 67500 Lichtjahre entfernt.

Einer unserer nächsten Nachbarn im Kosmos ist - mit einer Entfernung von nur knapp 6 Lichtjahren - Barnards Star, auch Pfeilstern genannt. Dem Astronomen Barnard war als erstem die hohe Eigenbewegung dieses ca. 9,5mag hellen Sternes aufgefallen:

Barnards Stern am 6. August 2026 


 
Barnards Stern am 17.9.24

Ich denke, wenn man diese Bilder genau vergleicht, kann man schon erkennen, wie sich Barnards Star in den knapp zwei Jahren ein kleines bisschen bewegt hat, in Richtung des hellen Sterns in der kleinen "Vierergruppe" oberhalb von ihm. Nicht so weit wie sich Pluto bewegt, aber der befindet sich ja noch in unserem Sonennsystem und ist nur wenige Lichtstunden von uns entfernt und nicht Lichtjahre.

Zwischendurch habe ich auch mal wieder einen Kleinplaneten fotografiert:

(3)Juno am 9.8.26 um 00:32 Uhr MESZ

 (3)Juno stand am 26. Juli im ternbild Adler in Opposition zur Sonne und ist zur zeit mit einer Helligkeit von ca. 9,3mag gut am Abendhimmel zu beobachten. Am 12. August zieht sie dicht an einem Doppelstern vorüber. Um diesen Stern zu trennen, braucht man jedoch mindestens ein Teleskop mit 20cm Öffnung. Zuletzt hatte ich (3)Juno am 21./22. April 2024 fotografiert.


 

9. August 2026: Der Mond wird immer dünner - die Sofi kommt näher

 Der Mond nimmt immer weiter ab, die Sonnenfinsternis kommt näher.

Am Sonntag wachte ich wegen eines gewissen Bedürfnisses früh auf, was ich gleich nutzte, um wieder ein Foto der Mondsichel zu machen.

Noch im Halbschlaf habe ich meine Kamera leider nicht so ganz stabil gehalten, deshalb fehlt dem Bild leider die richtige Schärfe. 

Der Mond um 4:54 Uhr MESZ am 9.8.26

 Der Mond war um diese Uhrzeit noch zu 18 Prozent verfinstert. Vom "goldenen Henkel" von gestern ist heute natürlich gar nichts mehr zu sehen. 

Jetzt sind es nur noch gut 86 Stunden bis Neumond und zur Sonnenfinsternis. 

Leider zeigt die Sonne zur Zeit gar keine Flecken. Ein Zeichen, dass dieser Sonnenfleckenzyklus sich "auf dem absteigenden Ast" befindet. Es wird in diesem Jahr sicherlich bald wieder Flecken auf der Sonne geben, aber wer weiß wann?

Sonne ohne Flecken am 9.8.26 um 13:07 Uhr MESZ

 Bei einer Sonnenfinsternis ist es immer spannend zu verfolgen, ob und wann diese Flecken vom Mond verdeckt werden oder auch nicht. Jetzt sieht es so aus, als ob man dieses Spielchen am Mittwoch nicht spielen kann. Doch wer weiß, bis dahin kann sich noch vieles ändern, auch auf der Sonennoberfläche.

Samstag, 8. August 2026

7. August 2026: Ein Abend auf der Sternwarte

 Am Freitag, den 7. August, war mal wieder ein Abend auf der Sternwarte angesagt. Eigentlich ist in den Sommerferien die Sternwarte ja geschlossen, aber es hatte sich eine Gruppe aus einem Astrophysik-Kurs der Universität angekündigt, und da macht man ja gerne eine Ausnahme. Und dann war auch noch Jürgen zu Besuch gekommen. Er ist Mitglied unseres Vereins, lebt aber seit ein paar Jahren in Berlin. Dort ist er jetzt ehrenamtlich an der Archenhold-Sternwarte aktiv. Schön, ihn mal wieder zu sehen!

Außerdem hatten Tobi und Sebastian am Abend zuvor die neue Steuerung endlich kalibrieren können, so dass wir den Abend gut als "Generalprobe" für andere Veranstaltungen laufen lassen konnten.

Als erstes gab Tobi den Studenten (es waren insgesamt ein Dutzend gekommen) einen eine kleine Einführung in die Sternwarte und wie wir so versuchen, unsere Besucher für den nächtlichen Himmel zu begeistern. Und dann ging es hinauf in die Kuppel. Es war noch gar nicht dunkel, die Sonne noch nicht wirklich untergegangen, aber gerade hinter den Bäumen verschwunden, da konnten wir unsere Instrumente dann gut auf die Vernus ausrichten. Diese zeigte sich an dem Abend ungefähr als "Halb-Venus". Die meisten Studenten hatten die Venus so noch nie gesehen.

Handyaufnahme der Venus nah dem Horizont auf der Sternwarte

 Danach zeigten wir den Studenten den Stern rho Corona Borealis. Dieser Stern war Bestandteil einer Astrophysik-Klausur, welche die Studenten am Ende des Semesters geschrieben hatten. So konnten sie diesen Stern mal in echt sehen. Dieser Stern ist von uns 57 Lichtjahre entfernt, er zeichnet sich durch eine relativ hohe Eigenbewegung aus. Er ist vom gleichen Spektraltyp (G2V) wie unsere Sonne, 1997 wurde bei ihm ein Planet entdeckt.

Im Fernrohr recht unspektakulär, ein kleiner Lichtpunkt, nicht mehr.

Danach wollten wir den Studenten natürlich etwas schöneres zeigen, so schwenkten wir zu Albireo, einem schönen Doppelstern im Sternbild Schwan, bei dem ein Stern mehr bläulich, der andere mehr gelblich leuchtet.

Von dort ging es weiter zu epsilon Lyra, ein Doppel-Doppelstern. Zwei Doppelstern, die miteinander gravitativ gebunden sind, sich also vergleichsweise wie zwei Tanzpaare umeinander herum bewegen. Leider waren diese beiden Paare auf Grund des Seeings durch unseren Apo mit 1200mm Brennweite, den wir an diesem Abend für die Beobachtung nutzten, nur schwer zu trennen. 

Das beeinträchtigte den Spaß und die große Freude an der Astronomie jedoch an diesem Abend überhaupt nicht. Spannend war die Beobachtung des Kugelsternhaufens M13, der in der Dämmerung wirklich noch nicht schön zu sehen war, hier musste man schon durch indirektes Sehen "genau" hingucken.

Andere Objekte an diesem Abend waren dann noch der Ringnebel M57 in der Leier und die Andromedagalaxie. Zwei schöne Objekte, die alle wohl schon mal auf Fotos und in Büchern gesehen hatten. Bei solchen Objekten merkt man schnell, wie sich Fotos in Büchern von der Betrachtung mit dem bloßen Auge durch ein Teleskop unterscheiden können.

Nach langem Warten stieg dann gegen Mitternacht auch noch Saturn über den Bäumen im Osten auf. Die Freude der Studenten konnte größer nicht sein. Ganz begeistert versuchten Sie immer wieder mit ihren Handys den Ringplaneten im Okular zu fotografieren.

So machen die Besucherabende auf der Sternwarte wirklich Spaß. Bestimmt werden wir die eine oder den anderen an unseren Sternwarte mal wieder sehen.

Zuhause habe ich dann später in der Nacht noch wieder den Mond fotografiert. Er wird immer schmaler, man merkt, es geht auf den nächsten Neumond und damit auf die Sonnenfinsternis zu. 

Der Mond am 8.8.26 um 4:08 Uhr MESZ

Der Mond ist nur noch zu 28 Prozent beleuchtet. In dieser Nacht konnte man den "Goldenen Henkel" einmal andersherum bewundern, nicht bei der aufgehenden, sondern bei der untergehenden Sonne am Terminator. Vielleicht nicht ganz so deutlich wie beim zunehmenden Mond, aber doch auffällig. 
 
Von der Aufnahme an gerechnet sind es jetzt nur noch 111 Stunden bis zur totalen Sonnenfinsternis. Astronomie bleibt spannend!

  

Donnerstag, 6. August 2026

12. August 2026: Beste Sonnenfinsternis vor 2081!

 Am 12. August 2026 zieht der Neumond wieder einmal direkt vor der Sonne entlang, so dass es zu einer totalen Sonnenfinsternis kommt. Diese kann in Teuilen Islands, Grönlands und Spanien erlebt werden. Für uns in Paderborn kommt es "nur" zu einer partiellen (teilweisen) Verfinsterung der Sonne. Der Grad der Verfinsterung ist jedoch sehr hoch, werden bei uns doch 86 % der Sonne verfinstert.

Die Finsternis findet am Abend statt. Ab 19:17 Uhr zieht der Mond vor die Sonne. Um 20:10 Uhr ist der Höhepunkt erreicht. Um 20:48 Uhr geht die Sonne unter, ist dann aber immer noch zu 17 Prozent vom Mond bedeckt. Die Zeiten für Paderborn und andere Orte in der Umgenung weichen nur sehr geringfügig voneinander ab.

Ein Screenshot aus "https://www.heavens-above.com/" mit den Einstellungen für Bad Lippspringe

 Da die Sonnenfinsternis also praktisch vor und zum Sonnenuntergang stattfindet, ist es für eine Beobachtung wichtig, das man eine sehr freie Sicht zum Horizont in Richtung Westen/Nordwesten hat. In Bad Lippspringe empfiehlt es sich, die ansteigenden Hänge zur Egge aufzusuchen. Für Paderborner ist wahrscheinlich der Haxterberg oder auch das ehemalige Römerlager in Anreppen gut geeignet.

Die Volkssternwarte Paderborn ist nicht geöffnet, was aber in den Ferien eigentlich auch so üblich ist. Einige Mitglieder des Vereins sind dann direkt in Spanien in der Totalitätszone, andere Mitglieder ganz anderswo im Urlaub. 

Wenn Sie die Sonnenfinsternis beobachten wollen, nutzen Sie unbedingt eine Sonnenfinsternisbrille! Wenn Sie ein Fernglas oder ein Fernrohr benutzen wollen, ist eine Sonnenfilterfolie vor dem Objektiv Pflicht! Bestellen können Sie diese Produkte zum Beispiel bei der Firma baader-planetarium.

Beobachtung der Sonnenfinsternis am 20. März 2015, ich selbst mit Sonnenfinsternisbrille, auch die Fernrohre sind mit Sonnenfilterfolie abgesichert.

 Eine andere Möglichkeit, die Sonnenfinsternis sicher zu betrachten ist die "Projektionsmethode". Basteln Sie sich eine "Lochkamera" (es reichen kleine runde Löcher in einer Pappe) oder nehmen einfach ein passendes Küchensieb und lassen Sie das Licht der Sonne dahinter auf ein weißes Stück Papier fallen:

Küchensieb zur Sonnenfinsternis: auf dem Papier kann man sehr gut die Verfinsterung erkennen.

 Das geht im Prinzip auch mit einem Fernglas:

Beobachtung der Sonnenfinsternis am 21.6.2001

 Das Fernglas wird dafür auf einem Stativ befestigt, das Licht der Sonne fällt durch das Fernglas hindurch auf ein weißes Blatt Papier, auf dem die verfinsterte Sonne projeziert wird. Bei dieser Methode müssen sie jedoch sehr gut aufpassen, dass sie (oder auch spielerisch veranlagte Kinder) auf keinen Fall direkt durch das Fernglas in Richtugn Sonne schauen. Denn die Optik bündelt ja nicht nur das helle Licht der Sonne, sondern auch die komplette Wärmestrahlung der Sonne. Und das wirkt auch direkt hinter dem Okular dann wie ein Brennglas und führt sofort zur Erblindung! Bei ausreichendem Abstand zwischen dem Fernglas und der Projektionsfläche brauchen Sie jedoch keine Angst zu haben, dass Ihnen das Papier wegbrennt. Probieren Sie einen solchen Aufbau aber sicherheitshalber schon mal an einem der Tage vor der Sonnenfinsternis aus, damit sie selbst lernen, welcher Abstand und welcher Aufbau für ihre Geräte am besten ist. Da die Sonne diesmal zur Finsternis nicht mehr hoch am Himmel steht, brauchen Sie vielleicht gar kein Stativ, sondern können einen einfachen Bücherstapel nehmen ...

Und wenn das Wetter bei uns gar nicht mitspielt?

Mit dem Wetter ist es immer so eine Sache. In den letzten Tagen war es tagsüber oft sonnig, aber gerade zum Abend hin waren dann in Horizontnähe doch so einige Wolken.  Dann hilft vielleicht eine Übertragung im Fernsehen oder im Internet weiter. Hier verschiedene Links:

Das ZDF wird auf alle Fälle im Livestream und bei 3sat von 20:15 Uhr bis 21:00 Uhr von Mallorca aus berichten. Bei klarem Wetter angeblich auch zwischen 20:25 Uhr und 20:35 Uhr direkt im ZDF.

Die Vereinigung der Sternfreunde, viele Planetarien und Sternwarten rufen auf zur "Langen Nacht der Astronomie", in deren Rahmen auch Liveberichte zur Sonnenfinsternis geplant sind. 

Wer des englischen mächtig ist findet vielleicht auch an diesen Liveübertragungen sein gefallen:

Time and Date berichtet ab 18 Uhr aus Russland, Island, Grönland und Spanien.

Die ESA überträgt live ab 19:30 Uhr aus einem großen Observatorium in Spanien. Zu dieser Übertragung und den Aktivitäten der ESA in Spanien gibt es auf dieser Webseite Erläuterungen.

Die NASA überträgt ebenfalls live auf YouTube, auch hier gibt es vorab Erläuterungen

 Eine weitere Übertragung kommt aus Leon in Spanien.

 Und wenn Sie im Internet nach Stichworten wie "sun eclipse live spain august 2026" oder ähnlichem suchen, finden Sie sicherlich noch viele weitere Hinweise.

Und wenn ich das alles verpasst habe, wann passiert die nächste Sonnenfinsternis in Deutschland?

 Da brauchen wir zum Glück gar nicht so lange warten. Am 2. August 2027 gibt es die nächste partielle Sonnenfinsternis bei uns, dann werden um 11:08 Uhr 35 Prozent der Sonne bedeckt. Am Südzipfel Spaniens, auf Gibraltart und vor allem in Nordafrika (Marokko, Tunesien, Ägypten) kann man diese Sonnenfinsternis total verfolgen. In Luxor dauert die totale Verfinsterung über 6 Minuten, die längste Sonnenfinsternis in diesem Jahrhundert, glaube ich.

 Nicht einmal ein halbes Jahr später gibt es eine weitere, aber nur kleine, partielle Sonnenfinsternis am Abend, am 26. Januar 2026 geht die Sonne bei uns um 16:55 Uhr zu zehn Prozent verfinstert unter. In Afrika und wiederum im südlichen Spanien kann man hier eine ringförmige Sonnenfinsternis erleben. 

Hier noch ein paar weitere in Deutschland sichtbare Sonnenfinsternisse: 

Am 12. Juni 2029 gibt es eine fünf-prozentige Sonnenfinsternis bei Sonennaufgang um 5:11 Uhr.

Am 1. Juni 2030 gibt es eine partielle Sonnenfinsternis von 54 Prozent um 7:20 Uhr.

Am 20. März 2034 eine partielle Finsternis von nur 1,5 Prozent um 11:32 Uhr.

Am 21. August 2036 um 20:05 Uhr von 64 Prozent. Und am 16. Januar 2037 von  50 Prozent.

Erst am 3. September 2081 findet für uns in Bad Lippspringe oder Paderborn eine Verfinsterung mit einer größeren Bedeckung als am 12. August 2026 statt. Dann werden um 9:42 Uhr 88 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt. Im Süden Deutschlands (z.B. Konstanz) ist diese Finsternis sogar total. Aber können wir wirklich so lange warten?