Donnerstag, 30. Juli 2026

29./30. Juli 2026: Verschiedene Messier-Objekte

 In der Nacht vom 29. auf den 30. Juli schien der Vollmond, doch es war die ganze Zeit auch angenehm warm. Es kommt nicht oft vor, dass man sein nächtliches Hobby in kurzer Hose und T-Shirt betreiben kann.

So habe ich dann nicht nur den Mond fotografiert, sondern auch ein paar andere - mehr oder weniger - helle Objekte am Nachthimmel.

Kugelsternhaufen M 15, am 30.7.26 um 0:28 Uhr MESZ

 Dieser schöne Kugelsternhaufen im Sternbild Pegasus war schön öfters mein Ziel. Es ist der zweithellste Kugelsternhaufen am Nordhimmel. Ein Wikipedia-Artikel nennt beeindruckende Details: 500.000 Sterne, über 33.000 Lichtjahre entfernt, in der Mitte ein schwarzes Loch von 4000 Sonnenmassen. Mein Bild wurde etwas über 31 Minuten belichtet.

M 17 am 30.7.26 um 0:47 Uhr MESZ

 M 17 wird auch "Omeganebel" oder der "Schwanennebel" genannt. Wenn man das Bild auf den Kopf stellt, kann man sich den schwimmenden Schwan durchaus vorstellen. Dieses Sternentstehungsgebiet ist von uns nur ca. 5000 - 6000 Lichtjahre entfernt. Auch hier habe ich etwas über eine habe Stunde belichtet, dabei kam ein Dualbandfilter zum Einsatz.

M 20 und M 21 am 29.7.26 um 23:11 Uhr MESZ

 M 20, der "Trifid-Nebel", ist für mich eines der schönsten Objekte an unserem Nachthimmel. Links oberhalb von ihm befindet sich der offene Sternhaufen M 21. Dieser Sternhaufen ist ca. 1000 Lichtjahre näher als M 20 mit einer Enffernung von ca. 5200 Lichtjahren. Während M 21 eund 6 Millionen Jahre alt ist, müssen wir wohl erst noch abwarten, wieviele Sterne aus M 20 entstehen.

Kugelsternhaufen M22 am 29.7.26 um 23:43 Uhr MESZ

 Messier 22 ist der hellste von Europa aus sichtbare Kugelsternhaufen, er wure schon am 26. August 1665 vom deutschen Amateurastronomen Johann Abraham Ihle in Leipzig entdeckt. Ihle war Postangestellter. Das Bild wurde genau 15 Minuten lang belichtet.

Messier 25 am 29.7.26 um 23:14 Uhr MESZ
 

M 25 ist ein weiterer offener Sternhaufen im Sternbild Schütze. Dieser ist nur 2100 Lichtjahre von uns entfernt.

Schließlich habe ich noch versucht eine schöne, aber relativ lichtschwache Galaxie zu fotografieren. Vaonis schlägt hierfür eine Mindestbelöcihtungszeit von zwei Stunden vor. Ich kam in dieser Nacht jedoch nur auf 50 Minuten (netto): 

NGC 7479 am 30.7.26 um 01:37 MESZ

 NGC 7479 ist eine wunderschöne Galaxie im Sternbild Pegasus, die aussieht wie ein großes schön geschwungenes "S". Sie wird deshalb zum Beispiel bei Stellarium auch die "Supermann-Galaxie" genannt. Diese Galaxie ist ca. 114 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Damit das "S" auch auf meinem Foto wirklich gut zur Geltung kommt, muss ich jedoch in der Tat noch einiges an Belichtungszeit sammeln. 50 Minuten sind leider viel zu wenig.

Die Nacht hat auf alle Fälle gezeigt, auch bei Vollmond kann man mit einem Smart-Teleskop viele schöne Aufnahmen am Sternhimmel machen. 

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Fortsetzung am Abend des 30. Juli 2026, hier habe ich noch zwei Weitere Messier-Objekte, diesmal im Sternbild "Schild" fotografiert.

M 26 am 30.7.26 um 23:54 MESZ

 Da die deutschsprachige Wikipedia zu diesem Objekt aus dem Messier-Katalog nur sehr wenig Informatzionen enthält, empfehle ich hier die englischsprachige Seite. Dieser kleine recht lockere Sternhaufen umfasst wohl nur wenige Sterne, in der Mitte sieht es fast nach einem "Loch" aus. Das Bild habe ich 30 Minuten lang belichtet.

M 11 am 30.7.26 um 23:03 Uhr MESZ

Dieses Bild vom "Widenten-Haufen", Messier 11, habe ich nur 15 Minuten belichtet. Trotzdem erscheint dieser Sternhaufen viel dichter als der vorherige. Dieser Sternhaufen ist bereits in einem Fernglas sehr schön zu sehen.

Dienstag, 28. Juli 2026

28./29. Juli 2026: Vollmondnächte

 Morgen, am 29. Juli 2026 ist Vollmond. Also darf man sicherlich in der Nacht zu diesem Tag schon von "Vollmond" sprechen. Auch wenn dieser eigentlich erst am nächsten Tag um 16:36 Uhr exakt stattfindet. Doch dann ist der Mond bei uns gar nicht zu sehen, dann steht er tief unter dem Horizont. 

Meine Fotos entstanden kurz nach 22 Uhr, da stand der Mond bei uns gut 5° Grad über dem (mathematischem) Horizont. Wie man unschwer erkennen kann, noch niedriger wäre er praktisch nicht zu sehen.

Der Mond am 28.7.26 um 22:15 Uhr MESZ

 
Der volle Mond am 28.7.26 um 22:15 Uhr MESZ

Bis zur exakten Vollmondstellung sind es noch etwas über 18 Stunden. Wer sich das Bild ganz genau anschaut, kann auch erkennen, dass es in der Tat noch ein paar Stunden bis zum "richtigen" Vollmond sind. Denn am linken Rand sind durchaus noch größere Kraterschatten zu erkennen.Noch ist hier die Sonne nicht überall aufgegangen, noch ist der exakte Vollmond nicht erreicht.

Doch würden wir das ganze tatsächlich so streng sehen, dass nur der Mond im exakten Vollmondzeitpunkt als Vollmond bezeichnet werden kann, dann würden wir in diesem Monat gar keinen Vollmond sehen können. Und das wäre doch wirklich schade. Dann lieber gleich zwei Vollmondnächte. Die jetzige von Dienstag auf Mittwoch und natürlich dann auch die vom Mittwoch auf den Donnerstag. 

Die Wetteraussichten für die kommende Nacht sehen gut aus. Besser als für diese Nacht. Man kann es auf dem ersten Bild oberhalb des Mondes schon erkennen. Von Westen her ist jetzt - nach einem wunderschönen Tag mit strahlend blauem Himmel - doch eine große dicke Wolkenbank hereingezogen. Mit weiterer Himmelsbeobachtung wird es wohl leider in den nächsten zwei Stunden nichts werden. Schade!

Trotzdem bin ich ein Glückspilz :-) Denn jetzt - während ich diesen Text gerade schreibe - befindet sich der Mond schon hinter den Wolken. Wie schön, dass ich ihn so gerade noch erwischen konnte!

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Und auch in der Nacht vom 29. Juli auf den 30. Juli konnte ich den vollen Mond erwischen:

Der volle Mond am 30.7.26 um 0:10 Uhr MESZ

 Dieses Foto entstand knapp 8 Stunden nach dem exakten Vollmondzeitpunkt. Und wenn man ganz genau hinschaut, kann man am rechten Mondrand in der Tat auch schon wieder einige, wenige Kraterstrukturen erkennen. Ein Zeichen dafür, dass hier gerade der Terminator steht, die Schatten länger werden und die Sonne untergeht.

Die Aufgangszeit des Mondes verändert sich in den nächsten Tagen zuerst nur wenig, aber im Laufe der Nächte steigt er auf seiner Bahn immer höher empor.  Erst in der Nacht vom 7. auf den 8. August geht er nach Mitternacht auf, dann hat er das Letzte Viertel schon zwei Tage hinter sich.

Mal sehen, wie sich das Wetter entwickelt. Ob ich den abnehmenden Mond wohl weiter Tag für Tag verfolgen kann? 

Sonntag, 26. Juli 2026

27. Juli - 2. August 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Vollmond. Die Venus leuchtet noch immer als Abendstern, um 22:00 Uhr steht sie jedoch nur noch ca. 5° Grad über dem Horizont und sie geht kurz nach 22:30 Uhr unter. Saturn geht bereits kurz vor Mitternacht im Osten auf, Mars folgt ab ca. 2:30 Uhr. Zum Ende der Woche hin kann vielleicht auch Merkur am Morgenhimmel gefunden werden. Die ISS ist nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 27. Juli, geht die Sonne um 5:40 Uhr auf und um 21:22 Uhr unter. Zwischen 0:38 Uhr und 2:25 Uhr haben wir inzwischen schon wieder fast zwei Stunden "astronomische Dunkelheit", in denen die Sonne tiefer als 18° Grad unter den Horizont sinkt. Kleinplanet Pluto steht heute in Opposition zur Sonne, er ist im Sternbild Steinbock zu finden. Direkt um 0:00 Uhr (vielleicht auch schon ein paar Sekunden früher) bedeckt der zu 93 Prozent beleuchtete Mond den Stern HIP89622 (6,2mag). Am Abend geht der nun schon zu 97 Prozent beleuchtete Mond um 20:44 Uhr auf. Ebenso um 0:00 Uhr steht Kleinplanet (14)Irene in nur 4,5' Bogenminuten Abstand zum Kugelsternhaufen NGC 6284.

Am Dienstag, den 28. Juli, geht der zu 99 Prozent beleuchtete Mond um 21:10 Uhr auf. Er geht am Mittwoch als Vollmond um 5:04 Uhr unter. Kleinplanet (324)Bamberga (9,3mag) steht heute in Opposition zur Sonne im Sternbild Steinbock.

Am Mittwoch, den 29. Juli, haben wir exakt um 16:39 Uhr Vollmond. Dieser steht dann jedoch bei uns noch unter dem Horizont, er geht erst um 21:32 Uhr im Sternbild Steinbock auf. Kleinplanet (1)Ceres zieht heute gegen 4:00 Uhr in nur 15' Bogenminuten Abstand unterhalb von Messier 1 entlang.

Am Donnerstag, den 30. Juli, beginnt eine neue Morgensichtbarkeitsperiode von Merkur. Er geht um 4:19 Uhr am mathematischen Horizont in Richtung ONO im Sternbild Zwillinge auf, Sonnenaufgang ist um 5:44 Uhr. Der immer noch zu 98 Prozent beleuchtete Mond geht um 21:48 Uhr im Sternbild Steinbock auf.

Am Freitag, den 31. Juli, geht der zu 95 Prozent beleuchtete Mond um 22:02 Uhr im Sternbild Wassermann auf.

Am Samstag, den 1. August, geht der zu 90 Prozent beleuchtete Mond um 22:12 Uhr auf. Kleinplanet (1)Ceres (8,9mag) steht um 4:00 Uhr in 8,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP26616 (6,4mag) und in 1°12' Abstand zu Messier 1 im Sternbild Stier.

Am Sonntag, den 2. August, erreicht Merkur seinen größten westlichen Abstand von der Sonne, er geht jetzt etwas früher, um 4:15 Uhr auf. Der zu 82 Prozent beleuchtete Mond geht um 22:23 Uhr im Osten auf.

Donnerstag, 23. Juli 2026

23. bis 25. Juli 2026: Der tiefstehende Mond

Obwohl es an den letzten Abenden immer wieder einmal Abschnitte mit klarem Himmel gab, habe ich den Mond zunächst lange nicht zu Gesicht bekommen.

Dies lag daran, dass er zur Zeit auf einer recht tiefen, südlichen Bahn zieht. Und so ist er schnell durch Bäume oder Häuser auf den Nachbargrundstücken bedeckt.

Heute Abend habe ich ih. jedoch erwischt.

Zunächst ein Bild, aufgenommen mit einem Weitwinkel-Objektiv:

Der Mond um 20:23 Uhr MESZ

 Das Bild zeigt den Mond, kurz bevor er den "höchsten" Punkt seiner Bahn im Süden erreicht. Er steht hier gerade mal 12° Grad hoch über dem (mathematischen) Horizont.

Etwas später gelang mir dann noch dieses Bild mit einem Teleobjektiv:

Der Mond um 21:43 Uhr MESZ

 Bei 2000mm Brennweite kann man viele Krater und andere Einzelheiten auf dem Mond erkennen. Der große auffällige Krater dicht am Terminator, also der Schattengrenze auf dem Mond, ist der Krater "Kopernikus". Dieser Krater hat einen Durchmesser von ca. 93 Kilometern, weitere Informationen dazu finden sich natürlich bei Wikipedia.

Der Mond wird in den nächsten Tagen weiter zunehmen, in einer knappen Woche, am Mittwoch, den 29. Juli haben wir Vollmond. Und dann dauert es nur noch zwei Wochen zum nächsten Neumond, der dann exakt vor der Sonne vorüber zieht und uns so in Island und Spanien eine totale Sonnenfinsternis bescheren wird.

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Auch am 24. Juli 2026 konnte ich den Mond wieder am frühen Abend fotografieren. Da er wieder nur knapp 10° Grad hoch am Horizont stand, und diesmal wohl auch schon leichte Bewölkung über den Himmel zug, leuchtete er wieder recht gelblich/orange in die Nacht hinein:

Der Mond am 24.7.26 um 22:34 Uhr MESZ

 Man kann jetzt deutlich erkennen, dass der Terminator sich inzwischen ein gutes Stück vom Krater Kopernikus entfernt hat. Dafür ist im oberen Teil des Mondes das Jura-Gebirge, der "Goldene Henkel" des Mondes noch recht gut zu erkennen.

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Und auch am 25. Juli 2026 war der Himmel am Abend zunöächst noch klar. Ein weiteres Mondbild:

Der Mond am 25. 7.26 um 21:40 Uhr MESZ

 Und wieder ist der Terminator ein Stück weiter gewandert. Der für uns sichtbare Teil des beleuchteten Mondes wächst von 72 Prozent am 23.7., über 80 Prozent am 24.7. auf jetzt 87 Prozent.

Und es ist auch immer wieder erstaunlich, wie sich - auch bei scheinbar klarem Himmel - die athmospärischen Bedingungen von Tag zu Tag etwas unterscheiden. Inzwischen sollen sich auch schon Aerosole / Staub aus den großen Waldbränden in Spanien und Frankreich in unserem Himmel befinden.

Mittwoch, 22. Juli 2026

21. Juli 2026: Blazar OQ 334

 Im Astronomie-Newsletter des Oculum-Verlags gab es in dieser Woche einen "heißen" Tipp:

Ein Blazar sollte am Himmel mit ca. 13mag aufleuchten. 

Und weil dieser im Sternbild Bootes zur Zeit am Abend noch günstig im Westen steht, wollte ich mir diese Fotogelegenheit doch nicht entgehen lassen:

Blazar OQ334 im Bootes am 21.7.26 um 23:21 Uhr MESZ

 Das Bild wurde knapp 20 Minuten belichtet. Der Blazar ist mit einem Pfeil gekennzeichnet. Der hellste Stern auf dem Bild ist HIP70268 mit einer Helligkeit von 7,0mag. Der Stern ungefähr auf halber Strecke zum Blazar und genau oberhalb von diesem hat eine Helligkeit von 10,4mag. Dicht unterhalb von diesem Stern findet man zwei gerade so sichtbare Sterne mit einer Helligekit von 16mag. Vergleicht man weitere Sterne in der Umgebung mit der Helligkeit des Blazars, so würde ich dessen Helligkeit auf meinem Foto auf ca. 13,8mag einschätzen. (Die Software ASTAP sagt zwar nur 14,2mag, scheint aber generell für alle Sterne im Vergleich zu Stellarium um ca. 0,5mag dunklere Werte anzugeben. Ich denke, bier muss ich noch einmal die "Kalibrierung" oder was auch immer überprüfen).

Damit scheint dieses Objekt schon wieder etwas an helligkeit zu verlieren. Andere Sternfreunde hatten in verschiedenen Foren (astronomie.de / astrotreff.de) vor ein paar Tagen noch durchaus 13,1mag gemessen. 

Doch was ist ein Blazar? Ist das überhaupt ein Stern? Nein, es ist ein fast unglaublich helles Objekt, es ist der stark strahlende Jet, der aus dem Kern einer Galaxie gerade in unsere Richtung hin strahlt. 

Im Oculum-Newsletter heißt es dazu:

Ein Blazar ist ein aktiver Galaxienkern, bei dem wir direkt in den energiereichen Materiestrahl (Jet) blicken. Der Jet entsteht, wenn Materie in das massereiche Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie fällt. Blazare sind für schnelle und überraschende Helligkeitswechsel bekannt, OQ 334 ist als besonders wechselmütiges Exemplar bekannt, das sich einer eindeutigen Klassifizierung entzieht. Auch wenn er "nur" wie ein Sternchen aussieht, ist der 8 Milliarden Lichtjahre entfernte OQ 334 ein interessantes Objekt für Deep-Sky-Beobachter!

Normalerweise leuchtet das Objekt zwischen 18mag und 19mag, ist also selbst für mein Vespera kaum zu erreichen. 

 Laut Wikipedia ist dieser Blazar zwar "nur" 6,3 Milliarden Lichtjahre entfernt, das ist zwar nicht so weit wie der kürzlich von mir fotografierte Quasar HS1946+7658, aber trotzdem sehr beachtlich. 
   

Sonntag, 19. Juli 2026

22. Juli 2026: Wanderung auf dem Planetenweg

 Am Mittwoch, den 22. Juli von 18:00 Uhr bis ca. 21:30 Uhr lädt die Planetariumsgesellschaft Ostwestfalen-Lippe im Rahmen der Sommerferienspiele zu einer Wanderung auf dem Planetenweg in Bad Lippspringe ein.

Teilnehmen können Kinder ab 8 Jahren zusammen mit ihren Eltern oder Großeltern.

Auf der Webseite zum Planetenweg heißt es dazu:

Wir wandern gemeinsam (Kinder/Jugendlichen mit Eltern/Großeltern) auf dem ca. 7 km langen Planetenweg. Unterwegs gibt es kurze Vorträge, kleine Experimente sowie eine Picknickpause und Zeit auf dem Weltraumspielplatz. Bei gutem Wetter steht zudem ein großes Teleskop für Sonnen- und Mondbeobachtung bereit.
Die Teilnehmenden sollten witterungsentsprechende Bekleidung und festes Schuhwerk tragen und bei Bedarf Verpflegung mitbringen.

Der Parkplatz befindet sich an der Burgstr. hinter der Burgruine. Die Teilnehmenden treffen sich im Arminiuspark an der Sonne.

Anmeldung per Mail bei Hubert Hermelingmeier (mail@planetarier.net) oder  per SMS an 0170-6102398 Stichwort "Bali Ferienspiele 2026" mit Angabe der Personenzahl

Kostenbeitrag: Kinder bis 14 Jahre: 2€, Erwachsene: 3€


20. - 26. Juli 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond weiter zu und bestimmt mehr und mehr mit seinem hellen Licht den Nachthimmel. Von den hellen Planeten ist die Venus als Abendstern bis gegen 22:45 Uhr tief im Westen zu sehen. Saturn geht bald nach Mitternacht auf und Mars folgt nach 2:00 Uhr am Morgenhimmel. Die ISS kann in den ersten Tagen der Woche noch am Abendhimmel gefunden werden. 

Am Montag, den 20. Juli, geht die Sonne um 5:30 Uhr auf und um 21:31 Uhr unter, die Länge des hellen Tages sinkt in dieser Woche auf unter 16 Stunden. Ab Donnerstag sinkt die Sonne nachts auch wieder tiefer als 18° Grad unter den Horizont, so dass bei uns die "astronomische Dunkelheit" wieder zurückkehrt. Der Mond ist am Abend zu 44 Prozent beleuchtet, er geht um 23:39 Uhr unter. Zwischen 23:10 Uhr und 23:13 Uhr ist tief im Südwesten die ISS bei einem Überflug in maximal 24° Grad Höhe zu sehen.

Am Dienstag, den 21. Juli, erreicht der Mond um 13:06 Uhr das Erste Viertel, steht dann jedoch bei uns unter dem Horizont. Am Abend ist er dann schon zu 54 Prozent beleuchtet, er geht kurz vor Mitternacht unter. Vom Sonnenuntergang bis ca. 23:15 Uhr lassen sich auf dem Mond gut das "Lunar X" und das "Lunar V" beobachten. Zwischen 22:22 Uhr und 22:27 Uhr kann die ISS noch einmal bei einem Überflug vom Westen (nahe der Venus) nach Südosten in maximal 32° Grad Höhe bis zum Eintritt in den Erdschatten im Sternbild Schütze gesehen werden. Um Mitternacht steht Kleinplanet (8)Flora (9,3mag) in nur 3' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP93423 (6,1mag).

Am Mittwoch, den 22. Juli, ist der Mond am Abend zu 64 Prozent beleuchtet, er geht erst nach Mitternacht um 0:10 Uhr unter. Von 18:00 Uhr bis ca. 21:30 Uhr gibt es auf dem Planetenweg eine geführte Wanderung für Familien mit Kindern ab 8 Jahren.  Gegen 23:14 Uhr kann auch die ISS noch einmal im Südwesten in maximal 12° Grad Höhe, aber oberhalb des Mondes gesehen werden. Bereits in der Frühe um 3:00 Uhr stehen Kleinplanet (125)Liberatrix (12,1mag) in nur 2' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP98759 (9,8mag) und Kleinplanet (287)Nephthys (11,1mag) in 4,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP102738 (7,7mag) und Kleinplanet(324)Bamberga (9,5mag) in 9,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP102414 (6,5mag).

Am Donnerstag, den 23. Juli, ist der Mond am Abend zu 72 Prozent beleuchtet, er steht noch im Sternbild Waage, nähert sich dem Skorpion und geht um 0:33 Uhr am Freitag unter. Gegen 22:57 Uhr bedeckt der Mond einen 7,3mag schwachen Stern, HIP 76310. Ob dies aber so dicht am Horizont (Höhe 8° Grad) zu beobachten sein wird? Zwischen 22:23 Uhr und 22:29 Uhr kann die ISS letztmalig in dieser Sichtbarkeitsperiode bei einem Überflug in maximal 17° Grad Höhe im Südwesten gesehen werden. Die nächste Sichtbarkeitsperiode nächtlicher Überflüge beginnt wieder in knapp vier Wochen am 20. August.

Am Freitag, den 24. Juli, steht der Mond am Abend unterhalb von Antares im Sternbild Skorpion, er ist zu 81 Prozent beleuchtet. Vom Mondaufgang bis nach Mitternacht kann man beim Mond den "goldenen Henkel" beobachten.

Am Samstag, den 25. Juli, steht der Mond am Abend gegen 23:30 Uhr im Sternbild Schlangenträger, er ist zu 88 Prozent beleuchtet.

Am Sonntag, den 26. Juli, geht der Mond um 1:468Uhr unter und um 20:06 Uhr wieder auf. Um 23:30 Uhr steht er im Sternbild Schütze und ist zu 93 Prozent beleuchtet. Kleinplanet (3)Juno steht heute in Opposition zur Sonne.

Sonntag, 12. Juli 2026

13. - 19. Juli 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond, die (leider kurzen) Nächte eignen sich daher gut, auch lichtschwache "deep-sky"-Objekte des Sommerhimmels zu beobachten. Auch in den Tagen nach Neumond bleibt der Mond schwer zu beobachten, da er abends nur sehr gering über dem Horizont steht. Von den hellen Planeten ist am Abendhimmel einzig allein die Venus tief im Westen zu sehen. Sie geht bereits gegen 23:15 Uhr unter. Saturn steigt ab etwa 0:45 Uhr über den Osthorizont, Mars folgt ab etwa 2:45 Uhr. Die ISS ist bei einer ganzen Reihe von nächtlichen Überflügen sichtbar.

 Am Montag, den 13. Juli, geht die Sonne um 5:21 Uhr auf und um 21:39 Uhr unter. Das ist am Morgen sieben Minuten später und am Abend fünf Minuten früher als noch vor einer Woche, die Tage werden also tatsächlich langsam kürzer. Noch sinkt die Sonne jedoch nur 16° bis 17° unter den nördlichen Horizont, so dass es bei uns nach wie vor nicht "astronomisch dunkel" wird. Die ISS erreicht bei ihrem Überflug zwischen 0:38 Uhr und 0:44 Uhr eine maximale Höhe von 70° Grad über dem Horizont, um 2:16 Uhr ist sie dann noch einmal ganz kurz im Westen zu sehen. Am Abend fliegt sie zwischen 23:50 Uhr und 23:58 Uhr in maximal 80° Grad Höhe recht dicht an Wega in der Leier vorbei. Die nur noch zu 3 Prozent beleuchtete Mondsichel geht mathematisch um 3:21 Uhr auf, ist aber wohl nur noch schwer am Morgenhimmel zu finden. Bereits um 1:00 Uhr steht Kleinplanet (125)Liberatix (12,3mag) in nur 4' Bogenminuten Abstand bei Stern TYC5752-587-1 (8,7mag).

Am Dienstag, den 14. Juli, ist die ISS das erste Mal gegen 1:28 Uhr kurz zu sehen, bevor sie um 1:30 Uhr in 30° Grad Höhe im Südwesten im Erdschatten verschwindet, um 2:16 Uhr ist noch kürzer im Südwesten zu sehen. Am Abend kommt es dann zwischen 23:03 Uhr und 23:11 Uhr zu einem hohen Überflug mit 88° Grad Höhe, also fast genau über unsere Stadt hinweg. Exakt um 11:44 Uhr ist Neumond. Um Mitternacht (24:00 Uhr) steht Kleinplanet (306)Unitas (11,2mag) in nur 3' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP106938 mit 6,1mag.

Am Mittwoch, den 15. Juli, steigt die ISS um 0:41 Uhr im Westen auf und verschwindet um 0:44 Uhr in ca. 40° Grad Höhe im Süden im Erdschatten. Am Abend steigt die ISS ab 22:15 Uhr genau im Westen auf, um 22:19:34 fliegt sie exakt über unsere Stadt hinweg und verschwindet um 22:24 Uhr im Osten. Bei einem zweiten Überflug zwischen 23:50 Uhr und 23:58 Uhr erreicht sie eine maximale Höhe von 56° Grad über dem Horizont und verschwindet kurz nach einem Vorbeiflug an Altair (dem hellsten Stern des Adlers) im Erdschatten.

Am Donnerstag, den 16. Juli, ist die ISS einmal kurz um 1:30 Uhr im Westen zu sehen, am Abend erfolgt ihr Überflug zwischen 23:05 Uhr und 23:11 Uhr mit einer maximalen Höhe von 70° Grad über dem Horizont. Die nur zu 8 Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 22:50 Uhr unter, also noch vor der Venus, ob sie schon zu sehen sein wird?

Am Freitag, den 17. Juli, ist die ISS zwischen 0:42 Uhr und 0:44 Uhr kurz im Südwesten in maximal 23° Grad Höhe zu sehen, am Abend steigt sie um 22:17 Uhr dicht neben Venus und Mondsichel im Westen auf, erreicht eine maximale Höhe von 81° Grad und verschwindet um 22:25 Uhr im Osten. Zwischen 23:55 Uhr und 23:59 Uhr fliegt sie noch einmal im Südwesten in maximal 32° Grad Höhe bis sie ziemlich genau im Süden im Erdschatten verschwindet. Die schon zu 16 Prozent beleuchtete Mondsichel steht heute Abend tief links unterhalb der Venus und geht noch vor 23 Uhr im Westen unter.

Am Samstag, den 18. Juli, fliegt am Abend die ISS zwischen 23:07 Uhr und 23:11 Uhr in maximal 43° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Um 22:36 Uhr bedeckt der Mond (in nur 5° Grad Höhe) den Stern 91 Leo (4,3mag). Mond (24 Prozent beleuchtet) und Venus gehen beide gegen 23:15 Uhr unter, sie stehen mit 16° Grad Abstand weit auseinander.

Am Sonntag, den 19. Juli, fliegt am Abend die ISS zwischen 22:20 Uhr und 22:26 Uhr in maximal 56° Grad Höhe über unseren Dämmerungshimmel hinweg, gegen 23:58 Uhr ist sie noch einmal kurz im Südwesten zu sehen, erreicht aber nur noch eine Höhe von 17° Grad über dem Horizont. Die zur 34 Prozent beleuchtete Mondsichel geht gegen 23:27 Uhr unter.

11./12. Juli 2026: Viele weitere Beobachtungen

 Auch die Nacht vom 11. auf den 12. Juli war eine schöne Beobachtungsnacht. Parallel zum Fußball-Weltmeisterschaftsspiel Norwegen gegen England konnte ich draußen meine Vesperas wieder laufen lassen. Aber auch mit meinen "normalen" Kameras war ich diese Nacht unterwegs.

Als erstes Objekt leuchtete am Abend, noch in der hellen Dämmerung, bald nach Sonnenuntergang, die Venus durch die Bäume auf den Nachbargrundstücken in meinen Garten hinein:

Die Venus um 22:13 Uhr MESZ hinter Nachbarsbäumen Richtung Westen

 Haben Sie die Venus gefunden? Ziemlich in der Mitte des Bildes in einer Lücke zwischen den Bäumen. Eine gute Stunde vor ihrem Untergang stand die Venus zum Zeitpunkt dieses Fotos noch 11° Grad hoch über dem Horizont.

 Kurz vor Mitternacht flog die ISS über unseren Himmel hinweg:

Die ISS gegen 23:52 Uhr MESZ

 Das Bild zeigt die helle Spur der ISS, rechts (westlich) vom Sternbild Bootes, ganz rechts am Rand lässt sich die Große Bärin/der Große Wagen recht gut erkennen. Das Bild entstand mit meiner Canon RP und einem 16mm Weitwinkelobjektiv, bei Blende 2,8, und wurde bei ISO 400 30 Sekunden lang belichtet. Wenig später flog die ISS genau durch unseren Zenit, also exakt über unsere Stadt hinweg.

IC 5068 am 12.7.26 um 0:13 Uhr MESZ

 IC 5068 gehört zu den Ausläufern des Komplexes um den Nordamerikanebel und den Pelikannebel. Ich hatte gehofft - so zeigte es zumindest Stellarium an - dass die ISS genau durch dieses Bild fliegen sollte. Doch leider habe ich keine Spur aufzeichnen können. Wahrscheinlich ist sie doch sehr knapp daneben lang geflogen. Aber naja, auch so eine interessante Gegend am Himmel im Sternbild Schwan.

Nach dem Durchflug der ISS habe ich mit meiner Kamera auch noch die Milstrasse fotografiert. Wie bei der ISS kam die Canon RP zum Einsatz, die Daten sind bis auf eine Erhöhung auf ISO 800 die gleichen wie beim ISS-Foto. Allerdings habe ich hier anschließend noch etwas nachbearbeitet, um noch mehr Sterne sichtbar zu machen. Insgesamt habe ich gleich 30 Fotos geschossen, die müsste ich jetzt jedoch erst stacken. Hier nur ein Einzelfoto:

Die Milchstrasse über meinem Garten um 0:07 Uhr MESZ am 12.7.26

 Hinter den Bäumen rechts unten steht leider eine Straßenlaterne, die dort den Himmel doch ziemlich aufhellt. Wenn Sie genau hinschauen, können sie dicht am Haus das große Sommerdreieck erkennen mit Deneb im Schwan, der Wega in der Leier (beide oben) und Altair im Adler (mehr unten). Ganz rechts der helle Stern ist Arkturus im Sternbild Bootes.

Ich habe auch wieder verschiedene veränderliche Sterne fotografiert, da verzichte ich hier auf die Fotos, denn ... - ... von T CrB gibt es nichts Neues. :-)

Und auch zwei weitere Kleinplaneten standen an diesem Abend auf meiner Ziele-Liste:

Kleinplanet (849)Ara am 12.7.26 um 0:29 Uhr MESZ

Auf diesem Bild von (849)Ara (11,8mag) ist mir ein Satellit durchgeflogen. Wahrscheinlich war es Starlink-31775, wenn man hier den Stellarium-Daten glauben kann. Bei (849)Ara ist besonders die Geschichte der Namesgebung interessant, zu finden bei Wikipedia. 

(125)Liberatrix am 12.7.26 um 0:45 Uhr MESZ

Auch (125)Liberatrix scheint nach Wikipedia eine interessante Geschichte seiner Namensgebung zu haben. Laut Wikipedia ist diese jedoch nicht ganz geklärt. Vielleicht fühlt sich jemand dadurch motiviert, stärker in die Forschung zur Geschichte der Astronomie einzusteigen?
 
Eine Supernova sollte an diesem Abend auch nicht fehlen. Viele Freunde hatten die SN2026fov schon fotografiert. In der Galaxie NGC 7292 war sie jedoch vor ein paar Monaten nur ein Objekt des morgendlichen Himmels:
 
NGC 7292 mit SN2026fov am 12.7.26 um 1:46 Uhr MESZ

 Diese Supernova ist schon am 14. März 2026 entdeckt worden. Sie zählte mit 13,5mag zu den hellsten in diesem Jahr. Würde ich sie jetzt, vier Monate nach der Entdeckung, noch finden können? Klaus Wenzel hatte am 25. Juni nur noch 16,45mag gemessen. Mein Bild habe ich 21 Minuten belichtet. Ich denke, die SN ist "neben" der Galaxie noch gut zu erkennen.
 
Und natürlich standen auch wieder einige Sommerobjekte aus dem Messier-Katalog auf meiner Zielliste:
 
Kugelsternhaufen M2 am 12.7.26 um 1:18 Uhr MESZ, 25 Minuten belichtet

 Kugelsternhaufen sind für mich immer wieder faszinierende Objekte, an denen ich mich nicht lange genug satt sehen kann. Sicher habe ich hier schon manches Bild von M 2 gezeigt. 100 000 Sterne in einem Haufen, 12 Milliarden Jahre alt. Aber immer wieder schön!
 
Messier 23 am 12.7.26 um 0:22 Uhr

 Messier 23, ein "offener Sternhaufen", ist von uns ca. 2000 Lichtjahre entfernt und dagegen nur rund 300 Millionen Jahre alt.
 
Der Trifid-Nebel, M20, am 12.7.26 um 0:09 Uhr MESZ

 Messier 20 ist für mich nach wie vor eines der schönsten Objekte am Himmel. Diese Aufnahme wurde 50 Minuten lang belichtet. Sie ist nicht weiter bearbeitet.
 
Gegen 2:00 Uhr lag ich dann auch im Bett. Doch um 4:30 Uhr musste ich plötzlich ein gewisses Örtchen aufsuchen. Da war es draußen schon richtig hell. Ein schöne nur noch zu 8 Prozent beleuchtete Mondsichel schickte mich dann wieder ins Bett zum Weiter- und Ausschlafen:
 
Der Mond am 12.7.26 um 4:34 Uhr MESZ über dem Nachbarhaus Richtung Osten.
 
Astronomie - ein wunderschönes Hobby! Ich freue mich schon auf die nächste klare Beobachtungsnacht! 
 

Samstag, 11. Juli 2026

10. Juli 2026: Viele spannende Beobachtungen: eine helle Supernova (SN2026sqf), ein "Klassiker" (M8) und ein weiterer Kleinplanet ((128)Nemesis)

 Am Freitagabend, am 10. Juli 2026, war es wunderschön klar und ich konnte wieder einige Beobachtungen am abendlichen Sternenhimmel machen. Die Nächte sind kurz und beginnen leider erst sehr spät. Mein Vespera initialisiert erst bei ausreichender Dunkelheit, wenn die Sonne ca. 7° Grad unter dem Horizont steht. Das ist erst kurz vor 23 Uhr der Fall. Und auch dann hängt es sehr von der Himmerlsrichtug ab, in die man fotografieren will. Richtung Norden ist es dann einfach immer noch viel zu hell, die Sonne sinkt ja nicht wirklich tief unter den Horizont, es bleibt dort im Sommer sehr dämmerig. So "richtig" fotografieren kann man dann eigentlich erst ab ca. eine halbe Stunde vor Mitternacht.

Mein erstes Ziel war eine neue helle Supernova:

NGC 3310 mit Supernova 2026sqf am 10.7.26 um 23:46 Uhr MESZ

 Diese Supernova wurde erst vor zwei Tagen am 8. Juli 2026 durch den amerikanischen Hobby-Astronomen Patrick Wiggins entdeckt. Ich schätze ihre Helligkeit auf 12,9mag, dies hat auch Patrick so gesehen. Das obige Foto wurde genau eine halbe Stunde lang mit meinem Vespera classic belichtet. Die "Muttergalaxie", NGC 3310, ist als verwaschener Fleck durchaus zu erkennen. 

Die Galaxie selbst scheint eine sehr interessante Geschichte zu haben. Sie gilt als "Starburst-Galaxy", also als eine Galxie mit hoher Sternentstehungsrate. Dies wird vermutlich durch eine Kollision/Verschmelzung mit einer anderen Galaxie vor 100 Millionen Jahren ausgelöst. Es gibt im Internet über diese Galaxie eine ganze Reihe von Einträgen und sogar spezielle Videos.

Parallel zu dieser Supernova habe ich mit meinem Vespera Pro einen Klassiker aufgenommen:

Messier 8, am 10.7.26 um 23:41 Uhr MESZ

 Messier 8 wird auch als Lagunennebel bezeichnet. Das Foto wurde etwas über eine halbe Stunde belichtet. Es ist ohne Filter entstanden, und ich habe wie immer den "output" meines Vespera Gerätes nicht weiter bearbeitet. Wahrscheinlich könnte man bei diesem wunderschönen Objekt im Sternbild Schütze noch eine ganze Menge mehr an Details herausarbeiten.

Und ich habe einen weiteren Kleinplaneten fotografiert:

(128)Nemesis am 10.7.26 um 23:53 Uhr MESZ

 Dieses Bild wurde knapp acht Minuten belichtet. Der Kleinplanet hat eine Helligkeit von ca. 11,3mag. Am 12.7. zieht er am Morgen gegen 2:20 Uhr MESZ in nur 2,5' Bogenminuten Abstand an dem hellen Stern tau Sagittarii (3,3mag) vorüber. Am 8.7. stand (128)Nemesis genau in Opposition zur Sonne.

Auch habe ich wieder veränderliche Sterne beobachtet, darüber werde ich später einmal berichtern. Im Übrigen: es gibt nichts neues bei T CrB! 

 

Dienstag, 7. Juli 2026

6. Juli 2026: Ein weit entfernter Quasar HS1946+7658

 Im April 2023 hatte ich meinen ersten Quasar fotografiert: 3C 273. Als Hobbyastronom bekommt man ja oft die Frage gestellt "wie weit kann man denn mit einem Teleskop ins Weltall gucken?".  Gerne korrigiere ich dann die Fragesteller und sage, wir messen die Entfernungen in "Lichtjahren", also in der Zeit, die das Licht braucht, um von einem fernen Objekt zu uns zu kommen. Also eigentlich kann die Frage auch lauten: "Was ist das älteste Objekt im Weltall, das man sehen kann?"

Mit dem bloßen Auge kann man bei klarem, dunklen Himmel gerade so die Andromeda-Galaxie erkennen. Ihr Licht wurde vor gut 2 Millionen Jahren ausgesendet, wir schauen hier also ca. 2 Millionen Lichtjahre weit.

Mit einem Teleskop kann man natürlich viel schwächere Lichtpunkte fotografieren und dadurch viel weiter in das Weltall hineinschauen.

Der Quasar 3C 273 ist von uns etwas über 2 Milliarden Lichtjahre entfernt. In der professionellen Astronomie werden die Entfernungen/Alter der Objekte meist nicht mehr in Lichtjahren angegeben, sondern es wird die "Rotverschiebung ("z")" gemessen. 3C 273 hat eine Rotverschiebung von z = 0,158. Seine Helligkeit im sichtbaren Licht beträgt ca. 12,86mag.

Vor ein paar Tagen hat ein Sternfreund mit seinem Smart Teleskop einen anderen Quasar fotografiert, das Objekt "HS1946+7658". Dies ist das hellste Objekt (15,8mag) mit einer Rotverschiebung z > 3 (in diesem Fall exakt z = 3,02. Eine solche Rotverschiebung entspricht einer Entfernung von ca. 11,7 Milliarden Lichtjahren. Das musste ich einfach auch mal mit meinem Vespera probieren.

15,8mag ist mit einem Smart Teleskop "locker" zu schaffen, das nachfolgende Bild wurde knapp 10 Minuten lang belichtet:

Quasar HS1946+7658 am 6.7.26 um 23:35 MESZ

 Das Objekt galt lange Zeit als der hellste Quasar überhaupt im All. Es wird vermutet, dass er ein supermassives schwarzes Loch beherbergt, dessen Masse zwischen 7,5 Milliarden und 50 Milliarden Sonnenmassen liegen müsste. Leider kenne ich zu diesem Objekt nur einen französischsprachigen Wikipedia-Eintrag, aber sie können sich den ja ggf. automatisch übersetzen lassen.

 

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Aus der Profiastronomie:

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Passend zu dieser Beobachtung hat das ESA Weltraumteleskop EUCLID gerade viele neue Quasare entdeckt, darunter die zwei am weitesten entfernten Quasare, die jemals gemessen wurden. Diese haben eine Rotverschiebung von z = 7,8, was einem Alter oder einer Entfernung von 13,4 Milliarden Lichtjahren entspricht. Objekt also aus einer Zeit, knapp 800 Millionen Jahre nach dem Urknall.

Zu dieser Entdeckung finden Sie aktuelle Artikel in deutscher Sprache unter anderem in diesen Medien: heise-onlinescinexx.de, Max-Planck-Gesellschaft, und auf englisch bei der ESA.

 

 

 

 

 

Sonntag, 5. Juli 2026

6. - 12. Juli 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond und zieht sich mit immer späteren Aufgängen in den Morgenhimmel zurück. Von den hellen Planeten ist abends nur die Venus bis kurz nach 23:00 Uhr tief im Westen zu sehen. Saturn wird bald nach 1:15 Uhr sichtbar und Mars erscheint ab etwa 2:45 Uhr in der allmählich einsetzenden Morgendämmerung. Die ISS ist bei vielen nächtlichen Überflügen zu beobachten.

Am Montag, den 6. Juli, geht die Sonne um 5:14 Uhr auf und um 21:44 Uhr unter. Das ist morgens fünf Minuten später und abends 3 Minuten früher als noch vor einer Woche, ein so kleiner Unterschied dürfte aber kaum auffallen. Der Mond geht kurz nach Mitternacht um 0:03 Uhr auf, er ist noch zu 70 Prozent beleuchtet. Gegen 3:30 Uhr zieht der Mond an seinem oberen Rand dicht am Stern 11 Psc (6,3mag) vorüber, im Südosten Deutschlands (z.B. München oder Dresden) wird dieser Stern sogar bedeckt. Die ISS fliegt zwischen 1:18 Uhr und 1:25 Uhr in maximal 77° Grad Höhe über unseren Nachthimmel hinweg, dabei fliegt sie ganz knapp an Wega in der Leier vorbei. Beim nächsten Überflug zwischen 2:54 Uhr und 3:01 Uhr mit maximal 83° Grad Höhe geht es ganz knapp an Deneb im Schwan vorbei. Am Abend kommt es dann zwischen 22:53 Uhr und 23:00 Uhr zu einem weiteren Überflug, hier werden jedoch nur maximal 20° Grad Höhe über dem Horizont erreicht. Kleinplanet (849) Ara (11,9mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Dienstag, den 7. Juli, geht der Mond um 0:15 Uhr auf, er ist noch zu 59 Prozent beleuchtet und er steht rechts,(westlich) oberhalb von Saturn. Um 21:29 Uhr erreicht der Mond exakt das Letzte Viertel, steht dann jedoch bei uns noch unter dem Horizont. Kleinplanet (849)Ara (11,8mag) steht um 1:00 Uhr in nur 14' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP 93274 (7,4mag). Die ISS fliegt zwischen 0:29 Uhr und 0:36 Uhr in maximal 64° Grad Höhe vorüber. Beim nächsten Überflug zwischen 2:06 Uhr und 2:13 Uhr geht es mit 89° Grad Höhe praktisch genau über unsere Stadt hinweg, beim dritten Überflug zwischen 3:42 Uhr und 3:50 Uhr wird eine Höhe von 45° Grad über Horizont erreicht. Am Abend fliegt sie dann zwischen 23:40 und 23:50 Uhr in 50° Grad Höhe über unseren Himmel entlang.

Am Mittwoch, den 8. Juli, geht der Mond um 0:27 Uhr auf, er ist noch zu 48 Prozent beleuchtet. Er steht heute früh bereits links, östlich über Saturn. Heute fliegt die ISS um 1h:21m:23s Uhr ganz exakt (90° Grad Höhe) durch unseren Zenit und über unsere Stadt hinweg (Überflug von 1:18 Uhr bis 1:25 Uhr), beim nächsten Überflug zwischen 2:53 Uhr und 3:02 Uhr erreicht sie 59° Grad Höhe und am Abend dann zwischen 22:54 Uhr und 23:01 Uhr dann 37° Grad Höhe. Kleinplanet (18)Melpomene (8,9mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Donnerstag, den 9. Juli, geht der Mond um 0:42 Uhr auf, er ist noch zu 37 Prozent beleuchtet.  Die ISS fliegt zwischen 0:30 Uhr und 0:39 Uhr knapp an Arkturus und auch Deneb vorüber, sie erreicht mit 85° Grad Höhe fast unseren Zenit, zwischen 2:07 Uhr und 2:14 Uhr erreicht sie beim Überflug 73° Grad Höhe, zwischen 3:44 Uhr und 3:50 Uhr nur noch 25° Grad Höhe. Am Abend fliegt sie zwischen 23:42 Uhr und 23:49 Uhr in maximal 76° Grad Höhe über den Himmel und fast genau über die Wega hinweg. Die Venus steht heute nur knapp 1° Grad oberhalb von Regulus. Kleinplanet (8)Flora (8,9mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Freitag, den 10. Juli, geht der Mond um 1:02 Uhr auf, er ist noch zu 27 Prozent beleuchtet. Um 2:00 steht (849)Ara in nur 1,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP 93081 (9,6mag). Zwischen 1:19 Uhr und 1:26 Uhr fliegt die ISS in 83° Grad Höhe über unseren Nachthimmel hinweg, zwischen 2:56 Uhr und 3:03 Uhr in 34° Grad Höhe. Am Abend fliegt sie dann zwischen 22:54 Uhr und 23:01 Uhr in maximal 63° Grad Höhe über den Himmel.

Am Samstag, den 11. Juli, geht der Mond um 1:35 Uhr auf, seine Sichel ist noch zu 17 Prozent beleuchtet. Der Mond steht direkt neben den Plejaden. Zwischen 0:30 Uhr und 0:38 Uhr fliegt die ISS ein weiteres Mal mit 89° Grad Höhe fast genau durch unseren Zenit über unsere Stadt hinweg. Zwischen 2:07 Uhr und 2:12 Uhr erreicht sie noch einmal 46° Grad Höhe. Und am Abend geht es um 23h:46m:14s ein weiteres Mal ganz exakt durch den Zenit hindurch (um 23:43 Uhr steigt sie im Westen auf und geht gegen 23:50 Uhr im Osten unter).

Am Sonntag, den 12. Juli, geht die nur noch zu 9 Prozent beleuchtete schmale Mondsichel um 2:16 Uhr auf. Um 2:20 Uhr befindet sich Kleinplanet (128)Nemesis (11,3mag) in nur 2,5' Bogenminuten Abstand zu Stern tau Sgr mit 3,3mag. Die ISS fliegt zwischen 1:19 Uhr und 1:23 Uhr in maximal 60° Grad Höhe über unseren Nachthimmel. Um 2:26 Uhr ist sie ganz kurz im Westen zu sehen, bevor sie im Erdschatten verschwindet. Zwischen 22:54 Uhr und 23:02 Uhr fliegt sie mit 85° Grad Höhe sehr hoch über unsere Köpfe und unsere kleine Stadt hinweg.

Samstag, 4. Juli 2026

3. Juli 2026: Noch einmal der abnehmende Mond

 In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli kam mir der Mond noch einmal vor die Linse:

Der Mond am 4.7.26 um 1:00 Uhr MESZ

 Im Vergleich zum Bild vom 1. Juli kann man jetzt schon deutlich das "Abnehmen" des Mondes erkennen. Er ist jetzt nur noch zu 86 Prozent beleuchtet. Immer noch im Sternbild Steinbock stand er um 1:00 Uhr wieder nur knapp 10° Grad über dem Horizont.

Donnerstag, 2. Juli 2026

1. Juli 2026: Der abnehmende Mond und ein weiterer Kleinplanet besucht einen Kugelsternhaufen

 In der Nacht vom 1. auf den 2. Juli war der Himmel wieder einmal klar, so dass mir ein paar Aufnahmen gelungen sind.

Hier der abnehmende Mond:

Der Mond am 2. Juli 2026 um 0:56 Uhr MESZ

 Das Bild habe ich aus meinem Dachfenster heraus um kurz vor 1:00 Uhr am 2. Juli mit meiner Nikon P950 aufgenommen (2000mm, Blende 6.5, 1/125sec, ISO100) aufgenommen.  Der Mond stand gerade 10° Grad über dem Horizont, daher auch die starke gelbliche Einfärbung. Der Zeitpunkt des exakten Vollmonds liegt 47 Stunden zurück, jetzt ist er nur noch zu 96 Prozent beleuchtet. Mondaufgang war um 23:07 Uhr, Monduntergang ist um 3:11 Uhr, er zieht also nur vier Stunden über den Himmel entlang.

 Zuvor hatte ich mit meinem Vespera Pro die Begegnung von Kleinplanet (14) Irene mit dem Kugelsternhaufen NGC 6325 im Sternbild Schlangenträger festgehalten: 

Kleinplanet (14)Irene am 1.7.26 um 24:00 Uhr MESZ

 Diese Begegnung ist sicherlich nicht so spektakulär wir vor kurzem die Begegnung von (48)Doris mit M107. NGC 6325 ist nur ein sehr  schwacher Kugelsternhaufen. Er hat zwar einen eigenen (kurzen) Eintrag bei Wikipedia, in der Liste der interessanten NGC-Objekte im Sternbild Schlangenträger, ebenfalls bei Wikipedia, wird er jedoch gar nicht erwähnt. 

Am 29. Juni, ca. 50 Stunden früher, hatte ich NGC 6325 und (14)Irene schon einmal aufgenommen: 

(14)Irene und NGC 6325 (Bildmitte) am 29.6.26 um 23:00 Uhr

Am 29.6. befand sich (14)Irene noch ein ganzes Stück weiter entfernt von NGC 6325. Beide Bilder wurden ca. 24 Minuten lang belichtet. In dieser Zeitspanne bewegt sich ein Kleinplanet am Himmel natürlich ein ganzes Stück weiter. Im Fall von (14)Irene sind das gerade ca. 30'' Bogensekunde pro Stunde, also grob 14'' Bogensekunden während der Dauer der Aufnahmen. So entsteht dann die doch durchaus langgezogene "Leuchtspur" des Kleinplaneten.

Auf beiden Aufnahmen sind ein paar unschöne Aufhellungen zu sehen, wahrscheinlich durch Schleierwolken oder leichten Hochnebel ausgelöst.