Dienstag, 7. Juli 2026

6. Juli 2026: Ein weit entfernter Quasar HS1946+7658

 Im April 2023 hatte ich meinen ersten Quasar fotografiert: 3C 273. Als Hobbyastronom bekommt man ja oft die Frage gestellt "wie weit kann man denn mit einem Teleskop ins Weltall gucken?".  Gerne korrigiere ich dann die Fragesteller und sage, wir messen die Entfernungen in "Lichtjahren", also in der Zeit, die das Licht braucht, um von einem fernen Objekt zu uns zu kommen. Also eigentlich kann die Frage auch lauten: "Was ist das älteste Objekt im Weltall, das man sehen kann?"

Mit dem bloßen Auge kann man bei klarem, dunklen Himmel gerade so die Andromeda-Galaxie erkennen. Ihr Licht wurde vor gut 2 Millionen Jahren ausgesendet, wir schauen hier also ca. 2 Millionen Lichtjahre weit.

Mit einem Teleskop kann man natürlich viel schwächere Lichtpunkte fotografieren und dadurch viel weiter in das Weltall hineinschauen.

Der Quasar 3C 273 ist von uns etwas über 2 Milliarden Lichtjahre entfernt. In der professionellen Astronomie werden die Entfernungen/Alter der Objekte meist nicht mehr in Lichtjahren angegeben, sondern es wird die "Rotverschiebung ("z")" gemessen. 3C 273 hat eine Rotverschiebung von z = 0,158. Seine Helligkeit im sichtbaren Licht beträgt ca. 12,86mag.

Vor ein paar Tagen hat ein Sternfreund mit seinem Smart Teleskop einen anderen Quasar fotografiert, das Objekt "HS1946+7658". Dies ist das hellste Objekt (15,8mag) mit einer Rotverschiebung z > 3 (in diesem Fall exakt z = 3,02. Eine solche Rotverschiebung entspricht einer Entfernung von ca. 11,7 Milliarden Lichtjahren. Das musste ich einfach auch mal mit meinem Vespera probieren.

15,8mag ist mit einem Smart Teleskop "locker" zu schaffen, das nachfolgende Bild wurde knapp 10 Minuten lang belichtet:

Quasar HS1946+7658 am 6.7.26 um 23:35 MESZ

 Das Objekt galt lange Zeit als der hellste Quasar überhaupt im All. Es wird vermutet, dass er ein supermassives schwarzes Loch beherbergt, dessen Masse zwischen 7,5 Milliarden und 50 Milliarden Sonnenmassen liegen müsste. Leider kenne ich zu diesem Objekt nur einen französischsprachigen Wikipedia-Eintrag, aber sie können sich den ja ggf. automatisch übersetzen lassen.

 

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Aus der Profiastronomie:

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Passend zu dieser Beobachtung hat das ESA Weltraumteleskop EUCLID gerade viele neue Quasare entdeckt, darunter die zwei am weitesten entfernten Quasare, die jemals gemessen wurden. Diese haben eine Rotverschiebung von z = 7,8, was einem Alter oder einer Entfernung von 13,4 Milliarden Lichtjahren entspricht. Objekt also aus einer Zeit, knapp 800 Millionen Jahre nach dem Urknall.

Zu dieser Entdeckung finden Sie aktuelle Artikel in deutscher Sprache unter anderem in diesen Medien: heise-onlinescinexx.de, Max-Planck-Gesellschaft, und auf englisch bei der ESA.

 

 

 

 

 

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