Sonntag, 16. Mai 2021

17. - 23. Mai 2021: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche endet für uns die Zeit der richtig "astronomisch dunklen" Nächte, das heißt, die Sonne sinkt nicht mehr tiefer als 18° Grad unter den Horizont. Der Mond erreicht das Erste Viertel, sein helles Licht stört zunehmend die ganze Nacht über die Beobachtung lichtschwächerer Objekte. Von den Planeten beendet Merkur seine Abendsichtbarkeit. Mars (Untergang gegen 0:30 Uhr) und Venus (Untergang gegen 22:00 Uhr) fallen kaum auf. Am Morgenhimmel können Saturn (Aufgang ca. 2:30 Uhr) und Jupiter (Aufgang ca. 3:00 Uhr)beobachtet werden. Die ISS ist mehrmals in den Nächten bei ihren teilweise spektakulären Überflügen zu beobachten.

Am Montag, den 17. Mai, fliegt die ISS gleich um 0:32 Uhr mit 88° Grad Höhe praktisch genau über unsere Stadt hinweg. Sie steigt ab 0:29 Uhr im Westen empor und verschwindet um 0:38 Uhr am Osthorizont. Zwischen 2:004 Uhr und 2:14 Uhr fliegt sie noch einmal in maximal 67° Grad Höhe über unseren Nachthimmel. Zwischen 3:40 Uhr und 3:50 Uhr erfolgt ein weiterer Überflug in nur noch maximal 22° Grad Höhe, dabei taucht sie zwischendurch für eine knappe Minute in den Schatten der Erde ein. Die Sonne geht um 5:29 Uhr auf und um 21:15 Uhr unter. Der helle Tag ist also bald 16 Stunden lang. In vier Wochen ist ja auch Sommeranfang. Am Abend überfliegt die ISS zwischen 22:04 Uhr und 22:13 Uhr in maximal 32° Grad Höhe und kurz vor Mitternacht, zwischen 23:41 Uhr und 23:50 Uhr fliegt sie ein weiteres Mal heute in 81° Grad Höhe hoch über unseren Abendhimmel hinweg. Der Mond steht im Sternbild Krebs und ist zu 37 Prozent beleuchtet. Merkur erreicht heute seinen größten scheinbaren Abstand zur Sonne und geht bald nach 23 Uhr unter.

Am Dienstag, den 18. Mai, steigt die ISS ab 1:16 Uhr im Westen hoch hinauf und verschwindet gegen 1:23 Uhr in Ostsüdöstlicher Richtung im Erdschatten, am Abend fliegt sie zwischen 22:53 Uhr und 23:03 Uhr in maximal 70° Grad Höhe hoch über unseren Himmel hinweg. Merkur bewegt sich jetzt wieder der Sonne entgegen, seine Untergangszeiten verfrühen sich wieder.

Am Mittwoch, den 19. Mai, steigt die ISS ab 0:30 Uhr im Westen dicht neben dem Mond am Himmel auf, erreicht um 0:34 Uhr fast den Zenit mit 87° Grad Höhe. Am Abend fliegt sie zwischen 22:07 Uhr und 22:13 Uhr in maximal 56° Grad Höhe über unseren Himmel und ist dann noch einmal zwischen 23:43 Uhr und 23:50 Uhr zu sehen, wobei sie um 23:47 Uhr exakt über Bad Lippspringe hinweg fliegt, 425 Kilometer hoch über unseren Köpfen. Der Mond erreicht um 21:13 Uhr exakt das Erste Viertel. Er steht ca. 4° Grad nördlich von Regulus im Löwen.

Am Donnerstag, den 20. Mai, steigt die ISS um 1:21 Uhr kurz im Westen auf, wobei sie um 1h:21m:25s exakt vor der Mondscheibe vorüberfliegt. Um 3:20 Uhr geht der Mond unter. Am Abend fliegt die ISS zwischen 22:54 Uhr und 23:03Uhr ein weiteres mal fast genau über unsere Stadt hinweg (maximal Höhe 88° Grad). Der Mond zeigt heute maximale Libration in Breite, das Mare Crisium steht nah am Rand.

Am Freitag, den 21. Mai, fliegt die ISS zwischen 0:33 Uhr und 0:37 Uhr in maximal 67° Grad Höhe über unseren Nachthimmel hinweg. Ein weiterer Überflug findet zwischen 22:08 Uhr und 22:17 Uhr in maximal 81° Grad Höhe statt, sowie zwischen 23:45 Uhr und 23:51 Uhr in maximal 79° Grad Höhe. Der Mond ist zur gleichen Zeit am Abend zu 73 Prozent beleuchtet. In dieser Nacht ist der "Goldene Henkel" wieder einmal gut zu beobachten.

Am Samstag, den 22. Mai, fliegt die ISS zwischen 22:57 Uhr und 23:05 Uhr in maximal 87° Grad Höhe erneut ziemlich genau über Bad Lippspringe hinweg,

Am Sonntag, den 23. Mai, Pfingsten, ist die ISS zwischen 0:35 Uhr und 0:38 Uhr kurz im Südwesten zu sehen, Am Abend fliegt sie zwischen 22:10 Und 22:19 Uhr über unseren Abendhimmel hinweg, Um 22:14 Uhr fliegt sie dabei exakt über unsere Stadt hinweg. Zwischen 23:47 Uhr und 23:53 Uhr fliegt sie dann noch einmal in maximal 67° Grad Höhe über unseren aufgehellten Nachthimmel. Der Mond steht unweit von Spica in der Jungfrau und ist bereits zu 90 Prozent beleuchtet.

Samstag, 15. Mai 2021

14. Mai 2021: Mond, ISS und Nova

 Auch dieser Monat Mai scheint mehr schlechtes Wetter zu haben als gutes. So ist zumindest der Eindruck, besonders wenn man das Wetter mit dem letzten Jahr vergleicht. Doch zwischendurch scheint auch immer mal wieder die Sonne. Und für Freitagabend waren endlich auch mal wieder weniger Wolken angekündigt. Nach der Tagesschau war der Himmel tatsächlich weitesgehend klar, nur im Nordwesten waren nah am Horizont ein paar Wolken zu sehen.

Also habe ich meine Fernrohre auf der Terasse aufgebaut und war voller Hoffnung auf einen schönen Astroabend. Zu Mittag hieß es noch, dass ab Mitternacht - und erst ab da wäre es ja wirklich dunkel - kein Wölkchen mehr am Himmel stehen sollte. 

Doch natürlich kam es wieder mal anders als ich es vorher dachte.

Zunächst wollte ich die schmale Mondsichel fotografieren, doch das war nicht einfach. Von meiner Terasse aus gesehen war sie leider schon hinter den Bäumen und Büschen auf dem Nachbargrundstücken verborgen. So konnte ich nur mit meinem "kleinen" Spektiv etliche Meter "zur Seite" laufen, um dann doch noch einen Blick auf den Mond zu erhaschen. Hier ein Foto vom Mond durch mein kleines Fernrohr, das Spektiv:

Mondsichel am 14. Mai, aufgenommen mit Nikon Coolpix P950

Danach wollte ich einen interessanten Überflug der ISS beobachten. Kurz vor 23 Uhr sollte die ISS über den Nachthimmel fliegen. Der Überflug sah schon auf der Ankündigungsseite von "heavens-above" spannend aus, zeigt das Bild doch keine durchgehende geschlossene Linie, sondern eine deutlich Unterbrechung. Dieses Phänomen tritt bei uns nur im Sommer auf, weil dann die Sonne nicht sehr tief unter den Horizont taucht und dadurch der Erdschatten scheinbar nicht besonders groß ist. Dadurch kann die ISS während eines Überflugs tatsächlich in den Erdschatten eintauchen, dadurch unsichtbar werden, aber kurz danach schon wieder auftauchen:

 

Bahn der ISS am Himmel

 Würde mir ein Foto von dieser Lücke gelingen?  Um es gleich zu sagen, ich habe es nicht geschafft. Im Westen war der Himmel zum Zeitpunkt des Überflugs schon sehr bewölkt. Die ISS wurde erst sichtbar, als sie schon gut an Spica vorübergezogen war.

Strichspur der ISS kurz vor dem Verschwinden im Erdschatten.

 Auf dem Foto erkennt man schnell, dass schon im letzten Abschnitt ihrer Sichtbarkeit vor dem Eintauchen in den Erdschatten, die ISS nur noch sehr flach über dem Horizont fliegt. Das kurze Wiederauftauchen vor dem (mathematischen) Horizont wäre sicherlich gar nicht mehr sichtbar  - und wahrscheinlich auch durch die Straßenlampe überstrahlt worden.

Leider zog es sich gegen 23 Uhr immer weiter zu - und sowohl die Wetteronline-App als auch die App vom Deutschen Wetterdienst kündigten sogar ein kleines Regengebiet für Bad Lippspringe an. Regen wollte ich jedoch meiner großen Fernrohrmontierung (und insbesondere der Elektronik) auf keinen Fall antun. Also habe ich die schwere Montierung mit meinem großen Fernrohr wieder abgebaut, ohne es an diesem Abend genutzt zu haben.

Zum Glück waren jedoch Richtung Norden immer noch ein paar Sterne zu sehen. Das Sternbild Cassiopeia stand zwar auch nur knapp über dem Horizont, war aber gut zu erkennen.

Also habe ich meine DSLR-Kamera auf einem Stativ aufgebaut, zusammen mit der automatischen LX3-Montierung, damit auf etwas länger belichteten Bildern keine Sternspuren zu sehen sein sollten. Leider war der Polarstern, den ich zu einer exakten Ausrichtung bräuchte, schon nicht mehr zu sehen. Dadurch sind die Stern auf dem nachfolgenden Bild nicht ganz exakt rund.

Nova Cas 2021, fotografiert mit Canon 5DS MarkII, 50mm Objektiv, ISO800, 20sec, f/2.8

Die Nova ist im Vergleich zum März noch einmal deutlich heller geworden. Ich habe diese Helligkeit am Abend auf ca. 6.5mag geschätzt. Vor ein paar Tagen war sie sogar noch etwas heller, leider war da der Himmel bei uns jeden Abend bedeckt. 

Die Lichtkurve aller bei der AAVSO eingereichten Beobachtungen zeigt, dass sie sogar schon 5.5mag hell war, also an dunklen Orten durchaus mit dem bloßen Auge sichtbar gewesen sein sollte. Aktuell nimmt die Helligkeit schon wieder ab. 

 

AAVSO-Lichtkurve der Nova Cassiopeia 2021

Das Bild zeigt die Helligkeitsentwicklung der Nova gleich in vielen verschiedenen Spektralbereichen. Man erkennt, dass die Nova nach dem ersten Anstieg über einen ganzen Monat recht konstant (bei ca. 7.8mag) leuchtete und seit ca. einer Woche deutlich heller wurde. Die grünen Quadrate entsprechen dabei am ehesten dem visuellen Eindruck.

Die spannende Frage wird jetzt sein, wie schnell und wie lange hält der Helligkeitsrückgang an. Hoffentlich gibt es noch viele klare Abende oder Nächte, um die Nova weiter im Blick behalten zu können. 

In dieser Nacht war jedoch nicht viel mehr an Beobachtungen drin. Das für kurz nach 23 Uhr angekündigte Regengebiet hatte sich übrigens kurz vor Bad Lippspringe aufgelöst, ich hätte also gar nicht so schnell abbauen müssen. Doch das nächste Regengebiet wurde gegen Mitternacht schon wieder angekündigt. Der Himmel zog sich immer weiter zu. Eigentlich wollte ich von der Nova eine Aufnahmeserie machen und die Bilder dann übereinander zu legen ("zu stacken"), doch nach wenigen Bildern war auch die Cassiopeia von Wolken bedeckt.

Im Vergleich zu meinen eigentlichen Erwartungen war auch diese Nacht enttäuschend. Merkur oder Venus konnte ich nicht beobachten, und erst recht keine schönen deep-sky Fotos oder Bilder der sommerlichen Milchstrasse machen. Doch andererseits habe ich in den wenigen Momenden klaren Himmels doch auch sehr schöne Beobachtungen gemacht. Man sollte also jede kleine Wolkenlücken nutzen!





Sonntag, 9. Mai 2021

10. - 16. Mai: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond, die nur noch kurzen Nächte eignen sich dadurch jedoch gerade noch gut für die Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel ("deep-sky"). Von den hellen Planeten kann am Abend Merkur gegen 22 Uhr tief im Nordwesten gefunden werden. Seine Untergänge verschieben sich auf ca. 23 Uhr. Mars geht ebenfalls im Nordwesten gegen 1:00 Uhr unter. Am Morgenhimmel können Saturn ab 3:00 Uhr und Jupiter ab 3:30 Uhr im Südosten gefunden werden. Die ISS kann bei vielen Überflügen in der Nacht gesehen werden.

Am Montag, den 10. Mai, ist um 5:39 Uhr Sonnenaufgang und um 21:04 Uhr Sonnenuntergang. Da die Sonne immer flacher unter den Horizont sinkt, wird es auch nachts immer weniger dunkel, das ist nur noch in der kurzen Zeitspanne von (gut nach) Mitternacht bis kurz nach 2:00 Uhr der Fall. Die ISS fliegt in der Frühe um 2:51 Uhr hoch über unseren Himmel und noch einmal zwischen 4:24 Uhr und 4:33 Uhr, im Zenit fliegt sie dann dicht am Stern Wega vorüber.

Am Dienstag, den 11. Mai, fliegt die ISS zwischen 3:38 Uhr und 3:43 Uhr mit 87° Grad Höhe fast genau über unsere Stadt hinweg. Am Abend erreicht der Mond exakt um 21:00 Uhr seine Neumondposition. Er ist daher den ganzen Tag über unsichtbar.

Am Mittwoch, den 12. Mai, fliegt die ISS um 2:53 Uhr exakt durch unseren Zenit, also genau über Bad Lippspringe hinweg. Zwischen 4:24 Uhr und 4:35 Uhr fliegt sie noch einmal in maximal 53° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel, im Südosten erreicht sie dicht bei Jupiter den Horizont. Kleinplanet Victoria (10,4mag) geht in nur 8' Bogenminuten Abstand am Stern 3 Capricorni (6.4mag) vorüber.

Am Donnerstag, den 13. Mai, Himmelfahrt, fliegt die ISS gegen 2:05 Uhr mit 88° Grad Höhe ein weiteres Mal fast genau durch den Zenit, zwischen 3:38 Uhr und 3:47 Uhr fliegt sie noch einmal in maximal 67° Grad Höhe über unseren Himmel. Am Abend kann gegen 22 Uhr die nur zu 4 Prozent beleuchtete Mondsichel unterhalb des Merkur gefunden werden, sie geht kurz nach 23 Uhr unter. Kleinplanet (29) Amphitrite läuft heute gegen Mitternacht dicht an Regulus vorbei, der hellste Stern des Löwen wird den Kleinplaneten wahrscheinlich überstrahlen. Die evangelische Kirchengemeinde bietet heute am Himmelfahrtstag einen "Gottesdienst-to-go" an. Das ist ein Spaziergangsgottesdienst, jeder kann diesen individuell für sich (und dadurch ganz korona-konform) an der evangelischen Kirche beginnen, er führt heute zu verschiedenen Stationen des Bad Lippspriner Planetenweges.

Am Freitag, den 14. Mai, ist die ISS um 1:20 Uhr kurz und tief im Osten zu sehen, zwischen 2:52 Uhr und 3:00 Uhr fliegt sie mit maximal 79° Grad Höhe hoch über unseren Himmel, und zwischen  4:29 Uhr und 4:36 Uhr noch einmal in maximal 30° Grad Höhe. Am Abend kann sie dann noch einmal zwischen 22:50 Uhr und 22:59 Uhr in maximal 23° Grad Höhe beim Überflug in süd, südöstlicher Richtung gesehen werden. Der Mond hat sich am Abend von Merkur entfernt, er geht erst kurz nach Mitternacht unter. Kleinplanet Eunomia (10.7mag) geht gegen 22 Uhr in nur 6' Bogenminuten Abstand an 27 Cancri (5.7mag) vorüber.

Am Samstag, den 15. Mai, gibt es gleich fünf Überflüge der ISS: um 0:30 Uhr ein prächtiger Überflug in maximal 70° Grad Höhe, zwischen 2:03 Uhr und 2:12 Uhr mit 87° Grad Höhe fast genau durch den Zenit und um zwischen 3:40 Uhr und 3:49 Uhr in maximal 40° Grad Höhe und am Ende einen dichten Vorbeiflug am Saturn. Am Abend ist die ISS dann zwischen 22:05 Uhr und 22:09 Uhr kurz in 17° Grad Höhe im Südosten zu sehen, und dann noch einmal zwischen 23:40 Uhr und 23:48 Uhr in maximal 59° Grad Höhe hoch am Abendhimmel. Der Mond nähert sich am Abend dem Mars, die zu 14 Prozent beleuchtete Mondsichel geht erst um ca. 1:00 Uhr unter.

Am Sonntag, den 16. Mai, fliegt die ISS um 1:20 Uhr ein weiteres Mal in dieser Woche exakt über Bad Lippspringe hinweg. Zwischen 2:56 Uhr und 3:02 Uhr erreicht sie noch 53° Grad Höhe bei ihrem Überflug und um 4:33 Uhr fliegt sie noch einmal tief (maximal 15° Grad hoch) über den südwestlichen Morgenhimmel.Am Abend ist sie dann noch einmal zwischen22:53 Uhr und 23:00 Uhr in maximal 43° Grad Höhe zu beobachten. Der Mond ist dann an Mars vorbeigezogen, seine Sichel ist zu 22 Prozent beleuchtet, er geht Montag früh um 1:53 Uhr unter.

Mittwoch, 5. Mai 2021

5. Mai 2021: Merkur im Nordwesten

 Am Mittwoch, den 5. Mai 2021, ist es mir wieder einmal gelungen, Merkur zu erblicken. Um 22 Uhr herum stand er an einem glücklicherweise aufgeklartem Himmel tief im Nordwesten über den benachbarten Häusern.

In der noch hellen Dämmerung war von anderen Sternen noch nichts zu sehen. Zuerst hatte ich ihn gut in meinem Fernglas erkannt. Später, kurz nach 22 Uhr, dann auch mit dem bloßem Auge. 

Da er nur wenige Grad über dem Horizont stand, leuchtete er ziemlich orange. Im kleinen Fernrohr konnte man bei starker Vergrößerung auch klar erkennen, dass er kein (punktförmiger) Stern, sondern ein Planet mit einer durchaus wahrnehmbaren Scheibe war.

Hier zwei Fotos von diesem Abend:

Merkur um 21:52 Uhr, 6° Grad über dem mathematischen Horizont

Merkur um 22:11 Uhr, 3,5° Grad über dem mathematischen Horizont

Dies ist schon die zweite Sichtbarkeitsperiode von Merkur in diesem Jahr. In den nächsten Tagen wird Merkur noch besser sichtbar werden, da er noch etwas höher steigen wird und sich sein Abstand zur Sonner vergrößert. Am 17. Mai erreicht er seine größte Elongation, seinen größten scheinbaren Abstand von der Sonne. Danach bewegt er sich jedoch wieder der Sonne entgegen und wird dann schnell von ihren Strahlen verschluckt und praktisch für uns unsichtbar.

Dienstag, 4. Mai 2021

Nachtrag April: am "Rand" des Mondes

 Leider ist zur Zeit der Himmel sehr bewölkt, so dass nachts keine Möglichkeit besteht den Himmel zu beobachten. Doch das ist auch endlich mal eine Gelegenheit, sich mit den Mondaufnahmen aus dem April zu beschäftigen.

Hier gleich ein kleines Highlight: Am ersten Tag nach Vollmond gelang mir das nachfolgende Bild vom Krater Weierstrass. Weierstrass ist der einzige nach einem Paderborner benannte Krater auf dem Mond, ich habe darüber schon früher geschrieben. Da sich der Krater leider am Rand des Mondes befindet, ist er nicht einfach zu fotografieren, am Abend des 28. April passte es jedoch sehr gut:

Der abnehmende Mond am 28.4.2021 um 23:17 Uhr MESZ

Ich habe an diesem Abend des 27./28. April versucht, den kompletten Terminator bzw. Mondrand zu fotografieren. Diese Bilder habe ich zu einem Panorama zusammengesetzt und nur vorsichtig geschärft. Um Konturen etwas leichter sichtbar zu machen habe ich das Bild auf Schwarz-Weiß reduziert. So sieht der Mondrand an diesem Abend aus:

Mond-Terminator am 27.4.2021

Hier habe ich das obige Bild mit ein paar weiteren Informationen zu ausgewählten Kratern oder Mondlandschaften markiert, um Ihnen ein paar weitere bemerkenswerte Orte auf dem Mond vorzustellen.

Mondpanorama mit Text

Am besten, sie klicken einmal auf das Bild und schauen es sich dann in einer möglichst großen Übersicht an, dann sind auch die Bezeichnungen leichter zu lesen. Hier von oben nach unten ein paar Erläuterungen:

- Mare Humboldtianum, Humboldtmeer. Auf diesem Foto nur noch als flache "Delle" am Mondrand zu erkennen, ein Mondmeer benannt nach dem deutschen Naturforscher Alexander von Humboldt (1769-1859). Die Bezeichnung wurde extra gewählt, da man davon ausging, dass das Mare Humboldtianum die der Erde zugewandte und die von der Erde abgewandte Seite des Mondes verbindet, wie die Forschungen Humboldts die östliche und westliche Halbkugel der Erde miteinander verbinden. Die Sichtbarkeit des Mare ist stark von der Libration abhängig, es ist ein Mondkessel mit einem Außendurchmesser von 640 Kilometern

- Gauss, eine 177 km lange Wallebene, benannt nach dem berühmten Mathematiker und Physiker Carl Friedrich Gauß (1777-1855), zeitweilig auch Direktor der Sternwarte in Göttingen.

- Hahn: Krater mit 84 km Durchmesser, ein deutscher Amateurastronom (1741-1805) und "eifriger Beobachter".

- Mare Crisium: ein schon mit bloßem Auge auffälliges Mondmeer, das durch seine runde, kraterähnliche Formation besticht. Je nachdem wie nah oder weit es sich bei zunehmendem Mond vom Rand befindet, ist es ein guter Anzeiger für die Libration (ein leichtes Schwanken des Mondes in Bezug auf unsere Beobachtungsrichtung).

- Weierstrass, siehe meinen Blogeintrag von 2015.

- Kästner, Wallebene mit 105 km Durchmesser, ein deutscher Mathematiker und Physiker (1719-1800).

- Langrenus, ein Krater mit 133 Kilometern Durchmesser, benannt nach dem Belgier Michael Florent von Langren (1600-1675), der als erster eine Mondkarte mit Bezeichnungen verschiedener Objekte veröffentlichte.

- Humboldt, Wallebene (207km), benannt nach Wilhelm von Humboldt, Bruder des Alexander Humboldt, ein Staatsmann und Philologe. 

- Fraunhofer, Krater mit 57 km Durchmesser, ein deutscher Optiker (1787-1826, Erfinder des Beugungsgitters und Entdecker der "Fraunhoferschen Linien" im Spektrum.

Die Informationen habe ich dem Mondatlas von A. Rükl entnommen. 

Es gibt noch viel, viel mehr interessante Krater und Gegenden auf dem Mond, die ich hier nicht benannt habe. Ich denke, Sie verstehen jetzt, warum man auf dem Mond so wunderschöne Spaziergänge unternehmen kann. Viele führen in die Geschichte, nicht nur der Astronomie, sondern auch das Zeitalter großer Entdecker und vieler anderer interessanter Personen. Schlagen Sie ruhig mal bei all den Namen bei Wikipedia oder in anderen Lexika nach, es lohnt sich!

 




Sonntag, 2. Mai 2021

3. - 9. Mai 2021: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond weiter kräftig ab und zieht sich vom Morgenhimmel zurück. Von den hellen Planeten kann Mars am Abend im Westen gefunden werden (bis ca. 1:00 Uhr), ebenso beginnt bei Merkur eine Periode der Abendsichtbarkeit, er ist jedoch nur schwer zu finden und geht gegen 22:30 Uhr unter. Am Morgenhimmel können Saturn (ab ca. 3:30 Uhr) und Jupiter(ab ca. 4:00 Uhr)  tief im Südosten gefunden werden. Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 3. Mai, geht die Sonne um 5:52 Uhr auf und um 20:52 Uhr unter, der helle Tag dauert also jetzt schon 15 Stunden. Morgens und Abends werden auch die Dämmerungszeiten immer ausgedehnter, so richtig astronomisch dunkel ist es eigentlich nur noch zwischen Mitternacht und drei Uhr. Der Mond geht erst ca. 3:30 Uhr auf. Exakt um 21:50 Uhr erreicht er das letzte Viertel, steht dann jedoch bei uns unter dem Horizont. Zur gleichen Zeit mit dem aufgehenden Mond ist die ISS kurz im Südosten in ca. 20° Grad Höhe zu sehen. Besser beobachten kann man sie zwischen 5:06 Uhr und 5:14 Uhr bei einem Überflug in maximal 69° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel.

Am Dienstag, den 4. Mai, geht der Mond ca. um 4:00 Uhr über der Egge auf, er ist nur noch zu ca. 45 Prozent beleuchtet und steht dann deutlich tiefer als Saturn im Südosten. Er zeigt maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht nah am Rand. Die ISS fliegt zwischen 4:21 Uhr und 4:28 Uhr in maximal 55° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Mittwoch, den 5. Mai, ist am Morgen die nur noch zu 37 Prozent beleuchtete Mondsichel zu Jupiter weiter gewandert, sie geht erst ca. 4:15 Uhr auf. Die ISS erscheint um 3:34 Uhr im Süden und fliegt dann bis 3:40 Uhr in maximal 42° Grad Höhe gen Osten der Sonne entgegen. Am Abend kann man mal ab ca. 21:30 Uhr versuchen, ob man Merkur tief (<9° Grad Höhe) in Westnordwest mit einem Fernglas finden kann.

Am Donnerstag, den 6. Mai, geht die Mondsichel um 4:34 Uhr auf, bis sie wirklich über der Egge erscheint dauert es bei mir jedoch nioch weitere 20 Minuten. Heute zeigt sie auch maximale Libration in Breite, so dass ein Blick auf den Nordpol möglich ist. Die ISS fliegt zwischen 4:22 Uhr und 4:29 Uhr in maximal 81° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Freitag, den 7. Mai,  fliegt die ISS zwischen 3:36 Uhr und 3:42 Uhr in maximal 82° Grad Höhe durch das Sternbild Leier aüber unseren Himmel hinweg. Die zu nur noch zu 19 Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 4:49 Uhr auf.

Am Samstag, den 8. Mai, fliegt die ISS um 4:26 Uhr ganz exakt über Bad Lippspringe hinweg. Sie steigt fünf Minuten vorher aus dem Westen kommend hoch auf unseren Himmel hinauf und verschwindet um 4:31 Uhr exakt im Osten am Horiziont. Mondaufgang ist erst um 5:02 Uhr, ob er da noch in der Dämmerung zu sehen sein wird?  Mit einem Fernrohr kann man heute Abend versuchen, die Annäherung von Kleinplanet (52) Europa (12.1mag) an delta Gem (Wasat, 3.5mag) zu beobachten.

Am Sonntag, den 9. Mai, fliegt die ISS ein weiteres Mal zwischen 3:37 Uhr und 3:42 Uhr fast genau (87° Grad Höhe) über unsere Stadt hinweg. Am Abend sollte man wieder versuchen, Merkur zu finden. Um 21:30 Uhr steht er immerhin 2° Grad höher als noch am Mittwoch und geht auch erst 20 Minuten später (exakt um 23:01 Uhr) unter.

Montag, 26. April 2021

26./27. April 2021: Vollmondnacht

 Draußen ist es wunderschön ruhig, niemand lärmt auf der Straße, kein Auto fährt... Ausgangssperre. Es gibt welche, die sind dafür, andere dagegen. Doch der Mond scheint über uns allen. Hier ein Foto des Vollmond (Okay, wer meinen Blog aufmerksam gelesen hat weiß, der ist eigentlich erst morgen früh um 5:32 Uhr, es sind also noch gut sechs Stunden bis dahin.)

Vollmond am 26.4.2021 um 23:15 Uhr MESZ