Samstag, 30. Mai 2026

Und weitere erfolgreiche Aufnahmen: Kleinplanet (216)Kleopatra, M13, M64, M102 und NGC 5907

 Doch zum Glück gab es in der vergangenen Woche nicht nur Mißgeschicke, sondern auch viele erfolgreiche Aufnahmen.

So erwischte ich einen weiteren Kleinplaneten:

Kleinplaner (216) Kleopatra bei Zeta Scuti am 26.5.26

 Wie in meiner Wochenübersicht angekündigt, habe ich den Kleinplaneten (216)Kleopatra (11,9mag) tatsächlich ganz in der Nähe des Stern Zeta Scuti(4,7mag) gefunden. Wie man dem Wikipedia-Artikel zu (216)Kleopatra entnehmen kann, hat dieser eine sehr skurrile Form. Der Kleinplanet sieht eher aus wie ein typischer Hundeknochen, also gar nicht königlich. 

Im Sternbild Schild (lat. Scutum) findet man übrigens viele weitere interessante Objekte. 

Kugelsternhaufen M 13 am 26.5.26

 Zwischendurch mal eine schnelle Aufnahme (18 Minuten Belichtungszeit) des Kugelsternhaufens M13 im Sternbild Herkules.

M64, am 26.5.26

 M 64, die "Black-Eye-Galaxy" (schwarzes Auge Galaxie) im Sternbild Haar der Berenike.


Und hier noch ein "Übersichtsbild", gleich mit den Bezeichnungen von. astrometry.net: 

Die Gegend um und zwischen NGC 5907 und M102

 Sie finden auf dem Bild die Bezeichnung M102 nicht? M102 ist im Messier-Katalog ein etwas umstrittenes Objekt. Vielleicht hat astrometry.net aus diesem Grund hier nur die Bezeichnung NGC 5866 notiert. Dieses Bild entstand mit Hilfe der Mosaik-Funktion meines Vespera Pro und umfasst einen bereich von ca. 2,07 x 2,14 Grad am Himmel. 

Die Aufnahme entstand am 28.5.2026 und wurde insgesamt eine knappe halbe Stunde belichtet. Wenn man das Bild in der Originalgröße anschaut, kann man auch immer noch die Supernova in NGC5907 erkennen. 

28. Mai 2026: Eine mißglückte Beobachtung

 In der Astrofotografie arbeitet man bekanntlich mit wenig Licht. Von daher muss man entweder lange belichten, oder viele Aufnahmen zusammen addieren ("stacken"), um schöne Bilder zu bekommen.

Mein Vespera macht dieses Stacken automatisch. Bilder werden im allgemeinen nur zehn Sekunden lang belichtet, damit es nicht zu Sternspuren kommt und man diese anschliessend gut übereinander legen kann.

Ich wollte das entsprechend auch mit meinem großen C8-Teleskop und meiner Canon RP-Kamera probieren. Dafür hatte ich mit den Kugelsternhaufen M3 ausgesucht.

Da das C8 nicht azimutal den Sternen nachgeführt wird sondern parallaktisch kann man natürlich auch einfacher etwas länger belichten als mit einem Smartteleskop. Zunächst hatte ich mit meiner Bahtinov-Maske das Teleskop an einem hellen Stern gut fokussiert, anschließend dann M3 angefahren und eine Testaufnahme gemacht:

M 3 im C8, 30 Sekunden belichtet

Die Testaufnahme in meiner Kamera sah doch schon recht gut aus. Die Sterne recht punktförmig, Und bei ISO3200 könnte ich sicherlich 30 Sekunden belichten, in Summe würden da schon gut was an Helligkeit aufaddiert werden können und das Rauschen bei hohen ISO-Werten lässt sich durch das Stacken ja auch gut eliminieren.

Also habe ich anschliessend den eigentlichen Aufnahmeprozess gestartet und in aller Ruhe meine Kamera am C8 über 200 Fotos machen lassen. Bei 100 Minuten Brutto-Belichtungszeit sollte am Ende schon was gutes herauskommen. Kalibrierungsbilder (Flats, Darks) habe ich natürlich an diesem Abend auch gemacht.

Am nächsten Tag dann die Speicherkarte aus der Kamera geholt und in den Computer eingelesen.

Welche Enttäuschung! Denn alle Bilder von M3 (Ausschnitt) sahen so aus:

M3, defokussiert.
 

Durch irgendeine unbedachte Bewegung muss ich wohl die Kamera doch wieder defokussiert haben. So ein Mist, die ganze Zeit Kamera und Teleskop umsonst laufen gelassen. Und das kann dann auch das beste Stackingprogramm nicht mehr zurecht rücken.

Was könnte ich beim nächsten Mal besser machen, damit mir ein solches Mißgeschick nicht noch einmal passiert? Öfters zwischendurch kontrollieren? Oder lieber die Bilder immer gleich live auf einen PC übertragen, damit man sie sofort kontrollieren kann? 

Freitag, 29. Mai 2026

Weitere Beobachtungen in der Schönwetterkatastrophe: im Galaxiengewimmel

 Am 22. April habe ich über die SN2026ihi in der Galaxie NGC 3861 berichtet, die ich tagszuvor fotografiert hatte. Die Supernova in der Galaxie war vieleicht zu erahnen. Jetzt bin ich noch einmal in diese Region gegangen. Die Supernova selbst ist nicht mehr zu erkennen. Faszinierend finde ich jedoch das Gewimmel der Galaxien auf diesem Bild:

Die Gegend um NGC 3861 am 25.5.26 um 23:07 Uhr MESZ
 

Das Bild wurde knapp 120 Minuten belichtet. Der helle Stern am linken Bildrand ist 93 Leo. Schon ein schneller Blick auf das Bild zeigt, dass sich hier etliche "verwaschne", etwas ovale oder auch längliche Objekte tummeln, die sicherlich meist weit entfernte Galaxien sind. 

Analysiert man das Bild mit "astrometry.net" werden schon eine ganze Reihe von Galaxien markiert:

Das Bild mit vielen markierten IC- und NGC-Objekten

 Ich habe hier 25 IC- odfer NGC-Objekte gezählt. Doch man erkennt auch schnell, das sind noch längst nicht alle Galaxien.

Deshalb habe ich das Bild auch einmal mit ASTAP analysieren lassen. Hier nur ein etwas kleinerer Ausschnitt aus dem gesamten Bild, jedoch "lotrichtig" nach Norden (oben) ausgerichtet::

Die gleiche Region mit ASTAP analysiert.

 Jetzt lassen sich die vielen Galaxien kaum noch zählen. Neben den Objekten aus dem IC- und NGC-Katalog sind jetzt auch viele aus dem UGC- und PGC- und SDSS-Katalogen hinzu gekommen.

Viele dieser Galaxien gehören zum großen "Leo-Galaxien-Haufen", auch als "Abell 1367" benannt.  Dieser Galaxienhaufen umfasst mehr als 500 Galaxien. Seine mittlere Entfernung beträgt ca. 280 Millionen Lichtjahre. 

Die Galaxie NGC 3842 darin hat einen Durchmesser von ca. 110 000 Lichtjahren, unsere Milchstrasse ist deutlich kleiner. Das schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstrasse hat ca. 4,3 Millionen Sonennmassen, das Schwarze Loch im Zentrum von NGC 3842 soll ca. 9,7 Milliarden Sonnenmassen umfassen.

Ist es nicht verrückt, dass so ein kleines Smart-Teleskop hier auf einmal hunderte von Galaxien sichtbar machen kann? 

Unsere Milchstrasse enthält mindestens 100 Milliarden Sterne. Wieviele einzelne Sterne mögen wohl die hier abgebildeten Galaxien zusammen haben?  

 

Mittwoch, 27. Mai 2026

27. Mai 2026: Astronomie am hellichten Tag: Sonne, Merkur, Venus, Jupiter und Mond

Was macht der Hobbyastronom, wenn die Nächte immer kürzer werden?

Naja, man kann versuchen, den Tag zur Nacht zu machen. Dafür habe ich extra mein großes Teleskop aufgebaut, mein C8 von Celestron. 

Die meisten Aufnahmen entstanden so um 18:30 Uhr, herum, also zu einem Zeitpunkt, als die Sonne noch ca. 24° hoch am Himmel stand.

Doch als erstes habe ich nicht "die" Sterne beobachtet, sondern "den" Stern, den einzigen Stern, der von uns nicht Lichtjahre entfernt ist, dem wir alles Leben auf unserer Erde verdanken: unsere Sonne.

Unsere Sonne mit Flecken am 27.5.26 um 18:27 Uhr MESZ

 Es sind doch eine ganze Reihe von Flecken auf der Sonne zu sehen. Spaceweather gibt die Sonnenfleckentrelativzahl heute mit 148 an.

Nach der Sonne habe ich die Venus fotografiert:

 Die Venus um 18:30 Uhr MESZ

Es hat mich nicht überrascht, die Venus sofort im Teleskop zu sehen, ist sie doch bei klarer Luft wirklich oft am Taghimmel zu sehen. Und sie hat zur Zeit ja auch eine Helligkeit von -3,9mag. Auffällig ist, dass die Venus nicht wirklich kreisrund erscheint. Das ist in der Tat kein Artefakt des Fotos oder des Flimmerns der Atmosphäre. Die Venus zeigt wie der Mond auch Phasen. Zur Zeit sind ca. 80 Prozent der Venus beleuchtet. Der scheinbare Durchmesser beträgt 13'' Bogensekunden. Für das Foto habe ich bei ISO100 1/125 Sekunden belichtet. 

Dann wurde es spannend, sollte Merkur auch schon sichtbar sein?

Merkur um 18:32 Uhr MESZ

Auch Merkur war zu sehen! Er hat eine Helligkeit von -0,9mag. Auch bei Merkur sind zur Zeit von der Erde aus gesehen ca. 80 Prozent beleuchtet. Sein Scheibchendurchmesser beträgt 5,71'' Bogensekunden, also nicht einmal die Hälfte der Venus. Dieses Bild habe ich bei ebenfalls ISO100, aber mit 1/250 Sekunde belichtet.

Jupiter

 Und wenn Merkur zu sehen war, war es bei Jupiter natürlich auch ein leichtes Unterfangen. Seine Helligkeit beträgt -1,7mag, der Scheibendurchmesser beträgt 33,34'' Bogensekunden, also zweieinhalbmal so groß wie die Venus. Und man konnte sogar die zwei charakteristischen Streifen, dunkle Wolkenbänder, auf seiner Oberfläche erkennen. Für Jupiter habe ich das Bild 1/60 Sekunde belichtet.

Der Mond um 19:20 MESZ

 Für den Mond musste ich noch etwas warten, er war zunächst noch vom Haus bedeckt. Um 19:20 Uhr stand er dann 11° Grad über dem Horizont. Es waren jedoch noch kaum Einzelheiten auf seiner Oberfläche zu erkennen. Diesmal habe ich wieder 1/125 Sekunde belichtet.

Die Bilder von Sonne und Mond sind natürlich verkleinert, die Bilder der drei Planeten sind hier jedoch 1:1 Darstellungen. 

Ansonsten habe ich keine Filter verwendet (außer bei der Sonne natürlich), auch kein Stacking. Es handelt sich schlicht um Einzelbilder aus meiner Canon RP heraus, die ich im Okularauszug des C8 befestigt hatte. 

Es hat Spaß gemacht, diese Objekte bei strahlendem Sonnenschein zu beobachten und nachzuweisen. Mal sehen, was heute der Abend und die Nacht noch bringen wird. 

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Später am Abend;

Kurz nach 22 Uhr konnte ich dann Merkur auch mit dem Fernglas knapp über dem Horizont erwischen. Mit einem Teleobjektiv ließ er sich auch gut fotografieren:

Merkur am 27.5. um 22:17 Uhr

 Dieses Foto entstand mit meiner Nikon P950 kamera bei 1/20 Sekunde, ISO200 und 320mm Äquivalentbrennweite und Blende 7.1. Mit bloßem Auge konnte ich Merkur nicht erkennen, er stand aber auch nur noch 4° Grad über dem Horizont. 

Jupiter und Venus um 22:22 Uhr MESZ

 Dieses Foto wurde mit folgenden Werten aufgenommen: Verschlusszeit 0,8 Sekunden, ISO400, 30mm Äquivalentbrennweite und Blende 6.3.  Leider ließen sich nur noch Jupiter und die venus abbilden. Merkur habe ich auf meinem Foto auch mit "Tricks" (verschiedene Einstellungen meiner "Lightroom"-Software) nicht mehr gefunden. Oder war dies schon zu spät, so dass Merkur sich nicht mehr gegen den Dunst am Horizont durchsetzen konnte?  Vielleicht habe ich ja in den nächsten Tagen noch einmal (etwas mehr) Glück.

Montag, 25. Mai 2026

24./25. Mai 2026: Fortsetzung der "Schönes-Wetter-Phase", weitere Messier-Objekte und ein Kleinplanet

Auch in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag blieb das Wetter weiter ausgezeichnet. Hier schon mal ein paar erste Fotos:

M 60 und NGC 4647 am 24. Mai 2026 

Dank des "multi-night" Modus des Vespera konnte ich meine Aufnahme vom Tag zuvor von M60 und NGC4647 fortsetzen. Jetzt ist sie 35 Minuten belichtet, also sogar etwas länger als seinerzeit das "first-light" Photo.

Der Frühling gilt eh als "Galaxienzeit" - und bei immer heller werdender Mondphase wird es auch nicht gerade einfach, lichtschwache Objekte wie Nebel zu fotografieren. So habe ich weitere Messier-Objekte "aufs Korn" genommen:

M 63 am 24.5.2026

Dieses Bild von Messier 63 wurde auch eine gute halbe Stunde (36 Minuten) lang belichtet. 

M 106 am 24.5.2026 um 22:36 UT (=25.5.26 0:36 MESZ)

Dieses Bild von M 106 wurde nur 25,5 Minuten lang belichtet. Es zeigt gleich noch ein paar weitere Galaxien.  Hier das gleiche Bild mit den Annotierungen von nova.astrometry.net:

M106 mit NGC 4217, 4226, 4231, 4232, 4248, 4258 und 4346.
 

Die letzten beiden Galaxien wurden übrigens nicht von Messier selbst entdeckt, sondern von Pierre Machain. der noch ein paar weitere Objekte zum Messier-Katalog beigetragen hat. 

Neben den vielen Galaxien habe ich auch noch einmal Ausschau gehalten, ob es nicht einen weiteren Kleinplaneten am Himmel gibt, den ich noch nicht fotografiert habe. Schließlich wurde ich bei (49)Aglaya fündig:

(47)Aglaya um 22:36 Uhr MESZ

  Für dieses Foto musste ich mich bei Einbruch der Dämmerung etwas beeilen, denn der Kleinplanet stand schon recht tief und würde wenige Minuten später hinter den Bäumen auf Nachbars Grundstück verschwunden sein. Aber immerhin gelang mir noch diese Aufnahme mit einer Belichtungszeit von 8,6 Minuten. (47)Aglaya ist im Moment nur 14, 2mag hell. Und viel lichtschwächere Objekte sind auf dem Bild auch noch gar nicht zu finden, dafür ist die Belichtungszeit einfach noch deutlich zu kurz. Aber so bin ich stolz, ein weiterer Kleinplanet (der 124.) in meiner Sammlung!

In meinen Wochenhinweisen hatte ich, wie die Zeitschrift Sterne und Weltraum auch mitteilte, auch auf Kleinplanet (1943)Anteros hingewiesen. Aber den habe ich leider immer noch nicht vor die Linse bekommen. Er steht leider zu tief im Westen. Wenn es ausreichend dunkel für ein Bild wäre, ist er schon hinter Nachbars Bäumen verschwunden. 

Weitere Beobachtungen folgen... 

Sonntag, 24. Mai 2026

23./24. Mai 2026: Eine weitere schöne Astronacht mit Mond, Planet und Supernovae

Das schöne Wetter bleibt uns über Pfingsten wohl treu. Hier ein paar weitere Beobachtungsobjekte:


Mond um 22:17 Uhr MESZ

Als erstes Objekt stand natürlich der Mond auf der Liste. Heute hat er das Erste Viertel erreicht. Das "Mond-V" lässt sich schon erahnen, das "Mond-X" jedoch nicht, es liegt noch zu sehr im Dunkeln. Leider hatte ich das diesmal gar nicht in meiner Wochenübersicht notiert, so ist dies mir erst beim Betrachten der fertigen Fotos am nächsten Morgen aufgefallen. Sonst hätte ich den Mond später in der Nacht vielleicht auch noch einmal fotografiert.

Jupiter mit Monden um 22:12 Uhr MESZ

Jupiter selbst ist auf diesem Bild überbelichtet, damit die vier galiläischen Monde gut sichtbar werden.  Rechts vom Jupiter befindet sich gerade der Mond Callisto (eigentlich der mit der größten Bahn, also oftmals eher "weit außen" zu sehen, und weiter rechts davon Mond Io (eigentlich der mit der engsten Bahn um Jupiter, also meist eher ganz nah am Planeten). Auf der linken Seite auf diesem Foto sieht man eng beieinander die Monde Europa und Ganymed, die sich beinahe gegenseitig bedecken. Zu solch engen Begegnungen kommt es zur Zeit öfters, im Kosmos Himmelsjahr sind diese extra als "Konjunktionen" tabellarisch festgehalten.  Dies Bild ist gegenüber dem richtigen Anblick seitenverkehrt, da ich für meine Kamerafixierung am Teleskop noch ein zusätzliches Zenitprisma genutzt habe.

 Und natürlich war ich auch wieder auf der Suche nach fernen Supernovae unterwegs:

NGC 5583 mit der SN2026jlm

 In der Mitte des Bildes ist die Galaxie NGC 5583 markiert. Und wenn sie dort ganz genau hinschauen, dann sieht man innerhalb der grünen Markierung etwas rechts unterhalb des Galaxiekerns einen weiteren kleinen Lichtpunkt. Das ist die Supernova SN2026jlm. Sie wurde am 12. April 2026 entdeckt und hat jetzt noch eine Helligkeit von ca. 16,5mag. Das Bild wurde netto eine knappe halbe Stunde belichtet.

 

NGC 6070 mit SN2026ejy

Diese Supernova in der Galaxie NGC 6070 wurde sogar schon am 25.  Februar diesen Jahres entdeckt. Sie ist eine Supernova vom Typ II. Auf diesem Bild, das gut zwanzig Minuten belichtet wurde ist sie im "Rauschen" in der Galaxie nicht sehr deutlich zu erkennen.

Deshalb hier noch einmal ein Ausschnitt aus dem Bild, nachdem ich es mit der Skycolor-Software von Vaonis entrauscht habe. Hier zeichnet sich die Supernova gut vom Hintergrund ab:

Das gleiche Bild wie oben, nur entrauscht.

 Und schließlich habe ich auch noch einmal ein Bild von "alten Freunden" gemacht. Mir war eingefallen, dass ich im Mai 2022 meine erste Vaonis Vespera Beobachtungsstation bekommen hatte und mein erstes Bild damit, das berühmte "first light" der Galaxie M 60 und der benachbarten Galaxie NGC 4647 mit der Supernova SN2022hrs galt. Heute, vier Jahre später,  ist von dieser Supernova nichts mehr zu sehen:

M60 und NGC 4647 am 23. Mai 2026, 18 Minuten belichtet


 Im Mai 2022 sah mein erstes Foto dieser Gegend so aus:

M60 und Umgebung am 3. Mai 2022, 30 Minuten belichtet.

 Man erkennt nicht nur den Unterschied mit der Supernova damals und heute. Sondern es lässt sich auch gut erkennen, welche Fortschritte die automatische Bildverarbeitung seitdem gemacht hat. Das Rauschen ist deutlich weniger geworden, was nicht zuletzt vor längerem auch durch das Einführen des "Dithering" erreicht wurde. Okay, für einen faireren Vergleich hätte ich das neue Bild sicherlich auch 30 Minuten belichten sollen. Vielleicht erstelle ich so einen Vergleich noch einmal neu. Aber nicht mehr heute, da warten schon die nächsten neuen Ziele auf mich...

 

Samstag, 23. Mai 2026

25. - 31. Mai 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

Am Ende dieser Woche haben wir Vollmond. Von den hellen Planeten sind am Abendhimmel Venus und Jupiter zu sehen, die sich in diesen Tagen immer näherkommen. Beide gehen kurz nach Mitternacht im Westen unter. Vielleicht kann man gegen 22 Uhr Merkur, nur drei, vier Grad über dem Horizont im Westen finden, das bedarf jedoch eines sehr guten, freien Blicks zum Horizont. Am Morgenhimmel kann vielleicht Saturn tief im Osten gefunden werden, er geht um ca. 3:30 Uhr auf. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 25. Mai, Pfingstmontag, geht die Sonne um 5:19 Uhr auf und erst um 21:25 Uhr unter. Der helle Tag dauert also schon länger 16 Stunden. Derr Mond bedeckt um 0:25 Uhr im Südwesten den 5,4mag Stern 79 Leo. Am Abend ist der Mond zu 74 Prozent beleuchtet. Um 23:49 Uhr kommt es zu einer weiteren Sternbedeckung, diesmal ist der Stern (HIP59182) jedoch nur 7,5mag hell.

Am Dienstag, den 26. Mai, steht Kleinplanet (216)Kleopatra (11,5mag) in nur 1,5 Bogenminuten Abstand zu Zeta Sct (4,7mag). Der Mond geht gegen 16:30 Uhr auf, am Abend ist er zu 82 Prozent beleuchtet.

Am Mittwoch, den 27. Mai, ist der Mond am Abend zu 89 Prozent beleuchtet.

Am Donnerstag, den 28. Mai, bedecken sich um 23:13 Uhr die Jupitermonde Io und Europa gegenseitig. Der Mond geht gegen 19 Uhr auf und ist um 23 Uhr zu 94 Prozent beleuchtet.

Am Freitag, den 29. Mai, erreicht Kleinplanet (29)Amphitrite (9,4mag) ihre Oppositionsstellung. Leider befindet sie sich im Skorpion sehr weit südlich, ca. 4° Grad tiefer als Antares. Der Mond zieht in der Nacht auch in das Sternbild Skorpion, mit 98 Prozent ist er schon fast voll beleuchtet.

Am Samstag, den 30. Mai, geht der Mond um 21:27 Uhr auf und es beginnt eine kurze Vollmondnacht. Kleinplanet (21)Lutetia steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Sonntag, den 31. Mai, erreicht der Mond exakt um 10:46 Uhr seine Vollmondposition. Dann steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. Er geht am Morgen um 4:30 Uhr unter und am Abend um 22:30 Uhr auf. Im Sternbild Skorpion hält er sich noch unterhalb von Antares auf und erreicht nur eine maximale Höhe von 11° Grad über dem Horizont.