Sonntag, 15. Februar 2026

16. - 22. Februar 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir am Dienstag Neumond, die Nächte eignen sich insbesondere zu Beginn der Woche also sehr gut zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Nachthimmel. Merkur kann am Abendhimmel eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang in ungefähr 10° Grad Höhe im Westen gefunden werden, ein Fernglas ist sicherlich hilfreich. Er geht bald nach 19 Uhr unter. Schon um ca. 18:30 Uhr geht die eigentlich noch hellere Venus unter, sie dürfte aber so nah am Horizont schwieriger zu finden sein als Merkur. Spannend wird es am Mittwochabend, da steht die schmale Mondsichel genau zwischen den beiden. Saturns Sichtbarkeitsperiode endet in diesen Wochen, er geht bald nach 20 Uhr unter. Jupiter steht nach 21 Uhr hoch im Süden und geht erst nach 5 Uhr im Westen unter. Fernglasplanet Uranus kann noch in der ersten Nachthälfte in der Nähe der Plejaden gefunden werden. Die Internationale Raumstation (ISS) kann bei morgendlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 16. Februar, geht die Sonne um 7:37 Uhr auf und um 17:41 Uhr unter. Der helle Tag dauert also schon wieder über zehn Stunden. Um 4:51 Uhr ist die ISS tief im Südosten nur 10° Grad über dem Horizont kurz zu sehen. Zwischen 6:24 Uhr und 6:33 Uhr fliegt sie in maximal 40° Grad Höhe gut sichtbar über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Dienstag, den 17. Februar, erreicht der Mond exakt um 13:01 Uhr seine Neumondposition. Es kommt diesmal sogar zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis, die aber wohl keinem Menschen beobachtet wird, da sie über der Antarktis stattfindet. Die ISS fliegt zwischen 5:40 Uhr und 5:45 Uhr in maximal 29° Grad Höhe über unseren südöstlichen Himmel hinweg. Um 21:15 Uhr steht (39)Laetitia (10,4mag) in nur 5,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP40354 (6,4mag).

Am Mittwoch, den 18. Februar, Aschermittwoch, könnte bei klarer Sicht zum Westhorizont die nur zu 2 Prozent beleuchtete Mondsichel vielleicht schon sichtbar werden, sie steht jedoch noch unterhalb von Merkur und geht um 19:09 Uhr unter. Eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang, um 18:15 Uhr, steht sie knapp 7° Grad hoch über dem Horizont. Die ISS ist um 4:58 Uhr kurz im (tiefen) Südosten zu sehen. Die ISS fliegt zwischen 6:28 Uhr und 6:35 Uhr in maximal 67° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Um 20:00 Uhr steht (403)Cyane (12,6mag) in nur 3 Bogenminuten Abstand zu Stern HIP43675 (8,5mag).

Am Donnerstag, den 19. Februar, ist die Mondsichel am Abend zu 6 Prozent beleuchtet und steht heute in der Nähe von Saturn. Sie geht um 20:30 Uhr unter. Merkur erreicht seine größte östliche Elongation (d.h. den weitesten Abstand von der Sonne in dieser Sichtbarkeitsperiode). Die ISS fliegt zwischen 5:42 Uhr und 5:48 Uhr in maximal 53° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Freitag, den 20. Februar, ist die Mondsichel am Abend schon zu 13 Prozent beleuchtet. Sie geht erst um 21:53 Uhr unter. Die ISS ist ein weiteres Mal um 4:58 Uhr kurz im (tiefen) Südosten zu sehen. Die ISS fliegt zwischen 6:30 Uhr und 6:37 Uhr in maximal 87° Grad Höhe fast durch unseren Zenit und über unseren Morgenhimmel hinweg. Saturn und Neptun stehen heute nur knapp 50' Bogenminuten auseinander, das ist weniger als zwei Vollmonde.

Am Samstag, den 21. Februar, ist der Mond zu 21 Prozent beleuchtet und geht erst um 23:19 Uhr unter. Die ISS fliegt zwischen 5:44 Uhr und 5:50 Uhr in maximal 79° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Sonntag, den 22. Februar, geht der zu 31 Prozent beleuchtete Mond erst deutlich nach Mitternacht, um 0:48 Uhr unter. Die ISS kann ein weiteres Mal um 4:50 Uhr kurz im Osten zu sehen. Zwischen 6:32 Uhr und 6:40 Uhr ist die ISS ein weiteres Mal in maximal 87° Grad Höhe hoch über unserer Stadt zu sehen. Um 5:00 Uhr in der Frühe zieht (29)Amphitrite (11,4mag) über den Kugelsternhaufen M 4 (5,9mag) hinweg. Im Gewirr der Sterne des Kugelsternhaufens dürfte Amphitrite kaum aufzufinden sein. Schade nur, das sich diese spannende Begegnung bei uns nur in ca. 10° Grad Höhe über dem Horizont abspielt.

15. Februar 2026: Und nachts wurde es plötzlich klar

 Am späten Abend des 14. Februar wollte ich eigentlich schon ins Bett gehen, es war schon deutlich nach Mitternacht, als bei einem Blick nach draußen mir plötzlich auffiel, das ja Sterne am Himmel zu sehen sind. 

Also doch gleich noch mein Vespera nach draußen gestellt, initialisiert und als erstes zum Uranus geschwenkt. Doch der war schon viel zu weit und tief im Westen, den konnte ich gar nicht mehr erreichen. Also wurde als nächstes Ziel ein Kleinplanet aufgesucht:

Asteroid (1584)Fuji am 15.2.26 um 0:48 Uhr MEZ

 Den Asteroid (1584) Fuji hatte ich ja in meiner Wochenübersicht erwähnt. Vor vier Tagen sollte er ganz in der Nähe eines helleren Doppelstern stehen. Von dem war er jetzt natürlich schon weit entfernt, aber ich habe ihn gerne fotografiert, war es doch mein erstes Foto dieses Objekts. Insgesamt mein 112. Asteroid.

  

Jupiter um 0:52 Uhr

 Danach ein schneller Schwenk zu Jupiter. Wenn schon Uranus nicht mehr zu erreichen war, wollte ich doch wenigstens den einzigen jetzt sichtbaren Planeten auch fotografieren. Links neben Jupiter ist sein Mond Europa zu sehen, rechts von ihm die Monde Ganymed und Kallisto. Mond Io befand sich im Moment der Aufnahme gerade noch hinter Jupiter in dessen Schatten. Er wäre aber auch außerhalb des Schattens wohl zunächst noch einige Zeit von Jupiter überstrahlt worden.

Und dann ging ich wieder auf Supernova-Jagd:

SN2026acd in NGC 4168 um 1:16 Uhr 

 Die Supernova SN2026acd ist zur Zeit die hellste bei uns sichtbare Supernova am Himmel. Sie wurde am 14. Januar 2026 entdeckt. Bald danach hatte sie eine Helligkeit von 14,7mag. Ich habe mit Hilfe von ASTAP noch 15,3mag gemessen. Hier noch einmal das gleiche Bild mit Identifizierungen verschiedener anderer Galaxien:

ASTAP "deep-sky-annotation" des gleichen Bilds

 Man kann hier gut erkennen, dass die Supernova im äußeren Randbereich der Galaxie NGC 4168 aufgeleuchtet ist, sonst wäre sie sicherlich nicht so gut zu erkennen. Im Bild selbst sind noch eine ganze Menge weiterer Galaxien zu sehen, die hier von ASTAP nicht benannt worden sind, aber dann wäre das ganze Bild schnell unübersichtlich geworden. Das Bild selbst wurde übrigens nur 15 Minuten lang belichtet.

Und ein weiteres Objekt wollte ich haben: 

SN2026azd in MCG-1-33-68 um 1:39 MEZ

Hier zeige ich gleich einmal das durch nova.astrometry,net annotierte Bild. Die Galaxie MCG-1-33-68 ist so "klein", dass sie von astrometry.net gar nicht genannt wird. Die Supernova befindet sich, laut Entdeckermeldung vom TNS-Server ,auch noch im helleren Bereich der Galaxie, relativ dicht zum Kern. Ich habe jedoch den Eindruck, dass die SN so hell ist (ASTAP sagt hier sogar 14,3mag), das sie sich etwas von der ansonsten auf meinem Foto durchaus "flächigen" Galaxie abhebt. Leider gibt es noch keine weiteren Vergleichsfotos. Auch dieses Bild habe ich ca. 15 Minuten lang belichtet.
 
Anschließend habe ich noch die Gelegenheit genutzt, die verschiedenen von mir immer wieder gemessenen veränderlichen Sterne in der Nördlichen Krone zu fotografieren, R, S, T und W CrB.
Im übrigen: T CrB ist noch nicht ausgebrochen, sondern hat seine "übliche" Helligkeit von ca. 10mag. 
 
So hat es dann bis ca. 2:30 Uhr gedauert, dass ich tatsächlich ins Bett gegangen bin. 
 
 

8. - 15. Februar 2026: Die Sonne in den letzten Tagen

 Die meiste Zeit war der Himmel ja leider bewölkt, zwischendurch gelangen mir nur einzelne Sonnenaufnahmen, die ich aber gerne hier zeige.

Sonne am 8.2. 26 um 12:59 Uhr MEZ

 
Sonne am 9.2.26 um 12:12 Uhr MEZ

Sonne am 15.2.26 um 12:58 Uhr MEZ

Am 8. und 9. Februar war die große Gruppe AR4366 noch am rechten Rand der Sonne zu sehen. Gut konnte man erkennen, wie sie immer weiter an den Rand rotiert. Von den Flecken in der Mitte der Sonne ist nur noch einer vorhanden, die beiden ungefähr übereinander stehenden Flecken sind auch schon weg rotiert. Dafür erschienen auf der anderen Seite der Sonne neue Flecken, am 8.2. zunächst einer, der jetzt am 15.2. schon etwas über die Mitte hinweg ist, am 9.2. folgte dann noch ein weiterer, etwas schwächerer Fleck. Und auch am 15.2. ist ein weiterer neuer Fleck auf der linken, östlichen Seite der Sonne hineinrotiert. 

Insgesamt sind diese Flecken jetzt nicht sehr auffällig. Trotzdem gab es  in der Nacht vom 14. zum 15. Februar in Norddeutschland Polarlichter zu sehen. Diese stammten jedoch nicht von einem CME, sondern wurden durch eine CIR ausgelöst. Eine CIR ist eine "corotating interaction region". Ich übersetze hier einmal (mit Hilfe von deepL) einen passenden Wikipedia-Artikel, der im Original nur in der englischsprachigen Ausgabe der Wikipedia existiert:

Eine korotierende Interaktionsregion (CIR) ist eine wiederkehrende Plasmastruktur in der Heliosphäre, die entsteht, wenn schnelle Sonnenwindströme mit langsameren Sonnenwindströmen vor ihnen interagieren. [1] Diese Interaktion erzeugt einen komprimierten Bereich, der sich mit der Rotation der Sonne zu drehen scheint; daher wird er als „korotierend” bezeichnet. [2]

CIRs entstehen, wenn schneller Sonnenwind, der typischerweise aus koronalen Löchern stammt, langsamere Windströme einholt. Die daraus resultierende Kompression erzeugt deutliche Grenzen: eine Vorwärtsdruckwelle an der Vorderkante und eine Rückwärtsdruckwelle an der Hinterkante. In größerer Entfernung von der Sonne können sich diese Druckwellen zu Schockwellen entwickeln. [2]

Die dreidimensionale Struktur von CIRs wird durch die Konfiguration des Sonnenmagnetfeldes beeinflusst. Da der magnetische Äquator der Sonne oft gegenüber ihrem Rotationsäquator geneigt und verzerrt ist, weisen CIRs in der Regel erhebliche Nord-Süd-Neigungen auf, die sich zwischen den Hemisphären unterscheiden. Die Vorwärtswellen bewegen sich mit zunehmender Entfernung tendenziell in Richtung der Sonnenäquatorialebene, während sich die Rückwärtswellen in Richtung höherer Breitengrade ausbreiten. [2]

CIRs spielen mehrere wichtige Rollen im Weltraumwetter und in der Heliophysik: Sie können geomagnetische Stürme auslösen, wenn sie die Erde erreichen,[3] beeinflussen die Verteilung energiereicher Teilchen in der Heliosphäre, tragen zur Modulation kosmischer Strahlung bei, insbesondere in Zeiten geringer Sonnenaktivität, und verursachen eine Kompression des interplanetaren Magnetfelds. 

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version) 

14. Februar 2026 - Ein Interview mit der Neuen Westfälischen Zeitung

 In den letzten Woche hatte ein Journalist der Neuen Westfälischen Zeitung Kontakt mit unserer Volkssternwarte in Paderborn aufgenommen. Zum Start der Artemis II Mission wollte er ganz gerne ein Interview mit Mitgliedern der Sternwarte führen.

Das hat auch ganz gut geklappt. Der Start von Artemis II wurde zwar verschoben, aber das Interview mit Tobias Scholz vom Vorstand der Sternwarte und mir ist mittlerweile erschienen.

In der gedruckten Ausgabe erschien es am Samstag, den 14. Februar und auch online steht es jetzt im Internet (leider nur hinter eine Bezahlschranke). 

Ich hoffe, Ihr habt genügend Geld, um Euch die Zeitungsausgabe leisten zu können, oder den Artikel bei Interessse herunter zu laden. Wenn nicht, kann die Zeitung natürlich auch bei uns in der Volkssternwarte gelesen werden, wir haben natürlich gleich mehrere Exemplare gekauft. Oder Ihr kommt einfach mal bei mir vorbei :-)

Herzlichen Dank auf alle Fälle an die Neue Westfälische! Es tut gut, wenn man merkt, dass die Arbeit unserer Volkssternwarte auf diese Weise so wertgeschätzt wird! 

Montag, 9. Februar 2026

7. Februar 2026: Eine kleine Wiederholung und ein toller Lernprozess!

 Auch am 7. Februar war es am Abend länger klar geblieben. So habe ich mir gedacht, ich wiederhole einfach mal die Aufnahmen vom 5. Februar. Vielleicht kann man ja einiges an Unterschieden erkennen. Die Bilder sind alle mit den gleichen Koordinaten im Zentrum gestartet worden wie zwei Tage zuvor.

 

Uranus am 7. Februar um 18:40 Uhr

Schaut man genau hin und vergleicht dieses Bild mit dem von vor zwei Tagen, kann man so gerade erkennen, das sich Uranus von den rechts neben ihm stehenden kleinen Dreieck aus recht lichtschwachen Sternen ganz bisschen, bzw. langsam entfernt. Die Monde Oberon und Titania sind ebenfalls beide direkt an Uranus dran zu erkennen. Oberon ist jetzt von links nach oben gewandert, Titania von unten mehr nach links. Das stimmt gut mit den bei Stellarium eingegebenen Koordinaten überein. Beide Monde wurden übrigens schon 1787 entdeckt. Oberon braucht für einen Umlauf um Uranus übrigens 13,46 Tage, Titania nur 8,71. Wenn das gute Wetter anhalten würde, könnten wir sehen, wie Titania in ein paar Tagen Oberon überholt.

Jupiter am 7.2.26 um 18:52 Uhr

 Von Jupiter gelang mir diesmal merkwürdigerweise nur ein einziges Bild, also nur eine Belichtung von 10 Sekunden. In den Logdatein fand sich später die Fehlermeldung "LackofStars", wahrscheinlich muss da gerade als ich am Fotografieren war, eine Wolke durchgezogen sein. Trotzdem kann man auf diesem Bild im Vergleich schon einiges erkennen: Jupiter und seine Monde ist schon deutlich aus der Bildmitte nach oben rechts weiter gewandert.  Der oberste Mond Ganymed ist ein kleines Stück näher an Jupiter heran gerückt. Mond Io, der am 5.2. noch zwischen Jupiter und Ganymed zu sehen war, ist jetzt gar nicht zu sehen. Europa war am 5.2. nicht sichtbar, steht jetzt etwas links unterhalb von Jupiter und Mond Kallisto hat sich noch etwas weiter südlich von Jupiter weg bewegt.

(52) Europa am 7.2.26 um 18:50 Uhr

(52)Europa ist deutlich weiter nach Osten (links) gewandert. Der Kleinplanet zieht genau auf die Hyaden zu, die er im April erreichen wird. Der rote Kreis markiert die Position von Europa am 5.2.26.

AT2026brt am 7.2.26 um 19:44


  Diesmal konnte ich auch die AT2026brt länger belichten: 35 Minuten. Heute ist die Position deutlich besser zu erkennen. Wieder habe ich die Helligkeit mit ASTAP vermessen, diesmal ergab sich 15,9mag. Das passt sehr gut zu einer Aufnahme, die Astrofreund Markus Kempf ebenfalls am 7.2.26 gemacht hat. Er konnte mit seinem 16-Zöller das Objekt eine Stunde lang belichten und ermittelte eine Helligkeit von 15,88mag.

Was mag das für ein Objekt sein? Am Anfang, als ich danach suchte, hatte ich es ganz einfach nur für eine weitere Supernova gehalten, wie ich ja schon einige fotografiert habe. Und schließlich habe ich den Hinweis auf dieses Objekt ja auch der Seite "latest Supernova" gefunden.  Doch hätte ich vielleicht gleich etwas genauer hinschauen sollen. Anders, als ich im ersten Posting vom 5.2. zunächst geschrieben hatte, ist dort gar nicht die Rede von "SN2026brt", sondern es heißt "AT2026brt". Und auch die Typ-Bezeichnung ist "unk", also "unknown"/unbekannt. Und schließlich ist keine Ursprungsgalaxie angegeben.

Deshalb schrieb mir Manfred Mrozek die folgende Mail, für die ich ganz herzlich danke!

Rein formal solltest du das Objekt aber nicht als SN2026brt, sondern als AT2026brt bezeichnen, denn die Bestätigung, dass es sich um eine SN handelt, durch ein Spektrum samt Klassifikation liegt meines Wissens für AT2026brt noch nicht vor. So lange werden die Objekte eben mit AT statt SN bezeichnet. Es ist keine Galaxie in der Nähe erkennbar, in der eine SN aufgeleuchtet sein könnte. Jedenfalls kann ich weder beim SDSS noch bei PanSRARRS eine Galaxie erkennen. Eine SN beispielsweise vom Typ Ia mit der Helligkeit 15, 2 mag könnte etwa 250 Millionen Lichtjahre entfernt sein, wenn man SN2026atb (15,4 mag) in LEDA 1660507 zum Vergleich nimmt. Die sollte PanSTARRS abbilden können. 

Etwa 7 Bogenminuten weiter nördlich befindet sich die Galaxie LEDA 2133728, für die es leider keine Entfernungsangabe gibt. Angenommen, sie befindet sich in einer Entfernung von 250 Millionen Lichtjahren und durch irgendein Ereignis wurde ein enger Doppelstern, dessen eine Komponente sich zu einem Weißen Zwerg und dessen andere Komponente sich zu einem Roten Riesen entwickelt hat, mit einer Geschwindigkeit von 600 km/s aus der Heimatgalaxie geschleudert und ist jetzt als SN vom Typ Ia explodiert, dann müsste der Doppelstern mindestens 250 Millionen Jahre unterwegs gewesen sein und eine Strecke von mindestens 5000.000 Lichtjahren zurückgelegt haben. Die Zahlen sind für Bewgungen in der Sichtebene angegeben. Bei Bewegungen auf uns zu oder von uns weg erhöhen sich die Werte. Aber die Zahlenwerte sind nicht unmöglich. D.h. es könnte eine Supernova vom Typ Ia sein. Eine Kernkollapssupernova ist es wohl nicht, denn die notwendigen massereichen Vorgängersterne leben nicht so lange. 

Die Alternative ist ein energiereiches Ereignis auf einem lichtschwachen Stern unserer Galaxie, der bislang vom SDSS oder PanSTARRS im Ruhelicht noch nicht abgebildet wurde. Es könnte ein kataklysmischer Variabler sein. Novae können im Ausbruch 9-10 Größenklassen heller werden. Das entspräche eienr Helligkeit im Ruhelicht von ca. 24 mag und knapp über die Detektionsgrenze von PanSTARRS gehen..

Aber wie bereits gesagt, ohne ein Spektrum des Objekts, ist alles über seine Natur nur Spekulation.

 Ganz herzlichen Dank noch einmal an Manfred! Sterngucker sind schon coole Typen, die ihr Wissen gerne mit anderen teilen. So habe ich (und vielleicht auch meine Leserinnen und Leser hier) doch wieder etwas gelernt. Und meinen Blogbeitrag vom 5.2. habe ich auch entsprechend verändert.

 

Und weil es am Samstagabend so lange klar bliebt konnte ich diesmal noch ein Objekt zusätzlich belichten:

NGC 1555 am 7.2.26 um 23:52 Uhr

NGC 1555 wird auch "Hind's variable nebula" (Hinds veränderlicher Nebel) genannt. Es handelt sich um einen Reflexionsnebel, der durch den veränderlichen Stern T Tauri zum Leuchten gebracht wird. Dessen Helligkeit schwankt irregulär zwischen 9,3mag und 13,5mag. Der Nebel ist insgesamt recht klein, deshalb habe ich ihn - zusammen mit dem Stern T Tau - rötlich eingekreist. Dieses Bild habe ich netto zwei Stunden und 20 Minuten lang belichtet. Vaonis empfiehlt für dieses Objekt eine Mindesbelichtungszeit von 120 Minuten. Nach einer Stunde war vom Nebel in der Tat noch kaum etwas zu erkennen. Vielleicht kann ich ja in kommenden Nächten die Belichtungszeit noch etwas verlängern.

Später kam dann doch Hochnebel oder Wolken auf, aber erneut ein Abend, der sich sehr gelohnt hat, auch wenn ich diesmal (fast) nichts Neues fotografiert habe.
 


 

Samstag, 7. Februar 2026

9. - 15. Februar 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche steht gleich am Montag der Mond im Letzten Viertel und nimmt dann weiter ab, so dass die Nächte sich immer länger für die Beobachtung lichtschwacher "deep-sky"-Objekte eignen. Von den hellen Planeten ist am Abend und in der Nacht Jupiter bis zu seinem Untergang gegen 6:00 Uhr in der Frühe gut zu beobachten. Saturn geht im Südwesten schon bald nach 20:30 Uhr unter. Dafür kann mit viel Glück Merkur abends im Westen gefunden werden, eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang ist er in ca. 7° Grad Höhe und ca. 3° Grad nach links (Osten) versetzt über dem Sonennuntergangspunkt zu finden. Die ISS beginnt in dieser Woche eine neue Periode von Überflügen am Morgen.

Am Montag, den 9. Februar, geht die Sonne um 7:51 Uhr auf und um 17:28 Uhr unter, der helle Tag ist damit 24 Minuten länger als noch vor einer Woche. Der Mond geht heute um 1:48 Uhr auf und um 10:00 Uhr unter. Um 13:43 Uhr erreicht er exakt das Letzte Viertel, steht dann jedoch bei uns schon unter dem Horizont.

Am Dienstag, den 10. Februar, geht der Mond m 3:02 Uhr auf, er nähert sich dem Skorpion. Nach 6:00 Uhr ist er zu 44 Prozent beleuchtet, erreicht aber nur noch eine Höhe von ca. 12° Grad über dem Horizont. Kleinplanet (1584)Fuji steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Mittwoch, den 11. Februar, geht der Mond um 4:12 Uhr auf. Er steht dicht unterhalb von Antares (Abstanbd knapp 2° Grad) und ist nur noch zu 35 Prozent beleuchtet. Um 7:25 Uhr bedeckt der Mond den 2,8mag hellen Stern tau Sco. Außerdem zeigt er eine ausgeprägte Südbreite, d.h. wir können auf seinen Nordpol schauen. Die ISS beginnt ihre Morgensichtbarkeit und soll um 7:08 Uhr scheinbar genau zwischen Mond und Antares hindurchfliegen, bevor sie um 7:14 Uhr im Osten hinter dem Horizont verschwindet. Kleinplanet (433)Eros (11,2mag) steht heute um 2:00 Uhr in nur 4,5' Bogenminuten Abstand bei Stern HIP17000 (6,7mag). Gegen Mitternacht steht Kleinplanet (1584)Fuji (12,8mag) in nur 5,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP46669 (6,8mag).

Am Donnerstag, den 12. Februar, geht die nur noch zu 26 Prozent beleuchtete Mondsichel im Sternbild Schlangenträger auf. Um 8:27 Uhr (also deutlich nach Sonnenaufgang) erreicht er seine größte Höhe von 8,9° Grad über dem Horizont.

Am Freitag, den 13. Februar, geht die nur noch zu 18 Prozent beleuchtete Mondsichel um 6:05 Uhr im Sternbild Skorpion auf. Um ca. 12:03 Uhr kommt es heute auf einer Linie von Bielefeld über Detmold nach Nieheim und Beverungen zu einem Transit der ISS vor der Sonnenscheibe. Mehr Informationen dazu bekommt man u.a. auf diesen Websites: https://iss.vierwandfrei.de/ oder transit-finder.com Um 20:00 Uhr steht Kleinplanet (1584)Fuji (12,8mag) in 7,5' Bogenminuten Abstand zum Doppelstern HIP46404 (5,5mag).

Am Samstag, den 14. Februar, fliegt die ISS zwischen 6:21 Uhr und 6:30 Uhr in maximal 21° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Die nur noch zu 11 Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 6:42 Uhr auf.

Am Sonntag, den 15. Februar, wird man die Mondsichel einen Tag vor Neumond wohl nicht mehr finden können. Die ISS fliegt zwischen 5:36 Uhr und 5:43 Uhr in maximal 15° Grad Höhe sehtr tief über unseren südöstlichen Himmel hinweg. Kleinplanet (1)Ceres (9,1mag) steht in 5,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP6432 (6,2mag).

7. Februar 2026: Noch einmal Sonne hinter Wolken

 Auch heute gelang mir wieder nur ein Foto der Sonne hinter den Wolken:

Sonne am 7.2.26 um 14:05 Uhr

Durch die vielen Wolken ist ein fokussieren recht schwierig, mit dem bloßen Auge kann man die Flecken auch im Spektiv kaum oder nur ganz kurz ausmachen. Doch zum Glück hilft der Lightroom-Regler "Dunst entfernen" bei diesen Wetterbedingungen zuverlässig weiter.

 Die große Aktivitätsregion AR4366 wandert langsam an den Westrand der Sonne, wo sie in wenigen Tagen verschwinden wird. Doch links am Ostrand ist schon wieder eine neuer vielleicht noch größer werdender,Fleck zu sehen.