Sonntag, 9. August 2026

10. - 16. August 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Neumond. Der Neumond zieht diesmal direkt vor der Sonne entlang, so dass es in Spanien und einigen anderen Ländern zu einer totalen Sonnenfinsternis kommt. Bei uns kann man eine tiefe partielle Finsternis beobachten. Außerdem findet der Höhepunkt des Perseiden-Sternschnuppenschwarms statt. Die warmen Sommernächte laden geradezu ein, sich an einem dunklen Ort auf einer Liege bequem zu machen und nachts in den Himmel hineinzuschauen. Bei guter Sicht nach Westen kann man abends bis kurz vor  22 Uhr die Venus tief im Westen sehen. Merkur kann diese Woche vielleicht noch am Morgenhimmel gefunden werden, er geht kurz vor 5:00 Uhr auf, die Sichtbarkeitsbedingungen verschlechtern sich jedoch von Tag zu Tag. Saturn kann im Osten gut ab 23 Uhr gesehen werden, Mars dann später ab ca. 2:00 Uhr. Die ISS kann in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen gesichtet werden. Überraschenderweise hat der Komet 220P/McNaught einen Helligkeitsausbruch und wurde am 7. August mit einer Helligkeit von 7mag gemeldet. Er kann am Morgenhimmel gegen 3:00 im Sternbild Fische gefunden werden. Der Komet 10P/Temple soll noch eine Helligkeit von 10mag haben, er steht gegen 2:00 Uhr genau, aber sehr tief im Süden, keine 9° Grad mehr über dem Horizont.

Am Montag, den 10. August, geht die Sonne um 6:01 Uhr auf und um 20:58 Uhr unter, der helle Tag dauert also keine 15 Stunden mehr. Die schmale, nur zu 10 Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 2:16 Uhr auf.

Am Dienstag, den 11. August, geht der Mond um 3:44 Uhr auf, er ist noch zu 4 Prozent beleuchtet. um 4:00 Uhr steht Kleinplanet (354)Eleonora (10,5mag) in nur 6' Bogenminuten Abstand zu Stern 44 Cap (5,9mag). In der Nacht zum Mittwoch zieht Kleinplanet (3) Juno (9,3mag) in nur 1,5' Bogenminuten an Stern HIP 98038 (6,5mag) vorüber. Und Kleinplanet (27)Euterpe (11,6mag) in 5,5' Bogenminuten an Stern 4 Gem (6,9mag) vorbei.

Am Mittwoch, den 12. August, ist Neumond. Es kommt bei uns am Abend zu einer partiellen Sonnenfinsternis. Nach Einbruch der Dunkelheit folgt der Höhepunkt der Perseiden.  Auf einer Linie von Brockhagen, Bielefeld-Sennestadt - Externsteine - Horn - Höxter kommt es gegen 12:59 Uhr zu einem Transit der ISS vor der Sonne, was mit einer speziellen Sonnenschutzfolie vor dem Objektiv eines Aufnahmegerätes beobachtbar ist. Etwas südlich davon (z.B. auch bei uns in Bad Lippspringe) zieht die ISS vor der (Neu-)Mondscheibe entlang, dies ist jedoch wegen der nahen Sonne unbeobachtbar.

Am Donnerstag, den 13. August, an einem dunklen Ort sollte man zum Maximum dfer Perseiden gegen 4:00 Uhr durchaus mehr als 20 Sternschnuppen pro Stunde sehen können. Kleinplanet (349)Dembrowska (9,8mag) steht heute in Opposition zur Sonne. Kleinplanet (27) Euterpe (11,6mag) zieht in 9' Bogenminuten Abstand am Stern 6 Gem(6,4mag) vorüber.

Am Freitag, den 14. August, endet wohl die Morgensichtbarkeit des Merkur. Er steht heute früh in der Nähe des Sternhaufens Praesepe im Sternbild Krebs.

Am Samstag, den 15. August, kann der Mond (zu 12 Prozent beleuchtet) vielleicht das erste Mal nach Neumond gesehen werden, er steht noch tiefer als die Venus. Venus steht heute in größter Elongation (48,9° Grad) entfernt von der Sonne, bei uns jedoch trotzdem nur sehr tief über dem Horizont. Bereits am Morgen gegen 4:00 Uhr früh zieht Kleinplanet (1) Ceres (9,0mag) in 8,5' Bogenminuten an Stern 141 Tau (6,4mag) vorüber.

Am Sonntag, den 16. August, geht der Mond um 21:45 Uhr unter, er steht immer noch unterhalb der Venus, heute allerdings etwas südlich (links) von ihr.

6.-9. August 2026: Noch zweimal Pluto und weitere Fotos

Pluto lässt mich in diesen Tagen nicht los. Ich habe ihn gleich noch zweimal fotogrsfiert. In der Nacht vom 6. zum 7. August und in der Nacht vom 8. zum 9. August.

Pluto am 9.8.26 um 0:20 Uhr MESZ

Pluto am 7.8.26 um 0:03 Uhr MESZ

 
 Man kann deutlich erkennen, dass sich Pluto zwischen diesen beiden Tagen ein kleines Stück am Himmel weiter bewegt hat. 

Am 6. August habe ich nach langer Zeit auch einmal wieder den Kugelsternhaufen Messier 75 fotografiert:

M 75 am 6.8. um 23:25 Uhr MESZ


Das Bild wurde eine halbe Stunde lang belichtet.  Er ist einer der entferntesten Kugelsternhaufen unserer Galaxis, rund 67500 Lichtjahre entfernt.

Einer unserer nächsten Nachbarn im Kosmos ist - mit einer Entfernung von nur knapp 6 Lichtjahren - Barnards Star, auch Pfeilstern genannt. Dem Astronomen Barnard war als erstem die hohe Eigenbewegung dieses ca. 9,5mag hellen Sternes aufgefallen:

Barnards Stern am 6. August 2026 


 
Barnards Stern am 17.9.24

Ich denke, wenn man diese Bilder genau vergleicht, kann man schon erkennen, wie sich Barnards Star in den knapp zwei Jahren ein kleines bisschen bewegt hat, in Richtung des hellen Sterns in der kleinen "Vierergruppe" oberhalb von ihm. Nicht so weit wie sich Pluto bewegt, aber der befindet sich ja noch in unserem Sonennsystem und ist nur wenige Lichtstunden von uns entfernt und nicht Lichtjahre.

Zwischendurch habe ich auch mal wieder einen Kleinplaneten fotografiert:

(3)Juno am 9.8.26 um 00:32 Uhr MESZ

 (3)Juno stand am 26. Juli im ternbild Adler in Opposition zur Sonne und ist zur zeit mit einer Helligkeit von ca. 9,3mag gut am Abendhimmel zu beobachten. Am 12. August zieht sie dicht an einem Doppelstern vorüber. Um diesen Stern zu trennen, braucht man jedoch mindestens ein Teleskop mit 20cm Öffnung. Zuletzt hatte ich (3)Juno am 21./22. April 2024 fotografiert.


 

9. August 2026: Der Mond wird immer dünner - die Sofi kommt näher

 Der Mond nimmt immer weiter ab, die Sonnenfinsternis kommt näher.

Am Sonntag wachte ich wegen eines gewissen Bedürfnisses früh auf, was ich gleich nutzte, um wieder ein Foto der Mondsichel zu machen.

Noch im Halbschlaf habe ich meine Kamera leider nicht so ganz stabil gehalten, deshalb fehlt dem Bild leider die richtige Schärfe. 

Der Mond um 4:54 Uhr MESZ am 9.8.26

 Der Mond war um diese Uhrzeit noch zu 18 Prozent verfinstert. Vom "goldenen Henkel" von gestern ist heute natürlich gar nichts mehr zu sehen. 

Jetzt sind es nur noch gut 86 Stunden bis Neumond und zur Sonnenfinsternis. 

Leider zeigt die Sonne zur Zeit gar keine Flecken. Ein Zeichen, dass dieser Sonnenfleckenzyklus sich "auf dem absteigenden Ast" befindet. Es wird in diesem Jahr sicherlich bald wieder Flecken auf der Sonne geben, aber wer weiß wann?

Sonne ohne Flecken am 9.8.26 um 13:07 Uhr MESZ

 Bei einer Sonnenfinsternis ist es immer spannend zu verfolgen, ob und wann diese Flecken vom Mond verdeckt werden oder auch nicht. Jetzt sieht es so aus, als ob man dieses Spielchen am Mittwoch nicht spielen kann. Doch wer weiß, bis dahin kann sich noch vieles ändern, auch auf der Sonennoberfläche.

Samstag, 8. August 2026

7. August 2026: Ein Abend auf der Sternwarte

 Am Freitag, den 7. August, war mal wieder ein Abend auf der Sternwarte angesagt. Eigentlich ist in den Sommerferien die Sternwarte ja geschlossen, aber es hatte sich eine Gruppe aus einem Astrophysik-Kurs der Universität angekündigt, und da macht man ja gerne eine Ausnahme. Und dann war auch noch Jürgen zu Besuch gekommen. Er ist Mitglied unseres Vereins, lebt aber seit ein paar Jahren in Berlin. Dort ist er jetzt ehrenamtlich an der Archenhold-Sternwarte aktiv. Schön, ihn mal wieder zu sehen!

Außerdem hatten Tobi und Sebastian am Abend zuvor die neue Steuerung endlich kalibrieren können, so dass wir den Abend gut als "Generalprobe" für andere Veranstaltungen laufen lassen konnten.

Als erstes gab Tobi den Studenten (es waren insgesamt ein Dutzend gekommen) einen eine kleine Einführung in die Sternwarte und wie wir so versuchen, unsere Besucher für den nächtlichen Himmel zu begeistern. Und dann ging es hinauf in die Kuppel. Es war noch gar nicht dunkel, die Sonne noch nicht wirklich untergegangen, aber gerade hinter den Bäumen verschwunden, da konnten wir unsere Instrumente dann gut auf die Vernus ausrichten. Diese zeigte sich an dem Abend ungefähr als "Halb-Venus". Die meisten Studenten hatten die Venus so noch nie gesehen.

Handyaufnahme der Venus nah dem Horizont auf der Sternwarte

 Danach zeigten wir den Studenten den Stern rho Corona Borealis. Dieser Stern war Bestandteil einer Astrophysik-Klausur, welche die Studenten am Ende des Semesters geschrieben hatten. So konnten sie diesen Stern mal in echt sehen. Dieser Stern ist von uns 57 Lichtjahre entfernt, er zeichnet sich durch eine relativ hohe Eigenbewegung aus. Er ist vom gleichen Spektraltyp (G2V) wie unsere Sonne, 1997 wurde bei ihm ein Planet entdeckt.

Im Fernrohr recht unspektakulär, ein kleiner Lichtpunkt, nicht mehr.

Danach wollten wir den Studenten natürlich etwas schöneres zeigen, so schwenkten wir zu Albireo, einem schönen Doppelstern im Sternbild Schwan, bei dem ein Stern mehr bläulich, der andere mehr gelblich leuchtet.

Von dort ging es weiter zu epsilon Lyra, ein Doppel-Doppelstern. Zwei Doppelstern, die miteinander gravitativ gebunden sind, sich also vergleichsweise wie zwei Tanzpaare umeinander herum bewegen. Leider waren diese beiden Paare auf Grund des Seeings durch unseren Apo mit 1200mm Brennweite, den wir an diesem Abend für die Beobachtung nutzten, nur schwer zu trennen. 

Das beeinträchtigte den Spaß und die große Freude an der Astronomie jedoch an diesem Abend überhaupt nicht. Spannend war die Beobachtung des Kugelsternhaufens M13, der in der Dämmerung wirklich noch nicht schön zu sehen war, hier musste man schon durch indirektes Sehen "genau" hingucken.

Andere Objekte an diesem Abend waren dann noch der Ringnebel M57 in der Leier und die Andromedagalaxie. Zwei schöne Objekte, die alle wohl schon mal auf Fotos und in Büchern gesehen hatten. Bei solchen Objekten merkt man schnell, wie sich Fotos in Büchern von der Betrachtung mit dem bloßen Auge durch ein Teleskop unterscheiden können.

Nach langem Warten stieg dann gegen Mitternacht auch noch Saturn über den Bäumen im Osten auf. Die Freude der Studenten konnte größer nicht sein. Ganz begeistert versuchten Sie immer wieder mit ihren Handys den Ringplaneten im Okular zu fotografieren.

So machen die Besucherabende auf der Sternwarte wirklich Spaß. Bestimmt werden wir die eine oder den anderen an unseren Sternwarte mal wieder sehen.

Zuhause habe ich dann später in der Nacht noch wieder den Mond fotografiert. Er wird immer schmaler, man merkt, es geht auf den nächsten Neumond und damit auf die Sonnenfinsternis zu. 

Der Mond am 8.8.26 um 4:08 Uhr MESZ

Der Mond ist nur noch zu 28 Prozent beleuchtet. In dieser Nacht konnte man den "Goldenen Henkel" einmal andersherum bewundern, nicht bei der aufgehenden, sondern bei der untergehenden Sonne am Terminator. Vielleicht nicht ganz so deutlich wie beim zunehmenden Mond, aber doch auffällig. 
 
Von der Aufnahme an gerechnet sind es jetzt nur noch 111 Stunden bis zur totalen Sonnenfinsternis. Astronomie bleibt spannend!

  

Donnerstag, 6. August 2026

12. August 2026: Beste Sonnenfinsternis vor 2081!

 Am 12. August 2026 zieht der Neumond wieder einmal direkt vor der Sonne entlang, so dass es zu einer totalen Sonnenfinsternis kommt. Diese kann in Teuilen Islands, Grönlands und Spanien erlebt werden. Für uns in Paderborn kommt es "nur" zu einer partiellen (teilweisen) Verfinsterung der Sonne. Der Grad der Verfinsterung ist jedoch sehr hoch, werden bei uns doch 86 % der Sonne verfinstert.

Die Finsternis findet am Abend statt. Ab 19:17 Uhr zieht der Mond vor die Sonne. Um 20:10 Uhr ist der Höhepunkt erreicht. Um 20:48 Uhr geht die Sonne unter, ist dann aber immer noch zu 17 Prozent vom Mond bedeckt. Die Zeiten für Paderborn und andere Orte in der Umgenung weichen nur sehr geringfügig voneinander ab.

Ein Screenshot aus "https://www.heavens-above.com/" mit den Einstellungen für Bad Lippspringe

 Da die Sonnenfinsternis also praktisch vor und zum Sonnenuntergang stattfindet, ist es für eine Beobachtung wichtig, das man eine sehr freie Sicht zum Horizont in Richtung Westen/Nordwesten hat. In Bad Lippspringe empfiehlt es sich, die ansteigenden Hänge zur Egge aufzusuchen. Für Paderborner ist wahrscheinlich der Haxterberg oder auch das ehemalige Römerlager in Anreppen gut geeignet.

Die Volkssternwarte Paderborn ist nicht geöffnet, was aber in den Ferien eigentlich auch so üblich ist. Einige Mitglieder des Vereins sind dann direkt in Spanien in der Totalitätszone, andere Mitglieder ganz anderswo im Urlaub. 

Wenn Sie die Sonnenfinsternis beobachten wollen, nutzen Sie unbedingt eine Sonnenfinsternisbrille! Wenn Sie ein Fernglas oder ein Fernrohr benutzen wollen, ist eine Sonnenfilterfolie vor dem Objektiv Pflicht! Bestellen können Sie diese Produkte zum Beispiel bei der Firma baader-planetarium.

Beobachtung der Sonnenfinsternis am 20. März 2015, ich selbst mit Sonnenfinsternisbrille, auch die Fernrohre sind mit Sonnenfilterfolie abgesichert.

 Eine andere Möglichkeit, die Sonnenfinsternis sicher zu betrachten ist die "Projektionsmethode". Basteln Sie sich eine "Lochkamera" (es reichen kleine runde Löcher in einer Pappe) oder nehmen einfach ein passendes Küchensieb und lassen Sie das Licht der Sonne dahinter auf ein weißes Stück Papier fallen:

Küchensieb zur Sonnenfinsternis: auf dem Papier kann man sehr gut die Verfinsterung erkennen.

 Das geht im Prinzip auch mit einem Fernglas:

Beobachtung der Sonnenfinsternis am 21.6.2001

 Das Fernglas wird dafür auf einem Stativ befestigt, das Licht der Sonne fällt durch das Fernglas hindurch auf ein weißes Blatt Papier, auf dem die verfinsterte Sonne projeziert wird. Bei dieser Methode müssen sie jedoch sehr gut aufpassen, dass sie (oder auch spielerisch veranlagte Kinder) auf keinen Fall direkt durch das Fernglas in Richtugn Sonne schauen. Denn die Optik bündelt ja nicht nur das helle Licht der Sonne, sondern auch die komplette Wärmestrahlung der Sonne. Und das wirkt auch direkt hinter dem Okular dann wie ein Brennglas und führt sofort zur Erblindung! Bei ausreichendem Abstand zwischen dem Fernglas und der Projektionsfläche brauchen Sie jedoch keine Angst zu haben, dass Ihnen das Papier wegbrennt. Probieren Sie einen solchen Aufbau aber sicherheitshalber schon mal an einem der Tage vor der Sonnenfinsternis aus, damit sie selbst lernen, welcher Abstand und welcher Aufbau für ihre Geräte am besten ist. Da die Sonne diesmal zur Finsternis nicht mehr hoch am Himmel steht, brauchen Sie vielleicht gar kein Stativ, sondern können einen einfachen Bücherstapel nehmen ...

Und wenn das Wetter bei uns gar nicht mitspielt?

Mit dem Wetter ist es immer so eine Sache. In den letzten Tagen war es tagsüber oft sonnig, aber gerade zum Abend hin waren dann in Horizontnähe doch so einige Wolken.  Dann hilft vielleicht eine Übertragung im Fernsehen oder im Internet weiter. Hier verschiedene Links:

Das ZDF wird auf alle Fälle im Livestream und bei 3sat von 20:15 Uhr bis 21:00 Uhr von Mallorca aus berichten. Bei klarem Wetter angeblich auch zwischen 20:25 Uhr und 20:35 Uhr direkt im ZDF.

Die Vereinigung der Sternfreunde, viele Planetarien und Sternwarten rufen auf zur "Langen Nacht der Astronomie", in deren Rahmen auch Liveberichte zur Sonnenfinsternis geplant sind. 

Wer des englischen mächtig ist findet vielleicht auch an diesen Liveübertragungen sein gefallen:

Time and Date berichtet ab 18 Uhr aus Russland, Island, Grönland und Spanien.

Die ESA überträgt live ab 19:30 Uhr aus einem großen Observatorium in Spanien. Zu dieser Übertragung und den Aktivitäten der ESA in Spanien gibt es auf dieser Webseite Erläuterungen.

Die NASA überträgt ebenfalls live auf YouTube, auch hier gibt es vorab Erläuterungen

 Eine weitere Übertragung kommt aus Leon in Spanien.

 Und wenn Sie im Internet nach Stichworten wie "sun eclipse live spain august 2026" oder ähnlichem suchen, finden Sie sicherlich noch viele weitere Hinweise.

Und wenn ich das alles verpasst habe, wann passiert die nächste Sonnenfinsternis in Deutschland?

 Da brauchen wir zum Glück gar nicht so lange warten. Am 2. August 2027 gibt es die nächste partielle Sonnenfinsternis bei uns, dann werden um 11:08 Uhr 35 Prozent der Sonne bedeckt. Am Südzipfel Spaniens, auf Gibraltart und vor allem in Nordafrika (Marokko, Tunesien, Ägypten) kann man diese Sonnenfinsternis total verfolgen. In Luxor dauert die totale Verfinsterung über 6 Minuten, die längste Sonnenfinsternis in diesem Jahrhundert, glaube ich.

 Nicht einmal ein halbes Jahr später gibt es eine weitere, aber nur kleine, partielle Sonnenfinsternis am Abend, am 26. Januar 2026 geht die Sonne bei uns um 16:55 Uhr zu zehn Prozent verfinstert unter. In Afrika und wiederum im südlichen Spanien kann man hier eine ringförmige Sonnenfinsternis erleben. 

Hier noch ein paar weitere in Deutschland sichtbare Sonnenfinsternisse: 

Am 12. Juni 2029 gibt es eine fünf-prozentige Sonnenfinsternis bei Sonennaufgang um 5:11 Uhr.

Am 1. Juni 2030 gibt es eine partielle Sonnenfinsternis von 54 Prozent um 7:20 Uhr.

Am 20. März 2034 eine partielle Finsternis von nur 1,5 Prozent um 11:32 Uhr.

Am 21. August 2036 um 20:05 Uhr von 64 Prozent. Und am 16. Januar 2037 von  50 Prozent.

Erst am 3. September 2081 findet für uns in Bad Lippspringe oder Paderborn eine Verfinsterung mit einer größeren Bedeckung als am 12. August 2026 statt. Dann werden um 9:42 Uhr 88 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt. Im Süden Deutschlands (z.B. Konstanz) ist diese Finsternis sogar total. Aber können wir wirklich so lange warten? 

 

Mittwoch, 5. August 2026

5. August 2026: Stürzt eine Falcon-9 Oberstufe auf dem Mond ab?

 Am Mittwoch, den 5. August 2026, sollte um 8:34 Uhr MESZ eine Oberstufe einer Falcon-9-Rakete auf der Mondoberfläche einschlagen. Es wurde vorhergesagt, dass dieser Crash beim Krater Einstein auf der Mondoberfläche passieren sollte, die Stufe soll einen neuen Krater von vielleicht 20 Meter Durchmesser auf dem Mond erzeugen. Solch kleine Krater sind von der Erde aus auch mit großen Teleskopen praktisch nicht sichtbar - mit Amateurgeräten schon mal gar nicht. Aber es wurde vorsichtig vorhergesagt, dass vielleicht der aufgewirbelte Mondstaub doch von der Erde aus gesichtet werden könnte, weil das Ereignis dicht am sichtbaren Mondrand stattfinden sollte.

Der Mond am 5.8.26 um 3:43 Uhr MESZ

In der Nacht war der Mond bei uns gut zu sehen, aber das war natürlich noch Stunden vor dem vorhergesagten Aufschlag.

Am Morgen war es dann. natürlich schon ganz hell, trotzdem schaute ich zum Mond hinauf:

 

Der Mond um 8:25 Uhr MESZ

Der Mond stand am Morgen noch ca. 46° Grad hoch am Himmel. Doch der helle Himmel schluckt natürlich viele Kontraste:

Der Mond um 8:28 Uhr MESZ im Spektiv

 Ich habe dann um die geplante Aufschlagzeit herum ein kleines Video aufgenommen, gut zwei Minuten lang. Doch da war - erwartungsgemäß - nichts zu sehen. Aber trotzdem ein schöner Morgen!

Jetzt bin ich gespannt. Während ich diesen Blöogbeotrag schreibe, acht Stunden nach dem vorhergesagten Zeitpunkt - gibt es noch keine Bestätigung, dass irgendwer von der Erde aus irgendetwas "verdächtiges" gesehen hat. Wahrscheinlich müssen wir abwarten, bis einer der den Mond ständig umkreisenden und fotografierenden Orbiter etwas entdeckt. Doch das kann noch ein paar Tage dauern.

 

Montag, 3. August 2026

2./3. August 2026: Pluto, unser Mond und ein Komet

 Der Zwergplanet Pluto ist sehr lichtschwach, doch auch in diesem Jahr habe ich ihn wieder erwischt. Am Tag seiner Opposition, am 27. Juli, hatte es noch nicht geklappt. Da waren einfach immer zuviele Wolken in Horizontnähe, denn Pluto hält sich zur Zeit im Sternbild Steinbock auf und steht daher nur wenige Grad über dem Horizont.

Doch in de Nacht von Sonntag auf Montag war der Himmel endlich recht klar und ich konnte Pluto erwischen, obwohl er nur 13° Grad "hoch" am Himmel stand:

Pluto am 2.8.26 um 23:58 MESZ

 Man muss schon genau hinschauen: Pluto ist wirklich das ganz kleine Lichtpünktchen in der Mitte des Bildes, nicht das etwas hellere dicht daneben. Jetzt ist es schon über 96 Jahre her, dass Pluto entdeckt wurde.

 Ist es Zufall, dass Pluto mit dem Zeichen "♇" in den Listen der Planeten geführt wurde? Dies Zeichen ist eine Kombination aus den ersten beiden Buchstaben von PLuto. Aber es sind auch die Initialien von Percival Lowell, dem Gründer der Sternwarte, an der Clyde Tombaugh seinerzeit den lange gesuchten Planeten entdeckt hat.

 Übrigens: Unser Mond ist größer als Pluto! Unser Mond hat einen Durchmesser von rund 3476 km (die Erde von 12756 km), Pluto nur von 2375 km.

Der Mond am 3.8.26 um 0:43 Uhr MESZ

Um diese Uhrzeit war der Mond bei uns schon auf 20°Grad Höhe gestiegen. Im Vergleich zum Tag zuvor hat er schon wieder deutlich abgenommen.  Bis zum Neumond, und damit zur totalen Sonnenfinsternis am 12. August,sind es jetzt schon weniger als zehn Tage.

Und dann konnte ich endlich auch den Kometen 10P/Tempel fotografieren:

Komet 10P/Tempel am 3.8.26 um 1:20 Uhr MESZ

 Endlich wieder ein "halbwegs heller" Komet am Himmel. 10P/Tempel hat zur Zeit eine Helligkeit von 9 - 10 mag. Ich denke, auf meinem Foto ist er in der Bildmitte leicht zuerkennen, sein kleiner Schweif ist als "diffuser" Fleck nicht schön, aber doch deutlich zu erkennen.

10P/Tempel zieht seine Bahn über den Himmel sogar noch niedriger als Pluto. Er stand zum Zeitpunkt des Fotos sogar nur 11° Grad hoch über dem mathematischen Horizont. In den nächsten Tagen wird er sich (langsam) immer weiter südlich, also noch tiefer aufhalten. 10P/Tempel ist ein kurzperiodischer Komet, der für einen Umlauf um die Sonne etwas mehr als 5 Jahre braucht. Am 2. August hat er seinen sonnenächsten Punkt auf seiner Umlaufbahn erreicht, am 3. August auch den erdnächsten, jetzt wird seine Helligkeit also langsam wieder abnehmen.

Diese drei Objekte waren die "Highlights" meiner Astronacht. Mal schauen, wie sich das Wetter in den nächsten Tagen weiter entwickelt. So langsam heißt es Daumen drücken für die Sonnenfinsternis am 12. August!