Sonntag, 22. März 2026

23. - 29. März 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond zu, am Mittwoch erreicht er das Erste Viertel. Sein Licht bestimmt den Abendhimmel und immer weiter in den Morgen hinein. Bei den hellen Planeten ändert sich nicht viel. Die Venus leuchtet bis gegen 20:30 Uhr als Abendstern tief im Westen, Jupiter bestimmt den Abendhimmel, um ca. 19:15 Uhr steht er hoch im Süden, gegen 3:30 Uhr verschwindet er im Westen. Die ISS beendet ihre Sichtbarkeit von abendlichen Überfügen.

Am Montag, den 23. März, geht die Sonne um 6:21 Uhr auf und um 18:43 Uhr unter. Der Mond steht am Abend im Sternbild Stier, er ist um 20:15 Uhr zu 28 Prozent beleuchtet und geht erst um 1:19 Uhr unter. Ab ca. 21:00 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Europa über den Planeten. Zwischen 19:58 Uhr und 20:03 Uhr zieht die ISS in maximal 59° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Dienstag, den 24. März, ist der Mond am Abend zu 39 Prozent beleuchtet, er geht erst um 2:42 Uhr am Mittwoch unter. Ab Mitternacht (also überwiegend am Mittwoch) wandert der Schatten von Jupitermond Io über den Planeten. Zwischen 20:47 Uhr und 20:50 Uhr ist die ISS im Südwesten in maximal 25° Grad Höhe zu sehen.

Am Mittwoch, den 25. März,  erreicht der Mond um 20:18 exakt das Erste Viertel. Von ca. 21:30 bis 23:30 Uhr kann man gut das "Lunar X" beobachten und mit ungefähr einer halben Stunde Versatz (von 22:00 Uhr - 0:00 Uhr) auch das "Lunar V". Um 23:54 Uhr bedeckt der Mond den 6,6mag Stern HIP30880. Zwischen 20:00 Uhr und 20:05 Uhr ist die ISS noch einmal bei einem abendlichen Überflug in maximal 34° Grad Höhe zu sehen.

Am Donnerstag, den 26. März, geht der Mond um 3:38 Uhr unter und schon um 10:29 Uhr wieder auf. Abend ist er zu 61 Prozent beleuchtet. Bis ca. 20:30 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Io über den Planeten. Ungefähr zur gleichen Zeit zieht auch Jupitermond Ganymed vor dem Planeten vorüber. Die ISS kann noch einmal gegen 20:50/20:52 Uhr tief (12° Grad Höhe) im Südwesten gesehen werden. In dieser Nacht zieht am Freitag um 3:00 Uhr Kleinplanet (122)Gerda (12,0mag) in nur 0,25' Bogenminuten Abstand an Stern HIP59732 (7,5mag) vorbei. 

Am Freitag, den 27. März, bedeckt der Mond in den frühen Morgenstunden mehrere Sterne: um 1:27 Uhr HIP36874 (7,4mag), um 2:42 Uhr HIP37165 (6,4mag) und um 3:08 Uhr HIP37269 (6,2mag) ist der Mond am Abend zu 72 Prozent beleuchtet. Zwischen 19:15 Uhr und 21:15 Uhr kann man beim Mond gut das "Mond-Quincunx" beobachten. Um 19:47 Uhr bedeckt der Mond den 7,3mag hellen Stern HIP40950 und um 23:45 Uhr zieht der Stern HIP41524 haarscharf am unteren hellen Mondrand vorüber. Kommt es vielleicht sogar zu einer Bedeckung? In dieser Nacht zieht Kleinplanet (44)Nysa (10,4mag) in nur 5' Bogenminuten Abstand an Mü Cnc (5,3mag) vorbei. Zwischen 20:02 Uhr und 20:07 Uhr kann die ISS in maximal 18° Grad Höhe letztmalig in dieser Periode abendlicher Überflüge gesehen werden. 

 

Am Samstag, den 28. März, ist Astronomietag! In Bad Lippspringe gibt es eine Wanderung auf dem Planetenweg. In Paderborn Schloß Neuhaus ist die Volkssternwarte geöffnet. Der Mond ist am Abend zu 81 Prozent beleuchtet. Der "goldene Henkel" kann den ganzen Abend beobachtet werden. Um 22:34 Uhr bedeckt der Mond den kleinen Stern HIP 45894 (7,0mag) um 22:34 Uhr.  Kleinplanet (122)Gerda (12,1mag) zieht um 22:00 Uhr in 4,5' Bogenminuten Abstand an Stern HIP 59621 (8,2mag) vorbei. Zwischen 19:14 Uhr und 19:22 Uhr zieht die ISS in maximal 24° Grad über den Himmel hinweg, ob sie in der Dämmerung noch gesehen werden kann?

Am Sonntag, den 29. März, werden die Uhren in Deutschland wieder auf Sommerzeit umgestellt. Um 2:00 Uhr MEZ in der Frühe wird es gleich 3:00 Uhr, MESZ, uns wird als in gewisser Weise eine Stunde Schlaf "geklaut" und dafür ist es am Abend länger hell, wir Sternfreunde müssen also eine Stunde länger auf die Dunkelheit warten. Das bedeutet aber auch: die Sonne geht heute erst um 7:07 Uhr MESZ auf und um 19:53 Uhr MESZ unter. Der Mond ist am Abend zu 88 Prozent beleuchtet. Um ca. 20:23 Uhr MESZ bedeckt er den hellen Stern Regulus (1,4mag), den hellsten Stern im Löwen. Ein Ereignis, das man wahrscheinlich schon mit bloßem Auge, aber sicherlich gut im Fernglas beobachten kann. Der helle Stern wird am dunklen Mondrand plötzlich "ausgeknipst". Um 21:28 Uhr MESZ taucht Regulus am oberen (hellen) Mondrand wieder auf. Dies ist sicherlich das Highlight der Sternbedeckungen durch den Mond in diesem Jahr.

Samstag, 21. März 2026

28. März 2026: Astronomietag

 Einmal im Jahr ruft die "Vereinigung der Sternfreunde" einen Astronomietag aus, an dem sich viele Sternwarten, Planetarien und andere Organisationen in Deutschland, der Schweiz und Österreich beteiligen.

 

In Bad Lippspringe lädt die Planetariumsgesellschaft von 17:00 Uhr bis ca. 20:30 Uhr zu einer geführten Wanderung auf dem rund 7 Kilometer langen Planetenweg ein. Bei jeder Planetenskulptur gibt es einen kleinen Vortrag. Die Teilnehmenden sollten witterungsentsprechende Bekleidung und festes Schuhwerk tragen und bei Bedarf Verpflegung mitbringen.

Ein Parkplatz befindet sich an der Burgstr. hinter der Burgruine. Die Teilnehmer treffen sich im Arminiuspark an der Sonne. Anmeldung per Mail bei Hubert Hermelingmeier (mail@planetarier.net).  Kostenbeitrag: 3,- € pro Person
oder 2,- € pro Kind bis 14 Jahre.

 

 

Die Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus macht am Astronomietag natürlich auch mit. Voraussichtlich ist die Sternwarte ab 15 Uhr geöffnet. Wenn es das Wetter erlaubt, kann am Nachmittag die Sonne beobachtet werden.

Um 18 Uhr halte ich einen Vortrag zu den Objekten, die beim Astronomietag beobachtet werden können: zum "goldenen Henkel" am Mond, zu Jupiter und zur Venus und vielleicht noch manch anderem.

Und wenn es dann gegen 19 Uhr dunkel wird, können wir in der Sternwarte mit der praktischen Beobachtung des Abendhimmels beginnen. 

Bei bedecktem Himmel werden wir als "Plan B" viele Vorträge zu unterschiedlichen Themen anbieten, mögliche Themen sind das Artemis-Programm der NASA, eine Einführung in die Planetariumssoftware "Stellarium" und wahrscheinlich auch die Wiederholung einzelner Teile aus unserem Astronomiekurs vom Ende des letzten Jahres. Kommen Sie also vorbei, egal wie das Wetter sich entwickelt.

 

Wenn Sie am Samstag nicht in Bad Lippspringe oder Paderborn sind, können Sie an ganz vielen anderen Orten im deutschen Sprachraum am Astronomietag teilnehmen. Auf einer speziellen interaktiven Karte  finden Sie dazu alle Orte und wichtigen Veranstaltungs-Informationen. 


 

Donnerstag, 19. März 2026

18. März 2026: Noch mehr Kleinplaneten: Psyche, Ariadne und Xanthippe

 Neben einigen Langzeitbelichtungen - man muss die mondlosen Nächte ja wirklich nutzen - habe ich auch ein paar weitere Kleinplaneten abgebildet. Zum Teil alte Bekannte, zum Teil auch für mich neue.

(16)Psyche zog am 18.3.26 um 20:45 dicht an 106 Tau vorbei.

 (16)Psyche hat zur Zeit nur 11,7mag, 106 Tau dagegen 5,3mag, das ist schon ein großer Unterschied.

Nicht weit von Psyche entfernt, auch im Sternbild Stier war auch ein für mich neue Kleinplanet zu finden: 

(43)Ariadne in der Nähe von iota Tau

 (43)Ariadne hat zur Zeit sogar nur 13,2mag. Iota Tauri dagegen 4,6mag. Mit Hilfe von Stellarium war aber auch dieser Kleinplanet einfach zu finden und zu identifizieren.

Kleinplanet (156)Xanthippe um 23:36 Uhr MEZ 

 Kleinplanet (156)Xanthippe (12,7mag) befand sich (fast) auf der Mitte zwischen den helleren Sternen Minazal II (links) und Minchir (rechts) im Sternbild Hydra.

 

 

Dienstag, 17. März 2026

16. März 2026: IC 405 in verschiedenen Farben

 Am Montagabend treffen wir, Mitglieder der Volkssternwarte Paderborn, uns regelmäßig zu einer Videokonferenz. 

Doch darf man als Hobbyastronom in seinem Zimmer abhängen und sich stundenlang in einer Videokonferenz aufhalten, wenn es draußen dunkel wird und der Himmel klar ist?

Zum Glück geht heute beides gleichzeitig. Während der Videokonferenz habe ich einfach meine beiden Vesperas, die ich schon vorher in den Garten gestellt hatte, eingeschaltet und initialisiert. Und dann vor allem nur ein einziges Objekt fotografiert, dieses jedoch dann über zwei Stunden "netto" belichtet.

IC 405 ist ein diffuser Nebel im Sternbild Fuhrmann. Vaonis gibt dafür eine Mindestbelichtungszeit von zwei Stunden an.  Doch schon nach circa 15 Minuten kann man erste "Nebelschwaden" erkennen.

Hier meine Ergebnisse, zuerst wie immer nicht weiter bearbeitet, sondern schlicht "out-of-the-box", wie meine Vesperas das Objekt selbst darstellen. 

IC 405 am 16.3.26, 9200 sec = 153 Minuten belichtet im Vespera Pro

 IC 405 hatte ich schon einmal fotografiert, diesmal habe ich IC 405 jedoch über zwei einhalb Stunden lang und mit meinem Vespera Pro belichtet. Ich denke, man kann schon etliche Details mehr entdecken als beim ersten Foto im Jahr 2022.

Mit dem klassischen Vespera habe ich paralell auch eine Aufnahme gemacht, diesmal mit Dualbandfilter:

IC 405 mit Dualbandfilter, 129 Minuten belichtet im Vespera "classic"

Dieses Bild ist gegenüber dem ersten etwas verdreht, da ich mich beim "classic" für eine Mosaik-Aufnahme entschieden hatte, die ich wohl leider etwas zu schräg angesetzt hatte. Die Wirkung des Dualbandfilters ist schnell erkennbar, das Licht der Sterne ist etwas dezenter, dadurch treten insbesondere die roten Wasserstoffanteile des Nebels stärker hervor. Allerdings unterdrückt der Filter auch die eher bläulichen Reflexionsnebelstrukturen in diesem Objekt.

Bei diesem Objekt war es jetzt spannend, die neuer Feature des "Sky Color" in der Vaonis App auszuprobieren.

Zunächst habe ich das Bild aus dem Vespera Pro entrauscht und dann "starless" gestellt: 


 Man kann erkennen, hier arbeit "Sky Color" noch nicht ganz perfekt. Vom hellsten Stern im Bild (HIP 24575, 5,96mag) direkt vor dem Nebel, sind leider immer noch Artefakte zu sehen.

Schaltet man jetzt in der "Palette" auf "OIII" erscheint folgendes Bild, welches die Blauanteile schön zeigt und die Rottöne unterdrückt:

IC 405, ohne Sterne, in OIII Palette

 Mit der "H alpha SII" Palette sieht das Bild wie folgt aus:

IC 405 in der H alpha SII Palette
 Und in der "Hubble-Palette" erscheint es dann so: 

IC 405 in der Hubble Palette
 

Und hier noch einmal das gleiche Bild, wieder in der "Hubble-Palette", jedoch die Sterne wieder eingeblendet, außerdem habe ich etwas an "Lebendigkeit" ("Vibrance") und Sättigung gedreht.

IC 405 in Hubble-Palette, mit Sternen und mehr.

 Wie Ihr aus den ergänzenden Texten unter den Bildern entnehmen könnt, habe ich diese "Farbspielereien" nicht am Ende der Belichtugnszeit durchgeführt, sondern schon nach gut einer Stunde und ca. 15 Minuten. Man muss offensichtlich gut aufpassen oder überlegen, wann man während eines Belichtungsvorgangs einen "Sky Color"-Vorgang abspeichert. Nach Abschluss einer Session scheint dies nicht mehr zu gehen. Und ich hatte diesmal das wohl nur zu diesem Zeitpunkt gemacht und nicht zum Ende der Session nach über zwei Stunden.  

Das habe ich jedoch mit meinem Bild aus dem Vespera "classic" gemacht:

IC 405 im Vespera classic

 Dieses Bild entspricht in etwa den Einstellungen des letzten Bildes des Vespera Pro, also auch wieder Hubble-Palette, Lebendigkeit, Sättigung höher gedreht, entrauscht, allerdings nach 2 Stunden Belichtungszeit abgespeichert. Da dieses Bild ja mit dem Dualbandfilter aufgenommen wurde, fehlen hier im Nebel vollkommen die blauen (OIII) Reflexionsnebelanteile.

Während in der Profi-Astrofotografie die Bilder mit echten Filtern unterschiedlichster Wellenlängen erzeugt werden, sind diese Farbspielereien durch eine reine Softwarelösung entstanden, wenn man mal vom Einsatz meines Dualbandfilters absieht. Ich vermute, Vaonis definiert hier einfach bestimmte Farben bestimmten Paletten oder Filtern zu, die dann entweder verstärkt oder unterdrückt werden. 

Über Sinn und Zweck solcher Zuordnungen mag man streiten. Aber es ist zumindest für eine gewisse Zeit mal eine ganz interessante Spielerei. 

Montag, 16. März 2026

16. - 22. März 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich also gut, um lichtschwache "deep-sky"-Objekte am Himmel zu beobachten. Von den hellen Planeten leuchtet die Venus als Abendstern bis gegen 20:00 Uhr tief im Westen. Jupiter steht um diese Uhrzeit ca. 60° Grad hoch im Süden, ansonsten ist am Abend nur noch der Fernglasplanet Uranus zu finden. Die ISS kann bei abendlichen Überflügen gesehen werden.

Am Montag, den 16. März, geht die Sonne um 6:37 Uhr auf und um 18:31 Uhr geht sie unter. Die zu acht Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 5:50 Uhr auf, dürfte aber in der Dämmerung tief im Südosten nicht mehr zu finden sein. Zwischen 19:01 Uhr und 19:08 Uhr fliegt die ISS in maximal 37° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Zwischen 20:37 Uhr und 20:40 Uhr steigt die ISS noch einmal aus dem Westen kommend bis fast in den Zenit auf (80° Grad Höhe), bevor sie dort im Erdschatten verschwindet. Bereits am Dienstag um 1:00 Uhr zieht Kleinplanet (433)Eros (11,6mag) in nur 8' Bogenminuten Abstand an Stern 135 Tau (5,5mag) vorbei.

Am Dienstag, den 17. März, fliegt die ISS zwischen 19:50 Uhr und 19:56 Uhr in maximal 76° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Ab ca. 20:45 Uhr ziehen die Jupitermonde Io und Callisto vor ihrem Mutterplaneten entlang, es sind dann nur die beiden Monde Europa und Ganymed neben Jupiter zu sehen. Der Schatten von Io fällt sogar von ca. 22:00 Uhr bis 0:00 Uhr auf die Jupiterscheibe,

Am Mittwoch, den 18. März,  fliegt zwischen 19:03 Uhr und 19:10 Uhr die ISS in maximal 64° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Zwischen 20:40 Uhr und 20:44 Uhr steigt die ISS noch einmal aus dem Westen kommend bis in den Zenit auf (87° Grad Höhe), bevor sie dort im Erdschatten verschwindet. Um 21:00 Uhr zieht Kleinplanet (16)Psyche (11,7mag) in 7,5' Bogenminuten Abstand an Stern106 Tau (5,3mag) vorbei.

Am Donnerstag, den 19. März, erreicht der Mond um 2:24 Uhr seine exakte Neumond-Position. Die ISS fliegt zwischen 19:50 Uhr und 19:58 Uhr exakt über unsere Stadt hinweg (genau um 19:56:43 Uhr).

Am Freitag, den 20. März, haben wir exakt um 15:45 Uhr Frühlingsanfang. Dann überquert die Sonne den Himmelsäquator, ab jetzt sind für uns auf der Nordhalbkugel der Erde die Tage länger als die Nächte. Die nur zu 4 Prozent beleuchtete schmale Mondsichel geht heute erst um 20:58 Uhr unter. Sie sollte am Abend oberhalb der Venus im Westen schon gut zu sehen sein. Zwischen 19:06 Uhr und 19:13 Uhr fliegt die ISS mit maximal 86° Grad Höhe sehr hoch über unseren Abenddämmerungshimmel hinweg. Zwischen 20:41 Uhr und 20:46 Uhr steigt die ISS noch einmal aus dem Westen kommend bis nahe dem Zenit auf (72° Grad Höhe), bevor sie dort im Erdschatten verschwindet.

Am Samstag, den 21. März, geht die zu zehn Prozent beleuchtete Mondsichel um 22:29 Uhr unter. Um 18:59 Uhr bedeckt der Mond einen 6,4mag hellen Stern (HIP10050), ob dies Ereignis in der Dämmerung schon sichtbar sein wird? Zwischen 19:55 Uhr und 20:01 Uhr fliegt die ISS mit maximal 83° Grad Höhe hoch über unseren Abendhimmel hinweg. Kleinplanet (20)Massalia (9,0mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Sonntag, den 22. März, geht die zu 19 Prozent beleuchtete Mondsichel um Mitternacht unter, der Mond steht heute in Erdnähe. Die ISS fliegt zwischen 19:07 Uhr und 19:15 Uhr ein weiteres Mal in dieser Woche (fast) exakt über unsere Stadt hinweg (89° Grad Höhe genau um 19:11:44 Uhr). Ab 20:45 Uhr ist sie noch einmal kurz im Südwesten zu sehen, bevor sie um 20:48 Uhr in 45° Grad Höhe im Erdschatten verschwindet. Bereits um 4:00 Uhr früh zieht Kleinplanet (29)Amphitrite (10,9mag) in nur 1,5' Bogenminuten Abstand an Stern HIP81992 (6,0mag) vorbei.

Vom Freitag, den 20. März bis Sonntag, den 22. März findet die jährliche Tagung des AKM (Arbeitskreis Meteore e.V.) in der Vereinigung der Sternfreunde statt. Es ist auch eine kostenlose Online-Teilnahme an dieser Tagung möglich.  

Sonntag, 15. März 2026

15. März 2026: Verschiedene Beobachtungen

 Am Sonntagabend, den 15. März, klarte es erfreulicherweise auf und ich konnte wieder einige schöne Beobachtungen machen.

Zunächst muss ich eines noch richtig stellen: In meinem Posting vom 9. März schrieb ich ganz am Ende "Außerdem habe ich auch noch (7)Iris, (17)Thetis und (1584)Fuji beobachtet, doch über die habe ich schon an anderer Stelle in meinem Blog berichtet, daher verzichte ich hier auf die Bilder."  Das stimmt für (7)Iris und (1584)Fuji, aber nicht für (17)Thetis. Dieser Kleinplanet stand zwar immer wieder mal bei mir auf de Beobachtungsliste, doch leider hatten die Beobachtungen noch nie geklappt. Und auch die Aufnahme vom 8. März war mir nur eher schlecht als recht gelungen. Daher hier jetzt auch endlich ein vernünftiges Bild mit (17)Thetis.

 

(17)Thetis am 15.3.26 um 21:45 Uhr MEZ
 

In diesem Gewimmel von Sternen im Sternbild Zwillinge war es zunächst nicht ganz einfach, den Kleinplaneten (17)Thetis zu identifizieren. Schließlich ist es mir aber doch gelungen. Der helle Stern, der von ganz oben in das Bild hinein leuchtet ist übrigens Propus (Eta Gem) mit 3,3mag.

Und ich habe den Abend am 15. März auch gleich genutzt, noch eine weitere "Lücke" in meiner Kleinplanetensammlung zu füllen. Endlich habe ich auch ein Foto von (12)Victoria machen können:

 

(12)Victoria am 15.3.26 um 21:30 Uhr MEZ

(12)Victoria hält sich zur Zeit im Sternbild Stier auf und hat nur eine Helligkeit von 12,7mag.

 Außerdem habe ich noch ein weiteres Mal (416)Vaticana fotografiert:

 

(416)Vaticana bei 44 LMi am 15.3.26 um 20:18 Uhr

(416)Vaticana stand jetzt dicht beim Stern 44 LMi (LMIi Leo minor, kleiner Löwe). Etwas unterhalb des Pfeilendes kann man die recht unscheinbare Galaxie NGC 3414 erkennen, an der der Kleinplanet tags zuvor vorbei gezogen war, was ich jedoch wegen des regnerischen Wetters nicht dokumentieren konnte.

 Die ersten zwanzig Kleinplaneten habe ich inzwischen alle einmal beobachtet. Insgesamt konnte ich schon 119 Kleinplaneten ablichten. Doch viele fehlen natürlich noch, aus den ersten fünfzig sind es die (22), (31), (36), (38), (42), (43), (46), (47), (49) und (50). Mal sehen, wann es mir gelingt, auch diese Lücken zu schließen.

Das Frühjahr ist "Galaxienzeit". Im Sternbild Löwe, Haar der Berenike und der Jungfrau gibt es eine große Fülle davon. So habe ich diesmal auch wieder Messier-Objekte und Galaxien aus dem NGC-Katalog fotografiert. 

Die Messier-Objekte M50, M85, M88 und M91 habe ich zwar früher schon mit meinem ersten Vespera "classic" fotografiert, aber noch nicht mit meinem neueren Vespera Pro. Hier kommen die Bilder:

M88 (rechts) und M91 (links) am 15.3.26

 Das Bild wurde eine Stunde lang belichtet.

Der offene Sternhaufen M50 am 15.3.26 um 21:00 Uhr

 M50 wurde etwas über eine halbe Stunde lang belichtet.

M85 am 15.3.26

 Dieses Bild wurde 40 Minuten lang belichtet. M 85 wird auch als NGC 4382 bezeichnet. Etwas links unterhalb von ihr erkennt man einen weiteren "verwaschenen Fleck", ebenfalls eine Galaxie. Dies ist NGC 4394, wohl ein echter Begleiter von M 85, denn für beide Galaxien wurde eine Entfernung von rund 50 Millionenn Lichtjahren gemessen.

Und schließlich habe ich noch einen weiteren offenen Sternhaufen beobachtet:

NGC 2360 am 15.3.26 um 20:04 Uhr

 Entdeckt wurde dieser Sternhaufen laut Wikipedia am 26. Februar 1783 von Caroline Herschel, deshalb wird er auch manchmal "Caralines Haufen" genannt.

Donnerstag, 12. März 2026

12. März 2026: Beobachtungen von Supernovae in den letzten Tagen

 Bereits am 25. Februar habe ich die Supernova SN2026dix beobachtet, die am 16. Februar entdeckt wurde. Diese SN steht relativ nahe am Kern ihrer Galaxie NGC 3913, aber ich konnte beide doch deutlich trennen. Ich zeige hier als erstes gleich mal das Bild nach der astrometrischen Vermessung von "nova.astrometry.net". 

NGC 3913 mit Supernova

 Und hier ein 1:1-Ausschnitt aus meinem Bild:

 

1:1 Ausschnitt
 

NGC 3913 ist von uns wohl mindestens 46 Millionen Lichtjahre entfernt. In größeren Teleskopen kann man eine schöne Spiralgalaxie erkennen. Für mein kleines Gerät ist sie - trotz 55,5 Minuten Belichtungszeit (3330 Sekunden) - nur als klerines Nebelfleckchen zu erkennen, in dem sich jetzt die Supernova als heller Punktvon ca. 15,7mag zeigt.

Am 8. März habe ich diese Galaxie mit Supernova nocheinmal aufgenommen. Diesmal mit meinem Vespera Pro, dass gegenüber dem "Vespera classic", mit dem die erste Aufnahme erfolgte, eine etwas größere Brennweite hat (f=250mm statt 200mm). Auch hier nur ein kleiner Ausschnitt aus dem ganzen Bild:

NGC 3913 am 8.3.26

 

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Eine weiteres helles Objekt (AT2026zx) war in der Nähe von NGC 2770 gemeldet worden, diese blieb jedoch zu schwach, ich konnte sie auf meinem Bild vom 25.2.26 nicht finden. Klemens Waldhör konnte sie mit seinem Seestar abbilden. Er hatte das Bild jedoch auch über eine Stunde belichtet, ich dagegen nur 15 Minuten. Allerdings gibt es bis heute wohl keine Bestätigung, dass es sich hier tatsächlich um eine Supernova handelt.

Am 12.März konnte ich die Gegend noch einmal ablichten. Ich denke, so "viel" wie beim Bild von Klemens Waldhör ist auch bei mir (fast) zu erkennen, Aber ich dort das Objekt wirklich getroffen habe?

Objekt AT2026zx in der Nähe von NGC 2770 am 12.3.26

 Das Foto wurde insgesamt 4000 Sekunden belichtet, also 66,66 Minuten, gut über eine Stunde.

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Dafürt habe ich am 12. März 2026 noch einmal SN2026acd beobachtet. Sie ist noch immer deutlich zu erkennen:

SN2026acd in NGC 4168 am 12.3.26 um 22:00 Uhr

 Diese SN hatte ich bereits vor knapp einem Monat beobachtet. Sie dürfte immer noch eine Helligkeit von 16,x mag haben, schätze ich.

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Am 4. März hatte ich mir SN2026anq vorgenommen, sie sollte 15,9mag hell sein, was mir ein Ausmessen meines Fotos mit ASTAP auch bestätigte:

LEDA2672848 am 4.3.26 um 20:32 Uhr MEZ

 Diese SN2026anq ist in einer unscheinbaren wohl weit entfernten Galaxien am Leuchten. Entdeckt wurde sie schon am 17. Januar. Mehr Informationen über die Galaxie selbst habe ich noch nicht recherchieren können.

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Das von rochesterastrononmy heute als hellstes "verdächtiges" gemeldetes Objekt SN2026fcf  soll eine Helligkeit von 15,2mag haben. Entdeckt wurde es am 8.3.26. Es befindet sich jedoch sehr dicht am Kern der Galaxie IC 437. Ich konnte diese Galaxie heute tief im Westen nur durch die (noch unbelaubten) Bäume hindurch fotografieren. Da ist natürlich keine sinnvolle Helligkeitsbestimmung möglich. Und ich glaube auch gar nicht, dass meine Geräte in diesem Fall eine Supernova vom Kern der Galaxie unterscheiden können. Hier mein Bild:

IC 347, tief im Westen am 12.3.26 um 19:53 Uhr MEZ

 IC 347 selbst wird bei Stellarium mit 13,5mag angegeben. Das entspricht im Vergleich zu den anderen Sternen drum herum auch dem, was mein Foto zeigt. Da lässt sich natürlich keine 15,2mag helle Supernova separat erkennen,