Montag, 3. Oktober 2022

3. Oktober 2022: Ein Blick zur Sonne

 Heute, am Feiertag, soll es mal ein Blick zur Sonne sein.

Dort ist zur Zeit so einiges los. Viele Fleckengruppen geben sich die Ehre,einige dsvon haben wiederum sehr viele einzelne Flecken. Hier zunächst ein Überblick über die gesamte Sonne:

Die Sonne mit Flecken am 3. Oktober 2022

Hier fallen gleich vier Bereiche auf mit Flecken, links am Rand (eine Gruppe, die gerade neu in die Sonne rein rotiert), eine mit einem großen Einzelfleck etwas oberhalb der Mitte, eine kleinere Gruppe unterhalb der Mitte und eine vierte, die sich oben rechts dem Rand der Sonne nähert. Wir schauen uns diese Gruppen einmal gemeinsam an:

Aktive Regionen 3110 und 3113

Das sind mit die ältesten Regionen auf der Sonne. Die AR 3110, das ist der obere leicht halbkreisförmige Teil auf diesem Foto,  rotierte schon am 24. September in die Sonne hinein. Die Flecken dahinter (AR3113) sind erst am 1. Oktober entstanden.

Einzelfleck AR 3111

Bei AR 3111 kann man sehr schon den dunklen Kern, die Umbra und die umgebende, graue Penumbra erkennen.

AR 3112

Eine große aktive Region, die schon seit einigen Tagen in die Sonne hinein zieht und aus immer mehr einzelnen Fleckenzu besteht. Es ist nicht ganz immer einfach, die einzelnen Flecken voneinander abzugrenzen, irgendwo wohl zwischen 15 und 20 einzelnen Spots zähle ich. So dicht am Rand sind auch noch ausgeprägte helle Strukturen, sog. Fackeln zu erkennen.  Spaceweather.org schreibt zu einem besonderen Bild dieser Gruppe:

AR3112 has more than a dozen dark cores scattered across 130,000 km of solar terrain, making it an easy target for backyard solar telescopes. ... The image ... shows what makes this sunspot group so dangerous. Positive and negative magnetic polarities are bumping together--an explosive mixture that could produce an X-class solar flare. 

 Gestern Nacht hat diese Region bereits einen sog. "X-Flare" auf der Sonne produziert, eine gewaltige magnetische Explosion, welche elektrisch geladenen Teilchen von der Sonnenoberfläche ins All schleudert. Wenn diese Region weiter in die Sonne hinein rotiert und mehr solche Flares produziert, könnte es in wenigen Tagen verstärkte Polarlichter auf der Erde geben, weil die Erde dann vom Teilchenstrom solcher "Sonnenstürme" getroffen werden kann.

AR 3114

Im Süden, AR 3114, ist die jüngste Gruppe auf der Sonne. Auch hier zeigen sich mehrere einzelne Flecken, zum Teil von einer gemeinsamen Penumbra umgeben. Sind das nun fünf einzelne Flecken oder gar 10 ? So viele einzelne dunkle Kerne zähle ich hier.

Sonntag, 2. Oktober 2022

3. - 9. Oktober 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche geht es auf den Vollmond am Sonntag zu, sein helles Licht bestimmt von Nacht zu Nacht mehr den Himmel. Von den hellen Planeten ist Saturn am Abend gut im Süden zu beobachten, er geht nach 2:00 Uhr im Westen unter. Jupiter ist praktisch die ganze Nacht über zu sehen, zunächst im Osten, um Mitternacht dann im Süden. Mars geht ab ca. 22 Uhr im Osten auf, nur Jupiter und Sirius leuchten jetzt noch heller als der "rote Planet". In der zweiten Wochenhälfte beginnt Merkur eine kleine Morgensichtbarkeitsperiode. Er kann dann ab ca. 6:00 Uhr im Osten im Sternbild Jungfrau gefunden werden. Die ISS kann zu Beginn der Woche noch bei einzelnen Überflügen am Abend gesehen werden.

Am Montag, den 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit, geht die Sonne um 7:29 Uhr auf und um 18:58 Uhr unter, der helle Tag ist also nur noch ca. 11 1/2 Stunden lang. Der Mond steht heute Abend im Sternbild Schütze und ist zu ca. 59 Prozent beleuchtet. Er geht gegen 23:30 Uhr unter. Die ISS ist zwischen 20:30 Uhr und 20:35 Uhr im Südwesten in nur 14° Grad Höhe knapp über dem Horizont zu sehen. Wenn es nicht noch zu kurzfristigen Bahnkorrekturen kommt, fliegt sie von uns aus gesehen sogar knapp über den unteren Mondrand hinweg.Zwischen 21:25 Uhr und 21:52 Uhr sind bei Jupiter nur die Monde Kallisto und Ganymed zu sehen, Io und Europa stehen hinter dem Planeten und sind verfinstert.

Am Dienstag, den 4. Oktober, geht der zu 70 Prozent beleuchtete Mond erst nach Mitternacht gegen 1:00 Uhr unter. Um 19:50 Uhr bedeckt der Mond das nur 6,2mag helle Sternchen SAO 189416. Zwischen 19:41 Uhr und 19:48 Uhr fliegt die ISS in maximal 21° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Bis 20:48 Uhr wandert Jupitermond Io vor dem Planeten vorüber, Ios Schatten fällt bis 21:01 Uhr auf den Planeten. Um 21:56 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitsminimum.

Am Mittwoch, den 5. Oktober, steht der zu 80 Prozent beleuchtete Mond am Abend knapp 5° Grad unterhalb von Saturn. Er zeigt maximale Libration in Breite, so dass ein Blick auf seinen Nordpol möglich ist.

Am Donnerstag, den 6. Oktober, ist der Mond am Abend bereits zu 88 Prozent beleuchtet. Gegen 19:42 Uhr kann die ISS letztmalig in dieser Abendsichtbarkeitsperiode tief im Südwesten (maximal 10° Grad über dem Horizont) gesehen werden. Saturnmond Dione steht heute um 20 Uhr in westlicher Elongation.

Am Freitag, den 7. Oktober, ist der Mond am Abend bereits zu 94 Prozent beleuchtet. Heute Abend zieht zwischen 19:30 Uhr und 21:30 Uhr der Jupitermond Kallisto an den Monden Europa und Io vorüber, dies ergibt im guten Fernglas immer wieder neue reizvolle Anblicke. Bei Saturn stehen am Abend um 20 Uhr der Mond Rhea in östlicher und Tethys um 22:45 Uhr in westlicher Elongation.

Am Samstag, den 8. Oktober, ist der Mond am Abend bereits zu 98 Prozent beleuchtet. Er steht (fast voll) direkt unterhalb von Jupiter, der Abstand beträgt weniger als 3° Grad. Saturnmond Tethys steht heute um 21:30 Uhr in östlicher Elongation. Um 22:55 Uhr wird Jupitermond Ganymed vom Planeten bedeckt.

Am Sonntag, den 9. Oktober, steht um 6 Uhr in der Frühe Kleinplanet (2)Pallas nur 7 Bogenminuten nordöstlich von Sirius. Der volle Mond geht um 18:52 Uhr auf, um 22:55 Uhr erreicht er seine exakte Vollmondposition. Er steht dann 33° Grad über dem Horizont. Saturnmond Tethys steht heute um 20 Uhr wieder in westlicher Elongation.

 

 

 

 

 

Donnerstag, 29. September 2022

29. September 2022: Der Mond und mehr heute Abend

 Nur knapp über dem Horizont habe ich heute den Mond noch fotografisch erwischt:

Der Mond am 29. September um 19:45 Uhr

Der Mond stand kurz vor 20 Uhr nur 4° Grad über dem Horizont. Kurz danach um 20:28 Uhr wird er bereits untergehen.

Das Foto entstand mit meinem Spektiv und einer angesetzten Kleinbildkamera. Bei ISO80 und Blende f/3.3 wurde eine halbe Sekunde belichtet. Durch die Eigenbewegung ist der Mond selbst schon nicht mehr ganz scharf. Hinzu kommt natürlich die dichte Atmossphäre so knapp über dem Horizont.

Hätte ich kürzer belichtet, wäre das Bild noch deutlich dunkler, bei höherer ISO wäre es verrauschter. So hoffentlich noch ein ansehbarer Kompromis. 

Es blieb auch nach Sonnenuntergang klar. Eine schöne Gelegenheit, ein paar weitere Himmelsobjekte abzulichten. Hier der offene Sternhaufen NGC 6940, auch Mothra-Haufen genannt:

NGC 6940 im Sternbild Füchslein (Vulpecula)

 

Bei Wikipedia kann man einiges über diesen Sternhaufen nachlesen. Das sind dort alles recht trockene Fakten. Mich reizt bei diesem Sternhaufen etwas anderes: Wenn man genau hinschaut, entdeckt man ziemlich im Zentrum des Haufens einen recht rötlich schimmernden Stern. Die helleren Sterne etwas Abseits vom Zentrum des Haufens dagegen erscheinen eher bläulich. Der helle rötliche Stern ist ein "roter Riese" und trägt die Bezeichnung FG Vulpecula . Der Stern ist von uns ca. 8000 Lichtjahre entfernt. Sein Durchmesser beträgt etwa das 74 - 94fache unserer Sonne. (Zum Vergleich: Beteigeuze ist noch einmal zehnmal größer als FG Vulpecula).

Dienstag, 27. September 2022

25. September 2022: Ein Besuch im Sternbild Delphin

 Am Sonntagabend, den 25. September, klarte es überraschenderweise auf und ich konnte für ein paar Stunden erfolgreich den Himmel beobachten. An diesem Abend habe ich mir verschiedene Objekte im Sternbild Delphin ausgesucht.

Hier zunächst eine Weitwinkelaufnahme meines südwestlichen Sternenhimmels, auf dem das Sommerdreieck aus den drei hellen Sternen Wega in der Leier (oben rechts), Deneb im Schwan (oben links) und Altair im Adler (unten rechts) zusammen mit der sommerlichen Milchstrasse schön zu sehen ist:

Sommerdreieck am 25. September 2022

Für diese Aufnahme habe ich 30 Bilder übereinander gelegt (gestackt), die ich einzeln mit meiner Vollformatkamera jeweils 30 Sekunden bei ISO 1600 mit einem Zoom-Objektiv (24mm Brennweite, Blende f=4) belichtet hatte.

Solche Bilder kann man gut bei "nova.astrometry.net" hochladen und bekommt dann zurück gemeldet, welche Sternbilder auf ihnen enthalten sind:

Das gleiche Foto mit Sternbildlinien und Bezeichnungen von astrrometry.net

 

Das große Sternbild Schwan dominiert natürlich das Foto, oben rechts die Leier, unten rechts der Adler. Ganz unten links ragt noch etwas das Sternbild Pferd ins Foto. Außerdem werden noch die Sternbilder Vulpecula (Füchslein), Sagitta (Pfeil) und das Sternbild Delphin ausgewiesen.

Im letzteren habe ich drei verschiedene Objekte näher betrachtet, die auf der Weitwinkelaufnahme nur bedingt zu sehen sind:

Das Sternbild Delphin und drei NGC-Objekte

Der New General Catalogue (NGC-Karalog) enthält, wie die Nummern es schon erahnen lassen, tausende von interessanten Objekten, viele davon wurden von William Herschel entdeckt. 

Auf dem Weitwinkelfoto ist eindeutig nur das Objekt NGC 6934 zu erkennen. Es handelt sich um einen Kugelsternhaufen, der fast genau auf den Tag vor 237 Jahren von William Herschel entdeckt wurde. Dieses, wie auch die anderen beiden Objekte, habe ich auch mit meiner Vespera-Beobachtungsstation fotografiert:

NGC 6934 im Delphin

Meine Vespera arbeitet mit 200mm Brennweite, alle 10 Sekunden wird ein neues Bild aufgenommen, die Gesamtbelichtungszeit betrug 45 Minuten. NGC 6934 hat eine Helligkeit von 8,8mag und ist ca. 50000 Lichtjahre von uns entfernt.Auch dieses Bild habe ich bei astrometry.net hochgeladen...:

NGC 6934 bei astrometry.net

... und gleich eine Überraschung entdeckt, wird doch auch NGC 6933 im Bild vermerkt. Dieses Objekt wurde vom schwedischen Astronomen Herman Schultz 1865 entdeckt. Es gehört jedoch eigentlich gar nicht in den Katalog hinein, der ja nur "Nebel, Sternhaufen und Galaxien" enthalten sollte. Hier kann man jedoch nur eine Doppelstern erkennen, deshalb wird dieses Objekt in vielen "deep-sky"-Büchern gar nicht aufgeführt. (HD xxxxxx sind übrigens Bezeichnungen für Sterne nach dem Henry Draper Katalog).

Ein weiterer Kugelsternhaufen im Sternbild Delphin ist NGC 7006, auch dieser wurde von William Herschel entdeckt. Er ist jedoch nur 10,6mag hell und ca. 140000 Lichtjahre entfernt, also fast dreimal so weit wie NGC 6934:

NGC 7006

Auch dieses Bild wurde insgesamt 45 Minuten belichtet. NGC 7006 unterscheidet sich kaum von ähnlich hellen Sternen in der Nachbarschaft:

NGC 7006 bei astrometry.net

Das letzte beobachtete Objekt war dann NGC 6905. Kein Kugelsternhaufen, sondern ein planetarischer Nebel. Dieser trägt auch den Namen "Blue Flash Nebel" ("Blauer Blitz Nebel"):

NGC 6905

Hier muss man schon etwas genauer hinschauen, um in der Mitte des Bildes den nur 11,1mag hellen kleinen blauen Nebel zu entdecken. Auch NGC 6905 wurde von William Herschel entdeckt. Dieser planetarische Nebel ist nur 3000 Lichtjahre von uns entfernt. Meine kleine Beobachtungsstation kann hier natürlich nur einen kleinen rundlichen Fleck abbilden. Wenn man dieses Objekt jedoch mit größeren Optiken beobachtet offenbaren sich noch ganz andere interessante Einblicke in diesen "Nebel im Cocktailglas".


Sonntag, 25. September 2022

26. September - 2. Oktober 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond allmählich wieder zu, er wandert jedoch sehr horizontnah im Südwesten über den Himmel, so dass viele Menschen ihn vielleicht noch gar nicht bemerken werden. Von den hellen Planeten kann Saturn die ganze Nacht über bis gegen 2:30 Uhr beobachtet werden, Jupiter praktisch die ganze Nacht und Mars ab etwa 22:30 Uhr.  Die ISS kann bei abendlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 26. September, geht die Sonne um 7:17 Uhr auf und um 19:14 Uhr unter. Die sog. "bürgerliche Dämmerung" endet bereits um 19:47 Uhr, dann steht die Sonne 6° Grad unter dem Horizont. Richtig "astronomisch dunkel" ist es jedoch erst ab 21:07 Uhr, wenn die Sonne 18° Grad unter dem Horizont steht. Die ISS steigt ab 19:44 Uhr ge4nau aus dem Westen steil den Himmel hinauf und verschwindet um 19:51 Uhr im Osten. Um exakt 19h:47m:53s fliegt sie genau über Bad Lippspringe hinweg, durchfliegt also unseren Zenit. Zwischen 21:21 Uhr und 21:24 Uhr ist sie noch einmal im Westen zu sehen, bevor sie in 58° Grad Höhe zwischen den Sternbildern Leier und Adler im Erdschatten unsichtbar wird. Der Planet Jupiter erreicht heute um 21:33 Uhr seine exakte Oppositionsstellung. Da Io bis 21:52 Uhr vom Planeten selbst verfinstert wird, sind zunächst nur drei der galiläischen Monde zu sehen. Um Mitternacht beginnt NASA TV mit einer Live-Übertragung, welche den Impact des Satelliten DART auf dem Asteroiden-Mond Dimorphos zeigen soll, der Einschuss soll genau um 1:14 MESZ (7:14 pm EDT) stattfinden und zeigen, dass es bereits heute möglich ist, gefährliche Erdbahnkreuzer auf diese Weise leicht aus der Bahn abzulenken. Wenn die Mission gelingt, werde ich aller Wahrscheinlichkeit darüber in meinem Vortrag am 1.10.22 auf der Sternwarte berichten.

Am Dienstag, den 27. September, geht die nur zu 4 Prozent beleuchtete Mondsichel um 19:54 Uhr unter. Bei guter Sicht zum Westhorizont ist sie vielleicht das erste Mal nach Neumond wieder zu sehen. Zwischen 20:32 Uhr und 20:37 Uhr fliegt die ISS in maximal 73° Grad Höhe (knapp unterhalb der Wega) über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Mittwoch, den 28. September, geht die zu 9 Prozent beleuchtete Mondsichel um 20:09 Uhr unter. Die ISS fliegt zwischen 19:43 Uhr und 19:50 Uhr in maximal 84° Grad Höhe hoch über unseren abendlichen Dämmerungshimmel hinweg. Gegen 21:21 Uhr ist sie noch einmal kurz im Südwesten zu sehen.

Am Donnerstag, den 29. September, geht die zu 17 Prozent beleuchtete Mondsichel um 20:28 Uhr unter. Die ISS fliegt zwischen 20:32 Uhr und 20:36 Uhr in maximal 47° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Freitag, den 30. September, geht die zu 26 Prozent beleuchtete Mondsichel um 20:54 Uhr unter. Sie ist tief im Südwesten im Sternbild Skorpion zu finden. Die ISS fliegt zwischen 19:43 Uhr und 19:50 Uhr in maximal 62° Grad Höhe hoch über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Samstag, den 1. Oktober, ist der Mond am Abend in das Sternbild Schlangenträger weiter gewandert. Der zu 37 Prozent beleuchtete Mond geht um 21:32 Uhr unter.Um 19:40 Uhr beginnt eine Bedeckung von Jupitermond Ganymed durch den Planeten., um 22:51 Uhr endet dann die Verfinsterung von Ganymed. Die ISS fliegt zwischen 20:31 Uhr und 20:36 Uhr in nur noch 27° Grad Höhe flach über unseren südwestlichen Himmel hinweg. Heute ist im deutschen Sprachraum Astronomietag. Bitte beachten Sie dazu meinen extra Blog-Beitrag.

Am Sonntag, den 2. Oktober, erreicht um 1:07 Uhr der veränderliche Stern Algol im Perseus ein Helligkeitsminimum. Der Jupitermond Europa beginnt um 0:36 Uhr einen Durchgang vor dem Planeten (bis 3:02 Uhr), Europas Schatten lauft wenige Minuten später über den Planeten. Um 2:59 Uhr beginnt außerdem eine Bedeckung des Mondes Io, so dass für kurze Zeit nur die beiden Jupitermonde Kallisto und Ganymed zu sehen sein werden. Der zu 48 Prozent beleuchtete Mond geht gegen 22:26 Uhr unter. Das erste Viertel wird jedoch erst nach seinem Untergang um 2:14 Uhr in der Nacht zum Montag erreicht. Die ISS fliegt zwischen 19:42 Uhr und 19:49 Uhr in maximal 37° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg, im Südosten fliegt sie um 19:48 Uhr nur ganz knapp oberhalb an Saturn vorüber.

Samstag, 24. September 2022

1. Oktober 2022: Astronomietag "Faszinierende Mondwelten im Sonnensystem"

 

Am Samstag, den 1. Oktober 2022 halte ich um 19:30 Uhr einen Vortrag an der Volkssternwarte Paderborn Schloß Neuhaus:

"Faszinierende Mondwelten im Sonnensystem" 


lautet das Motto des Astronomietages und auch meines Vortrags. Der Mond befindet sich am Abend knapp im ersten Viertel (zunehmender Halbmond) und er wird uns die eindrucksvollen Schatten seiner Berge und Kraterränder präsentieren. Bald nach 21 Uhr geht der Mond im Südwesten unter. Gleichzeitig geht Jupiter, der König unseres Sonnensystems, im Südosten auf. Bewundern Sie mit uns die Galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Bereits hoch am Himmel befindet sich dann der Ringplanet Saturn mit seinen Monden Titan, Enceladus, Rhea und weiteren.

In meinem Vortrag erlangen Jung und Alt schnelles Einsteigerwissen über die Monde von Saturn und Jupiter und natürlich auch über den Erdmond. Auf dem Mond stelle ich ein paar besondere Formationen vor, die schon in kleinen Teleskopen eindrucksvoll zu beobachten sind. Auch werde ich zeigen, wo vor über 50 Jahren die verschiedenen Apollo-Missionen auf dem Mond gelandet sind.  Ich gebe Tipps, welche Monde man bereits mit einem einfachen Fernglas beobachten kann und wie man - gemeinsam mit anderen Hobbyastronomen - selbst heute noch neue Monde im Sonnensystem entdecken kann.

Weitere Informationen dazu auf der Webseite der Violkssternwarte Paderborn.

 

Bereits um 17 Uhr gibt es vom "Haus der Astronomie" in Heidelberg einen Livestream bei Youtube, in dem es ebenfalls um die "faszinierenden Mondwelten in unserem Sonnensystem und was sonst noch am Himmel los ist" gehen wird.

Bei klarem Wetter führt auch der "Beobachtertreff OWL" ab 20 Uhr beim Friedhof / Römerlager in Anreppen bei Delbrück, eine öffentliche Himmelsbeobachtung durch. Am Beobachtungsplatz warten Sternfreunde aus der Region mit ihren Teleskop. Der Besucher bekommt eine kurze Einführung in die Handhabung des Teleskops und kann dann den Mond, einige Planeten und deren Monde und natürlich auch Sternhaufen und Galaxien beobachten. Bei bedeckten Himmel muss das Beobachtungsangebot leider ausfallen.

 Am Astronomietag bieten Sternwarten, Vereine, Planetarien, Forschungsinstitute und Amateurastronomen zahlreiche Aktivitäten, damit jeder einmal den Sternhimmel live erleben kann – zentral koordiniert von der Vereinigung der Sternfreunde e.V.

Der erste Astronomietag fand am 23. August 2003 zum Anlass der besonders nahen Mars-Opposition statt. Viele Jahre lang war ein Termin im Frühjahr (März/April) Tradition, in den von der Coronavirus-Situation beeinträchtigten Jahren 2020 und 2021 gab es einen zweiten Astronomietag im Oktober und es wurden vermehrt Online-Veranstaltungen angeboten. Ab 2022 wird der Astronomietag durchgehend im Herbst stattfinden.

Am 1. Oktober findet nicht nur der Astronomietag statt, sondern auch die von der NASA initiierte weltweite International Observe The Moon NightWer am Astronomietag nachts bis in den Morgen weiter machen will, kann ab 1:00 Uhr früh am Sonntag zu NASA TV und der "Observe the Moon-Night"-Aktion wechseln: https://moon.nasa.gov/observe-the-moon-night/participate/live-streams/

Vom 1. bis zum 4. Oktober führt die Internationale Astronomischen Union zudem die Initiative 100 Stunden Astronomie durch, die Astronomie allen Menschen weltweit zugänglich machen soll.

 


 

 

Sonntag, 18. September 2022

19. - 25. September 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche zieht sich der Mond auch am Morgenhimmel immer weiter zurück. Sonntag haben wir dann Neumond, also gute Voraussetzungen für die Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel. Von den hellen Planeten steht Saturn gegen 23 Uhr im Süden und ist bis ca. 3:00 Uhr zu sehen. Jupiter steht nächste Woche in Opposition zur Sonne und ist die ganze Nacht über zu sehen, er erreicht bald nach 1:00 Uhr nachts seine höchste Stellung (ca. 38° Grad) im Süden. Mars geht gegen 22:45 Uhr auf und steht morgens gegen 6:00 Uhr hoch im Süden. Mit einem guten Fernglas können auch Uranus und Neptun gefunden werden.Die ISS kann bei abendlichen Überflügen gesichtet werden.

Am Montag, den 19. September, geht die Sonne um 7:06 Uhr auf und um 19:30 Uhr unter. Noch dauert der Tag also etwas länger als die Nacht, zum Ende der Woche wird dies wechseln. Die ISS fliegt zwischen 20:34 Uhr und 20:39 Uhr in maximal 41° Grad Höhe über unseren Nachthimmel hinweg. Bei Jupiter stehen am Abend alle vier galiläischen Monde auf der gleichen östlichen Seite.

Am Dienstag, den 20. September, geht der Mond kurz nach Mitternacht um 0:16 Uhr auf. Er steht im Sternbild Zwillinge unterhalb der Sterne Castor und Pollux. Er ist noch zu ca. 30 Prozent beleuchtet.Die ISS steigt ab 21:21 Uhr bis ca. 21:25 Uhr aus dem Westen kommend steil Richtung Zenit auf, wo sie in 79° Grad Höhe über unseren Köpfen im Erdschatten verschwindet. Um 23:40 Uhr erreicht der veränderliche Stern Algol (beta Per) ein Helligkeitsminimum.

Am Mittwoch, den 21. September, geht der nur noch zu 22 Prozent beleuchtete Mond um 1:22 Uhr im Sternbild Krebs auf. Von 2:07 Uhr bis 5:00 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Ganymed über den Planeten. Die ISS fliegt zwischen 20:32 Uhr und 20:39 Uhr in maximal 66° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Heute erreicht Kleinplanet (804)Hispania seine Opposition, er leuchtet jedoch nur 11mag hell. Um 1:00 Uhr steht Hispania dicht unterhalb eines Paares aus zwei ca. 7,5mag hellen Sternen, HIP 117367 und HIP 117359.

Am Donnerstag, den 22. September, geht der nur noch zu 15 Prozent beleuchtete Mond um 2:34 Uhr auf. Er zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Südpol schauen können. Die ISS steigt ab 21:20 Uhr  aus dem Westen kommend steil Richtung Zenit auf, wo sie ca. 21:25 Uhr genau im Zenit über unseren Köpfen im Erdschatten verschwindet.

Am Freitag, den 23. September, steht die Sonne um 3:03 Uhr exakt über dem Äquator. Wir haben also Tag- und Nachtgleiche, Herbstanfang. Sie wechselt jetzt wieder in den Süden, so dass nun bei uns die Nächte länger dauern werden als der Tag. Der nur noch zu 9 Prozent beleuchtete Mond um 3:48 Uhr im Sternbild Löwe oberhalb von Regulus auf. Die ISS fliegt zwischen 20:32 Uhr und 20:38 Uhr noch einmal fast genau durch den Zenit (86° Grad Höhe) über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Samstag, den 24. September, geht der nur noch zu 3 Prozent beleuchtete Mond erst um 5:03 Uhr auf. Ob er wohl in der Morgendämmerung noch zu sehen sein wird? Die ISS steigt ab 21:20 Uhr  aus dem Westen kommend steil Richtung Zenit auf, wo sie ca. 21:24 Uhr ziemlich genau im Zenit über unseren Köpfen im Erdschatten verschwindet. Am Jupiter wandert von 3:54 Uhr bis 6:08 Uhr der Schatten von Io und von 22:15 Uhr bis 0:46 Uhr am Sonntag der Schatten von Europa über den Planeten.

Am Sonntag, den 25. September, erreicht der Mond exakt um 23:55 Uhr seine Neumondposition. Die ISS fliegt zwischen 20:32 Uhr und 20:37 Uhr ein weiteres mal praktisch durch den Zenit (86° Grad Höhe) über unseren Abendhimmel hinweg. Ab 22:23 Uhr (bis 0:37 Uhr am Mo) wandert der Schatten von Io über den Planeten.