Donnerstag, 19. März 2026

18. März 2026: Noch mehr Kleinplaneten: Psyche, Ariadne und Xanthippe

 Neben einigen Langzeitbelichtungen - man muss die mondlosen Nächte ja wirklich nutzen - habe ich auch ein paar weitere Kleinplaneten abgebildet. Zum Teil alte Bekannte, zum Teil auch für mich neue.

(16)Psyche zog am 18.3.26 um 20:45 dicht an 106 Tau vorbei.

 (16)Psyche hat zur Zeit nur 11,7mag, 106 Tau dagegen 5,3mag, das ist schon ein großer Unterschied.

Nicht weit von Psyche entfernt, auch im Sternbild Stier war auch ein für mich neue Kleinplanet zu finden: 

(43)Ariadne in der Nähe von iota Tau

 (43)Ariadne hat zur Zeit sogar nur 13,2mag. Iota Tauri dagegen 4,6mag. Mit Hilfe von Stellarium war aber auch dieser Kleinplanet einfach zu finden und zu identifizieren.

Kleinplanet (156)Xanthippe um 23:36 Uhr MEZ 

 Kleinplanet (156)Xanthippe (12,7mag) befand sich (fast) auf der Mitte zwischen den helleren Sternen Minazal II (links) und Minchir (rechts) im Sternbild Hydra.

 

 

Dienstag, 17. März 2026

16. März 2026: IC 405 in verschiedenen Farben

 Am Montagabend treffen wir, Mitglieder der Volkssternwarte Paderborn, uns regelmäßig zu einer Videokonferenz. 

Doch darf man als Hobbyastronom in seinem Zimmer abhängen und sich stundenlang in einer Videokonferenz aufhalten, wenn es draußen dunkel wird und der Himmel klar ist?

Zum Glück geht heute beides gleichzeitig. Während der Videokonferenz habe ich einfach meine beiden Vesperas, die ich schon vorher in den Garten gestellt hatte, eingeschaltet und initialisiert. Und dann vor allem nur ein einziges Objekt fotografiert, dieses jedoch dann über zwei Stunden "netto" belichtet.

IC 405 ist ein diffuser Nebel im Sternbild Fuhrmann. Vaonis gibt dafür eine Mindestbelichtungszeit von zwei Stunden an.  Doch schon nach circa 15 Minuten kann man erste "Nebelschwaden" erkennen.

Hier meine Ergebnisse, zuerst wie immer nicht weiter bearbeitet, sondern schlicht "out-of-the-box", wie meine Vesperas das Objekt selbst darstellen. 

IC 405 am 16.3.26, 9200 sec = 153 Minuten belichtet im Vespera Pro

 IC 405 hatte ich schon einmal fotografiert, diesmal habe ich IC 405 jedoch über zwei einhalb Stunden lang und mit meinem Vespera Pro belichtet. Ich denke, man kann schon etliche Details mehr entdecken als beim ersten Foto im Jahr 2022.

Mit dem klassischen Vespera habe ich paralell auch eine Aufnahme gemacht, diesmal mit Dualbandfilter:

IC 405 mit Dualbandfilter, 129 Minuten belichtet im Vespera "classic"

Dieses Bild ist gegenüber dem ersten etwas verdreht, da ich mich beim "classic" für eine Mosaik-Aufnahme entschieden hatte, die ich wohl leider etwas zu schräg angesetzt hatte. Die Wirkung des Dualbandfilters ist schnell erkennbar, das Licht der Sterne ist etwas dezenter, dadurch treten insbesondere die roten Wasserstoffanteile des Nebels stärker hervor. Allerdings unterdrückt der Filter auch die eher bläulichen Reflexionsnebelstrukturen in diesem Objekt.

Bei diesem Objekt war es jetzt spannend, die neuer Feature des "Sky Color" in der Vaonis App auszuprobieren.

Zunächst habe ich das Bild aus dem Vespera Pro entrauscht und dann "starless" gestellt: 


 Man kann erkennen, hier arbeit "Sky Color" noch nicht ganz perfekt. Vom hellsten Stern im Bild (HIP 24575, 5,96mag) direkt vor dem Nebel, sind leider immer noch Artefakte zu sehen.

Schaltet man jetzt in der "Palette" auf "OIII" erscheint folgendes Bild, welches die Blauanteile schön zeigt und die Rottöne unterdrückt:

IC 405, ohne Sterne, in OIII Palette

 Mit der "H alpha SII" Palette sieht das Bild wie folgt aus:

IC 405 in der H alpha SII Palette
 Und in der "Hubble-Palette" erscheint es dann so: 

IC 405 in der Hubble Palette
 

Und hier noch einmal das gleiche Bild, wieder in der "Hubble-Palette", jedoch die Sterne wieder eingeblendet, außerdem habe ich etwas an "Lebendigkeit" ("Vibrance") und Sättigung gedreht.

IC 405 in Hubble-Palette, mit Sternen und mehr.

 Wie Ihr aus den ergänzenden Texten unter den Bildern entnehmen könnt, habe ich diese "Farbspielereien" nicht am Ende der Belichtugnszeit durchgeführt, sondern schon nach gut einer Stunde und ca. 15 Minuten. Man muss offensichtlich gut aufpassen oder überlegen, wann man während eines Belichtungsvorgangs einen "Sky Color"-Vorgang abspeichert. Nach Abschluss einer Session scheint dies nicht mehr zu gehen. Und ich hatte diesmal das wohl nur zu diesem Zeitpunkt gemacht und nicht zum Ende der Session nach über zwei Stunden.  

Das habe ich jedoch mit meinem Bild aus dem Vespera "classic" gemacht:

IC 405 im Vespera classic

 Dieses Bild entspricht in etwa den Einstellungen des letzten Bildes des Vespera Pro, also auch wieder Hubble-Palette, Lebendigkeit, Sättigung höher gedreht, entrauscht, allerdings nach 2 Stunden Belichtungszeit abgespeichert. Da dieses Bild ja mit dem Dualbandfilter aufgenommen wurde, fehlen hier im Nebel vollkommen die blauen (OIII) Reflexionsnebelanteile.

Während in der Profi-Astrofotografie die Bilder mit echten Filtern unterschiedlichster Wellenlängen erzeugt werden, sind diese Farbspielereien durch eine reine Softwarelösung entstanden, wenn man mal vom Einsatz meines Dualbandfilters absieht. Ich vermute, Vaonis definiert hier einfach bestimmte Farben bestimmten Paletten oder Filtern zu, die dann entweder verstärkt oder unterdrückt werden. 

Über Sinn und Zweck solcher Zuordnungen mag man streiten. Aber es ist zumindest für eine gewisse Zeit mal eine ganz interessante Spielerei. 

Montag, 16. März 2026

16. - 22. März 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich also gut, um lichtschwache "deep-sky"-Objekte am Himmel zu beobachten. Von den hellen Planeten leuchtet die Venus als Abendstern bis gegen 20:00 Uhr tief im Westen. Jupiter steht um diese Uhrzeit ca. 60° Grad hoch im Süden, ansonsten ist am Abend nur noch der Fernglasplanet Uranus zu finden. Die ISS kann bei abendlichen Überflügen gesehen werden.

Am Montag, den 16. März, geht die Sonne um 6:37 Uhr auf und um 18:31 Uhr geht sie unter. Die zu acht Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 5:50 Uhr auf, dürfte aber in der Dämmerung tief im Südosten nicht mehr zu finden sein. Zwischen 19:01 Uhr und 19:08 Uhr fliegt die ISS in maximal 37° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Zwischen 20:37 Uhr und 20:40 Uhr steigt die ISS noch einmal aus dem Westen kommend bis fast in den Zenit auf (80° Grad Höhe), bevor sie dort im Erdschatten verschwindet. Bereits am Dienstag um 1:00 Uhr zieht Kleinplanet (433)Eros (11,6mag) in nur 8' Bogenminuten Abstand an Stern 135 Tau (5,5mag) vorbei.

Am Dienstag, den 17. März, fliegt die ISS zwischen 19:50 Uhr und 19:56 Uhr in maximal 76° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Ab ca. 20:45 Uhr ziehen die Jupitermonde Io und Callisto vor ihrem Mutterplaneten entlang, es sind dann nur die beiden Monde Europa und Ganymed neben Jupiter zu sehen. Der Schatten von Io fällt sogar von ca. 22:00 Uhr bis 0:00 Uhr auf die Jupiterscheibe,

Am Mittwoch, den 18. März,  fliegt zwischen 19:03 Uhr und 19:10 Uhr die ISS in maximal 64° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Zwischen 20:40 Uhr und 20:44 Uhr steigt die ISS noch einmal aus dem Westen kommend bis in den Zenit auf (87° Grad Höhe), bevor sie dort im Erdschatten verschwindet. Um 21:00 Uhr zieht Kleinplanet (16)Psyche (11,7mag) in 7,5' Bogenminuten Abstand an Stern106 Tau (5,3mag) vorbei.

Am Donnerstag, den 19. März, erreicht der Mond um 2:24 Uhr seine exakte Neumond-Position. Die ISS fliegt zwischen 19:50 Uhr und 19:58 Uhr exakt über unsere Stadt hinweg (genau um 19:56:43 Uhr).

Am Freitag, den 20. März, haben wir exakt um 15:45 Uhr Frühlingsanfang. Dann überquert die Sonne den Himmelsäquator, ab jetzt sind für uns auf der Nordhalbkugel der Erde die Tage länger als die Nächte. Die nur zu 4 Prozent beleuchtete schmale Mondsichel geht heute erst um 20:58 Uhr unter. Sie sollte am Abend oberhalb der Venus im Westen schon gut zu sehen sein. Zwischen 19:06 Uhr und 19:13 Uhr fliegt die ISS mit maximal 86° Grad Höhe sehr hoch über unseren Abenddämmerungshimmel hinweg. Zwischen 20:41 Uhr und 20:46 Uhr steigt die ISS noch einmal aus dem Westen kommend bis nahe dem Zenit auf (72° Grad Höhe), bevor sie dort im Erdschatten verschwindet.

Am Samstag, den 21. März, geht die zu zehn Prozent beleuchtete Mondsichel um 22:29 Uhr unter. Um 18:59 Uhr bedeckt der Mond einen 6,4mag hellen Stern (HIP10050), ob dies Ereignis in der Dämmerung schon sichtbar sein wird? Zwischen 19:55 Uhr und 20:01 Uhr fliegt die ISS mit maximal 83° Grad Höhe hoch über unseren Abendhimmel hinweg. Kleinplanet (20)Massalia (9,0mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Sonntag, den 22. März, geht die zu 19 Prozent beleuchtete Mondsichel um Mitternacht unter, der Mond steht heute in Erdnähe. Die ISS fliegt zwischen 19:07 Uhr und 19:15 Uhr ei. weiteres Mal in dieser Woche (fast) exakt über unsere Stadt hinweg (89° Grad Höhe genau um 19:11:44 Uhr). Ab 20:45 Uhr ist sie noch einmal kurz im Südwesten zu sehen, bevor sie um 20:48 Uhr in 45° Grad Höhe im Erdschatten verschwindet. Bereits um 4:00 Uhr früh zieht Kleinplanet (29)Amphitrite (10,9mag) in nur 1,5' Bogenminuten Abstand an Stern HIP81992 (6,0mag) vorbei.

Vom Freitag, den 20. März bis Sonntag, den 22. März findet die jährliche Tagung des AKM (Arbeitskreis Meteore e.V.) in der Vereinigung der Sternfreunde statt. Es ist auch eine kostenlose Online-Teilnahme an dieser Tagung möglich.  

Sonntag, 15. März 2026

15. März 2026: Verschiedene Beobachtungen

 Am Sonntagabend, den 15. März, klarte es erfreulicherweise auf und ich konnte wieder einige schöne Beobachtungen machen.

Zunächst muss ich eines noch richtig stellen: In meinem Posting vom 9. März schrieb ich ganz am Ende "Außerdem habe ich auch noch (7)Iris, (17)Thetis und (1584)Fuji beobachtet, doch über die habe ich schon an anderer Stelle in meinem Blog berichtet, daher verzichte ich hier auf die Bilder."  Das stimmt für (7)Iris und (1584)Fuji, aber nicht für (17)Thetis. Dieser Kleinplanet stand zwar immer wieder mal bei mir auf de Beobachtungsliste, doch leider hatten die Beobachtungen noch nie geklappt. Und auch die Aufnahme vom 8. März war mir nur eher schlecht als recht gelungen. Daher hier jetzt auch endlich ein vernünftiges Bild mit (17)Thetis.

 

(17)Thetis am 15.3.26 um 21:45 Uhr MEZ
 

In diesem Gewimmel von Sternen im Sternbild Zwillinge war es zunächst nicht ganz einfach, den Kleinplaneten (17)Thetis zu identifizieren. Schließlich ist es mir aber doch gelungen. Der helle Stern, der von ganz oben in das Bild hinein leuchtet ist übrigens Propus (Eta Gem) mit 3,3mag.

Und ich habe den Abend am 15. März auch gleich genutzt, noch eine weitere "Lücke" in meiner Kleinplanetensammlung zu füllen. Endlich habe ich auch ein Foto von (12)Victoria machen können:

 

(12)Victoria am 15.3.26 um 21:30 Uhr MEZ

(12)Victoria hält sich zur Zeit im Sternbild Stier auf und hat nur eine Helligkeit von 12,7mag.

 Außerdem habe ich noch ein weiteres Mal (416)Vaticana fotografiert:

 

(416)Vaticana bei 44 LMi am 15.3.26 um 20:18 Uhr

(416)Vaticana stand jetzt dicht beim Stern 44 LMi (LMIi Leo minor, kleiner Löwe). Etwas unterhalb des Pfeilendes kann man die recht unscheinbare Galaxie NGC 3414 erkennen, an der der Kleinplanet tags zuvor vorbei gezogen war, was ich jedoch wegen des regnerischen Wetters nicht dokumentieren konnte.

 Die ersten zwanzig Kleinplaneten habe ich inzwischen alle einmal beobachtet. Insgesamt konnte ich schon 119 Kleinplaneten ablichten. Doch viele fehlen natürlich noch, aus den ersten fünfzig sind es die (22), (31), (36), (38), (42), (43), (46), (47), (49) und (50). Mal sehen, wann es mir gelingt, auch diese Lücken zu schließen.

Das Frühjahr ist "Galaxienzeit". Im Sternbild Löwe, Haar der Berenike und der Jungfrau gibt es eine große Fülle davon. So habe ich diesmal auch wieder Messier-Objekte und Galaxien aus dem NGC-Katalog fotografiert. 

Die Messier-Objekte M50, M85, M88 und M91 habe ich zwar früher schon mit meinem ersten Vespera "classic" fotografiert, aber noch nicht mit meinem neueren Vespera Pro. Hier kommen die Bilder:

M88 (rechts) und M91 (links) am 15.3.26

 Das Bild wurde eine Stunde lang belichtet.

Der offene Sternhaufen M50 am 15.3.26 um 21:00 Uhr

 M50 wurde etwas über eine halbe Stunde lang belichtet.

M85 am 15.3.26

 Dieses Bild wurde 40 Minuten lang belichtet. M 85 wird auch als NGC 4382 bezeichnet. Etwas links unterhalb von ihr erkennt man einen weiteren "verwaschenen Fleck", ebenfalls eine Galaxie. Dies ist NGC 4394, wohl ein echter Begleiter von M 85, denn für beide Galaxien wurde eine Entfernung von rund 50 Millionenn Lichtjahren gemessen.

Und schließlich habe ich noch einen weiteren offenen Sternhaufen beobachtet:

NGC 2360 am 15.3.26 um 20:04 Uhr

 Entdeckt wurde dieser Sternhaufen laut Wikipedia am 26. Februar 1783 von Caroline Herschel, deshalb wird er auch manchmal "Caralines Haufen" genannt.

Donnerstag, 12. März 2026

12. März 2026: Beobachtungen von Supernovae in den letzten Tagen

 Bereits am 25. Februar habe ich die Supernova SN2026dix beobachtet, die am 16. Februar entdeckt wurde. Diese SN steht relativ nahe am Kern ihrer Galaxie NGC 3913, aber ich konnte beide doch deutlich trennen. Ich zeige hier als erstes gleich mal das Bild nach der astrometrischen Vermessung von "nova.astrometry.net". 

NGC 3913 mit Supernova

 Und hier ein 1:1-Ausschnitt aus meinem Bild:

 

1:1 Ausschnitt
 

NGC 3913 ist von uns wohl mindestens 46 Millionen Lichtjahre entfernt. In größeren Teleskopen kann man eine schöne Spiralgalaxie erkennen. Für mein kleines Gerät ist sie - trotz 55,5 Minuten Belichtungszeit (3330 Sekunden) - nur als klerines Nebelfleckchen zu erkennen, in dem sich jetzt die Supernova als heller Punktvon ca. 15,7mag zeigt.

Am 8. März habe ich diese Galaxie mit Supernova nocheinmal aufgenommen. Diesmal mit meinem Vespera Pro, dass gegenüber dem "Vespera classic", mit dem die erste Aufnahme erfolgte, eine etwas größere Brennweite hat (f=250mm statt 200mm). Auch hier nur ein kleiner Ausschnitt aus dem ganzen Bild:

NGC 3913 am 8.3.26

 

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Eine weiteres helles Objekt (AT2026zx) war in der Nähe von NGC 2770 gemeldet worden, diese blieb jedoch zu schwach, ich konnte sie auf meinem Bild vom 25.2.26 nicht finden. Klemens Waldhör konnte sie mit seinem Seestar abbilden. Er hatte das Bild jedoch auch über eine Stunde belichtet, ich dagegen nur 15 Minuten. Allerdings gibt es bis heute wohl keine Bestätigung, dass es sich hier tatsächlich um eine Supernova handelt.

Am 12.März konnte ich die Gegend noch einmal ablichten. Ich denke, so "viel" wie beim Bild von Klemens Waldhör ist auch bei mir (fast) zu erkennen, Aber ich dort das Objekt wirklich getroffen habe?

Objekt AT2026zx in der Nähe von NGC 2770 am 12.3.26

 Das Foto wurde insgesamt 4000 Sekunden belichtet, also 66,66 Minuten, gut über eine Stunde.

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Dafürt habe ich am 12. März 2026 noch einmal SN2026acd beobachtet. Sie ist noch immer deutlich zu erkennen:

SN2026acd in NGC 4168 am 12.3.26 um 22:00 Uhr

 Diese SN hatte ich bereits vor knapp einem Monat beobachtet. Sie dürfte immer noch eine Helligkeit von 16,x mag haben, schätze ich.

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Am 4. März hatte ich mir SN2026anq vorgenommen, sie sollte 15,9mag hell sein, was mir ein Ausmessen meines Fotos mit ASTAP auch bestätigte:

LEDA2672848 am 4.3.26 um 20:32 Uhr MEZ

 Diese SN2026anq ist in einer unscheinbaren wohl weit entfernten Galaxien am Leuchten. Entdeckt wurde sie schon am 17. Januar. Mehr Informationen über die Galaxie selbst habe ich noch nicht recherchieren können.

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Das von rochesterastrononmy heute als hellstes "verdächtiges" gemeldetes Objekt SN2026fcf  soll eine Helligkeit von 15,2mag haben. Entdeckt wurde es am 8.3.26. Es befindet sich jedoch sehr dicht am Kern der Galaxie IC 437. Ich konnte diese Galaxie heute tief im Westen nur durch die (noch unbelaubten) Bäume hindurch fotografieren. Da ist natürlich keine sinnvolle Helligkeitsbestimmung möglich. Und ich glaube auch gar nicht, dass meine Geräte in diesem Fall eine Supernova vom Kern der Galaxie unterscheiden können. Hier mein Bild:

IC 347, tief im Westen am 12.3.26 um 19:53 Uhr MEZ

 IC 347 selbst wird bei Stellarium mit 13,5mag angegeben. Das entspricht im Vergleich zu den anderen Sternen drum herum auch dem, was mein Foto zeigt. Da lässt sich natürlich keine 15,2mag helle Supernova separat erkennen,

Mittwoch, 11. März 2026

9. März 2026: Weitere Kleinplaneten, die mir in den letzten Tagen vor die Kamera kamen

 In den letzten Tagen habe ich auch verschiedene Kleinplaneten fotografiert. Hier meine Beute:

(416)Vaticana am 8.3.26 um 21:00 Uhr MEZ

 Kleinplanet (416)Vaticana soll am 14. März an NGC 3414 vorbeiziehen, durch einen Hinweis in Sterne und Weltraum wurde ich auf ihn aufmerksam und ich habe auf dieses Ereignis ja auch in meiner Wochenübersicht hingewiesen. Diese Galaxie befindet sich noch außerhalb des Kamera-Blickfelds (nach oben rechts hin). Sollte das gute Wetter anhalten, kann ich vielleicht die Annäherung weiter verfolgen. Allerdings ist für Mitte der Woche nun doch schlechteres Wetter angesagt. (416)Vaticana ist zur Zeit ca. 11,9mag hell.

(403)Cyane am 25.2.26 um 19:54 MEZ


 (403)Cyane hat eine interessante Geschichte der Namensgebung. Auch scheint mir der Asteroid recht länglich geformt zu sein und nicht kugelförmig. Gut drei Stunden später habe ich (403)Cyane noch einmal fotografiert:

(403)Cyane um 23:18 Uhr MEZ

 Drei Stunden später ist der Himmelsanblick rund um Cyane etwas gedreht, in der Fotofachsprache heißt das "Bildfeldrotation". Diese entsteht durch den Zusammenhang von Erddrehung und der azimutalen Montierung. Außerdem hat offensichtlich ein Flugzeug seine Leuchtspur auf diesem Bild hinterlassen. Haben Sie Cyane gefunden? Sie steht auch wieder in der Mitte des Bildes. Man kann erkennen, dass Cyane in diesen drei Stunden etwas dichter an eine gedachte Linie zwischen den beiden Sternpaaren, die fast aussehen wie Doppelsterne, ebenfalls in der Mitte des BIldes heran gerückt ist.

 Praktisch das gleiche habe ich auch mit einem weiteren Kleinplaneten gemacht, mit (482)Petrina. Hier muss ich doch gleich mal Wikipedia zitieren: 

"(482) Petrina ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 3. März 1902 vom deutschen Astronomen Max Wolf an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 12 mag entdeckt wurde. Der Asteroid ist benannt nach dem Hund Peter des Entdeckers."

 Ich glaube, ich muss auch mal einen Kleinplaneten entdecken, aber nach wem soll ich dann den Kleinplaneten benennen? Auf den Hund gekommen bin ich ja noch nicht.

 

(482)Petrina am 25.2.26 um 20:17 Uhr MEZ

(482)Petrina um 23:11 Uhr MEZ

Auch hier muss man beim Vergleichen der Bilder natürlich die Bildfeldrotation berücksichtigen. (482)Petrina hat nur ca. 14mag Helligkeit. Um 20:17 Uhr steht er dicht unterhalb eines Sterns mit 13,5mag. Um 23:11 Uhr ist er dann in drei Stunden ein gutes Stück in Richtung des hellen Sterns HIP38301 mit 7mag gezogen.

Eine ähnliche Beobachtung habe ich mit dem Kleinplaneten (393)Lampetia gemacht, hier lagern allerdings nicht drei Stunden zwischen den Beobachtungen, sondern ein ganzer Tag:

(393)Lampetia am 25.2.26 um 23:51 Uhr UT

 
(393)Lampetia am 26.2.26 um 21:15 Uhr MEZ

Da Lampetia nur ein sehr schwaches Objekt von ca. 14,2mag ist, habe ich in beiden Bildern die Position markiert und auch die jeweilige Zugrichtung. Auch hier spielt die Bildfelddrehung wieder mit.

 Auch (41)Daphne habe ich am 25. und 26. Februar fotogrtafieren können:

(41)Daphne am 25.2.26 um 22:41 Uhr MEZ

 
(41)Daphne am 26.2.26 um 20:21 Uhr MEZ

(41) Daphne ist mit 200 Kilometer Durchmesser einer der größten Kleinplaneten des Asteroidengürtels und besitzt sogar einen Mond. Mehr Informationen zu diesem Kleinplaneten gibt es bei Wikipedia.

 Außerdem habe ich auch noch (7)Iris, (17)Thetis und (1584)Fuji beobachtet, doch über die habe ich schon an anderer Stelle in meinem Blog berichtet, daher verzichte ich hier auf die Bilder. Dieses Posting ist eh schon recht lang geworden. Es zeigt jedoch, Smart-Teleskope eignen sich gut zur Beobachtung und Verfolgung von Kleinplaneten, eine immer wieder spannende Sache!

 


Sonntag, 8. März 2026

9. - 15. März 2026 - Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond weiter ab. Seine Aufgangszeiten verschieben sich immer weiter in die frühen Morgenstunden. Von den hellen Planeten kann die Venus allmählich besser als Abendstern erkannt werden, sie geht gegen 19:30 Uhr im Westen unter. Jupiter bleibt der beherrschende Planet der ersten Nachthälfte, er kann noch bis gegen 4:00 Uhr am Morgen beobachtet werden. Ansonsten kann zur Zeit nur noch der Fernglasplanet Uranus bis Mitternacht im Westen gefunden werden. Die ISS kann in der zweiten Wochenhälfte bei abendlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 9. März, geht die Sonne um 6:57 Uhr auf und um 18:15 Uhr unter. Der helle Tag wird immer länger, die "astronomische Dunkelheit" dauert nur noch von 20:07 Uhr bis 5:05 Uhr. Der noch zu 70 Prozent beleuchtete Mond geht um 0:43 Uhr auf.

Am Dienstag, den 10. März, geht der nur noch zu 60 Prozent beleuchtete Mond um 1:56 Uhr auf, er steht im Skorpion in der Nähe von Antares. Seine höchste Stellung mit 10° Grad über dem Horizont erreicht er um 5:25 Uhr. Er zeigt ausgeprägte Libration in Breite, so dass wir auf seinen Nordpol schauen können. Spät am Abend zieht Kleinplanet (433)Eros (11,4mag) in 9' Bogenminuten am Stern 116 Tau (5,5mag) vorüber.

Am Mittwoch, den 11. März, geht der Mond erst um 3:02 Uhr auf. Seine höchste Stellung erreicht er um 6:317Uhr mit nur 9° Grad über dem Horizont. Um 10:39 Uhr erreicht er exakt das Letzte Viertel, steht dann jedoch bei uns schon unter dem Horizont. Gegen 19:45 Uhr kann die ISS erstmalig wieder am Abend gesehen werden, heute jedoch nur sehr kurz und sehr tief im Süden, in maximal 13° Grad Höhe deutlich unterhalb von Sirius.

Am Donnerstag, den 12. März, geht der Mond um 3:57 Uhr im Sternbild Schütze auf, seine Sichel ist nur noch zu 43 Prozent beleuchtet. Gegen 20:33 Uhr kann die ISS kurz im Südwesten unterhalb von Orion beobachtet werden.

Am Freitag, den 13. März, geht die nur noch zu 33 Prozent beleuchtete Mondsichel um 4:40 Uhr auf. Zwischen 19:46 Uhr und 19:50 Uhr kann die ISS in maximal 27° Grad Höhe im Süden gesehen werden, sie fliegt dabei fast genau über den Sirius hinweg.

Am Samstag, den 14. März, geht die zu 24 Prozent beleuchtete Mondsichel um 5:11 Uhr auf. Zwischen 5:88 Uhr und 6:04 Uhr zieht die chinesische Raumstation Tiangong tief im Süden in maximal 12° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel. Zwischen 18:59 Uhr und 19:04 Uhr kann die ISS in maximal 20° Grad Höhe im Süden (unterhalb von Sirius) und Südosten gesehen werden. Beim nächsten Überflug steigt sie ab 20:33 Uhr  oberhalb von Orion m Südwesten hoch, verschwindet jedoch schon um 20:38 Uhr noch bevor sie Jupiter erreicht im Erdschatten. Heute wechselt der Komet C/2024 E1 Wierzchos vom Sternbild Eridanus in das Sternbild Stier. Der Komet hat eine Helligkeit von 8,5mag (oder etwas weniger) und kann in einem guten Fernglas als kleiner grüner verwaschener Fleck gesehen werden. Um 21:00 Uhr zieht Kleinplanet (416)Vaticana (11,8mag) in nur 4,5' Bogenminuten Abstand an NGC 3414 (10,8 mag) vorüber.

Am Sonntag, den 15. März, geht die nur noch zu 16 Prozent beleuchtete Mondsichel um 5:35 Uhr auf.  Sie zeigte starke Libration Ost, der Krater Grimaldi ist daher fernab vom Rand. Auch wenn erst am kommenden Donnerstag Neumond ist, wird die schmale Sichel in den nächsten Tagen nicht mehr am Morgenhimmel zu finden sein. Bereits um 5:00 Uhr zieht Kleinplanet (3)Juno (11,2mag) in nur 6,5' Bogenminuten Abstand an NGC6814 (11,2mag) vorüber. Die ISS kann zwischen 19:48 Uhr und 19:53 Uhr in maximal 49° Grad Höhe im Süden bei einem Überflug gesehen werden. Um 23:30 Uhr zieht Kleinplanet (416)Vaticana (11,9 mag) in nur 3' Bogenminuten Abstand an Stern 44 LMi (6,0mag) vorüber.