Sonntag, 5. Juli 2020

5. Juli 2020: Nachtleuchtende Wolken am Himmel


Hinter den normalen dunklen Wolken strahlen im Moment am Abendhimmel über unserer Stadt helle Wolken. Das sind sog. NLC, noctulent clouds, "Nachtleuchtende Wolken". Diese befinden sich in ca. 80 Kilometer Höhe, also weit über der normalen Athmossphäre, deren Wolkenschicht bei ca. 10 km Höhe endet.

Ein Phänomen, das man nur an ganz wenigen Tagen im Sommer beobachten kann, ähnlich wie das Nordlicht meist eher in nördlicheren Breiten, hier ist das - vor allem in diesem Ausmaß wie heute - echt sensationell!

Nachtleuchtende Wolken am 5.7.2020, 23 Uhr über Bad Lippspringe
Man kann gut die für NLC typischen Streifenmuster erkennen (ähnlih wie Cirrus-Wolken).

Samstag, 4. Juli 2020

6. - 12. Juli 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche zieht sich der helle Mondlangsam wieder vom Abendhimmel zurück. Die Sonne sinkt maximal 16° Grad unter den Horizont, "astronomisch dunkel" werden die Nächte bei uns daher noch nicht. Die hellen Planeten sind überwiegend am Morgenhimmel zu sehen. Jupiter und Saturn gehen zwar schon gegen 22:15 Uhr über der Egge auf, auch um Mitternacht stehen sie jedoch nur etwas über 10° Grad in Richtung Süden. Mars geht gegen 1:00 Uhr auf und die helle Venus folgt gegen 3:30 Uhr schon in der Morgendämmerung. Die ISS ist bei vielen morgendlichen Überflügen zu beobachten.

Am Montag, den 6. Juli, fliegt die ISS zwischen 3:24 Uhr und 3:30 Uhr in maximal 42° Grad Höhe über unseren morgendlichen Himmel hinweg. Der volle Mond steht am Morgen unterhalb von Jupiter und Saturn. Die Sonne geht um 5:15 Uhr auf und um 21:44 Uhr unter, die Nacht ist also nur neun Minuten länger als noch vor einer Woche.

Am Dienstag, den 7. Juli, ist die ISS zweimal am Morgen zu sehen. Das erste Mal erscheint sie um 2:37 Uhr im Süden und fliegt dann schnell in maximal 31° Grad Höhe nach Osten hin, das zweite Mal erscheint sie um 4:10 Uhr im Westen und flieg dann über 80° Grad hoch, bevor sie um 4:18 Uhr wieder im Osten verschwindet. Der Mond hat sich jetzt schon etwas von Saturn entfernt, ist aber immer noch recht voll, abends geht er kurz vor Mitternacht auf.

Am Mittwoch, den 8. Juli, ist die ISS zum ersten Mal gegen 1:52 Uhr kurz im Osten oberhalb vom Mars zu sehen, das zweite Mal fliegt sie zwischen 3:24 Uhr und 3:31 Uhr in maximal 68° Grad Höhe über den morgendlichen Himmel hinweg. Von 1:30 Uhr bis 2:45 Uhr bedeckt der Mond den 4.5mag hellen Stern eta Capricornus, das Wiedererscheinen des Sterns beim Austritt am dunklen Mondrand wird einfacher zu beobachten sein als das Verschwinden, also der Beginn der Bedeckung am hellen Mondrand.

Am Donnerstag, den 9. Juli, taucht die ISS um 1:03 Uhr kurz in der Nähe von Mars aus dem Erdschatten auf, bevor sie wieder im Osten verschwindet, zwischen 2:37 Uhr und 243 Uhr fliegt sie in maximal 54° Grad Höhe über den Himmel, zwischen 4:10 Uhr und 4:20 Uhr fliegt sie exakt (genau um 4:15 Uhr im Zenit) über unsere Stadt hinweg. Bei Jupiter stehen zunächst um Mitternacht alle vier galiläischen Monde auf der gleichen Seite, später zieht dass Io vor der Planetenscheibe vorüber, Ios Schatten kann von 2:05 Uhr bis 4:22 Uhr auf dem Planeten gesehen werden.

Am Freitag, den 10. Juli, tritt die ISS um 1:50 Uhr in 40° Grad Höhe im Süden aus dem Erdschatten heraus, zwischen 3:23 Uhr und 3:30 Uhr fliegt sie erneut fast genau (87° Grad Höhe) über Bad Lippspringe hinweg. Kleinplanet Iris (9.2mag) geht um 2.10 Uhr nur 0,5' Bogenminuten südlich an 16 Sgr (5.9mag) vorüber. Der Mond steht am Morgen ca. 5° Grad südlich von Neptun, er zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir seinen Nordpol sehen können. Ab 2:09 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Europa über den Planeten. Die Venus erreicht heute ihren "größten Glanz" als Morgenstern, sie leuchtet mit -4.9mag.

Am Samstag, den 11. Juli, taucht die ISS um 1:04 Uhr im Osten oberhalb von Mond und Mars aus dem Erdschatten auf und verschwindet dann schnell im Osten, zwischen 2:37 Uhr und 2:44 Uhr fliegt sie in maximal 83° Grad Höhe beinahe genau über unsere Stadt hinweg, ein drittes Mal erreicht sie zwishen 4:12 Uhr und 4:21 Uhr noch einmal eine Höhe von 80° Grad über unserem Horizont. Der Mond nähert sich langsam dem Mars.

Am Sonntag, den 12. Juli, ist die ISS insgesamt sogar viermal zu sehen: Um 0:18 Uhr ist sie das erste Mal kurz im Osten zu sehen, zwischen 1:50 Uhr und 1:56 Uhr fliegt sie in maximal 68° Grad Höhe am nächtlichen Himmel vorüber, zwischen 3:24 Uhr und 3:33 Uhr fliegt sie mit maximal 88° Grad Höhe fast genau über Bad Lippspringe hinweg und am Abend ist sie um 23:31 Uhr noch einmal kurz im Osten zu sehen. Der Mond steht in der Frühe 4° Grad südlich von Mars, er ist noch zu 59 Prozent beleuchtet. Venus zieht in nur einem knappen Grad Abstand an Aldebaran (Hauptstern des Stier) vorüber.

Sonntag, 28. Juni 2020

29. Juni - 5. Juli: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche ist am Sonntag Vollmond. Sein heller Schein verhindert zusätzlich, dass es in den kurzen Nächten richtig dunkel wird. Von den hellen Planeten geht Jupiter als erstes gegen 22:45 Uhr über der Egge im Südosten auf, Saturn folgt nur eine Viertelstunde später. Mars erscheint gegen 1:30 Uhr schon wesentlich weiter östlich (OSO). Die Venus als heller Morgenstern geht dann gegen 4:00 Uhr noch einmal ein Stück nördlicher (ONO) bereits in der Morgendämmerung auf. Die ISS kann ab Juli auch wieder bei morgendlichen Überflügen gesichtet werden.

Am Montag, den 29. Juni, geht die Sonne um 5:09 Uhr auf und um 21:47 Uhr unter. der helle Tag ist also gerade mal vier Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Der zu 67 Prozent beleuchtete Mond geht erst in der Nacht am Dienstag gegen 2:00 Uhr unter.

Am Dienstag, den 30. Juni, kommt es um 0:28 Uhr zur Bedeckung eines 6.5mag hellen Sternchens durch den Mond.

Am Mittwoch, den 1. Juli, fliegt die ISS zwischen 4:10 Uhr und 4:16 Uhr in maximal 17° Grad Höhe über unseren südöstlichen Himmel. Am Mond ist heute Nacht der "goldene Henkel" gut zu beobachten.

Am Donnerstag, den 2. Juli, kann die ISS um ca. 3:25 Uhr kurz im Südosten in maximal 11° Grad Höhe knapp über dem Horizont gesichtet werden. Der Schatten von Jupitermond Io wandert heute zwischen 0:11 Uhr und 2:27 Uhr über die Planetenscheibe. Am Abend wandert ab 23:35 Uhr der Schatten von Europa über Jupiter hinweg.

Am Freitag, den 3. Juli, fliegt die ISS zwischen 4:10 Uhr und 4:17 Uhr knapp oberhalb von Jupiter, Saturn und Mars über unseren Morgenhimmel hinweg. In der frühen Nacht kommt es zu einer ganzen Reihe interessanter Begegnungen der Jupitermonde sowie von Schattenwürfen auf die Planetenscheibe.

Am Samstag, den 4. Juli, fliegt die ISS zwischen 3:23 Uhr und 3:29 Uhr über unseren Morgenhimmel, ganz knapp unterhalb des Mars hinweg. Die Erde steht heute auf ihrer Bahn um die Sonne im Aphel, das heisst in der größtmöglichen Entfernung. In dieser Nacht haben wir die tiefste Vollmondkulmination des Jahres. Der Mond steht maximal 13° Grad über dem Horizont, er könnte sich dadurch für viele interessante Fotomotive anbieten.

Am Sonntag, den 5. Juli, kann die ISS einmal gegen 2:36 Uhr kurz im Südosten und dann vor allem zwischen 4:10 Uhr und 4:18 Uhr in maximal 55° Grad Höhe an unserem Morgenhimmel gesehen werden. Der Mond steht heute Nacht dicht unterhalb von Jupiter. Um 6:44 Uhr erreicht der Mond die exakte Vollmondposition. Es kommt sogar zu einer Halbschattenfinsternis. Diese ist bei uns jedoch nicht sichtbar, da der Mond bereits um 5:07 Uhr, also etwa zeitgleich mit dem Sonnenaufgang, untergeht.

Dienstag, 23. Juni 2020

23. - 28. Juni 2020: Zunehmender Mond im Westen

Mondsichel am Abend des 23. Juni 2020

Heute Abend leuchtet die nur zu 7 Prozent beleuchtete Mondsichel tief im Nordwesten. In der noch hellen Abenddämmerung ist sie nicht sehr auffällig. Das tut ihrer Schönheit aber keinen Abbruch.

Hier ein Foto der Mondsichel vom 24. Juni:

Mond am 24. Juni


 Und noch ein weiteres Bild vom 25. Juni:

Mond am 25. Juni 2020

Man kann gut sehen, wie der Mond von Tag zu Tag zunimmt. Der "Terminator", die Schattengrenze zwishen Nacht und Tag, wandert auf dem Mond immer weiter nach "links", also Richtung Osten. So kommen jeden Abend neue Krater und Mare in den Blick. Die Beobachtung des Mondes und die Bestimmung seiner einzelnen Punkte bleibt also immer spannend.

Am 26. Juni war es leider recht dunstig, so dass um den Mond herum ein heller Hof zu sehen war, der kommt auf dem nachfolgenden Foto zum Glück nicht zu sehr heraus:

Mond am 26. Juni

Am 27. Juni war der Himmel zu bewölkt. Leider gab es hier kein Gewitter und Regen, die Erde hätte das Wasser gut gebrauchen können.

Und hier noch ein Nachtrag: Der Mond am 28. Juni um ca. 22:45 MESZ:

Mond am 28. Juni 2020
Heute Vormittag, vor ca. 12 Stunden, hat der Mond das Erste Viertel erreicht, jetzt ist er schon etwas über 50 Prozent beleuchtet. Heute ist mir im südlichen Bereich besonders ein Krater im südlichen Bereich aufgefallen: der Krater Maginus. Der Kraterboden ist noch weitgehend dunkel. An einer Stelle scheint der Kraterwall jedoch flacher zu sein, und von dort fällt das helle Licht bereits in den Krater hinein. Hier ein weiteres Foto, der Krater Maginus ist rot umrandet.

Krater Maginus
der Krater hat einen Durchmesser von ca. 155 Kilometer. So zerklüftet wie der Kraterrand ist, so alt wird der Krater wohl auch sein. Achten sie auch mal auf die rechte (östliche) Nachbarschaft von Maginus. Haben sich dort die Krater nicht auf eine interessante Weise überlagert? Es handelt sich dabei um verschiedene Wälle der Krater Heraklit und Licetus. Schlagen Sie ruhig einmal die Namensgeber dieser Krater bei Wikipedia nach. So lässt sich vom Mond ausgehend besonders viel lernen!

Sonntag, 21. Juni 2020

Was hat Hubble an Deinem Geburtstag gesehen?

Das Hubble-Observatorium im Weltall feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. Grund genug für die NASA eine wunderschöne Idee umzusetzen. Hubble beobachtet doch ständig und hat so praktisch an jedem Tag des Jahres neue Bilder erzeugt. Eine Auswahl dieser Bilder hat die NASA jetzt zu einem netten Geburtstagskalender zusammen gestellt.

Möchten Sie wissen, was Hubble an ihrem Geburtstag gesehen hat? Dann klicken Sie einfach hier und fügen Monat und Tag ihres Geburtstages ein.

An meinem Geburtstag hat Hubble das Innere des Galaxienhaufens "Abbell 1689" fotografiert. Die Galaxien dort sind 2,2 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt (das ist ca. 1000 Mal so weit wie die Andromeda-Galaxie). Sie sind ein Zentrum der rätselhaften "dunklen Materie":

Zentrum von Abbell 1689
Erkennen Sie die Ringe, bzw. den Ring um dieses Galaxien-Cluster? Dies ist der sogenannten "Einstein-Ring" oder "Gravitationslinsen-Effekt". Das Licht stammt von einer Galaxie genau hinter diesem Cluster, jedoch noch einmal sechs mal soweit entfernt, gut 12,8 Milliarden Lichtjahre entfernt.

Samstag, 20. Juni 2020

22. - 28. Juni 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche können wir nach Sonnenuntergang wieder die langsam zunehmende Mondsichel bewundern. Helle Planeten sind am Abend zunächst nicht zu sehen, Jupiter und Saturn gehen immerhin schon bald nach 23 Uhr im Südosten auf. Mars folgt ab etwa 2.00 Uhr und die Venus als Morgenstern ab etwa 4:00 Uhr, dann schon in der Morgendämmerung. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen. Die Nächte sind ohnehin noch kurz und richtig "astronomisch dunkel" wird es auch nicht, da die Sonne maximal nur knapp 15° Grad unter dem Horizont steht. Dafür strahlt sie natürlich hoch stehende Objekte an, vielleicht bestehen gute Chancen "Nachtleuchtende Wolken" zu beobachten - und natürlich viele Satelliten.

Am Montag, den 22. Juni, geht die Sonne um 5:06 Uhr auf und um 21:48 Uhr unter. Der helle Tag dauert also 16 Stunden und 42 Minuten.

Am Dienstag, den 23. Juni, geht die zu 7 Prozent beleuchtete Mondsichel kurz vor Mitternacht unter. Das Mare Crisium steht nah am Rand, der Mond zeigt also wieder einmal maximale Libration in Länge. In seinem dunklen Teil schimmert auch in den nächsten Tagen noch das Erdlicht.

Am Mittwoch, den 24. Juni, wird bei Jupiter ab 1:02 Uhr Mond Io verfinstert und ab 2:31 Uhr Mond Europa, dann sind nur noch Kallisto und Ganymed zu sehen.

Am Donnerstag, den 25. Juni, wandert um Mitternacht noch der Schatten von Mond Io über Jupiters Planetenscheibe. Am Abend kann dann nach Jupiters Aufgang der Schatten von Europa auf seiner Scheibe mit einem guten Fernrohr entdeckt werden.

Am Freitag, den 26. Juni, wandert ab 0:32 Uhr (bis 3:50 Uhr) der Schatten des größten Jupitermonds Ganymed über die Planetenscheibe, Ganymed selbst wandert ab 2:20 Uhr vor dem Planeten entlang. Bei Saturn steht der hellste Mond Titan heute in westlicher Elongation. Mars (-0.4mag) geht in der Frühe nur in 12' Bogenminuten Abstand am Stern 27 Piscium (5.1mag) vorüber.

Am Samstag, den 27. Juni, geht der zu 35 Prozent beleuchtete Mond gegen 1:14 Uhr unter. Er zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auch auf seinen Südpol sehen können. Mars (-0.4mag) geht in der Frühe nur in 5' Bogenminuten Abstand am Stern 29 Piscium (5.1mag) vorüber.

Am Sonntag, den 28. Juni, erreicht der Mond um 10:16 Uhr das Erste Viertel, dann steht er bei uns jedoch tief unter dem Horizont, er geht bereits um 1:36 Uhr unter. Kleinplanet Iris steht heute in Opposition zur Sonne und wird immerhin 8.9mag hell und kann damit auch in kleinen Fernrohren gesichtet werden.





Freitag, 19. Juni 2020

19. Juni 2020: Venusbedeckung durch den Mond


Die Bedeckung der Venus durch den Mond am Vormittag des 19. Juni konnte ich leider nicht beobachten. Venus und Mondsichel blieben für mich trotz schönem Wetter unsichtbar.

Vielleicht hätte es geklappt, wenn der Himmel wirklich klar gewesen wäre. So aber zogen leider doch immer wieder Schönwetterwolken durch. Vor allem aber behinderten diesige "Wolkenschleier" die freie Sicht ins Weltall.

Hier ein Bild von heute Vormittag:

Schleierwolken am Himmel
Meine Hauswand schirmte zwar gut die helle Sonne ab, so dass ich nicht Gefahr lief, plötzlich gebelndet zu werden. Aber das allein reichte leider nicht.

Auch eine Positiv-Negativ-Umkehrung des Bildes konnte da nicht weiter helfen, oder können Sie irgendwo einen kleinen schwarzen Punkt (Venus) neben einer kleinen schwarzen Mondsichel erkennen?:

Umgekehrtes Bild

Andere hatten mehr Glück. Ein Sternfreund aus Litauen hat sogar über YouTube eine Live-Übertragung des Ereignisses hinbekommen: https://youtu.be/cIirVLyEZ3I