Dienstag, 11. August 2026

11. August 2026: Die Nacht und der Tag vor der Sonnenfinsternis

 In den Mailingslisten und Chatgruppen bekomme ich jetzt ständig Nachrichten von all meinen Freunden, die nach Spanien aufgebrochen sind. Leider bin ich nicht dabei, doch auch hier gibt es noch so einiges spannendes zu beobachten.

Kein Mond am Morgen um 5:44 Uhr MESZ

 Die nur noch zu 4 Prozent beleuchtete Mondsichel habe ich heute Morgen nicht mehr erwischt, sie wird sich irgendwo hinter den rötlichen Wolken versteckt haben.

Aber dafür ist auf der Sonne doch ein etwas größerer Fleck aufgetaucht:

Die Sonne um 16:10 MESZ

 Der neue Fleck ist noch ganz nah am linken Rand. Mit Mühe kann man auch noch ein wenig von den Miniflecken von gestern finden.

Aber in der Nacht gab es auch noch so verschiedene andere spannende Objekte:

NGC 2748 mit Supernova?

 Am 9.8.26  hat Koichi Itagaki in NGC 2748 einen neuen Transient (AT2026yly) entdeckt, möglicherweise eine Supernova. Mein Bild ist knapp 9 Minuten belichtet. Ich denke, eine kleine "SN-typische" Aufhellung ist schon zu erkennen.

Spannenstes Objekt in den frühen Morgenstunden ist zur Zeit jedoch ein Komet: 220P/McNaught.

220P/McNaught nur drei Minuten belichtet, 11.8.26 um 3:10 Uhr MESZ

 Der Komet 220P/McNaught sollte eigentlich recht unscheinbar bei ca. 13mag liegen, ist jetzt aber, nach einem Helligkeitsausbruch am 6. August, 7mag hell, also fast mit dem bloßen Auge zu sehen und ein relativ einfaches Fernglas-Objekt.

Hier noch ein Bild mit 45 Minuten Belichtungszeit:

Komet 220P um 4:01 Uhr MESZ

 Bei einer so langen Belichtungszeit bewegt sich der Komet natürlich vor dem Hintergrund der Sterne, sein Bild wird dadurch etwas "verschmiert". Eine andere Möglichkeit wäre es, die einzelnen Bilder auf den Kometen hin zu stacken, dann würden die Sterne im Summenbild Strichspuren zeigen, das macht mein Vespera jedoch nicht automatiosch, ich müsste das von hand am PC machen, wofür mir jedoch die Zeit fehlt.

Hier noch ein paar weitere Ergebnisse dieser Nacht:

Messier 33 am 11.8.26 um 4:37 Uhr MESZ, 37 Minuten belichtet 


Andromedagalaxie (M 31), auch etwas über eine halbe Stunde belichtet um 3:05 MESZ

Saturn, 500 Sekunden belichtet, um 2:16 Uhr MESZ

NGC 7331 und Umgebung, 45 Minuten belichtet, um 2:00 Uhr MESZ

Kugelsternhaufen NGC 7006 um 0:59 Uhr MESZ

Kugelsternhaufen M2, 11.8.26 um 0;10 Uhr MESZ



 

 

Montag, 10. August 2026

10. August 2026: Sonne und Mond

 Die Mondsichel nimmt immer weiter ab. Heute früh gegen 4:35 Uhr:

Der abnehmende Mond am 10.8.26 um 4:35 MESZ

Der Mond ist nur noch zu 10 Prozent beleuchtet. Wenn man etwas überbelichtet, kommt gut die "dunkle" Seite des Mondes heraus, die durch das von der Erde reflektierte Licht in Wikrlichkeit doch nicht ganz dunkel ist:

Mond mit Erdlicht am 10.8.26

 Ob mir wohl morgen auch noch einmal ein Bild des Mondes gelingen wird? Leider geht er inzwischen genau hinter dem Nachbarhaus auf. Morgen wird er seine Zeit brauchen, bis er darüber zu sehen sein wird, dann könnte es schon recht hell sein.

Gestern schrieb ich, es sind keine Flecken mehr auf der Sonne zu sehen. Das stimmte wahrscheinlich nicht so ganz. Für mein Vespera, das ja nur eine Öffnung von 50mm hat, waren diese nicht zu sehen. Heute habe ich es noch einmal mit einer größeren Öffnung probiert (mein Spektiv mit 82mm Öffnung). Und siehe da:

Sonne mit Fleckengruppen am 10.8.26 um 11:30 Uhr MESZ

 Ganz schwach sind zwei Gruppen zu erkennen, das sind die Regionen AR4503 (rechts) und AR4504 sowie eine kleine Pore links, die noch keinen Namen bekommen hat. Auffällig sind diese Regionen leider alle nicht. Mal sehen, ob die bis Mittwochabend sich noch etwas weiter entfalten oder auch nicht.

Sonntag, 9. August 2026

10. - 16. August 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Neumond. Der Neumond zieht diesmal direkt vor der Sonne entlang, so dass es in Spanien und einigen anderen Ländern zu einer totalen Sonnenfinsternis kommt. Bei uns kann man eine tiefe partielle Finsternis beobachten. Außerdem findet der Höhepunkt des Perseiden-Sternschnuppenschwarms statt. Die warmen Sommernächte laden geradezu ein, sich an einem dunklen Ort auf einer Liege bequem zu machen und nachts in den Himmel hineinzuschauen. Bei guter Sicht nach Westen kann man abends bis kurz vor  22 Uhr die Venus tief im Westen sehen. Merkur kann diese Woche vielleicht noch am Morgenhimmel gefunden werden, er geht kurz vor 5:00 Uhr auf, die Sichtbarkeitsbedingungen verschlechtern sich jedoch von Tag zu Tag. Saturn kann im Osten gut ab 23 Uhr gesehen werden, Mars dann später ab ca. 2:00 Uhr. Die ISS kann in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen gesichtet werden. Überraschenderweise hat der Komet 220P/McNaught einen Helligkeitsausbruch und wurde am 7. August mit einer Helligkeit von 7mag gemeldet. Er kann am Morgenhimmel gegen 3:00 im Sternbild Fische gefunden werden. Der Komet 10P/Temple soll noch eine Helligkeit von 10mag haben, er steht gegen 2:00 Uhr genau, aber sehr tief im Süden, keine 9° Grad mehr über dem Horizont.

Am Montag, den 10. August, geht die Sonne um 6:01 Uhr auf und um 20:58 Uhr unter, der helle Tag dauert also keine 15 Stunden mehr. Die schmale, nur zu 10 Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 2:16 Uhr auf.

Am Dienstag, den 11. August, geht der Mond um 3:44 Uhr auf, er ist noch zu 4 Prozent beleuchtet. um 4:00 Uhr steht Kleinplanet (354)Eleonora (10,5mag) in nur 6' Bogenminuten Abstand zu Stern 44 Cap (5,9mag). In der Nacht zum Mittwoch zieht Kleinplanet (3) Juno (9,3mag) in nur 1,5' Bogenminuten an Stern HIP 98038 (6,5mag) vorüber. Und Kleinplanet (27)Euterpe (11,6mag) in 5,5' Bogenminuten an Stern 4 Gem (6,9mag) vorbei.

Am Mittwoch, den 12. August, ist Neumond. Es kommt bei uns am Abend zu einer partiellen Sonnenfinsternis. Nach Einbruch der Dunkelheit folgt der Höhepunkt der Perseiden.  Auf einer Linie von Brockhagen, Bielefeld-Sennestadt - Externsteine - Horn - Höxter kommt es gegen 12:59 Uhr zu einem Transit der ISS vor der Sonne, was mit einer speziellen Sonnenschutzfolie vor dem Objektiv eines Aufnahmegerätes beobachtbar ist. Etwas südlich davon (z.B. auch bei uns in Bad Lippspringe) zieht die ISS vor der (Neu-)Mondscheibe entlang, dies ist jedoch wegen der nahen Sonne unbeobachtbar.

Am Donnerstag, den 13. August, an einem dunklen Ort sollte man zum Maximum dfer Perseiden gegen 4:00 Uhr durchaus mehr als 20 Sternschnuppen pro Stunde sehen können. Kleinplanet (349)Dembrowska (9,8mag) steht heute in Opposition zur Sonne. Kleinplanet (27) Euterpe (11,6mag) zieht in 9' Bogenminuten Abstand am Stern 6 Gem(6,4mag) vorüber.

Am Freitag, den 14. August, endet wohl die Morgensichtbarkeit des Merkur. Er steht heute früh in der Nähe des Sternhaufens Praesepe im Sternbild Krebs.

Am Samstag, den 15. August, kann der Mond (zu 12 Prozent beleuchtet) vielleicht das erste Mal nach Neumond gesehen werden, er steht noch tiefer als die Venus. Venus steht heute in größter Elongation (48,9° Grad) entfernt von der Sonne, bei uns jedoch trotzdem nur sehr tief über dem Horizont. Bereits am Morgen gegen 4:00 Uhr früh zieht Kleinplanet (1) Ceres (9,0mag) in 8,5' Bogenminuten an Stern 141 Tau (6,4mag) vorüber.

Am Sonntag, den 16. August, geht der Mond um 21:45 Uhr unter, er steht immer noch unterhalb der Venus, heute allerdings etwas südlich (links) von ihr.

6.-9. August 2026: Noch zweimal Pluto und weitere Fotos

Pluto lässt mich in diesen Tagen nicht los. Ich habe ihn gleich noch zweimal fotogrsfiert. In der Nacht vom 6. zum 7. August und in der Nacht vom 8. zum 9. August.

Pluto am 9.8.26 um 0:20 Uhr MESZ

Pluto am 7.8.26 um 0:03 Uhr MESZ

 
 Man kann deutlich erkennen, dass sich Pluto zwischen diesen beiden Tagen ein kleines Stück am Himmel weiter bewegt hat. 

Am 6. August habe ich nach langer Zeit auch einmal wieder den Kugelsternhaufen Messier 75 fotografiert:

M 75 am 6.8. um 23:25 Uhr MESZ


Das Bild wurde eine halbe Stunde lang belichtet.  Er ist einer der entferntesten Kugelsternhaufen unserer Galaxis, rund 67500 Lichtjahre entfernt.

Einer unserer nächsten Nachbarn im Kosmos ist - mit einer Entfernung von nur knapp 6 Lichtjahren - Barnards Star, auch Pfeilstern genannt. Dem Astronomen Barnard war als erstem die hohe Eigenbewegung dieses ca. 9,5mag hellen Sternes aufgefallen:

Barnards Stern am 6. August 2026 


 
Barnards Stern am 17.9.24

Ich denke, wenn man diese Bilder genau vergleicht, kann man schon erkennen, wie sich Barnards Star in den knapp zwei Jahren ein kleines bisschen bewegt hat, in Richtung des hellen Sterns in der kleinen "Vierergruppe" oberhalb von ihm. Nicht so weit wie sich Pluto bewegt, aber der befindet sich ja noch in unserem Sonennsystem und ist nur wenige Lichtstunden von uns entfernt und nicht Lichtjahre.

Zwischendurch habe ich auch mal wieder einen Kleinplaneten fotografiert:

(3)Juno am 9.8.26 um 00:32 Uhr MESZ

 (3)Juno stand am 26. Juli im ternbild Adler in Opposition zur Sonne und ist zur zeit mit einer Helligkeit von ca. 9,3mag gut am Abendhimmel zu beobachten. Am 12. August zieht sie dicht an einem Doppelstern vorüber. Um diesen Stern zu trennen, braucht man jedoch mindestens ein Teleskop mit 20cm Öffnung. Zuletzt hatte ich (3)Juno am 21./22. April 2024 fotografiert.


 

9. August 2026: Der Mond wird immer dünner - die Sofi kommt näher

 Der Mond nimmt immer weiter ab, die Sonnenfinsternis kommt näher.

Am Sonntag wachte ich wegen eines gewissen Bedürfnisses früh auf, was ich gleich nutzte, um wieder ein Foto der Mondsichel zu machen.

Noch im Halbschlaf habe ich meine Kamera leider nicht so ganz stabil gehalten, deshalb fehlt dem Bild leider die richtige Schärfe. 

Der Mond um 4:54 Uhr MESZ am 9.8.26

 Der Mond war um diese Uhrzeit noch zu 18 Prozent verfinstert. Vom "goldenen Henkel" von gestern ist heute natürlich gar nichts mehr zu sehen. 

Jetzt sind es nur noch gut 86 Stunden bis Neumond und zur Sonnenfinsternis. 

Leider zeigt die Sonne zur Zeit gar keine Flecken. Ein Zeichen, dass dieser Sonnenfleckenzyklus sich "auf dem absteigenden Ast" befindet. Es wird in diesem Jahr sicherlich bald wieder Flecken auf der Sonne geben, aber wer weiß wann?

Sonne ohne Flecken am 9.8.26 um 13:07 Uhr MESZ

 Bei einer Sonnenfinsternis ist es immer spannend zu verfolgen, ob und wann diese Flecken vom Mond verdeckt werden oder auch nicht. Jetzt sieht es so aus, als ob man dieses Spielchen am Mittwoch nicht spielen kann. Doch wer weiß, bis dahin kann sich noch vieles ändern, auch auf der Sonennoberfläche.

Samstag, 8. August 2026

7. August 2026: Ein Abend auf der Sternwarte

 Am Freitag, den 7. August, war mal wieder ein Abend auf der Sternwarte angesagt. Eigentlich ist in den Sommerferien die Sternwarte ja geschlossen, aber es hatte sich eine Gruppe aus einem Astrophysik-Kurs der Universität angekündigt, und da macht man ja gerne eine Ausnahme. Und dann war auch noch Jürgen zu Besuch gekommen. Er ist Mitglied unseres Vereins, lebt aber seit ein paar Jahren in Berlin. Dort ist er jetzt ehrenamtlich an der Archenhold-Sternwarte aktiv. Schön, ihn mal wieder zu sehen!

Außerdem hatten Tobi und Sebastian am Abend zuvor die neue Steuerung endlich kalibrieren können, so dass wir den Abend gut als "Generalprobe" für andere Veranstaltungen laufen lassen konnten.

Als erstes gab Tobi den Studenten (es waren insgesamt ein Dutzend gekommen) einen eine kleine Einführung in die Sternwarte und wie wir so versuchen, unsere Besucher für den nächtlichen Himmel zu begeistern. Und dann ging es hinauf in die Kuppel. Es war noch gar nicht dunkel, die Sonne noch nicht wirklich untergegangen, aber gerade hinter den Bäumen verschwunden, da konnten wir unsere Instrumente dann gut auf die Vernus ausrichten. Diese zeigte sich an dem Abend ungefähr als "Halb-Venus". Die meisten Studenten hatten die Venus so noch nie gesehen.

Handyaufnahme der Venus nah dem Horizont auf der Sternwarte

 Danach zeigten wir den Studenten den Stern rho Corona Borealis. Dieser Stern war Bestandteil einer Astrophysik-Klausur, welche die Studenten am Ende des Semesters geschrieben hatten. So konnten sie diesen Stern mal in echt sehen. Dieser Stern ist von uns 57 Lichtjahre entfernt, er zeichnet sich durch eine relativ hohe Eigenbewegung aus. Er ist vom gleichen Spektraltyp (G2V) wie unsere Sonne, 1997 wurde bei ihm ein Planet entdeckt.

Im Fernrohr recht unspektakulär, ein kleiner Lichtpunkt, nicht mehr.

Danach wollten wir den Studenten natürlich etwas schöneres zeigen, so schwenkten wir zu Albireo, einem schönen Doppelstern im Sternbild Schwan, bei dem ein Stern mehr bläulich, der andere mehr gelblich leuchtet.

Von dort ging es weiter zu epsilon Lyra, ein Doppel-Doppelstern. Zwei Doppelstern, die miteinander gravitativ gebunden sind, sich also vergleichsweise wie zwei Tanzpaare umeinander herum bewegen. Leider waren diese beiden Paare auf Grund des Seeings durch unseren Apo mit 1200mm Brennweite, den wir an diesem Abend für die Beobachtung nutzten, nur schwer zu trennen. 

Das beeinträchtigte den Spaß und die große Freude an der Astronomie jedoch an diesem Abend überhaupt nicht. Spannend war die Beobachtung des Kugelsternhaufens M13, der in der Dämmerung wirklich noch nicht schön zu sehen war, hier musste man schon durch indirektes Sehen "genau" hingucken.

Andere Objekte an diesem Abend waren dann noch der Ringnebel M57 in der Leier und die Andromedagalaxie. Zwei schöne Objekte, die alle wohl schon mal auf Fotos und in Büchern gesehen hatten. Bei solchen Objekten merkt man schnell, wie sich Fotos in Büchern von der Betrachtung mit dem bloßen Auge durch ein Teleskop unterscheiden können.

Nach langem Warten stieg dann gegen Mitternacht auch noch Saturn über den Bäumen im Osten auf. Die Freude der Studenten konnte größer nicht sein. Ganz begeistert versuchten Sie immer wieder mit ihren Handys den Ringplaneten im Okular zu fotografieren.

So machen die Besucherabende auf der Sternwarte wirklich Spaß. Bestimmt werden wir die eine oder den anderen an unseren Sternwarte mal wieder sehen.

Zuhause habe ich dann später in der Nacht noch wieder den Mond fotografiert. Er wird immer schmaler, man merkt, es geht auf den nächsten Neumond und damit auf die Sonnenfinsternis zu. 

Der Mond am 8.8.26 um 4:08 Uhr MESZ

Der Mond ist nur noch zu 28 Prozent beleuchtet. In dieser Nacht konnte man den "Goldenen Henkel" einmal andersherum bewundern, nicht bei der aufgehenden, sondern bei der untergehenden Sonne am Terminator. Vielleicht nicht ganz so deutlich wie beim zunehmenden Mond, aber doch auffällig. 
 
Von der Aufnahme an gerechnet sind es jetzt nur noch 111 Stunden bis zur totalen Sonnenfinsternis. Astronomie bleibt spannend!

  

Donnerstag, 6. August 2026

12. August 2026: Beste Sonnenfinsternis vor 2081!

 Am 12. August 2026 zieht der Neumond wieder einmal direkt vor der Sonne entlang, so dass es zu einer totalen Sonnenfinsternis kommt. Diese kann in Teuilen Islands, Grönlands und Spanien erlebt werden. Für uns in Paderborn kommt es "nur" zu einer partiellen (teilweisen) Verfinsterung der Sonne. Der Grad der Verfinsterung ist jedoch sehr hoch, werden bei uns doch 86 % der Sonne verfinstert.

Die Finsternis findet am Abend statt. Ab 19:17 Uhr zieht der Mond vor die Sonne. Um 20:10 Uhr ist der Höhepunkt erreicht. Um 20:48 Uhr geht die Sonne unter, ist dann aber immer noch zu 17 Prozent vom Mond bedeckt. Die Zeiten für Paderborn und andere Orte in der Umgenung weichen nur sehr geringfügig voneinander ab.

Ein Screenshot aus "https://www.heavens-above.com/" mit den Einstellungen für Bad Lippspringe

 Da die Sonnenfinsternis also praktisch vor und zum Sonnenuntergang stattfindet, ist es für eine Beobachtung wichtig, das man eine sehr freie Sicht zum Horizont in Richtung Westen/Nordwesten hat. In Bad Lippspringe empfiehlt es sich, die ansteigenden Hänge zur Egge aufzusuchen. Für Paderborner ist wahrscheinlich der Haxterberg oder auch das ehemalige Römerlager in Anreppen gut geeignet.

Die Volkssternwarte Paderborn ist nicht geöffnet, was aber in den Ferien eigentlich auch so üblich ist. Einige Mitglieder des Vereins sind dann direkt in Spanien in der Totalitätszone, andere Mitglieder ganz anderswo im Urlaub. 

Wenn Sie die Sonnenfinsternis beobachten wollen, nutzen Sie unbedingt eine Sonnenfinsternisbrille! Wenn Sie ein Fernglas oder ein Fernrohr benutzen wollen, ist eine Sonnenfilterfolie vor dem Objektiv Pflicht! Bestellen können Sie diese Produkte zum Beispiel bei der Firma baader-planetarium.

Beobachtung der Sonnenfinsternis am 20. März 2015, ich selbst mit Sonnenfinsternisbrille, auch die Fernrohre sind mit Sonnenfilterfolie abgesichert.

 Eine andere Möglichkeit, die Sonnenfinsternis sicher zu betrachten ist die "Projektionsmethode". Basteln Sie sich eine "Lochkamera" (es reichen kleine runde Löcher in einer Pappe) oder nehmen einfach ein passendes Küchensieb und lassen Sie das Licht der Sonne dahinter auf ein weißes Stück Papier fallen:

Küchensieb zur Sonnenfinsternis: auf dem Papier kann man sehr gut die Verfinsterung erkennen.

 Das geht im Prinzip auch mit einem Fernglas:

Beobachtung der Sonnenfinsternis am 21.6.2001

 Das Fernglas wird dafür auf einem Stativ befestigt, das Licht der Sonne fällt durch das Fernglas hindurch auf ein weißes Blatt Papier, auf dem die verfinsterte Sonne projeziert wird. Bei dieser Methode müssen sie jedoch sehr gut aufpassen, dass sie (oder auch spielerisch veranlagte Kinder) auf keinen Fall direkt durch das Fernglas in Richtugn Sonne schauen. Denn die Optik bündelt ja nicht nur das helle Licht der Sonne, sondern auch die komplette Wärmestrahlung der Sonne. Und das wirkt auch direkt hinter dem Okular dann wie ein Brennglas und führt sofort zur Erblindung! Bei ausreichendem Abstand zwischen dem Fernglas und der Projektionsfläche brauchen Sie jedoch keine Angst zu haben, dass Ihnen das Papier wegbrennt. Probieren Sie einen solchen Aufbau aber sicherheitshalber schon mal an einem der Tage vor der Sonnenfinsternis aus, damit sie selbst lernen, welcher Abstand und welcher Aufbau für ihre Geräte am besten ist. Da die Sonne diesmal zur Finsternis nicht mehr hoch am Himmel steht, brauchen Sie vielleicht gar kein Stativ, sondern können einen einfachen Bücherstapel nehmen ...

Und wenn das Wetter bei uns gar nicht mitspielt?

Mit dem Wetter ist es immer so eine Sache. In den letzten Tagen war es tagsüber oft sonnig, aber gerade zum Abend hin waren dann in Horizontnähe doch so einige Wolken.  Dann hilft vielleicht eine Übertragung im Fernsehen oder im Internet weiter. Hier verschiedene Links:

Das ZDF wird auf alle Fälle im Livestream und bei 3sat von 20:15 Uhr bis 21:00 Uhr von Mallorca aus berichten. Bei klarem Wetter angeblich auch zwischen 20:25 Uhr und 20:35 Uhr direkt im ZDF.

Die Vereinigung der Sternfreunde, viele Planetarien und Sternwarten rufen auf zur "Langen Nacht der Astronomie", in deren Rahmen auch Liveberichte zur Sonnenfinsternis geplant sind. 

Wer des englischen mächtig ist findet vielleicht auch an diesen Liveübertragungen sein gefallen:

Time and Date berichtet ab 18 Uhr aus Russland, Island, Grönland und Spanien.

Die ESA überträgt live ab 19:30 Uhr aus einem großen Observatorium in Spanien. Zu dieser Übertragung und den Aktivitäten der ESA in Spanien gibt es auf dieser Webseite Erläuterungen.

Die NASA überträgt ebenfalls live auf YouTube, auch hier gibt es vorab Erläuterungen

 Eine weitere Übertragung kommt aus Leon in Spanien.

 Und wenn Sie im Internet nach Stichworten wie "sun eclipse live spain august 2026" oder ähnlichem suchen, finden Sie sicherlich noch viele weitere Hinweise.

Und wenn ich das alles verpasst habe, wann passiert die nächste Sonnenfinsternis in Deutschland?

 Da brauchen wir zum Glück gar nicht so lange warten. Am 2. August 2027 gibt es die nächste partielle Sonnenfinsternis bei uns, dann werden um 11:08 Uhr 35 Prozent der Sonne bedeckt. Am Südzipfel Spaniens, auf Gibraltart und vor allem in Nordafrika (Marokko, Tunesien, Ägypten) kann man diese Sonnenfinsternis total verfolgen. In Luxor dauert die totale Verfinsterung über 6 Minuten, die längste Sonnenfinsternis in diesem Jahrhundert, glaube ich.

 Nicht einmal ein halbes Jahr später gibt es eine weitere, aber nur kleine, partielle Sonnenfinsternis am Abend, am 26. Januar 2026 geht die Sonne bei uns um 16:55 Uhr zu zehn Prozent verfinstert unter. In Afrika und wiederum im südlichen Spanien kann man hier eine ringförmige Sonnenfinsternis erleben. 

Hier noch ein paar weitere in Deutschland sichtbare Sonnenfinsternisse: 

Am 12. Juni 2029 gibt es eine fünf-prozentige Sonnenfinsternis bei Sonennaufgang um 5:11 Uhr.

Am 1. Juni 2030 gibt es eine partielle Sonnenfinsternis von 54 Prozent um 7:20 Uhr.

Am 20. März 2034 eine partielle Finsternis von nur 1,5 Prozent um 11:32 Uhr.

Am 21. August 2036 um 20:05 Uhr von 64 Prozent. Und am 16. Januar 2037 von  50 Prozent.

Erst am 3. September 2081 findet für uns in Bad Lippspringe oder Paderborn eine Verfinsterung mit einer größeren Bedeckung als am 12. August 2026 statt. Dann werden um 9:42 Uhr 88 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt. Im Süden Deutschlands (z.B. Konstanz) ist diese Finsternis sogar total. Aber können wir wirklich so lange warten?