Samstag, 30. Mai 2020

29. Mai 2020: Der Mond am Abend


Am Freitagabend vor Pfingsten war der Himmel wunderschön klar und der Mond forderte mich geradezu auf, zu einem Spaziergang vorbei zu kommen.

Hier ein Foto:

Mond am 29. Mai 2020

Ich war tatsächlich stundenlang damit beschäftigt, verschiedene Ecken, Krater, Mare, Berge, Täler zu erkunden. Vielleicht schaffe ich es später, auch noch mehr über das eine oder andere Detail zu schreiben.

Auch die netten Nachbarn kamen vorbei und haben ein Blick durchs Teleskop geworfen und waren begeistert.

Außerdem habe ich am Abend und in der Nacht auch noch viele andere Objekte beobachtet, den Merkur, Kugelsternhaufen wie M3 und andere Objekte.

Für mich wurde so ein hoffentlich wunderschönes Pfingstwochenende "eingeläutet".

Donnerstag, 28. Mai 2020

28. Mai 2020: Ein Blick zum Mond


Heute Abend konnte man wieder sehr gut auf dem Mond spazieren gehen.

Er ist heute zu gut einem Drittel (genauer zu 36 Prozent) beleuchtet. Noch zeigt er eine schöne Sichelgesatlt und im dunklen Teil ist auch noch das Schimemrn des Erdlichts zu sehen.

Mond am 28. Mai 2020
Hier ein mit stärkerer Vergrößerung aufgenommenes Bild, in etwa aus der Mitte des Mondes aufgenommen. Eingezeichnet habe ich den Landeplatz der Apollo 11 Astronauten aus dem Jahr 1969. Dort oben sind tatsächlich einmal Menschen auf dem Mond umher gegangen. Solche Details kann man von der Erde aus jedoch nicht wahrnehmen. Mein Teleskop zeigt links neben der Landestelle zwei etwa gleich große runde Krater. Diese heißen Sabine und Ritter und sind nach einem irischen und einem deutschen Astronomen benannt. Die Durchmesser dieser Krater betragen 30 Kilometer. Die kleineren Krater neben den beiden haben immer noch Durchmesser zwischen 7 und 14 Kilometern:

Landeplatz Apollo 11 auf dem Mond
Gar nicht so weit entfernt vom Landeplatz von Apollo 11 ist auch Apollo 16 gelandet, im Cayley Hochland nördlich des Kraters Descartes. Auch diese Gegend konnte man heute gut erkunden:

Landeplatz Apollo 16
Dieser Platz liegt etwas südlicher. Eine schöne Übersicht zu allen Mondlandungen gibt es übrigens auf der Webseite von Baader Planetarium. Dort findet man Bilder, die mit wesentlich besseren Teleskopen als meins aufgenommen wurden und die daher auch eine Menge mehr Details zeigen. Die jeweiligen Gegenden der Mondlandungen werden dort gut erklärt und es wird auf viele Besonderheiten der jeweiligen Gebiete hingewiesen.


Mittwoch, 27. Mai 2020

27. Mai 2020: Die ISS vor dem Mond und keine Starterlaubnis für die Dragon Crew


Ich habe heute Riesenglück gehabt. Lange war der Himmel bewölkt, nicht einmal der Mond kam durch. Doch genau zu dem Moment, als die ISS vor dem Mond vorbei fliegen sollte, waren die Wolken zumindest nicht mehr so dicht vor dem Mond, das man ihn sehen konnte. Und auch die ISS war auf ihrem schnellen Überflug zeitweilig zu sehen.

Hier zunächst ein Übersichtsbild, unbearbeitet:


Mond und Wolken am 27. Mai kurz nach 22 Uhr.

Der Himmel war noch weitgehend bedeckt. Nicht nur durch dunkle Regenwolken (zum Glück blieb es trocken), sondern auch viele Schleierwolken, die einen freien Blick auf den eigentlich bläulichen Dämmerungshimmel verwehrten.

Ich habe mit zwei Kameras gearbeitet. Mit der einen (Bild oben) habe ich versucht Weitwinkelaufnahmen vom Überflug der ISS zu machen. Diese Aufnahmen habe ich immer acht Sekunden lang belichtet. Damit sie icht überbelichtet werden, konnte ich natürlich nur eine geringe ISO-Empfindlichkeit einstellen, ISO100, zusätzlich habe ich auf f/9.5 abgeblendet. Mein Ziel war es, in mehreren Strichspuren den Flug der ISS vor dem Mond entlang und über einen größen Himmelsabschnitt zu dokumentieren.

Das war jedoch bei dieser Bewölkung leider eine falsche Strategie. Auf den ersten Blick waren auf den Bildern nämlich überhaupt keine Strichspuren der ISS festzustellen. Erst nachdem ich in Adobe Lightroom für die Bilder Regler wie "Struktur" und "Kontrast" voll aufgedreht hatte, konnte ich eine kleine, dünne Strichspur feststellen. Hier mal zwei Bildausschnitte dazu:

Mond mit ISS-Strichspur
Können Sie die dünne Strichspur erkennen, welche die ISS gezogen hat? Am ehesten noch auf der linken Seite des Mondes. Mit gutem Willen kann man diese sogar nach unten bis über die rechte, helle Seite des Mondes hinaus verlängern. Also eigentlich genau getroffen, aber letztenendes doch sehr, sehr unauffällig. Nicht das, was ich erhofft hatte.

Auch auf dem nächsten Foto, da befindet sich die Strichspur schon etwas oberhalb des Mondes, macht die ISSleider keinen schönen Eindruck:

Mond mit ISS-Strichspur
Immerhin kann man hier die ISS schon etwas besser erkennen, sie wird nicht zusehr vom Mond überstrahlt. Die kleinen hellen Punkte, zum Beispiel direkt über dem Mond, sind übrigens Sterne aus dem Sternbild Krebs. Der Mond befand sich ja genau über dem Sternhaufen Praesepe. Von diesen Sternen war jedoch durch den bewölkten Himmel auch im kleinen Teleskop nichts zu erkennen.

Doch ich hatte ja auch noch eine zweite Kamera dabei, die hatte ich an meinem Spektiv angeschlossen, um den Transit der ISS vor dem Mond zu filmen. Und weil diese natürlich eine größere Brennweite als die Weitwinkelkamera hatte, war der Mond natürlich viel besser und größer zu sehen. Und würde ich auch die ISS zu fassen bekommen? Schauen Sie selbst:




Nach ca. 15 Sekunden, kurz vor Ende des Filmchens, erscheint die ISS und fliegt von unten nach oben am Mond vorbei. Hier ist sie jetzt hell und deutlich zu erkennen. Leider ist dieser Film mit den klassischen 30 Bildern pro Sekunde gedreht worden. Das ist natürlich viel zu lange belichtet, um Details der ISS erkennen zu lassne. Dafür hätte man dann schon nur 1/1000 Sekunde oder noch kürzer belichten müssen.

Aber auch so ein schöner Anblick! Ich war glücklich, das überhaupt sehen zu können, denn kurz danach war der Mond schon wieder hinter Wolken verschwunden. Und da hat es mich dann auch nicht gestört, dass der Flug der Dragon Crew wegen schlechten Wetters abgesagt wurde. Die hätte ich hier mit unserem Wetter wahrscheinlich sowieso nicht sehen können.

Dienstag, 26. Mai 2020

25. Mai: Merkur, Venus, schmale Mondsichel und ISS


Am Montag, den 25. Mai konnten noch einmal Merkur und Venus am Abendhimmel gefunden werden. Sie sind inzwischen noch weiter auseinandergerückt als an den Tagen zuvor. Merkur war jetzt auch gut mit dem bloßen Auge zu sehen. Auch der Mond steht nun wieder deutlich sichtbar am Abendhimmel

Leider fand ich in meinen Garten keine Stelle, von der aus ich alle drei gut auf einem Foto unterbringen konnte. So musste ich mich mit diesem Blick auf  Venus, Merkur und Mond gleichzeitig begnügen:

Mond (versteckt hinter dem Baum) , Merkur und Venus am 25. Mai
Der Mond versteckt sich links oben hinter dem Baum, seine helle Sichel ist aber trotzdem durch die Blätter hindurch zu sehen.  Die Venus ist ganz rechts unten direkt über dem Hausdach zu erkennen. Merkur ist am schwierigsten zu finden. Er steht links neben den beiden Tannen, etwa auf Höhe deren Spitzen und ungefähr senkrecht über dem Schornstein des benachbarten Hauses.

Die Venus ist noch schmaler geworden als gestern. So tief am Himmel ist jedoch kein klares Bild mehr von ihr zu bekommen, da auf dem Weg zur Kamera das Licht in alle möglichen Regenbogenfarben gebrochen wird.

Venus am 25. Mai

Venus, länger belichtet
Die bunte Farben verschwinden erst, wenn man die Venus länger belichtet. So überbelichtet wird sie auf dem Foto jedoch viel dicker dargestellt, als sie in Wirklichkeit noch zu sehen ist.

Einfacher zu fotografieren ist da schon der Mond. Hier zunächst ein ebenfalls überbelichtetes Bild, dies macht jedoch auch seinen dunklen Teil sichtbar, in dem noch die Mondnacht herrscht. Diese ist nicht ganz schwarz, weil in diesem Teil das Erdlicht schimmert. Menschen dort auf dem Mond würden an ihrem Nachthimmel unseren blauen Planeten leuchten sehen. Die Erde erscheint dort etwa viermal größer als uns hier der Mond erscheint.

Mond mit Erdlicht am 25. Mai 2020
Leider ist auf dem Foto ein leicht bläulich schimmernder Reflex zu sehen, weil diese Aufnahme eben überbelichtet wurde.

Hier noch zwei Mondbilder, die so belichtet wurden, dass auf ihnen verschiedene Krater zu sehen sind:

Mond-HDR am 25. Mai

Mond-Panorama am 25. Mai 2020
Beim oberen Bild wurden drei unterschiedlich belcihtete Bilder zu einem HDR zusammengefügt. Das untere Bild zeigt eine Panoramaaufnahme, die aus zwei zusammengesetzen Fotos bei stärkerer Vergrößerung aufgenommen. Beide Bilder sind jedoch nicht "knackig" scharf. Dies würde erst gelingen, wenn man statt Einzelbildern kurze Filmsequenzen aufgenommen hätte und daraus dann viele Einzelbilder zusammen gestackt hätte. Auf Einzelbildern macht sich natürlich auch die Luftunruge schnell bemerkbar.

Außerdem gab es auch noch einen Überflug der ISS zu sehen. Hier ein Bild, wie sie hinter meinem Haus in Richtung Osten sich schon wieder weit von Bad Lippspringe entfernt:

ISS über Bad Lippspringe
Das Bild wurde 20 Sekunden lang belichtet, daher zeichnet die ISS diese lange Leuchtspur auf dem Foto. In Wirklichkeit flog da natürlich nur ein sehr heller Punkt über den Himmel.

Sonntag, 24. Mai 2020

Merkur und Venus am Abendhimmel

Hier einmal eine kleine Übersicht meiner Beobachtungen von Merkur und Venus in den letzten Tagen im Mai. Um insbesondere den lichtschwachen Merkur besser auffindbar zu machen, habe ich diesmal die beiden Planeten in meinen Bildern immer gekennzeichnet. Die genannten Untergangszeiten der Planeten beziehen sich immer auf den mathematischen Horizont. Dieser liegt etwas tiefer als die Hausdächer oder Bäume in meiner Nachbarschaft.

Am 18. Mai war für mich Merkur das erste Mal zu sehen:

Merkur und Venus am 18. Mai um 22:12 Uhr


Merkur war erst in der späteren Dämmerung, kurz vor seinem Untergang zu erkennen. Die Venus stand noch weit über ihm. Sie ging an diesem Tag erst um 23:35 Uhr unter, Merkur schon um 22:46 Uhr.

Dann folgte am 20. Mai wieder ein Foto:

Venus und Merkur am 20. Mai um 22:27 Uhr


Die Aufnahme entstand nur eine Viertelstunde später als zwei Tage zuvor. Der Abstand der beiden Planeten zueinander ist schon deutlich geringer geworden. Merkur hat etwa die gleiche Höhe über dem Horizont, aber die Venus steht schon deutlich tiefer, ihre Untergangszeit liegt bei 23:22 Uhr, die von Merkur bei 22:58 Uhr.


Hier ein Bild vom 21. Mai:


Merkur und Venus am 21. Mai um 21:54 Uhr
Der Abstand der beiden Planeten ist noch einmal kleiner geworden. Venus wird 23:15 Uhr untergehen, Merkur um 23:03 Uhr.


Am 22. Mai sollte dann die engste Begegnung von Merkur und Venus stattfinden, doch leider war der  Himmel am Abend bedeckt:

Bewölkter Abendhimmel am 22. Mai
Auch ein bewölkter Himmel kann spannend aussehen. Doch das wollte ich an diesem Abend natürlich gar nicht sehen. Beide Planeten wären heute um 23:08 Uhr untergegangen, sie hätten heute nur in einem Grad Abstand nebeneinander gestanden (das sind zwei Vollmondbreiten).

Würde es am 23. Mai besser sein? Auch hier war abends der Himmel zunächst stark bewölkt. Um 22 Uhr schauerte es sogar. Doch dann wurde es am Horizont noch einmal etwas heller. Und - Hurra! - noch während es aus den Wolken über mir regnete, konnte ich doch schon die Venus erkennen. Und kurz danach war es auch möglich, noch ein paar schnelle Fotos zu schießen:

Merkur und Venus am 23. Mai um 22:27 Uhr

Merkur ist jetzt schon deutlich an der Venus vorbei gezogen. Der Abstand beträgt heute schon wieder gut drei Grad. Jetzt geht die Venus vor Merkur unter, um 23:01 uhr, während Merkur noch bis 23:13 Uhr über dem mathematischen Horizont steht. Diese Tendenz setzt sich in den nächsten Tagen fort, dDie Untergänge der Venus finden immer früher statt. War sie im April noch bis nach Mitternacht am Himmel, so geht sie jetzt vor 23:00 Uhr unter, jeden Tag rund acht Minuten früher. Zwische Einbruch der Dunkelheit und ihrem Untergang liegt also eine immer kürzer werdende Zeitspanne, bis sie bald gar nicht mehr am Abendhimmel zu sehen sein wird. Merkur dagegen wird in den nächsten Tagen jeden Abend noch etwas höher am Himmel zu finden sein.

Hier noch ein Foto, dass den Planeten Merkur kurz vor seinem tatsächlichen Untergang von meinem Beobachtungsstandort zeigt.

Merkuruntergang um 22:51 Uhr
Zum Zeitpunkt des Fotos befand sich der Planet tatsächlich noch zweieinhalb Grad über dem mathematischen Horizont.

Da fällt mir gerade ein, ich habe in der letzten Zeit noch gar kein größeres Bild der Venus gezeigt. Diese zeigte sich zuletzt sogar schon im kleinen Fernglas  als wunderschöne Sichelgestalt. Ihre Sichel ist in den letzten Tagen immer schmaler geworden:

Sichelgestalt der Venus am 21. Mai

 "Das sieht doch aus wie der Mond!" werden sie wahrscheinlich denken. Wieso zeigt die Venus denn  eine solche Phase?

Das ist zum Glück einfach zu erklären. Als Galileo Galilei mit seinem Fernrohr diese Phasen der Venus entdeckte, war dies für ihn ein weiterer Beweis, das nicht die Sonne und die Planeten die ruhende Erde umkreisen, wie es vor Jahrhunderten Aristoteles und Ptolomäus behauptet hatten, sondern dass alle Planeten die Sonne umlaufen.

Hier einmal "von oben betrachtet" die Positionen der sogenannten "inneren" Planeten unseres Sonnensystems ((c)heavens-above.com):

18. Mai 2020

23. Mai 2020

In dieser Darstellung ist die Sonne der helle gelbe Punkt in der Mitte der Bilder, Planet Merkur ist grün gezeichnet, die Venus in weiß und die Erde in blau. Mars ist der rote Planet. Wenn man die beiden Bilder genau vergleicht (am besten in der größeren Darstellung, dafür auf das Bild klicken), kann man erkennen, das sich die Planeten auf ihrer Bahn um die Sonne vom 18. zum 23. Mai ein wenig gegen den Uhrzeigersinn bewegt haben. Dies fällt am besten beim schnellsten Planeten, dem Götterboten Merkur auf.

Die Venus steht schon fast genau zwischen der Erde und der Sonne. Da sie uns gerade besonders nah ist, erscheint sie uns auch besonders groß. Wir blicken jedoch (ähnlich wie bei einer schmalen Mondsichel) zur Zeit mehr auf ihre von der Sonne nicht beleuchtete Rückseite, daher die ausgeprägte Phasengestalt. Schon am dritte Juni wird die Venus genau zwischen Erde und Sonne stehen, die Astronomen nennen das dann "untere Konjunktion". Dann haben wir praktisch "Neu-Venus". An diesem Tag wechselt dann übrigens die Venus auch vom "Abendstern" zum "Morgenstern". Zur Zeit steht sie - von der Erde aus gesehen - noch links von der Sonne, also weiter östlich. Sie folgt am Himmel der Sonne nach, geht also später als die Sonne unter und ist dadurch Abendstern. Nach dem 3. Juni wird sie, von der Erde aus gesehen, rechts von der Sonne stehen. Sie wird also vor der Sonne aufgehen, wird also Morgenstern. Doch bis wir das gut beobachten können werden noch ein paar Tage vergehen, etwa ab Mitte Juni wird das möglich sein. Zunächst zeigt die Venus dann wieder eine wunderschöne große Sichelgestalt. Später im Jahr wandert sie dann immer weiter neben bzw. sogar hinter die Sonne. Sie wird dann kleiner und dabei immer runder. Bis zu Beginn des nächsten Jahres wird sie uns als Morgenstern erfreuen.

Merkur steht zur Zeit von der Erde aus gesehen noch eher hinter der Sonne, also von der Erde recht weit entfernt. Im Fernrohr zeigt er sich daher nur als unscheinbarer kleiner runder Punkt. Er rückt jedoch auch in den kommenden Tagen immer weiter nach vorne und wird ebenfalls eine Sichel entwickeln. Da er jedoch kleiner ist als die Venus und der Erde auch lange nicht so nahe kommt wie diese, wird diese Entwicklung längst nicht so spektakulär und ist auch viel schwieriger zu beobachten. Seine nächste untere Konjunktion erreicht er übrigens am 1. Juli 2020.

25. - 31. Mai 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche steht Abends auch wieder der zunehmende Mond am Himmel. Die Venus verabschiedet sich als Abendstern und ist von Tag zu Tag schwerer und kürzer zu sehen. Der deutlich lichtschwächere Merkur hat in dieser Woche seine vielleicht beste Sichtbarkeitsperiode des Jahres. Er ist etwa 45 Minuten nach Sonnenuntergang im Westnordwesten zu sehen, er geht erst nach 23 Uhr unter. Die anderen Planeten sind am Morgenhimmel zu sehen: Jupiter geht circa um 1:00 Uhr im Südosten auf, Saturn folgt eine Viertelstunde später. Mars folgt zwei Stunden später gegen 3:00 Uhr. Die ISS kann bei abendlichen Überflügen gesichtet werden.

Am Montag, den 25. Mai,  geht die Sonne um 5:18 Uhr auf und um 21:26 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt länger als 16 Stunden. Die noch schmale Mondsichel ist zu zehn Prozent beleuchtet und geht erst kurz nach Mitternacht unter. Im dunklen Teil des Mondes kann man das Erdlicht schimmrn sehen. Um 21:58 Uhr kommt es zu zwei Strnbedeckungen (fast) gleichzeitig. Ein 6.5mag heller Stern wird etwa in der Mitte des dunklen Teil des Mondes bedeckt, ein 7.2mag schwach leuchtendes Sternchen streift am oberen Rand des Mondes vorbei. Die ISS fliegt zwischen 22:20 Uhr und 22:28 Uhr in maximal 84° Grad Höhe sehr hoch über unseren Abendhimmel hinweg. Kurz vor Mitternacht taucht sie nocheinmal im Südwesten auf, erreicht jedoch nur noch eine Höhe von 34° Grad über den Horizont und verschwindet dann um 0:00 Uhr ziemlich genau im Süden im Erdschatten.

Am Dienstag, den 26. Mai, ist der Mond am Abend schon zu circa 17 Prozent beleuchtet, er steht heute unter, bzw. neben den Hauptsternen des Sternbild Zwillinge, Castor und Pollux. Außerdem zeigt er maximale Libration in Länge, wobei diesmal das Mare Crisium nahe am Rand steht. Die ISS fliegt zwischen 23:09 Uhr und 23:14 Uhr in maximal 47° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Mittwoch, den 27. Mai,  steht der Mond am Abend ca. ein Grad oberhalb des Sternhaufens Praesepe, den er jedoch weitgehend überstrahlen wird. Im Fernglas aber vielleicht trotzdem ein schöner Anblick. Die ISS fliegt zwischen 22:20 Uhr und 22:28 Uhr in maximal 61° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Um 22:23 Uhr und 33 Sekunden fliegt die ISS genau vor dem Mond entlang. Genau zehn Minuten später soll dann auf dem Kenndy Space Center in Florida zum ersten Mal nach vielen Jahren auch wieder ein Raumschiff mit Astronauten an Bord zur ISS starten. (In den letzten Jahten mussten alle Flüge von Baikonur/Russland aus erfolgen). Dieses Raumschiff, die "Crew Dragon" wird nur 22 Minuten nach dem Start von etwa 22:54 Uhr bis 22:57 Uhr auch über unseren Abendhimmel fliegen. Die maximale Höhe von 30° Grad wird im Südsüdwesten erreicht. Der Start soll übrigens im Internet unter https://spacelivecast.de/ live übertragen werden.

Am Donnerstag, den 28. Mai, ist der Mond am Abend zu 36 Prozent beleuchtet. Er nähert sich jetzt Regulus, dem Hauptstern des Löwen. Zwischen 23:11 Uhr und 23:15 Uhr fliegt die ISS in maximal 26° Grad Höhe über den Abendhimmel.

Am Freitag, den 29. Mai,  fliegt die ISS zwischen 22:21 Uhr und 22:29 Uhr in maximal 35° Grad Höhe über den Abendhimmel. Kleinplanet Iris (9,7mag) steht am Abend sehr dicht beim Stern 33 Sgr (5,7mag), um 1:00 Uhr am Samstag beträgt der Abstand nur 6 Bogenminuten.

Am Samstag, den 30. Mai,  erreicht der Mond bereits um 5:30 Uhr das Erste Viertel, da steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. Am Abend ist er dann zu 58 Prozent beleuchtet. Um 22 Uhr kommt es zu einer Bedeckung eines Sterns von 6.8mag. Ein gutes Fenglas wird zur Beobachtung nötig sein. Die ISS ist zwischen 23:09 Uhr und 23:15 Uhr in nur noch 13° Grad Höhe tief über dem Südwesthorizont zu sehen.

Am Sonntag, den 31. Mai, Pfingstsonntag, zeigt der Mond maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Südpol sehen können. Die ISS fliegt zwischen 22:23 Uhr und 22:29 Uhr in nur 19° Grad Höhe flach über den Dämmerungshimmel.

Mittwoch, 20. Mai 2020

20. Mai 2020: Noch einmal Merkur und Venus


Nachdem es die meiste Zeit des Tages bewölkt war, klarte es zum Abend hin wieder auf. Schnell habe ich wieder meine Kamera gezückt und Merkur und Venus fotografiert. Diesmal gut fünfzehn Minuten später als vor zwei Tagen:

Merkur und Venus am 20.5.2020 um 22:27 Uhr. Venus ist der heller Stern in der Bildmitte, Merkur steht rechts davon nur knapp über dem Horizont.
Im Vergleich der beiden Fotos von heute und vorgestern kann man deutlich erkenenn, dass beide Planeten zunächt weiter nach rechts (also nördlicher) stehen als noch vor zwei Tagen. Und vor allem steht die Venus nicht mehr so hoch. Sie eilt offensichtlich der bereits untergegangenen Sonne schnell hinterher. Sie nähert sich der Sonne immer weiter an, am 3. Juni wird sie die Sonne erreicht haben und dann natürlich nicht mehr sichtbar sein. Sie steht dann in "unterer Konjunktion", das heisst genau zwischen Erde und Sonne. Wir sehen (theoretisch) nur noch auf die unbeleuchtete Rückseite der Venus. In den letzten Tagen ist ihre Sichel ja auch immer schmaler und schmaler geworden.

Aber auch der Abstand zwischen Merkur und der Venus hat sich deutlich verkleinert. Hoffentlich haben wir in den nächsten Tagen auch wieder am Abend klaren Himmel. Der Abstand zwischen den beiden Planeten wird sich morgen Abend schon halbiert haben und am Freitagabend wird Merkur schon links neben der Venus stehen. Während die Venus sich der Position der Sonne am Himmel nähert ist es bei Merkur im Moment genau umgekehrt. Er entfernt sich immer weiter von der Sonne und wird am 4. Juni seinen größten Abstand von der Sonne erreicht haben. Merkur strebt anschließend auf seine "obere Konjunktion" zu. Das heißt, er entfernt sich immer weiter von der Erde und wird, von uns aus gesehen, hinter der Sonne vorbei ziehen. Das bedeutet, wir sehen einen immer voller werdenden Planeten, der jedoch durch die zunehmende Entfernung auch immer kleiner und dadurch lichtschwächer wird.

Genießen wir also jetzt diese Tage, wo noch beide Planeten gut am Abendhimmel sichtbar sind!

Das Planetarium Bochum hat übrigens zu diesem netten Zusammentreffen am Himmel bei YouTube ein kleines Video zur Verfügung gestellt.