Montag, 25. Mai 2026

24./25. Mai 2026: Fortsetzung der "Schönes-Wetter-Phase", weitere Messier-Objekte und ein Kleinplanet

Auch in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag blieb das Wetter weiter ausgezeichnet. Hier schon mal ein paar erste Fotos:

M 60 und NGC 4647 am 24. Mai 2026 

Dank des "multi-night" Modus des Vespera konnte ich meine Aufnahme vom Tag zuvor von M60 und NGC4647 fortsetzen. Jetzt ist sie 35 Minuten belichtet, also sogar etwas länger als seinerzeit das "first-light" Photo.

Der Frühling gilt eh als "Galaxienzeit" - und bei immer heller werdender Mondphase wird es auch nicht gerade einfach, lichtschwache Objekte wie Nebel zu fotografieren. So habe ich weitere Messier-Objekte "aufs Korn" genommen:

M 63 am 24.5.2026

Dieses Bild von Messier 63 wurde auch eine gute halbe Stunde (36 Minuten) lang belichtet. 

M 106 am 24.5.2026 um 22:36 UT (=25.5.26 0:36 MESZ)

Dieses Bild von M 106 wurde nur 25,5 Minuten lang belichtet. Es zeigt gleich noch ein paar weitere Galaxien.  Hier das gleiche Bild mit den Annotierungen von nova.astrometry.net:

M106 mit NGC 4217, 4226, 4231, 4232, 4248, 4258 und 4346.
 

Die letzten beiden Galaxien wurden übrigens nicht von Messier selbst entdeckt, sondern von Pierre Machain. der noch ein paar weitere Objekte zum Messier-Katalog beigetragen hat. 

Neben den vielen Galaxien habe ich auch noch einmal Ausschau gehalten, ob es nicht einen weiteren Kleinplaneten am Himmel gibt, den ich noch nicht fotografiert habe. Schließlich wurde ich bei (49)Aglaya fündig:

(47)Aglaya um 22:36 Uhr MESZ

  Für dieses Foto musste ich mich bei Einbruch der Dämmerung etwas beeilen, denn der Kleinplanet stand schon recht tief und würde wenige Minuten später hinter den Bäumen auf Nachbars Grundstück verschwunden sein. Aber immerhin gelang mir noch diese Aufnahme mit einer Belichtungszeit von 8,6 Minuten. (47)Aglaya ist im Moment nur 14, 2mag hell. Und viel lichtschwächere Objekte sind auf dem Bild auch noch gar nicht zu finden, dafür ist die Belichtungszeit einfach noch deutlich zu kurz. Aber so bin ich stolz, ein weiterer Kleinplanet (der 124.) in meiner Sammlung!

In meinen Wochenhinweisen hatte ich, wie die Zeitschrift Sterne und Weltraum auch mitteilte, auch auf Kleinplanet (1943)Anteros hingewiesen. Aber den habe ich leider immer noch nicht vor die Linse bekommen. Er steht leider zu tief im Westen. Wenn es ausreichend dunkel für ein Bild wäre, ist er schon hinter Nachbars Bäumen verschwunden. 

Weitere Beobachtungen folgen... 

Sonntag, 24. Mai 2026

23./24. Mai 2026: Eine weitere schöne Astronacht mit Mond, Planet und Supernovae

Das schöne Wetter bleibt uns über Pfingsten wohl treu. Hier ein paar weitere Beobachtungsobjekte:


Mond um 22:17 Uhr MESZ

Als erstes Objekt stand natürlich der Mond auf der Liste. Heute hat er das Erste Viertel erreicht. Das "Mond-V" lässt sich schon erahnen, das "Mond-X" jedoch nicht, es liegt noch zu sehr im Dunkeln. Leider hatte ich das diesmal gar nicht in meiner Wochenübersicht notiert, so ist dies mir erst beim Betrachten der fertigen Fotos am nächsten Morgen aufgefallen. Sonst hätte ich den Mond später in der Nacht vielleicht auch noch einmal fotografiert.

Jupiter mit Monden um 22:12 Uhr MESZ

Jupiter selbst ist auf diesem Bild überbelichtet, damit die vier galiläischen Monde gut sichtbar werden.  Rechts vom Jupiter befindet sich gerade der Mond Callisto (eigentlich der mit der größten Bahn, also oftmals eher "weit außen" zu sehen, und weiter rechts davon Mond Io (eigentlich der mit der engsten Bahn um Jupiter, also meist eher ganz nah am Planeten). Auf der linken Seite auf diesem Foto sieht man eng beieinander die Monde Europa und Ganymed, die sich beinahe gegenseitig bedecken. Zu solch engen Begegnungen kommt es zur Zeit öfters, im Kosmos Himmelsjahr sind diese extra als "Konjunktionen" tabellarisch festgehalten.  Dies Bild ist gegenüber dem richtigen Anblick seitenverkehrt, da ich für meine Kamerafixierung am Teleskop noch ein zusätzliches Zenitprisma genutzt habe.

 Und natürlich war ich auch wieder auf der Suche nach fernen Supernovae unterwegs:

NGC 5583 mit der SN2026jlm

 In der Mitte des Bildes ist die Galaxie NGC 5583 markiert. Und wenn sie dort ganz genau hinschauen, dann sieht man innerhalb der grünen Markierung etwas rechts unterhalb des Galaxiekerns einen weiteren kleinen Lichtpunkt. Das ist die Supernova SN2026jlm. Sie wurde am 12. April 2026 entdeckt und hat jetzt noch eine Helligkeit von ca. 16,5mag. Das Bild wurde netto eine knappe halbe Stunde belichtet.

 

NGC 6070 mit SN2026ejy

Diese Supernova in der Galaxie NGC 6070 wurde sogar schon am 25.  Februar diesen Jahres entdeckt. Sie ist eine Supernova vom Typ II. Auf diesem Bild, das gut zwanzig Minuten belichtet wurde ist sie im "Rauschen" in der Galaxie nicht sehr deutlich zu erkennen.

Deshalb hier noch einmal ein Ausschnitt aus dem Bild, nachdem ich es mit der Skycolor-Software von Vaonis entrauscht habe. Hier zeichnet sich die Supernova gut vom Hintergrund ab:

Das gleiche Bild wie oben, nur entrauscht.

 Und schließlich habe ich auch noch einmal ein Bild von "alten Freunden" gemacht. Mir war eingefallen, dass ich im Mai 2022 meine erste Vaonis Vespera Beobachtungsstation bekommen hatte und mein erstes Bild damit, das berühmte "first light" der Galaxie M 60 und der benachbarten Galaxie NGC 4647 mit der Supernova SN2022hrs galt. Heute, vier Jahre später,  ist von dieser Supernova nichts mehr zu sehen:

M60 und NGC 4647 am 23. Mai 2026, 18 Minuten belichtet


 Im Mai 2022 sah mein erstes Foto dieser Gegend so aus:

M60 und Umgebung am 3. Mai 2022, 30 Minuten belichtet.

 Man erkennt nicht nur den Unterschied mit der Supernova damals und heute. Sondern es lässt sich auch gut erkennen, welche Fortschritte die automatische Bildverarbeitung seitdem gemacht hat. Das Rauschen ist deutlich weniger geworden, was nicht zuletzt vor längerem auch durch das Einführen des "Dithering" erreicht wurde. Okay, für einen faireren Vergleich hätte ich das neue Bild sicherlich auch 30 Minuten belichten sollen. Vielleicht erstelle ich so einen Vergleich noch einmal neu. Aber nicht mehr heute, da warten schon die nächsten neuen Ziele auf mich...

 

Samstag, 23. Mai 2026

25. - 31. Mai 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

Am Ende dieser Woche haben wir Vollmond. Von den hellen Planeten sind am Abendhimmel Venus und Jupiter zu sehen, die sich in diesen Tagen immer näherkommen. Beide gehen kurz nach Mitternacht im Westen unter. Vielleicht kann man gegen 22 Uhr Merkur, nur drei, vier Grad über dem Horizont im Westen finden, das bedarf jedoch eines sehr guten, freien Blicks zum Horizont. Am Morgenhimmel kann vielleicht Saturn tief im Osten gefunden werden, er geht um ca. 3:30 Uhr auf. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 25. Mai, Pfingstmontag, geht die Sonne um 5:19 Uhr auf und erst um 21:25 Uhr unter. Der helle Tag dauert also schon länger 16 Stunden. Derr Mond bedeckt um 0:25 Uhr im Südwesten den 5,4mag Stern 79 Leo. Am Abend ist der Mond zu 74 Prozent beleuchtet. Um 23:49 Uhr kommt es zu einer weiteren Sternbedeckung, diesmal ist der Stern (HIP59182) jedoch nur 7,5mag hell.

Am Dienstag, den 26. Mai, steht Kleinplanet (216)Kleopatra (11,5mag) in nur 1,5 Bogenminuten Abstand zu Zeta Sct (4,7mag). Der Mond geht gegen 16:30 Uhr auf, am Abend ist er zu 82 Prozent beleuchtet.

Am Mittwoch, den 27. Mai, ist der Mond am Abend zu 89 Prozent beleuchtet.

Am Donnerstag, den 28. Mai, bedecken sich um 23:13 Uhr die Jupitermonde Io und Europa gegenseitig. Der Mond geht gegen 19 Uhr auf und ist um 23 Uhr zu 94 Prozent beleuchtet.

Am Freitag, den 29. Mai, erreicht Kleinplanet (29)Amphitrite (9,4mag) ihre Oppositionsstellung. Leider befindet sie sich im Skorpion sehr weit südlich, ca. 4° Grad tiefer als Antares. Der Mond zieht in der Nacht auch in das Sternbild Skorpion, mit 98 Prozent ist er schon fast voll beleuchtet.

Am Samstag, den 30. Mai, geht der Mond um 21:27 Uhr auf und es beginnt eine kurze Vollmondnacht. Kleinplanet (21)Lutetia steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Sonntag, den 31. Mai, erreicht der Mond exakt um 10:46 Uhr seine Vollmondposition. Dann steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. Er geht am Morgen um 4:30 Uhr unter und am Abend um 22:30 Uhr auf. Im Sternbild Skorpion hält er sich noch unterhalb von Antares auf und erreicht nur eine maximale Höhe von 11° Grad über dem Horizont.

22./23. Mai 2026: Sternenklare Nacht mit Sternbedeckung

 Die Nacht von Freitag auf Samstag war wie angekündigt sternenklar. Hier schon mal ein paar Fotos. Der Mond war schon am Nachmittag gut zu sehen, nach Sonnenuntergang kamen alsbald auch Venus und Jupiter hinzu.

Mond, Jupiter und Venus um 22:15 MESZ

Der Mond ist auf diesem Bild einfach zu finden, aber entdecken Sie auch Jupiter und die Venus? Die Venus hat es am schwersten, aber sie scheint trotz der noch leicht vorhanden Schleierwolen dicht über dem Horizont (rechts unten im Bild). Jupiter steht gleich neben dem Rand des Baumes, etwas rechts, nicht ganz in der Mitte des Bildes. Der Abstand von Jupiter zum Mond ist ungefähr doppelt so groß wie der Abstand zwischen Jupiter und Venus.

Das Bild entstand mit meiner Nikon Coolpix P950 Kamera im Weitwinkelmodus. Mit dem 2000mm-Telezoom sieht der Mond in der gleichen Kamera so aus:

Der Mond im 2000mm Zoom um 22:16 Uhr MESZ

 Vorher gab es bereits um 21:51 Uhr eine Sternbedeckung durch den Mond. Die war in der noch hellen Dämmerung gar nicht einfach zu fotografieren, stand doch die Sonne gerade mal 4° Grad unter dem Horizont. Mit dem bloßen Auge war die Venus schon zu erkenenn, aber sonst noch nicht viel mehr. Ich habe ab ca. 21:45 Uhr versucht, den Stern neben dem Mond abzubilden, doch es gelang mir erst ganz kurz in der letzten Minute vor der Finsternis. 

Genutzt habe ich mein großes Celestron C8 Teleskop, bei dem ich meine Kamera Canon RP in den Okularauszug gesteckt hatte. Hier mein letztes Bild vor der Bedeckung noch mit dem 5,4mag hellen Stern Psi Leo und dem ersten Bild ohne Stern, der dann vom dunklen Mondrand bedeckt wird. 

linkes Bild: 21:50:58.22 MESZ, rechtes Bild 21:51:01.04 MESZ 

 Die Uhrzeiten der Bilder sind der Kamera entnommen, sie sind nicht geeicht. Die Bilder sind auch nicht weiter bearbeitet, man erkennt Sensorflecken und auch eine starke Vignettierung. Der Stern Psi Leo befindet sich in der linken Aufnahme in der Mitte des Bildes. Aufgenommen wurden beide Bilder mit 1/4 Sekunde Belichtungszeit und bei ISO800. Leider ist kein Kontrast zwischen dem dunklen Teil des Mondes und dem Himmelshintergrund zu erkennen.

Ich habe in der Nacht noch einige weitere Objekte besucht, aber das publiziere ich erst später. Jetzt will ich gleich wieder nach draußen, die Sonne genießen. 

Freitag, 22. Mai 2026

21. Mai 2026: Mond mit starker Libration und NGC 3437

 Für die nächsten Tage ist viel Sonnenschein angekündigt. Und auch die Nächte sollen klar werden. Hoffentlich stimmt das, und es treten nicht doch noch im letzten Moment hohe Schleierwolken auf,  oder gar Nebel. Und wenn es so schnell richtig warm wird ist das leider auch häufig nicht gut für das "seeing". Wenn die Luft zu stark flimmert, lassen sich auch keine feinen Details mehr fotografieren.

Aber bleiben wir optimistisch. Es wird in den Nächten der kommenden acht Wochen ohnehin nicht mehr astronomisch dunkel. Da muss man dann eben probieren aus der Not eine Tugend zu machen und zum Beispiel den Mond zu fotografieren. Aber auch andere Objekte wie helle Galaxien oder Sternhaufen können immer wieder nett sein.

So habe ich auch gleich die Nacht vom Donnerstag auf Freitag, vom 21. zum 22. Mai genutzt. Leider musste ich am Freitag früh raus, habe also nur die ersten knapp zwei Stunden Dunkelheit bis zur Mitternacht nutzen können.

Hier zunächst ein Bild des Mondes:

Der Mond am 21. Mai 2026 um 22:23 Uhr MESZ

 Wer sich schon oft Bilder des Mondes angeschaut hat, erkennt sofort die starke Libration. Das Mare Crisium steht weit ab vom Rand. Dadurch sind rechts am Rand weitere Mare zu erkennen, die man nicht alle Tage von der Erde aus zu sehen bekommt. Noch neben dem Mare Crisium ist dies das Mare Marginis und etwas unterhalb davon das Mare Smythii. Zwischen den Maren ist der Krater Neper zu erkennen. Dieser hat eigentlich eine kreisförmige Struktur wie die meisten Krater, da wir aber praktisch nur ganz flach von der Seite auf ihn schauen, sieht er sehr oval aus.

Und dann wollte ich auch wieder nach einer weiteren Supernova Ausschau halten:

NGC 3437 am 22.5.2026, kurz nach Mitternacht

 Dies ist ein Ausschnitt aus dem originalen Bild. Im Original waren teilweise Aufhellungen zu sehen, die an einer Seite wohl vom hellen Mond stammten, auf zwei anderen Seiten leider durch durchziehende Wolken verursacht wurden. Aber da mich nur die Mitte des Bildes interessiert, habe ich das schlicht weggeschnitten.

In der Mitte des Bildes ist die Galaxie NGC 3437 im Sternbild Löwe zu erkennen. In dieser Galaxie wurde am 22. April die Supernova SN2026kie entdeckt. Leider ist die SN in meinem Bild nicht wirklich zu identifizieren, da sie sehr nahe am Zentrum der Galaxie steht. Mit größerem Gerät erstellte Fotos zeigen die SN sehr deutlich, z.B. von Markus Kempf oder Manfred Mrotzek, beide konnten die SN noch in einem frühen Stadium fotografieren, als die helligkeit noch bei 17mag lag. In der Zwischenzeit ist sie auf ca, 15,5mag angestiegen. In meinem Bild lässt sich die SN durch die Helligkeit im inneren der Galaxie erahnen, aber eben nicht so detailliert abbilden wie in den Fotos der beiden genannten Astrofreunde.

Mal sehen, was die nächsten Tage oder Abende an unserem Himmel so bringen werden. 

Montag, 18. Mai 2026

18. Mai 2026: Mond, Venus und Jupiter und ISS teilweise hinter Wolken

 Am Abend des 18. Mai 2026, klarte der Himmel in Richtung Nordwesten auf und gleich nach Sonennuntergang machte ich mich auf, um Ausschau nach der Modsichel und der Venus zu halten. Und tatsächlich, die schmale Mondsichel war schnell gefunden und die Venus dann auch gleich etwas links vom Mond. Bis ich Jupiter mit dem bloßen Auge entdecken konnte, dauerte es noch ein wenig, aber eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang war auch er gut zu erkennen.

Mond, Venus und Jupiter um 21:45 Uhr

Das Bild wurde aufgenommen mit einer Canon RP, Brennweite 24mm, 1/60 Sekunde bei f/4.0 und mit ISO200.

Später konnte ich die schmale Mondsichel auch noch mit meinem Vespera fotografieren. Nachfolgend ein Einzelbildvon 22:36 Uhr, der Mond stand da nur noch 10° Grad über dem Horizont und war schon sehr rötlich eingefärbt. Einzelheiten sind schwer zu erkennen:

Mond um 22:36 Uhr

 Zwischen 22:36 Uhr und 22:42 Uhr sollte auch die ISS über unseren Abendhimmel fliegen. Genau um 22:40:43 Uhr, so die Vorausberechnung, wird sie dabei von meinem Garten aus gesehen über Arcturus, den hellsten Stern im Sternbild Bootes hinwegfliegen. Das wollte ich doch auch gerne fotografieren. Doch leider kam mir im entscheidenden Moment eine Wolke in den Weg.

Arcturus um 22:38 Uhr

 Auf diesem Bild ist Arcturus der hellste Stern auf diesem Foto, aber die von Westen heranziehenden Wolken kommen schon bedrohlich nahe.

Ich hatte auch mein Vespera in Stellung gebracht:

Arcturus im Vespera um 22:39 Uhr, nach 160 Sekunden Belichtungszeit

Doch leider ...
 

Um 22:39:30 ist Arcturus hinter Wolken verschwunden

 
ISS um 22:41:00 Uhr

Erst knapp 20 Sekunden nach der Begegnung mit Arcturus taucht die ISS hinter den Wolken auf. Schade! Es hat nicht viel gefehlt, hätten die Wolken nicht etwas langsamer ziehen können?

Da der Himmel anschließend sich immer weiter bewölkte, habe ich meine Geräte alle wieder ins Haus geholt und diesen kleinen Beobachtungsbericht fertig gestellt. Immerhin gab es ja doch einiges zu sehen. Auch meine Frau war vom Anblick des Mondes und der Venus begeistert! 

Und noch zwei kleine Nachträge:

- Schauen Sie sich noch einmal das Bild von Arturus an, das ich mit meiner Vespera gemacht habe. Dort ist in rechten unteren Bildecke eine sehr interessant geschwungene Kette von Sternen zu sehen. Dieser Asterismus wird auch "Napoleons Hut" genannt.

- und im übrigen: T CrB ist noch immer nicht zur Nova geworden (aber noch ist das Jahr auch nicht um):

T CrB am 18.5.26 um 22:35 Uhr

 T CrB hat immer noch eine Helligkeit von nur ca. 10,2 mag. Ich hatte diese Aufnahme als erstes gemacht, bevor ich mein Vespera auf Arcturus für die Begegnung mit der ISS eingestellt hatte.

 

Sonntag, 17. Mai 2026

18. - 24. Mai 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond wieder zu, es kommt zu interessanten Konstellationen mit den Planeten Venus und Jupiter. Die Venus als strahlender Abendstern geht gegen Mitternacht im Westen unter, Jupiter folgt ihr etwa eine Stunde später. Die anderen Planeten stehen zumeist noch zu dicht an der Sonne, um sinnvoll beobachtet werden zu können. Die ISS kann noch bei abendlichen Überflügen gesehen werden.

Am Montag, den 18. Mai, geht die Sonne bei uns um 5:28 Uhr auf und um 21:16 Uhr unter. Zwischen 0:35 Uhr und 2:07 Uhr sinkt die Sonne noch mehr als 18° Grad unter den Horizont, noch wird es also für rund 90 Minuten "astronomisch dunkel". Der Mond ist heute Abend zu 6 Prozent beleuchtet, die schmale Sichel steht knapp 5° Grad westlich (rechts) von der Venus entfernt. Der Mond geht etwas später als die Venus, kurz nach Mitternacht, unter. Die ISS fliegt zwischen 22:36 Uhr und 22:42 Uhr in maximal 64° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Dienstag, den 19. Mai, ist die Mondsichel am Abend zu 13 Prozent beleuchtet. Der Mond befindet sich grob auf halber Strecke zwischen Venus und Jupiter und geht gegen 1:10 Uhr unter. Die ISS ist zwischen 23:26 Uhr und 23:29 Uhr kurz im Südwesten zu sehen, ehe sie in der Nähe von Spica im Erdschatten verschwindet.

Am Mittwoch, den 20. Mai, ist am Abend der Mond etwas oberhalb und östlich von Jupiter zu finden. Der Abstand beträgt knapp 4 Grad. Die Mondsichel ist zu 22 Prozent beleuchtet. Die ISS ist zwischen 22:38 Uhr und 22:43 Uhr in maximal 38° Grad Höhe bei einem Überflug zu sehen. Bereits in der Frühe gegen 3:00 Uhr steht Kleinplanet (70)Panopaea (10,9mag) nur 1,5' Bogenminuten entfernt vom Doppelstern HIP75504 (7,7mag).

Am Donnerstag, den 21. Mai, ist der zu 33 Prozent beleuchtete Mond in das Sternbild Krebs weitergezogen. Er geht erst kurz nach 2:00 Uhr am Freitag unter. Um 22:35 Uhr bedeckt der Mond den 6,4mag hellen Stern HIP43427. Die ISS ist gegen 23:30 Uhr kurz im Südwesten, aber nur noch maximal 14° Grad über dem Horizont zu sehen. Vorher kommt es gegen 21:52 Uhr auf einer Linie von Oelde - Mastholte - südl. Paderborn - Wewer - Grundsteinheim - Willebadessen zu einem Transit der ISS vor dem Mond. Der Mond steht dann ca. 37° Grad über dem Horizont, die ISS wird jedoch am Himmel selbst wegen der noch sehr hellen Dämmerung nicht zu sehen sein. Kleinplanet (92)Undina (11,3mag) steht um 3:00 Uhr 7' Bogenminuten entfernt von HIP76603 (6,4mag).

Am Freitag, den 22. Mai, ab heute sinkt die Sonne in der Nacht keine 18° Grad mehr unter den Horizont, wir haben also keine "astronomische Dunkelheit" mehr, Richtung Norden bleibt es immer etwas dämmerig. Jetzt könnte allmählich wieder die Saison der NLCs, der Nachtleuchtenden Wolken, beginnen. Im letzten Jahr war dies in der Nacht vom 25./26. Mai der Fall. Der Mond ist am Abend zu 43 Prozent beleuchtet. Um 21:50 Uhr bedeckt der Mond den 5,4mag hellen Stern Psi Leo. Kurz nach Mitternacht (um 0:12 Uhr am 23.5.) kommt es zu einer weiteren Sternbedeckung eines nur 7,5mag hellen Sternchens (HIP48060). Die ISS ist in dieser Abendsichtbarkeitsperiode heute zwischen 22:40 Uhr und 22:44 Uhr in maximal 20° Grad Höhe letztmalig zu sehen. Erst am 23. Juni beginnt wieder eine Periode der Morgensichtbarkeiten.

Am Samstag, den 23. Mai, erreicht der Mond um 13:11 Uhr exakt das Erste Viertel. Dann ist er bei uns gerade aufgegangen, am hellen Taghimmel aber sicherlich kaum zu finden. Am Abend (22 Uhr) ist er bereits zu 54 Prozent beleuchtet.

Am Sonntag, den 24. Mai, ist der Mond am Abend zu 64 Prozent beleuchtet. In der letzten Woche hatte ich auf den erdnahen Kleinplaneten (1943)Anteros hingewiesen, er steigt in dieser Woche von Tag zu Tag etwas höher am Nachthimmel auf und ist vielleicht diese Woche sogar etwas besser zu finden. Die genauen Koordinaten findet man z.B. bei heavens-above.