Samstag, 24. Oktober 2026

Weitere Kleinplaneten: (2)Pallas, (4)Vesta, (46)Hestia, (126)Alkeste, (236)Honoria und (622)Esther

 In den ersten Oktobertagen standen auch mehrere Kleinplaneten auf dem Beobachtungsprogramm:

(46)Hestia am 14. Oktober 2026 um 23:17 MESZ

 (46)Hestia leuchtet mit ca. 10,9mag. Leider konnte dieses Bild nur knapp über 2 Minuten belichtet werden (140 Sekunden). Hestia wurde 1857 entdeckt.

(124)Alkeste am 14.10.26 um 23:37 Uhr MESZ

 (124)Alkeste wurde 1872 entdeckt. Auf meinem Bild hat sie eine Helligkeit von 11,5mag. Das Foto wurde 5 Minuten lang belichtet.

 

(622)Esther am 12.10.26 um 23:58 Uhr MESZ

 (622)Esther wurde im November 1906 entdeckt, also vor gut 120 Jahren. Dieses Bild wurde 400 Sekunden, also knapp 7 Minuten lang belichtet. (622)Esther hat eine Helligkeit von nur 12,1mag.

 

(4)Vesta am 12.10.26 um 23:47 Uhr MESZ


 (4)Vesta
habe ich schon häufiger fotografiert. Sie nähert sich jetzt wieder ihrer Opposition und war am 12. Oktober 6,5mag hell, was man auch gut auf dem Bild erkennen kann. Was mich etwas überrascht, dass die beiden Bilder vom 12. Oktober das gesuchte Objekt nicht in der Mitte anzeigen, sondern etwas verschoben nach rechts. Habe ich vielleicht veraltete Koordinaten verwendet? Es ist mir zumindest eine Lehre, auch bei Kleinplaneten nicht "blind" auf die Angaben in Stellarium zu vertrauen, sondern immer noch einmal zu prüfen, ob die Koordinaten auch wirklich aktuell vom MPC importiert worden sind.

(236) Honoria am 3.10.26 um 23:48 Uhr MESZ


 (236) Honoria
wurde 1884 entdeckt. Dieser Asteroid ist 11,2mag hell. Mein Foto wurde insgesamt etwas über fünf Minuten belichtet. Zuletzt hatte ich Honoria am 5. September beobachtet, sie hat sich seit dem schon ein ordentliches Stück über den Himmel bewegt, aber noch befindet sie sich im Sternbild Fische.

(2)Pallas am 5.10.26 um 23:21 Uhr MESZ

 (2) Pallas dreht zur Zeit ihre Runde unterhalb von (4)Vesta, Saturn oder anderen Kleinplaneten durch das Sternbild Walfisch. Am 5.10.26 war sie 8,4mag hell. Auch (2)Pallas habe ich schon häufig für meinen Blog fotografiert oder zumindest erwähnt.

Freitag, 23. Oktober 2026

Saturn in Opposition (vom 4. Oktober)

 Am 4. Oktober 2026 stand Saturn genau in Opposition zur Sonne. Also von der Erde aus gesehen genau gegenüber zur Sonne. Steht ein Planet oder Kleinplanet genau gegenüber der Sonne verhält er sich wie der Vollmond, er geht auf, wenn die Sonne untergeht und er geht unter, wenn am Morgen die Sonne aufgeht. Ein Objekt "in Opposition" ist also praktisch die ganze Nacht über zu sehen.

Da die Saturnopposition genau in die Schönwetterperiode zu Beginn des Oktobers fiel, habe ich Saturn mit verschiedenen Optiken beobachtet und fotografiert.

Dabei hatte ich auch eindlich mal wieder mein großes Teleskop, das Celestron C8 auf die Terasse geholt, um Saturn insbesondere mit einer ZWO ASI 178 MC Kamera abzulichten. Diese Kamera wird einfach in den Okularauszug des Fernrohrs gesetzt und dann werden zur Planetenbeobachtung kleine Filme aufgenommen. So ein Filmchen bvon zwei oder vier Minuten LÄnge esteht aus mehreren tausend Einzelbildern, diese werden dann gestacked, um so ein möglichst scharfes Bild des Planeten zu erzeugen.

Hier gleich mal ein Ergebnis, Saturn im C8 bei 2000mm Brennweite:

Saturn am 5.10.26 um 22:52 Uhr MESZ bei f=2000mm

 Das Bild habe ich hier gleich in Originalgröße eingestellt. Es ist schon spannend, dieses Bild genauer zu betrachten. Auffällig der helle mittlere Streifen auf dem Saturn. Der Ring ist leicht zu erkennen, aber schauen Sie einmal etwas genauer auf die Spitzen rechts und links des Rings. Ist da nicht auch eine leichte Verdunkelung zu erkennen?

Ja, das ist kein Artefakt der Bildbearbeitung, sondern der Saturnring hat tatsächlich eine (dunkle) Lücke, es ist die "Cassinische Teilung" des Saturnrings in einen Ring A und einen Ring B.  

Diese Teilung ist deutlicher zu erkennen, wenn wir die Vergrößerung des Saturnbildes erhöhen, also die Brennweite verlängern.

Diese konnte ich mit einer Barlowlinse erreichen, welche die Brennweite verdoppelt. Das nachfolgende Foto ist also bei 4000mm Brennweiter entstanden:

Saturn am 5.10.26 um 23:01 Uhr MESZ bei f=4000mm

 Auch dieses Bild habe ich wieder in Originalgröße eingestellt. Die Teilung ist in diesem Maßstab deutlich besser zu sehen. Aber es fallen auch andere "Bildstörungen" auf. Nach rechts unten erscheint Saturn leicht bläulich, nach links oben hin eher rötlich. Dieser Effekt ist der athmosphärischen Dispersion geschuldet. Es gibt dagegen spezielle ADC-Korrektoren, ich habe mir auch so einen gekauft, muss die richtige Einstellung dieses Teils noch finden, bzw. damit üben. Leider verliere ich Saturn beim Verschieben der "Korrekturlinsen" immer ganz schnell aus dem Bildfeld.

 

Sonntag, 18. Oktober 2026

19. - 25. Oktober 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir am Sonntag endlich wieder die Zeitumstellung auf Normalzeit, die "klassische" MEZ. Der Mond nimmt kräftig zu, sein helles Licht macht deep-sky Beobachtungen schwerer. Von den hellen Planeten ist Saturn immer noch (fast) die ganze Nacht über zu sehen. Mars geht gegen 1:00 Uhr auf, Jupiter folgt eine Stunde später. Uranus ist ab ca. 20 Uhr beobachtbar und Neptun in etwa ähnlich wie Saturn. Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen zu sehen. 

Am Montag, den 19. Oktober, geht die Sonne um 7:56 Uhr auf und um 18:23 Uhr unter, der helle Tag ist gegenüber dem letzten Montag schon wieder 27 Minuten kürzer geworden. Die ISS fliegt zwischen 6:31 Uhr und 6:37 Uhr in maximal 40° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Der Mond geht bald nach 16 Uhr auf, er ist am Abend um 22:00 Uhr zu 61 Prozent beleuchtet. Zwischen 21:20 Uhr und 23:30 Uhr kann auf dem Mond der Hesiodus-Strahl beobachtet werden. Der Mond geht erst um 0:40 Uhr am Dienstag unter.

Am Dienstag, den 20. Oktober, taucht die ISS um 5:45 Uhr in Richtung SSO aus dem Erdschatten auf und fliegt in den kommenden vier Minuten schnell nach Osten der Sonne entgegen. Ein zweites Mal fliegt sie zwischen 7:19 Uhr und 7:27 Uhr in maximal 78° Grad Höhe über unseren morgendlichen Dämmerungshimmel hinweg. Der Mond ist am Abend bereits zu 70 Prozent beleuchtet. Um 21:16 Uhr bedeckt der Mond einen 7,3mag schwachen Stern (HIP 106456ab).

Am Mittwoch, den 21. Oktober, fliegt die ISS zwischen 6:33 Uhr und 6:40 Uhr in maximal 66° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Bereits um 0:40 Uhr erreicht der veränderliche Stern Algol (Beta Per) ein Helligkeitsminimum. Der Mond geht um 16:33 Uhr auf. Dann kann auch noch bis ca. 18:30 Uhr der "Goldene Henkel" am Mond beobachtet werden, Am Abend um 22 Uhr ist er dann zu 79 Prozent beleuchtet. Um 23:40 Uhr bedeckt der Mond den 7,2mag hellen Stern HIP 110580, 

Am Donnerstag, den 22. Oktober, taucht die ISS um 5:47:45 in Richtung SSO kurz vor Mars und Jupiter aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann knapp oberhalb dieser beiden Planeten schnell Richtung Osten. Zwischen 7:21 Uhr und 7:28 Uhr fliegt die ISS noch einmal hoch über unseren Himmel hinweg, um 7h:24m:20s fliegt sie dabei durch unseren Zenit, also genau über unsere Stadt hinweg. Der Mond leuchtet am Morgen noch bis zu seinem Untergang 3:11 Uhr, am Nachmittag geht er um 16:45 Uhr auf und ist am Abend zu 87 Prozent beleuchtet. um 5:00 Uhr steht Kleinplanet (622)Esther (11,9mag) in nur 3' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP 10854 (6,5mag).

Am Freitag, den 23. Oktober, fliegt die ISS zwischen 6:35 Uhr und 6:42 Uhr noch einmal mit maximal 87° Grad Höhe fast genau über unsere Stadt hinweg. Der Mond nähert sich Abend dem Planeten Saturn, er ist zu 93 Prozent beleuchtet, wir haben heute starke "Libration Ost", d.h. das Mare Crisium steht nahe am Rand. Am Morgen um 2:49 Uhr bedeckt der Mond den 5,8mag hellen Stern HIP 114822, der Mond steht dann noch ca. 13° Grad über dem Horizont in Richtung WSW. Um 2:00 Uhr steht Kleinplanet (27)Euterpe (11,1mag) in6,5' Bogenminuten Abstand zu Delta Cnc (3,9mag). Und um 6:00 Uhr steht (6)Hebe (10,7mag) in 9,5' Bogenminuten Abstand zu Omicron Leo.

Am Samstag, den 24. Oktober, ist die ISS nach dem Austritt aus dem Erdschatten um 5:50 Uhr in 68° Grad Höhe und Richtung OSO für kurze vier Minuten im Osten auf dem Flug zum Horizont zu sehen. Zwischen 7:23 Uhr und 7:30 Uhr fliegt sie ein weiteres Mal in maximal 81° Grad Höhe über unseren Dämmerungshimmel hinweg. Der Mond ist am Abend schon an Saturn vorbei gezogen, er ist zu 98 Prozent beleuchtet und strahlt praktisch die ganze Nacht über. Um 21:00 Uhr steht (8)Flora (10,9mag) in 4,5' Bogenminuten Abstand zu 51 Sgr (5,7mag)

Am Sonntag, den 25. Oktober, haben wir wieder die Zeitumstellung von der Sommerzeit auf die Normalzeit. Die Uhren werden um 3:00 Uhr noch einmal um eine Stunde zurück gestellt, so dass wir die Stunde von 2:00 Uhr auf 3:00 Uhr gleich zweimal haben. Sind wir die Morgende vorher immer automatisch um 8:00 Uhr aufgewacht, so ist es jetzt also erst 7:00 Uhr, wir könnten also noch eine Stunde länger schlafen. Dadurch verändern sich aber auch die Zeiten von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. War am Samstag der Sonnenaufgang noch um 8:05 Uhr und Sonnenuntergang um 18:12 Uhr, so sind diese Zeiten jetzt 7:06 Uhr und 17:10 Uhr. Es wird also am Abend "früher" dunkel. Die ISS fliegt heute zwischen 5:37 Uhr und 5:44 Uhr in maximal 88° Grad Höhe ein weiteres Mal fast genau ü+er unsere Stadt hinweg. Der Mond geht um 16:24 Uhr auf, um 5:12 Uhr am Montag erreicht er seine exakte Vollmondposition.

Sonntag, 11. Oktober 2026

12. - 18. Oktober 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 Anfang Oktober gab es eine Reihe schöner Tage und klarer Abende, an denen ich viele astronomische Beobachtungen machen konnte. Leider fehlte mir bislang die Zeit, diese hier in meinem Blog zu dokumentieren. Ich will mich bemühen, diese hier nach und nach einzustellen. Doch nun erstmal die Übersicht für die neue Woche.

In dieser Woche hält der Mond sich anfangs noch verborgen, er steht zu weit südlich und geht praktisch schon mit der Sonne unter, ab Mittwoch nimmt er dann langsam wieder zu. Von den hellen Planeten ist Saturn die ganze Nacht zusehen, Mars geht um ca. 1:00 Uhr auf und Jupiter folgt gegen 2:30 Uhr in der Frühe. Die ISS kann ab Donnerstag wieder bei morgendlichen Überflügen gesichtet werden.

Am Montag, den 12. Oktober, geht die Sonne um 7:44 Uhr auf und um 18:38 Uhr unter. Die Tage werden jetzt schnell kürzer, heute dauert der helle Tag bei uns keine 11 Stunden mehr. In der Frühe lässt sich vielleicht eine der schönsten Begegnungen am Sternenhimmel des ganzen Monats beobachten: Der rote Planet Mars steht in den dunklen Morgenstunden genau mitten im Sternhaufen M44, der Praesepe. Bei Jupiter wird in den frühen Morgenstunden gegen 3:38 Uhr der Mond Io durch den Mond Europa verfinstert und später ab ca. 7:00 Uhr bedeckt. 

Am Dienstag, den 13. Oktober, steht Kleinplanet (4)Vesta (6,5mag) im Sternbild Walfisch in Opposition zur Sonne, 

Am Mittwoch, den 14. Oktober, ist der Mond vielleicht erstmalig tief im Südwesten in der Nähe von Antares zu sehen. Er geht um 19:35 Uhr unter und ist schon zu 16 Prozent beleuchtet. In der Nacht zum 15. Oktober zieht Kleinplanet (622)Esther (12,0mag) in nur 1,5' Bogenminuten Abstand an Stern HD14857 oder auch TYC 4694-1053-1 (8,4mag) vorüber.

Am Donnerstag, den 15. Oktober, ist der Mond am Abend zu 25 Prozent beleuchtet und geht um 20:17 Uhr unter. Die ISS zieht zwischen 6:28 Uhr und 6:32 Uhr in nur 10° Grad Höhe sehr flach über unseren südöstlichen Horizont hinweg.

Am Freitag, den 16. Oktober, steht der Mond im Sternbild Schütze und ist zu 33 Prozent beleuchtet, er geht um 21:10 Uhr unter.  Um 19:16 Uhr bedeckt der Mond den 4,5mag hellen Stern HIP88839. Diese Bedeckung findet in nur 7° Grad Höhe leider sehr horizontnah statt. Die ISS fliegt zwischen 7:15 Uhr und 7:21 Uhr in maximal 29° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg, dabei fliegt sie um 7:17 Uhr ganz dicht an Sirius vorbei.

Am Samstag, den 17. Oktober, steigt der Mond maximal 11° Grad über dem Horizont auf, er ist zu 42 Prozent beleuchtet und geht um 22:14 Uhr unter. Die ISS fliegt zwischen 6:28 Uhr und 6:35 Uhr in maximal 21° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel entlang.

Am Sonntag, den 18. Oktober, erreicht der Mond exakt um 18:13 Uhr das Erste Viertel. Er geht am Abend um 23:25 Uhr unter. Die ISS ist heute früh zweimal zu sehen. Um 5:42 Uhr tritt sie unterhalb von Sirius im Sternbild Großer Hund aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann schnell nach Südosten dem Horizont entgegen, beim zweiten Überflug fliegt sie zwischen 7:16 Uhr und 7:23 Uhr in maximal 52° Gard Höhe sogar etwas oberhalb von Jupiter über unseren Morgenhimmel hinweg.

4. Oktober 2026: Noch einmal NGC 7331 mit SN2026aaiv und vielen weitere Galaxien

 NGC 7331 und seine Umgebung begeistert mich immer wieder. Im letzten Jahr gab es dort schon die Supernova SN2025rbs (im Maximum 11,6mag hell), in diesem Jahr jetzt SN2026aaiv, ebenfalls mit 11,5mag sehr hell.

NGC 7331 am 4.10.2026 um 20:44 Uhr MESZ

 Das Bild wurde knapp zwei Stunden lang belichtet. Aber es zeigt nicht nur die helle Galaxie NGC 7331 in der Bildmitte, sondern viele weitere Objekte, wie sich aus der Analays von nova.astrometry.net zeigt. Allein 16 NGC-Objekte befinden sich in diesem Himmelsausschnitt. Sind das alles ferne Galaxien?

Das gleiche Bild mit weiteren Galaxien-Kennungen

Die Galaxien im rechten Teil des Bildes gehören zu Stephans Quintett, mit den Galaxien NGC 7317, 7318, 7319 und 7320. Stephans Quintett wurde nicht zuletzt dadurch berühmt, das es als Motiv für eine der ersten Aufnahmen des JWST ausgewählt wurde.

Auf dem Bild sind aber auch noch viele weitere Galaxien zu sehen, NGC 7315, 

Einige der Einträge im NGC Katalog haben sich am Ende jedoch nicht als ferne Galaxien herausgestellt, sondern z.B. als einfache oder doppelte Sterne wie in diesem Fall hier: NGC 7325, NGC 7326, NGC 7327, NGC 7333 und NGC 7338.

 NGC 7335, NGC 7336, NGC 7337, NGC 7340 und NGC 7343 sind dagegen wirklich ferne Galaxien.

IC 1405 ist dagegen wiederum auch nur ein Doppelstern. 

Es macht schon richtig Spaß, die vberschiedenen Bilder von NGC 7331 aus den letzten Jahren zu vergleichen. Das Aufleuchten und spätere schwächer werden der Supernovae zu vergleichen udn auch die Umgebung dieser Galaxie nach anderen interessanten Objekten zu untersuchen. Dabei kann man sich dann verschiedene Fragen stellen: welche Galaxie ist die amweitesten entfernte in meinem Bild? Welche ist die größte? Oder auch: stehen die Galaxien von Stephans Quintett wirklich in Wechselwirkung miteinander oder nur zufällig in der gleichen Blickrichtung? Meine Bilder geben da einen ersten Anstoß, über Wikipedia udn die dort genannten Quellen kann man dann weiter forschen. 

1.-6. Oktober 2026: Einige Messier-Objekte

Die Beobachtung von Objekten aus dem Messier-Katalog macht immer wieder besondere Freude. Charles Messier war wohl der erste "Kometenjäger" als Astronom. Aber das ist aus meiner Sicht überhaupt nicht überraschend, konnte er als 13-jähriger doch schon den berühmten mehrschwänzigen Kometen C/1743 XI beobachten. Systematisch arbeitend hatte er später dann viele "Nebelflecke", die sich nicht als Kometen herausstellten, katalogisiert und somit einen Katlog von wunderschönen Sternhaufen, Nebeln und anderen lohnenswerten Objekten geschaffen.

Hier wieder einige dieser Objekte, die ich in den ersten Oktobertagen 2026 beobachtet habe.

Andomedagalaxie mit Begleitern

 Auf diesem Bild sind gleich drei Messier-Objekte zu sehen. Die Große Andromedagalaxie ist M 31,  unterhalb des hellen Kerns von M 31 befindet sich der kleine Begleiter M 32, und rechts oberhalb die zweite Begleitgalaxie M 110.

Das Bild wurde im Mosaic-Modus meines Vespera Pro erstellt und insgesamt 105 Minuten belichtet. Wenn ich Zeit finde, möchte ich es gerne mal nach besonderen Objekten in M31 untersuchen, die hellsten Kugelsternhaufen sollten darin schon zu finden sein.

Messier 74

 M 74 im Sternbild Fische habe ich etwas über eine halbe Stunde belichtet. Da diese Galaxie keine hohe Flächenhelligkeit besitzt, wird sie auch die "Phantom-Galaxie" genannt. Von dieser Galaxie gibt es viele phantastische Aufnahmen der Satellitenteleskope Hubble, JWST oder auch Spitzer.

 

M 71 am 3.10.26

 M 71 ist ein Kugelsternhaufen im Sternbild Pfeil. In mitten der vielen Sterne der Milchstrasse fällt er zunächst gar nicht so auf, auf den ersten Blick könnte es auch ein "offener Sternhaufen" sein. Dieses Bild wurde etwas über eine halbe Stunde belichtet.

M 11, am 4.10.26

 Im Vergleich zu M 71 hier einmal der "Wildentenhaufen", M 11 im Sternbild Schild. Dieser gilt als einer der kompaktesten offenen Sternhaufen. Auch dieses Bild wurde wieder etwas über eine halbe Stunde belichtet.

 

M 18 am 3.10.26

M 18 ist ein sehr lockerer offener Sternhaufen im Sternbild Schütze. Leider konnte ich hier nur gut 13 Minuten belichten, bevor das Objekt hinter Wolken verschwand. Bei längerer Belichtungszeit wären wahrscheinlich noch ein paar mehr schwach leuchtende Sterne zur Geltung gekommen.

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 6. Oktober 2026

1. - 6. Oktober 2026: Viele schöne klare Nächte

Anfang Oktober gab es eine wunderschöne Schönwetterperiode mit vielen recht klaren Nächten. Vielfach zogen auch Schleierwolken durch, so dass fotografieren nicht immer einfach war, aber da es auch auf den Neumond zuging, konnte ich doch eine ganze Menge Aufnahmen machen. Kalt wurde es auch und vor allem feucht. Meine Geräte draußen wurden oft klatschnass, aber immer noch lieber so als die dichten Herbstnebel, die an vielen Stellen Deutschlands jetzt auftauchen.

Ich konnte die ganze Vielfalt des Sternenhimmels beobachten. Tagsüber die Sonne mit ihren Flecken, ferne Galaxien mit ihren Supernovae, planetarische Nebel und auch unseren Ringplaneten Saturn, veränderliche Sterne (im übrigen, bei T CrB ist immer noch alles ruhig), Kometen, Kleinplaneten, bis hin zum abnehmenden Mond in den späten Nachtstunden. 

Ich kann gar nicht über alles berichten. Hier erstmal nur eine kleine Auswahl:

NGC 6210 am 4. Oktober 2026 um 22:10 Uhr MESZ


 NGC 6210 wird auch der Schildkrötennebel genannt. Besondere Einzelheiten sind bei diesem planetarischem Nebel mit meinem Vespera Pro nicht zu erkennen, dafür sind diese Geräte eigentlich auch gar nicht geeignet. Ich hatte diesen planetarischen Nebel schon einmal beobachtet, im August 2024. Das war jedoch in einer Vollmondnacht. Mein Bild damals hatte ich 35 Minuten belichtet, das Bild jetzt jedoch nur zehn Minuten! Trotzdem zeigt es viel mehr schwächere Sterne. Dies zeigt deutlich, wie wichtig für die Beobachtung ein dunkler Himmel ist. Bei Vollmond ist ein dunkler Himmel nirgendwo zu finden. Das Foto jetzt wurde noch deutlich vor dem Mondaufgang um 0:33 Uhr aufgenommen.

Inzwischen habe ich eine Reihe weiterer Postings mit Beobachtungsergebnissen aus dem Oktober geschrieben und veröffentlicht.