Sonntag, 13. September 2026

14. - 20. September 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 Gleich am Montagvormittag bedeckt der Mond die Venus am Taghimmel, im Laufe der Woche nimmt der Mond weiter zu und erreicht am Freitag das Erste Viertel. Von den hellen Planeten geht Saturn um ca. 20:30 Uhr auf, Mars folgt gegen 1:30 Uhr und Jupiter gegen 3:45 Uhr. Die Fernglasplaneten Uranus (ab ca. 22:30 Uhr) und Neptun (ab ca. 20:45 Uhr) können ebenfalls am Abendhimmel beobachtet werden. Die ISS kann bei abendlichen Überflügen beobachtet werden. 

Am Montag, den 14. September, geht die Sonne um 6:58 Uhr auf und um 19:42 Uhr unter. der helle Tag dauert jetzt keine 13 Stunden mehr. Heute kommt es zwischen 11:32 Uhr und 12:38 Uhr zu dem besonderen Ereignis einer Venusbedeckung durch den Mond. Diese Bedeckung wird leider nur schwer zu beobachten sein. Zum Beginn der Bedeckung sind beide gerade erst im Südosten aufgegangen (gegen 11:15 Uhr) und stehen nur knapp 4° Grad über dem Horizont. Da im Osten von Bad Lippspringe die Egge liegt, kommt es sehr auf den tatsächlichen Standort an, ob die beiden dann tatsächlich schon zu sehen sind. Zum Ende der Bedeckung stehen Venus und Mond immerhin schon 10° Grad über dem Horizont. Die Mondsichel ist am Vormittag zu rund 12 Prozent beleuchtet. Wenn man freien Blick in Richtung Osten hat (leider sind für die meisten Teile Deutschlands Wolken angesagt), ist ein Fernglas sicherlich ein sehr sinnvolles Hilfsmittel um den Mond und die Venus zu finden. Am Abend stehen beide nebeneinander und gehen gegen 20:19 Uhr, also eine gute halbe Stunde nach Sonnenuntergang, im Südwesten unter. Das ist wahrscheinlich in der noch sehr hellen Dämmerung kaum zu beobachten. Die ISS fliegt am Abend zwischen 21:12 Uhr und 21:20 Uhr in maximal 75° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Dienstag, den 15. September, geht der Mond um 20:38 Uhr im Südwesten unter, er ist dann zu 22 Prozent beleuchtet. Die ISS fliegt am Abend zwischen 20:24 Uhr und 20:31 Uhr in maximal 62° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Mittwoch, den 16. September, geht der Mond um 21:03 Uhr genau im Südwesten unter, er ist dann zu 31 Prozent beleuchtet. Die ISS steigt ab 21:14 Uhr im Westen steil den Himmel hinauf und fliegt um 21:17 fast genau im Zenit über unsere Köpfe hinweg und verschwindet um 21:18 Uhr in 37° Grad Höhe im Osten im Erdschatten. Kleinplanet (6)Hebe (10,8mag) zieht bereits um 5:00 Uhr in nur 11' Bogenminuten am Stern 45 Cnc (5,7mag) vorüber. Kleinplanet (317)Roxane (11,7mag) zieht in der Nacht zum 17. September in nur 1,5' Bogenminuten Abstand am Stern 20 Psc(5,5mag) vorüber.

Am Donnerstag, den 17. September, geht der zu 40 Prozent beleuchtete Mond um 21:37 Uhr unter, er steht dann 3° Grad östlich von Antares. Die ISS fliegt zwischen 20:26 Uhr und 20:32 Uhr in maximal 85° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg, um 20:30 Uhr scheint sie dabei fast genau über den Stern Deneb im Schwan hinweg zu fliegen. Um 22:03 Uhr steigt die ISS noch einmal kurz auf 45° Grad Höhe im Westen auf, bevor sie dann schnell im Erdschatten verschwindet.

Am Freitag, den 18. September, geht der Mond um 22:23 Uhr unter, kurz danach um 22:44 Uhr erreicht er das Erste Viertel. Zuvor können das "Lunar X" und das "Lunar V" am Mond-Terminator beobachtet werden. Zwischen 21:14 Uhr und 21:19 Uhr fliegt die ISS in maximal 84° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Kleinplanet (317)Roxane (11,7mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Samstag, den 19. September, geht der jetzt zu 59 Prozent beleuchtete Mond um 23:22 Uhr unter. Zwischen 20:27 Uhr und 20:33 Uhr fliegt die ISS ein weiteres Mal in dieser Woche fast genau durch den Zenit, also recht genau über unsere Stadt hinweg. Gegen 22:05 Uhr ist sie noch einmal für rund zwei Minuten im Westen zu sehen, bevor sie im Erdschatten verschwindet. Die Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus feiert an diesem Samstag ihr 50-jähriges Bestehen. Am Nachmittag ist die Sternwarte für alle zur Besichtigung geöffnet, um 16 Uhr gibt es einen Festvortrag zum 50-jährigen Jubiläum und am Abend findet dann - nur für die Mitglieder - ein Sommerfest statt.

Am Sonntag, den 20. September, geht der Mond erst nach Mitternacht, um 0:30 Uhr unter. Er ist um 21:00 Uhr zu 77 Prozent beleuchtet. Nach Sonnenuntergang bis ca. 20:00 Uhr kann vielleicht mit einem Fernrohr auf dem Mond auch das "Mond-Quincunx" beobachtet werden. Gegen 21:00 Uhr zieht der Mond knapp unterhalb des 7,3mag hellen Stern HIP95177 vorbei, im Südosten Deutschlands (z.B. München) kommt es sogar zu einer Sternbedeckung. Zwischen 21:17 Uhr un 21:21 Uhr kann die ISS bei einem Überflug in maximal 61° Grad Höhe beobachtet werden. Um 21:00 Uhr zieht Kleinplanet (317)Roxane (11,7mag) in 3' Bogenminuten Abstand an Stern HIP117112 (7,3mag) vorüber.

Samstag, 12. September 2026

10./11. September 2026: Der Helix-Nebel und mehr

 Am Donnerstag, den 10. September konnte ich endlich den Helixnebel (NGC 7293) ausreichend lange belichten, so dass ein vorzeigbares Resultat herausgekommen ist:

NGC 7293 am 11.9.26 um 0:54 Uhr MESZ

 Der Helix-Nebel befindet sich im Sternbild Wassermann, er steigt bei uns maximal 17° Grad über den Horizont im Süden und wird dadurch oft vom Dunst beeinträchtigt. Am 15. August hatte ich ihn schon einmal belichtet, damals nur eine halbe Stunde lang. Jetzt ist noch einmal deutlich mehr Belichtungszeit hinzugekommen, die Gesamtbelichtungszeit beträgt fast zwei Stunden,  und der Nebel tritt schon deutlicher hervor.

Seit einiger Zeit bietet Vaonis im Gerät eine Möglichkeit der Bearbeitung der Bilder an. Wenn ich das Bild in den Farben der Hubble-Palette entwickel, kann man sogar einen zusätzlichen Wasserstoffbogen links oben über dem Nebel erkennen:

Der Helix-Nebel in der "Hubble-Palette"

 Zuvor hatte ich es am Abend des 10.9. mit einer Aufnahme der ISS versucht. Leider wurde die Aufnahme deutlich von Wolken beeinträchtigt:

ISS und Wolken am 10.9.26 um 21:14 Uhr MESZ

 Die Spur der ISS ist dierecht helle, mehrfach unterbrochene Spur in der linken Bildhälfte etwa in der Mitte. Recht dicht dadrüber ist eindeutig eine Flugzeugspur zu sehen, diese kann man gut nan dem "Blinken" der Flugzeuglampen erkennen. Etwas irrtierend ist für mich die Spur in der Mitte. Hier ist kein Blinken zu erkennen, weshalb ich auf eine Satellitenspur tippe. Merkwürdigerweise ist diese jedoch nicht so unterbrochen wie die der ISS. Man hat fast den Eindruck, dieses Objekt könnte unterhalb der Wolen geflogen sein, was jedoch höchst unwahrscheinlich ist. Leider konnte ich bei heavens-above keine möglicherweise passende Bahn eines Satelliten zu dieser Zeit finden, obwohl sie recht hell ist.

NGC 3310 mit SN2026sqf am 10.9.26 um 22:48 Uhr MESZ

 Auch NGC 3310 mit der Supernova 2026sqf (11,5mag) konnte ich endlich mal etwas länger belichten, Das Bild wurde immerhin 55 Minuten lang belichtet. Die Supernova wurde schon am 8. Juli 2026 entdeckt und leuchtet immer noch sehr hell.

Natürlich habe ich auch wieder die Gelegenheit genutzt, die verschiedenen variablen Sterne in der nördlichen Krone zu beobachten, R, S, T und W CrB. Dazu später einmal in einem anderen Posting mehr.

Auch habe ich versucht, eine Nova (AT2026aabo) (keine Supernova) in der Andromedagalaxie zu fotografieren. Diese war am 29. August entdeckt worden. Auf meinem 45 Minuten lang belichtetem Bild habe ich sie bislang jedoch noch nicht identifizieren können, wahrscheinlich ist sie inzwischen doch schon wieder zu lichtschwach geworden. Ein Japaner hatte ihre Helligkeit jetzt auf nur noch 18mag geschätzt. Schade, da war ich ein paar Tage zu spät dran.

 

Sonntag, 6. September 2026

7. - 13. September 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond. Wenn der Himmel klar ist, eignen sich die Nächte gut zur "deep-sky"-Beobachtung. Viele meiner Astrofreunde besuchen daher in dieser Woche das "Herzberger-Teleskop-Treffen (HTT)". Von den hellen Planeten kann vielleicht direkt nach Sonnenuntergang tief im Süd-Westen für eine knappe Stunde noch die Venus gefunden werden. Saturn geht im Osten bereits kurz vor 21:00 Uhr auf, Mars folgt ab ca. 1:30 Uhr und Jupiter vor Sonnenaufgang ab ca. 4:00 Uhr. Die ISS kann ab Dienstag bei abendlichen Überflügen beobachtet werden. 

Am Montag, den 7. September, geht die Sonne um 6:46 Uhr auf und um 19:58 Uhr unter, wir nähern uns deutlich der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Der Mond ist an Mars vorbeigezogen und geht um 1:20 Uhr auf. Gegen 5:00 Uhr ist er noch zu 20 Prozent beleuchtet. Um 5:52 Uhr endet die Bedeckung von HIP37165 (6,4mag) am dunklen Rand des Mondes.

Am Dienstag, den 8. September, geht der Mond um 2:50 Uhr auf und ist nur noch zu 11 Prozent beleuchtet. Um 3:42 Uhr endet die Bedeckung von eta Cnr (5,3mag). Bereits vorher, um 0:30 Uhr steht der veränderliche Stern Algol im Minimum. Um 5:00 Uhr zieht Kleinplanet (236)Honoria (10,8mag) in 8,5' Bogenminuten an Stern HIP 115476 (6,3mag) vorüber. Die ISS ist heute in dieser Abendsichtbarkeitsperiode um 21:09 Uhr kurz in 10° Grad Höhe genau im Süden zu sehen.

Am Mittwoch, den 9. September, ist die schmale Mondsichel auch an Jupiter vorbeigezogen, in Nordamerika kommt es sogar zu einer Bedeckung von Jupiter durch den Mond. Die Mondsichel ist nur noch zu 5 Prozent beleuchtet und geht um 4:19 Uhr auf. Um 5:00 Uhr zieht Kleinplanet (317)Roxane (12,0mag) in 4,5' Bogenminuten Abstand an Stern HIP 117881 (7,6mag) vorüber. Und um 22:00 Uhr zieht Kleinplanet (8)Flora (10,4mag) in 8' Bogenminuten Abstand an Stern HIP91974 (5,8mag) vorüber und Kleinplanet (1620)Geographos (13,7mag) in 6,5' Bogenminuten Abstand an Stern HIP5034 (6,2mag). Dieser Kleinplanet kommt der Erde immer mal wieder recht nahe, im August betrug der Abstand "nur" ca. 25 Mio. Kilometer. Die ISS ist um 21:56 Uhr für 2-3 Minuten im Südwesten kurz bei einem Anstieg auf 23° Grad Höhe zu sehen, wo sie gleich im Erdschatten verschwindet.

Am Donnerstag, den 10. September, ist die nur noch zu einem Prozent beleuchtete Mondsichel, wenn sie um 5:46 Uhr aufgeht, nur noch von sehr guten Spezialisten zu finden. Zwischen 21:09 Uhr und 21:13 Uhr fliegt die ISS in maximal 27° Grad Höhe über unseren abendlichen Südhimmel hinweg.

Am Freitag, den 11. September, erreicht der Mond um 5:27 Uhr seine exakte Neumondposition. Kleinplanet (89)Julia (11,6mag) zieht um 1:00 Uhr in 4' Bogenminuten Abstand an Stern rho Gem (4,2mag) vorüber. Zwischen 20:23 Uhr und 20:28 Uhr fliegt die ISS flach in maximal 19° Grad Höhe über unseren Süd- und südöstlichen Himmel hinweg. Zwischen 21:58 Uhr und 22:01 Uhr steigt die ISS im Westen noch einmal im Sternbild Schlangenträger bis auf 51° Grad Höhe, bevor sie im Erdschatten verschwindet.

Am Samstag, den 12. September, fliegt die ISS zwischen 21:11 Uhr und 21:15 Uhr in maximal 49° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Ansonsten könnte man heute, direkt nach Neumond, gut Ausschau halten zu verschiedenen deep-sky-Objekten..

Am Sonntag, den 13. September, steht der Kleinplanet (236)Honoria (10,7mag) in Opposition zur Sonne. Zwischen 20:23 Uhr und 20:30 Uhr fliegt die ISS in maximal 36° Grad Höhe über unseren abendlichen Südhimmel hinweg. Zwischen 21:59 Uhr und 22:03 Uhr steigt die ISS im Westen noch einmal steil auf bis in 68° Grad Höhe, bevor sie kurz vor Erreichen der Wega in der Leier im Erdschatten verschwindet.

Samstag, 5. September 2026

5./6. September 2025: Und wieder eine Supernova in NGC 7331 und gleich noch etwas mehr...

 Schon wieder gibt es eine Supernova in der Galaxie NGC 7331 im Sternbild Pegasus. Die neue Supernova SN2026aaiv wurde am 1. September entdeckt mit einer Helligkeit von 15,7mag. Leider waren die ersten Septembernächte bei uns immer bdedeckt, so dass ich erst heute ein Bild machen konnte. Obwohl die Supernova sich relativ dicht am Kern der Galaxie befindet ist sie für mein Vespera schnell und leicht zu identifizieren. Hier ein erstes Bild:

NGC 7331 mit SN2026aaiv

Mein Bild entstand am 5. September 2026 um 22:42 Uhr MESZ und wurde ca. 15 Minuten belichtet. 

 Am 14. Juli 2025, also erst vor gut einem Jahr, wurde die letzte Supernova in NGC 7331 entdeckt. Diese hatte ich seinerzeit auch fotografieren können, damals war die Supernova noch dichter am Kern, sie war dadurch deutlich schwerer zu identzifizieren.
 
Ich konnte NGC 7331 an diesem Abend noch eine ganze Weile länger belichten, vielleicht kann ich später mal noch einen eigenen Blogbeitrag nur für diese Galaxie, ihre Supernovae und vieleicht auch ihre Umgebung veröffentlichen.

In unserer Galaxis warten wir schon seit über 400 Jahren auf die nächste Supernova. In NGC 7331 gab es in den letzten 15 Jahren alleine schon vier Stück. Ist das nicht irgendwie ungerecht?

Im Laufe des Abends konnte ich noch zwei weitere Objekte ausführlicher betrachten, doch zunächst noch einmal zurück an den Taghimmel:

Am Vormittag konnte ich endlich mal wieder eine "vernünftige" Sonnenfleckenaufnahme machen, ohne durchziehende Wolken davor:

Die Sonne am 5.9.26 um 9:00 Uhr


 Besonders wenn man das Bild vergrößert, kann man gleich mehrere schöne Sonnenflecken sehen. Sogar Umbra und Penumbra (der dunkle Kern und das umgebende Gebiet) lassen sich dann gut erkennen. Spaceweater.com zählt anscheinend jeden der neuen Flecken als eine eigene Aktivitätsregion.

Am Abend des 5. Septmeber konnte ich dann einen weiteren Kleinplaneten beobachten:

Kleinplanet (236)Honoria am 6.9.26 um 0:36 MESZ


 Das Bild wurde fünf Minuten belichtet. (236)Honoria hat eine Helligkeit von ca. 10,9mag. Dies ist bereits der 131. Kleinplanet, den ich fotografiert habe.

Und dann habe ich noch einmal nach der Supernova SN2026yly in NGC 2748 geschaut, sie ist immer noch gerade so zu erkennen:

NGC 2748 mit SN2026yly am 6.9.26 um 22:34 Uhr MESZ

 Diese Supernova wurde am 9. August entdeckt, sie hat eine Helligkeit von etwas unter 15,3mag. So dicht am Kern kann ich diese leider nicht selbst vermessen. Ich hatte sie das erste Mal am 23. August fotografiert.

Auch die Supernova SN2026sqf in NGC 3310 ist noch gut zu sehen. Ich verzichte hier jedoch auif das Einstellen des Photos, da das Zielobjekt am Abend leider jetzt schon recht horizontnah steht,

Dafür gelang es mir am 6. September auch nach zweien der aktuellen Novae in unserer Galaxis Ausschau zu halten.

Nova Sgr 2026 am 6.9.26 um 20:56 Uhr MESZ

 Leider konnte ich die Nova im Sternbild Schütze nur noch drei Minuten belichten, wie man an den Schatten auf dem Bild vielleicht sieht, war sie nach Einbruch der Dunkelheit schon ziemlich hinter den belaubten Bäumen auf meines Nachbarn Grundstück versteckt.Im Vergleich mit den anmderen Sternen und meinem ersten Bild vom 22. August kann man deutlich erkenenn, dass sie inzwischen viel lichtschwächer geworden ist. Die Helligkeit ist inzwischen von 8,5mag auf ca. 11,5mag gesunken.

Nova Sge 2026 am 6.9.26 um 21:10 MESZ

Diese Nova wurde am 25. August entdeckt, bereits am 26. August konnte ich sie das erstemal fotografieren. Auch diese Nova ist schon deutlich schwächer geworden, von 7,5mag ist sie auf ca. 11mag abgesunken. Zum Glück steht sie im Sternbild Pfeil viel höher am Himmel als N Sgr 2026. Mein Bild wurde 5 Minuten belichtet.

Am 6. September 2026 konnte ich außerdem noch zwei weitere Kleinplaneten/Asteroiden fotografieren:

(198)Ampella am 6.9.26 um 23:14 Uhr MESZ

 Kleinplanet (198)Ampella ist der Stern in der Mitte der zentralen Dreiergruppe. Eine schöne Konstellation, die ich da zufällig erwischt habe, vielleicht gar eine liegende Ampel? Ampella hält sich zur Zeit im Sternbild Pegasus auf und hat eine Helligkeit von ca. 10,4mag. Das Bild wurde 5 Minuten belichtet.

(192)Nausikaa am 6.9.26 um 23:00 Uhr MESZ

 (192)Nausikaa befindet sich zur Zeit oberhalb von Saturn im Sternbild Fische. Saturn war durch die Büsche auf dem Nachbargrundstück zu diesem Zeitpunkt noch ncht sichtbar, Stellarium zeigt mir dann als Alternative diesen Kleinplaneten an. Nausikaa hat zur Zeit eine Helligkeit von 9,0mag. Nausikaa erreicht am letzten Tag des September seine Oppositionsstellung. Laut Hinweis in Sterne und Weltraum 9/2026 ist dies eine besonders helle Oppositionsperiode. Noch heller als in diesem Jahr wird Nausikaa an unserem Himmel erst wieder 2052 leuchten. 

Das sind dann also Kleinplanet Nummer 132 und Nummer 133. 

 

 

 

 

Montag, 31. August 2026

30./31. August 2026: Mal wieder nur "Wolkenlücken-Astronomie"

 In den letzten Tagen war es leider nicht einfach, interessante astronomische Beobachtungen durchzuführen. Die meiste Zeit verhinderten Wolken den Blick zum Himmel.

Und wenn mal ein Foto "gelang", so war dies eher Zufall.

Der Mond am 30.8.26 um 23:42 Uhr MESZ

 Am Sonntagabend konnte man tatsächlich für kurze Zeit den Mond am Himmel erblicken, meistens lagen jedoch die Wolken gleich in mehreren Schichten vor ihm Bei diesem Foto hatte ich Glück, dass nur noch hohe Schleierwolken den Blick eintrübten.

Trotzdem kann man gut erkennen, dass inzwischen fast das komplette Mare Crisium im Schtten der Nacht liegt, auch wenn der Mond noch zu 92 Prozent beleuchtet ist. Saturn, der an diesem Abend nicht weit entfernt links unterhalb vom Mond stehen sollte, habe ich nicht entdecken können. Genausowenig wie andere Sterne.

Ähnlich schwer war am Vormittag des 31. August die Sonne zu fotografieren. Auch hier zogen immer wieder Wolken durch. Und besonders auffällige Fleckengruppen gibt es zur Zeit auch nicht.

Die Sonne am 31.8.26 um 9:10 Uhr MESZ

 Man muss schon recht genau hinschauen, um Flecken auf der Sonne zu finden. Etwas oberhalb der Sonnenmitte die Fleckengruppe 4518, etwas nach rechts dadrunter die Gruppe 4520. Links unten bei "halb acht" rotiert gerade ein neuer Fleck in die Sonne hinein, der noch keine Nummer bekommen hat.

Leider soll es beinahe jeden Tag in der neuen Woche regnen. Mein Garten wird sich freuen, aber astronomisch wird wahrscheinlich nur wenig möglich sein. 

Sonntag, 30. August 2026

31. August - 6. September 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond von Tag zu Tag ab. Von den hellen Planeten verabschiedet sich in diesen Tagen die Venus vom Abendhimmel, sie geht bereits eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang ebenfalls unter. Saturn dagegen geht bereits gegen 21:30 Uhr über der Egge im Osten auf, Mars folgt erst gegen 1:45 Uhr. Dafür können mit Fernglas oder Teleskop Neptun ab 21:15 Uhr und Uranus ab 23:15 Uhr schon am Abend gefunden werden. Jupiter geht gegen 4:30 Uhr am Morgenhimmel auf. Die ISS ist in dieser Woche noch bei morgendlichen Überflügen sichtbar. 

Am Montag, den 31. August, geht die4 Sonne um 6:35 Uhr auf und um 20:14 Uhr unter. Der helle Tag ist erneut 26 Minuten kürzer als noch vor einer Woche, es geht auf die Herbst-Tag-und-Nachtgleiche zu. Der Mond geht um 20:56 Uhr auf und ist noch zu 85 Prozent beleuchtet.ie ISS tritt um 4:15 Uhr fast im Zenit aus dem Erdschatten heraus und fliegt in den kommenden vier Minuten dann schnell nach Osten zum Horizont. Bei einem zweiten Überflug zwischen 5:48 Uhr und 5:57 Uhr fliegt sie in maximal 48° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Dienstag, den 1. September, geht der Mond im Sternbild Widder um 21:13 Uhr auf, er ist zu 77 Prozent beleuchtet. Die ISS fliegt zwischen 5:02 Uhr und 5:09 Uhr in maximal 62° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Mittwoch, den 2. September, geht der zu 67 Prozent beleuchtete Mond um 21:35 Uhr auf. Die ISS ist zwischen 4:16 Uhr und 4:20 Uhr erstmalig im Südosten zu sehen, beim nächsten Überflug zwischen 5:49 Uhr und 5:57 Uhr erreicht sie nur noch eine Höhe von 26° Grad über dem Horizont. Kleinplanet (236)Honoria (11,0mag) zieht gegen 5:00 Uhr an eta Psc (4,9mag) vorbei.

Am Donnerstag, den 3. September, steht der Mond bereits im Stier, er ist zu 57 Prozent beleuchtet und geht um 22:06 Uhr auf. Die ISS fliegt zwischen 5:03 Uhr und 5:09 Uhr in maximal 37° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg, um 5:04 Uhr fliegt sie haarscharf an Saturn vorbei.

Am Freitag, den 4. September, steht der Mond um 9:54 im Letzten Viertel., er steht dann noch ca. 50° Grad hoch in WSW-Richtung (Azimut 247°).  Er geht am Abend um 22:59 Uhrt auf und ist dann nur noch zu 44 Prozent beleuchtet. Die ISS ist gegen 5:52 Uhr in nur noch 14° Grad Höhe bei einem Überflug zu sehen. Kleinplanet (23)Thalia (11,6mag) zieht um 23:00 Uhr an 103 Aqr (5,3mag) vorüber.

Am Samstag, den 5. September, geht der Mond erst eine Minute vor Mitternacht im Sternbild Zwillinge auf. Er ist dann nur noch zu 32 Prozent beleuchtet. Die ISS ist gegen 5:06 Uhr letztmalig ganz kurz im Süden sichtbar.

Am Sonntag, den 6. September, leuchtet der Mond den ganzen Morgen, er geht gegen 18 Uhr unter. Leider ist es da noch viel zu hell, sonst würde der Mond dicht beim Mars sichtbar sein.

28. August 2026: Tag der Mondfinsternis

 In der Nacht vom 27. auf den 28. August war der Himmel leider in großen Teilen Deutschlands bedeckt. Ich war aus familiären Gründen mal wieder in Schleswig-Holstein, wo es sehr bewölkt war, aber auch meine Freunde zuhause hatten kein Glück. 

Schade! Gerne hätte ich Euch hier Bilder der Mondfinsternis gezeigt, doch das klappt nun nicht. Erst am Abend des 28. August klarte es wieder ein bisschen auf, so dass ich zumindest ein Foto des immer noch fast vollen Mondes machen konnte.

Der Mond am 28. August 2026 um 22:48 Uhr MESZ

 Das Bild entstand bei meiner Tochter in Flintbek bei Kiel um 22:48 Uhr, also schon gut 18 Stunden nach der partiellen Mondfinsternis, nach dem exakten Vollmond. Der Mond war jetzt "nur" noch zu 99 Prozent beleuchtet. Am rechten Rand kann man daher schon gut wieder einige Krater erkennen.

Ja, so ist es mit unserem Hobby. Manchmal verpasst man die spannendsten Ereignisse, weil wir keinen freien Blick auf einen klaren Himmel haben. Man kann halt nicht immer Glück haben. Aber so haben wir die Gewissheit, der Mond ist nicht einfach mit der Finsternis verschwunden, er ist durchaus noch da - und die nächste Mondfinsternis kommt sicherlich!

Allerdings werden die nächsten Mondfinsternisse von uns aus nur schwierig zu beobachten sein: 

In der Nacht vom 20. zum 21. Februar 2027 taucht der Mond nur in den Halbschatten  der Erde ein, hier wird sich zum Höhepunkt kurz nach Mitternacht nur eine Art leichter "Schatten" über den Mond legen, den man kaum wahrnehmen wird. Eine zweite Finsternis im August 2027 ist bei uns gar nicht sichtbar.

Etwas besser wird eine partielle Finsternis am 12. Januar 2028 sichtbar sein, leider taucht der Mond zum Höhepunkt um 5:13 Uhr auch nur zu 7 Prozent in den Kernschatten der Erde ein.

Am 6. Juli 2028 geht der Mond bei uns erst auf, nachdem eine partielle Finsternis schon zu Ende gegangen ist, immerhin bekommen wir noch eine fast vollständige Halbschattenfinsternis zu sehen.

Richtig gut beobachten können wir dann jedoch eine Mondfinsternis an Silvester, am 31. Dezember 2028. Der Mond geht um 16:12 Uhr auf, da dann schon gerade die partielle Verfinsterung seit ein paar Minuten begonnen hat, kann es sein, dass er erst etwas später zu sehen sein wird. Von 17:16 Uhr bis 18:27 Uhr ist der Mond dann total verfinstert und zeigt hoffentlich seine typische rötlich-braune Farbe.