Sonntag, 15. März 2026

16. - 22. März 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich also gut, um lichtschwache "deep-sky"-Objekte am Himmel zu beobachten. Von den hellen Planeten leuchtet die Venus als Abendstern bis gegen 20:00 Uhr tief im Westen. Jupiter steht um diese Uhrzeit ca. 60° Grad hoch im Süden, ansonsten ist am Abend nur noch der Fernglasplanet Uranus zu finden. Die ISS kann bei abendlichen Überflügen gesehen werden.

Am Montag, den 16. März, geht die Sonne um 6:37 Uhr auf und um 18:31 Uhr geht sie unter. Die zu acht Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 5:50 Uhr auf, dürfte aber in der Dämmerung tief im Südosten nicht mehr zu finden sein. Zwischen 19:01 Uhr und 19:08 Uhr fliegt die ISS in maximal 37° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Zwischen 20:37 Uhr und 20:40 Uhr steigt die ISS noch einmal aus dem Westen kommend bis fast in den Zenit auf (80° Grad Höhe), bevor sie dort im Erdschatten verschwindet. Bereits am Dienstag um 1:00 Uhr zieht Kleinplanet (433)Eros (11,6mag) in nur 8' Bogenminuten Abstand an Stern 135 Tau (5,5mag) vorbei.

Am Dienstag, den 17. März, fliegt die ISS zwischen 19:50 Uhr und 19:56 Uhr in maximal 76° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Ab ca. 20:45 Uhr ziehen die Jupitermonde Io und Callisto vor ihrem Mutterplaneten entlang, es sind dann nur die beiden Monde Europa und Ganymed neben Jupiter zu sehen. Der Schatten von Io fällt sogar von ca. 22:00 Uhr bis 0:00 Uhr auf die Jupiterscheibe,

Am Mittwoch, den 18. März,  fliegt zwischen 19:03 Uhr und 19:10 Uhr die ISS in maximal 64° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Zwischen 20:40 Uhr und 20:44 Uhr steigt die ISS noch einmal aus dem Westen kommend bis in den Zenit auf (87° Grad Höhe), bevor sie dort im Erdschatten verschwindet. Um 21:00 Uhr zieht Kleinplanet (16)Psyche (11,7mag) in 7,5' Bogenminuten Abstand an Stern106 Tau (5,3mag) vorbei.

Am Donnerstag, den 19. März, erreicht der Mond um 2:24 Uhr seine exakte Neumond-Position. Die ISS fliegt zwischen 19:50 Uhr und 19:58 Uhr exakt über unsere Stadt hinweg (genau um 19:56:43 Uhr).

Am Freitag, den 20. März, haben wir exakt um 15:45 Uhr Frühlingsanfang. Dann überquert die Sonne den Himmelsäquator, ab jetzt sind für uns auf der Nordhalbkugel der Erde die Tage länger als die Nächte. Die nur zu 4 Prozent beleuchtete schmale Mondsichel geht heute erst um 20:58 Uhr unter. Sie sollte am Abend oberhalb der Venus im Westen schon gut zu sehen sein. Zwischen 19:06 Uhr und 19:13 Uhr fliegt die ISS mit maximal 86° Grad Höhe sehr hoch über unseren Abenddämmerungshimmel hinweg. Zwischen 20:41 Uhr und 20:46 Uhr steigt die ISS noch einmal aus dem Westen kommend bis nahe dem Zenit auf (72° Grad Höhe), bevor sie dort im Erdschatten verschwindet.

Am Samstag, den 21. März, geht die zu zehn Prozent beleuchtete Mondsichel um 22:29 Uhr unter. Um 18:59 Uhr bedeckt der Mond einen 6,4mag hellen Stern (HIP10050), ob dies Ereignis in der Dämmerung schon sichtbar sein wird? Zwischen 19:55 Uhr und 20:01 Uhr fliegt die ISS mit maximal 83° Grad Höhe hoch über unseren Abendhimmel hinweg. Kleinplanet (20)Massalia (9,0mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Sonntag, den 22. März, geht die zu 19 Prozent beleuchtete Mondsichel um Mitternacht unter, der Mond steht heute in Erdnähe. Die ISS fliegt zwischen 19:07 Uhr und 19:15 Uhr ei. weiteres Mal in dieser Woche (fast) exakt über unsere Stadt hinweg (89° Grad Höhe genau um 19:11:44 Uhr). Ab 20:45 Uhr ist sie noch einmal kurz im Südwesten zu sehen, bevor sie um 20:48 Uhr in 45° Grad Höhe im Erdschatten verschwindet. Bereits um 4:00 Uhr früh zieht Kleinplanet (29)Amphitrite (10,9mag) in nur 1,5' Bogenminuten Abstand an Stern HIP81992 (6,0mag) vorbei.

Vom Freitag, den 20. März bis Sonntag, den 22. März findet die jährliche Tagung des AKM (Arbeitskreis Meteore e.V.) in der Vereinigung der Sternfreunde statt. Es ist auch eine kostenlose Online-Teilnahme an dieser Tagung möglich. 

 

 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 12. März 2026

12. März 2026: Beobachtungen von Supernovae in den letzten Tagen

 Bereits am 25. Februar habe ich die Supernova SN2026dix beobachtet, die am 16. Februar entdeckt wurde. Diese SN steht relativ nahe am Kern ihrer Galaxie NGC 3913, aber ich konnte beide doch deutlich trennen. Ich zeige hier als erstes gleich mal das Bild nach der astrometrischen Vermessung von "nova.astrometry.net". 

NGC 3913 mit Supernova

 Und hier ein 1:1-Ausschnitt aus meinem Bild:

 

1:1 Ausschnitt
 

NGC 3913 ist von uns wohl mindestens 46 Millionen Lichtjahre entfernt. In größeren Teleskopen kann man eine schöne Spiralgalaxie erkennen. Für mein kleines Gerät ist sie - trotz 55,5 Minuten Belichtungszeit (3330 Sekunden) - nur als klerines Nebelfleckchen zu erkennen, in dem sich jetzt die Supernova als heller Punktvon ca. 15,7mag zeigt.

Am 8. März habe ich diese Galaxie mit Supernova nocheinmal aufgenommen. Diesmal mit meinem Vespera Pro, dass gegenüber dem "Vespera classic", mit dem die erste Aufnahme erfolgte, eine etwas größere Brennweite hat (f=250mm statt 200mm). Auch hier nur ein kleiner Ausschnitt aus dem ganzen Bild:

NGC 3913 am 8.3.26

 

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Eine weiteres helles Objekt (AT2026zx) war in der Nähe von NGC 2770 gemeldet worden, diese blieb jedoch zu schwach, ich konnte sie auf meinem Bild vom 25.2.26 nicht finden. Klemens Waldhör konnte sie mit seinem Seestar abbilden. Er hatte das Bild jedoch auch über eine Stunde belichtet, ich dagegen nur 15 Minuten. Allerdings gibt es bis heute wohl keine Bestätigung, dass es sich hier tatsächlich um eine Supernova handelt.

Am 12.März konnte ich die Gegend noch einmal ablichten. Ich denke, so "viel" wie beim Bild von Klemens Waldhör ist auch bei mir (fast) zu erkennen, Aber ich dort das Objekt wirklich getroffen habe?

Objekt AT2026zx in der Nähe von NGC 2770 am 12.3.26

 Das Foto wurde insgesamt 4000 Sekunden belichtet, also 66,66 Minuten, gut über eine Stunde.

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Dafürt habe ich am 12. März 2026 noch einmal SN2026acd beobachtet. Sie ist noch immer deutlich zu erkennen:

SN2026acd in NGC 4168 am 12.3.26 um 22:00 Uhr

 Diese SN hatte ich bereits vor knapp einem Monat beobachtet. Sie dürfte immer noch eine Helligkeit von 16,x mag haben, schätze ich.

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Am 4. März hatte ich mir SN2026anq vorgenommen, sie sollte 15,9mag hell sein, was mir ein Ausmessen meines Fotos mit ASTAP auch bestätigte:

LEDA2672848 am 4.3.26 um 20:32 Uhr MEZ

 Diese SN2026anq ist in einer unscheinbaren wohl weit entfernten Galaxien am Leuchten. Entdeckt wurde sie schon am 17. Januar. Mehr Informationen über die Galaxie selbst habe ich noch nicht recherchieren können.

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Das von rochesterastrononmy heute als hellstes "verdächtiges" gemeldetes Objekt SN2026fcf  soll eine Helligkeit von 15,2mag haben. Entdeckt wurde es am 8.3.26. Es befindet sich jedoch sehr dicht am Kern der Galaxie IC 437. Ich konnte diese Galaxie heute tief im Westen nur durch die (noch unbelaubten) Bäume hindurch fotografieren. Da ist natürlich keine sinnvolle Helligkeitsbestimmung möglich. Und ich glaube auch gar nicht, dass meine Geräte in diesem Fall eine Supernova vom Kern der Galaxie unterscheiden können. Hier mein Bild:

IC 347, tief im Westen am 12.3.26 um 19:53 Uhr MEZ

 IC 347 selbst wird bei Stellarium mit 13,5mag angegeben. Das entspricht im Vergleich zu den anderen Sternen drum herum auch dem, was mein Foto zeigt. Da lässt sich natürlich keine 15,2mag helle Supernova separat erkennen,

Mittwoch, 11. März 2026

9. März 2026: Weitere Kleinplaneten, die mir in den letzten Tagen vor die Kamera kamen

 In den letzten Tagen habe ich auch verschiedene Kleinplaneten fotografiert. Hier meine Beute:

(416)Vaticana am 8.3.26 um 21:00 Uhr MEZ

 Kleinplanet (416)Vaticana soll am 14. März an NGC 3414 vorbeiziehen, durch einen Hinweis in Sterne und Weltraum wurde ich auf ihn aufmerksam und ich habe auf dieses Ereignis ja auch in meiner Wochenübersicht hingewiesen. Diese Galaxie befindet sich noch außerhalb des Kamera-Blickfelds (nach oben rechts hin). Sollte das gute Wetter anhalten, kann ich vielleicht die Annäherung weiter verfolgen. Allerdings ist für Mitte der Woche nun doch schlechteres Wetter angesagt. (416)Vaticana ist zur Zeit ca. 11,9mag hell.

(403)Cyane am 25.2.26 um 19:54 MEZ


 (403)Cyane hat eine interessante Geschichte der Namensgebung. Auch scheint mir der Asteroid recht länglich geformt zu sein und nicht kugelförmig. Gut drei Stunden später habe ich (403)Cyane noch einmal fotografiert:

(403)Cyane um 23:18 Uhr MEZ

 Drei Stunden später ist der Himmelsanblick rund um Cyane etwas gedreht, in der Fotofachsprache heißt das "Bildfeldrotation". Diese entsteht durch den Zusammenhang von Erddrehung und der azimutalen Montierung. Außerdem hat offensichtlich ein Flugzeug seine Leuchtspur auf diesem Bild hinterlassen. Haben Sie Cyane gefunden? Sie steht auch wieder in der Mitte des Bildes. Man kann erkennen, dass Cyane in diesen drei Stunden etwas dichter an eine gedachte Linie zwischen den beiden Sternpaaren, die fast aussehen wie Doppelsterne, ebenfalls in der Mitte des BIldes heran gerückt ist.

 Praktisch das gleiche habe ich auch mit einem weiteren Kleinplaneten gemacht, mit (482)Petrina. Hier muss ich doch gleich mal Wikipedia zitieren: 

"(482) Petrina ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 3. März 1902 vom deutschen Astronomen Max Wolf an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 12 mag entdeckt wurde. Der Asteroid ist benannt nach dem Hund Peter des Entdeckers."

 Ich glaube, ich muss auch mal einen Kleinplaneten entdecken, aber nach wem soll ich dann den Kleinplaneten benennen? Auf den Hund gekommen bin ich ja noch nicht.

 

(482)Petrina am 25.2.26 um 20:17 Uhr MEZ

(482)Petrina um 23:11 Uhr MEZ

Auch hier muss man beim Vergleichen der Bilder natürlich die Bildfeldrotation berücksichtigen. (482)Petrina hat nur ca. 14mag Helligkeit. Um 20:17 Uhr steht er dicht unterhalb eines Sterns mit 13,5mag. Um 23:11 Uhr ist er dann in drei Stunden ein gutes Stück in Richtung des hellen Sterns HIP38301 mit 7mag gezogen.

Eine ähnliche Beobachtung habe ich mit dem Kleinplaneten (393)Lampetia gemacht, hier lagern allerdings nicht drei Stunden zwischen den Beobachtungen, sondern ein ganzer Tag:

(393)Lampetia am 25.2.26 um 23:51 Uhr UT

 
(393)Lampetia am 26.2.26 um 21:15 Uhr MEZ

Da Lampetia nur ein sehr schwaches Objekt von ca. 14,2mag ist, habe ich in beiden Bildern die Position markiert und auch die jeweilige Zugrichtung. Auch hier spielt die Bildfelddrehung wieder mit.

 Auch (41)Daphne habe ich am 25. und 26. Februar fotogrtafieren können:

(41)Daphne am 25.2.26 um 22:41 Uhr MEZ

 
(41)Daphne am 26.2.26 um 20:21 Uhr MEZ

(41) Daphne ist mit 200 Kilometer Durchmesser eienr der größten Kleinplaneten des Asteroidengürtels und besitzt sogar einen Mond. Mehr Informationen zu diesem Kleinplaneten gibt es bei Wikipedia.

 Außerdem habe ich auch noch (7)Iris, (17)Thetis und (1584)Fuji beobachtet, doch über die habe ich schon an anderer Stelle in meinem Blog berichtet, daher verzichte ich hier auf die Bilder. Dieses Posting ist eh schon recht lang geworden. Es zeigt jedoch, Smart-Teleskope eignen sich gut zur Beobachtung und Verfolgung von Kleinplaneten, eine immer wieder spannende Sache!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 8. März 2026

9. - 15. März 2026 - Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond weiter ab. Seine Aufgangszeiten verschieben sich immer weiter in die frühen Morgenstunden. Von den hellen Planeten kann die Venus allmählich besser als Abendstern erkannt werden, sie geht gegen 19:30 Uhr im Westen unter. Jupiter bleibt der beherrschende Planet der ersten Nachthälfte, er kann noch bis gegen 4:00 Uhr am Morgen beobachtet werden. Ansonsten kann zur Zeit nur noch der Fernglasplanet Uranus bis Mitternacht im Westen gefunden werden. Die ISS kann in der zweiten Wochenhälfte bei abendlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 9. März, geht die Sonne um 6:57 Uhr auf und um 18:15 Uhr unter. Der helle Tag wird immer länger, die "astronomische Dunkelheit" dauert nur noch von 20:07 Uhr bis 5:05 Uhr. Der noch zu 70 Prozent beleuchtete Mond geht um 0:43 Uhr auf.

Am Dienstag, den 10. März, geht der nur noch zu 60 Prozent beleuchtete Mond um 1:56 Uhr auf, er steht im Skorpion in der Nähe von Antares. Seine höchste Stellung mit 10° Grad über dem Horizont erreicht er um 5:25 Uhr. Er zeigt ausgeprägte Libration in Breite, so dass wir auf seinen Nordpol schauen können. Spät am Abend zieht Kleinplanet (433)Eros (11,4mag) in 9' Bogenminuten am Stern 116 Tau (5,5mag) vorüber.

Am Mittwoch, den 11. März, geht der Mond erst um 3:02 Uhr auf. Seine höchste Stellung erreicht er um 6:317Uhr mit nur 9° Grad über dem Horizont. Um 10:39 Uhr erreicht er exakt das Letzte Viertel, steht dann jedoch bei uns schon unter dem Horizont. Gegen 19:45 Uhr kann die ISS erstmalig wieder am Abend gesehen werden, heute jedoch nur sehr kurz und sehr tief im Süden, in maximal 13° Grad Höhe deutlich unterhalb von Sirius.

Am Donnerstag, den 12. März, geht der Mond um 3:57 Uhr im Sternbild Schütze auf, seine Sichel ist nur noch zu 43 Prozent beleuchtet. Gegen 20:33 Uhr kann die ISS kurz im Südwesten unterhalb von Orion beobachtet werden.

Am Freitag, den 13. März, geht die nur noch zu 33 Prozent beleuchtete Mondsichel um 4:40 Uhr auf. Zwischen 19:46 Uhr und 19:50 Uhr kann die ISS in maximal 27° Grad Höhe im Süden gesehen werden, sie fliegt dabei fast genau über den Sirius hinweg.

Am Samstag, den 14. März, geht die zu 24 Prozent beleuchtete Mondsichel um 5:11 Uhr auf. Zwischen 5:88 Uhr und 6:04 Uhr zieht die chinesische Raumstation Tiangong tief im Süden in maximal 12° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel. Zwischen 18:59 Uhr und 19:04 Uhr kann die ISS in maximal 20° Grad Höhe im Süden (unterhalb von Sirius) und Südosten gesehen werden. Beim nächsten Überflug steigt sie ab 20:33 Uhr  oberhalb von Orion m Südwesten hoch, verschwindet jedoch schon um 20:38 Uhr noch bevor sie Jupiter erreicht im Erdschatten. Heute wechselt der Komet C/2024 E1 Wierzchos vom Sternbild Eridanus in das Sternbild Stier. Der Komet hat eine Helligkeit von 8,5mag (oder etwas weniger) und kann in einem guten Fernglas als kleiner grüner verwaschener Fleck gesehen werden. Um 21:00 Uhr zieht Kleinplanet (416)Vaticana (11,8mag) in nur 4,5' Bogenminuten Abstand an NGC 3414 (10,8 mag) vorüber.

Am Sonntag, den 15. März, geht die nur noch zu 16 Prozent beleuchtete Mondsichel um 5:35 Uhr auf.  Sie zeigte starke Libration Ost, der Krater Grimaldi ist daher fernab vom Rand. Auch wenn erst am kommenden Donnerstag Neumond ist, wird die schmale Sichel in den nächsten Tagen nicht mehr am Morgenhimmel zu finden sein. Bereits um 5:00 Uhr zieht Kleinplanet (3)Juno (11,2mag) in nur 6,5' Bogenminuten Abstand an NGC6814 (11,2mag) vorüber. Die ISS kann zwischen 19:48 Uhr und 19:53 Uhr in maximal 49° Grad Höhe im Süden bei einem Überflug gesehen werden. Um 23:30 Uhr zieht Kleinplanet (416)Vaticana (11,9 mag) in nur 3' Bogenminuten Abstand an Stern 44 LMi (6,0mag) vorüber.

 

2.- 6. März 2026: Der Mond in der ersten Märzwoche

 Anfang März hatten wir Vollmond. Und weil das Wetter so schön mitgespielt hat, sind natürlich auch eine ganze Reihe von Bildern mit unterschiedlichen Optiken entstanden.

Der Mond am 2.3.26 um 21:09 MEZ

 Der Mond kurz vor Vollmond. Dieser findet ca. 15 Stunden nach dieser Aufnahme statt. Es gab am 3.3.26 sogar eine totale Mondfinsternis. Bei uns war diese jedoch nicht zu sehen, da der Vollmond dann tief unter unserem Horizont stand. Aber in Amerika konnte man diese Mondfinsternis gut beobachten. Hier entstand eine spektakuläre Aufnahme mit einer speziellen Wätrmebildkamera, nachzulesen auf englisch bei spaceweather. Bei uns ist die nächste Mondfinsternis am Freitag, den 28. August in der Frühe zu sehen. Dann jedoch nicht total, sondern nur partiell.

Der Mond am 3.3.26 um 23:06 Uhr UT

 Eigentlich ist dieses Foto ja schon am 4.3. entstanden, nach Weltzeit gerechnet war es jedoch noch der 3.3., auch wenn ich es hier bei uns "vor Ort" um 6 Minuten nach Mitternacht aufgenommen habe.  Praktisch war der Mond noch zu 100 Prozent beleuchtet. Der exakte Voillmondzeitpunkt liegt ja noch keine 12 Stunden zurück. Dieses Bild wurde mit meinem "Vespera Pro" aufgenommen.

  

Der Mond am 4.3.26 um 22:23 Uhr MEZ


 Dieses Foto entstand mit meinem "Vespera Pro", also bei 250mm Brennweite. Der Mond ist noch zu 98 Prozent beleuchtet. Man muss schon genau am rechten Rand hinaschauen, um zu erkennen, dass er dort nicht mehr "voll" ist, sondern am Terminator doch schon lange Schatten verschiedene Krater gut sichtbar machen. 

  

Der Mond am 5.3.26 um 21:55 MEZ

Der Mond steht nur 7° Grad über dem Horizont. Er ist erst vor einer knappen Stunde aufgegangen. So ist er jetzt noch deutlich orange eingefärbt durch die Lichtbrechung in der Atmossphäre. Jetzt erkennt man, dass er am Abnehmen ist. der Teil "rechts" vom Mare Crisium ist schon in der Dunkelheit verborgen. 

 

Der Mond am 6.3.26 um 23:36 Uhr MEZ

Am Freitagabend war der Mond zum Zeitpunkt des Fotos noch zu 88 Prozent beleuchtet. Er stand jedoch nur noch 10° Grad hoch ü+ber dem Horizont, so dass doch ein paar Schleierwolken den Blick etwas beeinträchtigten. Dieses Foto entstand mit meiner Nikon P950 Kamera bei 2000mm Brennweite. Er nimmt jetzt schon deutlich ab, vom Mare Crisium ist nicht mehr viel zu erkennen. 

6. März 2026: Nach langer Zeit mal wieder ein Komet

 Nach längerer Pause konnte ich endlich auch wieder einen Kometen abbilden. Den Kometen C/2024 E1 Wierzchos hatte ich zwar schon am 10. September 2025 fotografiert, doch jetzt rückt er wieder in den Bereich der beobachtbaren Kometen. Im September hatte er zum Zeitpunkt meines Fotos damals ca. 13mag, er bewegte sich noch auf die Sonne zu. Am 20. Januar erreichte er sein Perihel, den kürzesten Abstand zur Sonne und am 17. Februar den kürzesten Abstand zur Erde. Leider hat er keinen ausgeprägten Schweif entwickelt und ist daher nur als verwaschener grüner Punkt zu sehen.

Komet C/2024 E1 (Wierzchos) am 6.3.26 (der "grüne Fleck in der Mitte des Bildes) 



Er ist aktuell nach Sonnenuntergang im Westen zu finden, noch im Sternbild Eridanus, er steigt jedoch etwas höher am Himmel auf und wandert am 15. März in das Sternmbild Stier.

Das Bild wurde 5 Minuten belichtet. Der Komet soll noch eine Helligkeit von 9,1mag haben. Mir erscheint er schon etwas schwächer. Da er sich jetzt wieder von der Sonne und Erde entfernt, wird seine Helligkeit auch schnell weiter abnehmen.

Aber immerhin, endlich mal wieder ein Komet, der sich in unseren Breiten fotografieren lässt. 

*******************. Ergänzung vom 9. März ****************

Ich muss mich korrigieren, es gibt noch einen weiterenm Kometen, den ich in den letzten Tagen wohl noch etwas einfacher als C/2024 E1 hätte fotografieren können. Ebenfalls ein alter Bekannter: Komet 29P/Schwassmann-Wachmann:

 

 Komet 29P/Schwassmann-Wachmann am 9.3.26 um 22:10 MEZ

 Dieser Komet ist mit angegebenen 11,5mag jedoch noch einmal deutlich lichtschwächer als C/2024 E1, er zeigt auch nicht die schöne grüne Farbe, sondern ist einfach nur ein verwaschener Fleck. Ich musste daher schon ein wenig in die "Trickkiste" der Bildbearbeitung einsteigen. Das Bild wurde mit der neusten Software von Vaonis entrauscht, der "Schwarzpunkt" verändert und ein paar kleinere Einstellungen geändert. Er sieht immerhjin ähnlich aus wie auf einer früheren Aufnahme vor fast genau einem Jahr, vom 6.3.25. Ich habe jedoch ein noch älteres Foto, vom November 2022, da sieht er noch wesentlich kompakter und heller aus.



 

6. März 2026: verschiedene NGC-Objekte

 In den Tagen der "Schönwetterkatastrophe" Anfang März habe ich auch verschiedene NGC-Objekte fotografiert.

NGC 1491 am 6.3.26

 NGC 1491 wird auch der "kleine Pacman-Nebel" oder in Stellarium auch "Fossilien-Fußabdruck-Nebel" genannt. Die letzte Bezeichnung kann ich gut nachempfinden. Versuchen Sie, das Bild in einem neuen Browserfenster auf Originalgröße darzustellen, für mich hat da tatsächlich ein Dino seine Spur am Himmel hinterlassen.

NGC 1514 am 6.3.26

 NGC 1514 ist ein etwas größerer planetarischer Nebel im Stier. Ich zeige hier gleich nur den entsprechenden 1:1-Ausschnitt, nicht das ganze Bild meines Vespera. Der Nebel erscheint deshalb recht groß, da er nur 900 Lichtjahrte von uns entfernt ist. Hochinteressant ist auch ein Foto des Nebels mit dem JWST-Teleskop.

 Vaonis bietet für die Bilder der Vespera-Teleskope jetzt auch ein paar Software-"Spielereien" an. Mit nur wenigen Mausklicks kann man zum Beispiel alle Sterne aus einem Bild entfernen oder auch die fotografierten Nebel in anderen Farbpaletten darstellen, wie z.B. der sog. "Hubble-Palette" oder in anderer Form.

NGC 2264 am 6.3.26, eine Stunde belichtet

 
NGC 2264 ohne Sterne
 

Hier habe ich einmal aus dem Bild alle Sterne entfernt, der berühmte "Christmas-Tree" Asterismus ist so nicht mehr zu sehen. Übrig bleibe nur die Nebelregion rund um den ebenso berühmten Konus-Nebel. Ohne Sterne lassen sich die feinen Nebelstrukturen natürlich besser studieren als mit. Mit Bedacht eingesetzt durchaus keine "Spielerei", sondern durchaus eine nützliche Sache.

Leider lassen sich diese Feature nur innerhalb der Singularity-App von Vaonis nutzen, also nur mit den durch Vaonis selbst bearbeiteten Bildern. Aber sicherlich kann man ähnliches auch mit Photoshop- oder Lightroom-Presets erreichen.