Montag, 9. Februar 2026

7. Februar 2026: Eine kleine Wiederholung und ein toller Lernprozess!

 Auch am 7. Februar war es am Abend länger klar geblieben. So habe ich mir gedacht, ich wiederhole einfach mal die Aufnahmen vom 5. Februar. Vielleicht kann man ja einiges an Unterschieden erkennen. Die Bilder sind alle mit den gleichen Koordinaten im Zentrum gestartet worden wie zwei Tage zuvor.

 

Uranus am 7. Februar um 18:40 Uhr

Schaut man genau hin und vergleicht dieses Bild mit dem von vor zwei Tagen, kann man so gerade erkennen, das sich Uranus von den rechts neben ihm stehenden kleinen Dreieck aus recht lichtschwachen Sternen ganz bisschen, bzw. langsam entfernt. Die Monde Oberon und Titania sind ebenfalls beide direkt an Uranus dran zu erkennen. Oberon ist jetzt von links nach oben gewandert, Titania von unten mehr nach links. Das stimmt gut mit den bei Stellarium eingegebenen Koordinaten überein. Beide Monde wurden übrigens schon 1787 entdeckt. Oberon braucht für einen Umlauf um Uranus übrigens 13,46 Tage, Titania nur 8,71. Wenn das gute Wetter anhalten würde, könnten wir sehen, wie Titania in ein paar Tagen Oberon überholt.

Jupiter am 7.2.26 um 18:52 Uhr

 Von Jupiter gelang mir diesmal merkwürdigerweise nur ein einziges Bild, also nur eine Belichtung von 10 Sekunden. In den Logdatein fand sich später die Fehlermeldung "LackofStars", wahrscheinlich muss da gerade als ich am Fotografieren war, eine Wolke durchgezogen sein. Trotzdem kann man auf diesem Bild im Vergleich schon einiges erkennen: Jupiter und seine Monde ist schon deutlich aus der Bildmitte nach oben rechts weiter gewandert.  Der oberste Mond Ganymed ist ein kleines Stück näher an Jupiter heran gerückt. Mond Io, der am 5.2. noch zwischen Jupiter und Ganymed zu sehen war, ist jetzt gar nicht zu sehen. Europa war am 5.2. nicht sichtbar, steht jetzt etwas links unterhalb von Jupiter und Mond Kallisto hat sich noch etwas weiter südlich von Jupiter weg bewegt.

(52) Europa am 7.2.26 um 18:50 Uhr

(52)Europa ist deutlich weiter nach Osten (links) gewandert. Der Kleinplanet zieht genau auf die Hyaden zu, die er im April erreichen wird. Der rote Kreis markiert die Position von Europa am 5.2.26.

AT2026brt am 7.2.26 um 19:44


  Diesmal konnte ich auch die AT2026brt länger belichten: 35 Minuten. Heute ist die Position deutlich besser zu erkennen. Wieder habe ich die Helligkeit mit ASTAP vermessen, diesmal ergab sich 15,9mag. Das passt sehr gut zu einer Aufnahme, die Astrofreund Markus Kempf ebenfalls am 7.2.26 gemacht hat. Er konnte mit seinem 16-Zöller das Objekt eine Stunde lang belichten und ermittelte eine Helligkeit von 15,88mag.

Was mag das für ein Objekt sein? Am Anfang, als ich danach suchte, hatte ich es ganz einfach nur für eine weitere Supernova gehalten, wie ich ja schon einige fotografiert habe. Und schließlich habe ich den Hinweis auf dieses Objekt ja auch der Seite "latest Supernova" gefunden.  Doch hätte ich vielleicht gleich etwas genauer hinschauen sollen. Anders, als ich im ersten Posting vom 5.2. zunächst geschrieben hatte, ist dort gar nicht die Rede von "SN2026brt", sondern es heißt "AT2026brt". Und auch die Typ-Bezeichnung ist "unk", also "unknown"/unbekannt. Und schließlich ist keine Ursprungsgalaxie angegeben.

Deshalb schrieb mir Manfred Mrozek die folgende Mail, für die ich ganz herzlich danke!

Rein formal solltest du das Objekt aber nicht als SN2026brt, sondern als AT2026brt bezeichnen, denn die Bestätigung, dass es sich um eine SN handelt, durch ein Spektrum samt Klassifikation liegt meines Wissens für AT2026brt noch nicht vor. So lange werden die Objekte eben mit AT statt SN bezeichnet. Es ist keine Galaxie in der Nähe erkennbar, in der eine SN aufgeleuchtet sein könnte. Jedenfalls kann ich weder beim SDSS noch bei PanSRARRS eine Galaxie erkennen. Eine SN beispielsweise vom Typ Ia mit der Helligkeit 15, 2 mag könnte etwa 250 Millionen Lichtjahre entfernt sein, wenn man SN2026atb (15,4 mag) in LEDA 1660507 zum Vergleich nimmt. Die sollte PanSTARRS abbilden können. 

Etwa 7 Bogenminuten weiter nördlich befindet sich die Galaxie LEDA 2133728, für die es leider keine Entfernungsangabe gibt. Angenommen, sie befindet sich in einer Entfernung von 250 Millionen Lichtjahren und durch irgendein Ereignis wurde ein enger Doppelstern, dessen eine Komponente sich zu einem Weißen Zwerg und dessen andere Komponente sich zu einem Roten Riesen entwickelt hat, mit einer Geschwindigkeit von 600 km/s aus der Heimatgalaxie geschleudert und ist jetzt als SN vom Typ Ia explodiert, dann müsste der Doppelstern mindestens 250 Millionen Jahre unterwegs gewesen sein und eine Strecke von mindestens 5000.000 Lichtjahren zurückgelegt haben. Die Zahlen sind für Bewgungen in der Sichtebene angegeben. Bei Bewegungen auf uns zu oder von uns weg erhöhen sich die Werte. Aber die Zahlenwerte sind nicht unmöglich. D.h. es könnte eine Supernova vom Typ Ia sein. Eine Kernkollapssupernova ist es wohl nicht, denn die notwendigen massereichen Vorgängersterne leben nicht so lange. 

Die Alternative ist ein energiereiches Ereignis auf einem lichtschwachen Stern unserer Galaxie, der bislang vom SDSS oder PanSTARRS im Ruhelicht noch nicht abgebildet wurde. Es könnte ein kataklysmischer Variabler sein. Novae können im Ausbruch 9-10 Größenklassen heller werden. Das entspräche eienr Helligkeit im Ruhelicht von ca. 24 mag und knapp über die Detektionsgrenze von PanSTARRS gehen..

Aber wie bereits gesagt, ohne ein Spektrum des Objekts, ist alles über seine Natur nur Spekulation.

 Ganz herzlichen Dank noch einmal an Manfred! Sterngucker sind schon coole Typen, die ihr Wissen gerne mit anderen teilen. So habe ich (und vielleicht auch meine Leserinnen und Leser hier) doch wieder etwas gelernt. Und meinen Blogbeitrag vom 5.2. habe ich auch entsprechend verändert.

 

Und weil es am Samstagabend so lange klar bliebt konnte ich diesmal noch ein Objekt zusätzlich belichten:

NGC 1555 am 7.2.26 um 23:52 Uhr

NGC 1555 wird auch "Hind's variable nebula" (Hinds veränderlicher Nebel) genannt. Es handelt sich um einen Reflexionsnebel, der durch den veränderlichen Stern T Tauri zum Leuchten gebracht wird. Dessen Helligkeit schwankt irregulär zwischen 9,3mag und 13,5mag. Der Nebel ist insgesamt recht klein, deshalb habe ich ihn - zusammen mit dem Stern T Tau - rötlich eingekreist. Dieses Bild habe ich netto zwei Stunden und 20 Minuten lang belichtet. Vaonis empfiehlt für dieses Objekt eine Mindesbelichtungszeit von 120 Minuten. Nach einer Stunde war vom Nebel in der Tat noch kaum etwas zu erkennen. Vielleicht kann ich ja in kommenden Nächten die Belichtungszeit noch etwas verlängern.

Später kam dann doch Hochnebel oder Wolken auf, aber erneut ein Abend, der sich sehr gelohnt hat, auch wenn ich diesmal (fast) nichts Neues fotografiert habe.
 


 

Samstag, 7. Februar 2026

9. - 15. Februar 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche steht gleich am Montag der Mond im Letzten Viertel und nimmt dann weiter ab, so dass die Nächte sich immer länger für die Beobachtung lichtschwacher "deep-sky"-Objekte eignen. Von den hellen Planeten ist am Abend und in der Nacht Jupiter bis zu seinem Untergang gegen 6:00 Uhr in der Frühe gut zu beobachten. Saturn geht im Südwesten schon bald nach 20:30 Uhr unter. Dafür kann mit viel Glück Merkur abends im Westen gefunden werden, eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang ist er in ca. 7° Grad Höhe und ca. 3° Grad nach links (Osten) versetzt über dem Sonennuntergangspunkt zu finden. Die ISS beginnt in dieser Woche eine neue Periode von Überflügen am Morgen.

Am Montag, den 9. Februar, geht die Sonne um 7:51 Uhr auf und um 17:28 Uhr unter, der helle Tag ist damit 24 Minuten länger als noch vor einer Woche. Der Mond geht heute um 1:48 Uhr auf und um 10:00 Uhr unter. Um 13:43 Uhr erreicht er exakt das Letzte Viertel, steht dann jedoch bei uns schon unter dem Horizont.

Am Dienstag, den 10. Februar, geht der Mond m 3:02 Uhr auf, er nähert sich dem Skorpion. Nach 6:00 Uhr ist er zu 44 Prozent beleuchtet, erreicht aber nur noch eine Höhe von ca. 12° Grad über dem Horizont. Kleinplanet (1584)Fuji steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Mittwoch, den 11. Februar, geht der Mond um 4:12 Uhr auf. Er steht dicht unterhalb von Antares (Abstanbd knapp 2° Grad) und ist nur noch zu 35 Prozent beleuchtet. Um 7:25 Uhr bedeckt der Mond den 2,8mag hellen Stern tau Sco. Außerdem zeigt er eine ausgeprägte Südbreite, d.h. wir können auf seinen Nordpol schauen. Die ISS beginnt ihre Morgensichtbarkeit und soll um 7:08 Uhr scheinbar genau zwischen Mond und Antares hindurchfliegen, bevor sie um 7:14 Uhr im Osten hinter dem Horizont verschwindet. Kleinplanet (433)Eros (11,2mag) steht heute um 2:00 Uhr in nur 4,5' Bogenminuten Abstand bei Stern HIP17000 (6,7mag). Gegen Mitternacht steht Kleinplanet (1584)Fuji (12,8mag) in nur 5,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP46669 (6,8mag).

Am Donnerstag, den 12. Februar, geht die nur noch zu 26 Prozent beleuchtete Mondsichel im Sternbild Schlangenträger auf. Um 8:27 Uhr (also deutlich nach Sonnenaufgang) erreicht er seine größte Höhe von 8,9° Grad über dem Horizont.

Am Freitag, den 13. Februar, geht die nur noch zu 18 Prozent beleuchtete Mondsichel um 6:05 Uhr im Sternbild Skorpion auf. Um ca. 12:03 Uhr kommt es heute auf einer Linie von Bielefeld über Detmold nach Nieheim und Beverungen zu einem Transit der ISS vor der Sonnenscheibe. Mehr Informationen dazu bekommt man u.a. auf diesen Websites: https://iss.vierwandfrei.de/ oder transit-finder.com Um 20:00 Uhr steht Kleinplanet (1584)Fuji (12,8mag) in 7,5' Bogenminuten Abstand zum Doppelstern HIP46404 (5,5mag).

Am Samstag, den 14. Februar, fliegt die ISS zwischen 6:21 Uhr und 6:30 Uhr in maximal 21° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Die nur noch zu 11 Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 6:42 Uhr auf.

Am Sonntag, den 15. Februar, wird man die Mondsichel einen Tag vor Neumond wohl nicht mehr finden können. Die ISS fliegt zwischen 5:36 Uhr und 5:43 Uhr in maximal 15° Grad Höhe sehtr tief über unseren südöstlichen Himmel hinweg. Kleinplanet (1)Ceres (9,1mag) steht in 5,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP6432 (6,2mag).

7. Februar 2026: Noch einmal Sonne hinter Wolken

 Auch heute gelang mir wieder nur ein Foto der Sonne hinter den Wolken:

Sonne am 7.2.26 um 14:05 Uhr

Durch die vielen Wolken ist ein fokussieren recht schwierig, mit dem bloßen Auge kann man die Flecken auch im Spektiv kaum oder nur ganz kurz ausmachen. Doch zum Glück hilft der Lightroom-Regler "Dunst entfernen" bei diesen Wetterbedingungen zuverlässig weiter.

 Die große Aktivitätsregion AR4366 wandert langsam an den Westrand der Sonne, wo sie in wenigen Tagen verschwinden wird. Doch links am Ostrand ist schon wieder eine neuer vielleicht noch größer werdender,Fleck zu sehen.


 

5. Februar 2026: wieder ein kleines Wolkenloch

 Am 5. Februar schien tagsüber die Sonne durch die Wolken, was ich natürlich gleich wieder zu einem Foto ausgenutzt habe. Klar war der Himmel jedoch nicht, so dass ich schon kräftig den Lightroom-Regler "Dunst entfernen" benutzen musste, um die Flecken auf der Sonne wirklich deutlich zu machen:

Die Sonne am 5.2.26 um 12:30 Uhr


 Am Abend war es dann überraschenderweise jedoch eine kurze Zeit ebenfalls klar, so dass ich endlich auch wieder im Dunkeln fotografieren konnte. Zuerst habe ich drei "schnelle" Bilder von großen und kleinen Planeten gemacht:

Jupiter mit Monden am 5.2.26 um 18:22 Uhr

 Das Bild wurde nur 50 Sekunden lang belichtet. Schräg links unterhalb von Jupiter ist sein Mond Kallisto zu sehen und schräg rechts oberhalb die Monde Io und Ganymed. Der Mond Europa steht noch zu dicht neben Jupiter und wird von ihm überstrahlt. Der Schatten Europas fällt gerade auch auf Jupiter, aber um dies zu sehen bräuchte es ein größeres Teleskop.

 

Uranus mit Monden um 18:36 Uhr

In der Mitte des Bildes, das 5 Minuten belichtet wurde, sieht man den 5,7mag hellen Planeten Uranus. Schaut man genau hin, lassen sich direkt bei ihm zwei seiner Monde erkennen. Links neben Uranus der Mond Oberon und rechts unterhalb der Mond Titania. Beide sind ca. 14mag hell. 

Kleinplanet (52) Europa um 18:46 Uhr, 6z Minuten belichtet

 Zufällig entdeckte ich in Stellarium, dass der Kleinplanet (52) Europa gerade im Süden stand und ebenfalls gut zu fotografieren sein sollte. Er steht in einer recht sternenarmen Gegend im Sternbild Widder und ist zur Zeit 12,0mag hell. (52)Europa hatte ich bislang noch nicht fotografiert. Schön, dass mir das jetzt gelang.

Und schließlich habe ich mich wieder auf die Suche nach einer möglichen Supernova gemacht:

AT2026brt am 5.2.26 um 19:34 Uhr

 

AT2026brt wurde am 26. Januar 2026 entdeckt mit einer Helligkeit von ca. 19mag, sollte jetzt schon fast 15mag erreicht haben. Leider konnte ich dieses Bild nur 22 Minuten belichten, dann war der Himmel schon wieder dicht. Auf meinem Bild ist nur ein kleiner sehr schwacher Lichtpunkt zu erkennen, allerdings wohl schon an der richtigen Stelle, sofern ich mein Bild mit Hilfe von "nova.astrometry.net" richtig vermessen habe.  Aber ist das wirklich die Supernova? 

Ich habe das Bild ebenfalls mit der Software ASTAP analysiert. Unterhalb meines Lichtpunkt wird da 16,5mag angegeben. ASTAP meldet jedoch einen "unknown star" etwas links davon mit sogar 15,0 mag. Leider habe ich noch keine Fotos anderer Supernova-Sucher von diesem Objekt gefunden, so dass ich mein Bild mit anderen vergleichen kann. Ich werde mein Bild mal anderen Sternfreunden zuschicken. Mal sehen, was die dazu sagen werden.

Hier ein Ausschnitt aus dem ASTAP-Bild der entsprechenden Region:

 Die gleiche Region mit ASTAP analysiert


 Auch wenn es an diesem Abend nur weniger als zwei Stunden dunkel genug war, um den Himmel zu beobachten, hat es sich doch gelohnt. 

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Am Abend des 7. Februar konnte ich die gleichen Objekte noch einmal fotografieren, das ergab ganz spannende Vergleiche! Und zu dem letzten Objekt "2026brt" gibt es dort dann auch noch eine sehr hilfreiche Erklärung!

 

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Am Nachmittag des 7. Februar hat mir Sternfreund Rolf Stadelmeier eine schöne kleine Animation geschickt, die zeigt, dass ich schon das richtige Objekt identifiziert hatte. Er hat einfach mein Bild und das des fotografischen Aladin-Katalogs übereinander gelegt:

Vergleich meines Bildes mit der "Entdecker-Markierung"

 Und hier gleich noch eine Anmerkung von mir:

ASTAP schreibt seine Helligkeitsangaben, wenn ich das richtig sehe,  immer oberhalb des Sterns hin. Die 16,5mag können sich also nicht auf "meinen" Lichtpunkt beziehen, für diesen doch etwas diffusen Fleck gibt es gar keine ASTAP-Angabe. Andererseits kann ich allerdings auch nicht sagen, auf welchen Stern oder Fleck in meinem Bild sich die Helligkeitsangabe bezieht. Ich sehe da eigentlich nichts! 

 

Dienstag, 3. Februar 2026

3./4. Februar 2026: Sonne am Morgen

Brrr, ist das eisig kalt draußen! Offiziell sind es -3° Grad, aber der Wind bläst heute mit Windstärke 6, in Böen sogar bis Windstärke 8 aus Ostsüdöstlicher Richtung. Gefühlt sind es dadurch draußen bestenfalls -10°. Da sollte man doch lieber im Hause bleiben!

Trotzdem habe ich versucht, ein Foto der Sonne zu machen. Sie zeigte sich zwar nur durch Schleierwolken hindurch, aber mit Hilfe des Reglers "Dunst entfernen" in Adobe Lightroom kann man doch schon (fast) durch die Wolken hindurch gucken. Hier das Ergebnis:

Sonne am 3.2.26 gegen 12 Uhr

 Die große Fleckengruppe, die man übrigens auch mit bloßem Auge (und Sonnenfinsternisbrille) sehen kann, fällt sofort auf. Doch auch mehrere kleine Flecken sind zu erkennen.

Schade nur, das die Sonnenstrahlen noch nicht wärmender sind :-) 

 ***************. Ergänzung 4. Februar ************

Die Fleckengruppe ist weiterhin sehr aktiv und hat auch heute wieder einen X-Flare erzeugt. Die Flares sind teilweise auch mit CMEs verbunden, so dass ab heute (Impact gegen 16 Uhr) auch wieder mit Polarlichtern in Deutsachland zu rechnen ist. Sicherlich nicht so stark wie zuletzt im Januar, aber fotografisches PL in Norddeutschland sollte möglich sein. Wenn denn das Wetter mitspielt. Hier in Bad Lippspringe ist es jedoch zur Zeit meistens bewölkt.

Tagsüber schien jedoch auch am 4. Februar die Sonne recht nett vom Himmel. Inzwischen erreicht sie mittags schon wieder eine Höhe von knapp über 20° Grad über dem Horizont:

Sonne mit Flecken am 4.2.26 um 12:28 Uhr MEZ

 Die große Gruppe (AR4366) ist übrigens mit einer Sonnenfinsternisbrille auch mit bloßem Auge sichtbar.

 

Sonntag, 1. Februar 2026

2.-8. Februar 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

Am Sonntag hatten wir Vollmond, er nimmt in den Tagen dieser Woche langsam ab und geht jeden Abend später auf. Von den hellen Planeten steht am Abend Saturn schon recht tief im Westen, um 19 Uhr ca. 18° Grad, um 20 Uhr nur noch 10° Grad hoch. Jupiter dagegen ist fast die ganze Nacht zu sehen, zunächst im Osten (gegen 18 Uhr schon ca. 30° Grad hoch), gegen 22:30 Uhr hoch im Süden und er geht gegen 6:30 Uhr im Westen unter. Der Fernglasplanet Neptun kann in der Nähe von Saturn gefunden werden und Uranus ca. 5° Grad südwestlich der Plejaden im Stier. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu beobachten.

 Am Montag, den 2. Februar, geht die Sonne um 8:02 Uhr auf und um 17:15 Uhr unter, der helle Tag dauert jetzt also schon deutlich über 9 Stunden. Der immer noch zu 99 Prozent beleuchtete Mond geht um kurz nach 18 Uhr auf. Er steht in der Nähe von Regulus, dem hellsten Stern im Löwen, gegen 4:30 Uhr zieht er knapp unterhalb von Regulus vorbei. Von 19:23 Uhr bis 19:26 Uhr steigt der Satellit Blue Walker 3 im Westen am Himmel auf bis zu 77° Grad Höhe und wird bis zu 1mag hell. Leider ein weiteres Beispiel für einen ungebremsten Satellitenwahn, der möglicherweise in naher Zukunft himmlische Astronomie sehr erschweren wird.

Am Dienstag, den 3. Februar, geht der zu 96 Prozent beleuchtete Mond um 19:36 Uhr auf. Bereits um 3:00 Uhr in der Frühe steht Kleinplanet (511)Davida (10,7mag) in nur 7,5' Bogenminuten Abstand zu Stern 64 Leo (6,4mag). Erneut zieht Blue Walker 3 über unseren Himmel, zwischen 18:47 Uhrt und 18:52 Uhr zieht er mit 86° Grad Höhe fast durch unseren Zenit.

Am Mittwoch, den 4. Februar, geht der immer noch zu 90 Prozent beleuchtete Mond um 20:47 Uhr auf. Er zeigt starke Libration "West", der Krater Grimaldi steht nah am Rand. Um 22:20 Uhr steht der veränderliche Stern Algol im Perseus im Helligkeitsminimum. Uranus beendet heute seine Oppositionsschleife und wird wieder rechtläufig, wandert jetzt also ganz allmählich auf das "goldene Tor der Ekliptik" zu, im Juli wird er genau zwischen den Sternhaufen der Plejaden und der Hyaden stehen. Zwischen 18:12 Uhr und 18:18 Uhr zieht erneut Blue Walker 3 bis in 85° Grad über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Donnerstag, den 5. Februar, geht der zu 83 Prozent beleuchtete Mond um kurz nach 22 Uhr auf. 

Am Freitag, den 6. Februar, geht der zu 73 Prozent beleuchtete Mond um 23:19 Uhr auf. Der Kleinplanet (403)Cyane (12,5mag) steht heute in Opposition. Er steht nur 6' Bogenminuten entfernt von HIP44551 mit 7,7mag. An der Volkssternwarte Paderborn gibt es heute um 19 Uhr einen Vortrag von Frank Sackenheim zum Thema "Fake oder Echt? Die Farben in der Astrofotografie". Heute hätte eigentlich der erste mögliche Starttermin für den Artemis II Flug zum Mond sein sollen. Auf Grund von Problemen bei der Betankung der Rakete wurde der erste mögliche Starttermin jedoch auf den März verschoben. Lassen wir uns überraschen, wann es wirklich wieder los geht mit einem Flug von Menschen zum Mond. 

Am Samstag, den 7. Februar, sollte um 3:41 Uhr das erste Startfenster für einen Flug von Artemis II zum Mond beginnen. Der abnehmende Mond steht dann ca. 4° Grad südwestlich entfernt von Spica, dem hellsten Stern in der Jungfrau. 

Am Sonntag, den 8. Februar, geht der Mond um 0:33 Uhr auf, er ist dann noch zu 65 Prozent beleuchtet. Zum Ende dieser Woche beginnt eine Abendsichtbarkeitsperiode von Merkur. Er geht ca. eine Stunde nach Sonnenuntergang im Westen unter, um 18 Uhr steht er heute noch gut 4° Grad über dem Horizont. Die Bedingungen werden bis zum 19. Februar von Tag zu Tag besser.

1. Februar 2026: Die Sonne und ein aktiver Sonnenfleck und noch einmal etwas Mond

 Am 1. Februar konnte ich die Sonne und ihre Flecken fotografieren. Die Bedingungen waren nicht die allerbesten, einige hohe Zirren trübten immer wieder den Himmel, aber die Luft war doch recht ruhig.

Die Sonne am 1. Februar 2026 um 13:48 Uhr, ca. 20° Grad hoch.

 Man erkennt oben links eine größere Gruppe, AR4366. Aus dieser Gruppe kam heute sogar ein X-Flare, sie scheint kräftig aktiv zu sein. Ob sie wohl einen erdgerichteten CME verursachen kann? Unterhalb dieser Gruppe ist der kräftige Fleck AR4362 zu erkennen, außerdem noch drei weitere Flecken, dichter am Rand.

 Tags zuvor waren die Bedingungen zur Sonnenfotografie viel schlechter:

Die Sonne am 31. Januar um 9:42 Uhr.

 Am Morgen schien die Sonne noch hell vom Himmel, doch für 10:00 Uhr war schon wieder dichte Bewölkung vorhergesagt. Im Moment der Aufnahme stand die Sonne nur 10° Grad hoch über dem Horizont. Die Luft war so stark am flimmern, dass es mir überhaupt nicht gelang, ein scharfes Bild vom Rand der Sonne einzustellen. Man sieht dies auch auf dem Foto. Und wenn der Rand nicht scharf zu bekommen ist, bekommt man natürlich auch keine Bilder der Flecken. Zumindest fast keine. Wenn man genau schaut, kann man links in der Nähe des Randes zwei Flecken(-gruppen) erkennen. Am besten sieht man etwas unterhalb der Mitte den Fleck AR4362. Die Gruppe AR4366 lässt sich auf diesem Bild nur erahnen. So dicht am Rand schaut man aber natürlich auch noch nicht "von oben", sondern doch mehr "von der Seite" auf die Fleckengruppe, so dass ihre tatsächlich Größe noch gar nicht zu erfassen ist. 

In der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar schien kurz vor Mitternacht auch der Mond durch die Wolken. Sein Licht führte zu einem netten kleinen "Hof" in den Wolken um den Mond herum:

Mond mit Hof am 31.1.26 um 23:23 Uhr

 Ab und an war der Blick zum Mond etwas freier:

Der Mond am 31.1.26 um 23:25 Uhr
 

24 Stunden vor Vollmond waren am linken Mondrand noch etliche Krater einigermaßen gut zu erkennen. Schade, dass die Bedingungen insgesamt nicht besser waren. Trotzdem kann man erkennen, dass, selbst wenn noch etwas Dunkelheit am linken Mondrand herrscht,  der dunkle Krater Grimaldi relativ dicht zum Rand steht, während rechts das Mare Crisium doch etwas weiter als üblich vom Rand entfernt ist. Beide Bilder entstanden mit meiner Nikon P950 aus freier Hand.