Sonntag, 3. Juli 2022

4.-10. Juli 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche erreicht der Mond am Donnerstag das Erste Viertel. Er steht nur wenig über dem Horizont, ist aber trotzdem ein lohnendes Ziel für den ersten Teil der Nacht. Von den hellen Planeten geht Saturn als erster schon vor Mitternacht im Südosten auf. Danach folgt Jupiter um ca. 1:00 Uhr, Mars um ca. 1:45 Uhr und später geht auch noch die Venus gegen 3:45 Uhr im Osten auf. Die ISS ist bei vielen morgendlichen Überflügen sichtbar.

Am Montag, den 4. Juli, geht die Sonne um 5:12 Uhr auf und um 21:45 Uhr unter. Noch ist der Rückgang der Tageslänge kaum zu spüren, gegenüber dem letzten Montag sind das gerade mal 7 Minuten. Der Mond ist am Abend zu 23 Prozent beleuchtet. Er geht erst deutlich nach Mitternacht um 0:41 Uhr unter. Die ISS tritt  bereits um 2:35 Uhr in der Nähe von Saturn aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann schnell nach Osten. Beim nächsten Überflug ist sie zwischen 4:09 Uhr und 4:17 Uhr fliegt sie von West nach Ost über den kompletten Himmel und erreicht eine maximale Höhe von 67° Grad im Süden.

Am Dienstag, den 5. Juli, fliegt die ISS um 1:50 Uhr haarscharf an Jupiter vorbei. Bei ihrem nächsten Überflug zwischen 3:22 Uhr und 3:29 Uhr erreicht sie maximal eine Höhe von 53° Grad. Der Mond ist am Abend zu 38 Prozent beleuchtet. Bereits um 22:06 Uhr kommt es zu einer Bedeckung eines 5,4mag hellen Sterns (7 Vir), wahrscheinlich ist es jedoch selbst für das Teleskop noch viel zu hell, um diese Bedeckung zu beobachten.

Am Mittwoch, den 6. Juli, ist die ISS auch wieder zweimal zu sehen. Um 2:35 Uhr zeigt sie sich im Süden und fliegt schnell nach Osten weiter, zwischen 4:08 Uhr und 4:17 Uhr fliegt sie dann mit 87° Grad Höhe fast genau über unsere Stadt hinweg. Der Mond ist am Abend zu 48 Prozent beleuchtet, er zeigt maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht nahe am Rand. Kleinplanet (14) Irene steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Donnerstag, den 7. Juli, ist die ISS um 41:50 Uhr herum kurz im Südosten zu sehen. Beim Überflug zwischen 3:21 Uhr und 3:29 Uhr erreicht sie gut 73° Grad Höhe über dem Horizont. Um 4:14 erreicht der Mond exakt das Erste Viertel, dann steht er jedoch bei uns unter dem Horizont. Am Abend steht der Mond unweit von Spica in der Jungfrau, später lässt sich ab ca. 0:50 Uhr vielleicht noch der sog. Hesiodus-Strahl beobachten, allerdings geht der Mond schon eine halbe Stunde später unter.

Am Freitag, den 8. Juli,  kann die ISS sogar dreimal  beobachtet werden. Um 1:02 Kurz in der Nähe des frisch aufgegangenen Jupiter, beim Überflug zwischen 2:34 Uhr und 2:41 Uhr in maximal 66° Grad Höhe und zwischen 4:07 Uhr und 4:18 Uhr fliegt sie ein weiteres Mal in dieser Woche fast genau über unsere Stadt hinweg. Der Mond ist abends zu 69 Prozent beleuchtet.

Am Samstag, den 9. Juli,  fliegt die ISS zwischen 1:47 Uhr und 1:52 Uhr in maximal 51° Grad über unseren Nachthimmel hinweg, ein weiteres Mal zwischen 3:19 Uhr und 3:29 Uhr, um  3h:24m:18s fliegt sie dabei exakt über unsere Stadt hinweg. Der Mond ist am Abend zun79 Prozent beleuchtet.

Am Sonntag, den 10. Juli,  ist die ISS gegen 1:00 Uhr kurz im Südosten zu sehen, beim nächsten Überflug zwischen 2:33 Uhr und 2:41 Uhr fliegt sie fast genau über unsere Stadt hinweg (86° Grad Höhe) und zwischen 4:09 Uhr und 4:18 Uhr fliegt sie noch einmal in maximal 71° Grad Höhe über unseren aufgehellten Himmel in der Morgendämmerung hinweg. Der zu 88 Prozent beleuchtete Mond steht am Abend im Sternbild Skorpion recht nahe bei Antares. Um 22:56 Uhr kommt es zu einer Bedeckung eines 4,5mag hellen Sterns (19 Sco), auch diese Sternbedeckung wird in der Dämmerung nur schwer zu verfolgen sein.

Samstag, 2. Juli 2022

1. Juli 2022: Ein paar Impressionen aus der Nacht

 Am Freitagabend, 1. Juli 2022, sollte der Himmel klar sein. Leider zogen doch immer wieder Wolken durch. So musste ich immer wieder mal die Beobachtungsrichtung ändern, neue Ziele suchen. Entspannend war das nicht so wirklich, aber ich denke, Spaß gemacht hat es trotzdem. Einige Fotos sind mir unter den nicht optimalen Bedingungen doch so gelungen, dass ich sie hier zeigen möchte. Da hat die Vespera-Beobachtungsstation schon einen klaren Vorteil: durch das Live-Stacking hat man schnell ein anschaubares Bild zur Hand. Bilder, die ich in dieser Nacht an meinem großen Teleskop parallel mache, muss ich erst anschließend noch "entwickeln". Also die Einzelbilder von der Kamera auf den PC kopieren, durch die Stacking-Software laufen lassen, mit guter Bildbearbeitungssoftware nachbearbeiten usw. Vorher natürlich nicht Flats und Darks vergessen. 

Doch ich will nicht lamentieren, sondern einfach ein paar Bilder zeigen.

Zunächst der Mond, als schmale Sichel noch in der Abenddämmerung gegen 22 Uhr fotografiert:

Der Mond am 1.7.22 um 22:15 MESZ

 Das Foto entstand mit meinem Spektiv und einer Kleinbildkamera. Dann wurde es langsam dunkel und meine Vespera kam zum Einsatz:

Kugelseternhaufen M3

Dieses Bild vom Kugelsternhaufen M3 war das erste heute Abend. Die ersten drei Ziele (NGC4490, NGC5907 und M5) waren für das Vespera noch nicht zu erreichen, da war es entweder noch zu hell, oder es scheiterte an durchziehenden Wolken. Doch dann hatte ich etwas mehr Glück.

Als nächstes habe ich das Galaxienpaar M81/M82 fotografiert:

M81 (unten) und M82 (oben rechts) / 120 Einzelbilder


Zur Abwechslung hier ein kleiner Sternenhaufen, NGC 6712:

NGC 6712 (15 Minuten belichtet)


Und schließlich den Schwanennebel:

M17, der Schwanennebel oder auch Omeganebel genannt


Dieses Bild müsste man eigentlich um 180° Grad drehen, um den Schwan richtig herum zu sehen. Für mich ist dieser Nebel einer der schönsten am Nachthimmel. An dunklen Orten ist er schon im Fernglas gut zu erkennen. Das Bild wurde eine halbe Stunde belichtet, es ist also aus 180 Einzelbilder gestackt worden.

Den Schwanennebel habe ich parallelauch mit meinem großen Teleskop fotografiert. An mein Celestron C8 habe ich eine Vollformatkamera angeschlossen (Canon EOS RP). Diese Bilder muss ich natürlich erst noch von der Speicherkarte holen. Da diese Kamera nicht astromodifiziert ist, wird hier der Schanennebel sicherlich nicht so farbig aussehen. Die Kamera in der Vespera ist da sicherlich deutlich rotempfindlicher alses der Chip in der Canon Kamera ist.

Zusätzlich habe ich mit einer weiteren Kamera noch ganz ohne Teleskop Übersichtsbilder der Himmelsregionen fotografert, in der ich die oben abgebildeten Objekte so ungefähr fotografiert habe. Ob es mit wohl gelingt, aus allen drei Kameras am Ende brauchbare Bilder zu bekommen?Dummerweise habe ich nicht wirklich aufgepasst, und die Speicherkarte der Canon am C8 ist vollgelaufen. Mal sehen, wieviele brauchbare Aufnahmen ich dort tatsächlich noch geschafft habe. Ich werde dsrüber in den kommenden Tagen berichten.

Ein paar mehr Fotos und Beobachtungen habe ich noch gemacht, diesen Text habe ich praktisch "nebenbei" geschrieben. Doch jetzt (2:15 Uhr) will auch ich so langsam ins Bett.

Montag, 27. Juni 2022

30. Juni: Asteroid Day, Internationaler Asteroidentag

 Diesen Donnerstag, den 30. Juni 2022, ist der Tag der Asteroiden!

Ein offizieller, durch die UN anerkannter Gedenktag. Informationen über die Enstehung dieses Tages findet man zum Beispiel bei Wikipedia, in einer älteren Pressemitteilung der ESA von 2016, oder auch einem Beitrag des MDR vom letzten Jahr.

In diesem Jahr wird der internationale Asteroidentag hauptsächlich in Luxemburg begangen. Von dort wird ein großes, ausführliches Programm ins Internet zum Beispiel über YouTube gestreamt.

Dieses Programm wird sicherlich in englischer Sprache sein. Deshalb erlaube ich mir hier, ein nettes Erklärvideo meines amerikanischen Astrofreundes  Phil Plait aus Boulder, Colorado, zu verlinken, in dem er in 15 Minuten nicht nur die Bedeutung des Asteroidentages erklärt, sondern auch den Unterschied zwischen uns Menschen und den Dinosauriern auf den Punkt bringt.

 


 Viel Spaß beim Schauen!


 

Sonntag, 26. Juni 2022

27. Juni - 3. Juli 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond. Die Nächte eignen sich also gut zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel. An wirklich dunklen Orten sollte man gut die Milchstraße erkennen können. Die hellen Planeten sind alle nur am Morgenhimmel zu finden, und leider meist auch nur flach über dem Horizont im Osten oder Südosten. Saturn geht als erster kurz nach Mitternacht auf, gefolgt von Jupiter (Aufgang ca. 1:30 Uhr) und Mars (2:00). Später (gegen 3:45) kommt dann auch noch die Venus hinzu. Und Spezialisten können vielleicht sogar ab ca. 4:15 Uhr auch noch Merkur finden. Auch die ISS ist wieder bei morgendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 27. Juni, geht die Sonne um 5:08 Uhr auf und um 21:48 Uhr unter. "Astronomisch dunkel" wird es erst wieder in ein paar Wochen, da die Sonne in dieser Woche maximal nur 15° Grad unter den Horizont sinkt. Die schmale nur zu 4 Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 3:31 Uhr auf, wird aber in der Morgendämmerung kaum noch zu finden sein.

Am Dienstag, den 28. Juni, wandert zwischen 1:50 Uhr und 4:28 Uhr der Schatten von Jupitermond Europa vor der Planetenscheibe entlang. In der Frühe zwischen 4:10 Uhr und 4:14 Uhr ist die ISS erstmals wieder tief im Südosten in maximal 11° Grad Höhe bei einem Überflug zu erkennen. Gegen 22:38 Uhr kann vielleicht die chinesische Raumstation Tiangong im Süden am  Abendhimmel beim Durchfliegen des Skorpions beobachtet werden.

Am Mittwoch, den 29. Juni, erreicht der Mond um 4:52 Uhr seine exakte Neumondposition.

Am Donnerstag, den 30. Juni, ist in der Frühe zwischen 4:9 Uhr und 4:15 Uhr die ISS im Südosten in maximal 22° Grad Höhe bei einem Überflug zu erkennen. Sie fliegt knapp unterhalb der Planeten Saturn - Jupiter - Mars ihre Bahn. Um 23:20 Uhr geht die nur zu 3 Prozent beleuchtete Mondsichel unter, ob sie schon zu finden sein wird? Außerdem ist heute "Asteroid Day"!

Am Freitag, den 1. Juli, ist in der Frühe zwischen 3:22 Uhr und 3:27 Uhr die ISS tief im Südosten in maximal 16° Grad Höhe bei einem Überflug zu erkennen. Am Abend sollte der Mond erstmals nach Neumond wieder am Abendhimmel sichtbar sein. Seine zu 7 Prozent beleuchtete Sichel geht erst gegen 23:45 Uhr unter.

Am Samstag, den 2. Juli, ist die ISS einmal gegen 2:36 tief im Südosten kurz zu sehen. Zwischen 4:08 Uhr und 4:16 Uhr fliegt die ISS in maximal 41° Grad Höhe oberhalb der Planeten über unseren Morgenhimmel hinweg. Am Abend geht der zu 12 Prozent beleuchtete Mond erst kurz nach Mitternacht (0:10 Uhr Sonntag) unter. Er zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Südpol schauen können.

Am Sonntag, den 3. Juli, fehlt bei Jupiter nach seinem Aufgang zunächst Mond Io. Dieser wandert bis 3:07 Uhr vor der Planetenscheibe vorüber. Ios Schatten ist bis 1:45 Uhr vor der Jupiterscheibe zu sehen. Die ISS fliegt zwischen 3:21 Uhr und 3:27 Uhr etwas oberhalb von Jupiter, aber knapp unterhalb von Mars über unseren morgendlichen Nachthimmel hinweg. Abends steht die schon zu knapp 20 Prozent beleuchtete Mondsichel im Sternbild Löwe.Er geht am Montag gegen 0:30 Uhr unter.

Freitag, 24. Juni 2022

24. Juni 2022: Unser nächster (sichtbare) Nachbar - Barnards (Pfeil)Stern

 Beim Durchblättern des neuen Karkoschka (Karte E17) fiel mir der Hinweis auf "Barnards (Pfeil)Stern" auf. Dies ist der uns nächstgelegene Stern, der von Mitteleuropa aus zu beobachten ist. Er ist 5,9 Lichtjahre von der Sonne entfernt. Die Komponenten des Mehrfachsystem Alpha Centauri stehen uns mit 4,2 Lichtjahren Entfernung zwar noch näher, sind aber nur von der Südhalbkugel der Erde aus zu beobachten.

Der Stern ist leider nur 9,5mag hell, also nur in Teleskopen zu beobachten und von daher lange nicht so populär wie andere Sterne. Er zeichnet sich jedoch durch einen weiteren Rekord aus: Es ist der Stern mit der größten von uns zu sehenden Eigenbewegung. Er verändert seine Position am Nachthimmel in jedem Jahr um rund 10 Bogensekunden. Das ist schon sehr kräftig. Auf Wikipedia gibt es dazu eine schöne fotografische Animation.

Grund genug für mich, auch einmal ein Foto zu wagen:

Barnards Stern, 18. Juni 2022

Auf diesem Foto ist zunächst nichts Spektakuläres zu erkennen. Wenn die Koordinaten, die ich für den Stern eingegeben hatte, stimmen, sollte es sich um den etwas helleren Stern in der Mitte des Bildes handeln.

Um den genauen Ausschnitt dieses Fotos zu bestätigen, habe ich das Bild auf der Website astrometry.net hochgeladen und bekam von dort dieses Ergebnis zurück:

Mein Bild nach der Auswertung bei astrometry.net

Upps, ich war doch etwas überrascht, das der Stern in der Mitte nicht markiert wurde, sondern Barnards Stern sich etwas unterhalb befinden sollte? Aber da war doch gar kein Stern?

Also habe ich mich etwas näher mit dieser Gegend beschäftigt und verschiedene Sternkarten zurate gezogen. Für die markierten Sterne (HD xxxxx) ließen sich recht schnell die Helligkeiten ermitteln. Diese liegen meisten zwischen 8,0 und 9,0 mag. Zwei kleine Sternfiguren fallen auf dem Bild ebenfalls auf, das kleine auf der Seite liegende "V" etwas rechts unterhalb von Barnards Stern und das längliche Fünfeck auf gleicher Höhe, aber mehr links im Bild. Hier liegen die Helligkeiten der Sterne etwa bei 10mag und schwächer.

Also kann Barnards Stern wirklich nur der etwas hellere Stern in der Bildmitte sein. Alles andere würde nicht wirklich passen.

Hier noch einmal das Bild von astrometry.net, jetzt zusätzlich mit Sternhelligkeiten und einer roten Markierung für Barnards Stern versehen:

Barnards Stern (die frei stehende "89" gehört zu HD163842, sorry!)

Letzten Endes ist die kleine Abweichung bei astrometry.net jedoch nicht sehr überraschend. Man muss bei einem Stern mit einer solch starken Eigenbewegung schon immer ganz genau aufpassen, von wann die jeweils hinterlegten Daten stammen oder wann z.B. ein Vergleichsfoto erstellt wurde. 

Ich bin gespannt, ob mir in ein oder zwei Jahren erneut ein Foto von diesem Stern gelingt. Mal sehen, was dann der Vergleich mit diesem Bild vom 18. Juni 2022 zeigt.


Dienstag, 21. Juni 2022

21. Juni 2022: Leuchtende Nachtwolken

 

Heute Nacht um 3 Uhr früh gab es ein wunderschönes Geburtstagsgeschenk für mich, Leuchtende Nachtwolken, Noctiluent Clouds (NLC). Ein Wunder der Natur, das lange Zeit nicht erklärbar war. Denn diese Wolken stehen weit oberhalb unser Atmossphäre in gut 80 Kilometer Höhe:

Blickrichtung Nordost, der helle Stern ist Capella

NLC mit Mond, Jupiter und Mars (und leicht verdeckter Straßenlaterne)

Blickrichtung Osten


Sonntag, 19. Juni 2022

20. - 26. Juni 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Sommeranfang, den längsten Tag, die kürzeste Nacht des Jahres. Der abnehmende Mond zieht sich in den Morgenhimmel zurück, wo auch die Planeten alle zu finden sind. Als erster Planet geht Saturn gegen 0:30 Uhr kurz nach Mitternacht auf. Um 1:45 Uhr folgte Jupiter, um 2:15 der Mars, um 3:40 Uhr die Venus und mit viel Glück kann man auch noch den um ca. 4:15 Uhr aufgehenden Merkur finden. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 20. Juni, geht die Sonne um 5:06 Uhr auf und um 21:47 Uhr unter. Der noch zu über 60 Prozent beleuchtete Mond geht um 1:38 Uhr auf. Um 3:35 Uhr beginnt ein Durchgang von Ganymed vor der Jupiterscheibe. Gegen 4:15 Uhr kann man die chinesische Raumstation Tiangong in knapp 11° Grad Höhe über unserem Südhorizont sehen. Komet C/2017 K2 Panstarrs steht heute dicht beim offenen Sternhaufen IC 4665.

Am Dienstag, den 21. Juni, ist Sommeranfang. Um 11:13 Uhr erreicht die Sonne den nördlichsten Punkt auf ihrer Bahn an unserem Himmel. Noch verschieben sich die Sonnenauf- und Sonnenuntergangszeiten nicht merklich, aber im Prinzip werden jetzt die Nächte wieder länger. Heute früh um 5:11 Uhr erreicht der Mond übrigens exakt das Letzte Viertel. Sein Aufgang erfolgt um 1:52 Uhr, der Untergang um 13:38 Uhr. Er steht nach dem Aufgang dicht unterhalb von Jupiter und zeigt maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht nahe am Rand.

Am Mittwoch, den 22. Juni, geht der Mond um 2:04 Uhr auf, er hat sich etwas von Jupiter entfernt und geht jetzt auf Mars zu. Er zeigt jetzt eine Sichelgestalt, die noch zu 40 Prozent beleuchtet ist. Im dunklen Teil kann man heute und die nächsten Tage das Erdlicht schimmern sehen.

Am Donnerstag, den 23. Juni, geht der Mond um 2:17 Uhr auf und ist noch zu 30 Prozent beleuchtet. Heute früh ist er bereits an Mars vorbeigezogen. Saturnmond Titan steht heute früh in östlicher Elongation.

Am Freitag, den 24. Juni, geht die zu 21 Prozent beleuchtete Mondsichel um 2:30 Uhr auf. Bei Jupiter wandert ab 3:08 Uhr der Schatten von Io über den Planeten, Um 4:32 Uhr beginnt dann der Durchgang von Io selbst vor der Planetenscheibe.

Am Samstag, den 25. Juni, geht der zu 14 Prozent beleuchtete Mond um 2:46 Uhr auf Jupitermond Io wird bis 4:06 Uhr von Jupiter bedeckt. Kleinplanet (387)Aquitania (10,1mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Sonntag, den 26. Juni, geht die nur noch zu 8 Prozent beleuchtete Mondsichel um 3:08 Uhr auf, etwas oberhalb der Venus und unterhalb der Plejaden. Aber ob das in der Morgendämmerung noch gut zu beobachten sein wird?