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Sonntag, 12. Juli 2026

11./12. Juli 2026: Viele weitere Beobachtungen

 Auch die Nacht vom 11. auf den 12. Juli war eine schöne Beobachtungsnacht. Parallel zum Fußball-Weltmeisterschaftsspiel Norwegen gegen England konnte ich draußen meine Vesperas wieder laufen lassen. Aber auch mit meinen "normalen" Kameras war ich diese Nacht unterwegs.

Als erstes Objekt leuchtete am Abend, noch in der hellen Dämmerung, bald nach Sonnenuntergang, die Venus durch die Bäume auf den Nachbargrundstücken in meinen Garten hinein:

Die Venus um 22:13 Uhr MESZ hinter Nachbarsbäumen Richtung Westen

 Haben Sie die Venus gefunden? Ziemlich in der Mitte des Bildes in einer Lücke zwischen den Bäumen. Eine gute Stunde vor ihrem Untergang stand die Venus zum Zeitpunkt dieses Fotos noch 11° Grad hoch über dem Horizont.

 Kurz vor Mitternacht flog die ISS über unseren Himmel hinweg:

Die ISS gegen 23:52 Uhr MESZ

 Das Bild zeigt die helle Spur der ISS, rechts (westlich) vom Sternbild Bootes, ganz rechts am Rand lässt sich die Große Bärin/der Große Wagen recht gut erkennen. Das Bild entstand mit meiner Canon RP und einem 16mm Weitwinkelobjektiv, bei Blende 2,8, und wurde bei ISO 400 30 Sekunden lang belichtet. Wenig später flog die ISS genau durch unseren Zenit, also exakt über unsere Stadt hinweg.

IC 5068 am 12.7.26 um 0:13 Uhr MESZ

 IC 5068 gehört zu den Ausläufern des Komplexes um den Nordamerikanebel und den Pelikannebel. Ich hatte gehofft - so zeigte es zumindest Stellarium an - dass die ISS genau durch dieses Bild fliegen sollte. Doch leider habe ich keine Spur aufzeichnen können. Wahrscheinlich ist sie doch sehr knapp daneben lang geflogen. Aber naja, auch so eine interessante Gegend am Himmel im Sternbild Schwan.

Nach dem Durchflug der ISS habe ich mit meiner Kamera auch noch die Milstrasse fotografiert. Wie bei der ISS kam die Canon RP zum Einsatz, die Daten sind bis auf eine Erhöhung auf ISO 800 die gleichen wie beim ISS-Foto. Allerdings habe ich hier anschließend noch etwas nachbearbeitet, um noch mehr Sterne sichtbar zu machen. Insgesamt habe ich gleich 30 Fotos geschossen, die müsste ich jetzt jedoch erst stacken. Hier nur ein Einzelfoto:

Die Milchstrasse über meinem Garten um 0:07 Uhr MESZ am 12.7.26

 Hinter den Bäumen rechts unten steht leider eine Straßenlaterne, die dort den Himmel doch ziemlich aufhellt. Wenn Sie genau hinschauen, können sie dicht am Haus das große Sommerdreieck erkennen mit Deneb im Schwan, der Wega in der Leier (beide oben) und Altair im Adler (mehr unten). Ganz rechts der helle Stern ist Arkturus im Sternbild Bootes.

Ich habe auch wieder verschiedene veränderliche Sterne fotografiert, da verzichte ich hier auf die Fotos, denn ... - ... von T CrB gibt es nichts Neues. :-)

Und auch zwei weitere Kleinplaneten standen an diesem Abend auf meiner Ziele-Liste:

Kleinplanet (849)Ara am 12.7.26 um 0:29 Uhr MESZ

Auf diesem Bild von (849)Ara (11,8mag) ist mir ein Satellit durchgeflogen. Wahrscheinlich war es Starlink-31775, wenn man hier den Stellarium-Daten glauben kann. Bei (849)Ara ist besonders die Geschichte der Namesgebung interessant, zu finden bei Wikipedia. 

(125)Liberatrix am 12.7.26 um 0:45 Uhr MESZ

Auch (125)Liberatrix scheint nach Wikipedia eine interessante Geschichte seiner Namensgebung zu haben. Laut Wikipedia ist diese jedoch nicht ganz geklärt. Vielleicht fühlt sich jemand dadurch motiviert, stärker in die Forschung zur Geschichte der Astronomie einzusteigen?
 
Eine Supernova sollte an diesem Abend auch nicht fehlen. Viele Freunde hatten die SN2026fov schon fotografiert. In der Galaxie NGC 7292 war sie jedoch vor ein paar Monaten nur ein Objekt des morgendlichen Himmels:
 
NGC 7292 mit SN2026fov am 12.7.26 um 1:46 Uhr MESZ

 Diese Supernova ist schon am 14. März 2026 entdeckt worden. Sie zählte mit 13,5mag zu den hellsten in diesem Jahr. Würde ich sie jetzt, vier Monate nach der Entdeckung, noch finden können? Klaus Wenzel hatte am 25. Juni nur noch 16,45mag gemessen. Mein Bild habe ich 21 Minuten belichtet. Ich denke, die SN ist "neben" der Galaxie noch gut zu erkennen.
 
Und natürlich standen auch wieder einige Sommerobjekte aus dem Messier-Katalog auf meiner Zielliste:
 
Kugelsternhaufen M2 am 12.7.26 um 1:18 Uhr MESZ, 25 Minuten belichtet

 Kugelsternhaufen sind für mich immer wieder faszinierende Objekte, an denen ich mich nicht lange genug satt sehen kann. Sicher habe ich hier schon manches Bild von M 2 gezeigt. 100 000 Sterne in einem Haufen, 12 Milliarden Jahre alt. Aber immer wieder schön!
 
Messier 23 am 12.7.26 um 0:22 Uhr

 Messier 23, ein "offener Sternhaufen", ist von uns ca. 2000 Lichtjahre entfernt und dagegen nur rund 300 Millionen Jahre alt.
 
Der Trifid-Nebel, M20, am 12.7.26 um 0:09 Uhr MESZ

 Messier 20 ist für mich nach wie vor eines der schönsten Objekte am Himmel. Diese Aufnahme wurde 50 Minuten lang belichtet. Sie ist nicht weiter bearbeitet.
 
Gegen 2:00 Uhr lag ich dann auch im Bett. Doch um 4:30 Uhr musste ich plötzlich ein gewisses Örtchen aufsuchen. Da war es draußen schon richtig hell. Ein schöne nur noch zu 8 Prozent beleuchtete Mondsichel schickte mich dann wieder ins Bett zum Weiter- und Ausschlafen:
 
Der Mond am 12.7.26 um 4:34 Uhr MESZ über dem Nachbarhaus Richtung Osten.
 
Astronomie - ein wunderschönes Hobby! Ich freue mich schon auf die nächste klare Beobachtungsnacht! 
 

Freitag, 7. November 2025

5. November 2025: Einiges los am Himmel, Sonne, Vollmond, Kometen, Sternhaufen und mehr...

 Am Mittwoch, den 5. November war es wunderschön klar am Himmel geworden. Das musste natürlich ausgenutzt werden.

Doch zuerst ein Blick auf die Sonne:

Die Sonne am 5.11.25 um 11:39 Uhr MEZ

Die Flecken am rechten Rand der Sonne (AR4267) sind inzwischen verschwunden, Die Fleckengruppe in der Mitte, die am 3.11, neu auf der Sonne erschien (AR4273) hat sich nicht weiter entwickelt, dafür lassen sich von den Flecken am linken Rand viele Details erkennen. Besonders die Gruppe (AR4274) zeichnet sich durch viele einzelne Flecken aus. Sie ist auch verantwortlich für gleich eine ganze Reihe von X-Flares, die auch mit CMEs verbunden sind. Noch steht die Gruppe jedoch zuweit links auf der Sonne, so dass wir auf der Erde von diesen CMEs nur gestreift werden. Mal sehen, ob diesen "Sonnenfeuer" noch anhält, wenn die Gruppe zentrler in die Sonne hinein rotiert.

Thema in den Nachrichten war besonders der Mond. Erreichte der volle Mond in dieser Woche doch auch den nächsten Punkt an der Erde, so dass wieder oftmals vom "Supermond" die Rede war. Es war aber auch wirklich der Mondaufgang draußen ein besonders schönes Bild, das sogar meine Frau begeisterte.

Der Mond am 5.11.2025 um 19:53 Uhr MEZ 

Schaut man genau hin, kann man erkennen, dass der Mond an seinem rechten Rand schon wieder abgenommen hat. Am 3. November sah es nochj etwas  anders aus, da konnte man links gut einzelne Krater erkennen, weil dort die Schatten noch groß waren, weil wir eben noch kurz vor Vollmond standen. Damnals war der Mond nur zu 95 Prozent beleuchtet. Heute war Vollmond um 14:19 Uhr, das Bild entstand also keine 5 Stunden nach der exakten Vollmondposition.

In solchen Voillmondnächten ist es nicht einfach, lichtschwache Objekte zu fotografieren. Deshalb habe ich einmal einen interessanten, hellen "Doppelsternhaufen" ausgewählt:

Der "Doppelsternhaufen" h und chi im Perseus am 5.11.25 um 18:18 Uhr

 Dieses Bild brauchte nur zehn Minuten belichtet zu werden. Später habe ich den Doppelsternhaufen noch einmal mit einem Dualbandfilter fotografiert. Ich hatte auf einem anderen Foto (das jedoch länger als 17 Stunden belichtet wurde), um den Doppelsternhaufen herum, mit einigem Abstand, rötliche Wasserstoffwolken gesehen. Mein Dualbandfilterbild habe ich 75 Minuten belichtet, Wasserstoffwolken konnte ich jedoch nicht erkennen. Dazu bräuchte es wohl wirklich eine wesentlich längere Belichtungszeit und vielleicht auch eine bessere technische Ausrüstung und wohl auch einen klaren Himmel ohne Mond.

Ich habe auch wieder nach Kometen Ausschau gehalten:

Komet C/2025 T1 ATLAS am 5.11.25 um 18:28 Uhr


 Dieser typisch grün leuchtende Komet C/2025 T1 ATLAS ist in den zehn Minuten Belichtungszeit schon wieder ein ganzes Stück gewandert. Ein Schweif läßt sich in meinen Bildern nicht erkennen. Seine größte Annäherung an die Erde wird er am 14. November haben, die größte Annäherung an die Sonne am 2. Dezember. Mit dieser Helligkeit (vielleicht 10mag) hatte bei diesem Kometen ursprünglich niemand gerechnet.

Komet C/2025 R2 SWAN

 Komet C/2025 R2 SWAN war auch schon recht tief, konnte aber noch gut abgelichtet werden. Dieses Bild wurde 15 Minuten belichtet, deutlich ist wieder die Strichspur des hellen Kometenkerns zu sehen.  Am 2. November soll der Kern dieses Kometen in zwei Teile zerbrochen sein, dies lässt sich mit meiner kleinen Optik leider nicht beobachten.

Schließlich habe ich auch noch nach C/2025 R1 Atlas Ausschau gehalten, diesen Kometen konnte ich jedoch nicht abbilden. Auch Softwareprogramme wie ASTAP haben mir da leider nicht weiter geholfen. An der Stelle, wo der Komet von den Koordinaten her sein sollte, blieb es dunkel - und auch in der Umgebung davon war nichts kometenähnliches zu entdecken.

Doch auch andere Objekte waren es wieder einmal Wert, fotografiert zu werden.

Kugelsternhaufen M2 am 5.11.25 um 18:14 Uhr MEZ

 Der Kugelsternhaufen M2 im Sternbild Wassermann gehört für mich mit zu den schönsten Objekten im Messier-Katalog. Und in gewisser Weise hat ja auch dieser Katalog etwas mit Kometen zu tun. :-) Dazu müssen Sie allerdings dem letzten Link zu Wikipedia hin verfolgen.

2024 gab es im Sternbild Vulpecula (Füchslein) eine Nova. Würde man 16 Monate später von dieser Nova noch etwas feststellen können?

Am 2. August 2024 war die Nova deutlich zu erkennen. 

 Und hier ein Bild der gleichen Gegend (nicht exakt gleich ausgerichtet) vom 5. November:

Bild vom 5. November 2025: keine Nova zu erkennen.

Das hier nichts mehr zu sehen ist, ist jedoch auch kein Wunder, wenn man sich die Lichtkurve dieser Nova einmal anschaut:

Lichtkurve von Nova Vul 2024 ((c)AAVSO)

 Die Lichtkurve der AAVSO (American Association of Variable Star Observers) zeigt deutlich, wie die Helligkeit der Nova in 3 - 4 Monaten von etwas über 10mag auf 17mag herunter gegangen ist. Ich hätte ein solches Bild "ohne Nova" also eugentlich auch schon vor knapp einem Jahr machen können.