Am Freitag, den 7. August, war mal wieder ein Abend auf der Sternwarte angesagt. Eigentlich ist in den Sommerferien die Sternwarte ja geschlossen, aber es hatte sich eine Gruppe aus einem Astrophysik-Kurs der Universität angekündigt, und da macht man ja gerne eine Ausnahme. Und dann war auch noch Jürgen zu Besuch gekommen. Er ist Mitglied unseres Vereins, lebt aber seit ein paar Jahren in Berlin. Dort ist er jetzt ehrenamtlich an der Archenhold-Sternwarte aktiv. Schön, ihn mal wieder zu sehen!
Außerdem hatten Tobi und Sebastian am Abend zuvor die neue Steuerung endlich kalibrieren können, so dass wir den Abend gut als "Generalprobe" für andere Veranstaltungen laufen lassen konnten.
Als erstes gab Tobi den Studenten (es waren insgesamt ein Dutzend gekommen) einen eine kleine Einführung in die Sternwarte und wie wir so versuchen, unsere Besucher für den nächtlichen Himmel zu begeistern. Und dann ging es hinauf in die Kuppel. Es war noch gar nicht dunkel, die Sonne noch nicht wirklich untergegangen, aber gerade hinter den Bäumen verschwunden, da konnten wir unsere Instrumente dann gut auf die Vernus ausrichten. Diese zeigte sich an dem Abend ungefähr als "Halb-Venus". Die meisten Studenten hatten die Venus so noch nie gesehen.
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| Handyaufnahme der Venus nah dem Horizont auf der Sternwarte |
Danach zeigten wir den Studenten den Stern rho Corona Borealis. Dieser Stern war Bestandteil einer Astrophysik-Klausur, welche die Studenten am Ende des Semesters geschrieben hatten. So konnten sie diesen Stern mal in echt sehen. Dieser Stern ist von uns 57 Lichtjahre entfernt, er zeichnet sich durch eine relativ hohe Eigenbewegung aus. Er ist vom gleichen Spektraltyp (G2V) wie unsere Sonne, 1997 wurde bei ihm ein Planet entdeckt.
Im Fernrohr recht unspektakulär, ein kleiner Lichtpunkt, nicht mehr.
Danach wollten wir den Studenten natürlich etwas schöneres zeigen, so schwenkten wir zu Albireo, einem schönen Doppelstern im Sternbild Schwan, bei dem ein Stern mehr bläulich, der andere mehr gelblich leuchtet.
Von dort ging es weiter zu epsilon Lyra, ein Doppel-Doppelstern. Zwei Doppelstern, die miteinander gravitativ gebunden sind, sich also vergleichsweise wie zwei Tanzpaare umeinander herum bewegen. Leider waren diese beiden Paare auf Grund des Seeings durch unseren Apo mit 1200mm Brennweite, den wir an diesem Abend für die Beobachtung nutzten, nur schwer zu trennen.
Das beeinträchtigte den Spaß und die große Freude an der Astronomie jedoch an diesem Abend überhaupt nicht. Spannend war die Beobachtung des Kugelsternhaufens M13, der in der Dämmerung wirklich noch nicht schön zu sehen war, hier musste man schon durch indirektes Sehen "genau" hingucken.
Andere Objekte an diesem Abend waren dann noch der Ringnebel M57 in der Leier und die Andromedagalaxie. Zwei schöne Objekte, die alle wohl schon mal auf Fotos und in Büchern gesehen hatten. Bei solchen Objekten merkt man schnell, wie sich Fotos in Büchern von der Betrachtung mit dem bloßen Auge durch ein Teleskop unterscheiden können.
Nach langem Warten stieg dann gegen Mitternacht auch noch Saturn über den Bäumen im Osten auf. Die Freude der Studenten konnte größer nicht sein. Ganz begeistert versuchten Sie immer wieder mit ihren Handys den Ringplaneten im Okular zu fotografieren.
So machen die Besucherabende auf der Sternwarte wirklich Spaß. Bestimmt werden wir die eine oder den anderen an unseren Sternwarte mal wieder sehen.
Zuhause habe ich dann später in der Nacht noch wieder den Mond fotografiert. Er wird immer schmaler, man merkt, es geht auf den nächsten Neumond und damit auf die Sonnenfinsternis zu.
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| Der Mond am 8.8.26 um 4:08 Uhr MESZ |


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