Leider sind die letzten Tagen meist sehr stark bewölkt. Von der Venusbedeckung durch den Mond am Montag war überhaupt nichts zu sehen, die fand hier nur hinter dichten Wolken statt.
Aber im Laufe des Tages setzte sich doch immer wieder auch die Sonne durch. Am Dienstag wurde es sogar noch einmal 26° Grad warm. Leider gab es am Abend praktisch kaum Gelegenheit zur Astrofotografie, denn dann zog es sich schnell wieder zu, zum Teil gab es auch schon leichten Herbstnebel.
Aber hier ein paar Fotos der Sonne:
Die Sonne am 16.9. um 10:23 MESZ
Flecken sieht man am Mittwoch nur noch zwei Stück rechts oben nahe des Sonnenrandes, dies sind die Aktivitätsregionen 4527 und 4528.
Die Sonne am 14.9.26
Am Montag befanden sich diese beiden Regionen noch etwas weiter vom Rand entfernt. Wenn man genau hinschaut, kann man auf dem Bild sogar noch einen weiteren, sehr kleinen Fleck erkenenn, eigentlich nur eine "Pore" auf der Sonne, die Region 4529. Am einfachsten zu finden, wenn Sie mein Foto mit dem Bild des SDO-Satelliten auf spaceweather.com vergleichen, dort gibt es auch ein sehr schönes Bild zur Venusbedeckung des großartigen Astrofotografen Thierry Legault.
Gleich am Montagvormittag bedeckt der Mond die Venus am Taghimmel, im Laufe der Woche nimmt der Mond weiter zu und erreicht am Freitag das Erste Viertel. Von den hellen Planeten geht Saturn um ca. 20:30 Uhr auf, Mars folgt gegen 1:30 Uhr und Jupiter gegen 3:45 Uhr. Die Fernglasplaneten Uranus (ab ca. 22:30 Uhr) und Neptun (ab ca. 20:45 Uhr) können ebenfalls am Abendhimmel beobachtet werden. Die ISS kann bei abendlichen Überflügen beobachtet werden.
Am Montag, den 14. September, geht die Sonne um 6:58 Uhr auf und um 19:42 Uhr unter. der helle Tag dauert jetzt keine 13 Stunden mehr. Heute kommt es zwischen 11:32 Uhr und 12:38 Uhr zu dem besonderen Ereignis einer Venusbedeckung durch den Mond. Diese Bedeckung wird leider nur schwer zu beobachten sein. Zum Beginn der Bedeckung sind beide gerade erst im Südosten aufgegangen (gegen 11:15 Uhr) und stehen nur knapp 4° Grad über dem Horizont. Da im Osten von Bad Lippspringe die Egge liegt, kommt es sehr auf den tatsächlichen Standort an, ob die beiden dann tatsächlich schon zu sehen sind. Zum Ende der Bedeckung stehen Venus und Mond immerhin schon 10° Grad über dem Horizont. Die Mondsichel ist am Vormittag zu rund 12 Prozent beleuchtet. Wenn man freien Blick in Richtung Osten hat (leider sind für die meisten Teile Deutschlands Wolken angesagt), ist ein Fernglas sicherlich ein sehr sinnvolles Hilfsmittel um den Mond und die Venus zu finden. Am Abend stehen beide nebeneinander und gehen gegen 20:19 Uhr, also eine gute halbe Stunde nach Sonnenuntergang, im Südwesten unter. Das ist wahrscheinlich in der noch sehr hellen Dämmerung kaum zu beobachten. Die ISS fliegt am Abend zwischen 21:12 Uhr und 21:20 Uhr in maximal 75° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.
Am Dienstag, den 15. September, geht der Mond um 20:38 Uhr im Südwesten unter, er ist dann zu 22 Prozent beleuchtet. Die ISS fliegt am Abend zwischen 20:24 Uhr und 20:31 Uhr in maximal 62° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.
Am Mittwoch, den 16. September, geht der Mond um 21:03 Uhr genau im Südwesten unter, er ist dann zu 31 Prozent beleuchtet. Die ISS steigt ab 21:14 Uhr im Westen steil den Himmel hinauf und fliegt um 21:17 fast genau im Zenit über unsere Köpfe hinweg und verschwindet um 21:18 Uhr in 37° Grad Höhe im Osten im Erdschatten. Kleinplanet (6)Hebe (10,8mag) zieht bereits um 5:00 Uhr in nur 11' Bogenminuten am Stern 45 Cnc (5,7mag) vorüber. Kleinplanet (317)Roxane (11,7mag) zieht in der Nacht zum 17. September in nur 1,5' Bogenminuten Abstand am Stern 20 Psc(5,5mag) vorüber.
Am Donnerstag, den 17. September, geht der zu 40 Prozent beleuchtete Mond um 21:37 Uhr unter, er steht dann 3° Grad östlich von Antares. Die ISS fliegt zwischen 20:26 Uhr und 20:32 Uhr in maximal 85° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg, um 20:30 Uhr scheint sie dabei fast genau über den Stern Deneb im Schwan hinweg zu fliegen. Um 22:03 Uhr steigt die ISS noch einmal kurz auf 45° Grad Höhe im Westen auf, bevor sie dann schnell im Erdschatten verschwindet.
Am Freitag, den 18. September, geht der Mond um 22:23 Uhr unter, kurz danach um 22:44 Uhr erreicht er das Erste Viertel. Zuvor können das "Lunar X" und das "Lunar V" am Mond-Terminator beobachtet werden. Zwischen 21:14 Uhr und 21:19 Uhr fliegt die ISS in maximal 84° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Kleinplanet (317)Roxane (11,7mag) steht heute in Opposition zur Sonne.
Am Samstag, den 19. September, geht der jetzt zu 59 Prozent beleuchtete Mond um 23:22 Uhr unter. Zwischen 20:27 Uhr und 20:33 Uhr fliegt die ISS ein weiteres Mal in dieser Woche fast genau durch den Zenit, also recht genau über unsere Stadt hinweg. Gegen 22:05 Uhr ist sie noch einmal für rund zwei Minuten im Westen zu sehen, bevor sie im Erdschatten verschwindet. Die Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus feiert an diesem Samstag ihr 50-jähriges Bestehen. Am Nachmittag ist die Sternwarte von 15 bis 17 Uhr für alle zur Besichtigung geöffnet, gegen 15:30 Uhr gibt es einen Festvortrag zum 50-jährigen Jubiläum und am Abend findet dann - nur für die Mitglieder - ein Sommerfest statt.
Am Sonntag, den 20. September, geht der Mond erst nach Mitternacht, um 0:30 Uhr unter. Er ist um 21:00 Uhr zu 77 Prozent beleuchtet. Nach Sonnenuntergang bis ca. 20:00 Uhr kann vielleicht mit einem Fernrohr auf dem Mond auch das "Mond-Quincunx" beobachtet werden. Gegen 21:00 Uhr zieht der Mond knapp unterhalb des 7,3mag hellen Stern HIP95177 vorbei, im Südosten Deutschlands (z.B. München) kommt es sogar zu einer Sternbedeckung. Zwischen 21:17 Uhr un 21:21 Uhr kann die ISS bei einem Überflug in maximal 61° Grad Höhe beobachtet werden. Um 21:00 Uhr zieht Kleinplanet (317)Roxane (11,7mag) in 3' Bogenminuten Abstand an Stern HIP117112 (7,3mag) vorüber.
Am 19. September sollte der Mond die Venus bedecken. Ein spannendes Ereignis, dass nicht häufig vorkommt. Leider sollte die Bedeckung am hellen Tag zwischen 14:00 und 15:15 Uhr stattfinden. Zwei Tage vor Neumond würde die Mondsichel schon sehr schmal sein. Trotzdem sollte es möglich sein, bei klarem Himmel Mond und Venus am Himmel zu sehen..
Sonne, Cirren, Kondensstreifen...
Trotzdem wollte ich auf "Nummer sicher" gehen und habe mein Equipment für die Beobachtung (großes Fernrohr (8'' Zoll Spiegel) schon a Abend vorher aufgebaut. Doch leider war mir dann das Wetter nicht hold. Es war klarer Himmel ab 20 Uhr angesagt, doch leider wurde daraus selbst bis Mitternacht nichts. Hätte ich klaren Himmel gehabt, hätte ich das Fernrohr exakt "einnorden" können, dann sollte das Auffinden von Venus und Mond am nächsten Tag ein Kinderspiel sein. "Hätte, hätte..." - tja, leider kam es nicht so.
Also habe ich zunächst versucht, am nächsten Vormittag so gegen 10 Uhr Mond und Venus zu finden. Die Sonne schien hell vom Himmel, doch gleichzeitig waren auch etliche Schleierwolken und sehr langgezogene Kondensstreifen von Flugzeugen am Himmel zu sehen. Das klappte dadurch leider nicht.
Dann ging es auf 14:00 Uhr zu. Würde es mir noch gelingen, Mond und Venus einzustellen?
Unermüdlich probierte ich, doch im Okular war weder Mond noch Venus zu sehen. So ungefähr müsste die Richtung eigentlich stimmen. Es war ja einfach die Sonne exakt einzustellen und von dort aus - computer gesteuert - die Position von Mond und Venus anzufahren. Ich schwenkte leicht nach rechts, leicht nach links, nach unten, nach oben - doch zu sehen war von den beiden nichts. Ich probierte es mit Hilfe der Kamera - an der Sonne konnte diese schon sehr exakt "scharf" fokussiert werden. Doch auch danach zeigte sich kein Bild der Venus oder des Mondes auf dem Display. Auch jetzt waren immer noch Cirren und Kondensstreifen am Himmel zu sehen.
Ungefähr 14:15 Uhr gab ich dann auf, denn jetzt sollte die Venus ja auf alle Fälle vom Mond bedeckt sein. Später entdeckte ich dann am PC, das auf einigen Fotos tatsächlich die Mondsichel schwach zu sehen war, die meisten Bilder waren jedoch schlicht überbelichtet. Es hat also wahrscheinlich nicht nur an den Cirren und Kondensstreifen gelegen, dass ich Mond und Venus nicht zu Gesicht bekam. Ich habe schon in die richtige Richtung geschaut, aber warum habe ich es nicht vorher und rechtzeitig gemerkt? Leider waren diese Fotos auch erst nach Beginn der Bedeckung entstanden, so dass die Venus natürlich fehlte.
Vielleicht hätte mir ein großes dunkles Tuch (so wie es früher die Fotografen für ihre "Plattenkameras" hatten) geholfen, darunter hätte ich mich ohne Blendung, viel besser auf den Anblick im Okular oder am Kameradisplay konzentrieren können. Hätte, hätte ...
Später habe ich auch von anderen Sternfreunden ähnliches gehört. So einige haben Mond und Venus nicht gesehn, weil es eben leider doch zu bewölkt war.
Doch zum Glück sind wir Sternfreunde ja international vernetzt und so dauerte es nicht lange, dass mir mein Freund Sirko Molau ein kleines Video von seiner erfolgreichen Beobachtung der Venusbedeckung durch den Mond schickte. Mit seiner Erlaubnis, kann ich Euch das hier auch zeigen:
Leider blendet YouTube meinen Namen dort oben so prominent ein, trotzdem ist das Video nicht von mir. Die Ehre gebührt allein Sirko. Er hat diese Aufnahme während der Internationalen Meteor Tagung in Soest in den Niederlanden aufgenommen.
Es braucht sene Zeit, bis die Venus hinter dem Mondrand verschwindet. Bedeckt der Mond einen Stern, so verschwindet dieser schlagartig, weit weg in der Tiefe des Alls sind Sterne eben nur ein Lichtpunkt. Die Venus dagegen zeigt deutlich ihre Größe und Ausdehnung, sie verschwindet dadurch viel langsamer.
Ähnliches wurde auch beim Wiedererscheinen der Venus an der dunklen Seite des Mondes beobachtet. Noch gibt es im Internet nicht viele Beobachtungsberichte, ich denke aber schon, es werden in den nächsten Tagen noch ein paar mehr.
Natürlich war ich ein wenig enttäuscht, dass es mir nicht persönlich vergönnt war, dieses schöne Ereignis zu beobachten und zu dokumentieren. Aber lange hielt der Frust nicht an. Die Nacht von Freitag auf den Samstag war dann endlich wunderschön klar - und auch die Temperaturen erlaubten wieder echte "T-Shirt"-Astronomie. Wir hatten am Freitagabend die Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus geöffnet und konnten so am Abend vielen Besuchern, darunter mehrere Fanilien mit Kindern, viele schöne Objekte am Himmel zeigen, die Andromeda-Galaxie, Saturn, Kugelsternhaufen, den Überflug der ISS und machnes mehr.
Und am nächsten Morgen um 6:00 Uhr konnte ich dann doch noch Mond und Venus fotografieren:
Mond und Venus am 20.9.25 um 6:00 Uhr morgends
Wer in dem Bild genau hinschaut, kann auch noch den "Königsstern" Regulus im Sternbild Löwe nahe bei der Venus erkennen.
Die nächsten Bedeckungen der Venus finden tatsächlich schon "bald" statt, sind jedoch auch nicht einfach zu beobachten: Bereits am 14. September 2026, also knapp ein Jahr nach dieser Bedeckung ist es wieder soweit. Allerdings findet diese Bedeckung, gleich nach Mondaufgang in nur 2° Grad Höhe über dem Horizont, auch am Tag um ca. 11:30 Uhr statt. Und auch danach wird es nicht einfacher, am 25. Mai 2028 um ca. 6:30 Uhr in nur 6° Grad Höhe, bei noch geringerem Abstand zur Sonne, nur einen Tag nach Neumond.
In dieser Woche geht es auf den Neumond zu, die Nächte eignen sich also gut für die Beobachtung lichtschwacher "deep-sky"-Objekte. Von den hellen Planeten steht Saturn(0,6mag) in Opposition zur Sonne, ist also die ganze Nacht über sichtbar. Jupiter (1,9mag) geht kurz nach 1:00 Uhr auf, die Venus als Morgenstern (-3,8mag) geht ca. 4:45 Uhr auf. Die ISS ist bei abendlichen Überflügen zu sehen.
Am Montag, den 15. September, geht die Sonne um 7:00 Uhr auf und um 19:39 Uhr unter, der helle Tag dauert also nur noch 12 1/2 Stunden. Der Mond geht am Abend kurz vor Mitternacht um 23:54 Uhr auf, er ist dann noch zu 34 Prozent beleuchtet. Die ISS fliegt zwischen 20:45 Uhr und 20:51 Uhr in maximal 60° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.
Am Dienstag, den 16. September, nähert sich im Laufe der Nacht Jupiter immer weiter an, der geringste Abstand mit nur 2° Grad wird jedoch erst tagsüber, unsichtbar bei Sonnenlicht erreicht. Die ISS fliegt zwischen 21:33 Uhr und 21:37 Uhr in maximal 89° Grad Höhe, also praktisch genau über unsere Stadt, über unseren Abendhimmel hinweg. Kurz nach diesem "Höhepunkt" taucht die ISS dann in den Schatten der Erde ein. Kleinplanet (1)Ceres (7,8mag) steht heute um 20:00 Uhr in nur 1,5' Bogenminuten Abstand zu Stern 32 Cet (6,4mag).
Am Mittwoch, den 17. September, geht der Mond um 1:14 Uhr auf. Um 6:00 Uhr ist er nur noch zu 22 Prozent beleuchtet. Die ISS fliegt zwischen 20:44 Uhr und 20:50 Uhr in maximal 83° Grad Höhe hoch über unseren Abendhimmel hinweg. Bereits um 5:00 Uhr steht (179)Klytaemnestra (11,9mag) in nur 3,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP115719 (8,8mag). Morgen steht (179)Klytaemnestra in Opposition zur Sonne.
Am Donnerstag, den 18. September, geht der Mond um 2:38 Uhr auf. Um 6:00 Uhr ist er nur noch zu 14 Prozent beleuchtet. Die ISS fliegt zwischen 21:33 Uhr und 21:46 Uhr in maximal 86° Grad Höhe noch einmal fast genau über unsere Stadt hinweg. Wie am Dienstag verschwindet sie noch hoch am Himmel im Schatten der Erde.
Am Freitag, den 19. September, nähert sich in der Frühe der Mond der Venus an. Er geht kurz nach 4:00 Uhr auf, seine schmale Sichel ist nur noch zu 7 Prozent beleuchtet. Am Tag kommt es zwischen ca. 14:00 und 15:15 Uhr zu einer Bedeckung der Venus durch den Mond. Mit einem Teleskop kann man dieses Ereignis beobachten, insbesondere, wenn Venus hinter dem dunklen Teil des Mondes wieder erscheint. Aber man muss bei dieser Beobachtung sehr vorsichtig sein, um nicht aus Versehen doch in die Sonne zu schauen. Die ISS fliegt zwischen 20:43 Uhr im Westen aufsteigend, um exakt 20h:47m:05s exakt über Bad Lippspringe, bis sie um 20:49 Uhr genau im Osten in 23° Grad Höhe im Erdschatten verschwindet.
Am Samstag, den 20. September, geht die nur noch zu 2 Prozent beleuchtete Mondsichel um 5:19 Uhr auf und dürfte wohl nicht mehr zu beobachten sein. Die ISS steigt um 21:31 Uhr aus dem Westen hoch auf 60° Grad Höhe und verschwindet dort im SSW im 21:35 Uhr im Erdschatten.
Am Sonntag, den 21. September, erreicht der Mond um 21:54 Uhr seine Neumondposition. Da Sonne, Mond und Erde fast exakt auf einer Linie stehen, kommt es auf der Südhalbkugel der Erde zu einer partiellen Sonnenfinsternis, auf Neuseeland wird die Sonne bis zu 75 Prozent verfinstert. Die ISS fliegt zwischen 20:41 Uhr und 20:48 Uhr in maximal 79° Grad Höhe hoch über unseren Abendhimmel hinweg. Saturn erreicht um 8:00 Uhr seine exakte Oppositionsstellung zur Sonne.
Die Bedeckung der Venus durch den Mond am Vormittag des 19. Juni konnte ich leider nicht beobachten. Venus und Mondsichel blieben für mich trotz schönem Wetter unsichtbar.
Vielleicht hätte es geklappt, wenn der Himmel wirklich klar gewesen wäre. So aber zogen leider doch immer wieder Schönwetterwolken durch. Vor allem aber behinderten diesige "Wolkenschleier" die freie Sicht ins Weltall.
Hier ein Bild von heute Vormittag:
Schleierwolken am Himmel
Meine Hauswand schirmte zwar gut die helle Sonne ab, so dass ich nicht Gefahr lief, plötzlich gebelndet zu werden. Aber das allein reichte leider nicht.
Auch eine Positiv-Negativ-Umkehrung des Bildes konnte da nicht weiter helfen, oder können Sie irgendwo einen kleinen schwarzen Punkt (Venus) neben einer kleinen schwarzen Mondsichel erkennen?:
Umgekehrtes Bild
Andere hatten mehr Glück. Ein Sternfreund aus Litauen hat sogar über YouTube eine Live-Übertragung des Ereignisses hinbekommen: https://youtu.be/cIirVLyEZ3I
In dieser Woche haben wir den längsten Tag des Jahres, Sommersonnenwende, Sommeranfang. Am Wochenende ist außerdem Neumond, Wären die Nächte nicht so kurz, wären sie gut geeignet, um lichtschwache Objekte wie die Milchstrasse zu genießen. Von den hellen Planeten beginnt langsam am Morgen wieder eine Sichtbarkeitsphase der Venus, die ab etwa 4:30 Uhr im Osten über der Egge aufgeht. Mars ist ab etwa 2:00 Uhr im Südosten zu sehen. Jupiter und Saturn gehen etwa um Mitternacht auf. Die ISS kann in dieser Woche nicht beinächtlichen Überflügen gesehen werden. Viel passiert in diesen kurzen Nächten nicht am Himmel, aber ein paar Ereignisse sind doch einen Hinweis wert:
Am Montag, den 15. Juni, geht die Sonne um 5:05 Uhr auf und um 21:45 Uhr unter, das ist die früheste Sonnenaufgangszeit am Morgen.
Am Dienstag, den 16. Juni, wandert ab 1:53 Uhr der Schatten von Jupitermond Io über die Planetenscheibe.
Am Mittwoch, den 17. Juni, sind bei Jupiter zunächst nur die Monde Ganymed und Kallisto zu sehen. Io tritt erst nach 2:00 Uhr hinter dem Planeten hervor.
Am Donnerstag, den 18. Juni, geht die nur noch zu zehn Prozent beleuchtete Mondsichel um 3:35 Uhr auf. Langsam nähert sich der Mond der Venus.
Am Freitag, den 19. Juni, geht die nur noch zu 5 Prozent beleuchtete Sichel um 4:00 Uhr auf. Später am Tag bedeckt die schmale Mondsichel um 9:53 Uhr die Venus. Zu dieser Zeit steht die Sonne schon hoch am Himmel. Mit einem guten Fernglas oder Fernrohr kann dieses Ereignis trotzdem gesehen werden. Aber es ist höchste Vorsicht geboten, dass man - auch nicht aus Versehen - plötzlich doch in Richtung Sonne schaut. Die Bedeckung dauert eine knappe Stunde, dann taucht die Venus hinter dem Mond wieder auf.
Am Samstag, den 20. Juni, Sommeranfang, erreicht um 23:44 Uhr die Sonne ihre nördlichste Stellung am Himmel, danach wandert sie langsam wieder in südliche Bereiche, deshalb der Begriff "Sonnenwende". Dieser Moment ist definiert als der astronomische Sommeranfang. Zunächst kaum merklich, aber die Nächte werden ab jetzt wieder länger. Heute und morgen geht die Sonne um 5:06 Uhr auf und um 21:47 Uhr unter.
Am Sonnag, den 21. Juni, erreicht der Mond um 8:42 Uhr seine exakte Neumondposition. Er steht diesmal sogar ganz genau zwischen Erde und Sonne, so dass es zu einer Sonnenfinsterniskommt. Leider ist diese in Deutschland nicht sichtbar. Einzig in Südosteuropa kommt es zu einer partiellen Finsternis. Auf einer schmalen Linie von Afrika, über die arabische Halbinsel, Indien und China ist diese Finsternis als "Ring of Fire" zu sehen. Der Mond ist zu weit von der Erde entfernt, um die Sonne ganznzu verdecken, daher kommt es zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis. Um 1:27 Uhr erreicht die Sonne ihren tiefsten Punkt ihrer Bahn, sie steht dann 14° Grad unter dem Horizont. Dadurch wird es bei uns selbst "tief in der Nacht" in Richtung Norden nicht wirklich dunkel.
Ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern einen wunderschönen Sommer!