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Donnerstag, 29. Februar 2024

28. Februar 2024: Konjunktion von Merkur und Saturn

 Am Mittwoch, den 28. Februar standen Merkur und Saturn in Konjunktion mit der Sonne. Das heisst, dass die beiden Planeten von der Erde aus gesehen ziemlich genau in einer geraden Linie "Erde - Sonne - Planet" hinter der Sonne stehen.

Solche Konjunktionen sind mit normalen Mittel natülich gar nicht zu beobachten, denn die Sonne überstrahlt am Himmel mit ihrer großen Kraft natürlich alle Sterne und Planeten zigmillionenfach. Einzig die Venus kann - bei entsprechend weitem Abstand zur Sonne noch am Taghimmel beobachtet werden.

Dank der modernen Satellitentechnik kann man inzwischen jedoch auch solche Konjunktionen wir die am 28. Februar gefahrlos im Internet verfolgen.

Die NASA-Sonne soho liefert schon seit Jahren faszinierende Bilder von der Sonne und ihrer jeweiligen Umgebung. Der Satellit wurde in erster Linie entwickelt, um die vonder Sonne ausgehenden CME zu untersuchen, also die koronalen Massenauswürfe.  Im Blickfeld des Satelliten sind jedoch auch immer wieder Kometen zu sehen, denn nahe an der Sonne zeigen diese ja ihre schönsten Schweife. Und natürlich lassen sich auch die Planeten dort wieder finden.

Hier ein kleines Video, wie es die NASA immer wieder auf der SOHO-Webseite zur Verfügung stellt, zusammengesetzt aus vielen Einzelbildern der letzten Tage:

Sonne, Merkur und Saturn Ende Februar 2024

Ich habe hier nur eine kleine Ausgabe dieser Videos in meinen Blog eingestellt, damit das Laden nicht so lange dauert. Größere Versionen sind über die oben angegebene Webseite zu bekommen.

Merkur zieht scheinbar von rechts nach links ziehend unterhalb der Sonne vorüber. Saturn kommt ihm von der anderen Seite entgegen. Da Merkur sehr hell ist, zeigt sich sein Bild nicht nur kugelrund, sondern die "Überblendung" führt auch zu einem waagrechten Strich. Dieser ist bei Saturn nur angedeutet, in größeren Fassungen dieses Videos ist dieser Strich besser zu erkennen.

Da alle Planeten gleichförmig um die Sonne kreisen, verwundert es zuerst, warum Merkur scheinbar in eine ganz entgegengesetzte Richtung wandert als Saturn und die anderen Sterne. Dieser Effekt wird dadurch erzeugt, dass Merkur als innerster Planet sich auf seiner Bahn sehr schnell bewegt. Im Prinzip bewegt er sich vor dem Hintergrund der Sterne in die gleiche Richtung wie die Sonne und letztenendes auch Saturn, der dies jedoch nur ganz langsam macht.

Besonders auffällig sind natürlich die verschiedenen CMEs der Sonne. Diese gehen jedoch nach rechts, links oder unten, aber keiner ist davon erdgerichtet. Erdgerichtete CMEs würden auf diesen Bildern aussehen wie ein Halo rund um die Sonne.

Samstag, 14. Dezember 2019

14. Dezember: Beobachtungen der letzten Tage


Eigentlich soll es draußen klar sein, saht zumindest meine Handy-App zum Wetter. Doch leider ziehen trotzdem viele Wolken durch, so dass der Himmel zu 7/8 bedeckt ist. Naja, für ein Mondfoto hat es trotzdem gereicht. Hier der Mond von heute Abend:

Der Mond am 14.12.2019 um 22:06 MEZ
Vor zwei tagen war Vollmond, heute ist er noch zu 92 Prozent beleuchtet. Vor sechs Tagen habe ich auch ein Foto des Mondes machen können:

Der Mond am 8.12.2019 um ca. 19:50 Uhr
Damals war der Mond zu 88 Prozent beleuchtet, also ähnlich wie heute, allerdings war dies noch vor Vollmond, da nahm der Mond noch zu, jetzt nimmt seine Phase wieder ab.

An diesem Abend konnte ich übrigens auch mal wieder die ISS bei einem Überflug fotografieren. Auch dies haben zwar Wolken fast verhindert, aber zum Glück nur fast. Hier ein Foto aus einer Serie von mehreren, die ich bei dem Überflug gemacht habe:

Die ISS über Bad Lippspringe am 8.12.2019 um 18:30 Uhr
Das Foto wurde mit einem 20mm Weitwinkel-Objektiv gemacht, bei Blende F/2 habe ich 30 Sekunden belichtet. Dadurch sind die ziehenden Wolken sehr langgezogen.Die ISS hat etwa in der Mitte des Bildes, relativ nah über den Häusern ebenfalls ihre Spur hinterlassen. Über der ISS ist eine zweite Leuchtspur zu entdecken. Diese stammt jedoch von einem irdischen Flugzeug. besonders in der Vergrößerung ist zu erkennen, dass hier auch Positionslichter blinken, während die ISS eine homogen durchgezogene Leuchtspur hat. Ebenfalls kann man in der Vergrößung zwischen den Wolken noch eine Reihe von kleinen Strichspuren von etlichen Sternen erkennen. In dem relative freien Himmelsbereich zwischen der Spur der ISS und dem des Flugzeugs zeigt das Bild mindestens Sterne bis zu 8mag. Etwas oberhalb vom linken Ende der Flugzeugspur ist dadurch auf diesem Bild sogar der Planet Neptun mit drauf, er hat an diesem Abend eine Helligkeit von 7.9mag

Ich habe in der letzten Zeit nicht nur den Mond oder die ISS fotografiert, sondern auch nach den Planeten unseres Sonnensystems Ausschau gehalten. Am 10. Dezember konnte ich tatsächlich die nahe Begegnung ("Konjunktion") von Saturn und Venus fotografieren:

Venus und Saturn am 10. Dezember 2019
Die strahlende Venus ist recht leicht ungefähr in der MItte des Bildes zu erkennen. Saturn steht fast genau senkrecht über ihr, ist aber deutlich lichtschwächer. Das Bild entstand um 17:00 Uhr MEZ, also noch in der Abenddämmerung. Fotografiert habe ich mit meiner Canon 5D Mark II Spiegelreflexkamera mit einer Brennweite von 105mm, Belichtung F/4, 1/8 Sekunde bei ISO400.

Die Venus hat eine Helligkeit von -3.8mag und steht 7,2° Grad über dem Horizont, Saturn steht mit 9,1° Grad etwas höher, seine Helligkeit beträgt 0.6mag.

Dieses Foto ist für mich in gewisser Weise eine Testaufnahme. In gut einem Jahr, im Dezember 2020, wird in etwa um diese Uhrzeit nicht die Venus, sondern Planet Jupiter am Saturn vorbeiziehen. Das ganze findet etwas weiter südlich statt (auf dem Foto nach links verschoben), denn auch Saturn wird sich am Himmel im Laufe eines Jahres natürlich etwas weiter bewegen. Da er jedoch für eine komplette Umrundung der Sonne 29 Jahre braucht, verschiebt sich auch seine Position am Himmel innerhalb eines Jahres nur um ca. 1/30 des Himmelsumfang, also um etwa 12 Grad. Aber die Konjunktion zwischen Jupiter und Saturn im nächsten Jahr zu dieser Zeit wird viel, viel enger sein. Beide Planeten kommen sich bis auf 6' Bogensekunden nahe. Der Vollmond hat einen Durchmesser von gut 30 Bogensekunden. Beide Planeten werden also so dicht beieinander eher aussehen wie ein heller Doppelstern. Aber auch dieses Ereignis wird, wie jetzt die Begegnung von Venus und Saturn, nur in der Abenddämmerung zu sehen sein. Doch meine Vorfreude auf diese Begegnung ist jetzt schon riesig!

Über die Beobachtung von Mars und Merkur am 5. Dezember habe ich ja schon in einem früheren Blogbeitrag berichtet. Aber ein weiteres Mondbild, vom 4. Dezember 2019 möchte ich noch nachreichen:

Der Mond am 4. Dezember 2019 um 17:33 Uhr
Aufgenommen mit meinem Spektiv und einer Kleinbildkamera. Hier hatte ich wirklich Glück mit den atmosphärischen Bedingungen. Für ein Einzelbild ist der Mond schön "scharf" geraten.

Sonntag, 27. März 2016

Countdown bis zum Merkurtransit

Am 9. Mai zieht ab 13.11 Uhr MESZ der Planet Merkur vor der Sonnenscheibe entlang. Dies ist sicherlich mit eines der astronomischen Highlights des Jahres, wenn nicht des Jahrzehnts. Denn so etwas passiert in der Tat nicht alle Tage. Es ist ein Ereignis viel seltener als eine Sonnen- oder Mondfinsternis. Der letzte in Deutschland sichtbare Merkurtransit fand 2003 statt.

Merkur gehört wie die Venus zu den "inneren" Planeten unseres Sonnensystems. Seine Bahn um die Sonne liegt innerhalb der Erdbahn um die Sonne. Wir erleben also niemals einen  Merkur in "Opposition",  also genau gegenüber von der Sonne, sondern nur einen Planeten, der mal mehr oder weniger weit östlich oder westlich neben der Sonne stehen kann. Merkur kann sich maximal 28° Grad von der Sonne entfernen. Steht Merkur - von der Erde aus gesehen - genau hinter der Sonne sprechen wir von einer "oberen Konjunktion", steht er genau zwischen Erde und Sonne sprechen wir von einer "unteren Konjunktion."

Am 23. März stand Merkur von der Erde aus gesehen genau hinter der Sonne ("obere Konjunktion"), jetzt nähert er sich allmählich auf seiner Bahn dem Punkt der unteren Konjunktion, welche diesmal genau zu dem berühmten Transit führen wird. Ich habe deshalb auf meinem Blog in der linken Randspalte dafür einen - zugegeben etwas kitschigen - Countdown eingestellt.

Hier ein Bild vom 27. März, wie Merkur scheinbar dicht neben der Sonne steht:

Merkur scheinbar´bei der Sonne am 27. März 2016

Am 23. März stand Merkur genau "hinter" der Sonne. Bis er praktisch "vor" der Sonne steht, braucht er eine halbe Umdrehung (also ein halbes Merkurjahr) auf seiner eigenen Umlaufbahn (=44 Tage) sowie noch etwas mehr, da auch die Erde sich ja in der Zwischenzeit auf ihrer Bahn um die Sonne weiter bewegt.

Vorher kann man Merkur vielleicht noch gut am Abendhimmel beobachten, wenn er nämlich besonders weit von der Sonne entfernt ist, rund um die maximale östliche Elongation am 18. April. Ich werde darauf in meinem Blog sicherlich noch hinweisen.

Zum Zeitpunkt der Konjunktion kann man von der Erde aus Merkur normalerweise nicht beobachten. Denn die helle Sonne überstrahlt natürlich alles in ihrer Nähe. Das geht eben nur mit speziellen Satelltiten, wie dem SOHO-Satelliten der NASA (siehe Bild) oder eben dann, wenn es zu einem Transit kommt.Mehr Informationen zu einem Merkurtransit finden sie hier oder hier.

Sonntag, 17. August 2014

17. August: Venus und Jupiter nähern sich - Mond im Letzten Viertel

Heute wurde ich irgendwie viel zu früh wach, es war gerade 5:30 Uhr! Der Wecker hatte gar nicht geklingelt. Doch ein Blick nach draußen zeigte mir, es sind kaum Wolken am Himmel - da musste ich sofort aufstehen und noch genauer nach draußen schauen.

Und tatsächlich, aus dem Dachlukenfenster heraus konnte ich Venus und Jupiter im Osten deutlich strahlen sehen. Die fortgeschrittene Dämmerung ließ andere Sterne nicht mehr erkennen. Doch die beiden Planeten bildeten heute morgen ein schönes Paar, die Astronomen sprechen bei solchen engen Begegnungen dann von einer "Konjunktion". Venus ist deutlich heller und stand heute noch klar oberhalb von Jupiter.

Morgen, am Montag, den 18. August, werden beide ganz eng beieinander stehen, der Abstand beträgt dann weniger als einen halben scheinbaren Monddurchmesser. Heute früh betrug der Abstand der beiden noch ungefähr zwei Monddurchmesser. Hier ein Foto der seltenen Begegnung (Konjunktion):

Venus und Jupiter am Morgenhimmel (mit 105mm Teleobjektiv)
Das Foto ist etwas "abgedunkelt", um die Planeten (etwas oberhalb der Bildmitte Venus, leicht links darunter Jupiter) deutlicher erkennen zu lassen.

Morgen früh gehen beide gegen 4:30 Uhr (am mathematischen Horizont) auf. Wenn man eine gute Sicht nach Osten hat, sollte man sie ab ca. 5 Uhr gut sehen können. Nach 5:45 Uhr wird es schon schwieriger, sie noch in der dann schon hellen Dämmerung zu finden.

Und weil wir gerade dabei sind, hier auch noch ein Foto des Mondes von heute früh. Er stand knapp vor dem letzten Viertel, welches er exakt um 14:26 Uhr erreichen sollte.

Mond am 17. August 2014 (mit Spektiv, d.h. ca. 25fache Vergrößerung)

************************ Nachtrag 18. August **************************

Pech gehabt. Um 4:30 Uhr klingelte der Wecker, da war der Mond immer noch zwischen den Wolken sichtbar, doch Jupiter und Venus noch nicht aufgegangen. Anschießend zog es sich jedoch immer weiter zu, um 5:15 Uhr war es sogar am Nieseln.

Andere hatten mehr Glück:
http://bonnstern.wordpress.com/2014/08/18/als-sich-venus-und-jupiter-fast-beruhrten/
Herzlichen Glückwunsch, Daniel!