Sonntag, 26. Mai 2019

27. Mai - 2. Juni 2019: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der abnehmende Mond immer weiter vom Morgenhimmel zurück. Von den hellen Planeten ist der Mars nur noch kurze Zeit tief im Westen am Abendhimmel zu sehen. Jupiter geht schon gegen 22:30 Uhr auf, Saturn folgt ab etwa 1:00 Uhr im Südosten. Die Internationale Raumstation ist nur noch an den ersten Abenden der Woche zu sehen. Iridiumflares sind diese Woche nicht zu erwarten.

Am Montag, den 27. Mai, geht die Sonne um 5:17 Uhr auf und um 21:29 Uhr unter, der helle Tag dauert jetzt länger als 16 Stunden. Und da die Sonne nachts nur noch 16° - 17° Grad unter den Horizont sinkt, wird es auch gar nicht mehr astronomisch dunkel. Zwischen 23:24 Uhr und 23:29 Uhr fliegt die ISS in maximal 56° Grad Höhe über den Abendhimmel hinweg.

Am Dienstag, den 28. Mai, der abnehmende Mond ist nur noch zu knapp 30 Prozent beleuchtet, er geht um 3:19 Uhr auf. Auf seiner dunklen Hälfte schimmert in den nächsten Tagen das Erdlicht. Zwischen 22:34 Uhr und 22:41 Uhr fliegt die ISS in maximal 71° Grad Höhe über den Abendhimmel hinweg. Bis 23:54 Uhr wandert noch der Schatten des Jupitermonds Ganymed über den Planeten.

Am Mittwoch, den 29. Mai, zeigt der Mond am Morgen maximale Libration in Breite, der Krater Grimaldi steht weit ab vom Rand. Am Abend fliegt die ISS zwischen 23:22 Uhr und 23:26 Uhr in nur noch 33° Grad Höhe über den Abendhimmel hinweg. Kleinplanet Ceres steht heute in Opposition zur Sonne. Ceres leuchtet mit 6,9mag. Im Sternengewimmel zwischen Schlangenträger und Skorpion ist er jedoch nicht einfach zu finden. Heute beginnt im Campingpark Geldern Europas größtes Teleskoptreffen, das ITV. Wenn Sie mal durch traumhaft schöne und große Teleskope schauen möchten, fahren sie hin! Mehr Informationen im Web.

An Himmelfahrt, Donnerstag, den 30. Mai, erreicht der Mond am Morgen maximale Libration in Breite,, so dass wir auf seinen Nordpol schauen können. Er geht erst um 3:55 Uhr auf und ist nur noch zu 19 Prozent beleuchtet. Am Abend fliegt die ISS zwischen 22:32 Uhr und 22:38 Uhr in immerhin noch einmal 46° Grad Höhe über den Abendhimmel hinweg.

Am Freitag, den 31. Mai, ist die ISS am Abend nur noch kurz gegen 23:21 Uhr in maximal 19° Grad Höhe im Südwesten zu sehen.

Am Samstag, den 1. Juni, ist die ISS letztmalig in dieser Sichtbarkeitsperiode zwischen 22:30 Uhr und 22:35 Uhr in maximal 26° Grad Höhe am noch dämmerigen Abendhimmel zu sehen. Erst ab dem 3. Juli wird sie wieder regelmäßig sichtbar.

Am Sonntag, den 2. Juni, stehen am Abend bei Jupiter alle vier galliläischen Monde auf der gleichen Seite.






26. Mai 2019, 0:15 Uhr: 60 Satelliten auf einmal

26. Mai, 0:15 MESZ, Canon 5DM2, 10sec, 20mm, f/2.0, ISO1600

26. Mai, 0:15 MESZ, Canon 5DM2, 10sec, 20mm, f/2.0, ISO1600

26. Mai, 0:15 MESZ, Canon 5DM2, 10sec, 20mm, f/2.0, ISO1600
Diese Strichspur stammt nicht von einem Satelliten, sondern von gleich 60, die dicht hintereinander her fliegen. Im Fernglas ein verstörender, schockierender Anblick, wenn da am Himmel gleich 60 Punkte schnurstracks hintereinander über den Himmel eilen.

Bei dieser Satellitenkette handelt es sich um die ersten 60 Satelliten der Starlink Konstellation, die SpaceX am 24.05. mit einer Falcon 9 ins All geschossen hat. Mehr Informationen darüber kann man sich sicherlich googeln, bzw. auch hier finden: https://forum.meteoros.de/viewtopic.php?f=1&t=58726

Donnerstag, 23. Mai 2019

23. Mai: Mond bei Saturn


In meinem Blog hatte ich angekündigt, dass heute früh der Mond dicht beim Planeten Saturn stehen sollte. Durch einen glücklichen Zufall wachte ich gegen 3:30 Uhr auf und schaute gleich nach draußen, was das Wetter so machte.

Ja, der Mond war zu sehen - oder eher doch nicht? Viele Cirren bedeckten den Himmel, das Bild des Mondes war alles andere als klar sichtbar. Und mit dem bloßen Auge konnte ich auch Saturn nicht erkennen. Jupiter, ein ganzes Stück weiter westlich war auszumachen, aber andere Sterne? Fehlanzeige!

Trotzdem versuchte ich ein Foto, und siehe da, dort ist er dicht beim Mond (etwas oberhalb und rechts) tatsächlich knapp zu erkennen:

Mond, Saturn und Jupiter am 23.5.19 um 3:30 MESZ, Canon 5D MarkII, f/4, ISO-3200, 2 sec, 24mm
Für alle, die auf diesem Bild Saturn nicht finden, hier noch ein weiteres Bild, aufgenommen mit einer längeren Brennweite und ein kleinerer Ausschnitt:

Mond und Saturn, Daten wie oben bis auf 1/3 sec und 105mm
Die Wolken sorgten dafür, dass das Licht des Mondes noch stärker gestreut wurde als sonst. So habe ich mir dann erlaubt, schnell wieder ins Bett zu gehen und keine längere Beobachtung zu starten, sondern lieber etwas auszuschlafen. Aber gelohnt hat es sich doch!

Mittwoch, 22. Mai 2019

22. Mai 2019: Ich fliege zum Mars!


Auf dieses einmalige Angebot musste ich einfach sofort reagieren. Ich fliege zum Mars:

Bordkarte für den nächsten Flug zum Mars
Wer mitkommen möchte, mehr Informationen gibt es dazu in dieser englischsprachigen Pressemitteilung der NASA.

Oder direkt hier:https://mars.nasa.gov/participate/send-your-name/mars2020/

Im letzten Jahr war ich übrigens schon bei der Mars Insight Mission dabei:

Bordkarte für die Insight-Mission von 2018

Der eigene Name steht bei diesen Aktionen nicht nur einfach auf dieser Bordkarte drauf, sondern fliegt tatsächlich zum Mars. Das Microdevices Laboratory des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena, Kalifornien, verwendet einen Elektronenstrahl, um die eingereichten Namen auf einem Siliziumchip mit Textzeilen zu schablonieren, die kleiner als ein Tausendstel der Breite eines menschlichen Haares (75 Nanometer) sind. Bei dieser Größe können mehr als eine Million Namen auf einem einzigen Chip in Cent-Größe geschrieben werden. Der Chip (oder die Chips) fahren auf dem Rover unter einer Glasabdeckung mit.

Sonntag, 19. Mai 2019

20. - 26. Mai 2019: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche setzt sich die gute Sichtbarkeit der Internationalen Raumstation fort, zahlreiche Überflüge können in den dunklen Stunden beobachtet werden. Die exakten Überflüge über Bad Lippspringe finden dabei von Tag zu Tag etwas früher statt. Der Mond nimmt langsam wieder ab. Von den Planeten ist Mars vor Mitternacht noch kurze Zeit nach Sonnenuntergang zu sehen. Jupiter geht bereits deutlich vor Mitternacht auf und Saturn folgt ab etwa 1:00 Uhr. Iridiumflares sind für diese Woche nicht vorhergesagt.

Am Montag, den 20. Mai, geht die Sonne um 5:25 Uhr auf und um 21:18 Uhr unter, das sind morgens und abends jeweils genau zehn Minuten früher bzw. später als noch vor genau einer Woche. der Mond geht heute um 23:06 Uhr auf und steht dicht bei Jupiter. Die ISS fliegt heute früh zwischen 1:15 Uhr und 1:23 Uhr über unsere Stadt (exakt um 1:18 Uhr) hinweg. Weitere Überflüge finden statt um 2:54 Uhr mit 44° Grad maximaler Höhe und um 4:30 Uhr in maximal 12° Grad Höhe, nur knapp unterhalb des Mondes und Jupiters. Am Abend ist die ISS dann noch einmal zwischen 22:47 Uhr und 22:56 Uhr in maximal 48° Grad Höhe zu sehen. An der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus gibt es heute einen Vortrag über die neu definierten physikalischen Basisgrößen.

Am Dienstag, den 21. Mai, geht der Mond am Abend erst kurz nach Mitternacht um 0:06 Uhr auf. Kurz danach, um 0:27 Uhr fliegt die ISS ein weiteres Mal exakt über Bad Lippspringe hinweg. Ein weiterer Überflug am Morgen finden statt um 2:04 Uhr. Am Abend ist die ISS dann wieder zwischen 21:57 Uhr und 22:05 Uhr und nocheinmal zwischen 23:33 Uhr und 23:41 Uhr zu sehen. Bei letzteren Überflug fliegt sie ein weiteres Mal fast genau über unsere Stadt hinweg.

Am Mittwoch, den 22. Mai, wandert nach dem Aufgang von Jupiter gegen Mitternacht in der Frühe der Mond Io vor dem Planeten (bis 1:21 Uhr) und sein Schatten fällt (bis 0:53 Uhr) auf die Jupiteroberfläche. Die ISS überfliegt um 1:13 Uhr und um 2:46 Uhr den Nachthimmel. Am Abend fliegt sie zwischen 22:41 Uhr und 22:51 Uhr in 72° Grad Höhe über den Abendhimmel hinweg.

Am Donnerstag, den 23. Mai, geht der Mond gegen 1:00 Uhr auf, er steht dann dicht bei Saturn und ist noch zu 83 Prozent beleuchtet. Die minimalste Entfernung beträgt  heute Nacht ca. 1,4 Grad, gut drei Vollmonddurchmesser. Die ISS fliegt um 0:22 Uhr mit 86° Grad Höhe ziemlich genau wieder über unsere Stadt hinweg, ein weiterer Überflug findet um 1:57 Uhr statt. Abends fliegt die ISS um 23:31 Uhr ganz exakt über Bad Lippspringe hinweg.

Am Freitag, den 24. Mai, gibt es um 1:07 Uhr einen Überflug der ISS. Um 3:43 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitminimum.Abends fliegt die ISS zwischen 22:36 Uhr und 22:44 Uhr ein weiteres mal praktisch genau über Bad Lippspringe hinweg.

Am Samstag, den 25. Mai, kann die ISS zwischen 0:14 Uhr und 0:18 Uhr am Nachthimmel beobachtet werden, am Abend noch einmal zwischen 23:22 Uhr und 23:28 Uhr erreicht die ISS eine maximale Höhe von 81° Grad über dem Horizont.

Am Sonntag, den 26. Mai, geht der Mond um 2:37 Uhr in der Frühe auf. Am Abend um 18:34 Uhr, dann ist er bei uns jedoch nicht zu sehen, erreicht er das letzte Viertel. Die ISS kann sehr gut zwischen 22:31 Uhr und 22:39 Uhr bei einem weiteren Überflug über unserer Stadt genau durch den Zenit gesehen werden.




Samstag, 18. Mai 2019

18. Mai 2019: Wirklich Vollmond


heute Abend war es so weit, um 23:11 Uhr MESZ erreichte der Mond seine exakte Vollmondposition. Hier ein Foto:

Vollmond am 18. Mai 2019 um ca. 23 Uhr

Freitag, 17. Mai 2019

17. Mai: Fast Vollmond


Es fehlt nur noch ein bisschen zum richtigen Vollmond ....

Mond am 17. Mai 2019 um 22:10 Uhr, fotografiert mit einer Nikon P900
... doch der findet erst am Samstag, den 18. Mai um 23:11 Uhr statt

Mittwoch, 15. Mai 2019

Noch einmal Mondbeobachtung


Hier noch ein kleiner Nachtrag zu einer kurzen Mondbeobachtung am 9. Mai. "Eigentlich" war der Himmel am Abend bewölkt und natürlich keine Sterne oder gar der Mond zu sehen. Doch als ich von einer Veranstaltung in unserer evangelischen Bücherei zurück nach Hause kam, gab es zumindest eine kleine Wolkenlücke, durch die ich einen schnellen Blick auf den Mond werfen konnte.

Mir fiel sofort auf, dass dicht neben dem Mond auf seiner rechten, westlichen Seite ein recht heller Stern leuchtete. Ein sehr schöner Anblick!

Und als ich etwas genauer durch mein Spektiv schaute, konnte ich auch auf der linken, östliche Seite, der noch unbeleuchteten Seite, einen nur schwach leuchtenden, aber trotzdem deutlich erkennbaren Stern sehen. Es würde nicht mehr lange dauern, stellte ich sofort fest, dass der Mond diesen Stern bedecken würde.

Hier ein etwas überbelichtetes Foto (des Mondes), um diese beiden Sterne deutlich erkennbar zu machen:

Mond mit Sternen am 9. Mai 2019 gegen 21:45 Uhr MESZ
Der helle Stern rechts im Bild heißt Wasat, steht im Sternbild Zwillinge und hat eine Helligkeit von 3,5mag. Aber wer war der kleine Stern links neben dem Mond?

Mir fiel ein, dass ich in meinem Blog für diese Woche ja einige Sternbedeckungen angekündigt hatte. Für diesen Donnerstag waren es sogar gleich zwei: "...um 22:20 den nur 6.5mag hellen HR 2835 und um 23:14 dann den 5,2mag hellen 63 Gemini."

Doch das passte nicht mit meinem Bild zusammen, dieser kleine Stern würde doch schon in Kürze bedeckt werden und nicht erst um 22:20 Uhr. Ein kleiner Schwenk meines Spektivs nach Osten zeigte dann auch sofort die beiden Sterne, deren Bedeckung angekündigt war.

Hier sind sie auf dem nächsten Bild zu erkennen:

Mond hinter Wolken und Sterne am 9. Mai 2019 gegen 21:46 Uhr
HR2835 und der etwas hellere 63 Gemini sind oben im Bild gut zu erkennen. Der "dunkle" Teil des Mondes befindet sich in der rechten unteren Ecke des Bildes. Und wer ganz genau hinschaut, kann dort - selbst durch die Wolken hindurch - auch noch das schwache Sternchen erkennen, das gleich bedeckt werden wird: HIP 35909 mit 7,6mag.

Das war doch mal ine schöne Überraschung, es würde heute Abend also gleich drei Sternbedeckungen durch den Mond kurz hintereinander geben! Doch leider war der Himmel dann schnell wieder völlig bedeckt, so dass ich alle diese Sternbedeckungen dann doch nicht beobachten, geschweige denn fotografieren konnte.

Doch einmal mehr habe ich die Erfahrung gemacht, es lohnt sich immer, die Blicke hinauf zum Himmel zu richten. In jedem Wolkenloch steckt eine kleine Überraschung!

Dienstag, 14. Mai 2019

14. Mai: Der "goldene Henkel"


In meiner wöchentlichen Astrovorschau hatte ich es angekündigt: Am Dienstagabend sollte der "goldene Henkel" mal wieder am Mond sichtbar sein. Und es hat auch gut geklappt, der Himmel wurde am Abend nach Sonnenuntergang wieder schön klar, so dass ich dieses Foto machen konnte:

Goldener Henkel am 14. Mai 2019 um 21:42 Uhr MESZ
Das Foto ist wieder mit meinem Spektiv entstanden.

Zwei Stunden früher hatte meine Astrofreundin Anja Verhöfen auf facebook gleich mehrere Fotos des goldenen Henkels gepostet. Ihre Bilder zeigen auch den Mond vor einem pechschwarzen Himmel. Ich war zunächst überrascht, denn bei uns war die Sonne um die Zeit noch gar nicht untergegangen. Doch dann stellte ich fest, Anja hatte ihre Fotos auf Rhodos gemacht. Dort ging heute die Sonne erst um 6:02 Uhr auf und schon um 20:06 Uhr unter. Bei uns war heute Sonnenaufgang um 5:34 Uhr und Sonnenuntergang erst um 21:09 Uhr, also über eine Stunde später als dort. Und  es gibt einen weiteren wichtigen Unterschied: Bei uns sinkt die Sonne zur Zeit nur noch 19,7° Grad unter den Horizont. Für Rhodos werden noch 35,1° Grad angegeben. Das bedeutet, nachts sinkt die Sonne viel tiefer unter den Horizont, was bedeutet, die Dämmerung ist kürzer und die Nächte sind wirklich dunkler.

Und wer die Bilder genau vergleicht, kann an kleinen Details auch gut erkennen, wie die Sonne beim "goldenen Henkel" auf meinem Foto schon deutlich höher über dem Mondhorizont steht und dadurch kürzere Schatten wirft als auf den Fotos von Anja. Hier der Link zu ihrem Post, wenn Sie auch Zugang zu facebook haben: https://www.facebook.com/anja.verhofen/posts/1876392769129509

Montag, 13. Mai 2019

20. Mai: "RELOADED: Die neue Welt der physikalischen Basisgrößen"


Am Montag, den 20. Mai, gibt es in der Volkssternwarte Paderborn wieder einen spannenden Vortrag meines Sternfreunds Dr. Martin Otte. Hier die Ankündigung dazu von der Webseite unserer Sternwarte:

Vier der sieben Grundeinheiten des Internationalen Einheitensystems erfahren eine Neudefinition, die am Vortragstag offiziell in Kraft tritt und wovon insbesondere das Kilogramm betroffen ist. Wird sich unser Alltagsleben dadurch verändern und müssen gar Personenwaagen umgeeicht werden? Ist die Reproduzierbarkeit des Meters auf x Stellen nach dem Komma nur von rein akademischem Interesse oder steckt ein wirklicher Anwendungsnutzen dahinter? Was hat das Scheitern der Marsmission "Mars Climate Orbiter" oder die Notlandung eines Passagierflugzeugs auf einem ausgedienten Militärflughafen mit den physikalischen Basisgrößen zu tun?

Der Vortrag führt durch die Welt und Historie der physikalischen Basisgrößen und zeigt die Notwendigkeit eines weltweit gleichartig zu verwendenden Einheitensystems auf. Es werden sämtliche Basisgrößen vorgestellt, sodass die Besucher des Vortrags nicht nur etwas über solch gängigen Größen wie Meter oder Kilogramm erfahren, sondern auch über weniger bekannte Größen wie Mol oder Candela.

Der Eintritt kommt wie immer der ehrenamtlichen Arbeit der Sternwarte zu gute. Sie sind herzlich eingeladen!

Sonntag, 12. Mai 2019

13. - 19. Mai: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Vollmond, der Mond beherrscht daher eindeutig den Nachthimmel. Von den großen Planeten ist der Mars noch am Abend nach Sonnenuntergang tief im Nordwesten zu sehen, Jupiter geht jetzt bereits vor Mitternacht im Südosten auf und Saturn folgte gegen 1:30 Uhr. Es gibt auch in dieser Woche keine Iridiumflares zu bewundern, aber viele Überflüge der ISS.

Am Montag, den 13. Mai, geht die Sonne um 5:35 Uhr auf und um 21:08 Uhr unter. Das sind 23 Minuten länger als noch vor einer Woche. Sie sinkt diese Woche nur noch bis zu 20° Grad unter den Horizont, die "astronomische Nacht" dauert inzwischen nur noch knapp zwei Stunden. Dafür kann aber die ISS bei vielen Überflügen gesichtet werden, teilweise bis zu fünf mal in einer Nacht. So erscheint sie heute um 2:52 Uhr in 62° Grad Höhe im Südosten und fliegt dann schnell dem Horizont entgegen, zwischen 3:58 Uhr (Aufstieg im Westen) und 4:06 Uhr (Untergang im Osten) fliegt sie dann noch einmal exakt über unsere Stadt hinweg.

Am Dienstag, den 14. Mai, kann die ISS um 1:37 Uhr kurz im Osten gesehen werden, dann fliegt sie zwischen 3:09 Uhr und 3:15 Uhr exakt über Bad Lippspringe hinweg, zwischen 4:44 Uhr und 4:56 Uhr erreicht sie noch einmal eine Höhe von 60° Grad über dem Horizont. Beim Mond kann heute Abend der "goldene Henkel" beobachtet werden.

Am Mittwoch, den 15. Mai, ist die ISS um 0:58 Uhr tief im Osten sichtbar, um 2:20 Uhr 83° Grad hoch fast im Zenit in der Nähe der Leier und zwischen 3:53 Uhr und 4:01 Uhr noch einmal in maximal 75° Grad Höhe. Der Mond zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Südpol schauen können.

Am Donnerstag, den 16. Mai, kann man die ISS um 1:29 Uhr, um 3:05 Uhr und 4:41 Uhr sehen.

Am Freitag, den 17. Mai, ist die ISS das erste Mal um 0:39 Uhr tief im Osten zu sehen, dann fliegt die ISS um 2:14 Uhr exakt über Bad Lippspringe hinweg, ein weiterer Überflug in maximal 52° Grad Höhe findet um 3:51 Uhr statt. Am Abend ist sie dann noch um 22:10 Uhr ganz flach über dem Horizont im Südosten zu sehen (nur 11° Grad hoch) und um 23:50 im Osten in der Nähe von Altair im Sternbild Adler.

Am Samstag, den 18. Mai, ist die ISS das erste Mal um 1:23 Uhr bei einem weiteren Überflug (fast) genau über unserer Stadt zu sehen, noch einmal um 3:00 Uhr in 68° Grad Höhe und um 4:36 Uhr mehr im Südwesten, aber tief zwischen Mond, Jupiter und Saturn. Und dann ist noch einmal um 22:56 Uhr herum in maximal 29° Grad Höhe zu sehen. Am Abend ist exakt um 23:11 Uhr Vollmond. Der Mond steht dann nur 15° Grad über dem Horizont. Bei klarem Wetter kann man sicherlich das eine oder andere schöne Vollmondbild fotografieren. Tief im Westen nähert sich der Mars dem offenen Sternhaufen M35 in den Zwillingen. In Essen findet heute von 10 - 18 Uhr die größte europäische Astronomie-Messe statt, das ATT.

Am Sonntag, den 19. Mai, ist die ISS in der morgendlichen Nachthälfte um 0:32 Uhr, 2:09 Uhr und 3:45 Uhr zu sehen. Am Abend dann noch einmal zwischen 22:03 Uhr und 22:08 Uhr, allerdings nur in maximal 20° Grad Höhe und zwischen 23:38 Uhr und 23:45 Uhr in maximal 64° Grad Höhe. Der Mond nähert sich allmählich dem Jupiter, er geht gegen 22 Uhr auf und ist immer noch zu 99 Prozent beleuchtet. Der Krater Grimaldi steht nah am Rand, der Mond zeigt maximale Libration in Länge. Heute steht Mars nur 0,2° Grad oberhalb von M35 in den Zwillingen.



Freitag, 10. Mai 2019

Wie lange dauert ein Sonnenuntergang?


In den Osterferien 2019 war ich wieder einmal bei herrlichstem Wetter auf der schönen Nordseeinsel Amrum zu Gast. Natürlich stand auch die Beobachtung eines Sonnenuntergangs auf meinem Programm. Am 16. April sollte der um 20:31 Uhr MESZ stattfinden. Doch - wie lange dauert so ein Sonnenuntergang eigentlich? Eine einfache Frage? Nicht, wenn man es genau nimmt.

Hier die erste einfache Rechnung: Die Größe der Sonnenscheibe beträgt ungefähr ein halbes Grad am Himmel. Die Erde dreht sich in 24 Stunden einmal um ihre Achse, also um 360 Grad. Der Tag hat 24h x 60m = 1440 Minuten, die Erde dreht sich also in vier Minuten um ein Grad weiter. Das bedeutet wiederum für die Sonne, sie braucht zwei Minuten, um eine bestimmte Linie am Himmel zu überqueren. Diese gedachte Linie kann ja zum Beispiel unser Horizont sein. Etwa so wie hier auf diesem Bild:

Sonnenuntergang auf Amrum am 16. April 2019 um 20:31 Uhr

Doch ganz so einfach ist es nicht. Zunächst einmal ist die Sonne nicht immer gleich groß, denn die Erde dreht sich nicht auf einer perfekten Kreisbahn, sondern auf eine Ellipsen-Bahn um die Sonne. Dadurch ist sie im Sommer (Juli) etwas weiter von der Sonne entfernt als im Winter (Januar). Dies bedeutet konkret, die Sonne braucht im Januar zwei Minuten und zehn Sekunden, im Juli sind es (weil sie ja minimal kleiner ist) vier Sekunden weniger. Jetzt zu Ostern sind wir sozusagen "etwa in der Mitte", also dauert ein Sonnenuntergang zwei Minuten und acht Sekunden ?

Nein, denn wir müssen berücksichtigen, dass wir ja nicht beim Äquator stehen, wo die Sonne z.B. am Frühlingsanfang exakt senkrecht den Horizont durchlaufen würde, sondern an der deutschen Nordseeküste. Hier sinkt die Sonne "schräg" ins Meer. Und das verlängert den Sonnenuntergang natürlich. Noch weiter nördlicher würde die Sonne noch flacher ins Meer sinken - und am Nordpol würde sie schon seit Frühlingsanfang ständig scheinen, da gäbe es bis zum Herbst ja gar keinen Sonnenuntergang mehr.

Was macht also die geographische Breite aus? Mein Standort auf Amrum liegt bei 54,667° Nord

Auf der Webseite "Welt der Physik" gibt es dafür ein schöne Berechnung mit Herleitung und Erklärung der notwendigen Formeln.  Ich erspare ihnen hier das Berechnen der Formeln und Einsetzen aller exakten Werte. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, komme ich für den 16. April für meinen Standort auf Amrum auf eine Zeit von vier Minuten und 18 Sekunden für die tatsächliche Dauer des Absinkens der Sonnenscheibe unter den Horizont.

Das ist ja schon gut doppelt solange wie in der ersten einfachen Überschlagsrechnung! Wird das stimmen? Machen wir doch einfach mal einen Praxistest, eine kleine wissenschaftliche Beobachtung. Also: ab nach draußen an den Strand!

Hier jetzt erst mal ein paar Bilder. Angegeben habe ich immer die Zeiten, wie sie meine Kamera in den Bilddaten angegeben hat. Ein späterer Vergleich mit der tatsächlichen Uhrzeit hatte übrigens ergeben, meine Kamera geht 16 Sekunden vor. Doch das ist fürdie Bestimmung der "Dauer" eines Sonnenuntergangs eigentlich auch unerheblich.

Hier beginnt der Sonnenuntergang am 16. April - Aufnahme von 20h:28m:31s

Nur vier Sekunden später, um 20h:28m:35s erscheint der Sonnenrand leicht abgeplattet - der Untergang hat wirklich begonnen.

Ausgerechnet zum Sonnenuntergang fährt ein Fischkutter genau in meine Sichtlinie - Foto von 20h:32m:12s
Jetzt ist der Fischkutter durch und die Sonne weg: 20h:32m:38s
Das waren genau vier Minuten und sieben Sekunden. Okay, ich denke mir, im Rahmen eines so einfachen Versuchsaufbau, und der Ungenauigkeit in der Auswertung  (wann "berührt" die Sonne tatsächlich den Horizont?), können wir mit dem Ergebnis doch recht zufrieden sein.

Es gibt jedoch noch ein weiteres optisches Phänomen, das unsere Sonnenuntergänge beeinflusst. Das ist die optische Brechung der Lichtstrahlen in unserer Atmosphäre. Der Fachausdruck dafür lautet "Refraktion". Er wird recht gut auf der Webseite "timeanddate" beschrieben. Praktisch bedeutet dies, das unser Bild der Sonne durch die Lichtbrechung in Horizontrichtung angehoben wird, wir also die Sonne tatsächlich noch sehen können, obwohl sie in Wirklichkeit schon unter dem Horizont versunken ist.

Diese Refraktion wird im übrigen von allen ernsthaften Sonnenauf- und untergangsberechnungen berücksichtigt. Sie macht am Horizont laut Wikipedia etwa 0,5° bis 0,6° Grad aus. Dies wird z.B. auf der Webseite von heavens-above deutlich, wenn sie angeben, dass im Moment des Sonnenuntergangs um 20:31 Uhr diese bereits -0,8° Grad unter dem Horizont stehe. Eigentlich würde man ja exakt 0° Grad erwarten, oder? Bei diesen Berechnungen wird immer vom "Sonnenmittelpunkt" ausgegangen, wenn dieser den Horizont überschreitet, gilt die Sonne als aufgegangen bzw. wenn dieser den Horizont unterschreitet gilt die Sonne als untergegangen. Also ein halbes Grad für die Refraktion plus ein Viertelgrad für den Sonnenradius, da liegt man mit -0,8° Grad für den "wahren" Sonnenort im Moment des Sonnenuntergangs schon nicht ganz falsch.

Und es erklärt auch, warum mein tatsächlicher Sonnenuntergang doch etwas später war als bei heavens-above oder anderswo angegeben wurde, denn auch die letzter Teil der Sonne musste bei mir ja richtig unter den Horizont.

Zwei Tage später war ich wieder am Strand zum Sonnenuntergang. Und diesmal wurde es noch spannender! Heute sollte die Sonne um 20:35 Uhr untergehen, also vier Minuten später.

Hier wieder ein paar Fotos:

Der Sonnenuntergang beginnt - Foto von 20h:31m:25s

Foto von 20h:31m:35s - Ohje, jetzt ist die Sonne ja richtig "abgerundet". Hat sie nun schon den Horizont berührt oder noch nicht?

Foto von 20h:31m:41s

Foto von 20h:35m:31s - sollte sie jetzt nicht schon fast verschwunden sein?

Foto von 20h:36m:31s - noch nicht weg!

Foto von 20h:37m:33s - immer noch nicht weg!

Foto von 20h:38m:27s - der allerletzte Sonnenstrahl (Ausschnittsvergrößerung)

Foto von 20h:38m:31s - jetzt ist sie wirklich weg

Der Sonnenuntergang hat pünktlich begonnen, etwa vier Minuten vor dem vorhergesagten tatsächlichem Verschwinden. Doch dann wollte und wollte sie nicht untergehen. Bis auch der letzte Sonnenstrahl verschwunden war, hat es diesmal etwas über sieben Minuten gedauert!

Wie kann das sein, dass ein Sonnenuntergang einmal vier Minuten dauert und nur zwei Tage später gleich sieben Minuten?

Am 19. April war ich noch einmal am Strand. Diesmal mit einer etwas anderen Kamera. Auch hier wieder ein paar Fotos:

Sonnenuntergang am 19. April - Foto von 20:29 Uhr, hier ist sicherlich noch etwas Zeit bis zum Beginn ...
 Der Sonnenuntergang war für 20:37 Uhr angesagt. Vier Minuten vorher ist bereits eine deutlich Verformung der Sonnenscheibe zu erkennen:

20:33:17 Uhr - Hat der Sonnenuntergang nun begonnen oder nicht? Eine Verformung der Sonnenscheibe ist unverkennbar.

20:33:59 Uhr - jetzt hat er sicherlich begonnen - obgleich die Sonne immer noch über dem Horizont zu schweben scheint.

20h:34m:28s Uhr

20:37:24 Uhr - sollte sie jetzt nicht weg sein?

Letzte Strahlen, schon wieder Minuten nach dem berechnetem Zeitpunkt.

20h:40m:49s - ein letzter Strahl ist noch zu erkennen...

20h:41m - nun ist sie doch endgültig weg.
Diese letzte Aufnahmeserie zeigt, dass schon der Beginn des Sonnenuntergangs nicht immer einfach zu bestimmen ist. Aber auch diesmal scheint der Sonnenuntergang in etwa vier Minuten vor dem berechnetem Untergangszeitpunkt zu beginnen. Das wurde ja auch durch die Serien der Tage zuvor in etwa bestätigt. Aber auch am 19. Mai hat es dann noch einmal vier Minuten gedauert, bis auch der letzte Sonnenstrahl weg war.

Und wenn sie die letzten Bilder ganz genau betrachten, kann man sogar sehen, wie dieser letzte Sonnenstrahl am Horizont langsam nach rechts (also in Richtung Norden) wandert. Mit bloßem Auge habe ich es zunächst auch nicht gesehen, sondern erst auf diesen Fotos erkannt: Vor dem Horizont befindet sich noch eine Sandbank (der "Jungnamensand"), auf der wohl ein paar Robben liegen. Geht man davon aus, das diese sich nicht gleichzeitig nach links (also Richtung Süden) vorgerobbt haben, können wir sie als feste Marke nutzen und stellen fest, um 20:37 Uhr befanden sie sich ziemlich genau in Richtung Sonne. Vier Minuten später befinden sie sich deutlich weiter links, etwa zwei Sonnendurchmesser. Laut heavens-above befand sich die Sonne um 20:37 Uhr bei einem Azimut von 291°, vier Minuten später hat sich die Erde um ein Grad gedreht und die Sonne befindet sich bei 292° Grad und 1,5° Grad unter dem Horizont. Eine weitere schöne Bestätigung, dass in der Tat der allerletzte Sonnenstrahl auch immer noch von unserer Sonne gekommen sein wird und nicht durch irgendeine andere Reflexion von Licht entstanden sein kann.

Doch woran liegt es nun, dass diese Sonnenuntergänge etwa doppelt so lange dauern wie sie eigentlich "dürfen"? Daran ist einfach nur das Wetter schuld! Denn die atmosphärische Refraktion ist abhängig vom Luftdruck, so schreibt es ja auch "timeanddate": "Je niedriger die Temperatur und je höher der Luftdruck, desto größer der Unterschied." Ob das wirklich der Fall war, habe ich natürlich nicht gemessen. Aus den Daten von Wetteronline konnte ich jedoch entnehmen, dass der Luftdruck an der Nordsee (Wetterstation auf Sylt) vom 16. zum 18.April von 1023 hPa auf  1031 hPa gestiegen war und zum 19. April noch einmal um 1034 hPa, das passt also. Die Luft-Temperatur auf der Insel war zwar auch etwas angestiegen, hier dürfte aber eher die Temperatur des Wassers entscheidend sein, welche sich jedoch innerhalb von zwei/drei Tagen kaum geändert haben kann.

Der letzte Verweis in diesem Artikel mag noch an eine weitere Webseite gehen. Auf sonnenuntergang.de fand ich noch diesen Hinweis:

"Oft begleiten beindruckende Farbspiele die Sonnenuntergänge. Nicht nur das berühmte Abendrot, auch gelb, violett sogar grüne Farbtöne sind oft zu sehen. Auch hier wirkt wieder die Strahlenbrechung der Atmosphäre. Die schwebenden Partikel der Erdatmosphäre dienen dabei als diffuses Medium der Streuung. Blaues Licht wird stärker gestreut wie rotes, und deshalb sehen wir mehr rotes Licht. Auch kann sich ein Prismeneffekt einstellen, wenn bestimmte Temperatur Schichtungen vorhanden sind. Da Resultat ist ein „Grüner Blitz“. Bei diesem Phänomen ist der rote Anteil der Sonne zuerst verschwunden, so dass ein grünlicher Saum aufblitzt. 

Doch all dieses Wissen um physikalische Hintergründe und nüchternen Fakten ändern nichts an der Tatsache, dass der Sonnenuntergang ein Ereignis ist, das jeden von uns in seinen Bann zieht und immer wieder aufs Neue fasziniert."

Einen grünen Blitz habe ich nicht gesehen. Doch besonders dem letzten Satz ist nichts hinzuzufügen:  Natur und Wissenschaft ist immer wieder faszinierend!

Sonntag, 5. Mai 2019

6. - 12. Mai: Der Sternenhimmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche nimmt der Mond wieder zu und bestimmt zunehmend den Nachthimmel. Von den hellen Planeten ist Mars noch kurze Zeit am Abend bis gegen Mitternacht zu sehen. Jupiter geht etwa um Mitternacht im Südosten auf und Saturn folgt gegen 2:00 Uhr. Zwischen den beiden Planeten kann man an dunklen Standorten gut das Bad der Milchstraße erkennen.  Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen zu sehen, dafür ist jedochein sehr frühes Aufstehen notwendig. Iridiumflares sind keine mehr angekündigt.

Am Montag, den 6. Mai, fliegt die ISS zwischen 5:05 UHr und 5:13 Uhr in 63° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Die Sonne geht um 5:47 Uhr auf und um 20:57 Uhr unter, der helle Tag ist noch einmal 25 Minuten länger als noch vor einer Woche.  Die schmale nur zu 4 Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 22:41 Uhr unter. Sie steht in den Hyaden dicht bei Aldebaran und zeigt maximale Libration in Breite, das Mare Crisium steht dicht am Rand.

Am Dienstag, den 7. Mai, fliegt die ISS bereits zwischen 4:15 Uhr und 4:22 Uhr in maximal 43° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Am Abend steht der Mond, zu 9 Prozent beleuchtet, unterhalb von Mars noch im Sternbild Stier. In seinem dunklen Teil schimmert das Erdlicht.

Am Mittwoch, den 8. Mai, fliegt die ISS zwischen 5:00 Uhr und 5:08 Uhr sehr hoch über unseren Himmel hinweg, mit maximal 83° Grad Höhe fast durch den Zenit. Am Abend ist der jetzt zu 17 Prozent beleuchtete Mond schon in das Sternbild Zwillinge weiter gezogen. Er bedeckt um 21:44 Uhr den 6.5mag hellen Stern 14 Gemini.

Am Donnerstag, den 9. Mai, fliegt die ISS bereits zwischen 4:10 Uhr und 4:17 Uhr in maximal 71° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Der Mond bedeckt am Abend kurz nacheinander zwei Sterne, um 22:20 den nur 6.5mag hellen HR 2835 und um 23:14 dann den 5,2mag hellen 63 Gemini.

Am Freitag, den 10. Mai, fliegt die ISS um 4:57 Uhr exakt über unsere Stadt hinweg. Vier Minuten vorher steigt sie im Westen hoch hinauf und verschwindet vier Minuten später genau im Osten. Am Abend steht der Mond im Sternbild Krebs.

Am Samstag, den 11. Mai, fliegt die ISS zwischen 4:04 Uhr und 4:12 Uhr noch einmal (fast) genau über unsere Stadt hinweg, sie verfehlt mit 87° Grad Höhe nur knapp den Zenit.

Am Sonntag, den 12. Mai, erreicht der Mond exakt um 3:12 Uhr das Erste Viertel, das geschieht praktisch im Moment seines Untergangs im Westen. Am Abend steht er dann unweit von Regulus im Löwen und ist schon fast zu 60 Prozent beleuchtet. Die ISS fliegt bereits zwischen 4:15 Uhr und 4:22 Uhr in maximal 81° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Mars(1,7mag)  geht am Abend nur 6' Bogenminuten nördlich an 132 Tauri (5,0mag) vorüber.


Sonntag, 28. April 2019

29. April - 5. Mai 2019: Der Himmel über BadLippspringe

Am Ende der Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich daher gut zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel. Allerdings wird es nur noch kurze Zeit in der Nacht wirklich dunkel. Die Internationale Raumstation (ISS) kann wieder bei morgendlichen Überflügen zu sehen sein. Von den großen Planeten geht Mars bald nach Mitternacht im Nordwesten unter, Jupiter steigt morgens gegen 0:45 Uhr im Südosten über die Egge, Saturn folgt gegen 2:30 Uhr.

Am Montag, den 29. April, geht die Sonne um 6:00 Uhr auf und um 20:45 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt also schon fast 15 Stunden. Richtig "astronomisch" dunkel, dass die Sonne also mindestens 18° Grad unter den Horizont sinkt, wird es nur noch zwischen 23:13 Uhr und 3:30 Uhr am nächsten Tag, also nur für gut vier Stunden.

Am Dienstag, den 30. April, fliegt die ISS zwischen 5:22 Uhr und 5:28 Uhr ganz tief in maximal 13° Grad Höhe über den südöstlichen Morgenhimmel hinweg. Kleinplanet Pallas geht heute früh in nur 10' Bogenminuten Abstand an 2 Bootis (5,8mag) vorüber. Der Mond zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Nordpol schauen können.

Am Mittwoch, den 1. Mai, stehen am Morgen nach 5 Uhr alle vier Jupitermonde auf der gleichen Seite. Um 23:24 Uhr soll es noch einmal einen Iridiumflare geben, der mit 0mag jedoch nicht sehr auffällig sein wird. Seine Position im Nordosten bei Azimut 25° Grad und in einer Höhe von 15° Grad.

Am Donnerstag, den 2. Mai, fliegt die ISS zwischen 5:16 Uhr (ganz dicht bei Jupiter) und 5:22 Uhr in maximal 23° Grad Höhe über den Morgenhimmel hinweg.

Am Freitag, den 3. Mai, fliegt die ISS zwischen 4:26 Uhr und 4:32 Uhr in maximal 16° Grad Höhe über den südöstlichen Morgenhimmel hinweg.

Am Samstag, den 4. Mai, fliegt die ISS zwischen 5:10 Uhr und 5:18 Uhr in maximal 40° Grad Höhe über den Morgenhimmel hinweg.

Am Sonntag, den 5. Mai, erreicht der Mond um 0:46 Uhr seine exakte Neumondposition. Selbst wenn der Mond die ganze Nacht fehlt, "astronomisch dunkel" wird es heute früh nur noch bis 3:11 Uhr, also nur wenig über drei Stunden. Die ISS fliegt heute zwischen 4:20 Uhr und 4:27 Uhr in maximal 28° Grad Höhe über den Morgenhimmel hinweg.

Freitag, 26. April 2019

Ein kleiner Schritt – Die Mondlandung in 50 Fotografien


Seit dem 5. April 2019 läuft im Heinz-Nixdorf-Museumsforum in Paderborn eine Fotoausstellung aus Anlaß des 50. Jahrestages der ersten bemannten Mondlandung.

Auf der Webseite des HNF heisst es dazu:

Die Ausstellung präsentiert legendäre, eher unbekannte und beeindruckende Fotos der Mondmissionen, die besonders die damalige Technik beleuchten. Diese Bilder weisen bereits ab April 2019 auf die kommende große Sonderausstellung „Aufbruch ins All – Raumfahrt erleben“ hin.

Zu sehen sind neben Klassikern wie dem Schuhabdruck eines Menschen im Mondstaub viele Aufnahmen, die unbekannte Geschichten über die Astronauten vor, während und nach ihren Missionen erzählen. Im Fokus stehen dabei immer wieder die damalige Computer- und Nachrichtentechnik sowie die Wissenschaftler und Techniker, die die erste Mondlandung überhaupt erst möglich machten. Die Bildauswahl ist eigens für diese Ausstellung vom HNF zusammengestellt worden.

Die Fotos hängen in der Dauerausstellung des HNF. Daher ist der übliche Eintrittspreis zu entrichten.

Einmal zahlen  zweimal kommen!
Wer vom 5. April bis zum 4. Juli die Fotoausstellung besucht, kann mit dieser Eintrittskarte die am 5. Juli startende große Sonderausstellung»Aufbruch ins All« kostenlos besichtigen. 

In den Sommerferien ist das Museum vom 12. bis 19. August geschlossen. Die Ausstellung läuft danach noch bis zum 5. Januar weiter.

Das Heinz Nixdorf Museum hat in Paderborn in der Straße Fürstenallee 7. Mehr Informationen zur Anreise, Eintrittspreisen, kostenlosen Führungen (Sonntags 15 Uhr) gibt es hier.

Die Neue Westfälische Zeitung berichtet in ihrer Online-Ausgabe über diese Fotoausstellung.

Ebenso berichtet auch das Westfalen-Blatt in seiner Online-Ausgabe.

Sonntag, 21. April 2019

22. - 28. April: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der abnehmende Mond allmählich in die Morgenstunden zurück. Von den großen Planeten ist Mars am Abend bis Mitternacht zu sehen, Jupiter geht um 1:00 Uhr auf und Saturn folgt um ca. 3:00 Uhr. Die ISS ist bei nächtlichen Überflügen nicht zu beobachten.

Am Ostermontag, den 22. April, geht die Sonne um 6:14 Uhr auf und um 20:33 Uhr unter. Der Mond geht erst kurz nach Mitternacht auf. Er ist dann nicht weit von Jupiter entfernt. Er zeigt maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht nahe am Rand.

Am Dienstag, den 23. April, nähert sich der Mond am frühen Morgen dem Planeten Jupiter, gegen 6 Uhr beträgt der Abstand etwas mehr als vier Grad. Bei Jupiter stehen heute früh Kallisto und Ganymed scheinbar dicht nebeneinander, zwischen 1:47 Uhr und 3:59 Uhr fällt dabei Ganymeds Schatten auf den Planeten. Kleinplanet Hebe (10,7mag) geht nachts in nur 43' Bogenminuten Abstand an Zeta Geminorum (4,3mag) vorüber.

Am Mittwoch, den 24. April, kommt es um 2:47 Uhr im Nordwesten (Azimut 315° Grad) zu einem mit -6mag recht hellem Iridiumflare in 15° Grad Höhe.

Am Donnerstag, den 25. April,  nähert sich der Mond dem Planeten Saturn, der Abstand beträgt gegen 6 Uhr gute 5° Grad. Gegen Mitternacht geht Kleinplanet Juno (9,9mag) in nur 30' Bogenminuten Abstand an ny Orionis (4,4mag) vorüber.

Am Freitag, den 26. April, geht der Mond um 3:01 Uhr auf, er ist bereits deutlich an Saturn vorbeigezogen. Kleinplanet Juno (10,0mag) geht in nur 16' Bogenminuten nördlich an Xi Orionis (4,4mag) vorüber.

Am Samstag, den 27. April,  erreicht der Mond um 0:18 Uhr das Letzte Viertel, aufgehen wird er jedoch erst um 3:38 Uhr. Die Nächte des Wochenendes eignen sich daher schon gut für die Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel.

Am Sonntag, den 28. April, geht der Mond um 4:08 Uhr auf, er ist heute früh noch zu 39 Prozent beleuchtet, im"dunklen Teil" schimmert das Erdlicht.

Dienstag, 16. April 2019

16. April: Noch einmal der Mond

Und weil es so schön ist, auch heute noch einmal ein Foto vom Mond. Suchen Sie doch mal die Regionen von gestern auf, haben sie sich gegenüber heute sehr verändert?

Der Mond am 16. April 2019 um kurz nach 22 Uhr MESZ

Montag, 15. April 2019

15. April: Der Mond heute Abend

Der Himmel ist klar, ideale Bedingungen um den Nachthimmel zu genießen. Wenn da nicht die "große Laterne" wäre. So denken jedenfalls viele Hobbyastronomen. Ich kann mich dieser Denke nicht anschließen, denn für mich ist Mond immer wieder ein lohnenswertes Ziel.

Hier ein Foto von heute 22:01 Uhr:

Der Mond am 15.4.2019 um 22:01 Uhr MESZ
Besonders spannend ist es am Terminator, an der Tag/Nacht-Grenze des Mondes entlang zu schauen. Für den "goldenen Henkel" ist es schon zu spät, aber darunter gibt es andere spannende Formationen.

Schauen Sie sich einfach mal die folgenden Details an:

Monddetail
Ist es nicht faszinierend zu sehen, wie hier eine ganze Reihe einzelner Bergspitzen bereits im Sonnenlicht leuchtet, aber alles andere sich noch im Verborgenen befindet. Sind dies einzelne Berge? Oder eine Kraterwand? Oder etwas ganz anderes?

Krater mit "Diamant" ?
Sieht dieser Krater nicht aus wie ein Ring mit einem großen Edelstein darüber?

längliches Tal oder schräger Einschlag?
Und auch dieser Krater regt sofort die Phantasie an, was mag die Ursache für diese wirklich schräge Form sein? Warum ist er nicht so rund wie die allermeisten Krater auf dem Mond da oben?

So bietet der Mond für mich immer wieder faszinierende "Ausflugsziele." Und jeden Abend immer wieder unter anderen Lichtverhältnisses, die immer wieder einmal neue Details offenbaren.

Für mich ist die "große Laterne" da oben wirklich ein lohnendes Ziel meiner Beobachtungen.

Sonntag, 14. April 2019

15. - 21. April: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir den Ostervollmond, er beherrscht die ganze Woche über den Nachthimmel, Beobachtungen von lichtschwachen Objekten sind dadurch sehr erschwert. Die Nächte werden jetzt schon deutlich kürzer, es geht auf den Sommeranfang zu. Von den großen Planeten ist Mars noch am Abend tief im Westen zu finden, er ist mit nur noch 1.6mag Helligkeit nicht mehr sehr auffällig und verschwindet bald nach Mitternacht im Horizontdunst. Jupiter geht  gegen 1:30 Uhr auf und Saturn folgt um bald nach 3:00 Uhr. Die ISS ist nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 15. April, soll es um 3:19 Uhr noch einmal einen hellen Iridiumflare geben, In 27° Grad Höhe und Westnordwestlicher Richtung (Azimut 295° Grad) kommt es zu einem mit -6mag sehr hellem Flare von Iridium 97. Die Sonne geht um 6:29 Uhr auf und um 20:21 Uhr unter. Der helle Tag dauert also praktisch schon 14 Stunden.

Am Dienstag, den 16. April, steht der Mond am Abend unterhalb des Sternbilds Löwe. In dieser Nacht erreicht er kurz nach Mitternacht das Perigäum seiner Bahn, das heißt den erdnächsten Punkt auf seiner Bahn mit einem Abstand von nur 364205 Kilometern von der Erde. Da nicht Vollmond ist, wird aber die Sensationspresse nicht von "Supermond" sprechen.

Am Mittwoch, den 17. April,  stehen bei Jupiter am Morgen wieder einmal alle vier galiläischen Monde auf der gleichen Seite.

Am Donnerstag, den 18. April, beginnt praktisch die erste (fast) Vollmondnacht in dieser Woche, der Mond steht in der Jungfrau und geht kurz nach 19 Uhr auf. Er ist zu 99 Prozent beleuchtet.

Am Freitag, den 19. April, Karfreitag, haben wir exakt um 13:12 Uhr Vollmond. Zu dieser Zeit steht er bei uns natürlich unter dem Horizont. Er geht am Morgen um 6:50 Uhr unter und am Abend um 20:29 Uhr auf und steht zwischen Jungfrau und Waage. Um 23:06 Uhr gibt es im Nordwesten zwischen Leier, Herkules und Drache einen Iridiumflre von -2mag (Höhe 35°, Azimut 57° Grad).

Am Samstag, den 20. April, gibt es morgens in der Frühe um 4:44 Uhr und um 4:46 Uhr zwei kleinere Iridiumflares. Der erste mit 0,3mag im Westen bei Azimut 111° und in 29° Grad Höhe, der zweite mit -1mag schon fast im Norden bei Azimut 22° Grad in jedoch nur noch 8° Grad Höhe. Der immer  noch zu 98 Prozent beleuchtete, inzwischen aber wieder abnehmende Mond, geht um 21:48 Uhr auf.

Am Ostersonntag, den 21. April, geht der Mond um 23:05 Uhr auf, er hat inzwischen das Sternbild Skorpion erreicht und ist noch zu 93 Prozent beleuchtet. In der Frühe um 2:52 Uhr und 3:01 Uhr gibt es zwei Iridiumflares, ich glaube jedoch, da schlafe ich noch tief und fest.

Ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern
 ein gesegnetes Osterfest!

Samstag, 6. April 2019

8. - 14. April: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond immer weiter zu und bestimmt zunehmend den Nachthimmel. Von den hellen Planeten ist am Abend immer noch Mars zu sehen, er geht jedoch bald nach Mitternacht unter. Jupiter geht  gegen 2:00 Uhr auf und Saturn noch vor 4:00 Uhr. Die ISS ist nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 8. April, geht die Sonne um 6:45 Uhr auf und um 20:10 Uhr unter. Der helle Tag dauert also fast eine halbe Stunde länger als noch vor einer Woche. Die zu 12 Prozent beleuchtete Mondsichel nähert sich im Sternbild Stier dem Planeten Mars. Der Mond zeigt maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht nah am Rand. Er geht um 23:39 Uhr unter.

Am Dienstag, den 9. April, ist der Mond bereits an Mars und Aldebaran vorbei gezogen und geht erst nach Mitternacht unter.

Am Mittwoch, den 10. April, ist der Mond am Abend zu 30 Prozent beleuchtet. Kleinplanet Pallas (7.9mag) geht nur 2' Bogenminuten östlich an eta Bootis (2.8mag) vorüber. Außerdem steht Pallas heute in Opposition.

Am Donnerstag, den 11. April, steht der zu 40 Prozent beleuchtete Mond bereits im Sternbild Zwillinge.

Am Freitag, den 12. April, gibt es in der Frühe um 3:33 Uhr im Nordwesten (Azimut 289° Grad) in 29° Grad Höhe einen -2mag hellen Iridiumflare. Am Abend erreicht der Mond exakt um 21:06 Uhr das Erste Viertel. Mars (1.5mag) geht nur 23' Bogenminuten nördlich an kappa Tauri (4.4mag) vorüber.

Am Samstag, den 13. April,  geht der Mond am Morgen erst kurz vor 4:00 Uhr unter. Heute Abend geht der Mars dicht (Abstand 12' Bogenminuten) nördlich an ny Tauri (4.4mag) vorbei. Der Mond streicht dabei über den offenen Sternhaufen "Praesepe" im Krebs und bedeckt dabei um 21:30 Uhr und um 23:05 Uhr schwach leuchtende Sternchen von 6-7mag.

Am Sonntag, den 14. April, geht der Mond gegen 4:35 Uhr unter. Am Abend gibt es um 23:15 Uhr im Nordwesten zwischen Leier und Drache (Höhe 29° Grad, Azimut 49° Grad) einen Iridiiumflare von -4mag. Kleinplanet Juno (9.8mag) geht in 21' Bogenminuten Abstand an 133 Tauri (5.2mag) vorüber. Um 21:20 Uhr bedeckt der Mond den Stern 8 Leonis (5.9mag).

Sonntag, 31. März 2019

1. - 7. April: Der Himmel über Bad Lippspringe

Bedingt durch die Umstellung auf die Sommerzeit am letzten Märzwochenende ist es am Morgen zunächst wieder länger dunkel, dafür abends natürlich länger hell. Für uns Sternfreunde bedeutet dies leider, wir müssen länger auf die Nacht und unsere Beobachtungsmöglichkeiten warten. In dieser Woche ist Neumond, von daher eignen sich die Nächte gut zur Beobachtung von lichtschwachen Objekten wie der Milchstrasse oder fernen Galaxien. Von den großen Planeten kann am Abend der Mars beobachtet werden, er leuchtet mit nur noch 1,6mag jedoch nicht mehr besonders auffällig. Er ist bis kurz nach Mitternacht im Westen zu sehen. Jupiter geht bald nach 2:30 Uhr auf und Saturn kurz nach 4:00 Uhr früh. Die Venus kann vielleicht noch kurz vor Sonnenaufgang in der Morgendämmerung gefunden werden. Die ISS kann in dieser Woche noch bei abendlichen Überflügen beobachtet werden. Ebenso kann bei ganz klarem Himmel und an dunklen Orten am Abend ca. eine Stunde nach Sonnenuntergang das Zodiakallicht beobachtet werden.

Am Montag, den 1. April, geht die noch zu 16 Prozent beleuchtete Mondsichel um 6:04 Uhr auf, eine Stunde später geht die Sonne um 7:01 Uhr auf und um 19:58 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt also fast 13 Stunden. Um 21:48 Uhr steigt die ISS im Westen vorbei am Mars und mitten durch die Hyaden auf bis auf 51° Grad Höhe im Süden, wo sie gegen 21:53 Uhr dann im Erdschatten verschwindet.

Am Dienstag, den 2. April, geht bereits in der Morgendämmerung die zu 10 Prozent beleuchtete Mondsichel um 6:27 Uhr auf (bis sie bei uns über die Egge steigt dauert es, je nach Standort, meist noch ein paar Minuten länger). Der Mond steht heute ca. 3° Grad unterhalb der Venus. Am Abend fliegt die ISS zwischen 20:58 Uhr und 21:03 Uhr hoch über unseren Abendhimmel hinweg, u.a. fliegt sie genau zwischen Castor und Pollux, den Hauptsternen der Zwillinge, hindurch. Um 22:35 Uhr ist sie noch einmal kurz beim Durchflug durch das Sternbild Orion zu sehen, bevor sie dann schon im tiefen Westen im Erdschatten unsichtbar wird. Kleinplanet Iris erreicht heute seine Oppositionsstellung und kann die ganze Nacht über zwischen den Sternbildern Rabe und Jungfrau gefunden werden.

Am Mittwoch, den 3. April, fliegt die ISS zwischen 21:44 Uhr und 21:48 Uhr in maximal 31° Grad Höhe über unseren südwestlichen Himmel hinweg.

Am Donnerstag, den 4. April, fliegt die ISS zwischen 20:53 Uhr und 20:59 Uhr in maximal 43° Grad Höhe über den Abendhimmel hinweg.

Am Freitag, den 5. April, kommt es in der Frühe zu Verfinsterungen und Vorübergängen der Jupitermonde, so dass zwischen 4:15 Uhr und 4:27 Uhr nur Jupitermond Kallisto zu sehen ist, doch wer ist mitten in der Woche um diese Zeit schon oder noch wach? Am Abend kann die ISS noch einmal gegen 21:40 Uhr tief im Südwesten in maximal 17° Grad Höhe beobachtet werden. Um 10:51 Uhr ist übrigens exakt Neumond.

Am Samstag, den 6. April, fliegt die ISS zwischen 20:48 Uhr und 20:55 Uhr in maximal 25° Grad Höhe recht tief über den noch relativ hellen Abendhimmel hinweg.

Am Sonntag, den 7. April, ist die ISS nicht mehr bei abendlichen Überflügen zu sehen. Dafür kann heute sicherlich die nur zu 5 Prozent beleuchtete schmale Mondsichel beobachtet werden, die Mondsichel geht um 22:28 Uhr unter. Da der Mond maximale Libration in Breite zeigt, können wir auf seinen Nordpol schauen. Die nächsten Tage schimmert in seinem dunklen Teil noch das Erdlicht. Um 23:21 Uhr gibt es im Nordosten in nur 12° Grad Höhe im Sternbild Schwan, hin zur Leier einen Iridiumflare von -1mag zu sehen.

Freitag, 29. März 2019

29. März: Enge Begegnung von Mond und Saturn


Die enge Begegnung vom Mond und Jupiter konnte bei uns wegen der starken Bewölkung nicht beobachtet werden, heute früh standen dann Mond und Saturn dicht beieinander - und es war klar!

Zunächst ein Übersichtsbild, aus meinem Dachgeschossfenster geschossen:

Mond, Saturn und Jupiter am 29. März 2019 um 4:21 Uhr
Links, etwa in Höhe der Bildmitte erkennt man oberhalb der Straßenbeleuchtung den Mond über kleinen Wölkchen stehen und ganz dicht darüber einen hellen "Stern", das ist Saturn. Der noch etwas hellere Punkt in der rechten Bildhälfte ist der Planet Jupiter. Wenn man auf das Bild klickt und sich dann die größere Ansicht öffnet, kann man noch ein paar weitere, aber nur schwach leuchtende Sterne erkennen. Das Bild entstand mit meiner Canon 5D Mark II bei 24 mm Brennweite, eine Sekunde Belichtungszeit bei f/4 und ISO3200. Die Kamera hatte ich auf dem Fensterrahmen aufgestützt, damit in dieser Sekunde belichtungszeit möglichst nichts verwackelt.

Hier jetzt eine größere Aufnahme, fotografiert durch mein Spektiv:

Mond und Saturn (oben links), fotografiert durch ein Spektiv.
Jetzt kann man auf dem Mond einzelne Krater erkennen und Saturn ist nicht mehr "punktförmig", sondern seine Ringstruktur lässt sich durchaus erahnen. Zu den technischen Daten des Bildes: Zum Einsatz kam ein 400mm Spektiv von Leica mit Zoom-Okular, eingestellt auf 25fache vergrößerung (kleinste Größe) und eine Leica D-LUX5-Pocketkamera mit ISO200, Brennweite 7,5mm und 1/25 Sek. bei f / 2,3. Meine "Standardausrüstung" für schnelle Mondfotografie.

In Südafrika kam es sogar zu einer Bedeckung von Saturn durch den Mond. GrantPetersen, ein Amateurastronom twitterte den folgenden Beitrag:

 


Dienstag, 26. März 2019

26. März: Eine neue Zeitschrift "Astronomie - Das Magazin"


Heute brachte meine Postbotin die langersehnte erste Ausgabe der neuen deutschsprachigen Zeitschrift "Astronomie - Das Magazin".  Mit dem Titelthema "wechselwirkende Galaxien" wird gleich tief in unseren Kosmos hereingegriffen. Mich hat das Heft begeistert.

Die Zeitschrift ist sehr schön sachlich, nüchtern strukturiert und gestaltet. Die einzelnen Artikel kommen nicht reißerisch daher, sondern gefallen zunächst einmal durch eine ruhige Gestaltung. Zwischen den einzelnen Beiträgen  findet auch genügend Weißraum seinen Platz, so dass auch die ausgewählt guten Fotos der Beiträge ihre Wirkung entfalten können.

Das Papier ist hochwertig, das ist wichtig für die Wiedergabe von Details in den Fotos - und es fühlt sich angenehm in der Hand an. Auch so etwas gefällt mir. Zeitschriften müssen sich gut anfühlen, sonst könnte man sie ja auch gleich nur online lesen.

Achtmal im Jahr soll die Zeitschrift erscheinen. Ein mutiges Projekt, so kurz nach der Einstellung von "Abenteuer Astronomie". Hoffentlich kann sie sich am Markt behaupten. In der ersten Ausgabe sind nur wenige Anzeige zu finden. Ob es genügend Abonnenten geben wird? Sicherlich nur, wenn Sie, liebe Leserin oder lieber Leser dieses Blogs auch selbst aktiv werden und ein Abonnement bestellen.

Die Artikel zum Titelthema "Wechselwirkende Galaxien" überzeugen zunächst durch großartige Photos und Zeichnungen von erfahrenen Beobachtern. Doch sie ermuntern auch zum selber Beobachten. Kleine Sternkarten zeigen, wo jetzt am Frühlingshimmel die beschriebenen Objekte zu finden sind.

Auch die anderen Artikel gefallen mir gut. So gibt es einen sehr gut beschriebenen Vergleich von 1 1/4 Zoll Weitwinkel-Okularen, der sich auch nicht scheut, auf Mängel oder Schwachstellen einzelner Okulare hinzuweisen.

Von meinem Sternfreund Bernd Pröschold gibt es einen schönen Artikel zur Milchstrassenfotografie, eine Astrovorschau, die u.a. auf die Opposition des Kleinplaneten Pallas hinweist, Artikel für Sadt- und Fernglasastronomen, eine Software-Vorstellung und vieles mehr. Viele Artikel haben einen echten Nutzwert, so dass aus meiner Sicht ein Abo dieser Zeitschrift wirklich gut angelegtes Geld ist.

Natürlich gibt es auch ein paar Schwächen, gleich im ersten Artikel, in dem sich die Redaktion der Zeitschrift vorstellt, sind mir Rechtschreib- und Grammatikfehler aufgefallen. Doch okay, mir geht es beim Schreiben dieses Blogs ja auch nicht besser. Nur eine Kleinigkeit hat mich wieder einmal geärgert. Steht doch da auf Seite 48 (in einem ansonsten sehr lesenswerten Artikel): "Das den meisten Menschen bekannte Sternmuster ist der Große Wagen (ein Teil des Großen Bären)" Leute: Der offizielle lateinische Namen dieses Sternbilds, festgelegt durch die "Internationale Astronomische Union" (und seit Jahrhunderten so überliefert) lautet "Ursa Major", und das heißt ins Deutsche übersetzt "Die große Bärin"! Denn schon nach alter griechischer Mythologie hat Zeus dort an den Himmel eine Bärin gesetzt und niemals einen Bären.

Ob diese Nachlässigkeit wohl daran liegt, dass die ganze Redaktion nur aus Männern besteht? Und leider unter den Autoren des ersten Heftes auch nur eine Frau zu finden ist?

Aber trotz dieses Mangels, es lohnt sich wirklich sehr, die Macher dieser Zeitschrift zu unterstützen!

Am schnellsten lässt sich das Abonnement über die Webseite des Magazins abschließen:


Ab dem 29. März soll die Zeitschrift auch im gut sortierten Zeitschriftenhandel erhältlich sein. Bei uns in der Region - so hoffe ich - zumindest im Paderborner Bahnhof.

Sonntag, 24. März 2019

25. - 31. März: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der Mond immer mehr in der zweiten Nachthälfte zurück, dabei passiert er im Laufe der Woche dicht an Jupiter und Saturn vorbei. Von den hellen Planeten ist Mars am Abend bis ca. 23:15 Uhr im Westen zu sehen. Mars zieht in dieser Woche an den Plejaden vorbei, wenn man diese Himmelsregion Tag für Tag beobachtet, versteht man schnell, warum die Planeten auch "Wandelsterne" genannt werden. Jupiter geht gegen 2 Uhr auf, Saturn folgt gegen 3:45 Uhr. Die Venus geht gegen 5:30 Uhr auf, was wegen des früheren Sonnenaufgangs aber kaum noch auffällt. Am Sonntag, den 30. März, wird jedoch wieder die Sommerzeit eingeführt, so dass dann Sonnenaufgang und -untergangder Uhrzeit nach eine Stunde  später stattfinden. Die ISS ist diese Woche bei vielen abendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 25. März, geht die Sonne um 6:17 Uhr auf und um 18:45 Uhr unter. Der helle Tag ist also wieder eine knappe halbe Stunde länger als noch vor einer Woche. Der Mond geht heute erst nach Mitternacht auf, er nähert sich Jupiter. Außerdem zeigt er maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht nah am Rand. Zwischen 20:16 Uhr und 20:21 Uhr ist die ISS in maximal 55° Grad Höhe bei ihrem abendlichen Überflug zu sehen.

Am Dienstag, den 26. März, fliegt die ISS zwischen 19:25 Uhr und 19:31 Uhr in maximal 40° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Mittwoch, den 27. März, steht der Mond am Morgen dicht bei Jupiter, er ist noch zu 60 Prozent beleuchtet. Jupiter steht knapp unterhalb des Mondes. Zwischen 20:10 Uhr und 20:15 Uhr fliegt die ISS in maximal 78° Grad Höhe hoch über unseren Abendhimmel hinweg. Um 21:40 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitsminimum.

Am Donnerstag, den 28. März, erreicht der Mond um 5:10 Uhr exakt das Letzte Viertel, er steht etwa auf halber Strecke zwischen Jupiter und Saturn. Um 20:56 Uhr steigt die ISS genau aus dem Westen kommend hoch unseren Himmel hinauf, um 20:59 Uhr und 22 Sekunden fliegt sie exakt über Bad Lippspringe hinweg, um gleich anschließend im Erdschatten zu verschwinden. Im Moment des Überfluges ist sie nur 413 Kilometer von uns entfernt. Kleinplanet Juno (9.7mag) geht heute Abend nur in einer Vollmondbreite Abstand am Stern 18 Orionis (5.5mag) vorüber.

Am Freitag, den 29. März, geht der Mond um 3:22 Uhr auf, er steht heute früh ganz dicht unterhalb von Saturn, der Abstand ist geringer als 1°. Heute Abend fliegt die ISS noch einmal um 20:08 Uhr und 14 Sekunden exakt über Bad Lippspringe hinweg, ab 20:03 Uhr steigt sie aus dem Westen kommend auf und verschwindet um 20:10 Uhr kurz vor Erreichen des Osthorizonts im Erdschatten.

Am Samstag, den 30. März, ist der Mond noch zu 30 Prozent beleuchtet, er geht um 4:03 Uhr auf. Die ISS steigt ab 20:49 Uhr im Westen hoch und verschwindet um 20:54 Uhr in 65° Grad Höhe im Erdschatten. Am Abend kann man bei klarem Himmel Richtung Westen nach Sonnenuntergang dort vielleicht sogar das Zodiakallicht ausmachen. Mars steht heute Abend besonders dicht bei den Plejaden (Abstand ca. 3°). Heute ist auch bundesweiter Astronomietag. In Bad Lippspringe gibt es von 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr eine geführte Wanderung über den Planetenweg. Die Volkssternwarte Paderborn hat daher von 18 bis 22 Uhr geöffnet.

Am Sonntag, den 31. März, beginnt wieder die Sommerzeit in Mitteleuropa. Um 2:00 Uhr werden die Uhren gleich auf 3:00 umgestellt, uns geht also eine Stunde verloren. Morgens ist es dadurch scheinbar länger dunkel, denn die Sonne geht erst wieder um kurz nach 7:00 Uhr auf, abends ist es dafür länger hell, denn sie geht auch erst um 19:56 Uhr unter. Der Mond geht um kurz vor 6 Uhr auf, er ist noch zu 23 Prozent beleuchtet. Zwischen 20:58 Uhr und 21:04 Uhr fliegt die ISS noch einmal in dieser Woche (fast) genau über unsere Stadt hinweg.




Samstag, 23. März 2019

30. März: Astronomietag



Am 30. März wird in hunderten von Veranstaltungen in ganz Deutschland und angrenzenden Ländern der "Astronomietag 2019" begangen.

Hier eine kleine Übersicht über die Veranstaltungen in unserer Region (weitere Informationen unter: http://www.astronomietag.de.)

Bad Lippspringe: Von 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr geführte Wanderung über den Planetenweg in unserer Stadt. Der Planetenweg bietet die faszinierende Gelegenheit, die Weite des Universums auf ungewöhnliche Weise zu erfassen. Im Maßstab 1:1 Milliarde verdeutlicht der Lehrpfad anschaulich die Größenverhältnisse der Himmelskörper und die Entfernungen innerhalb unseres Sonnensystems, das unsere kosmische Heimat darstellt. Auf dem ca. 6 km langen Weg erfahren die Teilnehmer während der Wanderung interessantes über die einzelnen Planeten. Mehr Informationen: http://www.planetenweg-badlippspringe.de/

Paderborn: Die Volkssternwarte Paderborn (Im Schloßpark 13, 33104 Paderborn, Telefon: 05254/932042 Email: mail@vspb.de, Internet: www.vspb.de) öffnet ihre Türen von 18 - 22 Uhr und bietet Jung & Alt Gelegenheit zur Besichtigung. Neben einem Besuch im Observatorium - bei gutem Wetter mit Himmelsbeobachtung - führen Mitarbeiter der Sternwarte auch durch den Ausstellungsbereich. Um 20:00 Uhr lädt zudem Dr. Martin Otte zum Vortrag 'Uns geht ein Licht auf - Sie fragen, wir antworten' ein. Die Sternwarte bietet viele interessante Vorträge aus Astronomie und Physik. Dennoch bleiben sicherlich viele Fragen unbeantwortet, die das Team der Sternwarte oftmals im Rahmen von Besucherführungen gestellt bekommt und die dann bestmöglich beantwortet werden. Erstmals besteht im Rahmen des Astronomietages sozusagen 'offiziell' die Möglichkeit, astronomiebezogene Fragen jedweder Art an Dr. Martin Otte zu richten, die er dann nach bestem Wissen und Gewissen beantworten wird. Es spielt dabei auch keine Rolle, ob sehr fachspezifische oder sehr allgemein gehaltene Themen angesprochen werden. Der Referent freut sich darauf zu erfahren, welche Themen und konkreten Fragestellungen die Besucher der Veranstaltung beschäftigen. Eintritt: 2,50€ Mit Vortrag: 4€ (erm. 3€)

Delbrück: Die Privatsternwarte Boker Heide (Anreppener Str. 32, 33129 Delbrück, Internet: http://www.privatsternwarte.net/) lädt ein von 9:30 bis 11:30 Uhr, zur Beobachtung der Sonne im Weißlicht und H-alpha, Anmeldung erforderlichund natürlich nur bei sonnigem Wetter.

Verl: Das MINT-Technikum (Papendiek 1, 33415 Verl, Telefon: 05246-5030178, E-Mail: info@mint-technikum.de, Internet: www.mint-technikum.de/angebote/workshops/veranstaltung-zum-astronomietag-2019/) lädt ein zu einer Veranstaltung von 19:00 – 22:00 Uhr. In einem Vortrag werden die Möglichkeiten und der Umgang mit dem Planetariumsprogramm Stellarium vermittelt. Bei klarem Himmel werden Himmelsbeobachtungen mit Teleskopen durchgeführt. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Planetariumsgesellschaft OWL statt.

Langenberg: Die MoStLa Mobile Sternwarte Langenberg / Privatsternwarte Michael Buk lädt von 19:00 – 22:00 Uhr ein zur Beobachtung des Langenberger Sternenhimmels mit verschiedenen Teleskopen und Großfernglas für alle Interessierten. Ort: Ehemaliger Minipreis-Parkplatz, Hauptstraße 5 hinter Hotel Otterpohl, 33449 Langenberg, E-Mail: info-mostla@web.de, Internet: www.mostla.de

Dienstag, 19. März 2019

19.3.19: Der Mond heute Abend

Endlich wieder einmal klarer Himmel. Der Mond ist heute Abend zu 97 Prozent beleuchtet. Der fast volle Mond überstrahlt jedoch die meisten Sterne. Und kalt ist es leider auch wieder, die Temperatur ist schon fast wieder auf die Frostgrenze gefallen.

Doch hier ein Foto des Mondes. Diesmal ein gestacktes Bild aus gut 12 Fotos, dadurch wurden nicht nur die noch sichtbaren Kraterwälle am unteren Rand etwas hervorgehoben, sondern auch die Strukturen in der schon fast Vollmondmäßigen Oberfläche besser heraus differenziert:

Mond am 19. März 2019 um 19:30 Uhr

Sonntag, 17. März 2019

18. - 24. März: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche überquert die Sonne den Himmeläquator nach Norden. Wir haben Frühlingsanfang. Am Donnerstag ist Vollmond, die Nächte eignen sich daher kaum zum beobachten lichtschwacher Objekte. Von den hellen Planeten ist die Venus (Aufgang ca. 5:30 Uhr) nur noch kurz vor Sonnenaufgang zu sehen, Saturn geht circa um 4:00 Uhr im Südosten auf und Jupiter sogar schon knapp zwei Stunden früher. Am Abend kann immer noch der Mars bis gegen ca. 23:15 Uhr beobachtet werden. Die Internationale Raumstation (ISS) beginnt am 21. März eine abendliche Sichtbarkeitsperiode.

Am Montag, den 18. März, geht die Sonne um 6:33 Uhr auf und um 18:34 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt länger als 12 Stunden. Am Abend steht der Mond dicht bei Regulus, dem hellsten Stern des Löwen. Um 20 Uhr beträgt der Abstand noch ca. 4° Grad, um Mitternacht sind es nur noch fast 2° Grad. der kürzeste Abstand wird für 3:24 Uhr berechnet, dann sind dies nur noch 1,3° Grad.

Am Dienstag, den 19. März, kommt es um 3:16 Uhr zu einer Sternbedeckung durch den Mond, 34 Leonis (6.4mag) wird vom dunklen Mondrand bedeckt. Um 19 Uhr gibt es in der Sternwarte des Gymnasium Lippstadt, Beckumer Str. 61, 59555 Lippstadt einen Vortrag von Winfried von Ohle (Sternfreunde Soest) unter dem Thema "Der aktuelle Sternenhimmel - eine Reise durch die Nacht".

Am Mittwoch, den 20. März, ist exakt um 22:58 Uhr Frühlingsanfang. Dann überquert die Sonne den Himmeläquator nach Norden. Wenn die Sonne genau über dem Äquator steht, dauert Tag und Nacht genau gleich lang. Warum aber war denn schon am Montag der Tag - genau gerechnet - eine Minute länger? Naja, das liegt einfach genau an der Definition der Zeitangaben. Der Frühlingsanfang ist dadurch definiert, dass genau die Mitte der Sonne den Äquator überquert. Sonnenaufgang haben wir aber, sobald der erste Lichtstrahl der Sonne über den Horizont strahlt, also ihr oberer Rand zu sehen ist - und Sonnenuntergang definieren wir entsprechend, wenn der letzte Sonnenstrahl gerade am Horizont verschwunden ist. Also wenn auch wieder genau der Rand der Sonne nicht mehr zu sehen ist. Hier wird also jedesmal das Ziehen der Sonne, über ihre ganze Scheibe hinweg, dem Tag zugeschlagen. Und das genau macht eben die ein paar zusätzlichen Minuten aus, so dass wir schon am Montag praktisch Tag- und Nachtgleiche haben, obwohl der Frühlingsanfang erst am Mittwoch stattfindet.

Am Donnerstag, den 21. März, haben wir um 2:43 Uhr Vollmond. Moment mal, gestern Frühlingsanfang, heute Vollmond, müsste da nicht am Wochenende schon Ostern sein? Ist Ostern nicht immer am ersten Wochenende nach dem ersten Vollmond nach dem Frühlingsanfang? Nein, nicht immer! Vereinfachend wird angenommen, Frühlingsanfang ist immer am 21. März und das Vollmonddatum wird nach dem "Meton-Zyklus" berechnet - und so kommt es, dass wir in diesem Jahr eine sog. "Oster-Paradoxie" haben und Ostern erst nach dem zweiten Vollmond, also erst a 14. April feiern werden. Der Vollmond geht heute bei uns um 19:15 Uhr auf. Die ISS ist heute Abend ganz kurz um 20:28 Uhr im Südwesten im Großen Hund, unterhalb von Sirius zu sehen.

Am Freitag, den 22. März, fliegt die ISS zwischen 19:36 Uhr und 19:40 Uhr ganz tief im Süden, maximal 13° Grad hoch, über den Abendhimmel. Der immer noch zu 95 Prozent beleuchtete Mond geht um 20:37 Uhr auf. Der Mond zeigt uns in diesen tagen wieder einmal seinen Südpol.

Am Samstag, den 23. März, fliegt die ISS am Abend zwischen 20:22 Uhr und 20:25 Uhr in maximal 34° Grad Höhe, knapp oberhalb von Sirius über den Abendhimmel. Der noch zu 90 Prozent beleuchtete Mond geht um 21:57 Uhr auf. Da er nicht mehr gleich nach Sonnenuntergang leuchtet, besteht vielleicht in den kommenden Abenden die Möglichkeit, das Zodiakallicht im Westen zu sehen.

Am Sonntag, den 24. März, ist die ISS zwischen 19:31 Uhr und 19:36 Uhr am Abendhimmel in maximal 24° Grad Höhe zu sehen. Der zu 82 Prozent beleuchtete Mond geht um 23:14 Uhr auf. Der veränderliche Stern Algol zeigt heute um 23:48 Uhr ein Helligkeitsminimum.