Samstag, 20. Juli 2019

22. - 28. Juli 2019: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche sind erneut zahlreiche Überflüge der ISS zu beobachten. Der Mond nimmt ab und ist nur noch als schmale Sichel am Morgenhimmel zu sehen. Von den hellen Planeten ist Jupiter bis gegen 2:00 Uhr im Südwesten zu sehen, Saturn geht gegen 4:00 Uhr unter. In der zweiten Nachthälfte können dann auch die Fernrohr-Planeten Neptun (ab ca. 23:30 Uhr) und Uranus (ab ca. 1:00) beobachtet werden.

Am Montag, den 22. Juli, geht die Sonne um 5:32 Uhr auf und um 21:29 Uhr unter, das sind jetzt schon 17 Minuten weniger als noch vor einer Woche. Um 23:03 Uhr fliegt die ISS in 84° Grad Höhe hoch im Zenit über unsere Stadt hinweg. Vorher steigt sie ca. 4 Minuten aus dem Westen kommend auf und verschwindet ca. 4 Minuten später im Osten. Der Mond geht kurz nach Mitternacht, also am Dienstag, um 0:06 Uhr auf.

Am Dienstag, den 23. Juli, ist die ISS am Morgen um 0:40 Uhr und um 2:13 Uhr zu sehen. Am Abend ist die ISS um 22:14 Uhr und um 23:50 Uhr zu sehen.  Heute Nacht sinkt die Sonne wieder 18° Grad unter den Horizont, so dass es dann "astronomisch" dunkel wird. Dienstag früh zwar nur für zehn Minuten, in der Nacht zum Mittwoch dann schon für 53 Minuten. Wegen der Sommerzeit und unserer westlichen Lage gegenüber dem Mittelpunkt unserer Zeitzone steht bei uns gegen 1:30 Uhr die Sonne jeweils am tiefsten, also genau in nördlicher Richtung, unter dem Horizont.

Am Mittwoch, den 24. Juli,  kann die ISS um 1:25 Uhr in 24° Grad Höhe beobachtet werden. Der zu ca. 60 Prozent beleuchtete Mond geht um 0:23 Uhr auf, er zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auch seinen Nordpol sehen können. Am Abend um 23:01 Uhr fliegt die ISS exakt über unsere Stadt hinweg.

Am Donnerstag, den 25. Juli, fliegt die ISS um 0:35 Uhr in 49° Grad Höhe über unseren Südhimmel hinweg. Um 3:18 Uhr erreicht der Mond exakt das Letzte Viertel, er ist zuvor um 0:42 Uhr aufgegangen. Um 4:32 Uhr soll es noch einmal einen Iridiumflare von -0,2 mag im Osten (Azimut 100°) in 34° Grad Höhe geben. Am Abend ist die ISS um 22:12 Uhr erneut exakt über unserer Stadt zu sehen. Um 23:48 Uhr erreicht sie noch einmal eine Höhe von 64° Grad über dem Horizont.

Am Freitag, den 26. Juli,  fliegt die ISS um 1:29 Uhr sehr flach über unseren Horizont hinweg (maximale Höhe 12° Grad). Um 22:59 Uhr fliegt die ISS mit 79° Grad Höhe hoch über unseren Südhimmel hinweg.

Am Samstag, den 27. Juli, fliegt die ISS um 0:34 Uhr in 25° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Der  Mond geht um 1:26 Uhr auf, er ist zu 30 Prozent beleuchtet. Er zeigt starke Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht weit ab vom Rand. Am Abend um 22:10 Uhr fliegt die ISS mit 87° Grad Höhe fast genau durch den Zenit. Um 23:46 Uhr erreicht die ISS beim Überflug noch knapp 40° Grad Höhe.

Am Sonntag, den 28. Juli,  steht in der Frühe der Mond nur 2 Grad von Aldebaran im Stier entfernt. Am Abend erreicht die ISS beim Überflug um 22:57 Uhr eine Höhe von 53° Grad über dem Horizont.

Mittwoch, 17. Juli 2019

16. Juli 2019: Mondfinsternis


Am Dienstag, den 16. Juli 2019, gab es eine partielle Mondfinsternis. Trotz intensiver Bewölkung gelangen mir ein paar Fotos. Hier erste Eindrücke. Dieser Beitrag wird in den nächsten Tagen überarbeitet.

Das erste Bild, erkennen Sie den Mond im Dunst?
Mit Tele ist es einfacher...

 Bilder mit dem Spektiv:




Sonntag, 14. Juli 2019

15. - 21. Juli 2019: Der Himmel über Bad Lippspringe


Dies wird eine tolle astronomische Woche mit einer Mondfinsternis, vielen Überflügen der ISS und dem 50-jährigen Jubiläum der Mondlandung.

Von den großen Planeten sind Jupiter, bei Einbruch der Dunkelheit im Süden bis gegen 2:00 Uhr und Saturn, zu Beginn im Südosten und dann fast die ganze Nacht hindurch, gut zu beobachten. Iridiumflares soll es diese Woche nicht geben.

Am Montag, den 15. Juli, fliegt die ISS zweimal am Morgen über den Nachthimmel hinweg: um 0:48 Uhr im Südosten, und um 2:24 Uhr fast direkt durch den Zenit, also genau über unser Stadt hinweg. Abends taucht sie dann um 23:58 Uhr im Süden erneut aus dem Erdschatten heraus, um in knapp vier Minuten nach Osten der Sonne entgegen zu fliegen. Die Sonne geht um 5:23 Uhr auf und um 21:37 Uhr unter, der helle Tag ist also eine Viertelstunde kürzer als noch vor einer Woche.

Am Dienstag, den 16. Juli, fliegt die ISS um 1:34 Uhr und um 3:11 Uhr jeweils in maximal 80° Grad Höhe über unseren Nachthimmel hinweg, beide Male fliegt sie dabei ganz knapp an der Wega, dem hellsten Stern der Leier vorüber. Am Abend ist die ISS dann zwischen 23:06 Uhr und 23:13 Uhr in maximal 20° Grad Höhe über dem Horizont zu sehen, diesmal begegnet sie dabei Jupiter auf ihrer Bahn. Sie fliegt jedoch deutlich oberhalb des verfinsterten Monds über den Horizont hinweg. Der volle Mond geht heute um 21:31 Uhr auf. Um ca. 22:00 Uhr tritt er in den Kernschatten ein, um 23:30 Uhr erreicht die Verfinsterung ihren Höhepunkt, dann sind etwa zwei Drittel des Mondes verfinstert. Bei klarem Blick zum Südost-Horizont sollte diesmal der Mond also viel schneller zu sehen sein als im vergangenen Jahr. Die  Verfinsterung endet kurz vor 1:00 Uhr am Mittwoch.

Am Mittwoch, den 17. Juli, ist die ISS insgesamt fünfmal zu sehen. Ihre Überflüge finden um 0:45 Uhr in maximal 67° Grad Höhe statt, um 2:22 Uhr fliegt sie mit 88° Grad Höhe wieder einmal fast exakt über unsere Stadt hinweg, um 3:58 Uhr erreicht sie nur eine Höhe von ca. 42° Grad über dem Horizont. Zwischen 22:18 Uhr und 22:23 Uhr fliegt die ISS nur flach unterhalb von Jupiter, aber oberhalb von Saturn über unseren Abendhimmel, zwischen 23:53 Uhr und Mitternacht fliegt sie dann noch ein letztes Mal in maximal 52° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Ab 22:10 Uhr wandert Jupitermond Ganymed vor dem Planeten vorüber, bis gegen 0:26 am Donnerstag, Ganymeds Schatten wandert jedoch erst ab 1:28 Uhr (Donnerstag) über den Planeten.

Am Donnerstag, den 18. Juli, fliegt die ISS um 1:32 und 55 Sekunden ganz exakt über Bad Lippspringe hinweg, um 3:09 Uhr erreicht sie eine Höhe von 56° Grad und am Abend zwischen 23:04 Uhr und 23:12 Uhr noch einmal eine Höhe von 38° Grad über dem Horizont. Der Mond geht am Abend um 22:42 Uhr auf, er ist immer noch zu 96 Prozent beleuchtet.

Am Freitag, den 19. Juli, ist die ISS wieder fünfmal bei ihren Überflügen zu sehen. Um 0:43 Uhr fliegt sie in 86° Grad Höhe fast genau über unsere Stadt hinweg, um 2:20 Uhr erreicht sie noch 71° Grad Höhe und um 3:56 Uhr immerhin noch 24° Grad Höhe, dabei fliegt sie knapp oberhalb des Mondes vorüber. Am Abend um 22:17 erreicht sie beim Überflug 28° Grad Höhe und beim Überflug gegen 23:54 Uhr dann erneut 77° Grad Höhe. Der Mond geht heute um 23:07 Uhr auf.

Am Samstag, den 20. Juli, fliegt die ISS um 1:30 Uhr in 83° Grad Höhe über uns hinweg, und um 3:07 Uhr nur noch 33° Grad Höhe, oberhalb des Mondes wird dann die ISS vom Erdschatten verschluckt. Abends ist die ISS um 23:04 Uhr dann in 64° Grad Höhe am Himmel zu sehen. Der Mond geht heute um 23:29 Uhr auf, er ist dann zu 86 Prozent beleuchtet. Um 22:17 Uhr können Sie mit einem Glas Sekt auf das 50-jährige Jubiläum der Mondlandung anstoßen. Vor genau 50 Jahren meldete Neil Armstong: “Houston, Tranquility Base here. The Eagle has landed!”.

Am Sonntag, den 21. Juli, fliegt die ISS um 0:41 Uhr ein weiteres Mal genau über unsere Stadt hinweg. Um 2:17 Uhr erreicht sie beim Überflug eine Höhe von 39° Grad. Vor fünfzig Jahren um 4:56 Uhr sprach dann Neil Armstrong den berühmten Satz: “That’s one small step for ‹a› man, one giant leap for mankind!” und begann als erster Mensch auf dem Mond zu gehen. Am Abend um 22:15 Uhr erreicht sie beim Überflug eine Höhe von 48° Grad und beim Überflug um 23:52 Uhr fliegt sie zum zweiten Mal heute genau über Bad Lippspringe hinweg, also genau durch unseren Zenit.

Samstag, 6. Juli 2019

8. - 14. Juli: Der Himmel über Bad Lippspringe

Noch sind die Nächte kurz. trotzdem lohnt sich ein Blick zum Himmel in der Nacht. Der zunehmende Mond ist jeden Abend am Himmel zu sehen.In dieser Woche ist die ISS (Internationale Raumstation) bei morgendlichen Überflügen zu sehen. Von den großen Planeten leuchtet Jupiter am Abend auffällig im Süden, gegen 3 Uhr geht Jupiter im Südwesten unter. Saturn ist ebenfalls die ganze Nacht zu sehen, am Abends zunächst im Südosten

Am Montag, den 8. Juli, fliegt die ISS zwischen 3:18 Uhr und 3:24 Uhr in maximal 36° Grad Höhe über unseren Nachthimmel. Die Sonne geht um 5:16 Uhr auf und um 21:43 Uhr unter, gegenüber letzter Woche hat sich die Länge der Nacht nur unwesentlich vergrößert. Da die Sonne nur maximal 16° Grad unter den Horizont sinkt, wird es ohnehin nicht "astronomisch dunkel".

Am Dienstag, den 9. Juli, fliegt die ISS zwischen 4:04 Uhr und 4:12 Uhr in maximal 70° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Heute steht Planet Saturn in Opposition zur Sonne. Um 12:55 Uhr erreicht der Mond das Erste Viertel, steht dann jedoch bei uns unter dem Horizont. Er zeigt uns heute auch seinen Südpol.

Am Mittwoch, den 10. Juli, fliegt die ISS zwischen 3:16 Uhr und 3:24 Uhr in maximal 60° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg

Am Donnerstag, den 11. Juli, fliegt die ISS zwischen 4:01 Uhr und 4:10 Uhr fast exakt über unsere Stadt hinweg.

Am Freitag, den 12. Juli,  fliegt die ISS zwischen 3:12 Uhr und 3:19 Uhr in maximal 83° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Um 3:50 Uhr und 46 Sekunden kommt es im Sternbild Pegasus noch einmal zu einem jedoch nur 1mag hellen Iridiumflare. Am Abend ist beim Mond der "Goldene Henkel" zu sehen.

Am Samstag, den 13. Juli, ist die ISS gleich drei mal zu sehen, das erste Mal um 0:52 Uhr im Osten, das zweite Mal zwischen 2:25 Uhr und 2:32 Uhr in maximal 71° Grad Höhe und beim dritten Mal zwischen 3:39 Uhr und 4:08 Uhr beim Überflug in 86° Grad Höhe, also erneut fast genau über unserer Stadt durch den Zenit. Um 0:52 Uhr zeigt auch der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitsminimum.Am Abend steht der zu 90 Prozent beleuchtete Mond heute dicht oberhalb von Jupiter.

Am Sonntag, den 14. Juli, fliegt die ISS zwischen 3:10 Uhr und 3:18 Uhr ganz exakt durch den Zenit, also direkt übe unserer Stadt hinweg. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass heute auch der Zwergplanet Pluto seine Oppositionsstellung erreicht, Pluto ist jedoch nur in größeren Teleskopen zu sehen.




Sonntag, 30. Juni 2019

1. - 7. Juli: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche ist zunächst Neumond, danach erscheint langsam wieder die zunehmende Mondsichel am Abendhimmel. Die ISS (Internationale Raumstation) ist in der zweiten Wochenhälfte bei morgendlichen Überflügen zu sehen. Von den hellen Planeten steht Jupiter Abends im Süden, Saturn geht bald nach Sonnenuntergang im Südosten auf. Jupiter ist bis ca. 3:15 Uhr zu sehen, Saturn die ganze Nacht. Da der helle Mond in diesen Nächten noch nicht zu sehr stört, kann man von dunklen Orten aus auch gut die Milchstraße sehen. Das Milchstraßenzentrum im Sternbild Schütze  steht in der Nacht ungefähr in Richtung Süden zwischen den beiden hellen Planeten Jupiter und Saturn.

Am Montag, den 1. Juli, geht die Sonne um 5:10 Uhr auf und um 21:47 Uhr unter. Bei nur vier Minuten Unterschied in der Tageslänge ist praktisch noch nicht zu merken, dass die Tage wieder kürzer werden.

Am Dienstag, den 2. Juli, ist exakt um 21:16 Uhr Neumond. In Chile und Argentinien kommt es zu einer totalen Sonnenfinsternis. Vielleicht gibt es dafür ja im Internet eine Liveübertragung. Bis ca. 0:26 am Mittwoch kann bei Jupiter am Abend der Schatten von Europa auf der Planetenscheibe beobachtet werden.

Am Mittwoch, den 3. Juli, ist die ISS erstmalig wieder bei einem morgendlichen Überflug zu sehen. Zwischen 4:12 Uhr und 4:16 Uhr ist sie im Südosten zu sehen, allerdings nur in maximal 15° Grad Höhe.

Am Donnerstag, den 4. Juli, heute ist wahrscheinlich die schmale, nur zu 6 Prozent beleuchtete Mondsichel, am Abendhimmel im Nordwesten wieder zu sehen. Sie geht um 23:15 Uhr unter. heute Abend wird im Heinz-Nixdorf-Museum eine Ausstellung zur Raumfahrt eröffnet.

Am Freitag, den 5. Juli, ist der Mond am Abend zu 13 Prozent beleuchtet, er geht um 23:52 Uhr unter. Am Morgen ist die ISS zwischen 4:08 Uhr, wo sie in der Nähe von Saturn aus dem Erdschatten auftaucht bis 4:14 Uhr im Südosten in maximal 28° Grad Höhe zu sehen. Heute ist übrigen die Erde auf ihrer elliptischen Bahn um die Sonne am weitesten in diesem Jahr von dieser entfernt.

Am Samstag, den 6. Juli, ist die ISS gegen 3:20 Uhr kurz in 20° Grad Höhe im Südosten zu sehen.. Am Abend geht die zu ca. 22 Prozent beleuchtete Mondsichel erst kurz nach Mitternacht (also schon am Sonntag) unter. Von 22:28 Uhr bis 0:39 Uhr wandert Io vor der Jupiterscheibe vorüber, Ios Schatten fällt dabei von 23:05 Uhr bis 1:17 Uhr auf den Planeten.

Am Sonntag, den 7. Juli, ist die ISS zwischen 4:05 Uhr und 4:13 Uhr in maximal 48° Grad Höhe am Morgenhimmel zu sehen. Um 4:05 Uhr soll es im Südosten (Azimut 108° Grad, Höhe 40° Grad) auch noch einmal einen Iridiumflare, allerdings nur von 0mag Helligkeit, geben.





Freitag, 28. Juni 2019

Ab 5. Juli: Aufbruch ins All - Weltraum erleben


Ab Freitag, dem 5. Juli 2019, ist im Heinz-Nixdorf-MuseumsForum in Paderborn eine neue Ausstellung zu sehen:

Aufbruch ins All - Raumfahrt erleben


Die Ausstellung läuft bis zum 5. Januar 2020 und wurde vom HNF in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt. Auf der Webseite des HNF heisst es zur Ausstellung:

50 Jahre nachdem Neil Armstrong und Buzz Aldrin den Mond betraten, widmet sich diese große Ausstellung der Eroberung des Weltraums. Auf 800 Quadratmetern offenbart sich eine beeindruckende Kulisse aus Dunkelheit, Planeten und Raumfahrzeugen. Neben historisch-technischen Exponaten wie Robotern, Triebwerken oder Steuer-Modulen illustrieren zahlreiche Modelle von Raketen oder der Weltraumstation ISS anschaulich den Weg des Menschen in den Kosmos.

Auch die Volkssternwarte Paderborn hat zur Ausstellung einen kleinen Beitrag geleistet und wird mit mehreren Fernrohren zur langen Space Night am 31. August vor Ort sein.

Eine Reihe weiterer Veranstaltungen gibt es in einem Zusatzprogramm zur Ausstellung.

Die Ausstellung wird am 4. Juli im HNF feierlich eröffnet. Hier gibt es weitere Information (Preise, Schließungszeiten usw.) für einen Besuch.

"Aufbruch ins All" - ab 5. Juli im Heinz Nixdorf Museum

Mittwoch, 26. Juni 2019

26. Juni: Abendrot und Jupiter

Heute hat es sich sich zum Abend hin doch etwas abgekühlt, kein Vergleich mehr zur Hitze am Tag. und endlich war der Himmel auch wieder recht transparent, es waren praktisch keine Cirren meh am Himmel wie in den letzten Tagen.

Zunächst beeindruckte mich nach Sonnenuntergang ein schönes Abendrot. Dies wurde sicherlich nicht zuletzt auch durch den Saharastaub beeinflusst:

Blickrichtung Nordwest, wo kurz vorher die Sonne untergegangen ist...
 Danach war dann auch schon shnell Jupiter im Süden zu sehen. Hier ein Spektivfoto mit seinen vier galiläischen Monden:

Jupiter mit seinen Monden, das sind von links nach rechts: Ganymed (oben), Io (unten), Europa und Kallisto.
Ein etwas kürzer belichtetes Foto zeigt keine Jupitermonde mehr, aber dafür kann man sogar Details auf seiner Oberfläche erkennen, wie z.B. die großen Streifen:


Jupiter am 26. Juni gegen 23 Uhr.



Sonntag, 23. Juni 2019

24. - 30. Juni: Der Himmel über Bad Lippspringe

Mit dieser Woche endet das erste Halbjahr 2019. Letzte Woche hatten wir Sommeranfang, ab jetzt werden die Nächte wieder länger. Doch das geschieht zunächst nur ganz langsam, zum Ende der Woche hin sind dies ganze drei Minuten. Der abnehmende Mond ist nur noch in den frühen Morgenstunden zu sehen. Die Abendsichtbarkeitsperiode von Merkur geht zu Ende. Jupiter ist am Abendhimmel zunächst im Südosten zu sehen, gegen 4:00 Uhr geht er im Südwesten unter. Saturn nähert sich seiner Opposition, er geht gegen 22:30 Uhr im Südosten auf. Die ISS ist in dieser Woche bei nächtlichen Überflügen nicht zu sehen.

Am Montag, den 24. Juni, geht die Sonne um 5:06 Uhr auf und um 21:47 Uhr unter. Der Mond geht um 1:24 Uhr auf.

Am Dienstag, den 25. Juni, geht der Mond um 1:43 Uhr auf, um 11:46 Uhr erreicht er exakt das Letzte Viertel. Um 3:09 Uhr endet die Bedeckung des Stern 33 Piscium (4,7mag), dieser Stern taucht dann plötzlich hinter dem dunklen Mondrand wieder auf. Heute ist übrigens der späteste Sonnenuntergang des Jahres, um 21h:47.9m. Da die Sonne heute aber knapp zwei Minuten später aufgeht als am 21. Juni ist es trotzdem nicht der längste Tag des Jahres.

Am Mittwoch, den 26. Juni, geht der Mond exakt um 2:00 Uhr auf, er zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Nordpol schauen können. Um 4:33 Uhr endet die Bedeckung von 20 Ceti (4,9mag), dann taucht dieser Stern am dunklen Mondrand wieder auf.

Am Donnerstag, den 27. Juni, ist um 2:18 Uhr Mondaufgang, er ist jetzt noch zu gut einem Drittel beleuchtet.

Am Freitag, den 28. Juni, zeigt der Mond in der Frühe große Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht fernab vom Mondrand. Um 23:23 Uhr beginnt bei Jupiter eine Bedeckung von Mond Io.

Am Samstag, den 29. Juni, geht die nur noch zu 16 Prozent beleuchtete Mondsichel exakt um 3:00 Uhr auf. Am Abend endet um 22:54 Uhr ein Durchgang von Io vor der Planetenscheibe, der Schatten Ios wandert noch bis 23:22 Uhr über den Planeten. Da der Mond erst spät aufgeht, eignet sich dieses Wochenende durchaus zur Beobachtung der Sommermilchstrasse, allerdings sinkt die Sonne nur maximal 15° Grad unter den Horizont, so dass es noch gar nicht astronomisch dunkel wird.

Am Sonntag, den 30. Juni, ist um 3:27 Uhr Mondaufgang, er nähert sich jetzt den Hyaden im Stier. Bei Jupiter steht am Abend Mond Europa auf der westlichen, die Monde Io, Ganymed und Kallisto auf der östlichen Seite.





Dienstag, 18. Juni 2019

Leuchtende Nachtwolken am 17. Juni

Am Abend des 17. Juni gab es wieder leuchtende Nachtwolken (NLC) zu sehen, diesmal waren sie nicht nur hell, sondern sehr großflächig über den Himmel verteilt. Sie waren sogar über Süddeutschland gut sichtbar. Im Norden Deutschlands musste man sogar in südliche Richtungen schauen. Das tatsächliche Wolkenfeld muss sich also tatsächlich auch über Deutschland selbst befunden haben und nicht nur über Skandinavien, wo sich diese NLC gewöhnlich bilden und aufhalten.

Hier ein paar Bilder:

Esrstes Bild von 23:03 Uhr, Canon 5D Mark2, 24mm, 4,0sec bei f/4.0

Ein Panorama zeigt, dass sich das Wolkenfeld weit von Westen (Baum links) bis über Ostnordost (Baum rechts) ausdehnt.

Etwas stärker hineingezoomt: 23:07 MESZ, 105mm, 2,0sec bei f/4.0, ISO200

Wie schnell die Wolken sich dabei bewegen, zeigen die folgenden Bilder. Achten Sie mal auf den kleinen Stern unterhalb der hellen Wolken und versuchen sie die Bilder schnell hintereinander laufen zu lassen:

21h 08m 04s

21h 08m 30s

21h 08m 47s

21h 09m 02s

21h 09m 18s
Deutlich sieht man, wie die Strukturen von rechts nach links ziehen, während der Stern leicht von links nach rechts unten wandert,  Vielleicht schaffe ich es irgendwann noch, daraus eine kleine Animation zu erstellen, doch heute fehlt mir die Zeit dafür.

Stattdessen hier noch schnell ein Foto vom gleichen Abend, in südliche Richtung aufgenommen: Jupiter leuchtet auffällig und der Mond geht gerade im Südosten auf:

Mond und Jupiter um 23:12 MESZ

Sonntag, 16. Juni 2019

17. - 23. Juni: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir die kürzesten Nächte des Jahres, Sommeranfang, außerdem Vollmond. Es wird also nicht wirklich richtig dunkel in den Nächten. Doch wenn das Wetter mitspielt, wollen wir auch diese Nächte und Tage genießen! Von den hellen Planeten kann mit Glück bald nach Sonnenuntergang Merkur im Nordwesten gefunden werden, kurz nach 23 Uhr geht er jedoch ebenfalls unter. Jupiter ist kurz nach seiner Opposition in der letzten Woche praktisch die ganze Nacht über zu beobachten. Saturn geht gegen 23 Uhr im Südosten auf. Neptun kann ab etwa 2:00 Uhr ebenfalls im Südosten beobachtet werden. Die ISS oder Iridiumflares sind in dieser Woche nicht zu beobachten.

Am Montag, den 17. Juni, geht die Sonne um 5:05 Uhr auf und um 21:46 Uhr unter. Um 10:31 Uhr erreicht der Mond seine exakte Vollmondposition, dann steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. In der Vollmondnacht zum Montag steht er dicht bei Jupiter in maximal 16° Grad Höhe.

Am Dienstag, den 18. Juni, steht am Abend Merkur (0,3mag hell) nur 0,2° nördlich vom Mars (1,8mag), das ist weniger als ein Vollmonddurchmesser. heute Abend geht der noch zu 98 Prozent beleuchtete Mond um 22:49 Uhr auf, er pirscht sich in der Nacht an Saturn heran. Heute früh haben wir übrigens den frühesten Sonnenaufgang des Jahres! Wie auch zur Wintersonnenwende fallen frühester Sonnenaufgang oder spätester Sonnenuntergang nicht mit dem längsten Tag zusammen, sondern das kann sich um wenige Tage unterscheiden.

Am Mittwoch, den 19. Juni, steht am frühen Morgen der Mond nur 1,8° Grad südlich von Saturn. Am Abend und in der Nacht kann man beobachten, wie der Jupitermond Kallisto knapp oberhalb an Jupiter vorüber wandert. Der jetzt abnehmende Mond ist noch zu 94 Prozent beleuchtet und geht kurz vor Mitternacht auf.

Am Donnerstag, den 20. Juni, Fronleichnam, stehen in der Frühe alle vier galiläischen Monde auf der westlichen (rechten) Seite von Jupiter. Io wird ab 3:13 Uhr bedeckt. Der Mond geht erst nach Mitternacht (um 0:11 Uhr) auf und ist dann noch zu 88 Prozent beleuchtet.

Am Freitag, den 21. Juni, beginnt um 0:32 ein Vorübergang von Io vor der Jupiterscheibe (bis 2:43 Uhr), ab 0:47 Uhr wandert auch Ios Schatten über den Planeten (bis 2:59 Uhr). Heute ist exakt um 17:54 Uhr Sommeranfang, zu diesem Zeitpunkt erreicht die Sonne den "nördlichen Wendekreis". Sie erreicht (im Zenit) ihre nördlichste Stellung bei etwa 23° 26', also zum Beispiel über der Sahara. Von jetzt an wandert sie langsam wieder Richtung Süden, die Nächte bei uns werden wieder länger. Gegenüber Montag haben sich Sonnenauf- und untergangszeiten jedoch noch nicht wahrnehmbar geändert.

Am Samstag, den 22. Juni, stehen am Abend alle vier Jupitermonde auf der gleichen westlichen (linken) Seite, Ganymed und Io stehen zunächst sehr eng nebeneinander am Jupiterrand. Um 22:31 Uhr beginnt eine Bedeckung von Ganymed durch den Planeten. Kleinplanet Herculina (10,6mag) geht in nur 16' Bogenminuten Abstand an 41 Leo Minoris (5,0mag) vorüber.

Am Sonntag, den 23. Juni, geht der immer noch zu 72 Prozent beleuchtete Mond um 1:06 Uhr auf. Ganymed taucht um 1:56 Uhr aus seiner Verfinsterung wieder auf. Am Abend stehen dann bei Jupiter zwei Monde rechts, zwei Monde links.

Donnerstag, 13. Juni 2019

12. Juni: Leuchtende Nachtwolken am Abendhimmel

Als ich am Mittwoch gegen 23 Uhr aus Paderborn kommend nach Hause fuhr, fielen mir am Himmel im Nordwesten hell leuchtende Wolken auf. Ein schneller Blick in das Internet klärte mich auf: heute waren tatsächlich schon am frühen Abend selbst in Süddeutschland sichtbare "leuchtende Nachtwolken" aufgetaucht.

In der Wikipedia kann man über diese Erscheinung folgendes lesen:  "Leuchtende Nachtwolken (Abk. NLC von engl. noctilucent clouds) sind Ansammlungen von Eiskristallen oberhalb der Mesosphäre in der Mesopause. Dort wird das absolute Temperaturminimum der Erdatmosphäre erreicht. Sie erscheinen in einer Höhe von 81 bis 85 km – im Gegensatz zu den Wolkenformen der Troposphäre, die maximal eine Höhe von 13 km erreichen. Die meisten Sichtungen in Mitteleuropa gibt es von Anfang Juni bis Ende Juli (also in den Monaten um die Sommersonnenwende) in der Dämmerung Richtung Norden als leuchtende faserige Wolken und sind nicht mit den polaren Stratosphärenwolken zu verwechseln." 

Der Ursprung dieser Wolken ist übrigens noch nicht endgültig geklärt, weil sie im Vergleich zu den normalen "irdischen Wolken" viel zu hoch über der Erde stehen. Es sind also wirklich keine "Cirrus-Wolken", wie mancher auf den ersten Blick hin denken mag. Zu sehen sind sie nur in klaren Sommernächten, und auch das nicht immer. In diesem Jahr wurden sie jedoch schon relativ früh und häufig beobachtet. Mit diesen NLCs verhält es sich manchmal ähnlich wie mit den Polarlichtern, um sie gut sehen zu können, ist ein möglichst nördlicher Standpunkt vorteilhaft. Natürlich muss es noch dunkel genug werden, um sie erkennen zu können.

Leider zogen bei uns auch immer wieder normale Wolken durch, so dass mir hier keine besonders schönen Bilder gelungen sind. Wer diese sucht, sollte mal in das spezielle NLC-Forum schauen.

NLC am 12.6.19 um 23:15 MESZ, Richtung Nordwest, Canon 5DM2, 0,5sec, f/4.0, 28mm, ISO3200
Wie stark bewölkt der Himmel war, zeigt die folgende Aufnahme, die keine NLCs zeigt, sondern ganz normale Wolken, die vom Mond hell angeleuchtet werden:

23:42 MESZ, Canon 5DM2, 4sec, f/1.8, 20mm, ISO400
Je später es wurde, desto tiefer schienen die NLCs am Horizont zu sinken, so dass die Fotos aus meinem Garten heraus schwieriger wurden. Man kann aber die breite Ausdehnung der NLCs von Richtung Nordwest ( etwa die Richtung des beleuchteten Fensters) bis nach Norden hin (ganz am rechten Bildrand) erkennen. In der Großansicht des Bildes kann man auch noch gut Kastor und Pollux erkennen, die Hauptsterne der Zwillinge, etwas links von der Bildmitte, die sich in etwa 8° Grad bzw. 6° Grad Höhe über dem Horizont befinden.

23:47 MESZ, Canon 5DM2, 1sec, f/1.8, 20mm, ISO400
Meine Schwägerin schickte mir über whatsapp kurz nach Mitternacht das folgende Bild von der Insel Amrum. Hier waren die NLC besonders schön zu sehen:

Leuchtende Nachtwolken vom gleichen Abend, fotografiert auf der Insel Amrum.
Und weitere schöne Bilder gibt es, wie gesagt, im NLC-Forum.

Sonntag, 9. Juni 2019

10. - 16. Juni: Der Himmel über Bad Lippspringe

Die Tage sind lang, die Nächte kurz - und bleiben durch die nur wenig unter dem Horizont stehende Sonne und den zunehmenden Mond auch recht hell. Von den Planeten sind gleich nach Sonnenuntergang Merkur und Mars zu sehen. Jupiter steht diese Woche in Opposition zur Sonne, geht also bei Sonnenuntergang auf und bei Sonnenaufgang unter. Saturn geht kurz vor Mitternacht auf. Die Internationale Raumstation ist zur Zeit nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen. Ebenso ist kein Iridiumflare mehr vorher gesagt.

Am Pfingstmontag, den 10. Juni, geht die Sonne um 5:07 Uhr auf und um 21:42 Uhr unter, sie sinkt nur noch 15° Grad unter den Horizont, so dass es Richtung Norden auch in der Nacht immer ein bisschen dämmerig bleibt. Jupiter steht heute genau in Opposition zur Sonne, er steigt im Sternbild Schlangenträger (zwischen Skorpion und Schütze) nachts nicht sehr hoch über den Horizont, aber die Beobachtung seiner Monde ist trotzdem lohnenswert. Unser Mond erreicht um 7:59 Uhr das Erste Vierttel, steht dann jedoch unter dem Horizont, am Abend um 22:15 ist er bereits zu 57 Prozent beleuchtet.

Am Dienstag, den 11. Juni, können Sie bei klarer Sicht Richtung Nordwesten nach Sonnenuntergang mal nach Merkur und Mars Ausschau halten. In den nächsten Tagen wird sich der helle Merkur (-0,3mag) immer dichter an Mars (1,8mag) annähern.

Am Mittwoch, den 12. Juni, zeigt der Mond maximale Libration in Breite, diesmal wird sein Südpol sichtbar. Mittwoch früh gegen 2:00 Uhr stehen die Jupitermonde Ganymed, Kallisto und Io eng beieinander, ab 4:22 Uhr zieht Io vor der Jupiterscheibe vorüber, auch sein Schatten wandert dann über den Planeten.

Am Donnerstag, den 13. Juni, bedeckt der Mond um 1:52 Uhr einen kleinen Stern von 6,9mag. Der Mond selbst ist bereits zu 79 Prozent beleuchtet. Am Abend beginnt um 22:48 Uhr ein Durchgang von Io vor der Jupiterscheibe, Ios Schatten wandert ab 22:52 Uhr über die Planetenscheibe. Der Durchgang endet gegen 1:00 Uhr am Freitag.

Am Freitag, den 14. Juni, geht am Abend Jupiter zunächst nur mit drei Monden auf, um 22:11 Uhr endet dann eine Verfinsterung von Io

Am Samstag, den 15. Juni, findet in der frühe ab ca. 3:20 Uhr ein Durchgang mit Schattenvorübergang von Europa beim Jupiter statt. Der Mond zeigt maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht weitab vom Mondrand.

Am Sonntag, den 16. Juni,beginnt am Abend die kürzeste Vollmondnacht des Jahres. Der Mond steht dabei nur 1,5° Grad entfernt von Jupiter. Ab 22:20 bedeckt die Planetenscheibe von Jupiter den Mond Europa, so dass Jupiter scheinbar nur drei Monde hat in dieser Nacht.

Freitag, 7. Juni 2019

5. Juni: Mondsichel abends im Nordwesten, Jupiter im Südosten

In diesen Tagen zeigt sich am Abend im Nordwesten eine schmale Mondsichel. Leider meistens auch bgleitet von dichten Wolken. Ich hatte gehofft, in der Dämmerung viellecht auch noch Merkur und Mars zu sichten, das ist mir bislang jedoch nicht gelungen.

Hier ein kleines Bild vom Mittwochabend, da war der Mond zu 7 Prozent beleuchtet:

Mondsichel am 5. Juni nach 22 Uhr im Nordwesten.
Hier ein Bild der schmalen Sichel durch mein Teleskop:

Mondsichel, zu 7 Prozent beleuchtet


Etwas später klarte es dann doch noch auf, so dass ich kurz nach Mitternacht dieses Bild von Jupiter und dem Sternbild Skorpion im Süden aufnehmen konnte:

Jupiter und das Sternbild Skorpion kurz nach Mitternacht
Das Bild zeigt auch, wie hell Straßenlaternen und andere künstliche Beleuchtung die Umgebung meines Hauses aufhellen.

Sonntag, 2. Juni 2019

3. - 9. Juni: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir am Montag Neumond, danach nimmt der Mond im Laufe der Woche von Tag zu Tag ein wenig zu. Von den hellen Planeten kann der Mars abends noch knapp im Westen gesehen werden, er geht gegen 23:30 Uhr unter, Jupiter steht kurz vor der Opposition und ist praktisch die ganze Nacht zu sehen, Saturn geht gegen Mitternacht im Südosten auf. Merkur beginnt eine (schwierige) Abendsichtbarkeit. Die ISS kann - wenn überhaupt - nur am Montag noch bei einem Überflug beobachtet werden.

Am Montag, den 3. Juni, geht die Sonne um 5:11 Uhr auf und um 21:36 Uhr unter. Wir nähern uns der Sommersonnenwende, die Tage werden nur noch wenig länger, gegenüber letztem Montag sind es nur 13 Minuten. Die Sonne sinkt nachts nur 15°-16° Grad unter den Horizont, astronomisch gesehen wird es gar nicht richtig dunkel. Heute ist Neumond. Um 22:30 Uhr kann vielleicht noch einmal die ISS ganz flach, in maximal 14° Grad Höhe, über dem Südwesthorizont gesehen werden.

Am Dienstag, den 4. Juni, geht die nur zu 2 Prozent beleuchtete Mondsichel um 22:46 Uhr unter. Der Mond steht unterhalb von Merkur, der um 23:02 Uhr untergeht. Der Abstand der beiden beträgt ca. 4° Grad.

Am Mittwoch, den 5. Juni,  sind in der Frühe zwischen 2:29 Uhr und 3:54 Uhr gleich zwei Schatten von Jupitermonden (von Io und Ganymed) auf der Planetenoberfläche zu sehen. Heute Abend ist der zu 8 Prozent beleuchtete Mond bereits unterhalb am Mars vorbeigezogen und geht um 23:48 Uhr unter. 

Am Donnerstag, den 6. Juni, geht der mittlerweile zu 15 Prozent beleuchtete Mond erst nach Mitternacht (also erst am Freitag) um 0:38 Uhr unter. Vorher, um 23:24 Uhr, soll es noch einmal einen Iridiumflare geben. Iridium 76 soll in 44° Grad Höhe bei Azimut 241° Grad (WSW, zwischen Arkturus und dem Schwanzende des Löwen) mit etwa Venushelligkeit von -4mag aufleuchten.

Am Freitag, den 7. Juni,  ist der Mond bereits zu 24 Prozent beleuchtet.

Am Samstag, den 8. Juni, steht der Mond am Abend dicht bei regulus, dem hellsten Stern des Löwen.

Am Pfingstsontag, den 9. Juni,  steht der Mond kurz vor dem Ersten Viertel. Merkur geht heute Abend um 23:18 Uhr unter.

Sonntag, 26. Mai 2019

27. Mai - 2. Juni 2019: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der abnehmende Mond immer weiter vom Morgenhimmel zurück. Von den hellen Planeten ist der Mars nur noch kurze Zeit tief im Westen am Abendhimmel zu sehen. Jupiter geht schon gegen 22:30 Uhr auf, Saturn folgt ab etwa 1:00 Uhr im Südosten. Die Internationale Raumstation ist nur noch an den ersten Abenden der Woche zu sehen. Iridiumflares sind diese Woche nicht zu erwarten.

Am Montag, den 27. Mai, geht die Sonne um 5:17 Uhr auf und um 21:29 Uhr unter, der helle Tag dauert jetzt länger als 16 Stunden. Und da die Sonne nachts nur noch 16° - 17° Grad unter den Horizont sinkt, wird es auch gar nicht mehr astronomisch dunkel. Zwischen 23:24 Uhr und 23:29 Uhr fliegt die ISS in maximal 56° Grad Höhe über den Abendhimmel hinweg.

Am Dienstag, den 28. Mai, der abnehmende Mond ist nur noch zu knapp 30 Prozent beleuchtet, er geht um 3:19 Uhr auf. Auf seiner dunklen Hälfte schimmert in den nächsten Tagen das Erdlicht. Zwischen 22:34 Uhr und 22:41 Uhr fliegt die ISS in maximal 71° Grad Höhe über den Abendhimmel hinweg. Bis 23:54 Uhr wandert noch der Schatten des Jupitermonds Ganymed über den Planeten.

Am Mittwoch, den 29. Mai, zeigt der Mond am Morgen maximale Libration in Breite, der Krater Grimaldi steht weit ab vom Rand. Am Abend fliegt die ISS zwischen 23:22 Uhr und 23:26 Uhr in nur noch 33° Grad Höhe über den Abendhimmel hinweg. Kleinplanet Ceres steht heute in Opposition zur Sonne. Ceres leuchtet mit 6,9mag. Im Sternengewimmel zwischen Schlangenträger und Skorpion ist er jedoch nicht einfach zu finden. Heute beginnt im Campingpark Geldern Europas größtes Teleskoptreffen, das ITV. Wenn Sie mal durch traumhaft schöne und große Teleskope schauen möchten, fahren sie hin! Mehr Informationen im Web.

An Himmelfahrt, Donnerstag, den 30. Mai, erreicht der Mond am Morgen maximale Libration in Breite,, so dass wir auf seinen Nordpol schauen können. Er geht erst um 3:55 Uhr auf und ist nur noch zu 19 Prozent beleuchtet. Am Abend fliegt die ISS zwischen 22:32 Uhr und 22:38 Uhr in immerhin noch einmal 46° Grad Höhe über den Abendhimmel hinweg.

Am Freitag, den 31. Mai, ist die ISS am Abend nur noch kurz gegen 23:21 Uhr in maximal 19° Grad Höhe im Südwesten zu sehen.

Am Samstag, den 1. Juni, ist die ISS letztmalig in dieser Sichtbarkeitsperiode zwischen 22:30 Uhr und 22:35 Uhr in maximal 26° Grad Höhe am noch dämmerigen Abendhimmel zu sehen. Erst ab dem 3. Juli wird sie wieder regelmäßig sichtbar.

Am Sonntag, den 2. Juni, stehen am Abend bei Jupiter alle vier galliläischen Monde auf der gleichen Seite.






26. Mai 2019, 0:15 Uhr: 60 Satelliten auf einmal

26. Mai, 0:15 MESZ, Canon 5DM2, 10sec, 20mm, f/2.0, ISO1600

26. Mai, 0:15 MESZ, Canon 5DM2, 10sec, 20mm, f/2.0, ISO1600

26. Mai, 0:15 MESZ, Canon 5DM2, 10sec, 20mm, f/2.0, ISO1600
Diese Strichspur stammt nicht von einem Satelliten, sondern von gleich 60, die dicht hintereinander her fliegen. Im Fernglas ein verstörender, schockierender Anblick, wenn da am Himmel gleich 60 Punkte schnurstracks hintereinander über den Himmel eilen.

Bei dieser Satellitenkette handelt es sich um die ersten 60 Satelliten der Starlink Konstellation, die SpaceX am 24.05. mit einer Falcon 9 ins All geschossen hat. Mehr Informationen darüber kann man sich sicherlich googeln, bzw. auch hier finden: https://forum.meteoros.de/viewtopic.php?f=1&t=58726

Weitere Informationen auch hier: https://himmelslichter.net/elon-musks-starlink-das-ende-des-nachthimmels-wie-wir-ihn-kennen-2/

Donnerstag, 23. Mai 2019

23. Mai: Mond bei Saturn


In meinem Blog hatte ich angekündigt, dass heute früh der Mond dicht beim Planeten Saturn stehen sollte. Durch einen glücklichen Zufall wachte ich gegen 3:30 Uhr auf und schaute gleich nach draußen, was das Wetter so machte.

Ja, der Mond war zu sehen - oder eher doch nicht? Viele Cirren bedeckten den Himmel, das Bild des Mondes war alles andere als klar sichtbar. Und mit dem bloßen Auge konnte ich auch Saturn nicht erkennen. Jupiter, ein ganzes Stück weiter westlich war auszumachen, aber andere Sterne? Fehlanzeige!

Trotzdem versuchte ich ein Foto, und siehe da, dort ist er dicht beim Mond (etwas oberhalb und rechts) tatsächlich knapp zu erkennen:

Mond, Saturn und Jupiter am 23.5.19 um 3:30 MESZ, Canon 5D MarkII, f/4, ISO-3200, 2 sec, 24mm
Für alle, die auf diesem Bild Saturn nicht finden, hier noch ein weiteres Bild, aufgenommen mit einer längeren Brennweite und ein kleinerer Ausschnitt:

Mond und Saturn, Daten wie oben bis auf 1/3 sec und 105mm
Die Wolken sorgten dafür, dass das Licht des Mondes noch stärker gestreut wurde als sonst. So habe ich mir dann erlaubt, schnell wieder ins Bett zu gehen und keine längere Beobachtung zu starten, sondern lieber etwas auszuschlafen. Aber gelohnt hat es sich doch!

Mittwoch, 22. Mai 2019

22. Mai 2019: Ich fliege zum Mars!


Auf dieses einmalige Angebot musste ich einfach sofort reagieren. Ich fliege zum Mars:

Bordkarte für den nächsten Flug zum Mars
Wer mitkommen möchte, mehr Informationen gibt es dazu in dieser englischsprachigen Pressemitteilung der NASA.

Oder direkt hier:https://mars.nasa.gov/participate/send-your-name/mars2020/

Im letzten Jahr war ich übrigens schon bei der Mars Insight Mission dabei:

Bordkarte für die Insight-Mission von 2018

Der eigene Name steht bei diesen Aktionen nicht nur einfach auf dieser Bordkarte drauf, sondern fliegt tatsächlich zum Mars. Das Microdevices Laboratory des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena, Kalifornien, verwendet einen Elektronenstrahl, um die eingereichten Namen auf einem Siliziumchip mit Textzeilen zu schablonieren, die kleiner als ein Tausendstel der Breite eines menschlichen Haares (75 Nanometer) sind. Bei dieser Größe können mehr als eine Million Namen auf einem einzigen Chip in Cent-Größe geschrieben werden. Der Chip (oder die Chips) fahren auf dem Rover unter einer Glasabdeckung mit.

Sonntag, 19. Mai 2019

20. - 26. Mai 2019: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche setzt sich die gute Sichtbarkeit der Internationalen Raumstation fort, zahlreiche Überflüge können in den dunklen Stunden beobachtet werden. Die exakten Überflüge über Bad Lippspringe finden dabei von Tag zu Tag etwas früher statt. Der Mond nimmt langsam wieder ab. Von den Planeten ist Mars vor Mitternacht noch kurze Zeit nach Sonnenuntergang zu sehen. Jupiter geht bereits deutlich vor Mitternacht auf und Saturn folgt ab etwa 1:00 Uhr. Iridiumflares sind für diese Woche nicht vorhergesagt.

Am Montag, den 20. Mai, geht die Sonne um 5:25 Uhr auf und um 21:18 Uhr unter, das sind morgens und abends jeweils genau zehn Minuten früher bzw. später als noch vor genau einer Woche. der Mond geht heute um 23:06 Uhr auf und steht dicht bei Jupiter. Die ISS fliegt heute früh zwischen 1:15 Uhr und 1:23 Uhr über unsere Stadt (exakt um 1:18 Uhr) hinweg. Weitere Überflüge finden statt um 2:54 Uhr mit 44° Grad maximaler Höhe und um 4:30 Uhr in maximal 12° Grad Höhe, nur knapp unterhalb des Mondes und Jupiters. Am Abend ist die ISS dann noch einmal zwischen 22:47 Uhr und 22:56 Uhr in maximal 48° Grad Höhe zu sehen. An der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus gibt es heute einen Vortrag über die neu definierten physikalischen Basisgrößen.

Am Dienstag, den 21. Mai, geht der Mond am Abend erst kurz nach Mitternacht um 0:06 Uhr auf. Kurz danach, um 0:27 Uhr fliegt die ISS ein weiteres Mal exakt über Bad Lippspringe hinweg. Ein weiterer Überflug am Morgen finden statt um 2:04 Uhr. Am Abend ist die ISS dann wieder zwischen 21:57 Uhr und 22:05 Uhr und nocheinmal zwischen 23:33 Uhr und 23:41 Uhr zu sehen. Bei letzteren Überflug fliegt sie ein weiteres Mal fast genau über unsere Stadt hinweg.

Am Mittwoch, den 22. Mai, wandert nach dem Aufgang von Jupiter gegen Mitternacht in der Frühe der Mond Io vor dem Planeten (bis 1:21 Uhr) und sein Schatten fällt (bis 0:53 Uhr) auf die Jupiteroberfläche. Die ISS überfliegt um 1:13 Uhr und um 2:46 Uhr den Nachthimmel. Am Abend fliegt sie zwischen 22:41 Uhr und 22:51 Uhr in 72° Grad Höhe über den Abendhimmel hinweg.

Am Donnerstag, den 23. Mai, geht der Mond gegen 1:00 Uhr auf, er steht dann dicht bei Saturn und ist noch zu 83 Prozent beleuchtet. Die minimalste Entfernung beträgt  heute Nacht ca. 1,4 Grad, gut drei Vollmonddurchmesser. Die ISS fliegt um 0:22 Uhr mit 86° Grad Höhe ziemlich genau wieder über unsere Stadt hinweg, ein weiterer Überflug findet um 1:57 Uhr statt. Abends fliegt die ISS um 23:31 Uhr ganz exakt über Bad Lippspringe hinweg.

Am Freitag, den 24. Mai, gibt es um 1:07 Uhr einen Überflug der ISS. Um 3:43 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitminimum.Abends fliegt die ISS zwischen 22:36 Uhr und 22:44 Uhr ein weiteres mal praktisch genau über Bad Lippspringe hinweg.

Am Samstag, den 25. Mai, kann die ISS zwischen 0:14 Uhr und 0:18 Uhr am Nachthimmel beobachtet werden, am Abend noch einmal zwischen 23:22 Uhr und 23:28 Uhr erreicht die ISS eine maximale Höhe von 81° Grad über dem Horizont.

Am Sonntag, den 26. Mai, geht der Mond um 2:37 Uhr in der Frühe auf. Am Abend um 18:34 Uhr, dann ist er bei uns jedoch nicht zu sehen, erreicht er das letzte Viertel. Die ISS kann sehr gut zwischen 22:31 Uhr und 22:39 Uhr bei einem weiteren Überflug über unserer Stadt genau durch den Zenit gesehen werden.




Samstag, 18. Mai 2019

18. Mai 2019: Wirklich Vollmond


heute Abend war es so weit, um 23:11 Uhr MESZ erreichte der Mond seine exakte Vollmondposition. Hier ein Foto:

Vollmond am 18. Mai 2019 um ca. 23 Uhr

Freitag, 17. Mai 2019

17. Mai: Fast Vollmond


Es fehlt nur noch ein bisschen zum richtigen Vollmond ....

Mond am 17. Mai 2019 um 22:10 Uhr, fotografiert mit einer Nikon P900
... doch der findet erst am Samstag, den 18. Mai um 23:11 Uhr statt

Mittwoch, 15. Mai 2019

Noch einmal Mondbeobachtung


Hier noch ein kleiner Nachtrag zu einer kurzen Mondbeobachtung am 9. Mai. "Eigentlich" war der Himmel am Abend bewölkt und natürlich keine Sterne oder gar der Mond zu sehen. Doch als ich von einer Veranstaltung in unserer evangelischen Bücherei zurück nach Hause kam, gab es zumindest eine kleine Wolkenlücke, durch die ich einen schnellen Blick auf den Mond werfen konnte.

Mir fiel sofort auf, dass dicht neben dem Mond auf seiner rechten, westlichen Seite ein recht heller Stern leuchtete. Ein sehr schöner Anblick!

Und als ich etwas genauer durch mein Spektiv schaute, konnte ich auch auf der linken, östliche Seite, der noch unbeleuchteten Seite, einen nur schwach leuchtenden, aber trotzdem deutlich erkennbaren Stern sehen. Es würde nicht mehr lange dauern, stellte ich sofort fest, dass der Mond diesen Stern bedecken würde.

Hier ein etwas überbelichtetes Foto (des Mondes), um diese beiden Sterne deutlich erkennbar zu machen:

Mond mit Sternen am 9. Mai 2019 gegen 21:45 Uhr MESZ
Der helle Stern rechts im Bild heißt Wasat, steht im Sternbild Zwillinge und hat eine Helligkeit von 3,5mag. Aber wer war der kleine Stern links neben dem Mond?

Mir fiel ein, dass ich in meinem Blog für diese Woche ja einige Sternbedeckungen angekündigt hatte. Für diesen Donnerstag waren es sogar gleich zwei: "...um 22:20 den nur 6.5mag hellen HR 2835 und um 23:14 dann den 5,2mag hellen 63 Gemini."

Doch das passte nicht mit meinem Bild zusammen, dieser kleine Stern würde doch schon in Kürze bedeckt werden und nicht erst um 22:20 Uhr. Ein kleiner Schwenk meines Spektivs nach Osten zeigte dann auch sofort die beiden Sterne, deren Bedeckung angekündigt war.

Hier sind sie auf dem nächsten Bild zu erkennen:

Mond hinter Wolken und Sterne am 9. Mai 2019 gegen 21:46 Uhr
HR2835 und der etwas hellere 63 Gemini sind oben im Bild gut zu erkennen. Der "dunkle" Teil des Mondes befindet sich in der rechten unteren Ecke des Bildes. Und wer ganz genau hinschaut, kann dort - selbst durch die Wolken hindurch - auch noch das schwache Sternchen erkennen, das gleich bedeckt werden wird: HIP 35909 mit 7,6mag.

Das war doch mal ine schöne Überraschung, es würde heute Abend also gleich drei Sternbedeckungen durch den Mond kurz hintereinander geben! Doch leider war der Himmel dann schnell wieder völlig bedeckt, so dass ich alle diese Sternbedeckungen dann doch nicht beobachten, geschweige denn fotografieren konnte.

Doch einmal mehr habe ich die Erfahrung gemacht, es lohnt sich immer, die Blicke hinauf zum Himmel zu richten. In jedem Wolkenloch steckt eine kleine Überraschung!

Dienstag, 14. Mai 2019

14. Mai: Der "goldene Henkel"


In meiner wöchentlichen Astrovorschau hatte ich es angekündigt: Am Dienstagabend sollte der "goldene Henkel" mal wieder am Mond sichtbar sein. Und es hat auch gut geklappt, der Himmel wurde am Abend nach Sonnenuntergang wieder schön klar, so dass ich dieses Foto machen konnte:

Goldener Henkel am 14. Mai 2019 um 21:42 Uhr MESZ
Das Foto ist wieder mit meinem Spektiv entstanden.

Zwei Stunden früher hatte meine Astrofreundin Anja Verhöfen auf facebook gleich mehrere Fotos des goldenen Henkels gepostet. Ihre Bilder zeigen auch den Mond vor einem pechschwarzen Himmel. Ich war zunächst überrascht, denn bei uns war die Sonne um die Zeit noch gar nicht untergegangen. Doch dann stellte ich fest, Anja hatte ihre Fotos auf Rhodos gemacht. Dort ging heute die Sonne erst um 6:02 Uhr auf und schon um 20:06 Uhr unter. Bei uns war heute Sonnenaufgang um 5:34 Uhr und Sonnenuntergang erst um 21:09 Uhr, also über eine Stunde später als dort. Und  es gibt einen weiteren wichtigen Unterschied: Bei uns sinkt die Sonne zur Zeit nur noch 19,7° Grad unter den Horizont. Für Rhodos werden noch 35,1° Grad angegeben. Das bedeutet, nachts sinkt die Sonne viel tiefer unter den Horizont, was bedeutet, die Dämmerung ist kürzer und die Nächte sind wirklich dunkler.

Und wer die Bilder genau vergleicht, kann an kleinen Details auch gut erkennen, wie die Sonne beim "goldenen Henkel" auf meinem Foto schon deutlich höher über dem Mondhorizont steht und dadurch kürzere Schatten wirft als auf den Fotos von Anja. Hier der Link zu ihrem Post, wenn Sie auch Zugang zu facebook haben: https://www.facebook.com/anja.verhofen/posts/1876392769129509

Montag, 13. Mai 2019

20. Mai: "RELOADED: Die neue Welt der physikalischen Basisgrößen"


Am Montag, den 20. Mai, gibt es in der Volkssternwarte Paderborn wieder einen spannenden Vortrag meines Sternfreunds Dr. Martin Otte. Hier die Ankündigung dazu von der Webseite unserer Sternwarte:

Vier der sieben Grundeinheiten des Internationalen Einheitensystems erfahren eine Neudefinition, die am Vortragstag offiziell in Kraft tritt und wovon insbesondere das Kilogramm betroffen ist. Wird sich unser Alltagsleben dadurch verändern und müssen gar Personenwaagen umgeeicht werden? Ist die Reproduzierbarkeit des Meters auf x Stellen nach dem Komma nur von rein akademischem Interesse oder steckt ein wirklicher Anwendungsnutzen dahinter? Was hat das Scheitern der Marsmission "Mars Climate Orbiter" oder die Notlandung eines Passagierflugzeugs auf einem ausgedienten Militärflughafen mit den physikalischen Basisgrößen zu tun?

Der Vortrag führt durch die Welt und Historie der physikalischen Basisgrößen und zeigt die Notwendigkeit eines weltweit gleichartig zu verwendenden Einheitensystems auf. Es werden sämtliche Basisgrößen vorgestellt, sodass die Besucher des Vortrags nicht nur etwas über solch gängigen Größen wie Meter oder Kilogramm erfahren, sondern auch über weniger bekannte Größen wie Mol oder Candela.

Der Eintritt kommt wie immer der ehrenamtlichen Arbeit der Sternwarte zu gute. Sie sind herzlich eingeladen!

Sonntag, 12. Mai 2019

13. - 19. Mai: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Vollmond, der Mond beherrscht daher eindeutig den Nachthimmel. Von den großen Planeten ist der Mars noch am Abend nach Sonnenuntergang tief im Nordwesten zu sehen, Jupiter geht jetzt bereits vor Mitternacht im Südosten auf und Saturn folgte gegen 1:30 Uhr. Es gibt auch in dieser Woche keine Iridiumflares zu bewundern, aber viele Überflüge der ISS.

Am Montag, den 13. Mai, geht die Sonne um 5:35 Uhr auf und um 21:08 Uhr unter. Das sind 23 Minuten länger als noch vor einer Woche. Sie sinkt diese Woche nur noch bis zu 20° Grad unter den Horizont, die "astronomische Nacht" dauert inzwischen nur noch knapp zwei Stunden. Dafür kann aber die ISS bei vielen Überflügen gesichtet werden, teilweise bis zu fünf mal in einer Nacht. So erscheint sie heute um 2:52 Uhr in 62° Grad Höhe im Südosten und fliegt dann schnell dem Horizont entgegen, zwischen 3:58 Uhr (Aufstieg im Westen) und 4:06 Uhr (Untergang im Osten) fliegt sie dann noch einmal exakt über unsere Stadt hinweg.

Am Dienstag, den 14. Mai, kann die ISS um 1:37 Uhr kurz im Osten gesehen werden, dann fliegt sie zwischen 3:09 Uhr und 3:15 Uhr exakt über Bad Lippspringe hinweg, zwischen 4:44 Uhr und 4:56 Uhr erreicht sie noch einmal eine Höhe von 60° Grad über dem Horizont. Beim Mond kann heute Abend der "goldene Henkel" beobachtet werden.

Am Mittwoch, den 15. Mai, ist die ISS um 0:58 Uhr tief im Osten sichtbar, um 2:20 Uhr 83° Grad hoch fast im Zenit in der Nähe der Leier und zwischen 3:53 Uhr und 4:01 Uhr noch einmal in maximal 75° Grad Höhe. Der Mond zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Südpol schauen können.

Am Donnerstag, den 16. Mai, kann man die ISS um 1:29 Uhr, um 3:05 Uhr und 4:41 Uhr sehen.

Am Freitag, den 17. Mai, ist die ISS das erste Mal um 0:39 Uhr tief im Osten zu sehen, dann fliegt die ISS um 2:14 Uhr exakt über Bad Lippspringe hinweg, ein weiterer Überflug in maximal 52° Grad Höhe findet um 3:51 Uhr statt. Am Abend ist sie dann noch um 22:10 Uhr ganz flach über dem Horizont im Südosten zu sehen (nur 11° Grad hoch) und um 23:50 im Osten in der Nähe von Altair im Sternbild Adler.

Am Samstag, den 18. Mai, ist die ISS das erste Mal um 1:23 Uhr bei einem weiteren Überflug (fast) genau über unserer Stadt zu sehen, noch einmal um 3:00 Uhr in 68° Grad Höhe und um 4:36 Uhr mehr im Südwesten, aber tief zwischen Mond, Jupiter und Saturn. Und dann ist noch einmal um 22:56 Uhr herum in maximal 29° Grad Höhe zu sehen. Am Abend ist exakt um 23:11 Uhr Vollmond. Der Mond steht dann nur 15° Grad über dem Horizont. Bei klarem Wetter kann man sicherlich das eine oder andere schöne Vollmondbild fotografieren. Tief im Westen nähert sich der Mars dem offenen Sternhaufen M35 in den Zwillingen. In Essen findet heute von 10 - 18 Uhr die größte europäische Astronomie-Messe statt, das ATT.

Am Sonntag, den 19. Mai, ist die ISS in der morgendlichen Nachthälfte um 0:32 Uhr, 2:09 Uhr und 3:45 Uhr zu sehen. Am Abend dann noch einmal zwischen 22:03 Uhr und 22:08 Uhr, allerdings nur in maximal 20° Grad Höhe und zwischen 23:38 Uhr und 23:45 Uhr in maximal 64° Grad Höhe. Der Mond nähert sich allmählich dem Jupiter, er geht gegen 22 Uhr auf und ist immer noch zu 99 Prozent beleuchtet. Der Krater Grimaldi steht nah am Rand, der Mond zeigt maximale Libration in Länge. Heute steht Mars nur 0,2° Grad oberhalb von M35 in den Zwillingen.



Freitag, 10. Mai 2019

Wie lange dauert ein Sonnenuntergang?


In den Osterferien 2019 war ich wieder einmal bei herrlichstem Wetter auf der schönen Nordseeinsel Amrum zu Gast. Natürlich stand auch die Beobachtung eines Sonnenuntergangs auf meinem Programm. Am 16. April sollte der um 20:31 Uhr MESZ stattfinden. Doch - wie lange dauert so ein Sonnenuntergang eigentlich? Eine einfache Frage? Nicht, wenn man es genau nimmt.

Hier die erste einfache Rechnung: Die Größe der Sonnenscheibe beträgt ungefähr ein halbes Grad am Himmel. Die Erde dreht sich in 24 Stunden einmal um ihre Achse, also um 360 Grad. Der Tag hat 24h x 60m = 1440 Minuten, die Erde dreht sich also in vier Minuten um ein Grad weiter. Das bedeutet wiederum für die Sonne, sie braucht zwei Minuten, um eine bestimmte Linie am Himmel zu überqueren. Diese gedachte Linie kann ja zum Beispiel unser Horizont sein. Etwa so wie hier auf diesem Bild:

Sonnenuntergang auf Amrum am 16. April 2019 um 20:31 Uhr

Doch ganz so einfach ist es nicht. Zunächst einmal ist die Sonne nicht immer gleich groß, denn die Erde dreht sich nicht auf einer perfekten Kreisbahn, sondern auf eine Ellipsen-Bahn um die Sonne. Dadurch ist sie im Sommer (Juli) etwas weiter von der Sonne entfernt als im Winter (Januar). Dies bedeutet konkret, die Sonne braucht im Januar zwei Minuten und zehn Sekunden, im Juli sind es (weil sie ja minimal kleiner ist) vier Sekunden weniger. Jetzt zu Ostern sind wir sozusagen "etwa in der Mitte", also dauert ein Sonnenuntergang zwei Minuten und acht Sekunden ?

Nein, denn wir müssen berücksichtigen, dass wir ja nicht beim Äquator stehen, wo die Sonne z.B. am Frühlingsanfang exakt senkrecht den Horizont durchlaufen würde, sondern an der deutschen Nordseeküste. Hier sinkt die Sonne "schräg" ins Meer. Und das verlängert den Sonnenuntergang natürlich. Noch weiter nördlicher würde die Sonne noch flacher ins Meer sinken - und am Nordpol würde sie schon seit Frühlingsanfang ständig scheinen, da gäbe es bis zum Herbst ja gar keinen Sonnenuntergang mehr.

Was macht also die geographische Breite aus? Mein Standort auf Amrum liegt bei 54,667° Nord

Auf der Webseite "Welt der Physik" gibt es dafür ein schöne Berechnung mit Herleitung und Erklärung der notwendigen Formeln.  Ich erspare ihnen hier das Berechnen der Formeln und Einsetzen aller exakten Werte. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, komme ich für den 16. April für meinen Standort auf Amrum auf eine Zeit von vier Minuten und 18 Sekunden für die tatsächliche Dauer des Absinkens der Sonnenscheibe unter den Horizont.

Das ist ja schon gut doppelt solange wie in der ersten einfachen Überschlagsrechnung! Wird das stimmen? Machen wir doch einfach mal einen Praxistest, eine kleine wissenschaftliche Beobachtung. Also: ab nach draußen an den Strand!

Hier jetzt erst mal ein paar Bilder. Angegeben habe ich immer die Zeiten, wie sie meine Kamera in den Bilddaten angegeben hat. Ein späterer Vergleich mit der tatsächlichen Uhrzeit hatte übrigens ergeben, meine Kamera geht 16 Sekunden vor. Doch das ist fürdie Bestimmung der "Dauer" eines Sonnenuntergangs eigentlich auch unerheblich.

Hier beginnt der Sonnenuntergang am 16. April - Aufnahme von 20h:28m:31s

Nur vier Sekunden später, um 20h:28m:35s erscheint der Sonnenrand leicht abgeplattet - der Untergang hat wirklich begonnen.

Ausgerechnet zum Sonnenuntergang fährt ein Fischkutter genau in meine Sichtlinie - Foto von 20h:32m:12s
Jetzt ist der Fischkutter durch und die Sonne weg: 20h:32m:38s
Das waren genau vier Minuten und sieben Sekunden. Okay, ich denke mir, im Rahmen eines so einfachen Versuchsaufbau, und der Ungenauigkeit in der Auswertung  (wann "berührt" die Sonne tatsächlich den Horizont?), können wir mit dem Ergebnis doch recht zufrieden sein.

Es gibt jedoch noch ein weiteres optisches Phänomen, das unsere Sonnenuntergänge beeinflusst. Das ist die optische Brechung der Lichtstrahlen in unserer Atmosphäre. Der Fachausdruck dafür lautet "Refraktion". Er wird recht gut auf der Webseite "timeanddate" beschrieben. Praktisch bedeutet dies, das unser Bild der Sonne durch die Lichtbrechung in Horizontrichtung angehoben wird, wir also die Sonne tatsächlich noch sehen können, obwohl sie in Wirklichkeit schon unter dem Horizont versunken ist.

Diese Refraktion wird im übrigen von allen ernsthaften Sonnenauf- und untergangsberechnungen berücksichtigt. Sie macht am Horizont laut Wikipedia etwa 0,5° bis 0,6° Grad aus. Dies wird z.B. auf der Webseite von heavens-above deutlich, wenn sie angeben, dass im Moment des Sonnenuntergangs um 20:31 Uhr diese bereits -0,8° Grad unter dem Horizont stehe. Eigentlich würde man ja exakt 0° Grad erwarten, oder? Bei diesen Berechnungen wird immer vom "Sonnenmittelpunkt" ausgegangen, wenn dieser den Horizont überschreitet, gilt die Sonne als aufgegangen bzw. wenn dieser den Horizont unterschreitet gilt die Sonne als untergegangen. Also ein halbes Grad für die Refraktion plus ein Viertelgrad für den Sonnenradius, da liegt man mit -0,8° Grad für den "wahren" Sonnenort im Moment des Sonnenuntergangs schon nicht ganz falsch.

Und es erklärt auch, warum mein tatsächlicher Sonnenuntergang doch etwas später war als bei heavens-above oder anderswo angegeben wurde, denn auch die letzter Teil der Sonne musste bei mir ja richtig unter den Horizont.

Zwei Tage später war ich wieder am Strand zum Sonnenuntergang. Und diesmal wurde es noch spannender! Heute sollte die Sonne um 20:35 Uhr untergehen, also vier Minuten später.

Hier wieder ein paar Fotos:

Der Sonnenuntergang beginnt - Foto von 20h:31m:25s

Foto von 20h:31m:35s - Ohje, jetzt ist die Sonne ja richtig "abgerundet". Hat sie nun schon den Horizont berührt oder noch nicht?

Foto von 20h:31m:41s

Foto von 20h:35m:31s - sollte sie jetzt nicht schon fast verschwunden sein?

Foto von 20h:36m:31s - noch nicht weg!

Foto von 20h:37m:33s - immer noch nicht weg!

Foto von 20h:38m:27s - der allerletzte Sonnenstrahl (Ausschnittsvergrößerung)

Foto von 20h:38m:31s - jetzt ist sie wirklich weg

Der Sonnenuntergang hat pünktlich begonnen, etwa vier Minuten vor dem vorhergesagten tatsächlichem Verschwinden. Doch dann wollte und wollte sie nicht untergehen. Bis auch der letzte Sonnenstrahl verschwunden war, hat es diesmal etwas über sieben Minuten gedauert!

Wie kann das sein, dass ein Sonnenuntergang einmal vier Minuten dauert und nur zwei Tage später gleich sieben Minuten?

Am 19. April war ich noch einmal am Strand. Diesmal mit einer etwas anderen Kamera. Auch hier wieder ein paar Fotos:

Sonnenuntergang am 19. April - Foto von 20:29 Uhr, hier ist sicherlich noch etwas Zeit bis zum Beginn ...
 Der Sonnenuntergang war für 20:37 Uhr angesagt. Vier Minuten vorher ist bereits eine deutlich Verformung der Sonnenscheibe zu erkennen:

20:33:17 Uhr - Hat der Sonnenuntergang nun begonnen oder nicht? Eine Verformung der Sonnenscheibe ist unverkennbar.

20:33:59 Uhr - jetzt hat er sicherlich begonnen - obgleich die Sonne immer noch über dem Horizont zu schweben scheint.

20h:34m:28s Uhr

20:37:24 Uhr - sollte sie jetzt nicht weg sein?

Letzte Strahlen, schon wieder Minuten nach dem berechnetem Zeitpunkt.

20h:40m:49s - ein letzter Strahl ist noch zu erkennen...

20h:41m - nun ist sie doch endgültig weg.
Diese letzte Aufnahmeserie zeigt, dass schon der Beginn des Sonnenuntergangs nicht immer einfach zu bestimmen ist. Aber auch diesmal scheint der Sonnenuntergang in etwa vier Minuten vor dem berechnetem Untergangszeitpunkt zu beginnen. Das wurde ja auch durch die Serien der Tage zuvor in etwa bestätigt. Aber auch am 19. Mai hat es dann noch einmal vier Minuten gedauert, bis auch der letzte Sonnenstrahl weg war.

Und wenn sie die letzten Bilder ganz genau betrachten, kann man sogar sehen, wie dieser letzte Sonnenstrahl am Horizont langsam nach rechts (also in Richtung Norden) wandert. Mit bloßem Auge habe ich es zunächst auch nicht gesehen, sondern erst auf diesen Fotos erkannt: Vor dem Horizont befindet sich noch eine Sandbank (der "Jungnamensand"), auf der wohl ein paar Robben liegen. Geht man davon aus, das diese sich nicht gleichzeitig nach links (also Richtung Süden) vorgerobbt haben, können wir sie als feste Marke nutzen und stellen fest, um 20:37 Uhr befanden sie sich ziemlich genau in Richtung Sonne. Vier Minuten später befinden sie sich deutlich weiter links, etwa zwei Sonnendurchmesser. Laut heavens-above befand sich die Sonne um 20:37 Uhr bei einem Azimut von 291°, vier Minuten später hat sich die Erde um ein Grad gedreht und die Sonne befindet sich bei 292° Grad und 1,5° Grad unter dem Horizont. Eine weitere schöne Bestätigung, dass in der Tat der allerletzte Sonnenstrahl auch immer noch von unserer Sonne gekommen sein wird und nicht durch irgendeine andere Reflexion von Licht entstanden sein kann.

Doch woran liegt es nun, dass diese Sonnenuntergänge etwa doppelt so lange dauern wie sie eigentlich "dürfen"? Daran ist einfach nur das Wetter schuld! Denn die atmosphärische Refraktion ist abhängig vom Luftdruck, so schreibt es ja auch "timeanddate": "Je niedriger die Temperatur und je höher der Luftdruck, desto größer der Unterschied." Ob das wirklich der Fall war, habe ich natürlich nicht gemessen. Aus den Daten von Wetteronline konnte ich jedoch entnehmen, dass der Luftdruck an der Nordsee (Wetterstation auf Sylt) vom 16. zum 18.April von 1023 hPa auf  1031 hPa gestiegen war und zum 19. April noch einmal um 1034 hPa, das passt also. Die Luft-Temperatur auf der Insel war zwar auch etwas angestiegen, hier dürfte aber eher die Temperatur des Wassers entscheidend sein, welche sich jedoch innerhalb von zwei/drei Tagen kaum geändert haben kann.

Der letzte Verweis in diesem Artikel mag noch an eine weitere Webseite gehen. Auf sonnenuntergang.de fand ich noch diesen Hinweis:

"Oft begleiten beindruckende Farbspiele die Sonnenuntergänge. Nicht nur das berühmte Abendrot, auch gelb, violett sogar grüne Farbtöne sind oft zu sehen. Auch hier wirkt wieder die Strahlenbrechung der Atmosphäre. Die schwebenden Partikel der Erdatmosphäre dienen dabei als diffuses Medium der Streuung. Blaues Licht wird stärker gestreut wie rotes, und deshalb sehen wir mehr rotes Licht. Auch kann sich ein Prismeneffekt einstellen, wenn bestimmte Temperatur Schichtungen vorhanden sind. Da Resultat ist ein „Grüner Blitz“. Bei diesem Phänomen ist der rote Anteil der Sonne zuerst verschwunden, so dass ein grünlicher Saum aufblitzt. 

Doch all dieses Wissen um physikalische Hintergründe und nüchternen Fakten ändern nichts an der Tatsache, dass der Sonnenuntergang ein Ereignis ist, das jeden von uns in seinen Bann zieht und immer wieder aufs Neue fasziniert."

Einen grünen Blitz habe ich nicht gesehen. Doch besonders dem letzten Satz ist nichts hinzuzufügen:  Natur und Wissenschaft ist immer wieder faszinierend!