Samstag, 21. September 2019

23. - 29. September: Der Himmel über Bad Lippspringe


Am Ende dieser Woche ist Neumond, der Mond stört dann nicht mehr bei der Beobachtung lichtschwacher Objekte am Nachthimmel. Von den großen Planeten sind Jupiter (bis gegen 21:30 Uhr) und Saturn (bis gegen 23:30 Uhr) am Abend zu sehen. Die Fernglasplaneten Uranus und Neptun können praktisch die ganze Nacht über beobachtet werden. Die ISS ist bei abendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 23. September, ist Herbstanfang. Um 9:50 MESZ überschreitet die Sonne den Himmelsäquator südwärts, jetzt werden die Nächte wieder länger als die Tage sein. In der Praxis dauert es jedoch noch ein bisschen bis zu einer wirklichen Tag- und Nachtgleiche. Denn wer wird schon wirklich sagen, mit dem Moment des Sonnenuntergangs hat die Nacht begonnen? Berücksichtigt man die Dämmerungsphasen mit, so wird erst Mitte Oktober die Nacht tatsächlich 12 Stunden lang sein. Sonnenaufgang ist heute um 7:12 Uhr und Sonnenuntergang um 19:22 Uhr. Bei diesen Zeiten geht man nicht vom Sonnenmittelpunkt aus, sondern beim Sonnenaufgang vom ersten Sonnenstrahl, der über den Horizont kommt und beim Sonnenuntergang entsprechend vom letzten. Dadurch ist auch diese Zeitspanne etwas länger als genau 12 Stunden. Der Mond geht erst deutlich nach Mitternacht auf. Zwischen 20:35 Uhr und 20:40 Uhr fliegt die ISS in maximal 40° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Dienstag, den 24. September, fliegt die ISS zwischen 19:47 Uhr und 19:53 Uhr in maximal 29° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Um 21:22 Uhr erscheint sie noch einmal im Westen und steigt dann bis auf 78° Grad hoch hinauf bis zum Sternbild Leier, wo sie dann schnell im Erdschatten verschwindet.

Am Mittwoch, den 25. September, fliegt zwischen 20:35 Uhr und 20:40 Uhr die ISS in maximal 65° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Bei Jupiter stehen heute Abend mal wieder alle vier Monde auf der gleichen Seite.

Am Donnerstag, den 26. September, fliegt die ISS zwischen 19:46 Uhr und 19:53 Uhr in maximal 51° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Um 21:22 Uhr erscheint sie noch einmal im Westen und steigt dann bis auf 76° Grad hoch hinauf bis zum Sternbild Leier, wo sie dann um 21:26 Uhr  im Erdschatten verschwindet.

Am Freitag, den 27. September, geht die nur noch zu 4 Prozent beleuchtete schmale Mondsichel um 4:57 Uhr auf und ist wohl letztmalig vor Neumond zu sehen. Am Abend fliegt die ISS zwischen 20:34 Uhr und 20:39 Uhr fast genau durch den Zenit (maximale Höhe 86° Grad) an unserem Abendhimmel. Bis 19:57 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Ganymed über den Planeten.

Am Samstag, den 28. September, fliegt die ISS zwischen 19:45 Uhr und 19:53 Uhr in maximal 76° Grad Höhe, knapp an der Wega in der Leier vorbei, über unseren Abendhimmel hinweg. Um 21:22 Uhr erscheint sie noch einmal im Westen und steigt dann wieder Richtung Sternbild Leier hinauf, erreicht die Wega jedoch nicht mehr, da sie kurz zuvor im Erdschatten verschwindet. Und der Mond erreicht um 20:26 Uhr die exakte Neumondposition.

Am Sonntag, den 29. September, fliegt die ISS zwischen 20:34 Uhr und 20:39 Uhr genau über unsere Stadt hinweg, um 20:37 Uhr fliegt sie genau durch den Zenit über unseren Köpfen. Um 20:50 Uhr beginnt ein Durchgang von Io vor der Jupiterscheibe und bis 21:12 Uhr fällt der Schatten von Europa auf den Planeten.

20. September: Streifende Sternbedeckung


Am 20. September gab es ganz in der Nähe vom Bad Lippspringe einen ganz besondere Sternbedeckung durch den Mond, eine sogenannte "streifende Sternbedeckung". Auf der Webseite der Vereinigung der Sternfreunde Deutschlands findet man dazu folgende Definition:

Streifende Sternbedeckungen sind ein Sonderfall der Sternbedeckungen durch den Mond. Während bei einer totalen Bedeckung der Stern nur einmal an der voranlaufenden Seite des Mondes verschwindet und auf der gegenüberliegenden Seite wieder auftaucht, geschehen solche Bedeckungsphänomene in den Polregionen des Mondes gleich mehrfach. Hierzu muss man die Linien auf der Erde kennen, die der jeweils oberste bzw. unterste Rand des scheinbaren Mondschattens beschreibt. Je nach Standort auf oder in der Nähe dieser Grenzlinie beobachtet man ein unterschiedliches Relief des Mondschattens. Aus den Kontaktzeiten mehrerer Beobachter lässt sich das vom Stern auf die Erde projizierte Mondprofil rekonstruieren.

Ein solches Ereignis gab es wieder einmal am 20. September kurz nach 6 Uhr in der Frühe - und zum Glück war bei uns der Himmel klar. Mit mehreren Sternfreunden gemeinsamen trafen wir uns bei Paderborn direkt auf der "Zentrallinie" dieser Bedeckung:

Am Beobachtungsplatz im ersten Morgengrauen

Unser Beobachtungsort. Die quer durch das Bild gehenden Linien zeigen den Bereich der "streifenden Bedeckung" an. Oberhalb davon wird der Mond gar nicht bedeckt, unterhalb wird er "total" verfinstert. (Bild: google earth)
 
Früher waren solche Beobachtungen wichtig, um das Profil des Mondrands genau zu berechnen. Auf den ersten Blick erscheint der Mond - selbst in großen Fernrohren - am Rand immer rund. Sterne sind jedoch immer so weit von uns entfernt, dass sie stets nur wie eine echte punktförmige Lichtquelle leuchten. Und weil der Mond aber auch am Rand, bedingt durch Krater oder andere Erhebungen, nicht gleichförmig rund ist, kann es passieren, dass bei einer "streifenden Bedeckung" so ein Stern mal durch einen Berg oder Krater verdeckt wird und dann nicht zu sehen ist und dann plötzlich in einem Tal zwischen zwei Erhebungen wieder auftaucht, dann wieder verschwindet usw.

Heute ist zur Berechnung des Mondprofils die Beobachtung von Amateurastronomen nicht mehr notwendig, den Mond umkreisende Satelliten sind einfach viel näher dran und erledigen solche Aufgaben professionell. Auch gibt es inzwischen ein hervorragendes Programm zur Vorhersage solcher Ereignisse. Hier mal ein "Screenshot" aus dem Programm GRAZREP:

Bildausschnitt aus dem Programm GRAZREP für diese Bedeckung.
Aber ist das nicht alles nur Theorie? Wie sieht das wirklich in der Praxis aus? Und so eine Beobachtung ist allemal besonders spannend. Wie oft verschwindet der Stern tatsächlich am Mondrand? Einmal, zweimal, mehrfach? Oder vielleicht gar nicht?  Es kommt dabei schon sehr genau auf den Standort des Beobachters an, 100 Meter weiter kann eine solche Beobachtung schon ganz anders ausfallen.

Es ist auch nicht ganz einfach eine solche Beobachtung zu dokumentieren. In meinem Spektiv zum Beispiel war das Sternchen am 20. September mit bloßem Auge kaum zu erkennen, der helle Mond überstrahlte fast alles. Das macht auch das Fotografieren nicht einfach. Hier mal ein erstes Bild:


Finden Sie den Stern? Noch steht er genau "über" dem Mond.

Damit eine solche Beobachtung überhaupt erfolgreich ist, darf sie natürlich nur am dunklen, unbeleuchteten Mondrand stattfinden. Hier nähert sich jetzt der Stern diesem Mondrand:

Der Stern ist einkleiner lichtschwacher Punkt,dicht an der Schattengrenze des Mondes.

 Und hier ist jetzt der Mond verschwunden:
Der Stern ist weg.
 Und er taucht wieder auf:

Der Stern ist wieder da.

Die obigen Bilder habe ich glücklicherweise mit meiner Ausrüstung selbst festhalten können. Viel besser hat es jedoch mein Sternfreund Rainer Kleibrink gemacht. Er konnte das gesamte Ereignis sogar per Video aufzeichnen. Versuchen Sie mal zu zählen, wie häufig der Stern verschwindet und wieder auftaucht:





Wer mehr über "streifende Sternbedeckungen" erfahren will, dem seien die Seiten der entsprechenden Fachgruppe der Vereinigung der Sternfreunde Deutschlands empfohlen oder gleich die Seiten einer entsprechenden weltweiten Spezialistenorganisation.

Und von mir noch einmal einen ganz herzlichen Dank an all die anderen Mitbeobachter aus Bayern, aus Bielefeld, aus Delbrück, ... Es war wirklich eine schöne, spannende Aktion! Und vielen Dank an die Freunde des "Beobachtertreff OWL", die rechtzeitig auf das Ereignis aufmerksam machten!

Zum Schluss noch ein Foto des Mondes vom gleichen Morgen. Dieses wurde natürlich nur kurz belichtet, da ist der Stern natürlich nicht drauf zu sehen:


Der Mond am 20.9.2019 um 6:00 Uhr MESZ

Sonntag, 15. September 2019

16. - 22. September: der Sternenhimmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche zieht sich der Mond allmählich vom Abendhimmel zurück. Auch die großen Planeten Jupiter (bis gegen 22 Uhr) und Saturn (bis gegen Mitternacht) gehen immer früher unter und sind so schwieriger zu beobachten. Doch zum Glück gilt dies auch für die Sonne, so dass die dunklen  Abende auch immer früher anfangen. Die ISS ist zum Ende der Woche bei abendlichen Überflügen zu sehen. Hoffentlich spielt das Wetter mit, denn es wird einige spektakuläre Ereignisse am Himmel geben.


Am Montag, den 16. September, geht die Sonne exakt um 7:00 Uhr auf und um 19:38 Uhr unter. Das ist morgens 11 Minuten später und abends sogar 16 Minuten früher als noch vor einer Woche. Der Mond geht kurz vor 21 Uhr auf und ist noch zu 94 Prozent beleuchtet. Um 20 Uhr halte ich an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus einen Vortrag zum Mond.

Am Dienstag, den 17. September, geht der Mond um 21:12 Uhr auf. Er steht heute etwa 5° Grad südlich vom nur mit dem Fernglas sichtbaren Planeten Uranus.

Am Mittwoch, den 18. September, geht der zu 80 Prozent beleuchtete Mond um 21:31 Uhr auf, in etwa mit dem Ende der astronomischen Dämmerung.

Am Donnerstag, den 19. September, kommt es in der Frühe um ca. 2:00 Uhr zu einer streifenden Sternbedeckung durch den Mond entlang einer Linie von Rietberg Richtung Oerlinghausen/Leopoldshöhe. Am Abend nähert sich der Mond im Sternbild Stier den Hyaden und geht kurz vor 22 Uhr auf.  Kleinplanet Vesta (7,4mag) geht nur 13' Bogenminuten südlich an Stern 30 Taruri (5,0mag) vorüber.

Am Freitag, den 20. September, kommt es in der Frühe zu einer "streifenden Sternbedeckung" ganz in der Nähe von uns. Kurz nach 6:00 Uhr wird der 5.9mag helle Sterne SAO 93777 (ähnlich wie der das Ereignis am 27. August) am nördlichen Mondrand haarscharf vom Mond bedeckt werden. Bei uns in Bad Lippspringe wird er wohl so gerade eben nicht vom Mond bedeckt. Auf einer Linie von Salzkotten, quer durch das Zentrum von Paderborn nach Altenbeken hin findet diese Bedeckung jedoch genau streifend statt. Das heißt, der Stern wird zwischen einzelnen Mondbergen immer mal wieder verschwinden und dann wieder auftauchen. Genaue Informationen zu dieser Linie und einer gemeinsamen Beobachtungsmöglichkeit findet man hier. Um 21:22 Uhr kann kurz im Westen zuerst bei Jupiter und dann bei Saturn die ISS beobachtet werden. Später am Abend geht dann der noch zu 63 Prozent beleuchtete Mond um 22:25 Uhr auf.

Am Samstag, den 21. September, geht der Mond am Abend erst um 23:04 Uhr auf, er zeigt maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht fernab vom Rand. Schon um 20:35 Uhr fliegt die ISS ganz knapp an Saturn vorbei. Der Abstand beträgt nicht einmal ein halbes Grad, also maximal einen Vollmonddurchmesser.

Am Sonntag, den 22. September, erreicht der Mond am Morgen um 4:41 Uhr exakt das Letzte Viertel. Am Abend geht der Mond erst um 23:53 Uhr auf, vorher lassen sich also durchaus schon gut lichtschwache "deep-sky"-Objekte beobachten. Die ISS steigt am Abend um 21:19 Uhr im Westen auf und verschwindet dann um 21:23 Uhr in 48° Grad Höhe fast genau in südlicher Richtung neben dem hellsten Stern des Adlers, dem Altair, im Erdschatten.

Freitag, 13. September 2019

Vortrag am 16. September: "Mondsüchtig"


Am Montag, den 16. September, darf ich um 20 Uhr wieder einmal einen Vortrag an der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus halten. Das Thema lautet:

Mondsüchtig - damals, heute, morgen

 In der Ankündigung der Sternwarte heißt es:

Wohl schon immer haben die Menschen davon geträumt, zum Mond fliegen zu können. Zwölf Menschen haben dies vor etwa 50 Jahren tatsächlich geschafft. Doch sind Flüge zum Mond heute überhaupt noch möglich? Der Vortrag beginnt mit einem Rückblick auf die ersten Satellitenmissionen der Sowjetunion und den USA und auf das Apolloprogramm mit den ersten Flügen von Menschen zum Mond. Die Erforschung des Mondes ist jedoch nicht vor 50 Jahren stehen geblieben: die neuesten Ergebnisse der Missionen aus China, Indien oder den USA werden vorgestellt. Besonders berücksichtigt wird dabei auch der Beitrag deutscher und europäischer Forscher. Außerdem versucht der Autor Antworten zu geben auf die Frage, wann wohl der nächste Mensch zum Mond fliegen wird.

Ich werde jedoch nicht nur über die Faszination der Raumfahrt zum Mond sprechen, sondern auch auf ein paar andere, eher kulturelle Aspekte des Mondes und der Mondfahrt eingehen. Und ich möchte über Erlebnisse der Apollo-Astronauten sprechen, die an anderen Stellen, zum Beispiel in der tollen Ausstellung im Heinz-Nixdorf-Museum, nicht erwähnt werden. Sie sind herzlich eingeladen!

Mit dem Eintritt von 4 Euro (oder ermäßigt 3 Euro)  unterstützen Sie die ehrenamtliche Arbeit an unserer Sternwarte.

Sonntag, 8. September 2019

9. - 15. September: Der Himmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche haben wir Vollmond, sein helles Licht überstrahlt viele schwächere Objekte am Nachthimmel. Trotzdem sind Jupiter (bis 22:30 Uhr) und Saturn (bis 0:30 Uhr) abends im Südwesten zu sehen. Die Fernglasplaneten Uranus und Neptun sind praktisch die ganze Nacht über zu beobachten. Die ISS ist am Morgenhimmel bei ihren Überflügen sichtbar.

Am Montag, den 9. September, ist die ISS am Morgen zwischen 5:31 Uhr und 5:37 Uhr bei ihrem Überflug in maximal 71° Grad Höhe zu sehen. Die Sonne geht um 6:49 Uhr auf und um 19:54 Uhr unter, der helle Tag ist also nur noch gut 13 Stunden lang. Der Mond geht um 18:12 Uhr auf und scheint in der Nacht bis ca. 2:00 Uhr am nächsten Morgen, er ist zu 84 Prozent beleuchtet. Um 21:58 Uhr endet eine Verfinsterung von Jupitermond Ganymed.

Am Dienstag, den 10. September, tritt die ISS in 69° Grad Höhe hoch am Himmel zwischen den Sternbildern Andromeda und Cassiopeia aus dem Erdschatten heraus, um dann bis 4:50 Uhr schnell nach Osten zu fliegen. Planet Neptun erreicht heute seine Oppositionsstellung, er ist also der Erde relativ nah, kann aber trotzdem nur im guten Fernglas oder Fernrohr gesehen werden.

Am Mittwoch, den 11. September, fliegt die ISS zwischen 5:32 Uhr und 5:38 Uhr in maximal 49° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Bereits um 2:14 Uhr bedeckt der Mond den Stern nü im Steinbock. Abends beginnt Jupitermond Europa um 21:26 Uhr einen Durchgang vor der Planetenscheibe.

Am Donnerstag, den 12. September, ist die ISS zischen 4:45 Uhr und 4:49 Uhr nur kurz am südöstlichen Himmel zu sehen. Kleinplanet Ceres (8,9mag) geht heute Abend dicht an Rho Oph (4,8mag) vorüber.

Am Freitag, den 13. September, fliegt die ISS zwischen 5:31 Uhr und 5:37 Uhr in nur noch 29° Grad Höhe über unseren morgendlichen Himmel hinweg. Bereits um 2:43 Uhr zeigte der veränderliche Stern Algol im Perseus wieder ein Helligkeitsminimum. Um 19:30 Uhr trifft sich an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus wieder die "Beobachtergruppe" zum gegenseitigen Austausch, Interessierte Besucherinnen und Besucher sind jederzeit willkommen.

Am Samstag, den 14. September, erreicht der Mond kurz vor seinem Untergang im Westen um 6:33 Uhr seine exakte Vollmondposition. Dies ist übrigens der kleinste Vollmond des Jahres, er hat nur einen Durchmesser von 29,4 Bogenminuten, da er auf seiner leicht elliptischen Bahn dann gut 406.000 Kilometer von uns entfernt ist. Die ISS kann kurz um 4:45 Uhr unterhalb des Sternbilds Orion gesichtet werden.

Am Sonntag, den 15. September, kann die ISS ein letztes Mal in dieser Morgensichtbarkeitsperiode um 5:32 Uhr ganz tief im Süden in nur 12° Grad Höhe kurz gesehen werden. Beim Mond können wir heute Abend dank maximaler Libration in Breite auch auf seinen Nordpol schauen. Um 23:31 Uhr erreicht Algol erneut ein Helligkeitsminimum.




Donnerstag, 5. September 2019

5. September: Morgenrot


Heute früh war vor Sonnenaufgang im Osten wieder ein ausgesprochen intensives Morgenrot zu sehen. So schön dies auch anzusehen sein mag, der Grund dafür ist leider nicht so schön: Durch die großen Wald- und Flächenbrände in diesem Sommer ist unsere Atmossphäre wohl so stark angereichert mit Ruß- und Staubteilchen, dass es morgens vor und abends nach Sonnenuntergang zu besonders intensiven Farben kommt.

Morgenrot am 5. September 2019 um 6:25 Uhr, ca. 25 Minuten vor Sonnenaufgang

Morgenrot mit Krähen

Wer genauer wissen möchte, wie Morgen- oder Abendrot entsteht, kann das zum Beispiel hier, hier oder hier nachlesen.


Montag, 2. September 2019

2. - 8. September 2019: Der Himmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche nimmt der Mond weiter zu und bestimmt mehr und mehr den Nachthimmel. Dank der immer früher eintretenden Dunkelheit können Jupiter und Saturn in der ersten Nachthälfte noch gut bis 23:00 Uhr bzw. 01:00 Uhr beobachtet werden. Außerdem werden die Bedingungen für die Beobachtung der Fernglasplaneten Uranus und Neptun immer besser. Die anderen Planeten sind diese Woche nicht sichtbar. Die ISS kann bei morgendlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 2. September, geht die Sonne um 6:38 Uhr auf und um 20:10 Uhr unter. Der helle Tag ist also wieder 26 Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Die zu 16 Prozent beleuchtete Mondsichel geht heute um 21:56 Uhr unter. Bereits um 4:50 Uhr fliegt die ISS im Südosten miten durch das Sternbild Orion.

Am Dienstag, den 3. September, ist der Mond am Abend weiter gezogen in das Sternbild Waage und geht um 22:20 Uhr unter. Morgens fliegt die ISS zwischen 5:35 Uhr und 5:42 Uhr in der Morgendämmerung in maximal 66° Grad Höhe über unseren Himmel.

Am Mittwoch, den 4. September, nähert sich der Mond dem Sternbild Skorpion und geht um 22:46 Uhr unter. Jupitermond Europa geht bis 21:19 Uhr vor dem Planeten vorüber, ab 21:26 Uhr fällt Europas Schatten auf die Planetenscheibe.Zwischen 4:48 Uhr und 4:53 Uhr fliegt die ISS in maximal 51° Grad Höhe über unseren Südwesthimmel.  Im HeinzNixdorf MuseumsForum gibt es um 19 Uhr einen  Vortrag von Dr. Urs Ganse unter dem Tiel: "Wie baut man eigentlich ein Raumschiff?"

Am Donnerstag, den 5. September, nähert sich der Mond dem Jupiter, er geht um 23:17 Uhr unter. Heute zeigt er wieder einmal maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht weit ab vom Rand. Zwischen 5:34 Uhr und 5:39 Uhr fliegt die ISS mit maximal 8° Grad Höhe fast durch unseren Zenit, bereits in der Morgendämmerung fliegt sie dabei sehr dicht an Capella im Fuhrmann und Castor und Pollux in denZwillingen vorüber.

Am Freitag, den 6. September, erreicht der Mond am Morgen um 5:11 Uhr das Erste Viertel, dann steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. Abends sind dann schon 57 Prozent von ihm beleuchtet, er geht um kurz vor Mitternacht unter. Heute Abend steht Neptun (7,8mag) nur 30'' Bogensekunden südlich von Phi Aquarii und Kleinplanet Pallas (10,0mag) geht 18' Bogenminuten nördlich an 32 Bootos (5,6mag) vorüber. Die ISS tritt um 4:46 Uhr in 50° Grad Höhe im Südsüdwesten im Sternbild Andromeda aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann bis 4:52 Uhr Richtung Osten der später aufgehenden Sonne entgegen.

Am Samstag, den 7. September, fliegt die ISS am Morgen zwischen 5:33 Uhr aus dem Westen aufsteigend, um 5:35 Uhr genau über unsere Stadt hinweg. Am Abend geht der immer vollere Mond erst nach Mitternacht unter.

Am Sonntag, den 8. September, fliegt die ISS noch einmal um 4:46 Uhr exakt über unsere Stadt hinweg. Sie taucht jedoch erst 30 Sekunden vorher aus dem Erdschatten auf., bevor sie dann um 4:51 Uhr im Osten hinter dem Horizont verschwindet. Abends steht der Mond ca. 3° Grad östlich (also links) von Saturn.



Sonntag, 1. September 2019

1. September: Draußen in der Feldmark


An meinem Beobachtungsplatz war ich nicht ganz allein...
Heute Abend war ich noch einmal schnell draußen. Es hatte aufgehört zu regnen, so konnte ich noch etwas Abendrot und eine schmale Mondsichel genießen:


Die durchziehenden Wolken liessen zum Glück auch immer wieder einen Blick auf den Mond zu.

Der Mond über den Feldern


Der zwei Tage alte Mond
Nur dreieinhalb Grad über dem Horizont, zu acht Prozent beleuchtet, war die schmale Mondsichel nicht scharf zu fotografieren. Wer will, kann trotzdem mal versuchen, die Position des Kraters "Weierstrass" zu finden. Er wäre günstig zu sehen, ist aber auf dem Foto nicht wirklich zu erkennen.

Samstag, 31. August 2019

31. August: Space Night im Heinz Nixdorf MuseumsForum


Die Sternwarte Paderborn beteiligt sich im Rahmen einer Kooperation mit dem Heinz-Nixdorf-MuseumsForum ein weiteres Mal an der "Langen Nacht der Museen" in Paderborn.

Auf der Webseite des HNF heisst es dazu:

Space Night – Paderborner Museumsnacht im HNF


Datum: Samstag 31.08.2019 Beginn: 18:00 Ende: 23:59
 

Unendliche Weiten, gigantische Raketen und schwerelose Astronauten - in der Paderborner Museumsnacht dreht sich im HNF alles um den Weltraum. Planeten, Sterne, die Himmelsforschung und Raumfahrt stehen an diesem Abend im Fokus. 

Bis Mitternacht wartet ein spaciges Programm mit zahlreichen Mitmach-Aktionen auf Sie. Wir laden Sie ein, sich an einem 1.000-teiligen Weltraumpuzzle zu versuchen oder Lego-Modelle wie den Mars Rover Curiosity und die Saturn-V-Rakete zu testen. Absolvieren Sie selbst ein Weltraum-Training: Im Aerotrim können Jugendliche ab 12 Jahren testen, ob sie schwindelfrei sind. Berühmte Astronauten stellt Ihnen das diesjährige NRW-Kulturrucksackprojekt "Von wegen, hinterm Mond!" vor. Werfen Sie einen Blick in unser schwarzes Loch oder schauen Sie durch ein Fernrohr der Volkssternwarte Paderborn! 

Den gesamten Abend lang können Sie das HNF und seine Ausstellungen kostenlos besichtigen. Freuen Sie sich auf die interaktiven Exponate in "Aufbruch ins All" oder entdecken Sie 50 beeindruckende NASA-Fotografien in "Ein kleiner Schritt".
Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Und das beste dabei: Der Eintritt ist frei!

Donnerstag, 29. August 2019

30. August: Ein weiterer Mondgottesdienst in Detmold


Am 30. August gibt es in Detmold wieder eine ganz besondere abendliche Andacht in der Erlöserkirche am Markt in Detmold:


Einladungsplakat
Diese Veranstaltung ist eine Fortsetzung der "Neumondgottesdienste", an denen ich schon einmal mitwirken durfte. Die Veranstaltung wird wohl ungefähr eine Stunde dauern.


Herr Ulrich Holle wird aus der reichen Lyrik zum Thema Mensch und Mond rezitieren: Erinnerungen an die kindlichen Phantasien zum Mond; der große Schatz an Liebesliedern, die unter Mondenschein entstanden sind, und tiefgründige philosophische Gedanken werden in drei Zyklen vorgestellt. Die ewige Faszination der Himmelskörper wird Pastor Burkhard Krebber zum Inhalt seiner Andacht machen. Der Mond ist eine bleibende Herausforderung für den Menschen: Er liefert Stoff für die Gestaltung der Zeiten und er zwingt zur Beachtung naturwissenschaftlicher Gesetze. Er beflügelt den menschlichen Geist zu literarischen Gedankengängen und er reizt das menschliche Streben in unbekannte Welten. Ich selbst werde über ein paar eher unbekannte Details aus dem Leben der ersten Menschen auf dem Mond berichten. Dazu noch berühmte Stücke aus der Welt der Jazzmusik - ich denke, das wird sicherlich ein schöner Abend.
Sie sind herzlich eingeladen - in die Kirche und zu den anschließenden Nach- und Nachtgesprächen.

Dienstag, 27. August 2019

27. August: Sternbedeckung durch den Mond


Heute früh gab es um 4:24 Uhr eine Sternbedeckung durch den Mond. Der nur 7.0mag helle (besser "schwache") Stern SAO 79216 wurde so gerade eben vom Mond bedeckt. Da ich glücklicherweise mitten in Nacht so gegen 4 Uhr zur Toilette musste, war ich wach und konnte das Ereignis bei warmen 21° C draußen beobachten. Schnell das Spektiv auf ein einfaches Photostativ (ohne automatische Nachführung) gesetzt und die Kamera bereit gehalten. Mehr Aufwand war nicht nötig. Hier sind meine Bilder dieses Ereignisses. Dieses findet am "oberen Rand / Nordpol" des Mondes statt, also dort, wo das Licht der Sichel spitz zuläuft. Da der Stern nur sehr schwach zu sehen war, habe ich teilweise bis zu vier Sekunden belichtet, was beim Stern natürlich zu einer Strichspur führt und den Mond stark überbelichtet, teilweise werden sogar unschöne Reflexionen (Geisterbilder) sichtbar:

Um 4h:17m:43s, eine Sekunde belichtet. Der Mond ist schon recht nah am Stern dran.

Um 4:20:34 habe ich vier Sekunden belichtet, der Stern scheint sich fast parallel zur Mondoberfläche zu bewegen.

Um 4:22:39 verschwindet der Stern hinter der Mondscheibe (2 sec belichtet).

Um 4:22:52 ist der Stern definitiv durch den Mond bedeckt. Das gab mir die Gelegenheit, andere Photos zu machen:

Der Mond, "korrekt" belichtet, in der warmen Luft aber nicht besonders scharf hinzubekommen. (4:25:06, 1/200sec)

Links unterhalb des Mondes der 3,5mag helle Stern Wasat (Delta Geminorum), der später in der Morgendämmerung ebenfalls vom Mond bedeckt werden sollte. Wasat ist nur 60 Lichtjahre von uns entfernt (4:25:54)

Und während ich noch selbst beobachtete, tauchte SAO 79216 schon wieder am dunklen Mondrand auf (Photo von 4:30:58, 1sec belichtet, der exakte Wiederauftauchmoment dürfte sicherlich 30 Sekunden oder mehr davor gewesen sein)

Und zum Schluss noch einmal ein Bild mit allen Beteiligten: links unten Wasat, dem Mond (bei dem das "Erdlicht" auf diesem Foto gut zur Geltung kommt) und SAO 79216, der sich jetzt schon etwas vom Mondrand entfernt hat (4:33:25)

Nur etwas nördlich von uns - in etwa der Linie der Autobahn A2 folgend - fand diese Bedeckung sogar nur "streifend" statt. Einige Sternfreunde aus OWL waren dazu extra in die Nähe von Gütersloh gefahren. Bei einer "streifenden" Sternbedeckung verschwindet der Stern, der ja wirklich nur ein "Lichtpunkt" darstellt, nicht auf Dauer hinter dem Mond. Er wird nur kurzzeitig von einzelnen Mondbergen bedeckt. Auf meinen Fotos und allen anderen Bildern sieht der Mondrand ja immer rund und glatt aus. Doch das ist natürlich nur der gewaltigen Entfernung von uns bis zu ihm hin geschuldet. In Wirklichkeit ist der Mond ja sehr uneben, von vielen Kratern und Bergen bedeckt. und je nachdem, wo der Stern am "Rand entlang schrammt", kann man ihn dann manchmal in einzelnen Mondtälern aufblitzen sehen.

Um dieses besondere Erlebnis zu haben, muss man sich jedoch ziemlich genau auf der Grenzlinie einer Bedeckung befinden. Meine Freunde haben Erfolg gehabt, telefonisch haben sie schon vom vier- oder fünfmaligen Aufblitzen des Sterns berichtet. Ich bin gespannt, auf ihren ausführlichen Bericht. Wenn er kommt, werde ich ihn auch hier verlinken:

**** Ergänzung vom 29. August:

Einen "ausführlichen" Bericht haben meine Freunde noch nicht verfasst, aber ein wichtiges Detail ihres Projekts schon veröffentlicht:
http://astronomie-owl.mozello.com/ueber-uns/galerie-gemeisamer-aktivitaten/
Auf einem der dort abgebildeten Bilder sieht man einen Kochlöffel. Dieser wurde zum "Zeitgeben" verwendet. Während der kurzen Phase der streifenden Bedeckung hat Hubert, wie man ebenfalls erkennen kann, mit einer Kamera sein Handy abgefilmt, auf dem eine genaue Uhrzeit angegeben wurde. Und jedesmal wenn der Stern sichtbar wurde, bzw. wieder verschwand, hat er mit dem Kochlöffel auf den Tisch gehauen und so ein lautes Signal erzeugt, das natürlich dann auch auf dem Film mit den exakten Zeiten zu hören ist. Eine clevere Idee!

Montag, 26. August 2019

26. August: Abendrot


Auch heute stieg die Temperatur draußen auf über 30° Grad. Der Sommer dreht noch einmal richtig auf. Damit einher ging wieder ein schönes Abendrot. Liegt das nur an der Wärme hier - oder ist da auch schon Staub von den Bränden im Amazonasgebiet in der Atmosphäre?

Abendrot am Montag, den 26. August 2019.

Sonntag, 25. August 2019

26. August - 1. September: Der Sternenhimmel über uns


In dieser Woche ist am Freitag Neumond, da eignen sich die Nächte gut, um auch lichtschwache Objekte am Himmel zu beobachten. Von den hellen Planeten ist Jupiter noch bis ca. eine halbe Stunde vor Mitternacht zu beobachten, Saturn bis gegen 1:30 Uhr morgens. Die Fernrohr- oder Feldstecher-Planeten Uranus und Neptun gehen gegen 22:30 Uhr bzw. 21:00 Uhr auf und können dann die ganze Nacht über beobachtet werden. Die ISS kann in der zweiten Wochenhälfte wieder bei morgendlichen Überflügen beobachtet werden. Aber auch die Sommerferien nähern sich dem Ende, es gibt wieder einige interessante öffentliche Veranstaltungen.

Am Montag, den 26. August, geht die Sonne um 6:26 Uhr auf und um 20:26 Uhr unter, der helle Tag ist also gerade noch 14 Stunden lang. Um 22:04 Uhr beginnt bei Jupiter eine Bedeckung seines Mondes Europa.

Am Dienstag, den 27. August, geht der nur noch zu 15 Prozent beleuchtete Mond um 2:08 Uhr auf. Zwischen 4:25 Uhr und 4:28 Uhr kommt es nicht weit von uns entfernt zu einer "streifenden Sternbedeckung" durch den Mond. Dabei schrammt ein Stern so knapp am Mondrand vorbei, dass es - den richtigen Standort vorausgesetzt - möglich ist, den Stern unter Umständen mehrfach zwischen den verschiedenen Mondbergen aufblitzen zu sehen. Sternfreunde aus OWL möchten dieses Ereignis gemeinsam in der Nähe von Gütersloh beobachten, mehr Informationen dazu hier im Internet. Etwa zur gleichen Zeit am Morgen geht Kleinplanet Eunomia (8,4mag) nur 8' Bogenminuten südlich an12 Aquarii (5,9mag) vorüber. bereits in der Morgendämmerung gegen 5:55 Uhr bedeckt der Mond dann noch den Stern delta Gem (3,5mag).

Am Mittwoch, den 28. August, geht die nur noch zu 7 Prozent beleuchtete Mondsichel um 3:18 Uhr auf. Am Abend stehen bei Jupiter zwei Monde links, zwei Monde rechts, bis 21:21 Uhr kann vielleicht noch der Schatten von Europa auf der Planetenscheibe beobachtet werden.

Am Donnerstag, den 29. August, kann wohl letztmalig vor Neumond eine ganz schmale Mondsichel im Osten beobachtet werden, um 4:38 Uhr geht die nur zu drei Prozent beleuchtete Sichel auf. Am Abend sind von 21:17 Uhr bis 22:38 Uhr bei Jupiter nur die Monde Kallisto und Europa zu sehen. Io wird ab 21:17 Uhr bedeckt und Ganymed wandert bis 22:38 Uhr direkt vor der Planetenscheibe vorüber.

Am Freitag, den 30. August, fliegt de ISS zwischen 5:36 Uhr und 5:43 Uhr über unseren Morgenhimmel hinweg.  Exakt um 12:37 Uhr erreicht der Mond seine Neumond-Position. Am Abend um 19:30 Uhr gibt es in der Erlöserkirche am Markt in Detmold eine Andacht  zu "50 Jahre Mondlandung". Ich darf an dieser schönen Sache mitwirken, kommen Sie doch einfach vorbei!

Am Samstag, den 31. August, kann die ISS zwischen 4:49 Uhr und 4:54 Uhr in nur 16° Grad Höhe tief im Südosten beim Überflug gesehen werden. Die Mitglieder der Sternwarte Paderborn Schloß Neuhaus unterstützen heute die "Lange Nacht der Museen" im Paderborner Heinz-Nixdorf-MuseumsForum." Auch hierzu lade ich Sie herzlich ein! Saturnmond Titan steht am Abend genau oberhalb des Planeten.

Am Sonntag, den 1. September, kann die ISS zwischen 5:35 Uhr und 5:42 Uhr in maximal 40° Grad Höhe an unserem Morgenhimmel gesichtet werden. Bei klarer Sicht nach Osten kann ca eine Stunde vor Sonnenaufgang vielleicht das Zodiakallicht beobachtet werden. Im Südosten fliegt sie knapp über das schon längst aufgegangene Wintersternbild Orion hinweg. Am Abend geht die nur zu 8 Prozent beleuchtete Mondsichel um 21:34 Uhr unter.

Freitag, 23. August 2019

23. August: Der Sternenhimmel über uns


Schon den ganzen Tag über war es sonnig und klar. Auch die Luftfeuchtigkeit war nicht sehr hoch, so dass man am Abend gut den Sternenhimmel über uns genießen konnte. Hier einmal fünf Übersichtsbilder, aufgenommen kurz vor Ende des "Rosenberger Weges", also oberhalb unserer Stadt in der Nähe des Eggewaldes. Entstanden am 23. August 2019 zwischen 22 und 23 Uhr. Auf einigen Bildern sind mehr oder weniger lange Striche zu sehen, das sind Leuchtspuren von Flugzeugen:

Blick Richtung Osten zu den Sternbildern Andromeda (etwas rechts) und Perseus (links von der Mitte) hin. Die recht geraden Striche kommen von Flugzeugen. Das Bild wurde ca. 30 Sekunden belichtet. Etwa auf mittlerer Bildhöhe, leicht nach rechts erkennt man einen hellen Fleck, der zu beiden Seiten hin etwas "ausgefranst", also länglich erscheint. Das ist die Andromedagalaxie (Andromedanebel) in einer Entfernung von 2,5 Millionen Lichtjahren - das ist so ziemlich die weiteste Strecke, die der Mensch mit bloßem Auge von uns aus gucken kann.

Blick Richtung Nordwesten. Unten sieht man die Lichter von Bad Lippspring, ganz rechts (etwas schief wegen des 20mm Weitwinkel-Objektivs) der Funkturm auf der Egge Nähe Herrmannsdenkmal. Über der Stadt der "Große Wagen".

Blick Richtung Südwesten. Rechts (hinter den Bäumen) die "Lichtglocke" von Paderborn. Etwas links von der Mitte unten der Planet Jupiter, ganz links ist leicht die Milchstrasse zu erkennen.

Blickrichtung Süden. Die hellen Streifen kommen von Flugzeugen, die Bilder wurden bis zu zwei Minuten belichtet, wobei die Kamera der Bewegung der Sterne nachgeführt wurde, daher sind auf diesem Bild die (ortsfesten) Lichter von Paderborn (rechts unten) verzerrt.

Die Milchstrasse mit denSternbildern Leier, Schwan und Adler (das Sommerdreieck) genau über unseren Köpfen. Auch hier leider wieder mit einer Flugzeugspur.





Sonntag, 18. August 2019

19. - 25. August: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der abnehmende Mond ganz langsam aus der ersten Nachthälfte zurück. Von den hellen Planeten sind am Abend Jupiter bis gegen Mitternacht und Saturn bis gegen 2:00 Uhr zu sehen. Mit einem guten Fernglas oder Fernrohr können in der Nacht auch Uranus (ab ca. 23:00 Uhr) und Neptun (ab ca. 22:00 Uhr) gefunden werden. In den ersten Tagen der Woche kann vielleicht vor Sonnenaufgang noch Merkur im Osten gefunden werden. Die ISS kann nicht bei nächtlichen Überflügen gesichtet werden.

Am Montag, den 19. August, geht die Sonne um 6:15 Uhr auf und um 20:41 Uhr unter. Der helle Tag ist damit 23 Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Der zu über 80 Prozent beleuchtete Mond geht um 22:29 Uhr auf, heute können wir auf seinen Nordpol schauen. Saturnmond Titan erreicht maximale östliche Elongation.

Am Dienstag, den 20. August, erreicht der veränderliche Stern Algol im Perseus um 4:14 Uhr ein Helligkeitsminimum. Und am Abend geht der Mond um 22:46 Uhr auf.

Am Mittwoch, den 21. August, geht am Abend der Mond um 23:05 Uhr auf. Um 22:16 Uhr beginnt ein Vorübergang von Jupitermond Io vor dem Planeten, ab 23:31 Uhr wandert Ios Schatten über die Planetenscheibe. Um 19:30 Uhr wird im Kino in Bad Lippspringe der Film "Apollo 11" gezeigt, die Sternwarte aus Paderborn plant einen kleinen Ausflug dahin. Kommen Sie doch einfach mit!

Am Donnerstag, den 22. August, geht am Abend der Mond um 23:27 Uhr auf. Bereits ab 21:23 Uhr wandert der Schatten von Ganymed über Jupiters Planetenscheibe. Um 22:51 Uhr endet eine Verfinsterung von Io.

Am Freitag, den 23. August, erreicht der Mond um 16:56 Uhr das Letzte Viertel, dann steht er jedoch noch unter dem Horizont. Er geht erst kurz vor Mitternacht auf und steht in der Nähe der Hyaden im Stier.

Am Samstag, den 24. August, zieht in den frühen Morgenstunden der Mond ganz knapp über die Hyaden hinweg. Dabei kommt es zu einer Bedeckung des 3.9mag hellen Sterns delta Tauri, sie beginnt um ca. 4:50 Uhr und endet um ca. 5:53 Uhr. Außerdem zeigt der Mond maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht relativ weit ab vom Rand.

Am Sonntag, den 25. August, stehen am Abend alle vier galiläischen Monde bei Jupiter auf der gleichen Seite.

Freitag, 16. August 2019

16. und 21. August: Odins Filmtheater "Apollo 11"


Am Freitag, den 16. April und Mittwoch, den 21. April, gibt es jeweils um 19:30 Uhr in Bad Lippspringe wieder einmal "Kino vom Feinsten". In unserem kleinen, ehrenamtlich betriebenen Kino läuft ein Film, den es in mancher viel größeren Stadt nicht zu sehen gab: "Apollo 11"

Hier der Link zu unserem Kino: https://odins-filmtheater.de/produktion/apollo-11/

Plakat zum Film

Und hier der Trailer dazu:




Eine Rezension in der Zeit. Und hier der Eintrag bei Wikipedia zum Film.
Am Mittwoch, den 21. August planen die Mitglieder der Sternwarte Paderborn einen kleinen gemeinsamen Ausflug zur Vorstellung. Kommen Sie doch einfach mit!

Ich habe im Urlaub den Film schon in einer IMAX-Fassung gesehen und war begeistert. Dort lief der Film jedoch nur rund 45 Minuten, im Kino läuft er über volle 90 Minuten.

Mehr Informationen über unser Kino gibt es hier auf der Webseite unserer Stadt.

Sonntag, 11. August 2019

11. August 1999: Sonnenfinsternis in Deutschland


Heute vor zwanzig Jahren gab es in Deutschland eine totale Sonnenfinsternis. Leider war es kein Sonntag, sondern mitten in der Woche. Meine Frau musste als Lehrerin arbeiten, ich konnte mir aber Urlaub nehmen und habe für die beiden jüngeren Töchter kurzerhand eine "Entschuldigung" für die Schule geschrieben.

Dann sind wir nach Heidelberg gefahren, mein bester Freund Michael hatte genau an diesem Tag Geburtstag - und so gab es eine wunderschöne "Sonnenfinsternisgeburtstagsparty" auf einer Wiese südlich von Heidelberg, wo Michael als Verlagsleiter lebt und arbeitet.

Hier die Bilder von damals:






















Das letzte Bild hatte mein Bruder Ulrich gemacht und wir fragten uns damals: "Das haben wir wirklich gesehen?" Denn im schönsten Augenblick der totalen Finsternis schob sich eine Wolke vor die Sonne. Und später fing es sogar an zu regnen. Ich verabschiedete mich damals von Michael mit den Worten: "Vielen Dank für diese tolle Geburtstagsparty Ich werde mich in zwei Jahren an meinem Geburtstag entsprechend revanchieren, aber dann kriegen wir das mit dem Wetter sicherlich noch besser hin!" Doch diese Bilder gibt es dann erst in zwei Jahren :-)