Sonntag, 14. Oktober 2018

15. - 21. Oktober: Der Himmel über Bad Lippspringe

Herbstferien! Vieleicht ja für die eine oder den anderen eine gute Gelegenheit, abends länger aufzubleiben und bis tief in die Nacht hinein, den Mond, Planeten und die Sterne zu beobachten. In dieser Woche bestimmt der zunehmende Mond immer mehr den Nachthimmel. Es kommt in dieser Woche zu zahlreichen Sternbedeckungen durch den Mond, mit einem guten Fernglas sollte man in der Lage sein, diese beobachten zu können. Die Bedeckungen erfolgen alle am dunklen Mondrand, das Licht des Sterns wird einfach "ausgeknipst". Von den hellen Planeten können immer noch Mars (bis gegen 0:30 Uhr) und Saturn (bis gegen 21:30 Uhr) beobachtet werden. Die ISS ist nicht zu sehen, aber es sollen noch einmal zwei Iridiumflares in dieser Woche beobachtet werden können.

Am Montag, den 15. Oktober, geht die Sonne um 7:49 Uhr auf und um 18:35 Uhr unter. Der helle Tag ist damit erneut 28 Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Der Mond entfernt sich abends von Saturn und geht um 22:44 Uhr unter.

Am Dienstag, den 16. Oktober, erreicht der Mond exakt um 20:02 Uhr das Erste Viertel, er geht um 23:37 Uhr unter. Mars (-1mag) geht am Abend in nur 2' Bogenminuten Abstand an nü Capricornii (4,9mag) vorüber. Morgens früh um 5:38 Uhr kommt es fast genau in Nordrichtung (Azimut 8° Grad) zu eine Iridiumflare in 20° Grad Höhe, es wird jedoch nur eine Helligkeit von -1mag erreicht.

Am Mittwoch, den 17. Oktober, nähert sich der Mond langsam dem Planeten Mars, der Mond geht bald nach Mitternacht unter.

Am Donnerstag, den 18. Oktober, ist der Mond bereits an Mars vorbei gezogen, die beiden Himmelskörper stehen am Abend nur knapp 3° Grad voneinander entfernt. Um 18:41 Uhr kommt es noch einmal zu einem hellen Iridiumflare von -5mag. Dieser findet allerdings tief im Westen (Azimut 276° Grad) in nur 12° Grad Höhe statt. Um18:47 Uhr bedeckt der Mond den Stern 30 Cap (5,4mag).

Am Freitag, den 19. Oktober, kommt es gleich zu zwei Sternbedeckungen durch den Mond. Um 18:52 Uhr wird ein nur 7,1mag schwaches Sternlein bedeckt, um 23:30 Uhr dann der 6,2mag Stern 39 Aquarius.

Am Samstag, den 20. Oktober, ist der Mond am Abend bereits zu 85 Prozent beleuchtet. Um 18:35 Uhr kommt es zu einer weiteren Sternbedeckung, 74 Aquarii mit 5,9mag wird bedeckt.

Am Sonntag, den 21. Oktober, leuchtet der Mond am Abend bereits mit über 90 Prozent seiner Fläche. Er geht erst um kurz vor 5 Uhr am nächsten Morgen unter. Um 23:50 Uhr bedeckt der Mond einen 6,3mag hellen Stern. Wenn die Einstellungen meiner Planetariumssoftware stimmen, zieht zur gleichen Zeit der Wettersatellt Meteosat-11 vor dem Mond vorüber, aber ob man dies beobachten kann?






Samstag, 6. Oktober 2018

8. - 14. Oktober: der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche ist Neumond, die Nächte eignen sich gut zum Beobachten von schwachen Objekten am Sternenhimmel. Von den hellen Planeten geht Saturn gegen 22 Uhr im Südwesten unter, Mars ist bis gegen 1:00 Uhr am Himmel zu sehen. Uranus und Neptun sind nur mit einem Fernglas oder Fernrohr zu sehen. Die ISS kann noch bei abendlichen Überflügen gesichtet werden.

Am Montag, den 8. Oktober, geht die Sonne um 7:37 Uhr auf und um 18:47 Uhr unter, der helle Tag ist also nur noch etwas über 11 Stunden lang. Die nur zu einem Prozent beleuchtete Mondsichel wird wohl trotz Aufgang um ca. 6:30 Uhr (also eine Stunde vor Sonnenaufgang) nicht mehr zu sehen sein. Zwischen 19:27 Uhr und 19:33 Uhr kann die ISS beim Überfliegen des abendlichen Himmels beobachtet werden, sie erreicht dabei maximal eine Höhe von 51° Grad über dem Horizont und fliegt dabei ganz knapp an Atair, dem hellsten Stern des Adlers vorüber. An der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus gibt es heute einen Vortrag zum Thema "China - die neue Größe in Astronomie und Raumfahrt?"

Am Dienstag, den 9. Oktober, ist exakt um 5:47 Uhr Neumond. Vielleicht kann, bei klarer Sicht nach Osten, in diesen Tagen am Morgen, ca. eine Stunde vor Sonnenaufgang, auch das Zodiakallicht beobachtet werden. Zwischen 20:12 Uhr und 20:17 Uhr ist die ISS in maximal 22° Grad Höhe am Südwesthimmel zu sehen, sie verschwindet dicht unterhalb von Mars im Erdschatten.

Am Mittwoch, den 10. Oktober, fliegt die ISS zwischen 19:20 Uhr und 19:27 Uhr knapp oberhalb vom Mars über unseren Abendhimmel hinweg.
 
Am Donnerstag, den 11. Oktober, ist am Abend die Mondsichel zu 8 Prozent beleuchtet, sie geht um 20:13 Uhr unter. Kurz vorher, zwischen 20:05 Uhr und 20:08 Uhr fliegt die ISS in nur 12° Grad Höhe über unseren Südwesthimmel entlang, dabei überquert sie fast genau den Planeten Saturn. Heute zeigt der Mond maximale Libration in Länge, d.h. das Mare Crisium ist weit ab vom Rand, als auch maximale Libration in Breite, so dass sein Südpol sichtbar wird. Auch ist im dunklen Teil des Mondes das Erdlicht zu beobachten.

Am Freitag, den 12. Oktober, geht der zu 15 Prozent beleuchtete Mond um 20:45 Uhr unter. Zwischen 19:12 Uhr und 19:19 Uhr ist die ISS wohl ein letztes Mal in dieser abendlichen Sichtbarkeitsperiode am Himmel zu erspähen.

Am Samstag, den 13. Oktober, geht der zu 23 Prozent beleuchtete Mond um 21:17 Uhr unter.

Am Sonntag, den 14. Oktober,  nähert sich der zu einem Drittel beleuchtete Mond dem Planeten Saturn, der Abstand beträgt rund 5 Grad. Der Mond geht gegen 21:57 Uhr unter.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

8. Oktober: China – die "neue Größe" in Astronomie und Raumfahrt?


Am Montag, den 8. Oktober 2018, hält mein Sternfreund Heinz-Bernd Eggenstein um 20 Uhr in der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus einen interessanten Vortrag zum Thema:

China – die "neue Größe" in Astronomie und Raumfahrt?

Auf der Webseite der Sternwarte heißt es dazu in der Ankündigung:

"Die bemannte Weltraumfahrt hat sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch gewandelt: Nach dem Ende des Space Shuttle können die USA derzeit keine Menschen in den Weltraum befördern. Angesichts der Pläne hauptsächlich privatwirtschaftlicher Anbieter wie SpaceX vergisst man leicht, dass es zurzeit neben Russland eine weitere Nation gibt, die bemannte Weltraumflüge durchführen kann: China hat mehrmals demonstriert, dass es sogar die nötige Technologie zum Betrieb einer eigenen bemannten Weltraumstation beherrscht.

In der astronomischen Forschung setzt China ebenfalls Akzente: Zu einer Zeit, als das bekannte US-amerikanische Arecibo-Radioteleskop darum kämpfen musste, wegen Geldmangels nicht eingemottet zu werden, baute China mit FAST 500 ein neues weltgrößtes Radioteleskop mit einer einzelnen großen Antenne.

Welche Ziele verfolgt China im Weltraum und in der Astronomie? Warum gibt es so wenig Kooperationen zwischen den USA und China auf diesen Gebieten? Wird China - zusammen mit z.B. Indien - schon bald eine führende Rolle einnehmen? Diesen Fragen und anderen Fragen zum Aufschwung Chinas in Raumfahrt und Astronomie geht der Referent in diesem Vortrag ausführlich ein."


Der Eintritt zum Vortrag kommt wie immer der Arbeit der Sternwarte zugute.

Sonntag, 30. September 2018

1. - 7. Oktober 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond weiter ab und leuchtet praktisch nur noch in der zweiten Nachthälfte. Von den großen Planeten sind Mars (zuerst, im Süden, bis gegen 1:00 Uhr im Südwesten)), Saturn (im Südwesten, bis gegen 22:00 Uhr) und vielleicht noch Jupiter (im Südwesten, bis ca. 20 Uhr) zu sehen. Uranus und Neptun können (fast) die Ganze Nacht über mit einem Fernglas oder Fernrohr beobachtet werden. Die ISS ist bei abendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 1. Oktober, geht die Sonne um 7:27 Uhr auf und um 19:03 Uhr unter. Der helle Tag ist jetzt deutlich kürzer als 12 Stunden. Um 20:44 Uhr fliegt die ISS exakt über Bad Lippspringe hinweg. Gut vier Minuten vorher steigt sie vom Westhorizont kommend auf und verschwindet um 20:45 Uhr im Erdschatten. Der Mond geht abends um ca. 23 Uhr auf und ist dann noch zu 56 Prozent beleuchtet. In der Nacht kommt es zu einer Sternbedeckung durch den Mond. Um 0:23 (am Dienstag früh) Uhr taucht der Stern 68 Orionis (5,7mag) am dunklen Mondrand wieder auf.

Am Dienstag, den 2. Oktober,  erreicht der Mond um 11:46 Uhr exakt das Letzte Viertel. Vielleicht ist er dann sogar am Himmel zu sehen. Er steht dann im Westen in knapp 30° Grad Höhe, erst um 15:24 Uhr geht er unter. Abends geht er dann erst um Mitternacht herum im Osten wieder auf. Um 19:52 Uhr fliegt die ISS ein weiteres mal genau über Bad Lippspringe hinweg. Der Überflug beginnt um 19:48 im Westen und endet 19:55 Uhr im Osten.

Am Mittwoch, den 3. Oktober,  endet in aller Frühe um 4:43 Uhr eine Sternbedeckung, 56 Geminorum (5,2mag) taucht am dunklen Mondrand wieder auf. Um 6:46 Uhr kommt es zu einem der letzten sichtbaren Iridiumflares. Im Sternbild Kleiner Bär, im Norden in 43° Grad Höhe kommt es zu einem -5mag hellem Flare von Iridium 91. Keine zwei Minuten später kommt es an fast gleicher Stelle zu einem weiteren Flare von -2mag durch Iridium 31. Zwischen 20:33 Uhr und 20:38 Uhr kommt es zu einem weiteren Überflug der ISS am Südhimmel, heute erreicht sie maximal eine Höhe von 79° Grad über dem Horizont.

Am Donnerstag, den 4. Oktober, geht der Mond um 1:00 Uhr im Sternbild Krebs auf, auf der dunklen Seite schimmert ein wenig das Erdlicht. Zwischen 19:41 Uhr und 19:48 Uhr kommt es zu einem weiteren Überflug der ISS über Bad Lippspringe, die Abweichung vom Zenit (dem Punkt genau senkrecht über uns) beträgt nur 2° Grad.

Am Freitag, den 5. Oktober, fliegt die ISS zwischen 20:26 Uhr und 20:31 Uhr in einer Höhe von maximal 56° Grad über unseren Südwest-Himmel.

Am Samstag, den 6. Oktober, erreicht der veränderliche Stern Algol um 21:31 Uhr ein Helligkeitsminimum. Die ISS fliegt zwischen19:34 Uhr und 19:40 Uhr in maximal 73° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg, dabei fliegt sie recht dicht an der Wega, dem hellsten Stern im Sternbild Leier, vorüber.

Am Sonntag, den 7. Oktober,  zeigt der Mond am Morgen, rund 48 Stunden vor Neumond,  nur noch eine schmale zu 12 Prozent beleuchtete Mondsichel, er geht gegen 4 Uhr im Osten über der Egge auf. Am Abend geht gegen 21 Uhr Kleinplanet Vesta (7,5mag) nur 19' Bogenminuten südlich an lambda Sagittarii (2,9mag) vorüber. Die Abendsichtbarkeit der ISS verschlechtert sich wieder, zwischen 20:16 Uhr und 20:24 Uhr fliegt sie heute in nur noch maximal 37° Grad über den Südhimmel entlang.

29. September 2018, abends: Mars und Mond


Wochenende und klarer Himmel, das muss man einfach ausnutzen für einen Himmelsspaziergang!

Heute standen zuerst Saturn und Mars auf meinem Beobachtungsprogramm. Saturn verschwand leider viel zu schnell hinter den Büschen und Bäumen in unserer Siedlung. Sein weit geöffneter Ring war trotzdem gleich zu Beginn meiner Beobachtungen so ab 19:30 Uhr ein echtes Highlight.

Dann galt es erstmal das Fernrohr und seine Montierung richtig stabilaufzustellen und gut auszurichten, denn ich wollt einmal mehr versuchen, Mars zu fotografieren. Eigentlich ist "fotografieren" schon nicht mehr ganz das richtige Wort, denn um ein gutes Marsfoto hinzubekommen, muss man zunächst einmal einen Film mit mehreren tausend Einzelaufnahmen erstellen. Diese Bilder werden dann übereinandergelegt ("gestacked") und daraus kann dann ein mehr oder weniger scharfes Bild gewonnen werden.

Für solche Aufnahmen hatte ich mir extra eine neue Spezialkamera gekauft. Leider sind die ersten versuche in den vergangenen Wochen nicht wirklich gelungen. Zum einen steht Mars nicht hoch genug am Himmel, bei maximal 15° Grad bleibt er meist im athmosspährischen Dunst gefangen. Zu Beginn des Sommers tobte auch noch ein großer Staubsturm auf dem Mars, der alle Details zunichte machte, und - das ist wohl das wesentliche - musste ich mich in die Kameraeinstellungen und die zugehörige Software erstmal richtig einarbeiten. Was kann man da nicht alles bloß falsch machen.

Doch heute ist mir endlich ein einigermaßen vorzeigbares Foto gelungen. Hier ist es:

Mars, 29.9.18
Mit etwas gutem Willen kann man oben eine Aufhellung, eine der Polkappen des Mars erkennen, darunter ist er zunächst dunkler, bevor er in der unteren Hälfte heller wird. Diese Schattierungen haben durchaus einen realen Ursprung. Hier eine Karte, wie sie von einer professioneller Astronomiesoftware ausgegeben wird:

Mars laut "calsky.com"
Wahrscheinlich kann ich durch eine weitere Bearbeitung meines gestackten Bildes noch etwas mehr Details sichtbar machen. Mal sehen, ob ich da in den kommenden Tagen und Wochen zu komme.

Neben einigen anderen Beobachtungen, zum Beispiel flog auch wieder die ISS über unseren Himmel, habe ich dann zum Ende auch wieder den Mond fotografiert. Hier noch schnell ein Foto von heute:

Mond am 29.September 2018 um 23:30 Uhr.
Ich wünsche noch eine Gute Nacht und ein schönes Wochenende!

Samstag, 29. September 2018

Mond bei Nacht und am Tag


Auch in der letzten Nacht vom 28. auf den 29. September klarte es wieder auf. Die Temperaturen gingen auf 0° Grad herunter.

Kurz nach Mitternacht konnte ich das nachfolgende Foto vom Mond machen:

Mond am 29. September 2018 um 0:32 Uhr MESZ
Ein solches Foto war "leicht" zu erstellen. Vor dem schwarzen Nachthimmel hebt sich der Mond natürlich gut ab, die Schatten und Strukturen auf seiner Oberfläche haben ausreichende Kontraste, um viele Details erkennen zu können.

Am Morgen des 29. Septembers, so gegen halb zehn Uhr, war der Mond immer noch am Himmel zu sehen. Im Westen in 22° Grad Höhe, jetzt jedoch am blauen Taghimmel. Da ist ein solch detailreiches Foto nicht mehr so einfach zu erstellen. Hier ein unbearbeitetes Bild:


Der Mond am 29. September um 9:19 Uhr MESZ

Aber glücklicherweise kann man mit Hilfe der digitalen Bildbearbeitung doch noch viele Kontraste auf dem Mond erkennbar machen. Beim nachfolgenden Bild habe ich die Kontraste verstärkt, insbesondere der Adobe Lightroom Regler "Dunst entfernen" hat hier ein sehr schönes Ergebnis gebracht:


Der Mond (kontrastverstärkt) am 29.9.18 um 9:21 Uhr.
Damit das Bild besser mit dem der Nacht zu vergleichen ist, habe ich es zusätzlich um 90° Grad gedreht. Jetzt kann man auch erkennen, dass der Mond in den knapp neun Stunden zwischen beiden Bildern weiter abgenommen hat. War er kurz nach Mitternacht noch zu 85 Prozent beleuchtet, ist er es jetzt nur noch zu 82 Prozent.

Donnerstag, 27. September 2018

Der Mond nimmt ab ...


Der Mond macht Diät. Von Tag zu Tag nimmt er jetzt ab. Das bedeutet auch, am Abend geht er immer später auf, bald wird er nur noch in der zweiten Nachthälfte zu sehen sein.

Hier ein Foto von heute Abend, 22:52 Uhr aufgenommen:

Der Mond am 27. September um 22:52 Uhr
Heute ist der Mond nur noch zu 92 Prozent beleuchtet. Das Mare Crisium  liegt schon weitestgehend im Schatten, bzw. in der Nacht.

Ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern eine gute und behütete Nacht!

ISS und noch ein Mond


Am Mittwochabend war der Himmel nur von wenigen Cirruswolken bedeckt, so das ich gut einmal wieder den Sternenhimmel beobachten konnte.

Um 20:15 Uhr flog die Internationale Raumstation über unseren Südhimmel entlang. Die ISS ist meist relativ einfach zu erkennen. Wie ein besonders heller Stern leuchtend zieht sie von West nach Ost über unseren Himmel. Ihr Licht strahlt kontinuierlich, erst wenn sie in den Erdschatten eintaucht, erlischt es langsam. Geräusche wie bei einem Flugzeug kann man nicht hören und man sieht auch kein Blinken. Hier einige Fotos vom Überflug, diese wurden immer 30 Sekunden lang belichtet. Die Spur der ISS am Himmel wird dadurch ein langgezogener Strich. Bei größerer Darstellung des Bildes kann man erkennen, das auch die Sterne und Planet Mars ein wenig langgezogen sind. Die Erde steht ja in den 30 Sekunden Belichtungszeit auch nicht still, und das macht sich ebenfalls in kurzen Strichen bemerkbar.

Die ISS steigt aus dem Westen kommend am Himmel empor

Die ISS fliegt zwischen dem Mars (unten, links neben Busch und Haus) und dem Sternbild Adler (oberhalb der ISS-Spur).

Flugrichtung Osten

Und gleich verschwindet sie hinter meinem Haus.
Und natürlich darf dann auch ein Fotos des Mondes nicht fehlen. Dies entstand jedoch erst nach 22 Uhr, als der Mond schon etwas höher im Osten aufgestiegen war.

Der abnehmende Mond am 26. 9.2018, noch zu 97 Prozent beleuchtet.
Obwohl die Mondoberfläche noch zu 97 Prozent beleuchtet ist, kann man schon gut erkennen, dass er am Abnehmen ist. Das Mare Crisium (oben rechts) ist nicht mehr vollständig zu sehen, am rechten Rand ist bereits ein Teil der umgebenden Berge im Schatten der Mondnacht verschwunden.

Ich habe  an diesem Abend noch einige weitere Himmelsobjektebeobachtet. Leider ist mir auch diesmal wieder kein Foto des Planeten Mars gelungen. Er steigt einfach nicht hoch genug am Himmel auf. Die Athmosphäre ist so flach über dem Horizont einfach zu unruhig, um vorzeigbare Fotos zu erzeugen. Wie schaffen das bloß andere?

Dienstag, 25. September 2018

Und noch ein Vollmond


Heute früh war um 4:52 Uhr Vollmond. Gestern Abend hatte ich ein Vollmond-Bild gut 7 1/2 Stunden vor dem exakten Zeitpunkt machen kpnnen. Heute Abend war es wieder klar, als ich nach hause kam und so habe ich auch diesmal wieder ein Foto gemacht. Heute um 21:32 Uhr, also knapp 17 Stunden nach dem exakten Vollmond-Zeitpunkt.

Der Vollmond am 25. September um 21:32 Uhr.
Leider habe ich nicht ganz aufgepasst, und so ist der Mond etwas angeschnitten und gar nicht komplett im Bild. Aber man kann - insbesondere im Vergleich mit dem Bild von gestern - heute erkennen, dass auf der rechten Seite des Mondes Kraterstrukturen zu erkennen sind. Offensichtlich ist der Mond auf dieser Seite schon etwas kleiner geworden, der Abstand vom rundlichen Mare Crisium (obenrechts) zum dunklen Rand hin ist deutlich geringer als gestern. Hier zieht also bereits die "Mondnacht" auf, der Mond nimmt also wieder ab. Es ist also eigentlich nicht mehr ganz korrekt, vom "Vollmond" zu schreiben. Aber ich finde, ein zu 99 Prozent beleuchteter Mond darf durchaus auch noch als Vollmond bezeichnet werden. Morgen um die gleiche Abendzeit wird er nur noch zu 97 Prozent beleuchtet sein. Wird man diese zwei ProzentVerlust gut erkennen können? Bei klarem Himmel werden wir es sehen können.

Montag, 24. September 2018

Wenige Stunden vor Vollmond


Gerade von einem meiner vielen Termine nach Hause zurückgekehrt, leuchtete mir der volle Mond vom Himmel entgegen. Ich habe gleich mein Spektiv und Fotoapparat gepackt: hier ein Bild. Um die unterschiedlichen Kontraste auf seiner Oberfläche etwas besser hervor zu heben "nur" in Schwarz-Weiß:

Vollmond am 24.9. um 21:21 Uhr
Am linken Mondrand kann man noch ein wenig Strukturen von Kratern erkennen, hier gibt es also noch Schattenwürfe. Ein Zeichen dafür, dass der exakte Vollmondzeitpunkt noch nicht erreicht ist. Dieser soll erst später in der Nacht, um 4:52 Uhr erreicht sein. Das Foto entstand also ca. 7 1/2 Stunden vor dem exakten Vollmond-Zeitpunkt. Aber  in dieser Nacht darf man sicherlich auch jetzt schon vom "Vollmond" sprechen.


Samstag, 22. September 2018

24. - 30. September: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche ist Vollmond, dieser beherrscht auch an den anderen Tagen der Woche den Nachthimmel. Von den großen Planeten ist Jupiter vielleicht noch bald nach Sonnenuntergang im Südwesten zu finden. Saturn geht gegen 23:00 Uhr unter und Mars leuchtet bis ca. 1:00 Uhr. Mit einem Fernglas oder Fernrohr kann man natürlich auch noch nach Uranus und Neptun Ausschau halten. In dieser Woche sind keine Iridiumflares zu sehen, aber die ISS kann bei nächtlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 24. September, geht die Sonne um 7:14 Uhr auf und um 19:19 Uhr unter, der helle Tag und auch die Nacht dauern also beide ungefähr 12 Stunden. Der volle Mond geht um 19:32 Uhr im Sternbild Fische auf. Die ISS fliegt in nur maximal 20° Grad Höhe um 20:18 Uhr aus dem Südwesten kommend unterhalb von Saturn und oberhalb von Mars bis 20:23 Uhr dem Mond entgegen.

Am Dienstag, den 25. September, geht der volle Mond um 7:13 Uhr unter und um 19:53 Uhr auf. Die exakte Vollmondposition wird um 4:52 Uhr in der Frühe erreicht. Die ISS fliegt von 21:02 Uhr bis 21:06 Uhr in maximal 47° Grad Höhe quer durch das Sternbild Adler über unseren Südhimmel hinweg.

Am Mittwoch, den 26. September, geht der Mond um 20:14 Uhr auf. Um 20:10 Uhr bereits erscheint die ISS im Südwesten und fliegt in mmaximal 33° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg, bis sie gegen 20:16 Uhr unterhalb des Sternbilds Pegasus im Osten im Erdschatten verschwindet.

Am Donnerstag, den 27. September, geht der langsam abnehmende Mond (92 Prozent beleuchtet) im Sternbild Walfisch um 20:36 Uhr auf. Durch die Libration bedingt können wir einerseits auf seinen Nordpol blicken, andererseits steht auch der Krater Grimaldi fernab vom Rand. Um 22:20 Uhr bedeckt der Mond einen 4,3mag hellen Stern im Sternbild Walfisch, eine Stunde später taucht dieser Stern hinter dem verdunkelten Mondrand wieder auf. Um 20:54 Uhr steigt die ISS aus dem Westen bis auf eine Höhe von 70° Grad quer über unseren Nachthimmel hinauf und verschwindet um 20:59 Uhr oberhalb des Sternbilds Pegasus im Erdschatten.

Am Freitag, den 28. September, findet der Mondaufgang um 21:02 Uhr statt. Die ISS erscheint bereits um 20:02 Uhr etwas westlicher als Jupiter über dem Horizont und fliegt in maximal 54° Grad Höhe bis 20:09 Uhr über unseren südlichen Abendhimmel hinweg.

Am Samstag, den 29. September, nähert sich der Mond den Hyaden, er geht um 21:32 Uhr auf. Um 20:47 Uhr steigt die ISS im Westen hoch empor, fliegt weit über unsere Köpfe hinweg (in 86° Grad Höhe) und verschwindet um 20:52 Uhr im Erdschatten.

Am Sonntag, den 30. September, endet um 4:25 Uhr die Bedeckung des Stern 63 Tau (5,7mag) in den Hyaden. Am Abend geht der Mond erst um 22:09 Uhr auf, er ist heute nur noch zu 67 Prozent beleuchtet. Gegen 10 Uhr (also am Taghimmel!) zieht der Mond in nur einer guten Mondbreite Abstand über den hellsten Stern des Stiers, Aldebaran, vorbei, ob man mit einem Fernglas Aldebaran dann wohl sehen kann? Zwischen 19:55 Uhr und 20:01 Uhr fliegt die ISS in bis zu 76° Grad Höhe quer durch die Sternbilder Leier und Schwan über unsere Abendhimmel hinweg.

Sonntag, 16. September 2018

17. - 23. September 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond immer weiter zu und bestimmt zunehmend den Nachthimmel, die Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel wird schwieriger. Es kommt zu relativ vielen Sternbedeckungen durch den Mond, viele davon finden jedoch sehr horizontnah statt, man braucht sicherlich ein gutes Fernglas für die Beobachtung. Von den hellen Planeten ist am Abend kurz nach Sonnenuntergang noch Jupiter (bis 21:00 Uhr) zu sehen, Saturn geht bald nach 23 Uhr unter, Mars erst nach 1:00 Uhr. Die ISS beginnt am Ende der Woche wieder eine Abendsichtbarkeitsperiode.

Am Montag, den 17. September, geht die Sonne um 7:02 Uhr auf und um 19:35 Uhr unter. Der Mond erreicht bereits am frühen Morgen um 1:15 Uhr das Erste Viertel, steht dann jedoch unter dem Horizont. Abends steht er noch relativ dicht bei Saturn, er ist er schon zu ca. 60 Prozent beleuchtet und geht erst kurz nach Mitternacht unter. Bereits um 19:54 Uhr wird ein 5,5mag schwaches Sternchen vom Mond bedeckt. Auf der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus gibt es heute den Vortrag "Astronomie aktuell - Die Erde - Planet unter Planeten?"

Am Dienstag, den 18. September, steht der Mond im Sternbild Schütze, zusammen mit dem Sternbild steht er also nicht besonders hoch am Horizont, maximal erreicht er um 20:42 Uhr eine Höhe von 16° Grad über dem Horizont. Kurz zuvor, um 20:30 Uhr tritt an der hellen Mondseite der 3,8mag helle Stern Manubrij, Omi Sgr wieder hervor, der Beginn diese Bedeckung circa eine Stunde früher ist in der hellen Dämmerung noch nicht zu beobachten.

Am Mittwoch, den 19. September, nähert sich der Mond dem Planeten Mars.

Am Donnerstag, den 20. September, kommt es um 20:53 Uhr zu einer Sternbedeckung durch den Mond, der zu bedeckende Stern leuchtet jedoch nur mit 6,8mag.

Am Freitag, den 21. September, wird vom Mond der hellere Stern Nashira, Gamma Capricorni,(3,8mag) bedeckt. Bei uns beginnt diese Bedeckung um 22:46 Uhr.

Am Samstag, den 22. September, beginnt wieder eine Periode der Abendsichtbarkeit der ISS. Um 20:27 Uhr ist sie kurz im Süden noch unterhalb des Planeten Mars zu sehen.

Am Sonntag, den 23. September, ist der Mond am Abend bereits zu 98 Prozent beleuchtet. Die ISS ist kurz zwischen 21:09 Uhr und 21:11 Uhr im Südwesten im Vorbeiflug am Planeten Saturn zu sehen. Um 23:05 Uhr und um 23:55 Uhr kommt es zu Sternbedeckungen durch den Mond im Sternbild Wassermann. Bedeckt werden die jeweils gut 4mag hellen Sterne Psi1 und Psi2. Heute ist astronomisch gesehen Herbstanfang, denn die Sonne überschreitet den Himmelsäquator (um 3:54 Uhr) südwärts. Heute sind Tag und Nacht mathematisch gesehen gleich lang. Da wir in unserer Zeitzone weiter westlich als der bestimmende Längengrad (15° Grad) liegen, steht die Sonne erst mit 17 Minuten Verspätung genau im Süden, und wegen der Sommerzeit noch eine Stunde später, also erst um 13:17 Uhr. Sonnenaufgang ist heute um 7:12 Uhr. Hätten wir statt der Sommerzeit die "Normalzeit", wäre es morgens schon eine Stunde früher hell. Schüler müssten an ihren Schultagen nicht schon im Dunkeln aufbrechen, um rechtzeitig zum Unterricht zu kommen. Natürlich wäre es am Abend auch eine Stunde eher dunkel, wir Sternfreunde würden uns darüber aber sicherlich freuen!

Donnerstag, 13. September 2018

17. September: Vortrag Astronomie aktuell: Die Erde - ein Planet unter Planeten?


Am Montag, den 17. September, hält um 20 Uhr an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus mein Sternfrend Ferry Dörfel wiedermal einen Vortrag. Diesmal geht es um:

Die Erde - ein Planet unter Planeten?


In der Ankündigung auf der Webseite der Sternwarte heißt es dazu:

Als Wiege der Menschheit und allen uns bekannten Lebens erscheint uns die Erde riesig, ja unerschöpflich. Aus dem Weltall betrachtet erkennt man von unserer Zivilisation fast nichts - keine Staatsgrenzen, ja nicht einmal unsere größten Bauten. Dabei sollte uns klar werden: Globale Probleme betreffen nie nur einzelne Staaten, sondern uns alle.

Während der Referent zu Beginn des Vortrages über den herbstlichen Sternenhimmel mit seinen astronomischen Ereignissen spricht, möchte er im Anschluss die Erde als Planeten und einzige Heimat der Menschheit in den Fokus rücken. Er möchte die Zuhörer wieder für diesen faszinierenden Planeten, der eben einfach „nur“ ein Planet ist, sensibilisieren.

Mit den Zuhörern möchte er den Optimismus teilen, dass es uns, trotz einiger rückwärtsgewandter und zerstörerischer Kräfte, mithilfe der Forschung gelingen wird, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um diesen schönen „Blauen Punkt im All“, unser aller Lebensraum, für die Zukunft zu erhalten.


Der Eintritt kommt wie immer der Arbeit der Sternwarte zugute.

Samstag, 8. September 2018

10. - 16. September: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond Abend für Abend wieder ein wenig zu, die Nächte eignen sich trotzdem noch gut zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel. Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen gut zu beobachten. Von den hellen Planeten können bei klarer Sicht zum Horizont am Abend nach Sonnenuntergang vielleicht noch Venus und Jupiter gesehen werden. Saturn kann bis kurz vor Mitternacht beobachtet werden und Mars bis ca. 1:45 Uhr.

Am Montag, den 10. September, geht die Sonne um 6:51 Uhr auf und um 19:51 Uhr unter, die Länge des hellen Tages sinkt also unter 13 Stunden. Die ISS fliegt zwischen 6:03 Uhr und 6:09 Uhr über unseren Morgenhimmel und erreicht dabei eine maximale Höhe von 76° Grad über dem Horizont. Am Abend gibt es um 22:55 Uhr in nur 13° Grad Höhe im Nordwesten im Sternbild Fuhrmann unterhalb des hellen Sterns Capella einen mit -4mag recht hellen Iridiumflare.

Am Dienstag, den 11. September, geht die sehr schmale, nur zu 6 Prozent beleuchtete Mondsichel um 20:59 Uhr unter. Ob dies reicht, um sie zu sehen? Die ISS fliegt zwischen 5:13 Uhr und 5:18 Uhr über unseren Morgenhimmel und erreicht dabei eine maximale Höhe von 86° Grad über dem Horizont, fliegt also fast genau über unsere Köpfe und Stadt hinweg.

Am Mittwoch, den 12. September, ist der Mond am Abend schon zu 12 Prozent beleuchtet und geht um 21:23 Uhr unter. Gut zehn Grad oberhalb der Venus sollte er zu finden sein. Er zeigt maximale Libration in Breite, wir können auch seinen Südpol sehen. Um 22:53 Uhr gibt es erneut im Fuhrmann, in der Nähe des Sterns Capella diesmal sogar einen -6mag hellen Iridiumflare. Um 23:02 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol im Perseus ein Helligkeitsminimum. Die ISS fliegt zwischen 5:56 Uhr und 6:03 Uhr über unseren Morgenhimmel und erreicht dabei eine maximale Höhe von 54° Grad über dem Horizont.

Am Donnerstag, den 13. September, nähert sich der Mond allmählich Jupiter, heute ist seine Sichel zu 20 Prozent beleuchtet, er geht um 21:48 Uhr unter. Die ISS fliegt zwischen 5:06 Uhr und 5:10 Uhr über unseren Morgenhimmel und erreicht dabei eine maximale Höhe von 70° Grad über dem Horizont.

Am Freitag, den 14. September, ist der Mond bereits an Jupiter vorbeigezogen und geht um 22:15 Uhr unter. Heute zeigt er maximale Libration in Länge, das Mare Crisium zeigt sich mal wieder fernab vom Mondrand.Die ISS fliegt zwischen 5:48 Uhr und 5:53 Uhr über unseren Morgenhimmel und erreicht dabei nur noch eine Höhe von 34° Grad über dem Horizont.

Am Samstag, den 15. September, geht der Mond um 22:46 Uhr unter. Die ISS fliegt zwischen 4:59 Uhr und 5:02 Uhr über unseren südöstlichen Morgenhimmel (quer durch das Sternbild Orion) und erreicht dabei eine maximale Höhe von 44° Grad über dem Horizont.

Am Sonntag, den 16. September, nähert sich der Mond langsam Saturn, er geht um 23:26 Uhr unter und ist knapp vor dem Ersten Viertel. Bereits um 19:48 Uhr gibt es in südlicher Richtung in 66° Grad Höhe einen mit -7mag ausgezeichneten Iridiumflare unterhalb der Wega, des hellsten Stern des Sternbilds Leier. Die ISS fliegt zwischen 5:42 Uhr und 5:45 Uhr über unseren Morgenhimmel und erreicht dabei nur noch eine Höhe von 20° Grad über dem Horizont.

Sonntag, 2. September 2018

3. - 9. September: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der Mond vom Nachthimmel zurück, die Nächte eignen sich immer besser zur Beobachtung auch lichtschwacher Objekte am Himmel. Von den großen Planeten ist Jupiter am Abend vielleicht noch kurz tief in der Dämmerung im Südwesten zu sehen, Saturn geht gegen Mitternacht unter, Mars steht abends im Süden und ist bis gegen 2:00 Uhr zu sehen. Merkur kann ca. eine dreiviertel Stunde vor Sonnenaufgang in Ostnordost-Richtung gesichtet werden. Und der Fernrohrplanet Neptun erreicht in dieser Woche seine Oppositionsstellung im Sternbild Wassermann. Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 3. September, geht die Sonne um 6:40 Uhr auf und um 20:07 Uhr unter, das sind am Morgen 11 Minuten später als noch vor einer Woche und am Abend sogar 16 Minuten früher. Die hellen Tage werden immer kürzer. Der Mond erreicht heute früh um 4:37 Uhr im Sternbild Stier das Letzte Viertel, am Abend geht er erst nach Mitternacht auf. Am Abend wandern bei Jupiter die Schatten von Io und Europa über die Planetenoberfläche. Die ISS fliegt heute zwischen 5:43 Uhr und 5:50 Uhr von West nach Ost in maximal 37° Grad Höhe über den Morgenhimmel. Im Osten fliegt sie nicht weit von Merkur entfernt zum Horizont. Auf der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus gibt es heute um 20 Uhr den Vortrag von Peter Stöver zum Thema "Sternbilder und ihre Mythen".

Am Dienstag, den 4. September, ist am Morgen auf dem immer schmaler werdenden Mond vielleicht im dunklen Teil schon das "Erdlicht" zu sehen. Die ISS ist bereits zwischen 4:53 Uhr und 4:58 Uhr in maximal nur 23° Grad Höhe im Südosten zu sehen.

Am Mittwoch, den 5. September, wandert bis 20:36 Uhr noch einmal der Schatten von Ganymed über die Jupiteroberfläche. Am Morgen fliegt die ISS zwischen 5:36 Uhr und 5:45 Uhr in maximal 58° Grad über den Morgenhimmel, sie fliegt knapp oberhalb des Mondes über den Himmel. Um 22:25 Uhr gibt es zwischen den Sternbldern Cassiopeia ("Himmels-W") und Andromeda einen mit -5mag sehr hellen Iridiumflare.

Am Donnerstag, den 6. September, steht am Morgen um 5:45 Uhr Merkur nur etwa 1° Grad entfernt von Regulus im Löwen. Die ISS überfliegt bereits eine Stunde vorher (4:45 Uhr bis 4:50 Uhr) unseren Südosthimmel. Heute gibt es um 22:12 Uhr einen weiteren hellen Iridiumflare von 5mag an beinahe gleicher Stelle wie gestern.

Am Freitag, den 7. September,  Planet Neptun erreicht heute seine Opposition, mit einer Helligkeit von 7,8mag bleibt er für das bloße Auge unsichtbar, ein Fernglas oder noch besser Fernrohr nit hoher Vergrößerung ist zur Beobachtung unbedingt notwendig.

Am Samstag, den 8. September, kann am Morgen letztmalig vor Neumond  eine ganz schmale Mondsichel gesehen werden. Der Mond geht um 4:38 Uhr auf, er ist nur zu drei Prozent beleuchtet. Die ISS steigt um 6:11 Uhr im Westen auf, fliegt (fast) exakt durch unseren Zenit, also genau über unsere Stadt hinweg, und verschwindet um 6:18 Uhr am Osthorizont.

Am Sonntag, den 9. September, ist bereits Neumond, diese Position erreicht der Mond exakt um 20:01 Uhr, ist aber dann natürlich bei uns unsichtbar. Zwischen 5:21 Uhr und 5:27 Uhr fliegt die ISS noch einmal genau über Bad Lippspringe hinweg.


Samstag, 1. September 2018

Abnehmender Mond am Abend


Am 31. August gab es am Abend einige Wolkenlücken. So konnte ich den deutlich abnehmenden Mond am Abend im Osten bald nach seinem Aufgang fotografieren:

Abnehmender Mond am 31. August 2018.
Das Photo wurde um 23:30 MESZ mit einer Nikon P900 mit voll ausgefahrenem Zoom gemacht, das war ungefähr eine Stunde nach seinem Aufgang. Heute, am 1. September 2018, wird der Mond bei uns ca. eine halbe Stunde später, also um 23 Uhr, aufgehen. je nach Standort wird es jedoch noch etwas länger dauern, bis der Mond über dem Eggegebirge erscheint.

Dienstag, 28. August 2018

3. September: Sternbilder und ihre Mythen


Am Montag, den 3. September 2018, gibt es um 20 Uhr an der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus wieder einen schönen Vortrag von Peter Stöver:

Sternbilder und ihre Mythen


In der Ankündigung auf der Webseite der Sternwarte heißt es dazu:

Seit jeher blickt die Menschheit fasziniert zum gestirnten Himmel und versucht, die dort sichtbaren Phänomene zu verstehen. Hierzu zählte gerade vor Beginn der wissenschaftlichen Himmelserforschung auch, scheinbar „benachbarte“ Sterne zu Konstellationen oder Sternbildern zusammenzufassen, welche die Mythen der Völker widerspiegeln.

So hatten der Legende zufolge die Königin Kassiopeia und ihr Gatte Kepheus die Götter erzürnt und sollten daher ihre Tochter Andromeda einem schrecklichen Seeungeheuer, dem Walfisch, opfern. Gerade noch rechtzeitig erschien jedoch der Held Perseus und errettete Andromeda, indem er dem Ungetüm den abgeschlagenen Kopf der Medusa vorhielt. In der Folge wurden alle Figuren am Himmel verewigt, wo man sie noch heute in Form der Sternbilder finden kann.

Der Referent, Dr. Peter Stöver, bietet in seinem unterhaltsamen Vortrag einen interessanten Einblick in die „himmlische“ Sagenwelt und stellt ausgewählte Konstellationen des nördlichen Sternenhimmels und ihre Mythen vor.


Der Eintritt zur Veranstaltung (4 Euro, erm. 3 Euro) kommt wie immer der Arbeit de Sternwarte zugute.

Sonntag, 26. August 2018

27. August - 2. September 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond wieder langsam ab, er bestimmt jedoch noch ein paar Tage auch unseren Abendhimmel. Von den Planeten kann Merkur vielleicht morgends vor Sonnenaufgang im Osten gesichtet werden, Mars leuchtet die ganze Nacht über bis ca. 2:00 Uhr, Jupiter geht kurz nach 22 Uhr im Westen unter, Saturn kann bis bald nach Mitternacht beobachtet werden. Die ISS kann ab Ende der Woche wieder bei morgendlichen Überflügen gsichtet werden.

Am Montag, den 27. August, geht die Sonne um 6:29 Uhr auf und um 20:23 Uhr unter, der helleTag dauert also bereits weniger als 14 Stunden, wir nähern uns der Tag- und Nachtgleiche, dem Herbstanfang in ca. 4 Wochen. Merkur (ca. 0mag) kann bald nach 5:00 Uhr in Ostnordost-Richtung knapp über dem Horizont gesichtet werden. Der noch (fast) volle Mond geht um kurz nach 21 Uhr auf.

Am Dienstag, den 28. August, verschiebt sich der Mondaufgang nur geingfügig auf 21:27 Uhr, er ist noch zu 95 Prozent beleuchtet. Um 22:51 Uhr gibt es im Nordosten, am Rande des Sternbilds Andromeda zum Perseus hin einen Iridiumlare von -3mag.

Am Mittwoch, den 29. August, stehen bei Saturn die Monde Tethys und Dione am Abend gegen 22 Uhr beide in östlicher Elongation. Der zu 89 Prozent beleuchtete Mond geht um 21:47 Uhr auf.

Am Donnerstag, den 30. August, geht der Mond um 22:09 Uhr auf.

Am Freitag, den 31. August, ist Merkur am frühen Morgen mit -0.7mag noch einmal deutlich heller als noch am Montag. Der Mond geht abends um 22:32 Uhr auf, er zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Nordpol schauen können. Um 22:38 Uhr gibt es noch einmal, an ähnlicher Position wie Dienstag, einen hellen Iridiumflare von -4mag. An der Sternwarte in Schloß Neuhaus findet heute der Kinderworkshop "Unsere Sonne" statt (Anmeldung erforderlich!).

Am Samstag, den 1. September, ist die ISS erstmalig wieder am Morgenhimmel zu sehen. Sie fliegt zwischen 5:50 Uhr und 5:57 Uhr flach (maximale Höhe 22° Grad) über unseren Morgenhimmel hinweg, durch die Füße des Orion, an Prokyon (Sternbild Kleiner Hund) vorbei in Richtung Merkur. Abends zeigt der Mond maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi liegt weitab vom Rand, der Aufgang erfolgt um 23:00 Uhr.

Am Sonntag, den 2. September, fliegt die ISS bereits um 5:00 Uhr morgens, jedoch noch etwas flacher als gestern, über den Morgenhimel hinweg. Abends geht der Mond nach 23:30 Uhr auf, er steht mitten in den Hyaden, nahe bei Aldebaran im Stier. In dieser Nacht erreicht er um 4:37 Uhr das Letzte Viertel.

Donnerstag, 23. August 2018

22. August: Mondbeobachtungen


Am Mittoch, den 22. August, war der Himmel amAbend wieder einmal klar und ich konnte den Mond und die Planeten Mars und Saturn beobachten.

Hier ein paar Fotos vom Mond, die an diesem Abend entstanden sind. Als erstes ein Übersichtsbild mit dem kompletten Mond, alle Bilder entstanden an meinem Fernrohr mit Hilfe einer Kleinbildkamera:

Der Mond am 22. August um 21 Uhr MESZ

Der Mond war am Abend zu 88 Prozent beleuchtet, etwas links von der Mitte ist der Krater Kopernikus noch gut zu erlennen.

Hier noch ein paar Aufnahmen, die an mit etwa höherer Vergrößerung entstanden sind und dadurch nur Ausschnitte zeigen können:

Mond mit Juragebirge um 22:37 Uhr MESZ
Um unteren Rand ist der Krater Kopernikus zu sehen. Im oberen Teil des Bildes kann man gut das Juragebirge erkennen, welches halbkreisförmig am Rande der Regenbogenbucht (Sinus Iridum) liegt, am Tag zuvor war es noch gut als "goldener Henkel" zu erkennen. Heute ist die Tag/Nacht-Grenze schon deutlich weiter und hat links am Rand den hellen Krater Aristarchus erreicht.

Meer der Feuchtigkeit um 22:38 MESZ

Unterhalb von Aristarchus ist das runde "Meer der Feuchtigkeit" gut zu erkennen. An seinem oberen Rand fällt sofort der schöne Krater "Gassendi" auf, der an seinem nördlichen Wall einen weiteren Krater trägt, so dass dies insgesamt aussiejt wie ein Ring mit einer Perle daran.

Tycho und viele andere Mondkrater um 22:44 Uhr
Im Süden des Mondes fällt der Krater Tycho auf, von dem aus sich helle Strahlen über die komplette Mondoberfläche entlang ziehen. Außerdem macht sofort die längliche Form des Kraters Schiller neugierig. Sind hier zwei Krater ineinander verwoben oder ist ein Meteorit in sehr flachem Winkel auf den Mond gesürzt? Schiller ist 180 km lang, aber nur 70km breit.Sein Wall im Süden ist bis zu 4000 m hoch.

Ich habe an diesem Abend auch noch Mars und Saturn beobachtet. Leider steigt Mars am Abend keine 12 Grad über den Horizont, sein Bild muss das daher einen langen Weg durhc die Athmospäre nehmen und ist dadurch sehr flimemrig, so dass - außer der hellen Südpolklappe - kaum Einzelheiten zu erkennen sind. Ich habe daher erst gar kein Foto versucht.

Mittwoch, 22. August 2018

31. August: Astronomischer Workshop für Kinder - Unsere Sonne


Am Freitag, 31. August 2018 findet um 18:30 Uhr in der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus ein astronomischer Workshop für Kinder von Sigrid Haak und Kornelia Dörfel mit dem Titel "Unsere Sonne" statt.


Die Teilnehmerzahl an diesem Workshop ist auf 15 Kinder im Alter von ca. acht bis 14 Jahren begrenzt. Eine verbindliche Voranmeldung ist zwingend erforderlich und wird bis zum 20.08.2018 per E-Mail an mail@vspb.de oder telefonisch unter 05254/932042 (Anrufbeantworter) entgegengenommen.

Weitere Einzelheiten findet Ihr auf der Homepage der Sternwarte (https://www.vspb.de/vortrag_20180831).

Samstag, 18. August 2018

20. - 26. August 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche bestimmt der immer voller werdende Mond den Nachthimmel. Von den großen Planeten kann mit Glück kurz nach Sonnenuntergang die Venus noch im Westen gesehen werden, Jupiter geht um ca. 22:30 Uhr unter, Saturn bald nach 1:00 Uhrund Mars ist noch bis ca. 2:30 Uhr zu beobachten. Die ISS kann in dieser Woche nicht bei abendlichen Überflügen gesichtet werden.

Am Montag, den 20. August, geht die Sonne um 6:17 Uhr auf und um 20:38 Uhr unter. Der helle Tag ist also erneut 25 Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Der Mond ist abends zu 74 Prozent beleuchtet und nähert sich Saturn.

Am Dienstag, den 21. August, ist abends der zu 81 Prozent beleuchtete Mond bereits an Saturn vorbei gezogen, heute Abend kann der "goldene Henkel" im Fernglas beobachtet werden. Um 23:38 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitsminimum. Kleinplanet Vesta (6,8mag) geht gegen 23 Uhr in nur 7' Bogenminuten Abstand an 51 Ophiuchi (Schlangenträger, 4.9mag) vorüber.

Am Mittwoch, den 22. August, kommt es um 0:52 Uhr zur Bedeckung eines 5.8mag Sternchens durch den Mond. Am Abend wird um 23:12 Uhr noch ein 7.5mag schwaches Sternchen bedeckt.

Am Donnerstag, den 23. August, gibt es um 3:06 Uhr in Richtung Westnordwest in der Nähe des hellen Sterns Wega (Sternbild Leier) einen mit -7mag sehr hellen Iridiumflare. Am Abend steht der Mond rund 5 Grad oberhalb von Mars.

Am Freitag, den 24. August, geht morgens gegen 5 Uhr Kleinplanet Juno (9mag) in Vollmonddurchmesserabstand an omikron Tauri (3.8mag) vorüber. Am Abend stehen bei Jupiter alle vier Monde auf der rechten, westlichen Seite, genau in der reihenfolge ihres Abstands zum Planeten: Io, Europa, Ganymed und Kallisto.

Am Samstag, den 25. August, geht der volle Mond um 20:18 Uhr auf. Zum Ende der Woche kann vielleicht auch Merkur am Morgenhimmel vor Sonnenaufgang gefunden werden. Der Planet geht um ca. 5:00 Uhr in Ostnordöstlicher Richtung auf. Am Abend wird man bei Jupiter seiner Monde vermissen. Ganymed ist bereits bei Sonnenuntergang vom Planeten bedeckt, um 20:48 Uhr beginnt eine Bedeckung von Europa und um 21:20 Uhr beginnt ein Durchgang von Io, dann ist nur noch Kallisto neben Jupiter zu sehen. Die Ganymed-Bedeckung endet um 22:01 Uhr.

Am Sonntag, den 26. August, erreicht der Mond exakt um 13:56 Uhr die Vollmondposition, dann steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. Heute Abend geht er um 20:43 Uhr auf.



Freitag, 17. August 2018

Freitag, 17. August 2018: Mal wieder draußen...


Heute bin ich leider für die Wanderung auf dem Planetenweg zu spät von einer kleinen Reise nach Hause gekommen. Aber am späteren Abend habe ich noch ein einen kleinen Blick in den Himmel werfen können.

Hier auch ein paar Fotos:

Der Mond war schon in der Dämmerung zu sehen. Später tauchte auch unterhalb des Mondes der Jupiter auf. Das erste Bild zeigt jedoch, beide stehen ncht sehr och am Himmel, sondern ich muss schon die richtige Lücke zwischen den Sträuchern und Bäumen auf meinem oder den Nachbargrundstücken erwischen:


Mond und Jupiter am Abend des 17. August 2018 (gegen 21:30 MESZ)
Von Jupiter habe ich dann auch kein schnelles Bild mehr mit seinen Monden machen können, der war zu schnell verschwunden.

Hier jetzt ein Bild des Mondes, aufgenommen mit einer Nikon Coolpix P900, die mit einem "Super-Telezoom von 60fach wirbt::

Der Mond (Kamera: Nikon P900 1/60sec, f6.5, f=357mm, ISO400
Hier noch ein anderes Bild des Mondes, aufgenommen mit meiner Spektiv/Kleinbildkombination:

Mond mit Leica Spektiv und DLUX5-Kamera
Zum Abschluß noch ein kleines Highlight, ein Bild des Saturn. Dies wurde auch mit der Spektiv/DLUX-5-Kombination aufgenommen. es handelt sich um ein leicht entrauschtes Einzelbild.

Saturn am 17. August
Der Ring um den Planeten lässt sich durchaus erkennen.

Später am Abend zeigte sich dann auch noch der Mars sehr schön. Seine Aufgangszeit war 20:24 Uhr, es dauerte jedoch noch eine ganze Weile, bis er über der Egge und den horizontnahen Dunstschichten sichtbar wurde.

Die Luft kühlte sich in der Nacht merklch ab. Man merkt doch, der Hochsommer mit seinen warmen, trockenen Nächten ist vorbei. Überall schlug sich in der Nacht Tau nieder, was Beobachtungen mit einem Fernrohr nicht gerade vereinfacht. Man muss schon aufpassen, dass die Optik nicht beschlägt.

Donnerstag, 16. August 2018

Freitag, 17. August, 18 Uhr: Wanderung auf dem Planetenweg


Fast wäre es mir in der Ferienzeit untergegangen:

Am Freitag, den 17. August, startet um 18 Uhr an der Sonne im Arminuspark eine Planetenwanderung. Für Kinder ab ca. 8 Jahren, ihre Eltern oder Großeltern geht es bis ca. 21 Uhr zu Fuß die 6 Kilometer lange Strecke am Planetenweg entlang. Bei klarem Himmel können dann auch Venus, Jupiter, Saturn und Mars live beobachtet werden.

Meine Sternfreunde von der Planetariumsgesellschaft OWL geben dazu schöne, anschauliche Erläuterungen, sie bringen auch Ferngläser und ein Teleskop zur Beobahtung mit. Eine Wanderung, die immer viel Spaß macht. Gutes Schuhwerk, angemessene Kleidung, gute Laune und vielleicht etwas Verpflegung muss aber jeder selbst mitbringen.

Dienstag, 14. August 2018

12./13. August: Perseidennacht

Hier mein kleiner Bericht der "Perseidennacht":

Am Abend gegen 20 Uhr erst gerade vom Urlaub nach Hause gekommen habe ich dann doch keine große Nachtschicht eingelegt, sondern nur von ca. 23:30 bis 1:00 Uhr (MESZ) von meinem Garten aus beobachtet. Mein "Sichtfenster" am Himmel ist durch unser Haus und einige Bäume auf Nachbarsgrundstücken je nach Beobachtungsrichtung leider immer etwas eingeschränkt. Trotzdem habe ich von meiner Gartenliege aus in Richtung Südosten schauend in der Zeit ca. 12 Perseiden gesehen. Darunter auch einige schön helle Objekte. Die gesamtzahl der sichtbaren Perseiden wird hochgerechnet sicherlich dreimal so hoch gewesen sein, denn ich selbst konnte allein ja immer nur einen "Ausschnitt" am Himmel betrachten.

Zeitgleich hatte ich meine Canon 5DM2  mit einem(alten)  20mm Weitwinkel-Objektiv auf "Dauer-Wiederholung" gestellt, immer 15 Sekunden belichtet, Blende f/2.0 und ISO1600 bzw. ISO3200. Drei Perseiden sind mir dabei ins Netz gegangen - und natürlich auch etliche Flugzeuge und Satelliten. Leider verzeichnet das Weitwinkelobjektiv am Rand sehr stark, es ist wohl nicht auf Vollformat gerechnet.

Während ich selbst konstant von meiner Liege aus visuell beobachtet habe, habe ich zwischendurch die Kamera immer mal wieder etwas anders ausgerichtet.

Hier meine erste Bildersequenz von 23:48 Uhr bis 23:56 Uhr, die zeigt noch keine Sternschnuppen, aber die durchaus vorhandene Cirrus-Bewölkung, die sicherlich auch die eine oder andere schwächere Perseide verschluckt hat. Die Bildersequenz läuft drei mal durch, sollte sie "still" stehen, einfach die Seite noch einmal laden. Sollten Sie zunächst nur einen "weißen Fleck" sehen, bitte ich um etwas Geduld, die Bildersequenzen sind relativ groß geworden, so dass es bis zur Anzeige etwas dauern kann.




In der zweiten Sequenz, von 23:57 Uhr bis 0:06 Uhr ist am Ende der Überflug eines hellen Satelliten zu sehen, der am Ende im Sternbild Adler im Erdschatten verschwindet. Es handelt sich dabei um den Satelliten SeaSat 1, der 1978 gestartet wurde, um Meeresströmungen, Wellenhöhen und Oberflächentemperaturen zu messen.



Und hier jetzt eine dritte Sequenz, auf der neben verschiedenen Flugzeugen, Wolken und Satelliten auch eine Perseiden kurz am Aufblitzen ist:


Achtung: Diese Animation hat eine Endlos-Schleife.

Da man diese Perseide in dem Filmchen kaum sieht, hier mal das Originalbild (unbearbeitet, nur verkleinert):



Charakteristisch für die Perseiden ist die grüne Farbe in der "Schnuppen-Leuchtspur". Rechts auf dem Bild sieht man eine Flugzeugspur (deutlich ist das Blinken der Positionslichter zu erkennen), links unten im Bild ist die Andromedagalaxie zu erkennen. Das Bild entstand um 0:12 Uhr.

Hier eine zweite Perseide, aufgenommen um 0:37 Uhr, sie ist etwas schwächer in der rechten unteren Ecke des Bildes zu sehen:



Und hier eine dritte, aufgenommen um 0:40 Uhr:



Wenn man auf diesem Bild ganz genau hinschaut, kann man - zumindest im Original - in der Cassiopeia, etwa im 90° Grad Winkel zur Perseide, eine kleine Satellitenspur erkennen. Diese gehört zum Satelliten NOSS 2-1 (C). Nur zwei Minuten später kann man an nur einer geringfügig versetzten Stelle eine viel deutlichere Satellitenspur erkennen:



Diese Spur gehört zum Satelliten NOSS 2-1 (D). Heavens-Above hat für beide Satelliten an diesem Abend eine Helligkeit von 4.8mag angegeben. Diese NOSS-Satelliten wurden seit den siebziger Jahren von der US-Navy paarweise (oder sogar auch als Triplett) gestartet, um Bewegung der sowjetischen Flotte aufzuzeichen, den Funkverkehr abzuhören usw. Etwas mehr Informationen über diese Satelliten findet man zum Beispiel in der englischsprachigen Wikipedia.

Später am Abend, so gegen zwei Uhr, war dann auch mal meine Tochter aufgewacht und hat einfach nur durch das Dachlukenfenster den Himmel beobachtet, dabei hat sie gleich mehrere Perseiden beobachten können. Es war also in der Tat eine sehr schöne Sternschnuppennacht. Ich hoffe jetzt nur, dass alle meine Wünsche auch tatsächlich in Erfüllung gehen!

Sonntag, 12. August 2018

13. - 19. August: Der Sternenhimmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond  am Abendhimmel von Tag zu Tag wieder zu. Von den hellen Planeten kann in der ersten Stunde nach Sonnenuntergang im Westen noch die Venus beobachtet werden, Jupiter (bis 23:00 Uhr) und Saturn (bis 1:30 Uhr) sind am weiteren Abend und Mars (bis 3:00) so ziemlich noch die ganze Nacht über zu sehen. Die ISS ist diese Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu beobachten. Am 16., 17. und 18. August gibt es im Sternbild Leier helle Iridiumflares, leider jedoch erst um 3:44 Uhr, 3:37 Uhr und 3:35 Uhr.

Am Montag, den 13. August, geht die Sonne um 6:06 Uhr auf und um 20:52 Uhr unter. Der helle Tag dauert also inzwischen deutlich weniger als 15 Stunden. Die schmale, nur zu neun Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 22:11 Uhr unter. In der Nacht zum Montag war Höhepunkt der Perseiden, heute Nacht werden nur noch wenige Sternschnuppen zu sehen sein.

Am Dienstag, den 14. August, steht die zu 16 Prozent beleuchtete Mondsichel am Abend fünf Grad oberhalb der Venus, er geht um 22:36 Uhr unter. Jupiter (-2mag) geht in nur einem guten Vollmonddurchmesser Abstand an alpha Libra (2mag) vorüber.

Am Mittwoch, den 15. August, ist der Mond zu 25 Prozent beleuchtet und geht kurz vor 23 Uhr unter.

Am Donnerstag, den 16. August, erreicht der Mond maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht fernab vom Mondrand. Gleichzeitig ist heute auch maximale Libration in Breite, so dass sein Südpol sichtbar ist.

Am Freitag, den 17. August, wird ab 22:07 Uhr Jupitermond Io bedeckt. Der Mond steht heute Abend fünf Grad nordöstlich von Jupiter und geht um 23:48 Uhr unter. Um 18 Uhr startet an der Sonne im Arminuspark eine Planetenwanderung. Für Kinder und ihre Eltern oder Großeltern geht es bis ca. 21 Uhr zu Fuß die 6 Kilometer lange Strecke am Planetenweg entlang. Bei klarem Himmel können dann auch Venus, Jupiter, Saturn und Mars live beobachtet werden.

Am Samstag, den 18. August,  kommt es um ca. 21:41 Uhr zu einer Sternbedeckung durch den Mond, 49 Librae mit 5,5mag wird bedeckt. Der Mond geht erst eine Viertelstunde nach Mitternacht unter. Bereits heute Morgen um 9:49 Uhr hatte der Mond das Erste Viertel erreicht, jetzt am Abend ist er schon zu 55 Prozent beleuchtet. Besonderes Augenmerk sollte man heute auf Jupiter legen: in der Dämmerung ist bis 21:33 Uhr zunächst nur der Mond Kallisto zu sehen. Um 21:33 Uhr beendet dann Io einen Durchgang vor der Planetenscheibe. Ios Schatten ist noch bis 22:49 Uhr auf der Planetenoberfläche im Fernrohr zu sehen. Ganymed (ab 21.03 Uhr bis 22:48 Uhr) und Europa (von 20:31 Uhr bis 22:53 Uhr) werden von Jupiter verfinstert  und bleiben lange unsichtbar

Am Sonntag, den 19. August, zeigt der veränderliche Stern Algol um 2:50 Uhr ein Helligkeitsminimum. Der Mond ist heute Abend bereits zu 65 Prozent beleuchtet und geht erst gegen 0:45 Uhr am Montag unter.

Sonntag, 5. August 2018

6. - 12. August: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich daher gut zum Beobachten des dunklen Nachthimmels. Am Abend können die hellen Planeten gut beobachtet werden. Venus ist jedoch nur kurze Zeit nach Sonnenuntergang tief im Westen zu sehen. Jupiter steht im Südwesten, Saturn im Süden und Mars ist gerade im Südosten aufgegangen. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 6. August, geht die Sonne um 5:55 Uhr auf und um 21:05 Uhr unter. Die Tage werden jetzt schon deutlich kürzer, gegenüber letzten Montag sind dies schon 23 Minuten. Der nur noch zu 37 Prozent beleuchtete Mond geht gegen 1:00 Uhr am Morgen auf.

Am Dienstag, den 7. August, ist der Mond bei seinem Aufgang gegen 1:45 Uhr schon über die Hyaden im Sternbild Stier hinweggezogen. Am Abend beginnt um 21:17 Uhr bei Jupiter ein Durchgang von Ganymed vor der Planetenscheibe.

Am Mittwoch, den 8. August, kommt es am Morgen um 4:14 Uhr zu einem sehr hellen Iridiumflare von -8mag mitten im Sternbild Schwan. kann man am Abend auf der Jupiteroberfläche gut den "Großen Roten Fleck" beobachten, um 23:35 Uhr durchläuft er den Meridian.

Am Donnerstag, den 9. August, beginnt um 22:59 Uhr ein Durchgang von Jupitermond Io vor der Planetenscheibe. Da erst drei Minuten später ein Durchgang von Europa endet, sind für kurze Zeit bei Jupiter nur zwei seiner vier galiläischen Monde zu sehen.

Am Freitag, den 10. August, kann vielleicht eine Stunde vor Sonnenaufgang noch die ganz schmale nur zu drei Prozent beleuchtete Mondsichel ein letztes Mal vor Neumond in Ostnordost gesichtet werden.

Am Samstag, den 11. August, ist exakt um 11:58 Uhr Neumond. Im nördlichen Skandinavien kommt es sogar zu einer partiellen Sonnenfinsternis. Dazu muss man jedoch mindestens auf die Höhe von Uppsala in Schweden fahren, dort werden mittags gerade 1,5 Prozent der Sonne, in Tromsö in Norwegen immerhin schon ca. 18 Prozent verfinstert. Bei uns ist davon jedoch gar nicht zu bemerken.

Am Sonntag, den 12. August, und vielleicht auch schon in den Nächten vorher, sollte man unbedingt nach den Sternschnuppen, den Perseiden, Ausschau halten. Dieser stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres sollte in diesem Jahr gut zu beobachten sein, denn kein Mondlicht wird in der Nacht stören. Günstig ist es natürlich, wenn man sich selbst an einem möglichst dunklen Ort ohne künstliche Lichtquellen befindet. Doch lassen Sie sich bitte nicht von der Presse "jede Minute eine Sternschnuppe" in die Irre führen. Nach 23 Uhr können Sie vielleicht 20 bis 30 Sternschnuppen in der Stunde sehen. Bedenken Sie jedoch bitte, anders als bei einer Sonnenfinsternis, lassen sich diese nicht exakt vorher sagen. Mal können drei oder vier innerhalb weniger Sekunden fallen, dann kann es aber auch wieder viele, lange Minuten dauern (durchaus auch mal über zwanzig Minuten), in denen Sie gar keine zu Gesicht bekommen.

Sonntag, 29. Juli 2018

30. Juli - 5. August: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der Mond vom Abendhimmel zurück. Von den hellen Planeten ist abends nach Sonnenuntergang bis bald nach 22 Uhr im Westen noch die Venus zu sehen. Jupiter steht zunächst im Südwesten, er geht um kurz nach Mitternacht unter. Saturn, zunächst im Süden ist bis gegen 2:30 Uhr zu sehen. Mars leuchtet hell die ganze Nacht. Die ISS kann noch bei nächtlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 30. Juli, geht gleich um 1:00 Uhr früh Kleinplanet Juno (9,4mag) nur 7' Bogenminuten südlich an mü Ceti (4,4mag) vorüber. Um 2:04 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitsminimum. Die Sonne geht um 5:44 Uhr auf und um 21:17 Uhr unter. Der helle Tag ist also schon 19 Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Zwischen 23:09 Uhr und 23:13 Uhr fliegt die ISS in maximal 54° Grad Höhe über unseren Abendhimmel.

Am Dienstag, den 31. Juli, wandert ab 22:57 Uhr der Schatten von Jupitermond Ganymed über die Planetenscheibe. Zwischen 22:17 Uhr und 22:23 Uhr fliegt die ISS in 70° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Der noch zu 86 Prozent beleuchtete Mond geht um 23 Uhr auf.

Am Mittwoch, den 1. August, geht der Mond am Abend um 23:21 Uhr auf. Zwischen 23:02 Uhr und 23:05 Uhr fliegt die ISS über unseren Südwesthimmel, bevor sie oberhalb von Saturn im Erdschatten verschwindet.

Am Donnerstag, den 2. August, kann nach Sonnenuntergang bis 23 Uhr mit einem Teleskop der Schatten von Jupitermond Europa auf der Planetenscheibe beobachtet werden. Um 23:14 Uhr beendet Io einen Durchgang vor dem Planeten. Um 23:42 Uhr geht der zu 69 Prozent beleuchtete Mond auf. Die ISS fliegt heute zwischen 22:09 Uhr und 22:15 Uhr in maximal 48° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Heute können gleich zwei helle Iridiumflare beobachtet werden. Bereits um 21:37 Uhr in 65° Grad Höhe und bei Azimut 67° (ONO) mit -5,9mag und nocheinmal um 23:13 Uhr in nur 33° Grad Höhe bei einem Azimut von 40° (NordOst) unterhalb der Cassiopeia mit -6,2mag.

Am Freitag, den 3. August, zeigt der Mond maximale Libration in Länger, der Krater Grimaldi steht weit ab vom Mondrand. Am Abend zwischen 22:54 Uhr und 22:58 Uhr fliegt die ISS noch einmal in maximal 20° Grad Höhe über unseren südwestlichen Himmel hinweg.

Am Samstag, den 4. August, erreicht der Mond exakt um 20:18 Uhr das Letzte Viertel, dann steht er bei uns jedoch noch unter dem Horizont. Zwischen 22:00 Uhr und 22:8 Uhr erreicht die ISS noch einmal bei einem abendlichen Überflug eine Höhe von 27° Grad über unserem Horizont.

Am Sonntag, den 5. August, ist am Morgen neben der immer schmaler werdenden Sichel das "Erdlicht" auf dem Mond zu sehen. Der Mond geht um 0:28 Uhr auf und nähert sich allmählichen den Hyaden im Sternbild Stier. Gegen 22:48 Uhr kann die ISS noch einmal ganz flach oberhalb von Jupiter im Südwesten im Vorüberflug gesichtet werden.

Samstag, 28. Juli 2018

Beobachtungsbericht 27. Juli: Mondfinsternis, ein Fest für Geduldige

Die Mondfinsternis wurde genau wie ich es vorher gesagt hatte, zunächst zu einer großen Geduldsprobe. Nach einer ganzen Reihe von wunderschönen warmen Sommerabenden gab es auch am 27. Juli in weiten Teilen Deutschlands klaren Abendhimmel. Endlich Wochenende, zur besten Beobachtungszeit sollte der Mond im Südosten aufgehen.

Tausende Menschen hatten sich in vielen Orten auf den Weg zu angeblich guten Beobachtungsplätzen gemacht und wollten das groß angekündigte Spektakel miterleben. Längste Mondfinsternis des Jahrhunderts! "Blutmond" und gleichzeitig Marsopposition. Was hatte die Presse, Funk und Fernsehen nicht für ein tolles Ereignis angekündigt.

Aber wo würde der Mond nun tatsächlich zu sehen sein? Ich kam gegen 21 Uhr an meinem Urlaubsort in Kiel am Fördeufer bei der Blücherbrücke an - wollte mich dort eigentlich mit Kieler Sternfreunden treffen - und ich hatte mein kleines Fernrohr noch nicht einmal hingestellt, sondern noch über der Schulter getragen, da sprachen mich schon drei junge Mädchen an: "Sie sind bestimmt Experte: Wo ist denn jetzt der Mond?" Natürlich erklärte ich Ihnen, das hier die Sonne erst um 21:31 Uhr unter und der Mond zur gleichen Zeit aufgehen soll, aber weil er dann schon verfinstert ist, man sicherlich noch eine ganze Weile warten muss, bis er tatsächlich zu sehen sein wird.

Und so ging es Schlag auf Schlag weiter. Ich suchte mir noch schnell einen guten Aussichtspunkt zwischen all den jungen und alten Segelbooten, mit gutem Blick über die Förde auf das andere Ufer. Mit der App "The Photographers Ephemeriden (TPE)" hatte ich schon vorher genau gecheckt: der Mond würde exakt über der Schwentinemündung aufgehen und dann langsam an Höhe gewinnend in südlicher Richtung am Himmel hochsteigen. Doch zu sehen war natürlich: NICHTS! Denn es war zum Zeitpunkt des Sonnenuntergang zum einen natürlich viel zu hell am Himmel. Zum anderen war in Richtung Horizont auch leichter Dunst zu erkennen. Nach einem langen heißen Sommertag ist das doch auch gar nicht anders zu erwarten gewesen.

Und so fragten mich natürlich viele, viele um mich herum stehende oder vorbei kommende Passanten: "Wo ist denn nun der Mond?" Und geduldig erklärte ich, der Mond ist heute nicht so hell wie sonst bei Vollmond, schließlich befindet er sich jetzt schon im Erdschatten, sein Licht ist dadurch total gedämpft. Erst sollten ein paar helle Sterne am Himmel zu sehen sein, dann hätten wir auch eine Chance auf den Mond.

Und so kam es auch. Glücklicherweise entdeckten Passanten auf meinen Hinweis hin recht schnell den ersten "Stern" am Himmel, das war der Planet Jupiter. und so konnte ich den Leuten um mich herum zwar nicht den verfinsterten Erdmond, aber gleich vier Jupitermonde auf einmal zeigen. "Wow!" sagten viele. Dann wurde im Westen die Venus entdeckt. Und wieder ein neues Beobachtungsziel, das den Leuten erneut ein "Wow!" entlockte. Denn die Venus sah wirklich aus wie ein kleiner Halbmond!

Und dann, endlich, es war schon nach 22 Uhr, da entdeckte eine Gruppe junger Geophysikerinnen über dem Horizont am anderen Fördeufer einen leichten, rötlichen Schimmer: der Mond! Hurra! Er war doch noch aufgetaucht. Und schon hatte mein kleines Fernrohr endlich das ersehnte Ziel im Blick und immer wieder "Wow!"

Plötzlich brandete Jubel auf, Gegen 22:30 Uhr stiegt im Westen ein heller "Stern" schnell und steil den Himmel auf: die ISS kam vorbei. "Hallo Alex!" wurde laut gerufen. Ein weiterer Höhepunkt an diesem Abend. Für mich und mein kleines Fernrohr ging es jetzt nur noch zwischen den Zielen hin und her: Der verfinsterte Mond, Jupitermonde, der Ring des Saturn (das absolut "geilste" an diesem Abend, der sieht ja richtig "echt" aus.), die Venus war inzwischen untergegangen, dafür plötzlich der Hinweis: der "rote Punkt dort drüben, der war da eben noch nicht, das kann doch kein Warnlicht für Flugzeuge sein!?" Nein, natürlich nicht, das war der Mars!

Und jetzt wurde auch deutlich, warum es so lange dauerte, bis der Mond sichtbar wurde: Mars erschien viel heller als der Mond!

Die Stimmung auf der Blücherbrücke bei all den Besuchern und Himmelsbegeisterten war einfach nur Spitze! Zur Feier des Tages gab es sogar "Hugo"! Lange noch wurde in den Himmel geschaut, immer wieder erklärte ich die verschiedenen Planeten, langsam wanderte der Mond wieder aus dem Erdschatten heraus. Jetzt wurde ich philosophisch: "Schon die alten Griechen hatten erkannt, weil der Schatten der Erde bei Mondfinsternissen auf dem Mond immer rund ist, kann die Erde nur eine Kugel und keine Scheibe sein."

Zum Fotografieren bin ich an diesem Abend kaum gekommen, aber es gibt sicherlich etliche Handyfotos, die andere durch mein Fernrohr geschossen haben. Viele Menschen bedankten sich mit Handschlag bei mir, das ich sie heute ja soo glücklich gemacht habe. Meine Antwort war immer: Ihre Neugier, ihre Geduld, ihr Interesse an der Wissenschaft macht sie glücklich! geben Sie das an ihre Kinder und Kollegen weiter! Wissenschaft kann ja so spannend und faszinierend sein!

Hier meine wenigen Fotos:

Der verfinsterte Mond schimmert durch die Atmosphäre um kurz nach 22 Uhr.

Neugier genügt - heute darf jeder durch mein kleines Fernrohr schauen!

Die Finsternis geht zu Ende, der Mond verlässt den Erdschatten.

Ach ja, viele Grüße noch an die anderen Kieler Sternfreunde: Habe Euch leider nicht mehr getroffen, es waren einfach zu viele Menschen an diesem Abend unterwegs, und ich kam ja gar nicht mehr mit meinem Fernrohr weg von der Brücke. Bei Euch war es sicherlich ähnlich voll. Und herzliche Grüße von einer jungen Frau, und Mutter die bei mir immer wieder durchs Teleskop schaute, ihre Schwester war mit einer Gruppe anderer Sternfreunde wegen der Mondfinsternis extra an eine Sternwarte nach Namibia gereist, ich soll Euch alle herzlich grüßen...  dort schien der Mond sehr hell  orange hoch vom Himmel...

Dienstag, 24. Juli 2018

Mondfinsternis am 27. Juli 2018 - wo beobachten?

Am Freitagabend findet eine totale Mondfinsternis statt. Lassen sie sich nicht durch die in der Presse geisternden "Superlative" täuschen, auch wenn es "die längste des Jahrtausends" sein soll, es wird gar nicht so einfach sein, diese zu beobachten. Und ich wette, die meisten Menschen bekommen davon gar nichts mit, obwohl diese Finsternis eigentlich zur besten Abendsichtbarkeit stattfindet.

Die Finsternis hat nämlich schon begonnen, wenn der Mond am Horizonz aufgeht. Dies ist um 21:13 Uhr der Fall. Der Mond geht in südöstlicher Richtung auf, bei einem Azimut von 122° Grad (180° Grad wäre genau Süden, 90° Grad genau Osten).  Dann ist es jedoch noch sehr hell, denn die Sonne geht erst kurz danach, um 21:22 Uhr im Nordwesten (Azimut 303° Grad) unter.

Zu Beginn ist der Mond schon tief in den Erdschatten eingetaucht, es ist nur noch ein kleiner Teil von ihm zu sehen, ob er dann wirklich noch am Horizont zu finden sein wird? Es wird sicherlich nicht ganz einfach sein, dafür umso spannender!

Die totale Mondfinsternis beginnt dann schon um 21:31 Uhr, dann ist der Mond vollständig in den Erdschatten eingetaucht. Wäre es dann mitten in der Nacht und richtig dunkel, würde der volle Mond orangerötlich am Himmel stehen. Dies wäre ein phantastischer, schöner Anblick. Aber ob dies auch noch in der Abenddämmerung der Fall sein wird? Und der Mond steht dann auch nur 1,6° Grad über dem Horizont.

Um 22:21 Uhr ist die größte Finsternis erreicht, dann steht der Mond dicht am Mittelpunkt des Erdschattens. Er ist dann gut 7° Grad über dem Horizont und genau in südöstlicher Richtung zu finden (bei Azimut 135° Grad).

Um 23:13 Uhr endet die totale Phase der Finsternis. Der Mond verliert wieder seine orangerötliche Farbe und wird nach und nach wieder heller. Um 0:19 Uhr endet dann auch diese "partielle" Phase der Finsternis.

Um den verfinsterten Mond zu sehen, muss man also schon genau wissen, in welche Richtung man schauen muss und vor allem braucht man eine wirklich freie Sicht zum Horizont! Häuser, Bäume,Berge stören da nur.

Von Bad Lippspringe aus gesehen liegt leider das Eggegebirge in östlicher Richtung. Besser beobachten kann man, wenn man auf den Eggekamm fährt und freie Sicht in die Täler nach Südosten hat. Auch von der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus kann man das Ereignis nicht beobachten, da wachsen leider Bäume im Schloßpark genau in der Beobachtungsrichtung..

Paderborner Sternfreunde wollen sich daher auf dem Parkplatz am Segelflugplatz am Haxterberg treffen. Vond dort wurde 2012 erfolgreich der Venustransit beobachtet. Ab 21 Uhr werden sicherlich die ersten dort schon ihre Gerätschaften aufgebaut haben.

Eine weitere Beobachtungsmöglichkeit besteht in Detmold. Dort gibt es ab 20 Uhr auf dem obersten Parkdeck des Parkhauses Lange Str. 73 zunächst einen Open Air "Vollmondgottesdienst".  Mit Musik und Wein kann dies nur eine gute Veranstaltung werden. Mein Sternfreund Arnold Hoppe von der Planetariumsgesellschaft unterstützt aktiv die dortige Beobachtung.

Auch die Sternwarte in Bielefeld-Ubbedissen lädt an diesem Abend zur Beobachtung der Mondfinsternis ein.

Egal, wo Sie sich am Freitagabend befinden. Blicken Sie ruhig mal am Abend in südösliche Richtung, es wird sich sicherlich lohnen! Ich wünsche Ihnen viel Spaß und einen wunderschönen Sommer-Mofi-Abend!

Sonntag, 22. Juli 2018

23. - 29.Juli 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche gibt es gleich zwei herausragende Ereignisse: am Freitag findet eine totale Mondfinsternis statt und zufälligerweise steht Mars am gleichen Tag in Opposition, leuchtet als besonders hell und erscheint im Fernrohr besonders groß. Von den hellen Planeten ist die Venus noch bis ca. 22:30 Uhr tief im Nordwesten zu sehen. Mars, inzwischen deutlich heller als Jupiter, leuchtet die ganze Nacht. Jupiter ist bis kurz nach Mitternacht im Südosten zu sehen, Saturn kann bis gegen 3:00 Uhr beobachtet werden. Die ISS ist bei zahlreichen Überflügen in der Nacht zu sehen.

Am Montag, den 23. Juli, geht die Sonne um 5:34 Uhr auf und um 21:28 Uhr unter, der helle Tag dauert also keine 16 Stunden mehr. Außerdem sinkt die Sonne heute zum ersten Mal wieder etwas tiefer als 18° Grad unter den Horizont, zwischen 1:15 Uhr und 1:45 Uhr ist es wieder "astronomisch" dunkel. Die ISS ist am Abend zwischen 22:47 Uhr und 22:53 Uhr in maximal 57° Grad Höhe zu sehen. Zwischen 0:23 Uhr und 0:29 Uhr (also bereits Dienstag!) fliegt die ISS exakt über unsere Stadt hinweg.

Am Dienstag, den 24. Juli, fliegt die ISS zwischen 23:31 Uhr und 23:38 Uhr fast exakt über Bad Lippspringe hinweg (Höhe 88° Grad).

Am Mittwoch, den 25. Juli,  fliegt die ISS zwischen 22:38 Uhr und 22:46 Uhr bis zu 78° Grad hoch über unsere Stadt hinweg. Bei einem weiteren Überflug 18 Minuten nach Mitternacht erreicht sie sogar eine Höhe von 81° Grad.

Am Donnerstag, den 26. Juli, fliegt die ISS am Abend zwischen 23:23 Uhr wieder aus dem Westen kommend fast exakt über Bad Lippspringe (23:26 Uhr) hinweg Richtung Osten. Bei Jupiter stehen heute alle vier Monde auf der gleichen Seite.

Am Freitag, den 27. Juli,  erreicht Mars exakt um 7:13 Uhr seine Oppositionsstellung. Er geht um 22:04 Uhr im Südosten auf und um kurz nach 5:00 Uhr im Südwesten unter.  Heute ist Vollmond. Der Mond geht bei uns um 21:14 Uhr auf. Je nach Beobachtungsplatz dauert es jedoch noch etwas länger, bis er über der Egge zu sehen sein wird. Dann ist bereits eine Mondfinsternis im Gange. Um 20:24 Uhr tritt der Mond in den Kernschatten der Erde ein. Vollständig verfinstert (Totalität) ist der Mond dann von 21:30 bis 23:13 Uhr. Die Mitte der Finsternis (und der exakte Vollmondzeitpunkt) liegen bei 22:20 Uhr), dann erscheint der Mond nicht strahlend hell wie sonst bei Vollmond sondern mehr oder weniger orange oder rötlich. Lassen Sie sich dieses seltene Schauspiel nicht entgehen! Aber suchen Sie sich einen Beobachtungsplatz mit möglichst freier Sicht nach Südosten, denn der Mond wird nur weniger Grad über den Horizont steigen. Der Mond steht rund 6° Grad oberhalb von Mars. Die ISS wird heute Abend zwischen 22:31 Uhr und 22:38 Uhr ein weiteres Mal fast exakt über Bad Lippspringe hinweg fliegen.

Am Samstag, den 28. Juli,  fliegt die ISS zwischen 23:15 Uhr und 23:20 Uhr in maximal 76° Grad Höhe über den Abendhimmel hinweg.

Am Sonntag, den 29. Juli,  fliegt die ISS zwischen 22:23 Uhr und 22:29 Uhr in maximal 87° Grad Höhe noch einmal fast exakt über Bad Lippspringe hinweg. Um Mitternacht fliegt die ISS dann noch einmal in maximal 36° Grad Höhe über den Nachthimmel hinweg. Bei Jupiter stehen heute alle vier Monde auf der gleichen Seite.

Samstag, 14. Juli 2018

16. - 22. Juli: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond zu und beleuchtet von Tag zu Tag mehr den Nachthimmel. Von den hellen Planeten ist am Abend die Venus im Nordwesten bis gegen 23 Uhr zu sehen. Jupiter steht im Südwesten und geht gegen 1:00 Uhr unter, Saturn steht kurz vor Mitternacht im Süden in ca. 15° Grad Höhe und geht bald nach 3:00 Uhr unter. Mars steht kurz vor seiner Opposition am 27. Juli und ist fast die ganze Nacht zu sehen. Die ISS ist bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 16. Juli, geht die Sonne um 5:25 Uhr auf und um 21:36 Uhr unter. Am Abend stehen bei Jupiter zwei Monde rechts, zwei Monde links. Der zunehmende Mond steht etwas oberhalb der Venus und geht kurz vor Mitternacht unter. Am frühen Morgen überfliegt die ISS einmal um 2:34 Uhr in maximal 77° Grad Höhe und einmal um 4:10 Uhr in 82° Grad Höhe unseren Nachthimmel.

Am Dienstag, den 17. Juli, überfliegt die ISS um 3:18 Uhr und 22 Sekunden fast exakt (89° Grad Höhe) unsere Stadt. Am Abend beginnt um 22:50 Uhr ein Durchgang von Io vor der Jupiterscheibe, Ios Schatten wandert ab kurz nach Mitternacht über die Planetenscheibe. Da am Abend zunächst (bis 23:15 Uhr) der Jupitermond durch Jupiters Schatten verfinstert wird, sind zeitweilig neben Jupiter nur zwei der galiläischen Monde zu sehen.

Am Mittwoch, den 18. Juli, überfliegt die ISS um 2:26 Uhr genau wie gestern exakt über unsere Stadt hinweg. Bei einem weiteren Überflug um 4:03 Uhr erreicht sie noch eine Höhe von 63° Grad. Am Abend bis 23:23 Uhr wird Jupitermond Io durch den Schatten von Jupiter verfinstert und ist nicht sichtbar. Zwei Minuten vor Mitternacht tritt die ISS im Südosten in 31° Grad Höhe (deutlich oberhalb von Mars) aus dem Erdschatten heraus und fliegt schnell Richtung Osten.

Am Donnerstag, den 19. Juli, überfliegt die ISS um 1:34 Uhr unseren Nachthimmel in 81° Grad Höhe, dabei trifft sie fast exakt die Wega, den hellsten Stern der Leier. Um 3:10 Uhr erreicht die ISS nur noch 78° Grad Höhe, fliegt aber wieder knapp an der Wega vorbei. Am Abend nähert sich der Mond allmählich Jupiter, um 21:52 Uhr erreicht der Mond exakt das Erste Viertel, außerdem steht das Mare Crisium fernab vom Mondrand, er zeigt wieder einmal maximale Libration in Länge. Heute Abend stehen alle vier Jupitermonde auf der gleichen Seite. Um kurz nach 23 Uhr erfolgt ein weiterer ISS-Überflug, heute Abend jedoch nur in 22° Grad Höhe (um 23:05 Uhr).

Am Freitag, den 20. Juli, fliegt die ISS um 0:42 Uhr in maximal 68° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg, um 2:18 Uhr fliegt sie mit 87° Grad Höhe fast genau durch den Zenit, und um 3:54 Uhr fliegt sie noch einmal in maximal 41° Grad Höhe vorüber. Am Abend steht der zu 61 Prozent beleuchtete Mond von Jupiter am Himmel, heute zeigt er maximale Libration in Breite, wir können auf seinen Südpol schauen. Zwischen 23:46 Uhr und 23:54 Uhr fliegt die ISS in maximal 51° Grad Höhe über den Abendhimmel.

Am Samstag, den 21. Juli, fliegt die ISS um 1:26 Uhr exakt über unsere Stadt hinweg. Weiter morgendliche Überflüge erfolgen um 3:02 Uhr in 56° Grad Höhe und um 4:38 Uhr in 17° Grad Höhe und am Abend zwischen 22:54 Uhr und 23:02 Uhr in maximal 36° Grad Höhe.

Am Sonntag, den 22. Juli, fliegt um 0:34 Uhr die ISS in 85° Grad Höhe über unseren Himmel, um 2:10 Uhr in 73° Grad Höhe und um 3:46 Uhr in 25° Grad Höhe über unseren Nachthimmel hinweg. Am Abend steht der inzwischen zu fast 80 Prozent beleuchtete Mond oberhalb des Schere des Skorpions am Himmel. Die ISS ist zwischen 23:38 Uhr und 23:45 Uhr in maximal 73° Grad zu beobachten.