Samstag, 14. Juli 2018

16. - 22. Juli: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond zu und beleuchtet von Tag zu Tag mehr den Nachthimmel. Von den hellen Planeten ist am Abend die Venus im Nordwesten bis gegen 23 Uhr zu sehen. Jupiter steht im Südwesten und geht gegen 1:00 Uhr unter, Saturn steht kurz vor Mitternacht im Süden in ca. 15° Grad Höhe und geht bald nach 3:00 Uhr unter. Mars steht kurz vor seiner Opposition am 27. Juli und ist fast die ganze Nacht zu sehen. Die ISS ist bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 16. Juli, geht die Sonne um 5:25 Uhr auf und um 21:36 Uhr unter. Am Abend stehen bei Jupiter zwei Monde rechts, zwei Monde links. Der zunehmende Mond steht etwas oberhalb der Venus und geht kurz vor Mitternacht unter. Am frühen Morgen überfliegt die ISS einmal um 2:34 Uhr in maximal 77° Grad Höhe und einmal um 4:10 Uhr in 82° Grad Höhe unseren Nachthimmel.

Am Dienstag, den 17. Juli, überfliegt die ISS um 3:18 Uhr und 22 Sekunden fast exakt (89° Grad Höhe) unsere Stadt. Am Abend beginnt um 22:50 Uhr ein Durchgang von Io vor der Jupiterscheibe, Ios Schatten wandert ab kurz nach Mitternacht über die Planetenscheibe. Da am Abend zunächst (bis 23:15 Uhr) der Jupitermond durch Jupiters Schatten verfinstert wird, sind zeitweilig neben Jupiter nur zwei der galiläischen Monde zu sehen.

Am Mittwoch, den 18. Juli, überfliegt die ISS um 2:26 Uhr genau wie gestern exakt über unsere Stadt hinweg. Bei einem weiteren Überflug um 4:03 Uhr erreicht sie noch eine Höhe von 63° Grad. Am Abend bis 23:23 Uhr wird Jupitermond Io durch den Schatten von Jupiter verfinstert und ist nicht sichtbar. Zwei Minuten vor Mitternacht tritt die ISS im Südosten in 31° Grad Höhe (deutlich oberhalb von Mars) aus dem Erdschatten heraus und fliegt schnell Richtung Osten.

Am Donnerstag, den 19. Juli, überfliegt die ISS um 1:34 Uhr unseren Nachthimmel in 81° Grad Höhe, dabei trifft sie fast exakt die Wega, den hellsten Stern der Leier. Um 3:10 Uhr erreicht die ISS nur noch 78° Grad Höhe, fliegt aber wieder knapp an der Wega vorbei. Am Abend nähert sich der Mond allmählich Jupiter, um 21:52 Uhr erreicht der Mond exakt das Erste Viertel, außerdem steht das Mare Crisium fernab vom Mondrand, er zeigt wieder einmal maximale Libration in Länge. Heute Abend stehen alle vier Jupitermonde auf der gleichen Seite. Um kurz nach 23 Uhr erfolgt ein weiterer ISS-Überflug, heute Abend jedoch nur in 22° Grad Höhe (um 23:05 Uhr).

Am Freitag, den 20. Juli, fliegt die ISS um 0:42 Uhr in maximal 68° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg, um 2:18 Uhr fliegt sie mit 87° Grad Höhe fast genau durch den Zenit, und um 3:54 Uhr fliegt sie noch einmal in maximal 41° Grad Höhe vorüber. Am Abend steht der zu 61 Prozent beleuchtete Mond von Jupiter am Himmel, heute zeigt er maximale Libration in Breite, wir können auf seinen Südpol schauen. Zwischen 23:46 Uhr und 23:54 Uhr fliegt die ISS in maximal 51° Grad Höhe über den Abendhimmel.

Am Samstag, den 21. Juli, fliegt die ISS um 1:26 Uhr exakt über unsere Stadt hinweg. Weiter morgendliche Überflüge erfolgen um 3:02 Uhr in 56° Grad Höhe und um 4:38 Uhr in 17° Grad Höhe und am Abend zwischen 22:54 Uhr und 23:02 Uhr in maximal 36° Grad Höhe.

Am Sonntag, den 22. Juli, fliegt um 0:34 Uhr die ISS in 85° Grad Höhe über unseren Himmel, um 2:10 Uhr in 73° Grad Höhe und um 3:46 Uhr in 25° Grad Höhe über unseren Nachthimmel hinweg. Am Abend steht der inzwischen zu fast 80 Prozent beleuchtete Mond oberhalb des Schere des Skorpions am Himmel. Die ISS ist zwischen 23:38 Uhr und 23:45 Uhr in maximal 73° Grad zu beobachten.


Samstag, 7. Juli 2018

9. - 15. Juli: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Neumond, die kurzen Nächte werden nicht durch Mondlicht erhellt. Von den großen Planeren leuchtet Venus als Abendstern nach Sonnenuntergang im Nordwesten bis nach 23 Uhr, Jupiter leuchtet beinahe ebenso hell Im Süden, er geht bereits vor 2 Uhr im Südwesten unter, Saturn ist fast noch die ganze Nacht bei seiner Wanderung von Südosten mach Südwesten zu sehen, Mars geht gegen Mitternacht im Südosten auf, er ist bereits etwas heller als  Jupiter. Spezialisten können nach Sonnenuntergang auch noch Merkur im Nordwesten finden, er erreicht am 12. Juli seinen größten relativen Abstand zur Sonne in dieser Sichtbarkeitsperiode. Die ISS kann bei morgendlichen Überflügen am Himmel gesichtet werden. Da wohl nur wenige Leser zu dieser frühen Zit wach sind, erwähne ich hier nur den jeweils höchsten Punkt der Bahn und dessen Uhrzeit, meist ist sie bis z vir Minuten davor im Westen aufsteigend und bis zu 5 Minuten danach im Osten zu sehen.

Am Montag, den 9. Juli, geht die Sonne um 5:17 Uhr auf und um 21:42 Uhr unter.  Die helle Nacht ist gerade mal zehn Minuten länger als noch vor einer Woche. Der noch zu 22 Prozent beleuchtete Mond geht um 2:27 Uhr auf. Um 3:49 Uhr erreicht die ISS eine Höhe von 32° Grad im Süden. Am Abend steht die helle Venus nur ein Grad entfernt von Regulus im Löwen.

Am Dienstag, den 10. Juli, geht der Mond um 3:00 Uhr auf, er steht dann direkt bei den Hyaden. Um 4:43 Uhr erreicht die ISS eine Höhe von 66° Grad im Süden. Am Abend wandert ab 22:08 Uhr der Schatten von Io über Jupiters Planetenscheibe.

Am Mittwoch, den 11. Juli, kann die nur noch zu sechs Prozent beleuchtete Mondsichel vielleicht noch gefunden werden, sie geht um 3:41 Uhr auf. Um 3:49 Uhr erreicht die ISS eine Höhe von 49° Grad im Süden.

Am Donnerstag, den 12. Juli,  um 4:29 Uhr erreicht die ISS eine Höhe von 84° Grad im Süden, also schon beinahe durch den Zenit.  Heute erreicht der Zwergplanet Pluto seine Oppositionsstellung. Mit 14,6mag bleibt er jedoch nur für größere Teleskope erreichbar.

Am Freitag, den 13. Juli, gibt es nicht nur in NRW Zeugnisse und die Sommerferien fangen an, sondern es ist auch Neumond. Exakt um 4:48 Uhr. Um diese Zeit herum kommt es in der Antarkis zu einer partiellen Sonnenfinsternis. Bei uns ist davon überhaupt nichts zu merken. Bereits um 3:33 Uhr erreicht die ISS eine Höhe von 72° Grad im Süden.

Am Samstag, den 14. Juli,  fliegt um 4:17 Uhr die ISS exakt über unsere Stadt hinweg, also genau in 90° Grad Höhe durch den Zenit. Am Abend kann vielleicht schon wieder die schmale zu fünf Prozent beleuchtete Mondsichel nicht weit von Merkur gesehen werden. Der Mond geht um 22:42 Uhr unter.

Am Sonntag, den 15. Juli, um 3:25 Uhr erreicht die ISS eine Höhe von 87° Grad im Süden, also erneut fast genau über unsere Stadt hinweg. Am Abend ist der Mond in die Nähe der Venus gewandert.

Sonntag, 1. Juli 2018

2. - 8. Juli 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond ab, die Bedingungen für "deep-sky"-Beobachtungen verbessern sich aber nur langsam von Nacht zu Nacht. Von den hellen Planeten kann Merkur zu Beginn der Woche vielleicht nach Sonnenuntergang bis ca. 22:45 im Nprdwesten gefunden werden. Die Venus leuchtet hell als Abendstern bis kurz nach 23 Uhr. Jupiter steht am Abend im Süden. Saturn ist dann gerade im Südosten aufgegangen und Mars folgt ab Mitternacht. Ab Ende der Woche ist auch die ISS wieder bei morgendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 2. Juli,  geht die Sonne um 5:11 Uhr auf und um 21:46 Uhr unter. Der helle Tag ist ganze fünf Minuten kürzer als noch vor einer Woche, ein Unterschied, der kaum bemerkbar ist.  Der Mond geht Abends erst kurz nach Mitternacht (0:09 Uhr) auf.

Am Dienstag, den 3. Juli, gibt es um 23:08 Uhr im Westen (Azimut 286°) in 22° Höhe einen mit -6mag hellen Iridiumflare.

Am Mittwoch, den 4. Juli, geht der Mond um 0:33 Uhr auf. Um 5:18 Uhr, also parallel zum Sonnenaufgang, endet eine Sternbedeckung, psi Aquarius (4,2mag) tritt dann am dunklen Mondrand wieder  hervor. Am Abend gibt es bereits um 22:11 Uhr im Nordosten (Azimut 48°) in 57° Grad Höhe einen sehr hellen Iridiumflare von -8mag. Nur wenig später um 22:17 Uhr gibt es ganz in der Nähe bei Azimut 51° und Höhe 59° Grad einen weiteren Iridiumflare von -5mag Helligkeit. Und um 22:48 Uhr dann fast genau im Norden in der Nähe von Capella in nur 11° Grad Höhe noch einen dritten Iridiumflare von -4mag.

Am Donnerstag, den 5. Juli, geht der Mond um 0:54 Uhr auf. Er ist heute früh noch zu 62 Prozent beleuchtet.

Am Freitag, den 6. Juli,  erreicht der Mond exakt um 9:51 Uhr das Letzte Viertel. Er geht zuvor um 1:15 Uhr auf.

Am Samstag, den 7. Juli, tritt die ISS um 3:55 Uhr in der Nähe des Mars aus dem Erdschatten aus und fliegt dann schnell in maximal 18° Grad Höhe dem Osten entgegen.

Am Sonntag, den 8. Juli,  geht der Mond um 2:00 Uhr auf, er ist zu 31 Prozent beleuchtet. Die ISS ist um 3:05 Uhr kurz im Südosten zu sehen. Am Abend gibt es um 22:04 Uhr im Nordnordwesten (Azimut 343°) in 20° Grad Höhe oberhalb von Capella einen Iridiumflare von -6mag.

Mittwoch, 27. Juni 2018

27. Juni: Mond und drei Planeten

Heute Abend waren nach Sonnenuntergang der aufgehende Vollmond, Venus, Jupiter und Saturn einfach zu beobachten. Hier ein paar schnelle Fotos:

Der Mond geht über den Nachbarhäusern auf

Vollmond

Zwischen den Schornsteinen des Nachbarhauses, unterhalb des Mondes, entdecke ich Saturn.
Die Venus im Südwesten flimmert stark in der Atmosphäre, aber auch ihre "Sichelgestalt" ist andeutungsweise sichtbar.

Jupiter und seine vier Monde leuchten im Süden.
Schade, dass ich in dieser Woche viel arbeiten muss und nicht die ganze Nacht über beobachten kann.

Samstag, 23. Juni 2018

25. Juni - 1. Juli 2018: Der Sternenhimmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Vollmond, er erhellt die ohnehin kurzen, sommerlichen Nächte. Von den großen Planeten ist für Kenner vielleicht Merkur kurze Zeit nach Sonnenuntergang bis gegen 23 Uhr im Nordwesten zu sehen. Die Venus strahl dort bis kurz vor Mitternacht unübersehbar. Jupiter steht Abends im Süden und ist bis ca. 2:30 Uhr zu sehen, Saturn geht gerade im Südosten auf und ab Mitternacht folgt auch der Mars. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 25. Juni, geht die Sonne um 5:08 Uhr auf und um 21:48 Uhr unter, dass die Tage wieder beginnen kürzer zu werden ist praktisch noch nicht zu merken. Bereits um 1:43 Uhr bedeckt der Mond einen 5,5mag hellen Stern im Sternbild Waage. Am Abend sind kurz nach 23 Uhr bei Jupiter nur zwei Monde zu sehen. Ganymed beginnt einen Durchgang vor der Planetenscheibe und Io wird noch vom Planetenschatten verfinstert.

Am Dienstag, den 26. Juni, beginnt Mars mit der rückläufigen Bewegung auf seiner diesjährigen Oppositionsschleife am Himmel. Bei Jupiter stehen am Abend zwei Monde rechts, zwei links, außerdem ist gegen 23 Uhr der "Große Rote Fleck" etwa in seiner Mitte.

Am Mittwoch, den 27. Juni,  steht der Ringplanet Saturn in Opposition zur Sonne (exakt um 15:28 Uhr). Er geht bei Sonnenuntergang auf und bei Sonnenuntergang unter, ist also praktisch die ganze Nacht über zu sehen. Heute beginnt praktisch die kürzeste Vollmondnacht des Jahres. Mond und Saturn stehen daher recht nahe beieinander. Und Kleinplanet Ceres (8,8mag) geht nur 10' Bogenminuten an gamma leonis (2,3mag) vorüber.

Am Donnerstag, den 28. Juni, ist exakt um 6:53 Uhr Vollmond. Am Abend ist der Mond im Vergleich zum Mittwoch schon ein gutes Stück an Saturn vorbei gezogen.

Am Freitag, den 29. Juni, beginnt um 0:30Uhr abends (also eigentlich schon am Samstag) eine Bedeckung von Jupitermond Europa.

Am Samstag, den 30. Juni, geht der Mond um 23:13 Uhr auf. Er ist noch zu 94 Prozent beleuchtet und steht in der Nacht etwas oberhalb von Mars.

Am Sonntag, den 1. Juli,  kann man bis 23:11 Uhr vielleicht bei Jupiter noch den Schatten von Europa über den Planeten wandern sehen. Später in der Nacht zieht der Mond "haarscharf" an einem Stern von 3,6mag Helligkeit vorbei.

Freitag, 22. Juni 2018

20. Juni: Mond-X und Mond-V

Am Abend des 20. Juni konnte ich wieder einmal den Mond fotografieren. Das Erste Viertel war zu Mittag erreicht worden, jetzt war er schon zu 54 Prozent beleuchtet. So konnte man wieder gut das Mond-X und auch das Mond-V am Terminator, dem Schattenrand zwischen Mondtag und Mondnacht erkennen. Ich habe diese beiden Stellen zusätzlich in dem Bild markiert:

Mond mit X und V Strukturen am 20. Juni 2018
Eine Stärke des menschlichen Gehirns ist es, immer wieder Muster zu erkennen, die wir dann mit bekannten Formen und Bildern vergleichen. Hier sind es nun ein X und ein V, und aus dem Zusammenhang heraus wird wohl kaum jemand ernsthaft behaupten, dies seien künstlich geschaffene Strukturen.

Aber: nach meinem letzten Vortrag an der Sternwarte gab es dazu eine ähnliche Diskussion. Ein Besucher behauptete, auf dem Mars hätte die NASA eine Pyramide fotografiert, die so exakt geschnitten sei, die könne eigentlich keinen natürlich Ursprung haben, müsse also von intelligenten Wesen künstlich geschaffen worden sein. Ohne dieses Foto zur Hand zu haben, wurde natürlich nur kurz diskutiert und wir gingen dann auch bald nach Hause. Mein Sternfreund Heinz-Bernd hat dazu noch einmal etwas recherchert und einen Blogeintrag gefunden, der diese "Mars-Pyramide" und die Eindrücke und Assoziationen, die wir dann schnell bei solchen oder ähnlichen Bildern haben, gut erklärt:

http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2015/06/26/was-steckt-hinter-der-pyramide-am-mars/

Klicken Sie dort bitte auch auf die weiter führenden Artikel "Pareidolie", "ein Gesicht" oder "viele abgehackte Köpfe auf dem Mars", es lohnt sich diese Artikel zu lesen!

Sonntag, 17. Juni 2018

18. - 24. Juni 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Sommeranfang, dies ist die Woche der längsten Tage und kürzesten Nächte des Jahres. Nachts sinkt die Sonne bei uns keine 15° Grad unter den Horizont, "astronomisch dunkel" wird es daher gar nicht. Am Abend begleitet uns wieder der zunehmende Mond. Von den hellen Planeten steht die Venus strahlend hell im Nordwesten, sie geht gegen Mitternacht unter. Im Süden leuchtet stark der Jupiter, sein Untergang ist gegen 3:00 Uhr. Saturn steht nächste Woche in Opposition zur Sonne, er geht also bald nach Sonnenuntergang im Südosten auf und ist dann die ganze Nacht zu sehen. Mars geht noch vor 1:00 Uhr ebenfalls im Südosten auf, seine Opposition ist jedoch erst Ende nächsten Monats. Spezialisten können versuchen, nach Sonnenuntergang auch Merkur im Nordwesten zu finden, er zeigt in diesen Tagen eine bescheidene Abendsichtbarkeit. Die Internationale Raumstation (ISS) ist in dieser Wche nicht bei nächtlichen Überflügen zu beobachten.

Am Montag, den 18. Juni, ist am Abend der Mond zu 44 Prozent beleuchtet. Er geht erst am Dienstag nach 1:00 Uhr unter. Ab 23:04 Uhr wandert der Schatten des Jupitermonds Ganymed über die Planetenscheibe. An der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus halte ich heute um 20 Uhr einen Vortrag zur kommenden Mondfinsternis und Marsopposition im Juli.

Am Dienstag, den 19. Juni, steht Kleinplanet Vesta in Opposition zur Sonne. Vesta ist zur Zeit 5,5mag hell, also an dunklen Orten sogar mit dem bloßen Auge zu sehen.

Am Mittwoch, den 20. Juni, erreicht der Mond um 12:51 Uhr das Erste Viertel, am Abend um 23:00 Uhr ist er dann bereits zu 55 Prozent beleuchtet. Um 23:41 Uhr gibt es im Westen (Azimut 259° Grad, Höhe 39° Grad), im unscheinbaren Sternbild "Harr der Bereneike", das dem bald untergehenden Löwen folgt, einen Iridiumflare der Helligkeit von -4mag, also etwa so hell wie die Venus.

Am Donnerstag, den 21. Juni, ist Sommeranfang. Heute erreicht die Sonne an ihrer scheinbaren Bahn am Himmel den nördlichsten Punkt. Nördlich des Polarkreises geht sie überhaupt nicht unter. Bei uns geht sie um 5:06 Uhr auf und um 21:47 Uhr unter, der helle Tag dauert also 16 Stunden und 41 Minuten. Im Süden Deutschlands (z.B. in Grainau, Zugspitze) dauert er nur knapp 16 Stunden (Sonnenauf/untergang: 5:19 Uhr/21:17 Uhr) und im Norden auf der Nordseeinsel Amrum sogar deutlich mehr als 17 Stunden (Sonnenauf/untergang: 4:50 Uhr / 22:07 Uhr). Der Mond zeigt heute wieder einmal maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht weit ab vom Mondrand.

Am Freitag, den 22. Juni, kann man am Abend mal probieren, mit einem Fernrohr, die Saturnmonde zu beobachten. Der hellste, Titan, steht in westlicher Elongation, Tethys in östlicher Elongation.

Am Samstag, den 23. Juni, steht der Mond nicht weit entfernt (ca. 3° Grad, 6 Vollmonddurchmesser), oberhalb von Jupiter. Er zeigt heute Abend wieder einmal seinen "goldenen Henkel".

Am Sonntag, den 24. Juni, hat am Abend der bereits zu 90 Prozent beleuchtete Mond sich schon deutlich von Jupiter entfernt und nähert sich dem Sternbild Skorpion. Ab 23:50 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Io über den Planeten.




Montag, 11. Juni 2018

18. Juni: Vortrag "Roter Planet und roter Mond"

Am Montag, den 18. Juni, halte ich an der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus wieder einmal einen kleinen Vortrag. In der Reihe "Astronomie aktuell" geht es um den Sommerhimmel und gleich zwei besondere Ereignisse, die auf den 27. Juli fallen. Eine totale Mondfinsternis und die Opposition des Mars. Der Vortrag heißt:

Astronomie aktuell: Roter Planet und roter Mond

Und in der Ankündigung auf der Webseite der Volkssternwarte heißt es dazu:

Im Sommer 2018 strahlt der „rote Planet“ Mars besonders hell am Abendhimmel. Etwa alle 15 Jahre kommt er der Erde besonders nahe. Sein orange-rötliches Leuchten ist dann besonders auffällig und wird auch in diesem Sommer wieder für einigen Gesprächsstoff bei sommerlichen Grillabenden sorgen.

Am Abend der Marsopposition, dem 27. Juli 2018, ereignet sich zudem auch eine von Deutschland aus sichtbare totale Mondfinsternis, ein besonderer astronomischer Höhepunkt des Jahres. In der Vergangenheit symbolisierte der Mars für viele Völker ihren Kriegsgott. Mit Erfindung des Fernrohrs konnte man schnell feststellen, dass ein Tag auf dem Mars nur ca. 40 Minuten länger dauert als auf der Erde, und dass es dort auch Jahreszeiten geben muss.

Heute ist Mars der am häufigsten von irdischen Raumsonden erforschte Planet. Doch wie erdähnlich ist dieser Planet nun wirklich? Und gibt oder gab es dort vielleicht sogar Leben? Der Referent zeigt, wo und wie sich der rote Planet und die Mondfinsternis in diesem Sommer am besten beobachten lassen. Er stellt die neuesten Forschungsergebnisse vor und zeigt auf, wo heute noch größere Probleme bei möglichen bemannten Reisen zum Mars liegen.


Der Eintritt kommt wie immer der Arbeit der Volkssternwarte zugute. Ich freue mich schon auf ihr Kommen! 

Samstag, 9. Juni 2018

11. - 17. Juni: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche ist Neumond, allerdings wird es bei uns in den Nächten trotzdem nicht wirklich dunkel, da die Sonne nur noch maximal 15° Grad unter den Horizont sinkt. Von den großen Planeten strahlt Abends nach Sonnenuntergang die Venus auffallend hell im Nordwesten, Jupiter steht gegen 23 Uhr im Süden und geht gegen 3:30 Uhr unter. Saturn steht fast in Opposition zur Sonne und ist praktisch die ganze Nacht zu sehen. Mars geht gegen 1:00 Uhr im Südosten auf. Ab der zweiten Wochenhälfte kann vielleicht auch Merkur nach Sonnenuntergang knapp über dem Horizont gesichtet werden.Die ISS ist in dieser Woche bei nächtlichen Überflügen nicht zu sehen, es gibt leider auch keine besonders hellen Iridiumflares zu beobachten.

Am Montag, den 11. Juni, geht die Sonne um 5:06 Uhr auf und um 21:43 Uhr unter. Die nur noch zu 10 Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 4:00 Uhr auf und ist heute früh wohl zum letzten Mal vor Neumond zu sehen.

Am Dienstag, den 12. Juni, stehen bei Jupiter zwei Monde links, zwei Monde rechts.

Am Mittwoch, den 13. Juni,  ist offiziell um 21:43 Uhr Neumond.

Am Donnerstag, den 14. Juni, beginnt um 0:48 Uhr ein Durchgang von Europa vor der Planetenscheibe von Jupiter, der Schatten Europas wandert ab 2:28 Uhr über den Planeten.

Am Freitag, den 15. Juni,  geht die zu 6 Prozent beleuchtete Mondsichel kurz nach 23 Uhr unter, ob sie heute schon zu finden ist? Um 23:41 Uhr endet bei Jupiter eine Verfinsterung von Europa, alle Monde stehen dann auf der gleichen Seite des Planeten, Europa, Io und Kallisto dabei besonders eng zusammen. Es beginnt jetzt eine kurz Zeitphase, in der von Kennern mit viel Glück auch Merkur am Abendhimmel gefunden werden kann.

Am Samstag, den 16. Juni, steht der Mond nicht weit von der Venus entfernt und geht kurz nach Mitternacht unter. Um 23:45 Uhr beginnt eine Bedeckung von Jupitermond Io durch den Planeten.

Am Sonntag, den 17. Juni,  ist der Mond bereits zu knapp über 20 Prozent beleuchtet. Er nähert sich Regulus im Löwen und geht (am Montag) um 0:44 Uhr unter. Um 23:13 Uhr endet ein Durchgang von Io vor der Jupiterscheibe.

Sonntag, 3. Juni 2018

4.-10. Juni 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

Bald ist Sommeranfang. Die Nächte sind nur noch kurz. Der Mond nimmt ab und ist nur noch weit nach Mitternacht zu sehen.Die venus ist weiterhin strahlender Abendstern, der umMitternacht im Nordwesten untergeht. Jupiter steht um 23 Uhr im Süden und geht gegen 4:00 Uhr unter. Saturn geht gegen 23 Uhr im Südosten auf, Mars folgt gegen bald nach 1:00 Uhr.

Am Montag, den 4. Juni, geht die Sonne um 5:10 Uhr auf und um 21:37 Uhr unter. Der abnehmende Mond ist bereits um 1:10 Uhr aufgegangen.Mit viel Glück kann man um 23 Uhr im Südwesten die ISS noch einmal über unseren Abendhimmel fliegen sehen, sie erreicht jedoch nur eine Höhe von maximal 17° Grad über dem Horizont.

Am Dienstag, den 5. Juni, geht der Mond morgens um 1:39 Uhr auf, noch ist er zu 67 Prozent beleuchtet.

Am Mittwoch, den 6. Juni, gibt es um 0:40 Uhr direkt neben dem hellen Stern Arkturus (Höhe 50° Grad, Richtung Südwest, Azimut 226° Grad) einen mit -8,1mag sehr, sehr hellen Iridiumflare. Der Mond geht morgens um ca. 2:00 Uhr auf, er erreicht der um 20:32 Uhr das Letzte Viertel, da steht er beiuns jedoch unter dem Horizont.Um 22:36 Uhr beginnt ein Durchgang von Europa vor der Jupiterscheibe, ab 23:44 Uhr fällt Europas Schatten auf den Planeten.

Am Donnerstag, den 7. Juni, geht um0:38 Uhr der Durchgang von Europa u Ende, bis 2:00 Uhr ist noch Europas Schatten auf dem Planeten zu sehen.

Am Freitag, den 8. Juni,  gibt es Abends um 23:09 Uhr im Westen (Höhe 26° Grad, Azimut 279° Grad) einen mit -7mag sehr hellen Iridiumflare. Auf der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus trifft sich am Abend die Beobachtergruppe.

Am Samstag, den 9. Juni, zeigt der Mond maximale Libration in Länge, Krater Grimaldi steht weit ab vom Rand. Am Abend fehlt bei Jupiter zunächst Mond Io, der bis 0:49 Uhr von Jupiter bedeckt wird.

Am Sonntag, den 10. Juni,  geht der Mond um 3:34 Uhr auf. Er ist nur noch zu 15 Prozent beleuchtet. Heute zeigt der Mond auch maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Nordpol schauen können. Abends zieht Jupitermond Io vor dem Planeten entlang, bis 21:24 Uhr, bis 22:08 Uhr fällt Ios Schatten auf Jupiter. Abends um 23:06 Uhr gibt es an ähnlicher Stelle wie Freitag einen -6mag hellen Iridiumflare.


Samstag, 26. Mai 2018

28. Mai - 3. Juni 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In diesen Wochen bis Juli wird es auch bei uns nachts nicht mehr "astronomisch" dunkel.  Der volle Mond leuchtet unsere Nächte zusätzlich aus. Trotzdem gibt es so einiges zu beobachten am Himmel. Die großen Planeten lassen sich auch am aufgehellten Nachthimmel gut finden. Am Abend nach Sonnenuntergang strahlt die Venus im Nordwesten bis gegen Mitternacht. Jupiter leuchtet, nicht ganz so hell wie die Venus, in südlicher Richtung die ganze Nacht bis gegen 4:00 Uhr, Saturn geht gegen Mitternacht im Südosten auf und Mars folgt noch vor 2:00 Uhr.

Am Montag, den 28. Mai, kann man in aller Frühe um 1:19/1:20 Uhr in 53° Grad Höhe in etwa südsüdwestlicher Richtung (Azimut 203°) einen doppelten Iridiumflare der Stärke -6 / -7mag sehen. Die Sonne geht um 5:16 Uhr auf und um 21:29 Uhr unter, der helle Tag dauert also schon länger als 16 Stunden. Der fast ganz volle Mond geht um 20:06 Uhr auf. Die ISS fliegt heute Abend exakt über Bad Lippspringe hinweg, ab 22:36 Uhr steigt sie exakt im Westen auf, passiert unseren Zenit genau um 22:40 Uhr und verschwindet im Osten am Horizont um 22:45 Uhr. Zwischen 0:13 Uhr und 0:17 Uhr (am Dienstag also) ist sie noch einmal zu sehen, erreicht dann jedoch nur noch eine Höhe von ca. 53° Grad über dem Südhorizont.

Am Dienstag, den 29. Mai, ist Vollmond. Diese Position erreicht der Mond exakt um 16:20 Uhr, da steht er bei uns jedoch noch unter dem Horizont. In der Nacht steigt er nur ca. 20° Grad hoch. Im Sommer steht die Sonne hoch und die Vollmonde fallen niedrig aus, genau umgekehrt zum Winter. Die ISS ist heute Abend zwischen 23:21 Uhr und 23:27 Uhr zu sehen, sie erreicht im Süden eine maximale Höhe von 70° Grad.

Am Mittwoch, den 30. Mai, fliegt die ISS zwischen 22:38 Uhr und 22:47 Uhr in 83° Grad Höhewie immer von West nach Ost hoch über unsere Stadt hinweg. Kurz nach Mitternacht ist sie noch einmal zwischen 00:06 Uhr(im Westen) und 0:09 Uhr (im Süden) zu sehen, sie verschwindetjedoch cshon im Süden, oberhalb von Jupiter, im Erdschatten.

Am Donnerstag, den 31. Mai, Fronleichnam, geht der Mond bald nach 23 Uhr auf. Er ist noch zu 95 Prozent beleuchtet. Etwas tiefer und östlicher steht Saturn, der in dieser Nacht vom Mond "überholt" wird. Der geringste Abstand beträgt um 3:04 MESZ (also Freitag) nur ein halbes Grad, also etwa einen Monddurchmesser. Zwischen 23:23 Uhr und 23:18 Uhr gliegt die ISS in maximal 47° Grad Höhe über unseren südlichen Abendhimmel entlang. Ab 23:10 Uhr wird der Jupitermond Ganymed vom Planeten bedeckt, um 0:39 uhr taucht er hinter dem Planeten wieder auf, gerät aber ab 1:12 Uhr schon wieder in den Schatten von Jupiter.

Am Freitag, den 1.Juni, fliegt die ISS zwischen 22:20 Uhr und 22:27 Uhr in maximal 64° Grad Höhe über unseren südlichen Abendhimmel hinweg. Ab 23:03 Uhr (bis 1:12 Uhr) wandert Io vor Jupiter vorüber, ab 23:36 Uhr (bis 1:45 Uhr) zieht auch Ios Schatten über den Planeten.

Am Samstag, den 2. Juni, fliegt die ISS zwischen 23:05 und 23:10 Uhr in nur noch maximal 29° Grad Höhe über unseren südlichen Abendhimmel hinweg. Um 23:09 fliegt sie dabei "haarscharf" an Jupiter vorbei. Um 23:26 Uhr gbt es im Westen am Kopf des Löwen (Höhe 33° Grad, Azimut 265° Grad)  einen mit -7mag sehr hellen Iridiumflare. Der Mond geht erst nach Mitternacht um 0:36 Uhr auf, also bereits am Sonntag. Er ist dann nur noch zu 83 Prozent beleuchtet.

Am Sonntag, den 3. Juni, ist die ISS in dieser Woche letztmalig um 23:51 Uhr tief im Südwesten zu sehen. Heute Abend erreicht Jupiter seine geringste Annäherung an den hellsten Stern im Sternbild Waage, er steht nur 53' Bogensekunden (knapp zwei Monddurchmesser) entfernt von "Zuben-Elgenubi", (alpha Lib). Im August wird Jupiter noch enger an Zuben-Elgenubi vorüber ziehen.

Dienstag, 22. Mai 2018

21. Mai: Mond, ISS und ein doppelter Iridiumflare

Über die Pfingstfeiertage war ich zu meiner Tochter nach Eppelheim bei Heidelberg gereist. Auch dort konnte man gut astronomische Beobachtungen machen. Insbesondere am Abend des Pfingstmontags hatte ich ein wenig Zeit, in den Himmel zu schauen.

Hier ein Bild vom Mond, kurz vor dem Ersten Viertel:

Mond am 21.5.18 um 23 Uhr, gut 6 Stunden vor dem Ersten Viertel
Ein besonderes Highlight war ein doppelter Iridiumflare. Ich hatte in meinem Astroblog diesen Doppelflare für Bad Lippspringe angekündigt, dort sollte er um 0:10 und 0:11 Uhr stattfinden. Zu meiner Überraschung stellte ich fest, dass die beiden Satelliten Iridium 12 und Iridium 50 auch über Eppelheim einen hellen Flare zeigen würden. Hier sollte das Ereignis 50 Sekunden früher stattfinden. Das wollte ich unbedingt fotografieren.

Zum "Einstellen" der Kameras ganz passend sollte kurz vor Mitternacht auch die ISS über den Nachthimmel fliegen. Ich hatte schon meine Kamera in Position gebracht, doch leider bewölkte es sich ab 23:30 Uhr zunehmend und es fing sogar an zu regnen.  So musste ich zunächst meine komplette Ausrüstung wieder abbauen. Trotzdem gelang mir ein Foto der ISS:

Die ISS zieht ihre helle Spur senkrecht von unten nach oben im unteren rechten Bilddrittel, etwas verdeckt durch den Strauch davor.
Zum Glück waren immer wieder Lücken am Himmel zu sehen - und gerade in Richtung Mond und Sternbild Löwe war der Himmel immer wieder frei. Zum Glück schütze mich draußen der Balkon der Wohnung über uns, so dass meine Ausrüstung und ich selbst nicht nass wurden. Es war schon irgendwie surreal. Wir hatten draußen mit 22° Grad noch sehr angenehme Temperaturen, so dass ich in kurzer Hose und T-Shirt beobachten konnte, gleichzeitig regnete es und trotzdem gelangen mir die nachfolgenden Fotos:

Iridium 12 am 22.5.18 um 0:09:20 Uhr MESZ

Iridium 50 am 22.5.18 um 0:10:50 Uhr MESZ

Beide Bilder entstanden mit einer Kleinbildkamera Leica D-LUX 5, wurden 30 Sekunden belichtet bei ISO100 und Blende f=2.7.

Auf dem unteren Bild ist an der Wolke, dicht beim Flare, auch Denebola, der "Schwanz" des Sternbilds Löwe gut zu erkennen. Die drei Sterne am linken Bildrand, dicht an den Büschen gehören zum Sternbild Jungfrau, oben leuchtet Vindemiatrix und unten Porimma.

Legt man die Bilder 1:1 übereinander, kann man erkennen, dass beide Iridiumflare fast an der gleichen Stelle des Himmels auftauchten, der Abstand ist wirklich nur minimal:

Doppelflare, Bilder 1:1 übereinander gelegt
 Wer genau hinschaut, kann jedoch erkennen, dass alle Sternspuren doppelt sind, oder zumindest auseinander gezogen aussehen. Dies ist aber kein Wunder, denn die Erde hat sich ja in der guten Minuten zwischen den beiden Aufnahmen weiter gedreht, die Sterne wandern im Laufe der Zeit dadurch weiter nach Westen, wo auch sie irgendwann - genau wie die Sonne am Abend - untergehen.

Legt man beide Bilder so übereinander, dass die Sterne deckungsgleich werden, man versucht also praktisch die Drehung der Erde auszugleichen, erkennt man, dass die Spuren der Satelliten doch nicht so deckungsgleich sind:

Doppelflare, Sterne übereinander gelegt.
Bei diesem Bild werden dann natürlich die Blätter nicht mehr deckungsgleich überlagert, es ist ja quasi so, als hätten wir die Kamera entsprechend der Erddrehung etwas weiter gedreht.

Samstag, 19. Mai 2018

21. - 27. Mai 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche bestimmt der zunehmende Mond den Nachthimmel. Von den hellen Planeten ist Venus abends im Nordwesten strahlender Abendstern. Jupiter ist bald nach Sonnenuntergang im Südosten zu sehen, er bleibt nach Mond und Venus jedoch nur das dritthellste Objekt am Nachthimmel. Saturn geht kurz nach Mitternacht auf, Mars folgt gegen 2:00 Uhr im Südosten. Da die Sonne nur noch wenig unter den Horizont sinkt, sind in diesen Nächten auch viele Überflüge der ISS zu beobachten.

Am Pfingstmontag, den 21. Mai, geht die Sonne um 5:24 Uhr auf und um 21:20 Uhr unter, der helle Tag dauert jetzt - vier Wochen vor Sommeranfang - schon fast 16 Stunden. Da die Sonne heute nur noch 18,5° Grad unter den Horizont sinkt, wird es auch nachts nicht mehr wirklich richtig dunkel. Der Mond steht heute Abend in der Nähe von Regulus, dem hellsten Stern des Löwen, dem er sich im Laufe der Nacht immer weiter annähert. Die ISS ist am Pfingstmontag fünfmal zu sehen, um 0:48 Uhr (in maximal 75° Grad Höhe), um 2:24 Uhr (84° Grad Höhe), um 4:01 Uhr (34°) und am Abend um 22:20 Uhr (18°) und 23:56 Uhr (59°). Um 23:51 Uhr beginnt eine Bedeckung des Jupitermond Europa. Kurz nach Mitternacht, also bereits am 22.Mai, gibt es um 0:10 Uhr noch einen sehr hellen Iridiumflare von -8mag am "Schwanz" des Sternbilds Löwe, und nur eine Minute später (!) gibt es gleich noch einen zweiten -8mag hellen Flare an gleicher Stelle!

Am Dienstag, den 22. Mai, erreicht der Mond um 5:49 Uhr das Erste Viertel, dann ist er jedoch schon seit drei Stunden bei uns untergegangen. Bereits um 1:32 Uhr fliegt die ISS exakt über Bad Lippspringe hinweg, um 3:09 Uhr erreicht sie noch einmal 48° Grad Höhe. Abends um 23:04 Uhr gleichfalls 49° Grad. Heute beginnt auf dem Mars auf dessen Nordhalbkugel der Herbst.

Am Mittwoch, den 23. Mai,  fliegt die ISS um 0:40 Uhr fast exakt (88° Grad Höhe) über Bad Lippspringe hinweg, um 2:16 Uhr in 65° Grad Höhe, um 3:53 Uhr in 21° Grad und am Abend um 22:12 Uhr in 30° Grad und um 23:48 Uhr in 79° Grad Höhe.

Am Donnerstag, den 24. Mai, fliegt die ISS um 1:21 Uhr in 80° Grad Höhe und um 3:00 Uhr in 27° Grad Höhe über unseren Himmel, am Abend um 22:56 Uhr in 79° Grad Höhe. Bis 22:54 Uhr scheint Jupiter nur drei Monde zu haben, Ganymed wird durch Jupiters Schatten verfinstert.

Am Freitag, den 25. Mai,  fliegt die ISS um 0:32 Uhr ein weiteres Mal fast exakt (in 88° Höhe) über unsere Stadt hinweg, um 2:08Uhr erreicht sie noch eine Höhe von 37° Grad über dem Südhorizont. Am Abend um 23:40 Uhr fliegt sie sogar ganz genau durch unseren Zenit (90° Grad Höhe) über uns hinweg. Wenn es dunkel wird läuft Jupitermond Io gerade vor dem Planeten vorüber, dieser Durchgang wird um 23:29 Uhr beendet, bis 23:53 Uhr fällt noch Ios Schatten auf den Planeten. Der Mond zeigt maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht randfern.

Am Samstag, den 26. Mai, um 1:16 Uhr ist die ISS in dieser Nacht zu sehen (in 59° Grad Höhe), am Abend um 22:47 Uhr in 83° Grad Höhe. Um 23:50 Uhr gibt es im hinteren Teil des Sternbilds Löwe einen -7mag hellen Iridiumflare.

Am Sonntag, den 27. Mai, ist die ISS um 0:24 Uhr in 75° Grad Höhe zu sehen und um 1:58 Uhr in 16° Grad Höhe, am Abend um 23:32 Uhr dann noch einmal in 86° Grad Höhe. Am Abend stehen bei Jupiter alle Monde auf der gleichen Seite.

Samstag, 12. Mai 2018

14. - 20. Mai 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche ist am Dienstag Neumond.gerade die ersten Nächte der Woche eignen sich noch zum Beobachten lichtschwacher Objekte am Sternenhimmel. Die ISS ist am Morgenhimmel gut zu beobachten. Von den großen Planeten ist die Venus am Abend im Nordwest bis gegen 23:30 Uhr zu beobachten. Jupiter steht praktisch die ganze Nacht am Himmel, erst in südöstlicher, dann südwestlicher Richtung, Saturn geht nach 0:30 Uhr im Südosten auf, Mars folgt gegen 2:15 Uhr.

Am Montag, den 14. Mai, geht die Sonne um 5:33 Uhr auf und um 21:10 Uhr unter. In Norddeutschland und Südskandinavien beginnen jetzt die "weißen Nächte". Auch bei uns ist es nur noch gut zwei Stunden (zwischen 0:15 Uhr und 2:30 Uhr) richtig "astronomisch" dunkel. Die ISS fliegt am Morgen zwischen 3:38 Uhr und 3:45 Uhr in maximal 71° Grad Höhe hoch über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Dienstag, den 15. Mai, erreicht der Mond exakt um 13:38 Uhr seine Neumondposition. Die ISS fliegt am Morgen um 4:21 Uhr im Westen aufsteigend, um 4:24 Uhr exakt über uns bis 4:29 Uhr im Osten verschwindet über uns hinweg. Um 23:11 Uhr gibt es im Sternbild Zwillinge, unterhalb von Castor und Pollux einen -6mag hellen Iridiumflare.

Am Mittwoch, den 16. Mai, fliegt die ISS am Morgen zwischen 3:30 Uhr und 3:36 Uhr noch einmal exakt über Bad Lippspringe hinweg. Am Abend geht die schmale, nur zu 3 Prozent beleuchtete Mondsichel um 22:20 Uhr unter.

Am Donnerstag, den 17. Mai, gibt es um 0:32 Uhr einen -5mag hellen Iridiumflare zwischen den Sternbildern Löwe und Jungfrau. Später am Morgen fliegt die ISS zwischen 2:39 Uhr und 2:45 Uhr in bis zu 82° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Bei einem zweiten Überflug zwischen 4:12 Uhr und 4:20 Uhr erreicht sie immerhin noch 77° Grad Höhe und fliegt dicht an der Wega, dem hellsten Stern der Leier, vorbei. Am Abend steht der Mond unterhalb der Venus, er ist zu 8 Prozent beleuchtet und geht um 23:32 Uhr unter.

Am Freitag, den 18. Mai, gibt es um 0:26 Uhr fast an gleicher Stelle wie gestern sogar einen -8mag hellen Iridiumflare. Später fliegt die ISS zwischen 3:20 Uhr und 3:28 Uhr ein weiteres Mal (fast) genau über unsere Stadt hinweg. Abends geht der Mond erst nach Mitternacht (um 0:39 Uhr) unter.

Am Samstag, den 19. Mai, fliegt die ISS zwischen 2:29 Uhr und 2:38 Uhr noch einmal exakt über unsere Stadt hinweg. In gut 400 Kilometer Höhe wird sie selbst um diese Zeit noch hell von Sonne angestrahlt. Ein weiteres Mal fliegt sie zwischen 4:04 Uhr und 4:12 Uhr über unseren Himmel entlang knapp an Arkturus vorbei und über Atair hinweg. Am Abend gibt es um 22:19 Uhr zwischen dem Sternbild Zwillinge und der Venus einen mit -6mag recht hellen Iridiumflare.

Am Pfingstsonntag, den 20. Mai, fliegt die ISS zwischen 1:38 Uhr und 1:44 Uhr in 85° Grad Höhe wieder fast genau über unsere Stadt hinweg. Ein weiterer Überflug findet um 3:15 Uhr statt und am Abend kann sie zwischen 23:07 Uhr und 23:15 Uhr bei einem weiteren Überflug in nur maximal 25° Grad Höhe (oberhalb von Jupiter) erstmalig auch wieder vor Mitternacht gesehen werden.




Donnerstag, 10. Mai 2018

9. Mai 2018: Jupiter in Opposition

Man kann es gar nicht glauben, die Schönwetterkatastrophe hat auch heute angehalten. Seit dem 27. April konnte ich fast jedem Tag den nachthimmel beobachten. Nur an zwei Abenden war es ein wenig bewölkt. Und dazu passierte dann auch noch ein besonderes Highlight: Eine Nova im Sternbild Perseus. Ich habe darüber in meinem Blog berichtet. Natürlich habe ich auch die letzten Tage noch Fotos von der Nova gemacht, über das anstehende lange  Wochenende hoffe ich, aus all den Fotos eine richtige Lichtkurve  für das Verblassen der Nova hinzubekommen.

Dieser Blogeintrag soll aber Jupiter gewidmet sein. Heute steht Jupiter in "Opposition", das heißt, von der Erde aus gesehen, steht er der Sonne genau gegenüber. Das bedeutet, das er (analog zum Vollmond) bei Sonnenuntergang aufgeht und bei Sonnenuntergang untergeht. Und so ist es auch. Außerdem erscheint Jupiter zur Oppositionszeit besonders hell, und auch die Entfernung zu Erde ist die geringste, dadurch erscheint er auch relativ groß.

Hier zwei Fotos von heute Abend. Sie zeigen nicht nur Jupiter, sondern auch seine hellen "galileischen" Monde:

Jupiter am 9. Mai 2018 um 21:53 MESZ. Jupitermond Io steht dicht am Planeten.


Jupiter um 23:27 Uhr. Jupitermond Io ist icht mehr zu sehen, er steht genau vor dem Planeten.
Mond Io zieht heute Nacht genau vor dem Planeten entlang und verursaacht so auf der Jupiteroberfläche eine kleine Sonnenfnsternis. Mit eine größeren Fernrohr könnte man den Schatten Ios auf der Jupiteroberfläche erkennen.

Sonntag, 6. Mai 2018

7. - 13. Mai: Der Himmel über Bad Lippspringe

Die Tage werden immer länger, die Nächte immer kürzer. Trotzdem gibt es auch in dieser Woche einige interessante Ereignisse am Himmel über uns. Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen zu sehen. Der Mond nimmt ab und zieht sich immer mehr vom Nachthimmel zurück. Von den hellen Planeten ist die Venus strahlender Abendstern, sie geht gegen 23:30 Uhr im Nordwesten unter. Jupiter steht am 9. Mai in Opposition und ist praktisch die ganze Nacht über zu sehen. Satrun geht gegen 1:00 uhr im Südosten auf, Mars folgt ca. 2:30 Uhr.

Am Montag, den 7. Mai, geht die Sonne um 5:45 Uhr auf und um 20:59 Uhr unter. So richtig "astronomisch" dunkel wird es nur noch weniger als drei Stunden ab Mitternacht. Der Mond geht am Morgen um 2:39 Uhr auf. Die ISS überfliegt zwischen 4:55 Uhr und 5:02 Uhrin maximal 32° Grad Höhe, aber deutlich oberhalb von Saturn, Mars und Mond unseren Morgenhimmel. Um 22:36 Uhr gibt es im Westen (Azimut 260° Grad) in 32° Grad Höhe einen mit -9mag extrem hellen Iridiumflare.

Am Dienstag, den 8. Mai, geht der Mond um 3:08 Uhr auf, um 4:09 Uhr erreicht er exakt das Letzte Viertel.Zur gleichen Zeit, zwischen  3:31 Uhr und 4:03 Uhr wird iota Cap, ein 4.25mag heller Stern, am oberen Mondrand bedeckt. Zwischen 4:05 Uhr und 4:10 Uhr fliegt die ISS wieder über unseren Südosthimmel.

Am Mittwoch, den 9. Mai, steht Jupiter in Opposition, er geht bei Sonnenuntergang im Südosten auf und zu Sonnenaufgang im Südwest geht er unter. Am frühen Morgen zwischen 2:08 Uhr und 4:15 Uhr zieht Jupitermond Io hinter dem Planeten vorbei und wird in dieser Zeit von Jupiters Schatten verfinstert. Am Abend ab 23:26 Uhr zieht Io direkt vor der Planetenscheibe vorüber. Die ISS fliegt zwischen 4:47 Uhr und 4:54 Uhr in maximal 51° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg.

Am Donnerstag, den 10. Mai, zeigt der Mond maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht fernab vom Rand. Die ISS fliegt zwischen 3:56 Uhr und 4:02 Uhr über unseren südöstlichen Himmel in maximal 37° Grad Höhe. Am Abend fehlt bis 22:43 Jupitermond Io, da er wieder verfinstert wird.

Am Freitag, den 11. Mai, kommt beim Mond zur maximalen Libration in Länge auch eine in der Breite hinzu, wir können günstig auf den Nordpol des Mondes schauen. Die ISS fliegt heute in maximal 71° Grad Höhe über den Himmel, um 4:41 Uhr fliegt sie genau durch das Sternbild Leier.  Sie taucht etwa drei MInuten vorher im Westen auf und verschwindet vier Minuten später im Osten.

Am Samstag, den 12. Mai, ist die ISS am Morgen zwischen 3:47 Uhr und 3:53 Uhr in maximal 57° Grad Höhe zu sehen. Am Abend stehen bei Jupiter alle Monde auf der gleichen linken, östlichen Seite.

Am Sonntag, den 13. Mai, fliegt die ISS zwischen 4:29 Uhr aus dem Westen aufsteigend und 4:38 Uhr im Osten untergehend praktisch genau über Bad Lippspringe hinweg.

Donnerstag, 3. Mai 2018

7. Mai: Der Dopplereffekt in der Astronomie

Am Montag, den 7. Mai, gibt es um 20 Uhr (! Achtung! Neue Anfangszeit!) wieder einen Vortrag in der Sternwarte. Der Titel lautet:


Der Dopplereffekt in der Astronomie


In der Ankündigung auf der Webseite der Sternwarte heisst es dazu:

Ein Feuerwehrauto fährt vorbei, der Ton des Martinhorns ändert sich - den Dopplereffekt kennt jedes Kind. Benannt ist er nach dem österreichischen Physiker Christian Doppler, der bereits 1842 ein optisches Pendant dieses akustischen Phänomens postulierte und darin ein potentiell wichtiges Messverfahren in der Astronomie sah. Denn auch wenn von „Fixsternen“ die Rede ist: Nichts im Universum ist statisch, alles ist in Bewegung. Einsteins Spezielle Relativitätstheorie lieferte schließlich eine Erklärung für den optischen oder relativistischen Dopplereffekt.

Der Referent erklärt in diesem Vortrag anschaulich, was es mit der „Rot- und Blauverschiebung“ des Lichts astronomischer Objekte auf sich hat und warum die Wissenschaft daraus wichtige Schlüsse über den Aufbau unseres Universums ziehen kann. Beobachtungen per Spektralanalyse zeigten nämlich schnell, dass Objekte im All sich oft mit unvermuteten Geschwindigkeiten bewegen. Als Ursache werden die Dunkle Materie sowie die Dunkle Energie vermutet, die zusammen mehr als 95 Prozent der Gesamtdichte von Materie und Energie im All ausmachen, jedoch bislang nicht direkt nachgewiesen werden konnten.


Eintritt 4 Euro zur Unterstützung der Arbeit der Sternwarte. Vorher besteht bei klarem Himmel wahrscheinlich die Möglichkeit zur Sonnenbeobachtung durch unser Teleskop.

Montag, 30. April 2018

29. / 30. April / 1./3. Mai 2018: Abenteuer Astronomie - ein Stern wächst über sich hinaus

Es gibt seit einiger Zeit eine sehr schöne Astronomie-Zeitschrift auf dem deutschsprachigem Markt: "Abenteuer Astronomie" heißt sie. Meines Erachtens für alle ambitionierten Hobbyastronomen sehr empfehlenswert. Doch von dieser Zeitschrift soll in diesem Artikel nicht die Rede sein, sondern von meinem eigenen Beobachtungsabenteuer an diesem Sonntagabend.

Der Himmel war bei uns am späten Nachmittag ziemlich bedeckt, so dass ich den Abend hinter dem Computer verbrachte, da postete Daniel Fischer bei facebook in der Gruppe "Astronomie als Hobby" folgende Nachricht: "Dringender Beobachtungsaufruf - da könnte gerade was sehr Ungewöhnliches im Perseus abgehen, mit 6 mag. ziemlich hell aber leider nicht besonders hoch im Norden." Und angehängt war die folgende Meldung aus den facebook-Seiten von "Astronomie aktuell":

Alarm im Perseus! Da ist gerade ein 'neuer Stern' mit ~6,2 mag. aufgetaucht - bei dem es sich um einen Nova-artigen Ausbruch der Zwergnova V392 Per handeln könnte (die sonst zwischen 14 und 17 mag. schwankt). Oder es ist eine normale Nova-Explosion ganz in der Nähe. Oder noch was anderes - die Informationen sind bisher sehr spärlich: http://www.cbat.eps.harvard.edu/…/fo…/J04432130+4721280.html und https://www.aavso.org/tcp-j044321304721280-v392-nova-erupti… und https://www.cloudynights.com/…/616375-potential-nova-per-2…/ und http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=224648 sowie https://www.aavso.org/v392 zum Treiben von V392 Per in den letzten Monaten, als sich was angebahnt haben *könnte*.

Diese Nachricht machte mich neugierig. Ein neuer Stern mit 6.2mag Helligkeit? Sterne dieser Helligkeit kann man mit bloßem Auge sehen. Allerdings nur unter besten Voraussetzungen an einem wirklich dunklem Himmel ohne helles Mondlicht. Und heute Abend war Vollmond!

Ich ging erstmal gleich den angegebenen Links nach. Etliche waren auf englisch und sie gaben wirklich nicht viel her. Dieser veränderliche Stern V392 Perseus war normalerweise vielleicht bei seinen Helligkeitsausbrüchen 14mag hell, also bestenfalls für größere Fernrohre zu erreichen. Und auch im Link zum "astrotreff" las ich nur einen Beobachtungsaufruf des renommierten Astrophysikers Erik Wischnewski, Autor mehrerer sehr interessanter Astronomiebücher, aber noch keine weiteren Informationen, gewschweige denn sogar Bilder.

Doch jetzt hatte mich meine Neugier gepackt. "Wie cool ist das denn?" ging es mir durch den Kopf. Da soll ein veränderlicher Stern plötzlich so hell werden, dass man ihn (theoretisch) mit bloßem Auge sehen könnte? Ein Helligkeitsanstieg von 14mag auf 6mag, also um acht Größenklassen, bedeutet einen Anstieg um das etwa 1500fache! Bei einem Helligkeitsanstieg von neun Größenklassen sprechen Astronomen von einer Nova, eine Supernova wäre noch stärker. Eine Supernova hatte ich schon mit Fernrohr beobachten können, aber die war weit entfernt in einer anderen Galaxie (M82 im Februar 2014). Dieser Stern hier käme aber aus unserer "Nachbarschaft".

Ein Blick aus dem Dachfenster nach Norden zeigte mir kurz nach 22 Uhr über den Nachbarhäusern strahlte noch die Venus, sie sollte kurz nach 23 Uhr untergehen. Und meines Erachtens noch recht hoch über der Venus war ein weiterer heller Stern zu sehen, das konnte nur Capella, der hellste Stern im Fuhrmann sein. "Verdammt noch mal", ging es mir durch den Kopf, "da müsste doch mehr zu sehen sein!"

Schnell habe ich meine Kamera gepackt, auf ein Stativ geschnallt und draußen im Garten Richtung Nordwesten gepeilt. Die Venus war hier hinter den nachbarhäusern schon nicht mehr zu sehen. Neben Capella waren aber auch die hellsten Sterne des Perseus mit bloßem Auge zu erkennen. Der Mond  schien zum Glück auf der anderen Seite des Hause, im Südosten. Nur ein paar Schleierwolken trübten etwas den Blick.

Ich schoss gleich mal ca. 20 verschiedene Fotos mit unterschiedlichsten Belichtungseinstellungen. Ich wollte ein Optimum aus "tiefer" Belichtung haben und trotzdem kurzer Aufnahmezeit. Bei zu längerer Belichtungszeit mit zu hoher Empfindlichkeit gepaart war der Himmel viel zu hell und alles war praktisch überbelichtet, bei zu kurzer Zeit merkte ich schon auf dem Kameradisplay, da wären nur Schleierwolken und die allerhellsten Sterne wie etwa Capella zu sehen.

Hier vielleicht mein bestes Einzelbild:

Capella (oben links) und das Sternbild Perseus am 29. April gegen 22:45 Uhr im Nordwesten (Kamera Canon 5D Mark II, 50mm Objektiv f1.8, abgeblendet auf 2.8, 2 sec belichtet, ISO 1600)

Aber wo war jetzt dieser ominöse Stern? Schon ein erster Blick zeigte mir, die Kamera hat sicherlich alle mit bloßem Auge sichtbaren Sterne eingefangen.

Jetzt galt es also schnell mal das Bild mit einem Sternenatlas zu vergleichen. Auf meinem Computer nutze ich dafür das Planetariumsprogramm Stellarium. Hier sollte die Position von V392 Per doch zu finden sein. Dann schnell Photo und Karte vergleichen - und dann wüsste ich, was Sache ist.

Zunächst suchte ich in Stellarium ganz simpel nach V392 Per: Keine Antwort! Mir war auch schnell klar, warum das nicht funktionieren könnte. Normalerweise ist dieser Stern ja nur 14 bis 17mag hell. hatte ich überhaupt die Kataloge solch schwacher Sterne in mein Programm geladen? Stellarium zeigt nämlich nach einem einfach Download des Programms nur die helleren Sterne, schwächere kann man - abgestuft nach Helligkeiten - Schritt für Schritt nachladen. Stattdessen gab ich jetzt die genauen Koordinaten von V392 Per ein: 04 43 21.30 +47 21 28.0.

Da zeigte das Programm erwartungsgemäß natürlich keinen Stern, aber es war doch ein auffälliges "Viereck" zu sehen, das müsste doch auch auf meinem Photo zu erkennen sein. Hier das Bild aus Stellarium:

Hier in der Nähe sollte V392 Per sein.

Und ja, dieses Viereck fand ich tatsächlich auf meinem Photo. Aber !? Wo war denn nun das Objekt meiner Begierde tatsächlich zu finden?  Ich verglich immer wieder mein Photo mit der Sternkarte und suchte - inzwischen etwas frustriert - nach einem fünften Stern, der sich etwas unterhalb dieses Vierecks befinden sollte. Aber da war nichts auf dem Bild zu erkennen.

Ich schaute wieder in das Forum beim astrotreff. Dort hatte inzwischen Ronny gepostet: "ich habe den Stern gerade im 20x60-Fernglas gesehen. Wegen den Schleierwolken ist eine Schätzung schwierig, die 6,2 mag kommen etwa hin." 

Wie konnte das sein? Wenn ich den doch gar nicht finde? Was mache ich falsch? Schließlich entschied ich mich, mein Bild einfach mal selbst zu posten:


Erste Suche nach V392 Per
Dazu schrieb ich: "Ich kann das leider nicht bestätigen. Ich bin Anfänger, aber auf diesem Bild sollte V Per sich doch etwa in dem Kreis befinden. Auf dem Foto sind Sterne bis 8mag und dunkler drauf, da sollten 6.2 mag doch kein Problem sein. Oder habe ich an einer falschen Stelle gesucht?"

Ja, und dann dauerte es zum Glück nicht lange, dass ich von Dominik Elsässer eine Antwort bekam:  "...ich habe grad mal auf die Schnelle geschaut: Das Objekt das Du mit "7.9" beschriftet hast ist doch offensichtlich deutlich heller als der 7.25mag Stern oberhalb davon. Und es passt zur Position des fraglichen "neuen" Sterns. Deine Aufnahme _könnte_ (könnte!) also in Wahrheit eine Bestätigung sein. Von wann ist sie denn, und was wurde verwendet?"

Und auch Ronny antwortete gleich:  "V392 Per ist der Stern, den du mit 7,9 beschriftet hast."

Hey, man war das spannend! Sollte ich doch - zumindest als erster in diesem Forum - ein richtiges Foto von V392 Per geschafft haben?

Ich schaute mir mein Bild noch einmal genauer an. Und - naklar - jetzt fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Der Punkt, den ich mit 7.9 beschriftet hatte, war wirklich viel heller als andere Sterne, nur etwas schwächer als der Stern HIP 21823, der in Stellarium mit 5.6mag angegeben und etwas schwächer als der andere "Eckstern" dieses Vierecks mit 6.75mag. Statt des "7.9" Sterns war der von mir mit "? (10.4?" markierte Stern die "vierte Ecke", laut Stellarium 7.9mag hell, was ja auch in etwa mit der Helligkeit meines Photos übereinstimmt, wenn man diesen mit den beiden mit 8.3 und 8.7 mag bezeichneten Sternen vergleicht. Und jetzt stimmte es auch wirklich mit der Sternkarte überein: die Position meines hellen Stern lag tatsächlich etwas unterhalb des "Vierecks"!

Und so postete ich dann gleich mal auf facebook eine "richtige" Version meines Photos:

Jetzt wurde V392 Per richtig identifiziert

Daniel Fischer antwortete sogleich "Klasse!" und Patrick Schmeer gab den guten Hinweis: "Super, Wolfgang! "V Per" --> "V392 Per" (könnte mit V Persei = Nova Per 1887 verwechselt werden)."

Und im astrotreff Forum schrieb Dominik Elsässer: "Danke für die Daten. Sehr spannende Sache, immerhin wissen wir nun, dass es ein echtes Ereignis ist und kein Fehler bei der CBAT - Meldung."

Diesen Dank kann ich nur zurück geben! Astronomie ist schon ein tolles Hobby! Da kann man tolle Abenteuer erleben, man entdeckt einen "neuen Stern" und sieht (wie es im Sprichwort heißt: "den Wald vor lauter Bäumen nicht") den Stern vor lauter Sternen nicht, doch dank der Hilfe und den klugen Auge der anderen wird doch noch eine ganz tolle Sache daraus. Im Team macht unser Hobby noch einmal so viel Spaß! Danke!

Ich ging dann erstmal ins Bett, inzwischen war es schon Mitternacht vorbei und um 5:45 Uhr sollte wieder der Wecker klingeln...

Am Montag morgen habe ich mich dann gleich mal auf die Suche gemacht, ob ich nicht zufällig früher schon mal ein Photo dieser Gegend gemacht habe. Am 6. Februar 2015 habe ich tatsächlich den gleichen Himmelsausschnitt fotografiert. Im ersten Moment wirken die Bilder sehr verschieden, damals habe ich die Gegend zehn Sekunden lang belichtet, es schien auch kein Mond und es waren keine Schleierwolken am Himmel. Dadurch sind natürlich viel mehr Sterne zu sehen, und sie zeichnen längere Strichspuren. Aber man erkennt doch das "Viereck" wieder und kann erkennen, der ganz helle Stern vom 29. April 2018 fehlt auf dieser Aufnahme:

Vergleich zwischen 2015 und 2018


Mal sehen, ob diese Geschichte noch weiter geht und was sich noch über diesen Stern V392 Per erfahren lässt...

********************* Nachtrag vom 30. April 2018 ********************

Auch heute Abend konnte ich wieder V392 Per fotografieren, der Stern scheint mir heute etwas schwächer zu sein als gestern:

V392 Per am 30. April 2018, 22:46 MESZ, Canon 5D Mark 2, 50mm Objektiv 1.8 auf 2.8 abgeblendet, 2 sec, ISO 1600
Im "astrotreff" gibt es inzwischen ein paar weitere Fotos, Photometrieergebnisse, Verweise auf Spektren des Sterns und mehr.

******************************** Nachtrag vom 1. Mai 2018 ************************

Auch heute Abend, am 1. Mai, war es wieder klar. V392 Per ist jedoch noch lichtschwächer geworden als gestern:

V392 Per am 1. Mai
Hier noch ein weiteres Bild, diesmal 10 Sekunden belichtet. Dann zeichnen die Sterne zwar schon Spuren, aber dafür kommen auch die Farben eher zur Geltung. Deutlich erkennt man die rötliche Farbe von V392 Per, typisch für Nova-Sterne.

V392 Per zeigt auf längeren Belichtungen eine rötliche Farbe.

*********************************** Nachtrag 3. Mai 2018 ***********************

Gestern, am 2. Mai war der Himmel bewölkt, heute war es wieder klar. V392 Per ist fotografisch immer noch zu sehen, sinkt jedoch weiter in der Helligkeit ab. Ich schätze heute liegt die helligkeit nur noch bei ca. 8mag. Dafür geriet mir jedoch eine Sternschnuppe (?) mit aufs Bild:

V392 Per am 3. Mai, zusammen mit einer kleinen Sternschnuppe.

Sonntag, 29. April 2018

30. April - 6. Mai: Der Himmel über Bad Lippspringe

Die Woche beginnt mit dem Vollmond, anschließend zieht er sich vom Abendhimmel zurück. Die Venus ist nach Sonnenuntergang im Westen strahlender Abendstern. Jupiter geht gegen 22 Uhr im Osten auf,  Saturn um ca. 2:00 Uhr und Mars um ca. 3:00 Uhr im Südosten. Die ISS kann ab Ende der Woche wieder bei morgendlichen Überflügen gesehen werden.

Am Montag, den 30. April, erreicht der Mond um 2:58 Uhr exakt die Vollmondposition. Am Abend (Aufgang 21:11 Uhr) steht er dann ca. 3 1/2 Grad entfernt westlich von Jupiter.   Die Sonne geht um 5:58 Uhr auf und um 20:47 Uhr unter. Der helle Tag dauert also wiederum 26 Minuten länger als noch vor einer Woche. Richtig dunkel ist es in der Nacht nur noch zwischen 23:18 Uhr und 3:29 Uhr, wenn die Sonne mehr als 18° Grad unter dem Horizont steht.

Am Dienstag, den 1. Mai, geht am Abend die Venus in nur 13' Bogenminuten Abstand am Stern nü Tauri (4,4mag) vorüber. Der noch zu 96 Prozent beleuchtete Mond geht um 22:19 Uhr auf.

Am Mittwoch, den 2. Mai, geht Jupiter scheinbar zunächst nur mit drei Monden auf, der Mond Io läuft vor der Planetenscheibe vorüber, in einem Fernrohr kann man bis 23:43 Ios Schatten auf der Jupiteroberfläche sehen, kurz danach tritt auch Io auf der westlichen Seite des Planeten wieder hervor. Der immer noch zu 26 Prozent beleuchtete Mond geht um 23:12 Uhr im Südosten auf.

Am Donnerstag, den 3. Mai,  kommt es morgens um 4:44 Uhr im Westen (Azimut 261° Grad) in 63° Grad Höhe zu einem sehr hellen Iridiumflare von -8mag. Am Abend steht Jupiter nur 5' Bogenminuten entfernt vom Stern v Librae (5,3mag), dieser Stern steht unterhalb von Jupiter, so dass man ihn nicht mit einem seiner Monde verwechseln kann. Der Mond geht erst nach Mitternacht auf.

Am Freitag, den 4. Mai, stehen bei Jupiter zwei Monde rechts, zwei Monde links. Heute Nacht wird es um Mitternacht herum (bis der Mond aufgeht) schon wieder richtig dunkel, so dass auch deep-sky-Beobachtungen möglich sein werden.

Am Samstag, den 5. Mai, stehen Mond und Saturn bei ihrem Aufgang gegen 1:30 Uhr nur wenige Grad auseinander. Zwischen 5:04 Uhr und 5:10 Uhr ist die ISS in maximal 19° Grad Höhe im Südosten zu sehen, sie fliegt knapp unterhalb von Saturn und Mond am Morgenhimmel entlang. Von 10  Uhr bis 18 Uhr ist in Essen wieder Europas größte Astronomiemesse, das ATT geöffnet. Am Abend stehen alle vier Jupitermonde auf der östlichen Seite des Planeten.

Am Sonntag, den 6. Mai, ist die ISS gegen 4:13 Uhr tief im Südosten bei ihrem kurzen Überflug zu sehen, er fliegt genau zwischen Mars und Mond über den Himmel. Am Abend zieht der größte Jupitermond, Ganymed, vor der Planetenscheibe vorüber. Ab 23:13 Uhr fällt schon Ganymeds Schatten auf den Planeten, ab 23:42 Uhr wandert der Planet selbst vorüber.

Samstag, 28. April 2018

27. April: Noch einmal der Mond am Abend

Heute Abend war der Mond schon fast voll. Hier ein Überblicksbild:

Mond am 27. April
Heute Abend wollte ich mir die Mondlandschaft beim hellen Krater Aristarchus etwas genauer ansehen. Dort gibt es eine berühmte "Rille", das sog. "Schröter-Tal". Dabei gelang mir sogar "frei Hand" ein Foto:

Die Rille des "Schröter-Tals auf dem Mond beim hellen Krater Aristarchus
 Das Foto ist nicht besonders gut geworden, andere können das sicherlich besser. Der direkte Eindruck mit dem eigenen Auge war natürlich auch viel besser als auf diesem Einzelbild. Die Gegend um Aristarchus ist sehr spannend. Der junge, helle Krater selbst (die hellste Stelle auf dem Mond), der mit Lava gefüllte Krater Herodot daneben und dann natürlich das Schrötertal und die verschiedenen Erhebungen und Berge in der Umgebung. Mondspaziergänge sind wirklich nicht langweilig.

Montag, 23. April 2018

23. April: Der Mond am Abend

Heute Abend strahlt der Mond am Himmel. Am Sonntagabend wurde das Erste Viertel erreicht, heute sind wir schon etwas drüber, was man aber durchaus erkennen kann:

Der zunehmende Mond am 23. April 2018
Insbesondere wenn man das Bild vergrößert, kann man im oberen Bereich das berühmte Alpental erkennen. Im unteren Bereich sind viele, viele Krater zu sehen. und wer am Terminator entlang wandert kann auch noch andere Mondberge erkennen. Vielleicht schaffe ich es morgen, ein paar Monddetails zu beschriften. Heute ist es schon zu spät, auch Astronomen müssen irgendwann ins Bett, besonders wenn sie am nächsten Tag früh aufstehen müssen.

Sonntag, 22. April 2018

23. - 29. April: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche geht es auf den Vollmond zu, dieser beherrscht mehr und mehr die Nacht. Die Venus leuchtet als Abendstern und geht gegen 23 Uhr unter. Jupiter geht gegen 22:30 im Osten auf, Saturn geht im Südosten bald nach 2:00 Uhr auf, und Mars folgt eine knappe Stunde später. Die ISS ist diese Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 23. April, geht die Sonne um 6:12 Uhr auf und um 20:35 Uhr unter. Der helle Tag dauert also erneut 27 Minuten länger als noch vor einer Woche. Der Meteorstrom der Lyriden erreicht sein Maximum. Um 23:49 Uhr kommt es im Westen (Azimut 274° Grad)  in nur 13° Grad Höhe zu einem -6mag hellen Iridiumflare.

Am Dienstag, den 24. April, steht der Mond am Abend dicht bei Regulus, dem hellsten Stern des Löwen. Der Abstand beträgt nur etwa einen Vollmonddurchmesser. An fast der gleichen Stelle wie gestern kommt es heute um 23:43 Uhr zu einem -5mag hellen Iridiumflare.

Am Mittwoch, den 25. April, kann man am späten Abend und in der frühen Nacht den "Goldenen Henkel" am Mond beobachten. Und auch heute kommt es um 23:46 Uhr noch einmal im Westen (Azimut 279° Grad, Höhe 12° Grad) zu einem -6mag hellen Iridiumflare.

Am Donnerstag, den 26. April, kommt es um 23:40 Uhr zu einer Sternbedeckung durch den Mond, da der Stern nur eine Helligkeit von 6,7 mag hat, ist sicherlich ein gutes Fernglas oder Fernrohr erforderlich für die Beobachtung. Und auch wieder heute kommt es um 23:49 Uhr noch einmal im Westen (Azimut 283° Grad, Höhe 10° Grad) zu einem -6mag hellen Iridiumflare.

Am Freitag, den 27. April, kommt es ebenfalls am Abend zu einem Iridiumflare, um 23:42 Uhr im Westen bei Azimut 284° Grad und 11° Grad Höhe, allerdings nur noch etwa "Venus-hell" von -3mag.

Am Samstag, den 28. April, zeigt der Mond maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht fern ab vom Rand. Bald nach Mitternacht, um 0:17 Uhr (also am Sonntagfrüh) kommt es eher im Südwesten (Azimut 235° Grad) in einer Höhe von 35° Grad zu einem -6mag hellen Iridiumflare.

Am Sonntag, den 29. April,ist Vollmondnacht. Der Mond geht um 20:01 Uhr auf, die exakte Vollmondposition wird jedoch erst nach Mitternacht, um 2:58 Uhr erreicht. Bei Jupiter stehen alle vier Monde auf der gleichen, der westlichen Seite.

Freitag, 20. April 2018

21. April 2018: Astronomie für Einsteiger in Rheda-Wiedenbrück

Okay, von Bad Lippspringe aus sind es schon ein paar Kilometer zufahren, aber sicher ist diese Veranstaltung doch einen Hinweis wert:


VHS-Mitmach-Vortrag:  Astronomie für Einsteiger, der Sternenhimmel über Rheda-Wiedenbrück

Dieser Mitmach-Vortrag führt uns von der Mitte unseres Sonnensystems aus über unsere Nachbarplaneten Merkur, Venus und Mars hin zum Mond und zur Erde selbst. Der Hobbyastronom der Planetariumsgesellschaft OWL, Dipl. Ing. Arnold Hoppe zeigt darüber hinaus, wie alles zusammenhängt und beantwortet die Frage, warum unser Himmel blau und die Sonne gelb ist. Wenn der Abendhimmel kaum Wolken hat, kann der Mond und der Planet Jupiter mit seinen 4 Monden mit den Teleskopen und Feldstechern beobachtet werden.

Dies ist ein Vortrag, der nicht nur Kinder faszinieren wird.

Termin: Sa. 21.04.2018
Uhrzeit: 16:00 - 18:00 Uhr
Kursort:
    Haus der Kreativität, Vortragsraum
    Lange Str. 87  in 33378 Rheda-Wiedenbrück
Kosten: 3,00 € 

Material: Teleskop oder Feldstecher, wenn vorhanden


LINK:  https://www.vhs-re.de/index.php?id=41&kathaupt=11&knr=I1NE105&kursname=K-E-Mitmach-Vortrag-Astronomie-fuer-Einsteiger

Sonntag, 15. April 2018

16. bis 22. April 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir einen zunehmenden Mond, der immer stärker den Nachthimmel für sich vereinnahmt. Von den großen Planeten ist am Abend die Venus bis ca. 22:30 Uhr im Westen zu sehen. Zu dieser Zeit geht im Osten Jupiter auf, der sich langsam seiner Oppositionsstellung nähert. Saturn geht um ca. 2:30 Uhr im Südosten auf, Mars folgt eine Dreiviertelstunde später. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 16. April, geht die Sonne um 6:27 Uhr auf und um 20:23 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt also praktisch schon 14 Stunden und entsprechend kürzer sind die Nächte. Heute ist Neumond, die Nacht eignet sich also noch gut für die Beobachtung von deep-sky-Objekten. Ab 23:49 Uhr zieht Jupitermond Io vor der Scheibe des Planeten vorüber, sein Schatten fällt schon ab 23:17 Uhr auf die Jupiteroberfläche.

Am Dienstag, den 17. April, zeigt am Abend der Mond vielleicht das erste Mal nach Neumond seine schmale nur zu 4 Prozent beleuchtete Sichel. Er steht unterhalb der Venus und geht um 22 Uhr unter.

Am Mittwoch, den 18. April, ist der Mond an der Venus vorbeigezogen und nähert sich den Hyaden mit Aldebaran. Er geht um 23:23 Uhr unter. In seinem "dunklen" Teil schimmert das Erdlicht. Bei Jupiter stehen am Abend alle vier Monde auf der gleichen Seite.

Am Donnerstag, den 19. April, ist die Mondsichel schon weit an den Hyaden vorbeigezogen. Heute geht der Mond erst nach Mitternacht um 0:37 Uhr unter. Vorher gibt es um 23:54 Uhr einen mit -6mag sehr hellen Iridiumflare im Westen bei Azimut 263° Grad und in einer Höhe von 16° Grad.

Am Freitag, den 20. April, gibt es in der Frühe um 5:45 Uhr hoch am Himmel in 68° Grad Höhe und etwa südsüdwestlicher Richtung (Azimut 212° Grad) einen mit -8,5mag sehr hellen Iridiumflare. Am Abend ist die Mondsichel schon zu 27 Prozent bleuchtet. Um 22:09 Uhr kommt es zur Bedeckung des Sterns 68 Orionis mit 5,75mag. Ein Fernglas ist zur Beobachtung dieser Bedeckung zu empfehlen.

Am Samstag, den 21. April, kommt es kurz vor Mitternacht noch einmal zu einer Sternbedeckung durch den Mond, diesmal ist das Sternchen jedoch nur 7,20mag schwach

Am Sonntag, den 22. April, erreicht der Mond um 23:46 Uhr das Erste Viertel, er steht dann im Sternbild Krebs. Er geht erst nach 3 Uhr unter.

Montag, 9. April 2018

9./10. April: Mond am Morgen

Heute früh um 6:15 Uhr schien der Mond im Südosten. Am Sonntag,vor 21 Stunden, hatte er das Letzte Viertel erreicht. Jetzt stand er 12° Grad hoch in südsüdöstlicher Richtung, er ist zu 42 Prozent beleuchtet. Der Krater Kopernikus (in der Mitte) ist sehr auffällig zu sehen. Hier ein schnelles Foto:

Mond in der Morgendämmerung am 9. April 2018
Die Sonne war noch nicht aufgegangen, aber die Morgendämmerung schon so weit fortgeschritten, dass kein Stern mehr zu sehen war. Es sieht so aus, als hätten wir heute wieder einen schönen Tag. Ob das Wetter wohl noch ein paar Tage anhält?

*****   10. April  *****

Auch  heute früh war der Mond wieder zu sehen. Leider war der HimmelRichtung Südosten hin diesmal viel dunstiger als gestern, deshalb hier nur ein Bild mit weniger Zoom. Heute war die Mondsichel nur noch zu 33 Prozent beleuchtet.

Mond am 10. April 2018

Sonntag, 8. April 2018

9. - 15. April: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der Mond immer weiter vom Morgenhimmel zurück, die Nächte eignen sich gut zur "deep-sky"-Beobachtung, zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel. Von den großen Planeten entwickelt sich am Abend die Venus immer besser als strahlender Abendstern. Sie ist bis nach 22:00 Uhr im Westen zu sehen. Jupiter geht bald nach 23 Uhr im Südosten auf, Saturn (ab 3:00 Uhr ) und Mars (eine halbe Stunde später) sind dann gut vor Sonnenaufgang sichtbar.

Am Montag, den 9. April, geht die Sonne um 6:42 Uhr auf und um 20:12 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt 13 einhalb Stunden. Der nur noch zu 42 Prozent beleuchtete Mond geht um 4:00 Uhr in der Frühe auf. Am Abend kann die ISS ein letztes Mal in dieser Sichtbarkeitsperiode am Abendhimmel zwischen 21:15 Uhr und 21:21 Uhr im Südwesten flach über dem Horizont (Höhe maximal 17° Grad) gefunden werden.

Am Dienstag, den 10. April, geht die nur noch zu 30° Prozent beleuchtete Mondsichel gegen 5:00 Uhr über der Egge im Südosten auf. Am Abend kann bei klarer Sicht nach Westen in diesen Tagen das Zodiakallicht beobachtet werden.In Lippstadt findet um 19 Uhr am Evangelischen Gymnasium wieder der "Astrotreff" für alle am Nachthimmel Interessierten statt.

Am Mittwoch, den 11. April, geht die schmale Mondsichel erst um ca. 5:20 Uhr über der Egge im Südosten auf. Auch der "dunkle" Teil des Mondes ist durch das von der Erde reflektierte Sonnenlicht ("Erdlicht") leicht aufgehellt. Am Abend gibt es um 21:13 Uhr im Norden (Azimut 353° Grad) in 26° Grad Höhe einen Iridiumflare der Helligkeit -2mag.

Am Donnerstag, den 12. April, ist die schmale Mondsichel nur noch zu 15 Prozent beleuchtet und geht ungefähr eine Stunde vor Sonnenaufgang im Südosten auf. Wahrscheinlich ist sie heute letztmalig vor Neumond am kommenden Montag zu sehen.

Am Freitag, den 13. April, kann man bis 1:36 Uhr bei Jupiter eine Bedeckung des Monds Europa beobachten, am Abend stehen bei Jupiter zwei Monde rechts (Io und Kallisto), zwei Monde links (Europa und Ganymed). Kurz nach Mitternacht, also eigentlich schon am Samstag, den 14. April, gibt es im Westsüdwesten gleich drei Iridiumflares kurz hintereinander. Einen ersten um 0h:07m:51s und einen zweiten um 0h:08m:05s von -1mag bzw. -2,8mag in 20° Grad Höhe und einen dritten, etwas tiefer in nur 14° Grad Höhe um 0h:21m von -1mag. An der Volkssternwarte in Paderborn gibt es um 17:30 Uhr eine Kinderlesung: "Das Fest der Sternbilder". Anschließend, gegen 20 Uhr, trifft sich die Beobachtergruppe.

Am Samstag, den 14. April, gibt es um 6:13 Uhr einen mit -8,3mag sehr hellen Iridiumflare fast genau im Süden (Azimut 188° Grad) in 66° Grad Höhe.  Am Abend stehen bei Jupiter wieder zwei Monde rechts, zwei Monde links, imVergleich zu gestern haben jedoch Europa und Io die Plätze getauscht. Der verändeerliche Stern Algol erreicht um 23:54 Uhr ein Helligkeitsminimum.

Am Sonntag, den 15. April, stehen am Abend bei Jupiter alle vier Monde auf der rechten, westlichen Seite (v.i.n.a.: Io, Ganymed, Europa, Kallisto)

Samstag, 7. April 2018

13. April 17:30 Uhr: Lesung für Kinder "Das Fest der Sternbilder"

Am Freitag, den 13. April, gibt es um 17:30 Uhr an der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus eine besondere Veranstaltung für Kinder bis zum Grundschulalter. Es liest Beatrix Lord, Tochter von Uta Koppel, der Autorin des Kinderbuchs "Das Fest der Sternbilder":

In der Ankündigung der Sternwarte dazu heißt es:

„Es lebte vor vielen hundert Jahren in dem Kaiserreich China der berühmte Hofsternforscher Tsching Fu.“ So beginnt das Kinderbuch „Das Fest der Sternbilder“ der Paderborner Autorin Uta Koppel. Es ist 2016 posthum erschienen und richtet sich an Kinder bis zum Grundschulalter.

Im Rahmen dieser Veranstaltung liest die Tochter der Autorin, Beatrix Lord, aus dem Werk ihrer 2005 verstorbenen Mutter. Die Zuhörer lernen zahlreiche Sternenbilder kennen, die in dieser märchenhaften Erzählung ihre Positionen am Himmelszelt verlassen haben. Die Geschichte um Tsching Fu stellt zahlreiche dieser Konstellationen unterhaltsam vor.

Im Anschluss an die Lesung zeigt Sigrid Haak, dass sich um viele Sternbilder tatsächlich faszinierende Geschichten und Legenden ranken. Einige dieser interessanten Figuren kann man sehr einfach am Himmel erkennen. Die Referentin erklärt, wie dies an einem klaren Abend auch für unerfahrene „Sterngucker“ leicht möglich ist und welche interessanten Phänomene sich ohne weitere Hilfsmittel verfolgen lassen.


Über die Autorin Uta Koppel kann man bei Wikipedia lesen:

Nach dem Abitur (1957) studierte Koppel Germanistik und Theatergeschichte in Mainz, Saarbrücken und Wien. Sie bestand ihr Examen in Philosophie und Pädagogik und absolvierte eine Ausbildung als Schauspielerin in Wien und Wiesbaden. 1963 erlangte sie die Bühnenreifeprüfung. Seit 1967 wohnte sie in Paderborn. Dort war sie pädagogisch tätig. Von 1981 bis 1983 hatte Koppel einen Lehrauftrag an der Universität Paderborn und seit 1979 bot sie Literaturkurse an der Volkshochschule Paderborn an. Von 1988 bis 1994 machte sie Pressearbeit für die Autorenvereinigung „Die Kogge“. Sie lebte als Malerin und Schriftstellerin in Paderborn. 
 

Buchcover: Bibi Philipp/Grafikdesign Beatrix Lord
Das Buch ist als gebundene Ausgabe im ausgewählten Buchhandel, zum Beispiel hier in Bad Lippspringe über die Buchhandlung Waltemode, für 19,90 Euro (vor)bestellbar.



Mittwoch, 4. April 2018

Ostersonntag, 1. April: Die ISS über Amrum

Über die Osterfeiertage war ich auf der schönen Nordseeinsel Amrum. Am Ostersonntag gab es herrlichstes Wetter, so das ich als erstes auf ein schönes Foto vom Sonnenuntergang hoffte.

Sonnenuntergang am 1. April 2018
Doch, wie man unschwer erkennt, das hat nicht ganz geklappt. Der Sonnenuntergang war schön, aber im Meer "versank" sie nicht. Am Horizont war doch eine undurchdringbare Wolkenschicht.

Bald nach 21 Uhr ging der Mond im Osten auf:

Aufgang des schon leicht abnehmenden Monds...

Doch dann sollte die ISS kommen. Um 21:48 Uhr stieg die ISS im Westen auf.

Alle folgenden Bilder entstanden mit meiner Canon 5D Mark II und einem 20mm Sigma Weitwinkel-Objektiv bei ISO 1600, f/2.5 und 10 bzw. 20 Sekunden Belichtungszeit.

Hier sieht man die ISS in der Mitte des Bildes als kurze Leuchtspur. Rechts oben im Bild ist eine längere "gepunktete" Spur zu sehen, die stammt von einem Flugzeug. Die ISS ist zu diesem Zeitpunkt noch rund 1500 Kilometer von Amrum entfernt, sie fliegt in diesem Moment gerade zwischen Irland und Wales....
Jetzt fliegt sie genau oberhalb des Sternbilds Orion.

Hier habe ich die Belichtungszeit auf 20 Sekunden erhöht, dadurch ist sie mir glatt "entwischt".

... weiter geht es Richtung Osten ... jetzt ist die ISS etwa 600 Kilometer von Beobachtungsplatz entfernt. 200 bis 300 Kilometer Luftlinie südlich von Amrum - zum Beispiel in Bad Lippspringe - fliegt sie ziemlich genau über die Köpfe der Leute hinweg....


Und bevor sie im Osten untergeht, bzw. vorher mit dem (gerade nicht mehr auf dem Foto) aufgehenden Mond zusammenkommt, verschwindet sie doch schon im Schatten der Erde. Man erkennt dies daran, dass die Leuchtspur immer schwächer wird.
Und weils so schön ist, hier noch ein weiteres Bild vom Amrumer Leuchtturm mit Sternenhimmel:

Der Amrumer Leuchtturm unter österlichem Sternenhimmel (Belichtungszeit 3 Sekunden)