Sonntag, 22. April 2018

23. - 29. April: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche geht es auf den Vollmond zu, dieser beherrscht mehr und mehr die Nacht. Die Venus leuchtet als Abendstern und geht gegen 23 Uhr unter. Jupiter geht gegen 22:30 im Osten auf, Saturn geht im Südosten bald nach 2:00 Uhr auf, und Mars folgt eine knappe Stunde später. Die ISS ist diese Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 23. April, geht die Sonne um 6:12 Uhr auf und um 20:35 Uhr unter. Der helle Tag dauert also erneut 27 Minuten länger als noch vor einer Woche. Der Meteorstrom der Lyriden erreicht sein Maximum. Um 23:49 Uhr kommt es im Westen (Azimut 274° Grad)  in nur 13° Grad Höhe zu einem -6mag hellen Iridiumflare.

Am Dienstag, den 24. April, steht der Mond am Abend dicht bei Regulus, dem hellsten Stern des Löwen. Der Abstand beträgt nur etwa einen Vollmonddurchmesser. An fast der gleichen Stelle wie gestern kommt es heute um 23:43 Uhr zu einem -5mag hellen Iridiumflare.

Am Mittwoch, den 25. April, kann man am späten Abend und in der frühen Nacht den "Goldenen Henkel" am Mond beobachten. Und auch heute kommt es um 23:46 Uhr noch einmal im Westen (Azimut 279° Grad, Höhe 12° Grad) zu einem -6mag hellen Iridiumflare.

Am Donnerstag, den 26. April, kommt es um 23:40 Uhr zu einer Sternbedeckung durch den Mond, da der Stern nur eine Helligkeit von 6,7 mag hat, ist sicherlich ein gutes Fernglas oder Fernrohr erforderlich für die Beobachtung. Und auch wieder heute kommt es um 23:49 Uhr noch einmal im Westen (Azimut 283° Grad, Höhe 10° Grad) zu einem -6mag hellen Iridiumflare.

Am Freitag, den 27. April, kommt es ebenfalls am Abend zu einem Iridiumflare, um 23:42 Uhr im Westen bei Azimut 284° Grad und 11° Grad Höhe, allerdings nur noch etwa "Venus-hell" von -3mag.

Am Samstag, den 28. April, zeigt der Mond maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht fern ab vom Rand. Bald nach Mitternacht, um 0:17 Uhr (also am Sonntagfrüh) kommt es eher im Südwesten (Azimut 235° Grad) in einer Höhe von 35° Grad zu einem -6mag hellen Iridiumflare.

Am Sonntag, den 29. April,ist Vollmondnacht. Der Mond geht um 20:01 Uhr auf, die exakte Vollmondposition wird jedoch erst nach Mitternacht, um 2:58 Uhr erreicht. Bei Jupiter stehen alle vier Monde auf der gleichen, der westlichen Seite.

Freitag, 20. April 2018

21. April 2018: Astronomie für Einsteiger in Rheda-Wiedenbrück

Okay, von Bad Lippspringe aus sind es schon ein paar Kilometer zufahren, aber sicher ist diese Veranstaltung doch einen Hinweis wert:


VHS-Mitmach-Vortrag:  Astronomie für Einsteiger, der Sternenhimmel über Rheda-Wiedenbrück

Dieser Mitmach-Vortrag führt uns von der Mitte unseres Sonnensystems aus über unsere Nachbarplaneten Merkur, Venus und Mars hin zum Mond und zur Erde selbst. Der Hobbyastronom der Planetariumsgesellschaft OWL, Dipl. Ing. Arnold Hoppe zeigt darüber hinaus, wie alles zusammenhängt und beantwortet die Frage, warum unser Himmel blau und die Sonne gelb ist. Wenn der Abendhimmel kaum Wolken hat, kann der Mond und der Planet Jupiter mit seinen 4 Monden mit den Teleskopen und Feldstechern beobachtet werden.

Dies ist ein Vortrag, der nicht nur Kinder faszinieren wird.

Termin: Sa. 21.04.2018
Uhrzeit: 16:00 - 18:00 Uhr
Kursort:
    Haus der Kreativität, Vortragsraum
    Lange Str. 87  in 33378 Rheda-Wiedenbrück
Kosten: 3,00 € 

Material: Teleskop oder Feldstecher, wenn vorhanden


LINK:  https://www.vhs-re.de/index.php?id=41&kathaupt=11&knr=I1NE105&kursname=K-E-Mitmach-Vortrag-Astronomie-fuer-Einsteiger

Sonntag, 15. April 2018

16. bis 22. April 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir einen zunehmenden Mond, der immer stärker den Nachthimmel für sich vereinnahmt. Von den großen Planeten ist am Abend die Venus bis ca. 22:30 Uhr im Westen zu sehen. Zu dieser Zeit geht im Osten Jupiter auf, der sich langsam seiner Oppositionsstellung nähert. Saturn geht um ca. 2:30 Uhr im Südosten auf, Mars folgt eine Dreiviertelstunde später. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 16. April, geht die Sonne um 6:27 Uhr auf und um 20:23 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt also praktisch schon 14 Stunden und entsprechend kürzer sind die Nächte. Heute ist Neumond, die Nacht eignet sich also noch gut für die Beobachtung von deep-sky-Objekten. Ab 23:49 Uhr zieht Jupitermond Io vor der Scheibe des Planeten vorüber, sein Schatten fällt schon ab 23:17 Uhr auf die Jupiteroberfläche.

Am Dienstag, den 17. April, zeigt am Abend der Mond vielleicht das erste Mal nach Neumond seine schmale nur zu 4 Prozent beleuchtete Sichel. Er steht unterhalb der Venus und geht um 22 Uhr unter.

Am Mittwoch, den 18. April, ist der Mond an der Venus vorbeigezogen und nähert sich den Hyaden mit Aldebaran. Er geht um 23:23 Uhr unter. In seinem "dunklen" Teil schimmert das Erdlicht. Bei Jupiter stehen am Abend alle vier Monde auf der gleichen Seite.

Am Donnerstag, den 19. April, ist die Mondsichel schon weit an den Hyaden vorbeigezogen. Heute geht der Mond erst nach Mitternacht um 0:37 Uhr unter. Vorher gibt es um 23:54 Uhr einen mit -6mag sehr hellen Iridiumflare im Westen bei Azimut 263° Grad und in einer Höhe von 16° Grad.

Am Freitag, den 20. April, gibt es in der Frühe um 5:45 Uhr hoch am Himmel in 68° Grad Höhe und etwa südsüdwestlicher Richtung (Azimut 212° Grad) einen mit -8,5mag sehr hellen Iridiumflare. Am Abend ist die Mondsichel schon zu 27 Prozent bleuchtet. Um 22:09 Uhr kommt es zur Bedeckung des Sterns 68 Orionis mit 5,75mag. Ein Fernglas ist zur Beobachtung dieser Bedeckung zu empfehlen.

Am Samstag, den 21. April, kommt es kurz vor Mitternacht noch einmal zu einer Sternbedeckung durch den Mond, diesmal ist das Sternchen jedoch nur 7,20mag schwach

Am Sonntag, den 22. April, erreicht der Mond um 23:46 Uhr das Erste Viertel, er steht dann im Sternbild Krebs. Er geht erst nach 3 Uhr unter.

Montag, 9. April 2018

9./10. April: Mond am Morgen

Heute früh um 6:15 Uhr schien der Mond im Südosten. Am Sonntag,vor 21 Stunden, hatte er das Letzte Viertel erreicht. Jetzt stand er 12° Grad hoch in südsüdöstlicher Richtung, er ist zu 42 Prozent beleuchtet. Der Krater Kopernikus (in der Mitte) ist sehr auffällig zu sehen. Hier ein schnelles Foto:

Mond in der Morgendämmerung am 9. April 2018
Die Sonne war noch nicht aufgegangen, aber die Morgendämmerung schon so weit fortgeschritten, dass kein Stern mehr zu sehen war. Es sieht so aus, als hätten wir heute wieder einen schönen Tag. Ob das Wetter wohl noch ein paar Tage anhält?

*****   10. April  *****

Auch  heute früh war der Mond wieder zu sehen. Leider war der HimmelRichtung Südosten hin diesmal viel dunstiger als gestern, deshalb hier nur ein Bild mit weniger Zoom. Heute war die Mondsichel nur noch zu 33 Prozent beleuchtet.

Mond am 10. April 2018

Sonntag, 8. April 2018

9. - 15. April: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der Mond immer weiter vom Morgenhimmel zurück, die Nächte eignen sich gut zur "deep-sky"-Beobachtung, zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel. Von den großen Planeten entwickelt sich am Abend die Venus immer besser als strahlender Abendstern. Sie ist bis nach 22:00 Uhr im Westen zu sehen. Jupiter geht bald nach 23 Uhr im Südosten auf, Saturn (ab 3:00 Uhr ) und Mars (eine halbe Stunde später) sind dann gut vor Sonnenaufgang sichtbar.

Am Montag, den 9. April, geht die Sonne um 6:42 Uhr auf und um 20:12 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt 13 einhalb Stunden. Der nur noch zu 42 Prozent beleuchtete Mond geht um 4:00 Uhr in der Frühe auf. Am Abend kann die ISS ein letztes Mal in dieser Sichtbarkeitsperiode am Abendhimmel zwischen 21:15 Uhr und 21:21 Uhr im Südwesten flach über dem Horizont (Höhe maximal 17° Grad) gefunden werden.

Am Dienstag, den 10. April, geht die nur noch zu 30° Prozent beleuchtete Mondsichel gegen 5:00 Uhr über der Egge im Südosten auf. Am Abend kann bei klarer Sicht nach Westen in diesen Tagen das Zodiakallicht beobachtet werden.In Lippstadt findet um 19 Uhr am Evangelischen Gymnasium wieder der "Astrotreff" für alle am Nachthimmel Interessierten statt.

Am Mittwoch, den 11. April, geht die schmale Mondsichel erst um ca. 5:20 Uhr über der Egge im Südosten auf. Auch der "dunkle" Teil des Mondes ist durch das von der Erde reflektierte Sonnenlicht ("Erdlicht") leicht aufgehellt. Am Abend gibt es um 21:13 Uhr im Norden (Azimut 353° Grad) in 26° Grad Höhe einen Iridiumflare der Helligkeit -2mag.

Am Donnerstag, den 12. April, ist die schmale Mondsichel nur noch zu 15 Prozent beleuchtet und geht ungefähr eine Stunde vor Sonnenaufgang im Südosten auf. Wahrscheinlich ist sie heute letztmalig vor Neumond am kommenden Montag zu sehen.

Am Freitag, den 13. April, kann man bis 1:36 Uhr bei Jupiter eine Bedeckung des Monds Europa beobachten, am Abend stehen bei Jupiter zwei Monde rechts (Io und Kallisto), zwei Monde links (Europa und Ganymed). Kurz nach Mitternacht, also eigentlich schon am Samstag, den 14. April, gibt es im Westsüdwesten gleich drei Iridiumflares kurz hintereinander. Einen ersten um 0h:07m:51s und einen zweiten um 0h:08m:05s von -1mag bzw. -2,8mag in 20° Grad Höhe und einen dritten, etwas tiefer in nur 14° Grad Höhe um 0h:21m von -1mag. An der Volkssternwarte in Paderborn gibt es um 17:30 Uhr eine Kinderlesung: "Das Fest der Sternbilder". Anschließend, gegen 20 Uhr, trifft sich die Beobachtergruppe.

Am Samstag, den 14. April, gibt es um 6:13 Uhr einen mit -8,3mag sehr hellen Iridiumflare fast genau im Süden (Azimut 188° Grad) in 66° Grad Höhe.  Am Abend stehen bei Jupiter wieder zwei Monde rechts, zwei Monde links, imVergleich zu gestern haben jedoch Europa und Io die Plätze getauscht. Der verändeerliche Stern Algol erreicht um 23:54 Uhr ein Helligkeitsminimum.

Am Sonntag, den 15. April, stehen am Abend bei Jupiter alle vier Monde auf der rechten, westlichen Seite (v.i.n.a.: Io, Ganymed, Europa, Kallisto)

Samstag, 7. April 2018

13. April 17:30 Uhr: Lesung für Kinder "Das Fest der Sternbilder"

Am Freitag, den 13. April, gibt es um 17:30 Uhr an der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus eine besondere Veranstaltung für Kinder bis zum Grundschulalter. Es liest Beatrix Lord, Tochter von Uta Koppel, der Autorin des Kinderbuchs "Das Fest der Sternbilder":

In der Ankündigung der Sternwarte dazu heißt es:

„Es lebte vor vielen hundert Jahren in dem Kaiserreich China der berühmte Hofsternforscher Tsching Fu.“ So beginnt das Kinderbuch „Das Fest der Sternbilder“ der Paderborner Autorin Uta Koppel. Es ist 2016 posthum erschienen und richtet sich an Kinder bis zum Grundschulalter.

Im Rahmen dieser Veranstaltung liest die Tochter der Autorin, Beatrix Lord, aus dem Werk ihrer 2005 verstorbenen Mutter. Die Zuhörer lernen zahlreiche Sternenbilder kennen, die in dieser märchenhaften Erzählung ihre Positionen am Himmelszelt verlassen haben. Die Geschichte um Tsching Fu stellt zahlreiche dieser Konstellationen unterhaltsam vor.

Im Anschluss an die Lesung zeigt Sigrid Haak, dass sich um viele Sternbilder tatsächlich faszinierende Geschichten und Legenden ranken. Einige dieser interessanten Figuren kann man sehr einfach am Himmel erkennen. Die Referentin erklärt, wie dies an einem klaren Abend auch für unerfahrene „Sterngucker“ leicht möglich ist und welche interessanten Phänomene sich ohne weitere Hilfsmittel verfolgen lassen.


Über die Autorin Uta Koppel kann man bei Wikipedia lesen:

Nach dem Abitur (1957) studierte Koppel Germanistik und Theatergeschichte in Mainz, Saarbrücken und Wien. Sie bestand ihr Examen in Philosophie und Pädagogik und absolvierte eine Ausbildung als Schauspielerin in Wien und Wiesbaden. 1963 erlangte sie die Bühnenreifeprüfung. Seit 1967 wohnte sie in Paderborn. Dort war sie pädagogisch tätig. Von 1981 bis 1983 hatte Koppel einen Lehrauftrag an der Universität Paderborn und seit 1979 bot sie Literaturkurse an der Volkshochschule Paderborn an. Von 1988 bis 1994 machte sie Pressearbeit für die Autorenvereinigung „Die Kogge“. Sie lebte als Malerin und Schriftstellerin in Paderborn. 
 

Buchcover: Bibi Philipp/Grafikdesign Beatrix Lord
Das Buch ist als gebundene Ausgabe im ausgewählten Buchhandel, zum Beispiel hier in Bad Lippspringe über die Buchhandlung Waltemode, für 19,90 Euro (vor)bestellbar.



Mittwoch, 4. April 2018

Ostersonntag, 1. April: Die ISS über Amrum

Über die Osterfeiertage war ich auf der schönen Nordseeinsel Amrum. Am Ostersonntag gab es herrlichstes Wetter, so das ich als erstes auf ein schönes Foto vom Sonnenuntergang hoffte.

Sonnenuntergang am 1. April 2018
Doch, wie man unschwer erkennt, das hat nicht ganz geklappt. Der Sonnenuntergang war schön, aber im Meer "versank" sie nicht. Am Horizont war doch eine undurchdringbare Wolkenschicht.

Bald nach 21 Uhr ging der Mond im Osten auf:

Aufgang des schon leicht abnehmenden Monds...

Doch dann sollte die ISS kommen. Um 21:48 Uhr stieg die ISS im Westen auf.

Alle folgenden Bilder entstanden mit meiner Canon 5D Mark II und einem 20mm Sigma Weitwinkel-Objektiv bei ISO 1600, f/2.5 und 10 bzw. 20 Sekunden Belichtungszeit.

Hier sieht man die ISS in der Mitte des Bildes als kurze Leuchtspur. Rechts oben im Bild ist eine längere "gepunktete" Spur zu sehen, die stammt von einem Flugzeug. Die ISS ist zu diesem Zeitpunkt noch rund 1500 Kilometer von Amrum entfernt, sie fliegt in diesem Moment gerade zwischen Irland und Wales....
Jetzt fliegt sie genau oberhalb des Sternbilds Orion.

Hier habe ich die Belichtungszeit auf 20 Sekunden erhöht, dadurch ist sie mir glatt "entwischt".

... weiter geht es Richtung Osten ... jetzt ist die ISS etwa 600 Kilometer von Beobachtungsplatz entfernt. 200 bis 300 Kilometer Luftlinie südlich von Amrum - zum Beispiel in Bad Lippspringe - fliegt sie ziemlich genau über die Köpfe der Leute hinweg....


Und bevor sie im Osten untergeht, bzw. vorher mit dem (gerade nicht mehr auf dem Foto) aufgehenden Mond zusammenkommt, verschwindet sie doch schon im Schatten der Erde. Man erkennt dies daran, dass die Leuchtspur immer schwächer wird.
Und weils so schön ist, hier noch ein weiteres Bild vom Amrumer Leuchtturm mit Sternenhimmel:

Der Amrumer Leuchtturm unter österlichem Sternenhimmel (Belichtungszeit 3 Sekunden)

Sonntag, 1. April 2018

2. - 8. April: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond ab und zieht sich vom Abendhimmel zurück und ist bald nur noch in der zweiten Nachthälfte zu sehen. Von den großen Planeten ist abends im Westen die Venus als Abendstern zu sehen. Jupiter geht bereits vor Mitternacht im Osten auf, Saturn und Mars folgen vor 4 Uhr im Südosten und leuchten am Morgenhimmel bis zur Dämmerung. Mars zieht in den ersten Tagen der Woche ganz dicht unterhalb an Saturn vorbei, der Abstand beträgt nur etwas mehr als ein Grad (= 2 Vollmonddurchmesser), Die scheinbare Helligkeit des Mars beträgt am 2. April 0,3 mag, die des Saturn 0,5 mag. Die beiden Planeten bilden für das freie Auge ein auffälliges Doppelgestirn, das durch seinen schönen Farbkontrast besticht. Die ISS ist bei abendlichen Überflügen zu sehen.

Am Ostermontag, den 2. April, geht die Sonne um 6:58 Uhr auf und um 20:00 Uhr unter, der helle Tag dauert jetzt also schon etwas mehr als 13 Stunden. Der noch zu 94 Prozent beleuchtete Mond geht um 22:19 Uhr auf, bis er wirklich über der Egge zu sehen ist, dauert es sicher noch ein paar Minuten länger. Bereits zwischen 20:56 Uhr und 21:02 Uhr fliegt die ISS direkt über unsere Stadt hinweg, exakt um 20:59 Uhr und 26 Sekunden befindet sie sich genau im Zenit über unseren Köpfen.

Am Dienstag, den 3. April, ist die ISS zwischen 21:40 Uhr und 21:44 Uhr in maximal 70° Grad Höhe an unserem südlichen Abendhimmel zu sehen. Der Mond geht heute erst nach Jupiter gegen Mitternacht im Ostsüdosten auf.

Am Mittwoch den 4. April,  fliegt die ISS zwischen 20:47 Uhr und 20:54 Uhr über unseren Himmel hinweg. Im Westen steigt sie neben der Venus auf, erreicht dann 83° Grad Höhe im Süden und fliegt dann Richtung Osten oberhalb des Sternbilds Löwe hinweg.

Am Donnerstag, den 5. April, fliegt die ISS zwischen 21:36 Uhr und 21:42 Uhr in maximal 48° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Der Mond geht erst nach Mitternacht um 0:33 Uhr auf und ist noch zu 80 Prozent beleuchtet.

Am Freitag, den 6. April, fliegt die ISS um 20:40 Uhr fast exakt über die Venus hinweg im Westen aufsteigend auf bis zu 64° Grad Höhe, um 20:46 Uhr wird sie im Ostsüdosten wieder unsichtbar.

Am Samstag, den 7. April,  geht der Mond gegen 3:00 Uhr auf, er nähert sich Saturn und Mars. Um 5:34 Uhr endet die Sternbedeckung von pi Sgr, ein 2.9mag heller Stern durch den Mond, der Stern erscheint plötzlich wieder am dunklen Mondrand. Am Abend fliegt die ISS zwischen 21:24 Uhr und 21:29  Uhr in maximal 30° Grad Höhe, hauptsächlich im Südosten, quer durch das Sternbild Orion, über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Sonntag, den 8. April,  geht der Mond erst nach Mars und Saturn gegen 3:45 Uhr auf. Um 9:18 Uhr wird exakt das Letzte Viertel erreicht. Ob er dann noch am Himmel zu sehen sein wird? Am Abend ist die ISS gegen 22:10 Uhr ein vorletztes Mal in dieser Sichtbarkeitsperiode am Abend zu sehen, heute jedoch nur noch in maximal 11° Grad Höhe über dem südöstlichen Horizont.

Sonntag, 25. März 2018

26. März - 1. April 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche bestimmt der immer voller werdende Mond den Nachthimmel. Von den großen Planeten ist Venus als Abendstern bis ca. 21 Uhr im Westen zu sehen, Merkur hat seine Abendsichtbarkeit so gut wie beendet. Am Morgenhimmel ist Jupiter zu sehen, er geht kurz nach Mitternacht im Osten über der Egge auf. Saturn und Mars sind ab ca. 4 Uhr morgens im Südosten zu sehen. Die ISS kann bei abendlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 26. März, geht die Sonne um 7:14 Uhr auf und um 19:48 Uhr unter. Der helle Tag dauert noch einmal wieder 28 Minuten länger als noch vor einer Woche. Der zu 77 Prozent beleuchtete Mond geht am frühen Nachmittag auf und erst am nächsten Morgen um 5:26 Uhr unter. Zwischen 20:36 Uhr und 20:40 Uhr fliegt die ISS tief in maximal 18° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Dienstag, den 27. März, fliegt die ISS zwischen 21:20 Uhr und 21:24 Uhr in maximal 43° Grad Höhe unterhalb von Orion, Prokyon und dem Mond über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Mittwoch, den 28. März, fliegt die ISS zwischen 20:28 Uhr und 20:34 Uhr in maximal 30° Grad Höhe dicht an Sirius vorbei und unterhalb des Mondes über unseren Abendhimmel hinweg. Um 22:03 Uhr steigt sie noch einmal aus dem Westen kommend bis auf 63° Grad Höhe empor, um dann um 22:07 Uhr im Erdschatten zu verschwinden.

Am Donnerstag, den 29. März, fliegt die ISS zwischen 21:12 Uhr und 21:37 Uhr in maximal 63° Grad Höhe hoch über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Karfreitag, den 30. März, steigtdie ISS um 21:55 Uhr im Westen senkrecht nach oben, um dann wenige Sekunden vor 22:00 Uhr genau über unsere Stadt und unsere Köpfe hinweg zu fliegen, aber anschließend auch gleich im Schatten der Erde zu verschwinden. Die Sonne ist heute um 19:53 untergegangen, trotzdem leuchtet ihr Licht direkt über uns immer noch die in circa 400 Kilometer Höhe die Erde umkreisende ISS an. Kleinplanet Pallas (9,1mag) geht nur eine Vollmondbreite entfernt am Stern Omikron Eridani (4,5mag) vorbei.

Am Karsamstag, den 31. März, ist Vollmond. Der Mond erreicht diese Position exakt um 14:37 Uhr. Da steht er bei uns jedoch noch unter dem Horizont. Mondaufgang ist etwa bei Sonnenuntergang, er steht ja der Sonne genau gegenüber. Dies ist der erste Vollmond nach dem astronomischen Frühlingsanfang, und deshalb fällt auf den folgenden Sonntag - also morgen - das Osterfest. Zwischen 21:03 Uhr und 21:09 Uhr fliegt die ISS noch einmal fast genau über unsere Köpfe hinweg,in maximal 83° Grad Höhe, über den Abendhimmel hinweg.

Am Ostersonntag, den 1. April,fliegt die ISS - ähnlich wie am Karfreitag, zwischen 21:47 Uhr und 21:52 Uhr noch einmal fast exakt (Höhe 86° Grad) über unsere Stadt hinweg. Der nach 21 Uhr aufgehende Mond zeigt maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht randnah.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs ein gesegnetes Osterfest!


Dienstag, 20. März 2018

20. März: Mondsichel, Venus, Merkur und viel mehr

Am Dienstag, den 20. März, astronomischer Frühlingsanfang, war der Himmel am Abend wunderschön klar und an der Volkssternwarte in Paderborn konnte die "Lange Nacht der Teleskope" stattfinden.

Trotz des schönen Wetters war nur eine überschaubare Zahl von Besuchern gekommen, das gab unserem Abend jedoch eher eine richtig "familäre" Atmosphäre. Wir konnten uns selbst viel Zeit für die Besucher nehmen und sie in aller Ruhe durch verschiedenste Optiken, vom Fernglas über ein Spektiv bis zum großen Dobson-Spiegelteleskop den Himmel beobachten lassen.

Die Mondsichel, Venus, Merkur (den wohl keiner der Besucher bisher bewusst gesehen hatte), der Orionnebel, die Plejaden, die Praesepe und manch anderes Objekt am Himmel wurde beobachtet. Wir haben die Sternbilder erklärt, den Orion mit seinen Hunden, wie er den Stier jagt, die große und die kleine Bärin, die Cassiopeia und ... und ... und ....

Erst spät in der Nacht wurde es dann doch ein wenig kalt und wir fuhren wieder nach Hause. Mit gutem Gefühl, denn es war wirklich ein schöner, netter Beobachtungsabend.

Hier noch ein paar Bilder, so schön es auch war, um mehr zu fotografieren fehlte dann doch die Zeit:
Die Mondsichel - wir konnten den Besuchern zeigen, wo es den einzigen Krater auf dem Mond gibt, der nach einem Paderborner benannt worden ist: Nach dem berühmten Mathematiker Weierstrass!

Venus (beim Hochspannungsmast) und Merkur (ca. Bildmitte) waren sehr gut mit bloßem Auge zu sehen.

Die Mondsichel und Venus und Merkur

Plötzlich Aufregung - die Feuerwehr rückte an. Wollten die uns vom Dach der Schule retten? Nein, es war zum Glück wohl nur eine kleine Übung.



Montag, 19. März 2018

24. März: Wanderung auf dem Planetenweg zum Tag der Astronomie

Am 24. März findet in Deutschland der Tag der Astronomie statt. Aus diesem Anlass gibt es in Bad Lippspringe mal wieder eine Wanderung auf dem Planetenweg. Veranstalter ist die Planetariumsgesellschaft OWL. Hier die Einzelheiten:

Planetenwanderung in Bad Lippspringe, Astronomie für Kinder, Jugendliche, deren Groß-/Eltern und Interessierte, witterungsangepasste Kleidung mitbringen, bei guter Sicht mit Teleskopbeobachtung
Beginn: 18 Uhr

Dauer: ca. 3,5 Std.
Weglänge: ca. 6 km
Kosten: 1,- €/pro Person (Der Beitrag dient dem Erhalt des Planetenweges)
Leitung: Hubert Hermelingmeier, Planetariumsgesellschaft OWL e.V.
Veranstalter: Planetariumsgesellschaft OWL e.V.
Ort: Arminiuspark an der Sonne



Die Sternwarte Paderborn Schloß Neuhaus hat aus diesem Anlass bereits in den Tagen der Woche davor die "Nacht der Teleskope" durchgeführt.

Einen Überblick über alle Veranstaltungen zum Tag der Astronomie in Deutschland findet man hier auf den Seiten der Vereinigung der Sternfreunde.

Über die Suchmöglichkeiten oder eine Karte können Sie dort zum Beispiel weitere Veranstaltungen in unserer Nähe in Bielefeld oder im Kreis Höxter finden.






Sonntag, 18. März 2018

19. - 25. März: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche bestimmt der zunehmende Mond unseren Abendhimmel. Von den großen Planeten sind Venus und Merkur am Abendhimmel bis gegen 20 Uhr zu beobachten, Jupiter (Aufgang gegen 24 Uhr), Saturn und Mars (Aufgang nach 3:00 Uhr) am Morgenhimmel zu beobachten. An der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus ist für einen Abend mit klarem Wetter (zwischen Dienstag und Freitag) eine "Nacht der Teleskope" geplant. Die ISS ist erst wieder ab Sonntag am Abendhimmel bei Überflügen sichtbar.

Am Montag, den 19. März, geht die Sonne um 6:30 Uhr auf und um 18:36 Uhr unter, die hellen Tagen dauern jetzt also über 12 Stunden. Am Abend kann vielleicht schon die nur zu 4 Prozent beleuchtete schmale Mondsichel gefunden werden, sie steht  schon östlicher als Venus und Merkur und geht um 20:52 Uhr unter. Um 19:30 Uhr halte ich an der Sternwarte Paderborn Schloß Neuhaus einen Vortrag mit dem Thema "Spaziergänge auf dem Mond".

Am Dienstag, den 20. März, ist exakt um 17:15 Uhr astronomischer Frühlingsanfang, dann erreicht die Sonne den Himmelsäquator und zieht zu uns in die Nordhälfte. Der Mond steht abends im Sternbild Walfisch und ist zu 12 Prozent beleuchtet. Auf der dunklen Hälfte ist noch das "Erdlicht" sichtbar. Gleichzeitig zeigt der Mond einerseits maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Nordpol schauen können, aber auch maximale Libration in Länge, so dass das Mare Crisium nah am Rand steht.

Am Mittwoch, den 21. März,  geht der Mond um 23:21 Uhr unter, er ist zu 20 Prozent beleuchtet und hat das Sternbild Stier erreicht.

Am Donnerstag, den 22. März, steht der Mond am Abend gegen 20:30 Uhr mitten in den Hyaden. Er geht erst nach Mitternacht unter. Um 21:23 Uhr bedeckt er den 5,0mag hellen Stern 75 Tauri.

Am Freitag, den 23. März,bedeckt der Mond im Moment seines Untergangs den hellen Aldebaran im Stier. Um dieses Ereignis wirklich beobachten zu können muss man am besten einige hundert Kilometer weiter nach Westen reisen.

Am Samstag, den 24. März, gibt es am Morgen um 6:03 Uhr im Nordosten (Azimut 21° Grad, Höhe 43° Grad) einen mit -7mag sehr hellen Iridiumflare zu bewundern. Am Nachmittag erreicht der Mond um 16:35 Uhr exakt das Erste Viertel, am Abend ist er im Sternbild Zwillinge zu finden. Um 23:42 Uhr bedeckt der Mond den 4,3mag hellen Stern 119 Tauri. Heute ist "Tag der Astronomie". Ab 18 Uhr gibt es eine geführte Wanderung auf dem Planetenweg in Bad Lippspringe. Treffpunkt ist an der Sonne im Arminiuspark.

Am Sonntag, den 25. März, wird auf die Sommerzeit umgestellt. Das bedeutet, um 2 Uhr nachts werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt. Eine Stunde fehlt und plötzlich ist am Himmel alles eine Stunde später, statt bald nach 6 Uhr geht die Sonne heute erst um 7:16 Uhr auf, allerdings auch erst um 19:46 Uhr unter. Es ist also (nur nach der Uhr geschaut) am Abend am Himmel eine Stunde länger hell. Zwischen 21:27 Uhr und 21:30 Uhr MESZ ist die ISS erstmalig wieder am Abend im Westen zu sehen. Sie fliegt in maximal 23° Grad Höheunterhalb von Sirius  durch das Sternbild "Großer Hund", bis sie ungefähr beim Erreichen der Südlinie im Erdschatten verschwindet. Um 20:41 Uhr gibt es genau im Norden in 40° Grad Höhe unterhalb des Polarsterns einen mit -7mag sehr hellen Iridiumflare zu bewundern. Um 22:10 Uhr erreicht der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitsminimum.

Mittwoch, 14. März 2018

19. März: Astronomie aktuell: Spaziergänge auf dem Mond und "Nacht der Teleskope"

Am Montag, den 19. März, halte ich um 19:30 Uhr auf der Sternwarte wieder einen kleinen Vortrag. Der ist quasi der Auftakt zur "Nacht der Teleskope", die bei schönem Wetter in der gleichen Woche stattfinden soll.

In der Ankündigung auf der Webseite der Sternwarte heisst es dazu:

Im Frühjahr lässt sich der Mond sehr gut am Abendhimmel beobachten. In seiner zunehmenden Phase zeigt uns der irdische Trabant von Abend zu Abend mehr von seinen Kratern und Meeren. Unter den zahlreichen Persönlichkeiten, nach denen Mondkrater benannt wurden, befindet sich im Übrigen auch ein Paderborner.

Wolfgang Dzieran geht in seinem Vortrag auch auf den in der Presse regelmäßig genannten „Supermond“ ein und zeigt, warum Himmelsbeobachter ausgerechnet den Vollmond am wenigsten mögen. Doch auch der Sternenhimmel bietet im Frühling eine Vielzahl lohnenswerter Beobachtungsobjekte, die zum Teil schon mit kleineren Fernrohren gefunden werden können. So etwa die Spiralgalaxie M51 im Sternbild Jagdhunde oder gleich drei benachbarte Milchstraßensysteme im Löwen.

Der Vortrag dient gleichzeitig zur Vorbereitung der „Nacht der Teleskope“. Der Referent gibt zahlreiche Tipps zur Beobachtung des Nachthimmels und stellt ausgewählte Beobachtungsobjekte vor, die im Rahmen der nachfolgenden Veranstaltung beobachtet werden können.


Zur Nacht der Teleskope gibt es folgenden Hinweis:

An einem sternklaren Abend im Veranstaltungszeitraum vom 20. bis 23. März 2018 sind interessierte Sternfreunde in die Sternwarte im Schloßpark eingeladen, um mit mobilen Teleskopen den Himmel zu beobachten.

Die Veranstaltung bietet Fernrohrbesitzern die Möglichkeit, unter Anleitung durch erfahrene Amateurastronomen Tipps & Tricks auszutauschen. Ebenso können sich Interessenten über Teleskope und Feldstecher informieren und diese in der Praxis testen. Zahlreiche Highlights des Winterhimmels bieten sich zur Betrachtung an.

Da der Beobachtungsabend nur bei klarem Himmel stattfinden kann, weist am Veranstaltungstag ab ca. 17:00 Uhr ein Ansagedienst der Sternwarte (Tel. 05254/9318272) auf die Veranstaltung hin. Interessenten können sich zudem auf der Internetseite der Sternwarte registrieren, um per E-Mail über das Stattfinden informiert zu werden.
Hier Anmelden.


Teilnehmer, die eigene Fernrohre mitbringen, treffen sich am Beobachtungstag um 19:00 Uhr auf dem „Parkplatz Schloß- u. Auenpark“. Von dort aus werden sie mit eigenen PKW zur Sternwarte ge-führt. Treffpunkt für alle Teilnehmer, die kein eigenes Teleskop dabei haben, ist die Sternwarte.
 

Montag, 12. März 2018

18. März,18 Uhr: Neumond-Gottesdienst

Einladungsflyer
Heute möchte ich die Leser meines Blogs auf eine ganz besondere Veranstaltung hinweisen. Am Sonntag, den 18. März findet um 18 Uhr in der Erlöserkirche am Markt in Detmold ein "Neumond-Gottesdienst" statt.

Anlass für diesen Gottesdienst ist in der Tat der Neumond an diesem Wochenende. Ich denke, sie brauchen vor diesem Gottesdienst keine Angst haben, das wird sicherlich keine esoterische Veranstaltung.

Pfarrer Krebber, von der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde Detmolder-Ost stellt diesen Gottesdienst unter das Motto: "Wer bestimmt den Rhythmus unseres Lebens?" Er möchte an die alten Zusammenhänge zwischen den Monaten (das Wort hängt eng mit dem Wort "Mond" zusammen) unseres Kalenders und den Mondphasen erinnern. Das Osterfest wird nach wie vor durch den jeweiligen ersten Vollmond nach dem Frühlingsanfang festgelegt. Der alte jüdische Kalender und auch der islamische Kalender sind auch heute immer noch Kalender, die sich nach dem Mond richten.

Als Mitarbeiter der Volkssternwarte Paderborn werde ich in diesem Gottesdienst einen kleinen naturwissenschaftlichen Impuls geben, auf die verschiedenen Mondphasen hinweisen, und einige Ergebnissen der aktuellen Mondforschung präsentieren.

"Dr. Martins Swingband" wird für die musikalische Begleitung des Gottesdienstes sorgen. Und natürlich werden auch alte Texte aus der Bibel vorgelesen werden. Der Gottesdienst findet in der Passionszeit statt, das sind die letzten Wochen vor Karfreitag (dem Tag der Kreuzigung Jesu) und dem Osterfest. Auch hier wird auf mögliche astronomische Zusammenhänge hingewiesen werden.

Im Anschluss an den Gottesdienst, der ca. eine Stunde dauern wird, gibt es die Möglichkeit zum Nachgespräch im Gemeindehaus bei Snacks und Getränken.

Ein solcher Gottesdienst ist sicherlich ein Experiment. Als Naturwissenschaftler liebe ich Experimente, denn durch Ausprobieren lernen wir und gewinnen an Erkenntnis. Kommen Sie vorbei und lassen Sie sich auf einen besonderen Abend ein.

Sonntag, 11. März 2018

12. - 18. März 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der Mond immer weiter vom Morgenhimmel zurück, am Wochenende haben wir dann Neumond. Die Nächte eignen sich gut zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Nachthimmel. Alle großen Planeten können beobachtet werden. Am Abend, kurz nach Sonnenuntergang stehen die Venus und Merkur tief im Westen, sie gegen gegen 19:30 Uhr bzw. 20:00 Uhr unter. Jupiter geht bald nach Mitternacht im Südosten auf, Mars folgt gegen 3:30 Uhr und Saturn gegen 4:00 Uhr. Die internationale Raumstation (ISS) kann bei morgendlichen Überflügen gesichtet werden.

Am Montag, den 12. März, geht die Sonne um 6:46 Uhr auf und um 18:24 Uhr unter. Der helle Tag dauert erneut eine knappe halbe Stunde länger als noch vor einer Woche. Vorher fliegt die ISS zwischen 5:28 Uhr und 5:34 Uhr in maximal 77° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Heute wird um 19:30 Uhr noch einmal der Vortrag "Zehn hoch - eine Reise in die (Un-)Tiefen des Universums" an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus wiederholt. Kleinplanet Iris (9,8mag) geht nur 8' Bogenminuten nördlich an 43 Tauri (5,7mag) vorüber.

Am Dienstag, den 13. März, fliegt die ISS zwischen 6:11 Uhr und 6:19 Uhr in 40° Grad Höhe über den Morgenhimmel hinweg.

Am Mittwoch, den 14. März, fliegt die ISS zwischen 5:20 Uhr und 5:25 Uhr in maximal 56° Grad Höhe über den Morgenhimmel hinweg.

Am Donnerstag, den 15. März, fliegt die ISS zwischen 6:03 Uhr und 6:10 Uhr tief über unseren Morgenhimmel hinweg, knapp oberhalb von Jupiter und Mars, aber dann schon im Südosten knapp unterhalb des Saturn.Um 20:34 Uhr kann ziemlich exakt in Richtung Norden in 22° Grad Höhe ein kleiner Iridiumflare von -1mag beobachtet werden.

Am Freitag, den 16. März, fliegt die ISS zwischen 5:11 Uhr und 5:18 Uhr in maximal 35° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Samstag, den 17. März, erreicht der Mond um 14:12 Uhr die exakte Neumond-Position. Die ISS ist zwischen 5:55 Uhr und 6:00 Uhr in nur noch maximal 14° Grad Höhe am Morgenhimmel zu sehen.

Am Sonntag, den 18. März, ist die ISS ein letztes Mal am Morgenhimmel zu sehen, um 5:05 Uhr kreuzt sie dabei exakt die Position des Jupiter an unserem Himmel. Am Abend gibt es um 18 Uhr in der Erlöserkirche in Detmold einen besonderen "Neumond-Gottesdienst". Als Vertreter der Sternwarte Paderborn bringe ich dort in den Gottesdienst einen naturwissenschaftlichen Impuls ein, Texte aus der Bibel werden vorgestellt und eine Band spielt modernere Musik. Lassen sie sich überraschen,wie moderne Naturwissenschaft und christlicher Glaube zusammen passen können.





Samstag, 10. März 2018

Buchtipp: Reiseführer Astronomie Deutschland

Leider hatte mich in den letzten Wochen eine Grippe erwischt. Statt draußen den klaren Himmel genießen zu können, lag ich mit Fieber im Bett. Doch das ist kein Grund Trübsal zu blasen, denn ein kleines neues astronomisches Buch hat meine Aufmerksamkeit geweckt - und so hatte ich gleich etwas mehr Zeit, mich in seine Seiten zu vertiefen.

Reiseführer Astronomie Deutschland
Der "Reiseführer Astronomie Deutschland" ist im Februar 2018 im "Oculum-Verlag" aus Erlangen erschienen. Das Buch kostet 29,90 Euro und ist im Buchhandel über die ISBN 978-3-938469-86-6 zu bestellen.

Auf gut 240 Seiten werden über 300 Sternwarten, Institute, Museen und Planetarien vorgestellt. Diese sind nach den einzelnen Bundesländern geordnet. Natürlich galt mein erster Blick in das Buch meiner Heimatstadt Bad Lippspringe. Doch leider wurde ich hier enttäuscht, unser schöner Planetenweg hat es nicht in das Buch geschafft. Doch - ehrlich gesagt - das hatte ich auch nicht erwartet und es wird von den Autoren ja auch nicht versprochen, "alle astronomischen Sehenswürdigkeiten" in Deutschland darzustellen.

Doch der Reihe nach. Das Buch hat das Format 17 x 24 cm, gehört damit also schon zu den etwas größeren Taschenbüchern. Und mit 870 Gramm ist es wirklich kein Leichtgewicht. Das Buch möchte ein "Begleiter sein bei Besuchen astronomischer Sehenswürdigkeiten in Deutschland." Für konkrete Reiseplanungen ist ihm zusätzlich eine große Deutschlandkarte (DIN A0, ca. 84 x 118 cm) beigefügt, in der alle 323 in diesem Buch beschriebenen Einrichtungen von Glücksburg bei Flensburg im hohen Norden Deutschlands bis zur Zugspitze in Bayern eingezeichnet sind.

Die ausgewählten Einrichtungen sind nach acht Kategorien sortiert: Volkssternwarten, Planetarien, Museen, Forschungsinstitute, Astronomische Uhren, Veranstaltungsorte, unter freiem Himmel zugängliche Orte und "Dark Sky Parks".

Die Informationen zu den einzelnen Einrichtungen mussten meist sehr knapp gehalten werden, denn meistens müssen sich zwei Einrichtungen eine Seite teilen. Ein Foto, eine "Infobox" mit Adresse, wichtigen Daten zur Ausrüstung (z.B. bei Sternwarten die wichtigsten Fernrohr-Daten, Öffnungszeiten und Internetadresse) und etwas erklärender Text.

Die drei Autoren Stefan Binnewies, Rainer Sparenberg und Wolfgang Steinicke haben hier eine echte Fleißarbeit abgeliefert. Das Zusammentragen der Bilder, recherchieren der Daten, Erstellen der Texte hat jahrelang gedauert. Und sicherlich wird die eine oder andere Information in dem Buch mit seinem Erscheinen schon wieder veraltet sein. Doch wer mehr und vielleicht aktuelle Informationen haben will, kann diese über die  Internetadressen sicherlich schnell selbst heraus finden. Oder noch besser: man macht sich einfach auf den Weg und fährt mal vorbei....

Ich selbst reise gerne und habe auf meinen Urlaubstouren schon viele verschiedene astronomische Uhren in alten Kirchen bewundert und auch die eine oder andere kleine Sternwarte besucht. Beim Stöbern in diesem Buch habe ich jedoch schnell entdeckt, wie wenig Einrichtungen in Deutschland ich insgesamt kenne, da gibt es noch viel, viel mehr zu entdecken.

Auf meinen zukünftigen Reisen wird dieses Buch mich sicherlich regelmäßig begleiten. Am besten, ich lasse es gleich ständig im Handschuhfach meines Autos liegen. Allein rechts und links der Strecke von Bad Lippspringe nach Berlin gibt es über 15 Eintragungen, und die meisten davon habe ich in der Tat noch nicht besucht. Die Volkssternwarte in Bielefeld Ubedissen kenne ich, aber die Walter-Baade-Sternwarte in Bad Salzuflen ist mir noch völlig unbekannt, genauso wie in Hannover die Volkssternwarte Geschwister Herschel oder in Magdeburg das Astronomische Zentrum.

Für mich sind diese 29,90 Euro gut angelegtes Geld, einen solchen Reiseführer habe ich mir schon immer gewünscht. Jetzt müsste nur noch der Verlag alle diese Orte in eine kleine Datei von "Point of Interests" für mein Navigationsgerät im Auto programmieren, so dass ich schnell und automatisch auch überall hingeführt werde.

Donnerstag, 8. März 2018

8. März: Zwei Minuten Astronomie

Manchmal reicht wenig, um einen Hobbyastronom glücklich zu machen.

Heute Nachmittag hatte es den ganzen tag geregnet. Mittlerweile war es draußen dunkel geworden, der Himmel immer noch bedeckt. Doch was war das? War dort nach Westen hin nicht ein kleiner "Silberstreif" am Horizont? Und schien dort nicht sogar ein Licht? Ein Stern? nein - die Venus!

Fast genau im Westen war tatsächlich ein schmaler Wolkenfreier Streifen am Himmel, kaum 6° Grad breit über dem Horizont. Aber doch ausreichend, dass die Venus es schaffte, mir ein paar Lichtstrahlen zukommen zu lassen. Mein Astrofo des Tages:

Venus am 8. März 2017 um 19:05 Uhr.
So dicht über dem Horizont kann man natürlich nicht von "freier Sicht" zum Himmel sprechen. Doch zum Glück sind die Bäume im Garten meiner Nachbarn noch nicht belaubt, so dass mir diese kleine Aufheiterung nicht verborgen blieb.

Zwei Minuten Astronomie - ausreichend genug, um sagen zu können: "Das war heute ein schöner Tag!"

Sonntag, 4. März 2018

5. - 11. März 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der Mond vom Nachthimmel immer weiter zurück. Dafür können alle fünf  großen Planeten in der Nacht gesehen werden. Am Abend nach Sonnenuntergang stehen bis gegen 19:15 Uhr Venus und Merkur tief im Westen. Jupiter geht gegen 0:30 Uhr im Südosten auf, Mars folgt ab etwa 3:30 Uhr und Saturn ab 4:30 Uhr. Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 5. März, geht die Sonne um 7:02 Uhr auf und um 18:12 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt schon länger als 11 Stunden. Wir nähern uns immer schneller dem Frühlingsanfang. Bereits um 5:09 Uhr tritt die ISS oberhalb von Jupiter im Süden aus dem Erdschatten heraus und fliegt schnell Richtung Osten der aufgehenden Sonne entgegen. Am Abend stehen Merkur nur ca. 1,5° Grad (drei Vollmonddurchmesser) rechts oberhalb der Venus. Um 19:30 Uhr findet an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus der Vortrag "Zehn hoch - eine Reise in die (Un-)Tiefen des Universums" statt.

Am Dienstag, den 6. März, fliegt die ISS zwischen 5:52 Uhr und 5:59 Uhr in maximal 73° Grad Höhe hoch über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Mittwoch, den 7. März, begegnen sich Jupiter und Mond in der Frühe am Morgenhimmel, der Abstand beträgt rund 4° Grad. Die ISS erscheint weit oberhalb der beiden in ca. 53° Grad Höhe um 5:01 Uhr aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann Richtung Osten dem Horizont entgegen.

Am Donnerstag, den 8. März, fliegt die ISS zwischen 5:44 Uhr und 5:50 Uhr (fast) exakt über unsere Stadt hinweg.

Am Freitag, den 9. März, tritt die ISS um 4:53 Uhr im Süden in 73° Grad Höhe aus dem Erdschatten heraus um schnell nach Osten dem Horizont entgegen zu fliegen. Der Mond nähert sich allmählich dem Mars, er erreicht exakt um12:20 Uhr das Letzte Viertel, steht dann bei uns jedoch schon unter dem Horizont.

Am Samstag, den 10. März, fliegt die ISS zwischen 5:36 Uhr und 5:42 Uhr ein weiteres Mal in dieser Woche exakt über Bad Lippspringe hinweg. Der Mond hat am Morgen den Mars bereits überholt, der Abstand beträgt rund 3,5° Grad.

Am Sonntag, den 11. März, fliegt die ISS erneut exakt über Bad Lippspringe hinweg. Die "erste Hälfte" des Weges am Himmel bleibt sie jedoch noch im Erdschatten, um 4:45 Uhr erscheint sie direkt im Zenit und verschwindet dann fünf Minuten später exakt im Osten. Der nur noch zu 33 Prozent beleuchtete Mond hat heute früh Saturn bereits knapp überholt, der Abstand beträgt rund 2° Grad.

Montag, 26. Februar 2018

5. März 2018: „Zehn hoch“ - Eine Reise in die (Un-)Tiefen des Universums

Am Montag, den 5. März um 19:30 Uhr, hält mein Sternfreund Dr. Martin Otte wieder einen sicherlich ganz spannenden Vortrag in der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus:

„Zehn hoch“ - Eine Reise in die (Un-)Tiefen des Universums


In der Ankündigung dazu heißt es auf der Webseite der Sernwarte:

In diesem Vortrag nimmt Dr. Martin Otte seine Zuhörer mit auf eine Reise, in die Dimensionen der entferntesten und größten sowie kleinsten Strukturen, die Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen sind. Die Reise zwischen Quasaren und Quarks wird in Schritten des Größen-Faktors 10 vorgenommen.

Auf etwa 45 „Stationen“ wird an besonders markanten und interessanten Punkten verweilt, um nicht nur über die Objekte zu berichten, die auf der entsprechenden Skala zu erkennen sind. Auch werden die richtigen Größenrelationen innerhalb des Universums, von denen man sich oft völlig falsche Vorstellungen macht, ins rechte Licht gerückt.

Wer hätte denn zum Beispiel gewusst, dass in einem Modell, in dem unser Planetensystem den Durchmesser von lediglich einem Zentimeter hat, unsere Milchstraße ganz Deutschland überdecken würde? Der Referent vermittelt in diesem Vortrag die Zusammenhänge zwischen Makro- und Mikrokosmos und erklärt unter anderem, wie es sein kann, dass ein Fingerhut voll Neutronenstern-Materie in etwa soviel wiegt, wie alle deutschen Autos zusammen.


Der Eintritt kommt wie immer der Arbeit der Sternwarte zu Gute. 

Und noch ein Hinweis: Wegen des großen Interesses wird der Vortrag am 12. März, ebenfalls um 19:30 Uhr an der Sternwarte wiederholt!

Sonntag, 25. Februar 2018

26. Februar - 4. März 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Vollmond, der Mond dominiert ganz eindeutig den Nachthimmel. Von den hellen Planeten kann bei klarer Horizont sich nach Westen am Abend nach Sonnenuntergang die Venus gefunden werden. Mit etwas Glück kann gegen Ende der Woche vielleicht auch Merkur gefunden werden, die helle Venus kann dabei als Wegweiser dienen. Jupiter geht bereits gegen 1:00 Uhr im Osten auf und leuchtet am Morgen um 6:00 Uhr hell im Süden. Mars ist ab etwa 3:45 Uhr zu beobachten und Saturn ab ca. 5:30 Uhr. Die ISS beginnt wieder eine Periode mit morgendlichen Überflügen.

Am Montag, den 26. Februar, geht die Sonne um 7:17 Uhr auf und um 17:59 Uhr unter. Der helle Tag ist damit 28 Minuten länger als noch vor einer Woche. Der bereits zu 87 Prozent beleuchtete Mond erreicht um 21:44 Uhr seine größte Höhe von 57° Grad genau im Süden.

Am Dienstag, den 27. Februar, steht der Mond in Erdnähe. Da wir haben aber noch keinen Vollmond haben wird auch die Presse diesmal nicht von einem "Supermoon" sprechen.

Am Mittwoch, den 28. Februar, ist die ISS am Morgen zwischen 6:16 Uhr und 6:21 Uhr am Süd(ost)-Himmel zu sehen, sie fliegt deutlich unterhalb von Jupiter, aber oberhalb von Mars am Morgenhimmel entlang.

Am Donnerstag, den 1. März,  fliegt die ISS zwischen 5:24 Uhr und 5:28 Uhr ganz tief im Südosten knapp unterhalb von Antares und Mars am Morgenhimmel entlang. Der volle Mond geht um 17:26 Uhr auf, die exakte Vollmondposition wird jedoch erst am Freitag erreicht.

Am Freitag, den 2. März, fliegt die ISS zwischen 6:07 Uhr und 6:14 Uhr schon leicht oberhalb von Jupiter über unseren Morgenhimmel entlang. der volle Mond geht um 7:35 Uhr im Westen unter. Die exakte Vollmondposition wird um 9:09 Uhr erreicht. Am Abend geht der immer noch volle Mond um 18:45 Uhr im Osten wieder auf. Kurz nach Sonnenuntergang steht Merkur heute noch etwas unterhalb und rechts neben der Venus. Um 19:25 Uhr gibt es im Sternbild Zwillinge einen kleinen Iridiumflare von -1mag Helligkeit. Der veränderliche Stern Algol zeigt heute um 22:35 Uhr ein Helligkeitsminimum.

Am Samstag, den 3. März, taucht die ISS um 5:16:44 Uhr unterhalb von Jupiter aus dem Erdschatten auf und fliegt dann nach Osten der Sonne entgegen. Kurz nach Sonnenuntergang ist Merkur heute etwa auf gleicher Höhe mit der Venus, ungefähr 1° (= zwei Vollmonddurchmesser) weiter nach rechts, nach Westen hin. Der immer noch zu 96 Prozent beleuchtete Mond geht um 20:00 Uhr auf.

Am Sonntag, den 4. März, taucht die ISS wenige Sekunden vor 6:00 Uhr unterhalb des Mondes im Südwesten aus dem Erdschatten auf und fliegt dann in maximal 51° Grad Höhe über den Morgenhimmel hinweg. Merkur steht heute immer noch rechts, aber schon leicht oberhalb zur Venus. Der jetzt nur noch zu 90 Prozent beleuchtete Mond geht um 21:17 Uhr auf. Er zeigt heute maximale Libration in Breite, der Krater Grimaldi am Ostrand steht nah am Mondrand.

Donnerstag, 22. Februar 2018

22. Februar: Venus ist da - und auch das Mond-X !

Heute Abend gelang es mir erstmalig in diesem Jahr die Venus zu sehen. Nach Sonnenuntergang war sie tief im Westen zu erkennen. Zunächst im Fernglas, doch dann auch mit dem bloßen Auge. Noch steht sie bei Sonnenuntergang nur wenige Grad über dem Horizont - auch wenn der Himmel über einem klar ist, zum Horizont hin ist es leider meist bewölkt oder dunstig. Doch ihr Abstand zur Sonne wird von Tag zu Tag größer und damit ihre Sichtbarkeit immer besser. In wenigen Wochen schon wird sie uns als wirklich strahlender Abendstern erfreuen können. Und wer weiß, wenn man dann im Frühjahr mit der Liebsten im Arm ....

Hier ein Bild von heute, die Venus ist als kleiner heller Stern in der Bildmitte in der orangenen Dämmerung doch gut zu erkennen:

Venus am Abend des 22.2.18, nur 3,5° Grad über dem Horizont
Die Venus stand nur 3,5° Grad über dem mathematischen Horizont. Da kann sie natürlich auch leicht von Häusern, Bäumen oder Sträuchern verdeckt werden. Man braucht schon etwas Glück, um die richtige "Lücke" zu erwischen.

Am Abend war zunächst auch der Mond noch gut zu sehen, dann kamen Wolken auf, doch gegen 21 Uhr war es wieder schön klar, hier ein Foto:

Der Mond am 22.2.18 um 21:03 Uhr

Wir nähern uns dem Ersten Viertel, welches der Mond morgen früh um 9:09 Uhr erreicht. Wenn Sie sich den Mond genau anschauen, dann können Sie heute am Terminator, an der Schattengrenze zwischen Mondtag und Mondnacht eine besondere Struktur erkennen, ein "X". Haben Sie es gefunden?

Hier ein Ausschnitt aus einer überbelichteten Aufnahme, das "X" ist ziemlich genau in der Bildmitte:

Das Mond-X
 Spinner würden jetzt anfangen von"geheimnisvollen Zeichen" auf dem Mond zu orakeln, denn dieses X ist nur für wenige Stunden auf dem Mond sichtbar. Eine ausführliche Erklärung finden sie in einem Artikel von Peter Oden im Blog von Abenteuer Astronomie.

Dienstag, 20. Februar 2018

19. Februar: Das schöne Wetter hält an....

Die Nächte sind zwar teilweise klirrend kalt, doch wir haben dafür immer wieder tagssüber Sonnenschein und nachts klaren Himmel. Zwischendurch ist es auch mal dunstig oder bewölt. Doch insgesamt ist dieses Wetter für uns Hobbyastronomen natürlich viel schöner als ein ständig bewölkter Himmel.

Leider hat man trotzdem nicht unbegrenzt Zeit, anderes ehrenamtliches Engagement fordert auch immer wieder seine Zeit. So habe ich es am Montag leider nicht einmal zum Vortrag in die Sternwarte geschafft. Um 18:15 Uhr gelang mir jedoch noch diese Aufnahme des Mondes:

   
Mond am 19. Februar 2018 um 18:15 Uhr
Der Mond war Montagabend zu 15 Prozent beleuchtet. Im Vergleich zu gestern ist deutlich zu sehen, wie der Terminator, die Grenze zwische  Nacht und Tag auf dem Mond immer weiter nach Osten wandert.

Mal sehen, wie sich das Wetter in den kommenden Tagen weiter entwickelt.

Sonntag, 18. Februar 2018

18. Februar: Erneut schmale Mondsichel

Auch hute ar die Mondsichel noch recht schmal. Bei Sonnenuntergang dachte ich noch, der Himmel zieht sich vollkommen zu, doch dann tauchte der Mond zwischen Wolkenlücken doch noch auf. Hier ein Foto von 18:22 Uhr:

Mondsichel am 18. Februar 2018
Das Mare Crisium ist schon vollständig zu sehen. Und es steht relativ dicht am Mondrand. Dadurch ist leider auch der Krater "Weierstrass", benannt nach dem aus Paderborn stammenden Mathematik-Genie, nicht auszumachen, er befindet sich genau auf der "Kante". Insgesamt ist heute Abend der Mond zu acht Prozent beleuchtet.

19. - 25. Februar: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond wieder zu, was sich sehr schön am Abndhimmel beobachten lässt. Von den großen Planeten kann vielleicht die Venus am Abendhimmel im Westen kurz nach Sonnenaufgang bis ca. 18:30 Uhr gefunden werden. Ihre Sichtbarkeit als Abendstern wird sich in den kommenden Wochen jedoch noch deutlich verbessern. Am Morgenhimmel sind Jupiter (ab 1:30 Uhr), Mars (ab  ca. 3:45 Uhr) und Saturn (ab 5:30 Uhr) kurz vor Sonnenaufgang zu sehen. Die ISS kann in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen beobachtet werden.


Am Montag, den 19. Februar, geht die Sonne um 7:32 Uhr auf und um 17:46 Uhr unter, der helle Tag dauert jetzt schon deutlich über zehn Stunden. Die zunehmende Mondsichel ist am Abend zu 15 Prozent beleuchtet und geht um 21:51 Uhr unter. Um 18:35 Uhr kommt es zu einer Sternbedeckung am oberen dunklen Mondrand von 26 Ceti, 6,2mag (Ferbglas nutzen!). Am Abend hält Frank Bewermeyer an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus um 19:30 Uhr einen Vortrag zum Thema "Astrofotografie".

Am Dienstag, den 20. Februar,  ist abends der Mond zu 25 Prozent beleuchtet und geht um 23:02 Uhr unter. Um 18:32 Uhr kommt es im Süden, knapp unterhalb des Sternbilds Stier, zu einem mit -4mag recht hellem Iridiumflare.

Am Mittwoch, den 21. Februar, geht der zu einem Drittel beleuchtete Mond erst nach Mitternacht unter. Um ca. 18:30 Uhr kommt es am oberen Mondrand zu einer Bedeckung des 4,4mag hellen Sterns mü Ceti.

Am Donnerstag, den 22. Februar, kommt es um 18:32 (fast) zu einer Wiederholung der Sternbedeckung von gestern. Heute ist das Sternchen jedoch nur 6,9mag hell, dieses Ereignis dürfte wesentlich schwieriger zu beobachten sein. Der Mond selbst nähert sich in der Nacht langsam dem Stier und den Plejaden.

Am Freitag, den 23. Februar, erreicht der Mond um 9:09 Uhr das Erste Viertel, dann steht er bei uns jedoch noch unter dem Horizont. Er geht noch am hellen Tag um kurz nach 11 Uhr auf und ist bis weit nach Mitternacht am Himmel zu sehen. Um 17:50 Uhr, also praktisch bei Sonnenuntergang, kommt es zu einer Bedeckung des hellsten Sterns im Stier, von Aldebaran. Dieser verschwindet dann hinter dem dunklen Teil des Mondes. Ob dies Ereignis schon beobachtet werden kann? Um 18:55 Uhr tritt Aldebaran am hellen Mondrand wieder hervor.

Am Samstag, den 24. Februar, kommt es um 19:21 Uhr am Rand des Sternbilds Zwillinge zu einem Iridiumflare von -4mag Helligkeit. Dieser Flare, der Mond und Beteigeuze im Orion bilden in etwa ein gleichschenkliges Dreieck. Später kommt es zu mehreren Bedeckungen lichtschwacher Sterne durch den Mond, um 21:39 Uhr, 21:51 Uhr, 22:31 uhr und 23:30 Uhr

Am Sonntag, den 25. Februar, kommt es um 18:10 Uhr am westlichen Rand des Sternbilds Stier (Höhe 46° Grad, Azimut 192°) zu einem mit -7mag sehr hellem Iridiumflare. Der Mond zeigt heute Abend im Fernglas wieder einmal seinen "Goldenen Henkel".


Samstag, 17. Februar 2018

17.Februar: Schmale Mondsichel am Abend

Heute Abend konnte sich eine ganz schmale Mondsichel gegen die Wolken und den Dunst am Himmel durchsetzen. Rund 44 Stunden nach Neumond war die Mondsichel nur zu drei Prozent beleuchtet:

Schmale Mondsichel am 17.2.2018 um 18:17 Uhr
Ich habe auch gleich noch versucht, den Mond durch mein Spektiv zu fotografieren. Krater und Einzelheiten auf der Oberfläche des Mondes sind jedoch nicht einfach zu erkennen. Die Luft war einfach zu "schlierenhaft", da war kein scharfes Bild hinzubekommen.

Mondsichel um 18:29 Uhr

Dienstag, 13. Februar 2018

19. Februar: Vortrag "Astrofotografie - Sterne vor der Kamera"

Am Montag, den 19. Februar, hält mein Sternfreund Frank Bewermeyer um 19:30 Uhr an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus einen Vortrag zum Thema Astrofotografie.

In der Ankündigug unserer Sternwarte heisst es dazu:

Viele Sternfreunde möchten den gestirnten Himmel nicht nur mit bloßem Auge oder optischen Geräten betrachten, sondern auch im Bild festhalten. In der Tat benötigt der Liebhaberastronom keine aufwän-dige Ausrüstung, um den Einstieg in die Astrofotografie zu schaffen.

Die kontinuierliche Entwicklung im Bereich der Fotografie macht es auch dem Amateur möglich, Fotos zu erstellen, die vor Jahren noch größeren Sternwarten vorbehalten waren. In seinem Vortrag stellt Frank Bewermeyer die Besonderheiten bei der Fotografie des Himmels vor und geht auf die hierfür notwendige Ausrüstung ein: Angefangen bei einer einfachen Kamera mit Stativ bis hin zu geeigneten Teleskopen mit hochwertiger Fotoausrüstung. Welche Kameratypen sind geeignet und welche Optiken sollte der Fotograf verwenden? Welches Zubehör kann sinnvoll eingesetzt werden?

Der Vortrag geht jedoch nicht nur auf das technische Equipment ein, sondern stellt auch immer wieder heraus, dass einer erfolgreichen Fotoexkursion unter den Sternen stets eine gründliche Vorbereitung vorausgehen sollte.


Der Eintritt zum Vortrag kommt wie immer der Arbeit an der Sternwarte zu Gute. Wir freuen uns auf viele Besucher!

Sonntag, 11. Februar 2018

12. - 18. Februar: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Neumond, da kann man nachts gut lichtschwache Objekte am Himmel beobachten. Von den großen Planeten kann am Abendhimmel bis etwa 22:30 Uhr nur Uranus mit einem Fernglas oder Fernrohr beobachtet werden. In der zweiten Nachthälfte kann ab etwa 2:00 Uhr Jupiter beobachtet werden, Mars ab ca. 4:00 Uhr und vielleicht Saturn in der Morgendämmerung ab etwa 6:00 Uhr. Die ISS kann in dieser Woche allenfalls noch am Montag gesichtet werden.

Am Montag, den 12. Februar, geht die Sonne um 7:45 Uhr auf und um 17:33 Uhr unter. Der helle Tag dauert heute also schon fast zehn Stunden. Vielleicht kann am frühen Morgen auch noch die nur noch zu 11 Prozent beleuchtete Mondsichel gefunden werden. Der Mond geht "mathematisch" um 5:42 Uhr auf, es wird jedoch noch etwas dauern, bis er im Südosten über das Eggegebirge aufgestiegen ist. Die ISS kann heute vielleicht noch einmal zwischen 18:34 Und 18:39 Uhr tief im Südwesten in maximal 18° Grad Höhe bei ihrem Vorbeiflug gesichtet werden.

Am Dienstag, den 13. Februar, kommt es wenige Sekunden vor 19:01 Uhr direkt neben dem Sternbild Orion in 47° Grad Höhe zu einem sehr hellem Iridiumflare der Stärke von -7mag.

Am Mittwoch, den 14. Februar,  kommt es um 18:57 Uhr an fast gleicher Stelle wie gestern wieder zu einem Iridiumflare, diesmal ist er mit einer Helligkeit von -1mag nur wenig heller als die Sterne des Orion selbst.

Am Donnerstag, den 15. Februar, ist Neumond. Der Neumond steht sogar fast genau in der Ekliptikebene, so dass es in der Antarktis und im südlichen Südamerika zu einer partiellen Sonnenfinsternis kommt. Bei uns ist dieses Ereignis jedoch nicht sichtbar. Auch heute kommt es noch einmal um 18:53 Uhr direkt neben dem Sternbild Orion in 47° Grad Höhe zu einem sehr hellem Iridiumflare von sogar -8mag.

Am Freitag, den 16. Februar, kommt es um 18:47 Uhr zu einem weiteren Iridiumflare neben Orion, heute jedoch nur -2mag hell. 

Am Samstag, den 17. Februar,  kann vielleicht die noch sehr schmale Mondsichel (nur zu 3 Prozent beleuchtet) gesichtet werden. Sie geht um 19:30 Uhr im Südwesten unter.

Am Sonntag, den 18. Februar, geht die zu 8 Prozent beleuchtete Mondsichel um 20:40 Uhr im Südwesten unter. Der dunkle Seite des Mondes schimmert ein wenig im "Erdlicht". Um 18:44 Uhr wird ein nur 7mag schwaches Sternchen vom Mond bedeckt, vielleicht im Fernglas zu beobachten.

Sonntag, 4. Februar 2018

5. - 11. Februar: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche ist der abnehmende Mond nur noch in der zweiten Nachthälfte zu sehen. Die Abende eignen sich also in Umgebungen ohne künstliche Lichtquellen gut zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Sternenhimmel. Von den großen Planeten ist am Abendhimmel nach wie vor keiner zu sehen. Am Morgenhimmel erscheint Jupiter bald nach 2:00 Uhr im Osten, Mars kurz vor 4:00 Uhr und Saturn kann vielleicht bei klarer Sicht nach Südosten ab 6:00 Uhr vor Sonnenaufgang gefunden werden.

Am Montag, den 5. Februar, geht die Sonne um 7:58 Uhr auf und um 17:20 Uhr unter. Der helle Tag dauert also 23 Minuten länger als noch vor einer Woche. Um 18:16 Uhr und 48 Sekunden fliegt die ISS exakt über unsere Stadt hinweg, ab 18:13 Uhr steigt sie exakt im Westen empor und verschwindet um 18:19 Uhr kurz vor Erreichen des Horizonts im Osten im Erdschatten. Der Mond geht um 23:39 Uhr auf, bis er über die Egge kommt wird es vielleicht sogar schon Mitternacht.

Am Dienstag, den 6. Februar, fliegt die ISS zwischen 18:57 Uhr und 19:02 Uhr in maximal 72° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Um 18 Uhr beginnt an der Sternwarte des Evangelischen Gymnasium in Lippstadt wieder ein "Astrotreff".

Am Mittwoch, den 7. Februar, erreicht der Mond um 16:54 das Letzte Viertel, dann steht er bei uns jedoch noch deutlich unter dem Horizont. Zwischen 18:05 Uhr und 18:12 Uhr fliegt die ISS noch einmal in maximal 84° Grad Höhe über unsere Stadt hinweg von West nach Ost.

Am Donnerstag, den 8. Februar, hat der Mond am Morgen bereits Jupiter überholt. In der Frühe bedeckt der Mond von 4:18 Uhr bis 5:27 Uhr den Stern gamma Librae (4,0mag). Die ISS fliegt heute zwischen 18:50 Uhr und 18:55 Uhr in maximal 48° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg, gegen Ende ihrer Bahn fliegt sie genau am Gürtel des Orion entlang.

Am Freitag, den 9. Februar, steht der Mond am Morgen oberhalb von Mars, er geht um ca. 3:00 Uhr auf. Die ISS fliegt heute zwischen 17:58 Uhr und 18:05 Uhr über unseren Himmel vorüber, im Orion trifft sie dabei (fast) genau den rötlichen Schulterstern Beteigeuze. Abends kann bei klarster Sicht im Westen nach Sonnenuntergang vielleicht auch das Zodiakallicht beobachtet werden.

Am Samstag, den 10. Februar, steht der Mond am frühen Morgen im Sternbild Schlangenträger zwischen Skorpion und Schütze etwa auf halber Strecke zwischen Mars und Saturn. Mars (auch "Ares" genannt) steht heute ca. 5° Grad nördlich vom hellsten Stern des Skorpion, dem ebenfalls rötlich leuchtendem "Antares" (dem "Anti-Ares"). Am Abend ist die ISS noch einmal zwischen 18:40 Uhr und 18:48 Uhr zu sehen, sie erreicht jedoch im Südwesten nur noch eine Höhe von 30° Grad über dem Horizont. Um 19:14 Uhr soll es im Sternbild Orion zu einem mit -8mag sehr, sehr hellem Iridiumflare kommen. Um 20:47 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitminimum.

Am Sonntag, den 11. Februar, geht der Mond um ca. 5:00 Uhr auf und nähert sich Saturn. Mit viel Glück kann die ISS vielleicht ein letztes Mal in dieser Woche um 19:28 Uhr herum in nur 11° Grad Höhe im Südwesten gesehen werden. Heute soll es noch einmal um 19:08 Uhr zu einem sehr, sehr hellem Iridiumflare von -8mag am Sternbild Orion kommen.

Donnerstag, 1. Februar 2018

1. Februar: Mond und Planeten am Morgen (und Abend)

Für heute früh hatte der Wetterbericht wolkenfreien Himmel vorher gesagt. Da lohnt sich das frühe Aufstehen!

Die Vollmondnacht ging schon ihrem Ende zu, der Mond stand bereits weit und tief im Westen. Hier ein Foto. Im Vergleich zum Vollmondbild vom Abend des 30. Januar, das etwa 20 Stunden vor Neumond entstand, kann man heute früh, gut 16 Stunden nach der exakten Vollmondposition, genau sehen, dass heute am rechten, westlichen Mondrand Krater am besten zu sehen sind. Dort ist es jetzt abends, dort geht die Sonne unter und es beginnt die rund 14-tägige Mondnacht.

16-Stunden nach Vollmond - Der Mond am 1. Februar 2018, kurz nach 6 Uhr früh

Nach dem Mond ist Jupiter zur Zeit das hellste Objekt am Morgenhimmel. Heute zeigten seine Monde eine interessante Konstellation. Wie zwei Pärchen waren sie östlich von ihm aufgereiht:

Jupiter mit Monden

Die Namen der Jupitermonde von links außen nach innen: Kallisto, Ganymed und Io und Europa.

Sehr schön zu beobachten war heute die Position von Mars in der Schere des Skorpions. Mars steht sehr dicht bei Acrab, dem nördlichsten Stern der drei hellen Sterne der Schere. Dieses Übersichtsbild zeigt ihn in der Mitte des Bildes:

Mars und Jupiter am Morgenhimmel

Das Bild zeigt nicht nur Mars in der Mitte, sondern auch Jupiter rechts oben und - noch hinter den Ästen des Baumes auf dem Nachbargrundstück etwas versteckt - Antares, den hellsten Stern im Skorpion. Außerdem kann man eine Flugzeugspur erkennen. Hier die Bilddaten: Kamera 5D Mark II, Objektiv Canon EF24-105mm f/4L IS USM, bei 58 mm Brennweite, ISO 1600, 4 Sekunden bei f/4.0.

Zoomt man etwas tiefer in die Umgebung von Mars bekommt man dieses Bild:

Mars im Skorpion


Hier habe ich mal ein paar Sternnamen hinzugefügt. Wen es interessiert, der kann dieses Bild ja einmal mit einem Sternatlas vergleichen. Unterhalb von Mars ist ein auffälliger Doppelstern zu sehen: Omega Scorpius. Die beiden hellen Komponenten stehen jedoch nur zufällig so dicht beieinander. Die obere Komponente, omega-1, ist von uns rund 470 Lichtjahre entfernt, die untere, omega-2, mit einer Entfernung von 290 Lichtjahren doch deutlich näher. Die schwächsten Sterne auf diesem Bild haben etwa 8mag, sind also mit dem bloßen Auge überhaupt nicht zu sehen. Für die Fotografen hier noch die Daten zum Foto: 105mm Brennweite, f/4.0 und 6 Sekunden bei ISO 1600.

****************** Ergänzung vom Abend des 1. Februar *********************

Hier noch ein Foto des Mondes. Jetzt vom Abend, aufgenommen um 22:45 Uhr, als der Mond zwischen den duchziehenden Wolken strahlte:

Mond am 1.2.18 um 22:45 Uhr
 Im Vergleich zu dem Bild vom Morgen kann man jetzt schon deutlicher erkennen, das wir einen abnehmenden Mond haben. Die Tag/Nahct-Grenze auf dem Mond, der terminator, ist schon deutlich dichter an das Mare Crisium heran gerückt. Die von der Erde aus sichtbare Oberfläche des Mondes ist nur noch zu 97 Prozent beleuchtet.

Im Fernglas konnte man neben dem Mond auch noch sehr schön den Stern Regulus sehen. gegen 23 Uhr betrug der Abstand aber schon mehr als zwei Vollmondduchmesser. Helle Planeten waren am Abend natürlich nicht zu sehen.

Mittwoch, 31. Januar 2018

31. Januar: Totale Mondfinsternis

Gerade gibt es in Asien und Teilen Amerikas eine wunderschöne totale Mondfinsternis zu bestaunen. Toll, das wir über das Internet daran teilhaben können.

z.B. hier: https://livestream.com/GriffithObservatoryTV/LunarEclipseJanuary2018

Hier ein Screenshot daraus:

Totale Mondfinsternis am 31. Januar 2018

INzwischen ist die Mondfinsternis Geschichte. Doch die Freunde der Griffith-Sternwarte haben das Ereignis in Form eines eine gute Minute langen Zeitraffers für uns erhalten:




Dienstag, 30. Januar 2018

30. Januar: Die ISS über Bad Lippspringe und warten auf die Mondfinsternis

Heute Abend ist der Himmel halbwegs klar. Naja, Wolken ziehen immer wieder durch, aber es ist nicht so dunstig wie an anderen Tagen und durch die Wolkenlücken lassen sich trotz der Vollmondnacht hellere Sterne erkennen. Zwischen 18:37 Uhr und 18:42 Uhr flog heute die ISS über unseren Himmel hinweg. Hier ein paar Fotos:

Der Himmel noch ohne ISS
Ein erstes Testfoto um ca. 18:30 Uhr zeigte trotz der Wolken auch einige Sterne am Himmel. Am linken Bildrand kann man das Sternbild Orion erkennen, darüber gut das liegende "V", der offene Sternhaufen der "Hyaden" im Sternbild Stier. Ich war gespannt, würde sich die ISS zwischen den Wolken erkennen lassen?

Die ISS um 18:39 Uhr
Aus dem Westen kommend steigt die ISS unverkennbar am Himmel hinauf. Am linken Bildrand kann man eine Flugzeugspur erkennen, diese Spur zeigt das Aufblinken der Positionslichter, so etwas hat die ISS nicht. Die ISS wird einzig von der Sonne angestrahlt und ihr Licht reflektiert zurück zu uns auf der Erde. Leider stört rechts unten eine helle Straßenlampe das Bild erheblich.

Die ISS um 18:40 Uhr
Jetzt ist die ISS gut zu sehen. Da ich auch die Kamera etwas höher schauend ausgerichtet habe, sind am oberen Bildrand die Plejaden zu erkennen.

Die ISS um 18:41 Uhr
Jetzt fliegt die ISS oberhalb des Sternbilds Orion dem Osten entgegen. Von dort leuchtet der helle Vollmond. Das Bild entstand Sekunden bevor die ISS im Schatten der Erde verschwand.

Alle Bilder entstanden mit meiner Canon 5D Mark2 Kamera und dem 24-105mm Zoom-Objektiv bei Blende f/4.0 und 24mm Weitwinkeleinstellung. Es wurde jeweils 20 Sekunden belichtet, damit die Sterne noch keine längeren Spuren zeigen. Beim ersten Bild ohne ISS hatte ich noch ISO 800 Empfindlichkeit eingestellt, bei den drei Bildern mit der ISS dann nur ISO 400.

Zum Abschluss noch ein Bild des Mondes von heute Abend, auch wenn ich es schon vor der ISS-Serie aufgenommen habe. Wenn man ganz genau hinschaut, kann man am linken, östlichen Rand, insbesondere im unteren Bereich noch deutlich Krater und ihre Schatten erkennen. Ein Zeichen, das wir noch kurz vor dem tatsächlichen Vollmondzeitpunkt sind, noch habe wir also zunehmenden Mond. Morgen werden wir solche Schatten am rechten, westlichen Mondrand haben. Dies zeigt uns dann, dass der tatsächliche Vollmond schon vorüber ist und er dann langsam wieder abnimmt.

Der Mond am 30. Januar 2018, ca. 20 Stunden vor der Mondfinsternis

Der exakte Vollmondzeitpunkt ist morgen um 14:29 MEZ, bei uns steht da der Mond leider unter dem Horizont. Da der Mond diesmal genau durch den Erdschatten wandert, gibt es sogar eine totalle Mondfinsternis. Diese wird auf verschiedenen Kanälen im Internet übertragen. Einzelheiten dazu finden Sie auf der Webseite meines Sternfreunds Stefan Krause: http://www.mondfinsternis.net/mofi2018t/2018t1.htm.

Bei uns findet die nächste sichtbare Mondfinsternis am 27. Juli 2018 statt.