Dienstag, 14. Februar 2023

13. Februar 2023: Noch mehr Supernova!

 Schon wieder klarer Himmel! Der noch nicht einmal halb gelaufene Februar hat jetzt schon viel mehr klare Nächte gebracht als der ganze Januar. Am Montag, den 13. Februar war ich wieder auf Supernova-Jagd. Doch zunächst einmal - das muss in dieser Zeit einfach sein - ein Bild des Kometen C/2022 E3 ZTF:

Komet C/2022 E3 ZTF neben dem Sternhaufen NGC 1647

Das Bild entstand kurz vor 19 Uhr, es wurde 2m:20s belichtet, also aus 14 Einzelaufnahmen a 10sec zusammen gesetzt.

NGC 1647 ist ein offener Sternhaufen, der sich nahe den Hyaden im Sternbild Stier befindet. Die Hyaden sehen ja ungefähr so aus wie ein "liegendes V". Stellt man sich die Hyaden mit etwas Phantasie wie eine Eistüte vor, dann ist NGC 1647 so ungefähr die leckere Eiskugel. Mit einem Fernglas kann man dieses Sternhaufen recht gut beobachten.

Doch dann suchte ich  nach für mein Gerät geeigneten Supernova. Bei rochersterastronomy.org wsren gleich drei Kandidaten gelistet, die für mein Gerät vielleichterreichbar sein könnten: SN2023axu mit 14,6mag. Diese hatte ich ja schon am 8.2. beobachtet, außerdem wurden neu gelistet SN2023bhm in NGC 1642 und SN2023bee in NGC 2708.

Als erstes nahm ich mir noch einmal die Supernova 2023axu vor. Mit 14,6mag sollte sie immer noch hell genug sein. Und tatsächlich, das Bild von heute unterscheidet sich nicht wesentlich von dem vor 5 Tagen:

NGC 2283 mit SN2023axu

Wer genau hinschaut, kann hier in der Mitte des Bildes wieder das kleine schiefe "Viereck" finden, in dem sich der Kern der Galaxie befindet und darunter dann die Supernova. Das Bild wurde diesmal zehn Minuten belichtet.

Als nächstes stand die SN 2023bhm auf der Liste. Die kleine Galaxie NGC 1642 befindet sich (wie der Sternhaufen NGC 1647) auch im Sternbild Stier, jedoch schon dicht am Sternbild Orion. Diese Galaxie ist ebenfalls sehr klein, die Winkelausdehnung beträgt laut Wikipedia nur 1,7' x 1,2' Bogenminuten.

Und sie sollte sich sehr nah am Kern befinden, laut rochesterastronomy. Hier mein Foto:

NGC 1642 in der Mitte des Bildes, aber mit SN 2023bhm?

In der Mitte kann man in der Tat einen etwas verwaschenen Punkt erkennen. Das wird sicherlich die Galaxie sein. Aber ist der helle "Stern" in der Mitte der Galaxie wirklich die Supernova oder ist es nicht doch nur der Kern der Galaxie?

Hier noch einmal die Mitte des Bildes in Originalgröße:

NGC 1642
 

Von den direkt benachbarten Sternen links und rechts haben die helleren laut Stellarium meist ca. 14,2mag und die beiden schwächeren ca. 15,5mag. Leider hilft auch das einzige andere Foto, das ich bislang dazu gefunden habe, nicht viel weiter. Hier muss ich wohl wirklich noch etwas länger warten, bis ich ein Vergleichsfoto ohne Supernova machen kann, um dann zu entscheiden, ob ich sie jetzt wirklich drauf habe, oder ob der Kern nicht immer so aussieht. Oder ich brauche einfach für dieses Objekt doch ein anderes Teleskop mit einer viel längeren Brennweite.

Und nun zum dritten "Kandidaten", SN 2023bee:

Hier mein Foto, in dem ich gleich die Supernova gekennzeichnet habe:

Galaxie NGC 2708 (un der Mitte des Bildes) mit SN 2023bee

Und weil es auf diesem Bild bei genauem Betrachten sogar viele ferne Galaxien gibt, habe ich es auch geich mal bei astrometry.ner hochgeladen,um all diese zu kennzecihen:

NGC 2708

Jetzt ist es schon nach Mitternacht. Morgenvormittag muss ich früh raus. Ichhabe noch ein paar andere Objekte verfolgt, vielleicht ergänze ich diesen Blogbeitrag noch, für "heute" ist aber erstmal Schluß. Gute Nacht!



 

Sonntag, 12. Februar 2023

13. - 19. Februar 2023: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche geht es auf Neumond zu, die Nächte eignen sich daher gut zum Beobachten lichtschwacher Objekte am Himmel. Von den großen Planeten ist die Venus abends im Südwesten zu finden, sie nähert sich immer weiter dem Jupiter an. Die Venus ist bis etwa 20:00 Uhr zu sehen, Jupiter geht eine gute Stunde später unter.  Mars steht abends im Süden und geht erst nach 3:00 Uhr in der Frühe im Westen unter. Die ISS kann ab dem Ende der Woche wieder bei morgendlichen Überflügen gesichtet werden. Der allmählich lichtschwächer werdende Komet C/2022 E3 ZTF wandert im Sternbild Stier langsam südwärts.

Am Montag, den 13. Februar, geht die Sonne um 7:44 Uhr auf und um 17:35 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt also schon fast zehn Stunden. "Astronomisch dunkel" ist es nur noch zwischen 19:28 Uhr und 5:49 Uhr. Um 17:01 Uhr erreicht der Mond das Letzte Viertel, dann steht er bei uns jedoch tief unter dem Horizont. Er ist nur in den frühen Morgenstunden zu sehen, er geht um 1:21 Uhr auf und nach Sonnenaufgang bleibt er noch bis 10:19 Uhr (theoretisch) am Himmel zu sehen. Er zeigt maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht weitab vom Mondrand. Ab 19:58 Uhr wird Jupitermond Ganymed vom Planeten bedeckt. Kleinplanet (324)Bamberga (11,2mag) zieht gegen 20:00 Uhr in nur 5 Bogenminuten Abstand an Zeta Perseus (2,8mag) vorüber.

Am Dienstag, den 14. Februar, geht der Mond um 2:45 Uhr auf, er steht im Sternbild Skorpion. Bei klarem Himmel kann am Abend Richtung Westen nach Sonnenuntergang das West-Zodiakallicht beobachtet werden. Der Komet C/2022 E3 ZTF steht heute dicht beim Sternhaufen NGC 1647, unweit der Hyaden.Ab 19:58 Uhr wird Jupitermond Ganymed vom Planeten bedeckt.

Am Mittwoch, den 15. Februar, geht der Mond um 4:05 Uhr auf, er ist nur noch zu 33 Prozent beleuchtet. Am Abend wird ab 18:37 Uhr Jupitermond Europa vom Planeten bedeckt. Auch heute steht der Komet noch dicht bei den Hyaden im Stier.

Am Donnerstag, den 16. Februar, geht die nur noch zu 23 Prozent beleuchtete Mondsichel erst um 5:26 Uhr auf, er steht im Sternbild Schütze. Er zeigt heute maximale Libration in Breite, so dass ein Blick in seine Nordpolregion möglich ist. Gegen 5:00 Uhr in der Frühe zieht Kleinplanet (1)Ceres (7,4mag) in nur 5' Bogenminuten Abstand an 34 Vir (6,1mag) vorüber. Kurz vor 13 Uhr gibt es in einem Streifen von Osnabrück über Bielefeld, Detmold, Nieheim, Beverungen,... einen ISS-Transit vor der Sonne. Einzelheiten dazu findet man bei iss.vierwandfrei.de

Am Freitag, den 17. Februar, geht der zu 14 Prozent beleuchtete Mond um 6:29 Uhr auf. Bereits um 1:15 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitsminimum.

Am Samstag, den 18. Februar, ist die ISS am Morgen zwischen 6:28 Uhr und 6:34 Uhr in maximal 17° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Die erst um 7:15 Uhr aufgehende Mondsichel wird in der Morgendämmerung nicht mehr sichtbar sein.

Am Sonntag, den 19. Februar, fliegt die ISS schon zwischen 5:40 Uhr und 5:46 Uhr in jedoch nur 11° Grad Höhe über unseren Himmel im Südosten entlang. Um 18:34 Uhr beginnt ein Durchgang von Jupitermond Io vor der Planetenscheibe, ab 19:26 Uhr zieht auch Ios Schatten über die Planetenoberfläche.Um 22:05 Uhr steht der veränderliche Stern Algol erneut in einem Helligkeitsminimum.

Mittwoch, 8. Februar 2023

8. Februar 2023: Supernova SN2023axu im Großen Hund

 Während des Beobachtens am Mittwoch, den 8. Februar, fiel mir plötzlich ein, ich war schon lange nicht mehr auf im Internet auf der Website rochesterastronomy.org, auf der regelmäßig die neuesten Supernova aufgelistet werden.

Und heute war ich gleich eletrisiert: Die hellste Supernova sollte doch tatsächlich 14,4mag hell sein, das könnte für meine Teleskope durchaus erreichbar sein. Und als ich dann feststellte, das die Galaxie NGC 2283, zu der die Supernova gehörte, auch noch im Sternbild Großer Hund ("Canis Major") zu finden sein sollte, dachte ich sofort, dass muss ich mir mal näher anschauen.

Doch schnell fand ich heraus, diese Galaxie ist verdammt klein, da sollte eine Supernova wirklich zu sehen sein? Die ersten Bilder dieser Supernova, die schon im Internet veröffentlicht waren, zeigten nur ein ganz kleines Lichtpünktchen unterhalb einer sehr schwachen Galaxie. Mit was für Optiken waren diese aufgenommen? Musste man nicht viel zu stark vergrößern? Würde ich die Supernova überhaupt von anderen Sternen unterscheiden können?

Auf der Webseite war als Beispiel dieses Foto des Japaners Toshihide Noguchi zu finden:

Foto: Toshihide Noguchi

Er hat dafür ein richtig gutes Teleskop genutzt. Würde mein Vespera Vaonis in der Lage sein, auch so ein Bild zu liefern?

Und ich war sehr überrascht, aber es ist mir tatsächlich gelungen, die entsprechenden Sterne und dann auch die Supernova auf meinem Bild zu identifizieren.

Die Galaxie NGC 2283 befindet als recht verwaschener "Fleck" etwas oberhalb der Supernova im Bild, ihr Kern ist von vier helleren Sternen umgeben, die ähnlich wie ein Kinderdrachen gruppiert sind.

Und diese Struktur habe ich auf meinem Bild auch gefunden. Danach war es nicht mehr schwer, die Supernova darunter zu finden.

Hier zunächst mein vollständiges Foto:

NGC 2283 ist in der Mitte des Bildes

 Und hier ein Ausschnitt mit meinen Markierungen:

SN2023axu am 8. Februar 2023

Mein Bild habe ich 300 Sekunden belichtet, also fünf Minuten.  Auch ein Vergleich mit der Planetariumssoftware "Stellarium" zeigt an der entsprechenden Stelle keinen Stern.

Diese Supernova wurde am 28.1.23 mit ca. 15,6mag entdeckt vom "DLT40"-Team, das mit Roboterteleskopen ständig nach neuen Supernovaexplosionen sucht.

Da habe ich also tatsächlich mal wieder eine echte Supernova erwischt! Wow! Ich bin gespannt, ob ich diese Supernova etwas länger verfolgen kann.

Ich finde es absolut faszinierend: die Galaxie NGC 2283 ist ca. 30 Millionen Lichtjahre von uns entfernt (zum Vergleich die Andromedagalaxie ist nur 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt). Die Galaxie selbst lässt sich auf meinem Foto, genau wie auf dem des japanischen Astronomen, nur erahnen und ist in dem Bereich um die Supernova herum schon gar nicht mehr zu erkennen. Und doch ist plötzlich ein einzelner Stern aus dieser fernen Galaxie so hell, als ob er zu unser eigenen Galaxie gehören würde.

Mehr über Supernova kann man auf Wikipedia nachlesen. SN2023axu soll eine Supernova von Typ II sein, danach könnte man durchaus 100 Tage mit diesem hellen Leuchten rechnen. Leider endet dann auch die Sichtbarkeitsperiode von NGC 2283 an unserem Himmel.

Dienstag, 7. Februar 2023

6./7. Februar 2023: Beobachtungsbericht

 Irgendwie ist auf den Wetterbericht kein wirklicher Verlass mehr. Am Montagabend klarte es plötzlich auf, eigentlich waren Wolken und Hochnebel vorhergesagt. 

Doch ich habe die Gelegenheit gleich genutzt und natürlich auch ieder auf den Kometen drauf gehalten. ich habe diesmal mehrere Bilder nacheinander gemacht. Jedes Bild wurde insgesamt zwei Minuten belichtet, dann gesichert und auf den Computer überspielt und dann das nächste angestoßen. Da kann dann natürlich wieder eine schöne Reihe herauskommen, so wie ich es schon am 4. Februar veröffentlicht hatte.  Doch diesmal hatte ich eine andere Idee. Mein Sternfreund Tobi war abends auch noch wach, ich habe im meine Bilder zugeschickt und er hat daraus wieder eine kleine Animation gemacht, so kann man doch viel besser die tatsächliche Bewegung des Kometen erkennen. Ganz herzlichen Dank an Tobi für diesen mitternächtlichen Freundschaftsdienst!

Komet C/2022 E3 ZTF im Sternbild Fuhrmann am 6.2.23

(Leider stelle ich jetzt nach dem Hochladen der Animation fest, dass diese wohl im Blog nicht wirklich angezeigt wird. Schade! Ich muss mal nach dem möglichen Fehler such.)

Außerdem habe ich am Montag noch einmal "Thors Helm" (NGC 2359) fotografiert. Es herrschten ja eigentlich sehr ähnlich Beobachtungsbedingungen wie vor zwei Tagen am Samstag. Auch am Tag nach Vollmond war dieser noch zu 99 Prozent beleuchtet, strahlte also sehr, sehr hell vom Himmel. Diesmal habe ich für das Foto von Thos Helm jedoch einen Dualbandfilter genutzt. Und sofort erkennt man den Sinn solcher Filter. Die bläulichen Nebelstrukturen seines Helms treten doch viel deutlicher zum Vorschein als auf dem Bild ohne Filterunterstützung vom Samstag:

Thors Helm mit Dualbandfilter am 6.2.23, 30 Minuten belichtet  
 

Wegen des hellen Mondlichts habe ich dann am 7. Februar vor allem auch wieder offene Sternhaufen fotografiert. Hier M 41, ein offener Sternhaufen im Sternbild Canis Major ("Großer Hund"), er ist mit einem Fernglas senkrecht unterhalb von Sirius, dem hellsten Fixstern, zu finden:

M 41 im Sternbild Canis Major

M41 ist rund 2300 Lichtjahre von uns entfernt und umfasst rund 100 Sterne.

Und hier ein weiterer, eher unscheinbarer Sternhaufen: das sog. tau Canis Majoris Cluster (NGC 2362):

NGC 2362, 15 Minuten belichtet

Dieser Sternhaufen steht praktisch genau um den Stern tau CMa herum, er ist rund 5000 Lichtjahre von uns entfernt.

Und ein weiterer Sternhaufen, NGC 2360:

NGC 2360, 15 Minuten belichtet

NGC 2360 wird auch "Carolines Sternhaufen" genannt, da er von der Astronomin Caroline Herschel entdeckt wurde. In der Beschreibung von Karkoschka heißt es "asymmetrisch, Kern länglich, drei Sternenketten", was man auf diesem Foto auch gut erkennen kann.

Aber auch am 7. Februar stand natürlich der Komet auf dem Beobachtunsprogramm:

C/2022 E3 ZTF am 7. Februar um 21:55 Uhr, 2 Minuten belichtet (12x10sec)

Sonntag, 5. Februar 2023

6. - 12. Februar 2023: Der Himmel über Bad Lippspringe

 Ja, mit dem Wetter ist es zur Zeit ein Kreuz. Die wenigen Momente klaren Himmels in diesem Jahr bisher lassen sich an den Finger einer Hand abzählen, ob ich noch einmal so viel Glück habe wie am Abend des 4. Februar? Umso wichtiger ist es, dann vorbereitet zu sein. Ich hoffe, hier hilft meine Wochenvorausschau ein wenig.

In dieser Woche nimmt der Mond wieder ab und zum Wochenende ergeben sich schon gute Möglichkeiten, wieder nach lichtschwächeren Objekten wie dem Kometen C/2022 E3 ZTF Ausschau zu halten. Er zieht in dieser Woche (jeweils am Abend 20 Uhr betrachtet) vom Sternbild Fuhrmann zum Sternbild Stier, ist also abends in südöstlicher Richtung zu finden.

Von den hellen Planeten ist die Venus nach Sonnenuntergang bis ca. 19:30 Uhr im Südwesten zu finden, Jupiter steht deutlich höher als die Venus und geht gegen 21:30 Uhr unter, Mars ist in der Nacht bis ca. 4:00 Uhr am Himmel zu finden. Bei klarem Himmel kann man in diesem Monat gut beobachten, wie sich die Venus Abend für Abend dem Jupiter täglich ein kleines Stückchen nähert. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 6. Februar, geht die Sonne um 7:56 Uhr auf und um 17:22 Uhr unter. Der helle Tag ist also schon wieder 25 Minuten länger als noch vor einer Woche. Der Mond geht gegen 18 Uhr auf, er ist noch zu 99 Prozent beleuchtet, also praktisch "voll" und strahlt etwas oberhalb von Regulus (4° Grad Abstand), dem hellsten Stern im Löwen. Kleinplanet (4)Vesta (8,3mag) geht gegen 19 Uhr in nur 8' Bogenminuten Abstand am Stern 33 Piscium (4,7mag) vorbei.

Am Dienstag, den 7. Februar, zieht Jupitermond Ganymed hinter dem Planeten entlang, bis 18:24 Uhr wird er von Jupiter bedeckt, ist dann kurz zu sehen, bevor er ab 19:56 Uhr durch Jupiters Schatten wieder verfinstert wird. Der immer noch zu 96 Prozent beleuchtete Mond geht kurz nach 19 Uhr auf. Kleinplanet (2)Pallas (7,6mag) zieht gegen 23 Uhr  in nur 8' Bogenminuten Abstand an Zeta CMa (4,5mag) vorüber.

Am Mittwoch, den 8. Februar, geht der noch zu 92 Prozent beleuchtete Mond erst um 20:21 Uhr auf, er steht dann schon im Sternbild Jungfrau. Um 20:18 Uhr endet bei Jupiter eine Verfinsterung vom Mond Europa.

Am Donnerstag, den 9. Februar, kann, wer klarste Sicht nach Westen/Südwesten hat, ab heute und in den nächsten Tagen vielleicht nach Sonnenuntergang dort das Zodiakallicht entdecken, in dessen Kegel dann auch die Venus zu sehen ist. Der Mond geht erst um 21:33 Uhr auf.

Am Freitag, den 10. Februar, geht der nur noch zu 77 Prozent beleuchtete Mond erst um 22:46 Uhr auf. Der Komet nähert sich heute dem Planeten Mars.

Am Samstag, den 11. Februar, steht der Komet schon etwas unterhalb von Mars. Der Mond geht erst Mitternacht, also erst am Sonntag auf. Wir haben also viele Stunden die Möglichkeit, lichtschwache Objekte am Winterhimmel zu beobachten, wie zum Beispiel den Orionnebel.

Am Sonntag, den 12. Februar, ist der Komet etwas weiter Richtung Hyaden gezogen. Ob er jetzt, 12 Tage nach seiner größten Annäherung an die Erde schon deutlich lichtschwächer geworden ist? Ich hoffe, das er immer noch mit einem einfachen Fernglas gefunden werden kann. Bei Jupiter beginnt um 19:11 Uhr eine Bedeckung von Mond Io. Der Mond geht erst am Montag um 1:21 Uhr auf.

 

 

 

4. Februar: ... Komet und Sternhaufen und viel mehr

 Tagsüber kam schon immer mal wieder die Sonne durch, doch ab 18 Uhr war eine dichte Wolkendecke vorher gesagt. Doch es kam mal wieder anders. Ich konnte neben der Sonne und dem Mond auch Bilder vom Kometen machen und von einigen anderen Objekten am Himmel.

Hier zunächst der Komet:

Ich habe verschiedene Einzelbilder über zwei Minuten gemacht, hier ist eines davon:

Komet C/2022 E3 ZTF am 4.2.23 um 19:15 Uhr

Der helle Mond war zwar ein ordentliches Stück vom Kometen entfernt, aber er leuchtet doch so hell, dass nicht so viel vom Kometen selbst, von der Koma um seinen Kern zu erkennen ist. Ein Schweif ist schon gar nicht zu erkennen.

Ich habe dann gleich mehrere Bilder immer im Abstand von zwei Minuten gemacht, immer mit einem kleinem Abstand dazwischen. Nicht alle Bilder sind was geworden, denn zwischendurch zogen doch auch Wolken vorüber.

Hier mal eine Montage aus vier solchen Bildern:

Der Komet zwischen 19:15 und 1925 Uhr

 Man erkennt, wie sich der Komet über den Sternenhimmel bewegt. Alle zwei Minuten wandert er ein deutlich sichtbares Stück weiter am Himmel. Die ersten drei "Punkte" waren direkt hintereinander entstanden, dann fehlen eigentlich zwei, da waren die Bilder wegen Wolken nicht wirklich zu gebrauchen. Schade, das zwischendurch immer wieder Wolken kamen, sonst hätte man aus diesen Bildern vielleicht sogar einen kleinen Zeitraffer machen können.

Tagsüber schien zwischendurch manchmal die Sonne. Es waren jedoch nur Gruppen mit recht kleinen Flecken zu erkennen:

Sonnenflecken am 4. Februar 2023

Aber wenigstens war mir endlich mal wieder ein Bild der Sonne mit ihren Flecken gelungen. Die Nummerierungen der aktiven Regionen kann man bei spaceweather.com nachlesen.

Danach sah es zunächst so aus, als würde der Wetterbericht recht haben. Der Mond schien ziemlich hinter aufkommenden Wolken zu verschwinden. Doch plötzlich gab es wieder etwas größere Lücken: 

Der zu 99 Prozent beleuchtete Mond am 4.2.23

Betrachtet man das Mondbilfd etwas genauer, kann man an den doch etwas ausgeprägteren Kraterstrukturen am unteren und linken Rand des Mondes erkennen, das der tatsächlich Vollmondzeitpunkt noch nicht erreicht war. Das sollte ja erst einen Tag später am Sonntag der Fall sein.

 Auch die Venus war im Südwesten wieder sichtbar, wenn auch nur hinter den bekannten Bäumen:

Venus hinter dem Baum

Und so konnte ich nach Einbruch der Dunkelheit, doch die schon oben gezeigten Bilder vom Kometen machen. Das allein machte mich schon recht glücklich, doch der Abend sollte noch weiter gehen.

Es gibt ja nicht nur den Kometen am Himmel. Nach der tagesschau um 20 Uhr habe ich dann noch verschiedene andere Objekte am Himmel fotografiert:

Als erstes habe ich - in einem kleinen Anfall von Übermut - mein Vaonis Vespera auf "Thors Helm" gerichtet, NGC 2359:

NGC 2359, "Thors Helm", 30 Minuten belichtet

Bei praktisch vollem Mond ist so etwas natürlich eher "Dummheit". Man erkennt sofort, dass die schwachen Nebelstrukturen in der Bildmitte nur schwer auszumachen sind. Solche Objekte sollte ich sicherlich lieber mal in einer mondlosen Nacht angehen. 

NGC 2359 ist ein Emissionsnebel im Sternbild Canis Major, Großer Hund. Er wird durch einen sehr heißen Stern zum Leuchten gebracht. Nachdem ich dieses Objekt 30 Minuten belichtet hatte, siegte dann doch die "Vernunft" und ich konzentrierte mich nun auf offene Sternhaufen, die sollten auch bei Mondlicht gut zu fotografieren sein. Die folgenden drei Objekte, die auch schon im Messier-Katalog aus dem 18. Jahrhundert enthalten sind, befanden sich jetzt alle an geeigneten Positionen am Südhimmel.

Sternhaufen Messier 47, Belichtungszeit 30 Minuten mit Vespera

Der offene Sternhaufen M 47, ein wunderschöner Sternhaufen, der leider nur einen sehr kargen, knappen Wikipedia-Eintrag bekommen hat. Deshalb zitiere ich ihn hier einmal in voller Gänze: "Messier 47 (auch als NGC 2422 = NGC 2478 bezeichnet) ist ein 4,4 mag heller offener Sternhaufen mit einer Winkelausdehnung von 30' im Sternbild Puppis. Der Haufen ist ungefähr 1600 Lichtjahre entfernt und seine 50 Sterne erstrecken sich über ein Gebiet von etwa 10 Lichtjahren. M47 ist rund 80 Millionen Jahre alt."

M50, Cassinis Sternhaufen im Sternbild Einhorn


 Dieser Sternhaufen hat schon einen etwas längeren Wikipedia-Eintrag. Entdeckt wurde dieser Sternhaufen im Jahr 1711 vom Astronomen Cassini, nach dem ein Asteroid, Mondkrater und ein Orbiter benannt wurden.

Als letztes Objekt habe ich dann M46 beobachtet:

M46 mit NGC 2438

Und da staunte ich nicht schlecht: Erkennt man doch ziemlich schnell, dass sich auf diesem Foto nicht nur ein offener Sternhaufen mit vielen Sternen befindet, sondern auch ein kleiner planetarischer Nebel, NGC 2438. Dieser planetarische Nebel befindet sich wohl eher zufällig in genau der Blickrichtung zum Sternhaufen. Der kleine Nebel ist von uns ca. 2900 Lichtjahre entfernt, der Sternhaufen jedoch 5400 Lichtjahre. (beobachtet hatte ich M46 übrigens schon einmal vor gut 16 Jahren :-) )

 Erst nach Mitternacht zeigten sich dann wieder größere Wolken, so dass ich dann doch beschloss, ins warme Bett zu kriechen.

 


Samstag, 4. Februar 2023

4. Februar: Die Volkssternwarte Paderborn in der Zeitung

 Im Januar veröffentlichte die Neue Westfälische Zeitung die Einladung zur Kometenbeobachtung an der Volkssternwarte Paderborn. Zu dem Artikel gehörte auch ein Foto des Kometen von mir. Obwohl das Wetter überhaupt nicht mitgespielt hatte (es war total bewölkt) hatten sich 29 Menschen auf den Weg in die Sternwarte gemacht, um sich zumindest über den Kometen zu informieren.

Der Kontakt zu uns hatte wohl dem Redakteur der Zeitung so gut gefallen, dass er jetzt einen weiteren Artikel nachgeschoben hat. In der Wochenendeausgabe vom 4./5. Februar ist im Paderborner Lokalteil gleich eine ganze Seite  mit zehn Fotos von Mitgliedern der Sternwarte zu finden, eines schöner als das andere. Auch von mir ist wieder ein Bild dabei, das Bild vom Affenkopfnebel vom 28. Januar.

Die ganze Seite kann ich hier aus Urheberrechtsgründen wohl nicht abbilden, aber ein kleiner Ausschnitt als Zitat wird wohl erlaubt sein:

 aus der Neuen Westfälischen Zeitung vom 4. Februar

Der Artikel in der Zeitung ist inzwischen auch online erschienen, allerdings nur, wenn man dafür zahlen möchte.

Wenn sich jemand für den kompletten Artikel interessiert, kann ich Euch den jedoch sicherlich auch zur Verfügung stellen. Schickt mir einfach eine Mail. (oder noch besser:kauft die Zeitung!)