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Dienstag, 14. Februar 2023

13. Februar 2023: Noch mehr Supernova!

 Schon wieder klarer Himmel! Der noch nicht einmal halb gelaufene Februar hat jetzt schon viel mehr klare Nächte gebracht als der ganze Januar. Am Montag, den 13. Februar war ich wieder auf Supernova-Jagd. Doch zunächst einmal - das muss in dieser Zeit einfach sein - ein Bild des Kometen C/2022 E3 ZTF:

Komet C/2022 E3 ZTF neben dem Sternhaufen NGC 1647

Das Bild entstand kurz vor 19 Uhr, es wurde 2m:20s belichtet, also aus 14 Einzelaufnahmen a 10sec zusammen gesetzt.

NGC 1647 ist ein offener Sternhaufen, der sich nahe den Hyaden im Sternbild Stier befindet. Die Hyaden sehen ja ungefähr so aus wie ein "liegendes V". Stellt man sich die Hyaden mit etwas Phantasie wie eine Eistüte vor, dann ist NGC 1647 so ungefähr die leckere Eiskugel. Mit einem Fernglas kann man dieses Sternhaufen recht gut beobachten.

Doch dann suchte ich  nach für mein Gerät geeigneten Supernova. Bei rochersterastronomy.org wsren gleich drei Kandidaten gelistet, die für mein Gerät vielleichterreichbar sein könnten: SN2023axu mit 14,6mag. Diese hatte ich ja schon am 8.2. beobachtet, außerdem wurden neu gelistet SN2023bhm in NGC 1642 und SN2023bee in NGC 2708.

Als erstes nahm ich mir noch einmal die Supernova 2023axu vor. Mit 14,6mag sollte sie immer noch hell genug sein. Und tatsächlich, das Bild von heute unterscheidet sich nicht wesentlich von dem vor 5 Tagen:

NGC 2283 mit SN2023axu

Wer genau hinschaut, kann hier in der Mitte des Bildes wieder das kleine schiefe "Viereck" finden, in dem sich der Kern der Galaxie befindet und darunter dann die Supernova. Das Bild wurde diesmal zehn Minuten belichtet.

Als nächstes stand die SN 2023bhm auf der Liste. Die kleine Galaxie NGC 1642 befindet sich (wie der Sternhaufen NGC 1647) auch im Sternbild Stier, jedoch schon dicht am Sternbild Orion. Diese Galaxie ist ebenfalls sehr klein, die Winkelausdehnung beträgt laut Wikipedia nur 1,7' x 1,2' Bogenminuten.

Und sie sollte sich sehr nah am Kern befinden, laut rochesterastronomy. Hier mein Foto:

NGC 1642 in der Mitte des Bildes, aber mit SN 2023bhm?

In der Mitte kann man in der Tat einen etwas verwaschenen Punkt erkennen. Das wird sicherlich die Galaxie sein. Aber ist der helle "Stern" in der Mitte der Galaxie wirklich die Supernova oder ist es nicht doch nur der Kern der Galaxie?

Hier noch einmal die Mitte des Bildes in Originalgröße:

NGC 1642
 

Von den direkt benachbarten Sternen links und rechts haben die helleren laut Stellarium meist ca. 14,2mag und die beiden schwächeren ca. 15,5mag. Leider hilft auch das einzige andere Foto, das ich bislang dazu gefunden habe, nicht viel weiter. Hier muss ich wohl wirklich noch etwas länger warten, bis ich ein Vergleichsfoto ohne Supernova machen kann, um dann zu entscheiden, ob ich sie jetzt wirklich drauf habe, oder ob der Kern nicht immer so aussieht. Oder ich brauche einfach für dieses Objekt doch ein anderes Teleskop mit einer viel längeren Brennweite.

Und nun zum dritten "Kandidaten", SN 2023bee:

Hier mein Foto, in dem ich gleich die Supernova gekennzeichnet habe:

Galaxie NGC 2708 (un der Mitte des Bildes) mit SN 2023bee

Und weil es auf diesem Bild bei genauem Betrachten sogar viele ferne Galaxien gibt, habe ich es auch geich mal bei astrometry.ner hochgeladen,um all diese zu kennzecihen:

NGC 2708

Jetzt ist es schon nach Mitternacht. Morgenvormittag muss ich früh raus. Ichhabe noch ein paar andere Objekte verfolgt, vielleicht ergänze ich diesen Blogbeitrag noch, für "heute" ist aber erstmal Schluß. Gute Nacht!



 

Donnerstag, 31. Januar 2013

30. Januar: kurze Wolkenlücken

Am Abend des 30. Januar gab es nach dem Durchzug eines ersten regen- und Sturmtiefs zwischen 20 und 21 Uhr doch ein paar Lücken zwischen den Wolken, die immer wieder einen kleinen Blick in den Sternhimmel freigaben.

Dies habe ich für ein paar schnelle Fotos genutzt. Leider war der Löwe noch zu horizontnah, dort ballten sich die Wolken natürlich, so dass ich die Helligkeit des Mirastern R Leo nicht noch einmal messen konnte. Dafür waren aber immer mal wieder der Orion oder auch Jupiter im Stier zu sehen.

Hier ein Foto des Orion:

Orion am 30.1.2013, 15sec belichtet bei ISO1600, f=50mm
Die Wolken zogen recht schnell am Himmel entlang, sie sind deshalb auf den Bildern nur als verwaschene Strukturen zu erkennen. Dass ich Orion hier 15 Sekunden lang belichten konnte, war eher glücklicher Zufall.

Hier ein weiteres Bild aus dem Stier, zu erkennen sind der V-förmige Sternhaufen der Hyaden, in der Mitte Jupiter und rechts das Siebengestirn, die Plejaden.

Schwarz/Weiß-Bild: Hyaden - Jupiter - Stier, 4 sek., ISO3200,  f=50mm
Zoomt man in dieses Bild etwas tiefer hinein, bzw. schauen wir uns einmal einen Ausschnitt in Originalauflösung an, so kann man auf diesem Foto noch viele weitere Einzelheiten erkennen:

Detail der Hyaden, am oberen Rand mit NGC 1647 und Kleinplanet Vesta

Hier die Erläuterungen:


NGC 1647 ist ein offener Sternhaufen, der ca. 1800 Lichtjahre von uns entfernt ist. Die Berufsastronomen habe herausgefunden, dass er an unserem Himmel eigentlich so hell wie die Plejaden leuchten würde, wenn das Licht seiner Sterne nicht durch eine größere kosmische Dunkelwolke abgeschwächt werden würde. Naja, ich war ja froh, dass keine Erdwolke sein Licht gänzlich verdeckte. Im Fernglas oder Teleskop bei ganz geringer Vergrößerung ist dies ein sehr schönes Objekt. Etwas mehr Informationen zu diesem Sternhaufen gibt es natürlich bei Wikipedia oder auch bei den Sternfreunden Borken.

Und zu meiner großen Freude habe ich auf diesem Bild auch mal wieder den Kleinplaneten Vesta mit drauf. Vesta ist zur Zeit nur noch 7,5mag hell. Im Dezember stand sie in Opposition zur Sonne, in den nächsten Monaten wird sie langsam Richtung Osten zum Sternbild Zwillinge hin wandern.

Vesta bekam 2011/2012 Besuch von der Raumsonde Dawn. Aus den dabei entstandenen Bildern hat die NASA dieses fantastische Video (http://youtu.be/AukUnVkx9ZY)  gemacht:


In einem weiteren Foto gelang es mir an diesem Abend auch gleich noch den Kleinplaneten Ceres (Helligkeit 7,1mag) zu fotografieren. Ceres befindet sich in der Nähe des Stern Alnath (beta Tauri), der mit 1,65mag recht hell leuchtet. Etwas südöstlich von Ceres liegt die Sternenansammlung  Sternhaufen NGC 1746.

Kleinplanet Ceres befindet sich ebenfalls noch im Stier


Die beiden Kleinplaneten Ceres und Vesta befinden sich zur Zeit also nur wenige Grad am Himmel auseinander. Dies ist etwa alle 17 Jahre der Fall. Ihre größte Annäherung von ca. 1° Grad wird im Juli 2014 sein. Die englischsprachige Astronomiezeitschrift "Sky and Telescope" brachte darüber bereits im Jahr 2011 einen schönen Artikel.