Donnerstag, 31. Januar 2013

30. Januar: kurze Wolkenlücken

Am Abend des 30. Januar gab es nach dem Durchzug eines ersten regen- und Sturmtiefs zwischen 20 und 21 Uhr doch ein paar Lücken zwischen den Wolken, die immer wieder einen kleinen Blick in den Sternhimmel freigaben.

Dies habe ich für ein paar schnelle Fotos genutzt. Leider war der Löwe noch zu horizontnah, dort ballten sich die Wolken natürlich, so dass ich die Helligkeit des Mirastern R Leo nicht noch einmal messen konnte. Dafür waren aber immer mal wieder der Orion oder auch Jupiter im Stier zu sehen.

Hier ein Foto des Orion:

Orion am 30.1.2013, 15sec belichtet bei ISO1600, f=50mm
Die Wolken zogen recht schnell am Himmel entlang, sie sind deshalb auf den Bildern nur als verwaschene Strukturen zu erkennen. Dass ich Orion hier 15 Sekunden lang belichten konnte, war eher glücklicher Zufall.

Hier ein weiteres Bild aus dem Stier, zu erkennen sind der V-förmige Sternhaufen der Hyaden, in der Mitte Jupiter und rechts das Siebengestirn, die Plejaden.

Schwarz/Weiß-Bild: Hyaden - Jupiter - Stier, 4 sek., ISO3200,  f=50mm
Zoomt man in dieses Bild etwas tiefer hinein, bzw. schauen wir uns einmal einen Ausschnitt in Originalauflösung an, so kann man auf diesem Foto noch viele weitere Einzelheiten erkennen:

Detail der Hyaden, am oberen Rand mit NGC 1647 und Kleinplanet Vesta

Hier die Erläuterungen:


NGC 1647 ist ein offener Sternhaufen, der ca. 1800 Lichtjahre von uns entfernt ist. Die Berufsastronomen habe herausgefunden, dass er an unserem Himmel eigentlich so hell wie die Plejaden leuchten würde, wenn das Licht seiner Sterne nicht durch eine größere kosmische Dunkelwolke abgeschwächt werden würde. Naja, ich war ja froh, dass keine Erdwolke sein Licht gänzlich verdeckte. Im Fernglas oder Teleskop bei ganz geringer Vergrößerung ist dies ein sehr schönes Objekt. Etwas mehr Informationen zu diesem Sternhaufen gibt es natürlich bei Wikipedia oder auch bei den Sternfreunden Borken.

Und zu meiner großen Freude habe ich auf diesem Bild auch mal wieder den Kleinplaneten Vesta mit drauf. Vesta ist zur Zeit nur noch 7,5mag hell. Im Dezember stand sie in Opposition zur Sonne, in den nächsten Monaten wird sie langsam Richtung Osten zum Sternbild Zwillinge hin wandern.

Vesta bekam 2011/2012 Besuch von der Raumsonde Dawn. Aus den dabei entstandenen Bildern hat die NASA dieses fantastische Video (http://youtu.be/AukUnVkx9ZY)  gemacht:


In einem weiteren Foto gelang es mir an diesem Abend auch gleich noch den Kleinplaneten Ceres (Helligkeit 7,1mag) zu fotografieren. Ceres befindet sich in der Nähe des Stern Alnath (beta Tauri), der mit 1,65mag recht hell leuchtet. Etwas südöstlich von Ceres liegt die Sternenansammlung  Sternhaufen NGC 1746.

Kleinplanet Ceres befindet sich ebenfalls noch im Stier


Die beiden Kleinplaneten Ceres und Vesta befinden sich zur Zeit also nur wenige Grad am Himmel auseinander. Dies ist etwa alle 17 Jahre der Fall. Ihre größte Annäherung von ca. 1° Grad wird im Juli 2014 sein. Die englischsprachige Astronomiezeitschrift "Sky and Telescope" brachte darüber bereits im Jahr 2011 einen schönen Artikel.

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