Samstag, 22. Oktober 2022

25. Oktober: Partielle Sonnenfinsternis

 Am 25. Oktober kann ein ganz besonderes Ereignis beobachtet werden: eine partielle Sonnenfinsternis! Ab 11:09 Uhr schiebt sich der Mond vor die Sonnenscheibe und verfinstert sie teilweise (partiell). Um 12:09 Uhr wird der Höhepunkt erreicht, bei uns sind dann 24,8 Prozent der Sonne vom Mond verfinstert. Um 13:10 Uhr endet die Finsternis.

"Finsternis" ist dabei eigentlich ein falsches Wort. Denn es wird weder dunkler noch kälter, nur weil der Mond sich ein wenig vor die Sonne schiebt. "Otto Normalbürger" wird also gar nichts von der Finsternis mitbekommen.

Und allen anderen kann ich nur dringend raten, auf keinen Fall ungeschützt in die Sonne zu schauen! Wer das versucht, womöglich gar mit einem Fernglas, wird schnell erblinden. Das sollte man also tunlichst unterlassen.

Aber es gibt zum Glück einfache Hilfsmittel, mit denen jede und jeder eine Sonnenfinsternis gefahrlos beobachten kann, solange das Wetter mitspielt. Das ist natürlich eine Grundvoraussetzung, das Wetter muss schon mitspielen. Während ich diese Zeilen schreibe, sind leider auch die Wettervorhersagen nicht besonders gut, aber drücken wir die Daumen und hoffen auf das beste! (Und sollte alles schief gehen: Hier geht es zu einer Website mit Links zu vielen Livestreams, irgendwo wird es schon wolkenfrei sein!)

Wenn das Wetter mitspielt, reicht ein einfaches Hilfsmittel aus der Küche, um diese Sonnenfinsternis zu beobachten: 

Ein "Durchschlag" oder Küchensieb, wie sie es zum Beispiel nach dem Kochen von Nudeln nutzen, um diese abtropfen zu lassen. Ja wirklich! Okay, zusätzlich ist ein weißes Stück Papier unter Umständen auch recht hilfreich.

Hier ist der Beweis:

Sonnenfinsternis mit Küchensieb projeziert



Insbesondere in der Mitte kann man sehr schön viele kleine Sonnen erkennen, die nicht kreisrund, sondern eben teilweise, partiell, verfinstert sind. Dies sind tatsächlich Abbilder des realen Sonnenbildes in diesem Moment.

Wenn Sie kein Sieb zur Hand haben, tut es auch jedes andere "Loch", durch welches sie das Licht der Sonne auf eine Projektionsfläche (wie zum Beispiel ein weißes Stück Papier) fallen lassen können.

Hier ein zweites Foto, auf dem sie mein Sieb etwas besser erkennen können:

Küchensieb und Sonnenprojektion

Diese Methode habe ich zum Beispiel bei der Sonnenfinsternis am 20. März 2015 genutzt. Mehr dazu in meinem Blogbeitrag von damals. 2015 wurden bei uns übrigens 77 Prozent der Sonne bedeckt, das ist sicherlich deutlich mehr als diesmal.

Sie können die Projektionsmethode übrigens auch mit einem Fernglas anwenden. Wie das geht, zeigt dieses Foto von 2001:

Projektion der Sonne durch ein Fernglas

Hier muss man nur beachten, dass man mit seiner Projektionsfläche nicht zu nahe an die Optik, also das Fernglas, herankommt. Denn sie Sonne schickt ja nicht nur Licht, sondern 99 Prozent der Sonnenstrahlung sind Wärme, und auch diese wird natürlich durch optische Hilfsmittel gebündelt. Und so kann ein Fernglas eben auch schnell als Brennglas wirken. Mit etwas Abstand ist es aber meistens schon getan und wieder völlig ungefährlich.

Hoffen wir also auf schönes Wetter! So eine partielle Sonnenfinsternis ist zwar lange nicht so spektakulär wie eine totale Sonnenfinsternis, aber doch ein seltenes Ereignis, das man zu beobachten sich nicht entgehen lassen sollte. Sollte das Wetter schön sein, sind Sie herzlich bei mir im Garten eingeladen zur gemeinsamen Beobachtung!

Sonntag, 16. Oktober 2022

17. - 23. Oktober 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche zieht sich der abnehmende Mond weiter vom Nachthimmel zurück, die Nächte eignen sich immer besser zur Beobachtung lichtschwacher "deep-sky"-Objekte. Versuchen Sie doch einmal, wenn Sie ein Fernrohr besitzen, den Kometen C/2022 E3 ZTF im Sternbild Krone in westlicher Richtung zu finden. Der Komet dürfte bis ca. 23 Uhr am Abend zu sehen sein. Von den hellen Planeten endet die günstige Morgensichtbarkeit von Merkur in dieser Woche. Am Abend ist Saturn bis gegen 1:00 Uhr zu sehen, der helle Jupiter bis gegen 5:30 Uhr und Mars ab 21:00 Uhr im Osten. Die ISS beginnt gegen Ende der Woche eine neue Morgensichtbarkeitsperiode.

Am Montag, den 17. Oktober, endet um 5:25 Uhr die Bedeckung eines kleinen 6,5mag schwachen Sternchens am dunklen Mondrand. Später geht die Sonne um 7:52 Uhr auf und um 18:27 Uhr unter, der helle Tag ist also schon wieder 27 Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Der Mond erreicht heute um 19:16 Uhr exakt das Letzte Viertel, dann steht er bei uns jedoch noch unter dem Horizont, er geht erst um 23:05 Uhr auf. Um 23:29 Uhr beginnt eine Bedeckung von Jupitermond Europa.

Am Dienstag, den 18. Oktober, endet um 1:13 Uhr eine Bedeckung des Stern 4 Cnc (6,3mag) am dunklen Mondrand. Um 22:04 Uhr beginnt ein Durchgang von Jupitermond Io vor dem Planeten (bis 0:17 Uhr), Ios Schatten fällt von 22:38 Uhr bis 0:52 Uhr auf den Planeten. Der Mond geht heute erst nach Mitternacht auf. Der Kleinplanet (230) Athamantis erreicht heute seine Oppositionsstellung und ist 10,1mag hell.

Am Mittwoch, den 19. Oktober, geht der abnehmende Mond (zu ca. 37 Prozent beleuchtet) um 0:15 Uhr auf. Er zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auch auf seinen Südpol  schauen können. Um 18:39 Uhr endet bei Jupiter ein Durchgang von Ganymed, sein Schatten ist noch bis 21:05 Uhr auf der Planetenscheibe zu sehen. Ab 19:19 Uhr (bis 21:49) wandert auch Europas Schatten über den Planeten. Da Io bis 22:05 Uhr verfinstert wird, kann man bei Jupiter bis zum Wiedererscheinen von Europa neben dem Planeten um 20:39 Uhr nur zwei Monde und zwei Schatten sehen. Bei Saturn steht heute Abend Mond Titan in westlicher Elongation.

Am Donnerstag, den 20. Oktober, geht in der Frühe der zu 28 Prozent beleuchtete Mond im Sternbild Löwe um 1:28 Uhr auf. Die ISS kann heute früh zwischen 6:50 Uhr und 6:57 Uhr in maximal 10° Grad Höhe im Südosten gesehen werden. Am Abend endet um 18:43 Uhr ein Durchgang von Jupitermond Io vor der Planetenscheibe, Ios Schatten fällt noch bis 19:21 Uhr auf den Planeten.

Am Freitag, den 21. Oktober, geht in der Frühe der nur noch zu 19 Prozent beleuchtete Mond im Sternbild Löwe um 2:43 Uhr auf. Am Abend steht Saturnmond Dione in östlicher Elongation, bei Jupiter ist um ca. 21 Uhr der Große Rote Fleck günstig zu beobachten.

Am Samstag, den 22. Oktober, geht die nur noch zu 12 Prozent beleuchtete Mondsichel um 3:58 Uhr auf. Die ISS kann heute früh zwischen 6:50 Uhr und 6:56 Uhr immerhin in bis zu 20° Grad Höhe im Südosten gesehen werden. Am Abend stehen bei Jupiter zwei Monde rechts, zwei Monde links. Saturnmond Tethys steht am Abend in westlicher Elongation.

Am Sonntag, den 23. Oktober, zeigt der Mond in der Frühe maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht fernab vom Rand. Die Mondsichel geht um 5:14 Uhr auf und ist nur noch zu 6 Prozent beleuchtet. Saturnmond Tethys steht am Abend in östlicher Elongation.

Mittwoch, 12. Oktober 2022

12. Oktober 2022: Komet C/2022 E3 ZTF

 In den letzten Tagen konnte ich einen kleinen Kometen fotografieren, der sogar einen kurzen Schweif im Foto zeigt. Für das bloße Auge - und selbst im Fernglas - ist dieser Komet noch nicht zu sehen. Er hat nur eine Helligkeit von ca. 11,2mag. Dafür braucht man dann doch schon ein richtiges Teleskop - oder eben eine gut nachgeführte länger belichtete Aufnahme.

Hier mein erstes Foto:

c/2022 E3 ZTF am 8. Oktober 2022, ca. 10 Minuten belichtet

Besonders in der vergrößerten Ansicht (einfach auf das Bild klicken) kann man den kleinen Kometen in der Mitte des Bildes mit seinem Schweif erkennen.

Hier ein zweites Bild:

C/2022 E3 ZTF am 9. Oktober 2022, ca. 30 Minuten belichtet

Dankenswerterweise hat mein Sternfreund Tobias aus diesen beiden Bildern ein animiertes gif gebastelt, welches die Bewegung des Kometen deutlich zeigt:

Die Bewegung von C/2022 E3 ZTF zwischen dem 8. und 9. Oktober (Animation Tobias Scholz)

 Das zweite Bild zeigt so ziemlich den gleichen Ausschnitt des Himmels. Man kann leicht erkennen, dass der Komet innerhalb eines Tages seine Position am Himmel etwas verändert hat. Durch die längere Belichtungszeit kann man ein paar mehr schwächere Sterne erkennen und auch der Schweif scheint etwas länger zu sein.

Der Komet wurde am 2. März 2022 von der Zwicky Transient Facility (ZTF) am Palomar-Observatorium in Kalifornien (USA) als 17,2 mag helles Objekt entdeckt. Das ZTF ist eigentlich auf die Beobachtung veränderlicher Sterne spezialisiert, insbesondere von Supernova. Dieser und manch andere entdeckte Kometen sind für das Teleskop eigentlich nur eine Art "Beifang".

Zur Zeit befindet sich der Komet im Sternbild der Nördlichen Krone, die er auch nicht so schnell verlassen wird. Er muss also früh am Abend aufgesucht werden, da er ab ca. 22 Uhr im Horizontdunst im Westen verschwindet und untergeht. Im November / Dezember wird das Sternbild immer früher untergehen, aber auch am Morgenhimmel früher aufgehen, so dass er dann besser vor Sonnenaufgang zu sehen sein wird. Etwa ab Mitte Dezember bis über den Januar hinweg wird er dann seine Position jedoch immer weiter nach Norden verlagern, so dass er dann zirkumpolar wird und dadurch die ganze Nacht über für uns sichtbar bleibt. 

Am 12. Januar erreicht ZTF sein Perihel (also den sonnennächsten Punkt auf seiner Bahn) und steht dann 166,4 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Die Erdnähe wird am 1. Februar 2023, mit einem Abstand von 42,6 Millionen Kilometer zur Erde, erreicht. 

Es gibt Prognosen, die dem Kometen dann eine Helligkeit von 5mag zubilligen, dann wäre er unter dunklem Himmel also so gerade mit bloßem Auge zu sehen. Ob es wirklich dazu kommt bleibt abzuwarten. Aber fotografisch ist dieser Komet für mich schon jetzt ein kleines Highlight am Himmel!


Sonntag, 9. Oktober 2022

10. - 16. Oktober 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond langsam wieder ab, bestimmt aber noch unseren Abend und Nachthimmel. Von den Planeten kann Merkur vielleicht am Morgen ca. eine Stunde vor Sonnenaufgang im Osten gefunden werden, es ist wohl die beste Morgensichtbarkeitsperiode des Jahres. Allerdings dauert es bei uns immer etwas länger, bis er über der Egge hoch genug steht, oft ist es dann schon zu hell in der Dämmerung. Die Venus steht zu dicht bei der Sonne, sie bleibt unsichtbar. Alle anderen Planeten können jedoch am Abend beobachtet werden. Mars geht gegen 21:30 Uhr im Osten als letzter auf. Jupiter ist praktisch die ganze Nacht über zu sehen (ähnlich wie Uranus und Neptun, für die jedoch ein Fernglas oder Teleskop erforderlich ist). Saturn steht am Abend zunächst im Süden, er geht gegen 1:30 Uhr im Südwesten unter. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen, dafür jedoch die chinesische Station Tiangong.

Am Montag, den 10. Oktober, geht die Sonne um 7:40 auf und um 18:42 Uhr unter, der helle Tag ist also nur noch 11 Stunden lang. Der immer noch volle Mond geht um 8:06 Uhr unter und um 19:05 Uhr auf. Er zeigt maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht nah am Rand. Bei Jupiter beginnt um 21:13 Uhr eine Bedeckung von Mond Europa und um 23:08 Uhr eine Bedeckung von Mond Io, so dass dann nur zwei der sonst üblichen vier galiläischen Monde zu sehen sein werden.

Am Dienstag, den 11. Oktober, geht der Mond um 19:20 Uhr auf, mit 96 Prozent Beleuchtung wirkt er auch heute für viele Menschen wie ein Vollmond. Um 20:19 Uhr beginnt ein Durchgang von Mond Io vor dem Mutterplaneten Jupiter (bis 22:32 Uhr), ab 20:42 Uhr läuft auch Ios Schatten über die Planetenscheibe (bis 22:56 Uhr).

Am Mittwoch, den 12. Oktober, steht der Mond morgens in der Frühe um 5 Uhr weniger als 2° Grad vom Planeten Uranus entfernt. Am Abend geht er um 19:36 Uhr auf und ist zu 91 Prozent beleuchtet. Zwischen 20:04 Uhr und 20:06 Uhr kann ganz tief im Süden die chinesische Raumstation Tiangong in maximal 12° Grad Höhe beim Überflug gesehen werden. Um 20:10 Uhr endet bei Jupiter eine Verfinsterung von Mond Io.

Am Donnerstag, den 13. Oktober, geht der Mond um 20:00 Uhr auf, er ist dann schon durch das "goldene Tor der Ekliptik" durchgezogen und ist noch zu 84 Prozent beleuchtet. Zwischen 19:04 Uhr und 19:08 Uhr kann ganz tief im Süden die chinesische Raumstation Tiangong in maximal 11° Grad Höhe beim Überflug gesehen werden. Um 20:40 Uhr ist sie noch einmal kurz genauso niedrig  im Südwesten zu sehen. Um 22:10 Uhr steht der veränderliche Stern beta Perseus (Algol) im Helligkeitsminimum. heute steht Kleinplanet (852)Wladilena (11,9mag) in Opposition.

Am Freitag, den 14. Oktober, geht der Mond gegen 20:40 Uhr auf. Er steht jetzt in der Nähe vom Planeten Mars (ca. 4° Grad nordwestlich). Zwischen 19:40 Uhr und 19:44 Uhr kann ganz tief im Süden die chinesische Raumstation Tiangong in maximal 12° Grad Höhe beim Überflug gesehen werden. Kleinplanet (455)Bruchsalia steht heute in Opposition zur Sonne. Bruchsalia ist im Walfisch zu finden.

Am Samstag, den 15. Oktober, geht der Mond um 21:10 Uhr auf, er ist jetzt schon in das Sternbild Zwillinge weiter gewandert. Gegen 20:16 Uhr ist die chinesische Raumstation Tiangong kurz im Südwesten zu sehen.

Am Sonntag, den 16. Oktober, geht der Mond um 22:01 Uhr auf, er ist nur noch zu 59 Prozent beleuchtet. Zwischen 19:16 Uhr und 19:20 Uhr kann ganz tief im Süden die chinesische Raumstation Tiangong in maximal 13° Grad Höhe beim Überflug gesehen werden. Gegen 19 Uhr zieht Jupitermond Kallisto ganz dicht an der Planetenscheibe vorbei. Saturnmond Rhea steht in günstiger östlicher Elongation.

Mittwoch, 5. Oktober 2022

5. Oktober 2022: Der "goldene Henkel" am Mond

 In meinem Vortrag zum Astronomietag hatte ich es ja angekündigt. Heute sollte der "goldene Henkel" mal wieder am Abend zu sehen sein.

Wer ihn sehen wollte, musste sich sputen. Denn zur besten tagesschau-Zeit kamen leider wieder viele Wolken aus Westen. Kurz vorher gelang mir jedoch dieses Foto:

Der "goldene Henkel" lässt sich erkennen

Der halbrunde Kreis des Juragebirges, dessen Gipfel immerhin gut 2700 Meter über dem darunter liegenden Mare der Regenbogenbucht ("Sinus Iridum") liegen und dadurch hell angestrahlt werden, auch wenn der "Boden" noch im Dunkeln liegt.


Montag, 3. Oktober 2022

3. Oktober 2022: Ein Blick zur Sonne

 Heute, am Feiertag, soll es mal ein Blick zur Sonne sein.

Dort ist zur Zeit so einiges los. Viele Fleckengruppen geben sich die Ehre,einige dsvon haben wiederum sehr viele einzelne Flecken. Hier zunächst ein Überblick über die gesamte Sonne:

Die Sonne mit Flecken am 3. Oktober 2022

Hier fallen gleich vier Bereiche auf mit Flecken, links am Rand (eine Gruppe, die gerade neu in die Sonne rein rotiert), eine mit einem großen Einzelfleck etwas oberhalb der Mitte, eine kleinere Gruppe unterhalb der Mitte und eine vierte, die sich oben rechts dem Rand der Sonne nähert. Wir schauen uns diese Gruppen einmal gemeinsam an:

Aktive Regionen 3110 und 3113

Das sind mit die ältesten Regionen auf der Sonne. Die AR 3110, das ist der obere leicht halbkreisförmige Teil auf diesem Foto,  rotierte schon am 24. September in die Sonne hinein. Die Flecken dahinter (AR3113) sind erst am 1. Oktober entstanden.

Einzelfleck AR 3111

Bei AR 3111 kann man sehr schon den dunklen Kern, die Umbra und die umgebende, graue Penumbra erkennen.

AR 3112

Eine große aktive Region, die schon seit einigen Tagen in die Sonne hinein zieht und aus immer mehr einzelnen Fleckenzu besteht. Es ist nicht ganz immer einfach, die einzelnen Flecken voneinander abzugrenzen, irgendwo wohl zwischen 15 und 20 einzelnen Spots zähle ich. So dicht am Rand sind auch noch ausgeprägte helle Strukturen, sog. Fackeln zu erkennen.  Spaceweather.org schreibt zu einem besonderen Bild dieser Gruppe:

AR3112 has more than a dozen dark cores scattered across 130,000 km of solar terrain, making it an easy target for backyard solar telescopes. ... The image ... shows what makes this sunspot group so dangerous. Positive and negative magnetic polarities are bumping together--an explosive mixture that could produce an X-class solar flare. 

 Gestern Nacht hat diese Region bereits einen sog. "X-Flare" auf der Sonne produziert, eine gewaltige magnetische Explosion, welche elektrisch geladenen Teilchen von der Sonnenoberfläche ins All schleudert. Wenn diese Region weiter in die Sonne hinein rotiert und mehr solche Flares produziert, könnte es in wenigen Tagen verstärkte Polarlichter auf der Erde geben, weil die Erde dann vom Teilchenstrom solcher "Sonnenstürme" getroffen werden kann.

AR 3114

Im Süden, AR 3114, ist die jüngste Gruppe auf der Sonne. Auch hier zeigen sich mehrere einzelne Flecken, zum Teil von einer gemeinsamen Penumbra umgeben. Sind das nun fünf einzelne Flecken oder gar 10 ? So viele einzelne dunkle Kerne zähle ich hier.

Sonntag, 2. Oktober 2022

3. - 9. Oktober 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche geht es auf den Vollmond am Sonntag zu, sein helles Licht bestimmt von Nacht zu Nacht mehr den Himmel. Von den hellen Planeten ist Saturn am Abend gut im Süden zu beobachten, er geht nach 2:00 Uhr im Westen unter. Jupiter ist praktisch die ganze Nacht über zu sehen, zunächst im Osten, um Mitternacht dann im Süden. Mars geht ab ca. 22 Uhr im Osten auf, nur Jupiter und Sirius leuchten jetzt noch heller als der "rote Planet". In der zweiten Wochenhälfte beginnt Merkur eine kleine Morgensichtbarkeitsperiode. Er kann dann ab ca. 6:00 Uhr im Osten im Sternbild Jungfrau gefunden werden. Die ISS kann zu Beginn der Woche noch bei einzelnen Überflügen am Abend gesehen werden.

Am Montag, den 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit, geht die Sonne um 7:29 Uhr auf und um 18:58 Uhr unter, der helle Tag ist also nur noch ca. 11 1/2 Stunden lang. Der Mond steht heute Abend im Sternbild Schütze und ist zu ca. 59 Prozent beleuchtet. Er geht gegen 23:30 Uhr unter. Die ISS ist zwischen 20:30 Uhr und 20:35 Uhr im Südwesten in nur 14° Grad Höhe knapp über dem Horizont zu sehen. Wenn es nicht noch zu kurzfristigen Bahnkorrekturen kommt, fliegt sie von uns aus gesehen sogar knapp über den unteren Mondrand hinweg.Zwischen 21:25 Uhr und 21:52 Uhr sind bei Jupiter nur die Monde Kallisto und Ganymed zu sehen, Io und Europa stehen hinter dem Planeten und sind verfinstert.

Am Dienstag, den 4. Oktober, geht der zu 70 Prozent beleuchtete Mond erst nach Mitternacht gegen 1:00 Uhr unter. Um 19:50 Uhr bedeckt der Mond das nur 6,2mag helle Sternchen SAO 189416. Zwischen 19:41 Uhr und 19:48 Uhr fliegt die ISS in maximal 21° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Bis 20:48 Uhr wandert Jupitermond Io vor dem Planeten vorüber, Ios Schatten fällt bis 21:01 Uhr auf den Planeten. Um 21:56 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitsminimum.

Am Mittwoch, den 5. Oktober, steht der zu 80 Prozent beleuchtete Mond am Abend knapp 5° Grad unterhalb von Saturn. Er zeigt maximale Libration in Breite, so dass ein Blick auf seinen Nordpol möglich ist.

Am Donnerstag, den 6. Oktober, ist der Mond am Abend bereits zu 88 Prozent beleuchtet. Gegen 19:42 Uhr kann die ISS letztmalig in dieser Abendsichtbarkeitsperiode tief im Südwesten (maximal 10° Grad über dem Horizont) gesehen werden. Saturnmond Dione steht heute um 20 Uhr in westlicher Elongation.

Am Freitag, den 7. Oktober, ist der Mond am Abend bereits zu 94 Prozent beleuchtet. Heute Abend zieht zwischen 19:30 Uhr und 21:30 Uhr der Jupitermond Kallisto an den Monden Europa und Io vorüber, dies ergibt im guten Fernglas immer wieder neue reizvolle Anblicke. Bei Saturn stehen am Abend um 20 Uhr der Mond Rhea in östlicher und Tethys um 22:45 Uhr in westlicher Elongation.

Am Samstag, den 8. Oktober, ist der Mond am Abend bereits zu 98 Prozent beleuchtet. Er steht (fast voll) direkt unterhalb von Jupiter, der Abstand beträgt weniger als 3° Grad. Saturnmond Tethys steht heute um 21:30 Uhr in östlicher Elongation. Um 22:55 Uhr wird Jupitermond Ganymed vom Planeten bedeckt.

Am Sonntag, den 9. Oktober, steht um 6 Uhr in der Frühe Kleinplanet (2)Pallas nur 7 Bogenminuten nordöstlich von Sirius. Der volle Mond geht um 18:52 Uhr auf, um 22:55 Uhr erreicht er seine exakte Vollmondposition. Er steht dann 33° Grad über dem Horizont. Saturnmond Tethys steht heute um 20 Uhr wieder in westlicher Elongation.