Sonntag, 2. Juni 2024

3. - 9. Juni 2024: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond, sein Licht stört also nicht bei der Beobachtung lichtschwacher deep-sky-Objekte. Allerdings sinkt die Sonne nachts nur noch 15° Grad unter den Horizont, so dass es gar nicht mehr "astronomisch dunkel" wird. Von den hellen Planeten kann Saturn ab ca. 2:30 Uhr und Mars ab ca. 3:30 Uhr tief im Südosten beobachtet werden. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei Überflügen zu beobachten. Der Komet C/2023 A3 Tsuchinshan-ATLAS (10,2mag) erreicht um MItternacht im Grenzgebiet zwischen Jungfrau und Löwe eine Höhe von ca. 22° Grad über dem Horizont und ist ein nettes Beobachtungsobjekt.

Am Montag, den 3. Juni, geht die Sonne um 5:10 Uhr auf und um 21:37 Uhr unter. Bis zum Sommeranfang am 21. Juni verändern sich diese Zeiten nur noch sehr wenig. Sie erreicht jetzt mittags täglich eine Höhe von über 60° Grad. Der Mond steht heute früh in der Nähe vom Mars und geht um 3:17 Uhr auf. Seine schmale Sichel ist noch zu 15 Prozent beleuchtet. Bei Saturn stehen die Monde Tethys und Titan in westlicher Elongation. Kleinplanet (43)Ariadne (9,1mag) steht heute in Opposition zur Sonne. Asteroid (1036)Ganymed (11,5mag) zieht heute gegen 3:00 Uhr über den Reflexionsnebel vDB 126 hinweg.

Am Dienstag, den 4. Juni, geht die nur noch zu 8 Prozent beleuchtete Mondsichel um 3:33 Uhr auf. Bei Saturn stehen die Monde Dione und Tethys in östlicher Elongation. Die Venus zieht heute, von der Erde aus gesehen, exakt hinter der Sonne vorbei ("obere Konjunktion", exakt um 17:32 Uhr), wir haben also theoretisch eine "Venus-Finsternis". Dieses Ereignis ist vom von der Erde aus praktisch nicht beobachtbar, kann jedoch in den Kameras des LASCO-Koronographen des SOHO-Satelliten verfolgt werden.

Am Mittwoch, den 5. Juni, geht die nur noch zu drei Prozent beleuchtete Mondsichel um 3:54 Uhr auf, dürfte aber kaum noch in der Morgendämmerung zu finden sein. Bei Saturn steht heute Mond Tethys in westlicher Elongation. Kleinplanet (2)Pallas (9,2mag) wandert heute in nur 7 Bogenminuten Abstand an Stern HIP79441 (6,5mag) vorüber.Am Abend um 19 Uhr gibt es in Paderborn im Heinz-Nixdorf-MuseumsForum (HNF) eine interessante Veranstaltung: "Das Universum brummt - und wir hören zu!" lautet der Titel eines Vortrags von Kathrin Grunthal vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn. Der Eintritt zu diesem Vortrag ist frei!

Am Donnerstag, den 6. Juni, ist exakt um 14:38 Uhr Neumond. Kleinplanet (2)Pallas zieht heute früh in nur 9' Bogenminuten Abstand an Stern HIP79441 (6,5mag) vorüber. Dies ist ein Doppelstern mit 2,5'' Bogensekunden Abstand, er könnte also in größeren Fernrohren getrennt werden. Asteroid (1036)Ganymed (11,4mag) zieht in nur 15' Bogenminuten Abstand an alpha Vulpecula (Füchslein) vorüber.

Am Freitag, den 7. Juni, wird die nur zu 2 Prozent beleuchtete Mondsichel nur von Spezialisten zu finden sein, sie geht um 23:32 Uhr, also fast zwei Stunden anch Sonnenuntergang unter. Bei Sonnenuntergang steht sie noch gut 10° Grad über dem Horizont.

Am Samstag, den 8. Juni, geht die zu 7 Prozent beleuchtete Mondsichel kurz nach Mitternacht im Sternbild Zwillinge unter. Der Mond zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Südpol schauen können. Gegen 12:31 Uhr kommt es auf einer Linie Lippstadt - nördliches Paderborn - Bad Lippspringe - Sandebeck zu einem ISS-Transit vor der Sonnenscheibe. Nähere Informationen gibt es dazu hier. Um 22:47 Uhr und um 22:54 Uhr bedeckt der Mond einen 6.9mag hellen Stern (HIP35253) und einen 7,3mag hellen Stern (HIP35273), vielleicht sind ja diese Bedeckungen in der SAbenddämmerung in ca. 10° Grad Höhe über dem Horizont gerade noch so zu beobachten.

Am Sonntag, den 9. Juni, steht am Morgen Saturnmond Rhea in östlicher Elongation. Am Abend ist die Mondsichel schon zu 13 Prozent beleuchtet und geht erst am Montag um 0:50 Uhr unter.

Samstag, 1. Juni 2024

31. Mai 2024: Die Sonne im Mai

 Der Mai 2024 brachte viele schöne Tage mit sich, von denen sich viele auch gut zur Sonnenbeobachtung eigneten. Es macht viel Spaß, wenn man von Tag zu Tag die Wanderung der Flecken über die Sonnenoberfläche beobachten kann. Oder auch das Entstehen und Vergehen von einzelnen Flecken oder sogar Fleckengruppen. 

Neben diesen Unterschieden, die durch die Dynamik der Sonne verursacht werden, muss man jedoch auch darauf achten, zu welcher Zeit man die Sonne beobachtet. Je nach Tageszeit variiert auch die (scheinbare) Ausrichtung des Sonnenäquators. Mittags schauen wir einigermaßen "wagrecht"  auf die Sonne, die Fleckenwandern also von links nach rechts über die Sonne; während gegen Abend die Sonne eher gedreht erscheint, die Flecken bilden eher eine "senkrechte" Linie von oben nach unten.

Ich habe hier eine große Auswahl meiner Bilder eingestellt. Diese sind mal mit meinem neuen Vespera Pro entstanden, mal mit meinem Spektiv. In den Bildern des Vespera wird die Sonne gelblich dargestellt, die Baaderfilterfolie für das Spektiv lässt die Sonne eher weiß erscheinen.

Die Sonne am 1. Mai gegen 12:34 Uhr MESZ

 Der Monat fing mit nur wenig Flecken an, der Wert wurde auf 85 gesetzt, es gab in diesem Zyklus schon Werte von über 200.

Diese erste Aufnahme wurde dabei noch mit meinem Vespera classic aufgenommen, das neue Pro kam ja erst ein paar Tage später mit der Post.

Sonne am 2. Mai 9:56 Uhr MESZ

 Am linken Rand taucht eine neue Fleckengruppe auf; AR 3664. Oben entwickelt sich die Gruppe AR3663 kräftig. Am 3. und 4. Mai hatte ich leider keine Gelegenheit für ein Foto der Sonne. Umso größer jetzt der Unterschied am 5. Mai:

Sonne am 5. Mai um 17:52 Uhr MESZ


 Zwei große Fleckenkomplexe sind jetzt auf der Sonne zu sehen: AR 3663 schon seit einigen Tagen und prächtig entwickelt hat sich auch die Region AR 3664. Die Fleckenzahl ist jetzt schon auf 136 angestiegen. Die Region 3663 hatte am 3. Mai einen X1.6 Flare mit CME gefeuert, was dann in der Nacht vom 5. auf den 6.Mai auch bei uns zu Polarlichtern führte.

 

Sonne am 8. Mai um 10:28 Uhr MESZ

Die Gruppe AR 3663 ist bereits an den Rand gewandert, AR 3664 wird zusammen mit der direkt benachbarten Gruppe AR 3668 immer größer, ist (mit Sofi-Brille) inzwischen auch mit dem bloßen Auge zu sehen und feuert einen starken Flare nach dem nächsten ab. Diese solltn in drei Tagen dann zu einem spektakulärem Polarlicht führen.

Sonne am 9. Mai um 14:42 Uhr

Langsam wandert die große Gruppe dem Sonnenrand entgegen.

Sonne am 11. Mai um 13:09 Uhr

 

Heute Abend sollte es dann die ganz geoße Polarlichtshow geben.

Die Sonne am 12. Mai um 11:58 Uhr





Sonne am 13. Mai um 12:36 Uhr



Sonne am 14. Mai um 13:39 Uhr

Sonne am 15. Mai um 17:30 Uhr


Sonne am 16. Mai um 9:16 Uhr

Am 16, Mai war der Himmel leider die meiste Zeit sehr bedeckt, da gelang mir nur dieses Foto durch die Wolken hindurch, Aber die Flecken lassen sich erahnen.

Sonne am 17. Mai um 17:24 Uhr


Sonne am 20. Mai

Sonne am 21. Mai um 12:20 Uhr

Sonne am 23. Mai um 11:29 Uhr

Sonne am 25. Mai um 13:45 MESZ

Am 25. Mai erscheint am östlichen Rand wieder die Gruppe AR3663, jetzt mit der Bezeichnung AR 3691.

Sonne am 27. Mai um 9:09 Uhr

AR 3691 bringt auch nach einer Sonnenumrundung noch viel Potential für Flares oder CMEs mit.

Sonne am 28. Mai um 11:42 Uhr,

Wenn man genau hinschaut, kann man jetzt am linken Rand, etwa auf 8 Uhr auch die Wiederkehr der Gruppe AR 3664 (jetzt AR 3697) erkennen. Tags zuvor hatte sie - noch hinter dem Sonnenrand - einen X2.8-Flare mit einer gewaltigen Protuberanz losgelassen.


Die Sonne am 29. Mai um 14:25 Uhr.

 

Jetzt ist die alte/neue Gruppe gut zu erkennen.

Sonne am 30. Mai um 9:15 Uhr

Leider bewölkte es sich zum Monatsende wieder stärker, so dass die letzten Aufnahmen auch wieder nur "durch die Wolken hindurch" möglich waren.

Sonne am 31. Mai um 15:40 Uhr




Sonntag, 26. Mai 2024

27. Mai - 2. Juni 2024: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond wieder ab und zieht sich mehr und mehr vom Nachthimmel zurück. Von den hellen Planeten sind nur Saturn (ab ca. 3:00 Uhr) und Mars (ab ca. 3:45 Uhr) tief im Südosten am morgendlichen Nachthimmel zu sehen.  Die ISS ist nur noch am Montag zu sehen, dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, die chinesische Raumstation Tiangong bei allerdings sehr horizontnahen Überflügen zu sehen.

 Am Montag, den 27. Mai, geht die Sonne um 5:16 Uhr auf und um 21:29 Uhr unter. Der helle Tag dauert also schon länger als 16 Stunden. Der Mond zeigt heute maximale Libration in Breite, so dass wir auch auf seinen Nordpol schauen können. Um 3:37 Uhr endet eine Bedeckung des Sterns SAO 188079 (5,9mag). Er geht um 1:10 Uhr auf und ist noch zu 87 Prozent beleuchtet. Heute Abend ist die ISS letztmalig in dieser Sichtbarkeitsperiode bei einem Überflug zu sehen, zwischen 22:23 Uhr und 22:27 Uhr ist sie in maximal 11° Grad Höhe tief im Südwesten zu sehen. Die chinesische Raumstation Tiangong kann um 4:00 Uhr kurz bei einem Überflug knapp oberhalb des Mondes gesehen werden.

 Am Dienstag, den 28. Mai, ist der Mond in das Sternbild Steinbock gewandert und geht um 1:44 Uhr auf. Kleinplanet (56) Melete (11,1mag) geht gegen 0:00 Uhr dicht an Stern TYC5610-176-1 (9,1mag). Der geringste Abstand beträgt 4,5' Bogenminuten.

 Am Mittwoch, den 29. Mai, geht der noch zu 68 Prozent beleuchtete Mond um 2:08 Uhr auf. Um 3:31 Uhr fliegt die chinesische Raumstation Tiangong im Südosten direkt über den Mond hinweg. Um 17:37 Uhr kommt es auf einer Strecke von Lippstadt, Boke, Zentral-Paderborn, südliches Bad Lippspringe, Altenbeken, Höxter zu einem Transit der ISS vor der Sonne. Nähere Informationen findet man hier oder hier.

 Am Donnerstag, den 30. Mai, Fronleichnam, geht der noch zu 57 Prozent beleuchtete Mond um 2:26 Uhr auf. Bei bester Sicht zum Südosthorizont kann man um 2:59 Uhr das Ende der Bedeckung von HIP109822 (6,5mag) sehen. Am Abend erreicht der Mond exakt um 19:13 Uhr das Letzte Viertel, steht dann jedoch bei uns unter dem Horizont. Die Tiangong ist zwischen 4:00 Uhr und 4:06 Uhr noch einmal tief im Südosten zu sehen.

 Am Freitag, den 31. Mai, steht bei Saturn in der Frühe der Mond Dione in westlicher Elongation. Der Mond geht gegen 2:39 Uhr auf, er nähert sich jetzt Saturn, er steht ungefähr 3,5° Grad südwestlich. Kleinplanet (9)Metis (11,3mag) geht gegen 23:50 Uhr in 4,5' Bogenminuten Abstand an lambda Cnc (5,9mag) vorbei.

 Am Samstag, den 1. Juni, geht der Mond um 2:52 Uhr auf und ist noch zu 35 Prozent beleuchtet, heute früh hat er sich schon im Vergleich zu gestern weiter von Saturn entfernt.

 Am Sonntag, den 2. Juni, geht der Mond um 3:04 Uhr auf, seine Sichel ist nur noch zu 24 Prozent beleuchtet. Saturnmond Rhea steht gegen 4:00 Uhr in westlicher Elongation.

Samstag, 25. Mai 2024

23. Mai 2024: Doppelsterne - kleine kosmische Juwelen, Albireo und Epsilon Lyra

In einer klaren Nacht kann man am Himmel tausende Sterne sehen. Und mit einer optischen Hilfe, einem Fernglas oder Fernrohr, kann man noch großartigere Entdeckungen machen als mit dem bloßen Auge. Manche Sterne stehen so dicht nebeneinander, so dass dafür der Begriff der "Doppelsterne" entstand. Manche dieser Doppelsterne zeigen einen wunderschönen Farbkontrast - das sind dann meine Lieblingsobjekte am Himmel, echte Juwelen eben.

Und dann haben solche Sterne aber auch noch einen zusätzlichen Nutzen. Sie lassen sich hervorragend als "Prüfobjekte" nutzen. Manche als Augenprüfer, und viele andere dann natürlich, um die Fernglas- oder Fernrohroptik zu prüfen. Welche Doppelsterne lassen sich gerade noch trennen und welche nicht?

Zwei Doppelsterne habe ich am 23. Mai mir besonders angeschaut. Die ersten Bilder sind 100x100 Pixel große Ausschnitte der Originalbilder, hier also praktisch in der 1:1 Darstellung (also keine "Verkleinerungen" für das Internet).

Als erstes ein Bild von Albireo, aufgenommen am 11. August 2023, also noch mit meinem Vespera "classic". Im Vergleich zu den folgenden Bildern, die alle mit dem Vespera Pro aufgenommen wurden, kann man erkennen, das beide Komponenten hier dichter beieinander stehe, das klassische Vespera hat eben nicht eine so gute Vergrößerung wie das neue Pro Modell.
 

Hier die Aufnahme mit dem Vespera Pro. Warum hier die Sterne deutlich vergrößert erscheinen, kann ich leider nicht sagen. Dies kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel in einem unterschiedlichen Seeing (also unterschiedlicher Luftunruhe) an den beiden Tagen, an denen die Fotos entstanden. Beide Fotos wurden aufgenommen im Aufgenommen im "Star"-Modus des Vespera, das nur den ausgewählten Stern zeigt und keine (lichtschwächeren) Objekte drum herum.
Hier der gleiche Doppelstern Albireo, diesmal jedoch mit den Einstellungen im Vespera fotografiert,die man gewöhnlich für Nebel oder Galaxien verwendet. Neben dem unvermeidlichenBildrauschen zeigen sich dann natürlich auch viel lichtschwächere Sterne. Die beiden Komponenten von Albireo sind jedoch sofort richtig "aufgebläht" und fast schon überbelichtet.


In letzten obigen Ausschnitt sehen die beiden Komponenten natürlich riesig aus, im kompletten Gesichtsfeld fallen sie dann jedoch nicht so sehr heraus. In dem nachfolgenden Bild ist Albireo nur noch ein heller Stern unter ganz vielen in der Milchstrasse:

Albireo im Schwan

Dieses Bild von Albireo wurde insgesamt 5 Minuten belichtet, hier sind dann die beiden Komponenten schon so groß und hell geworden, das man sie gar nicht mehr unterscheiden kann.

Ein schönes Foto von Albireo in minem größeren Teleskop ist mir am 23.Juli 2021 mit meinm größeren Teleskop, dem C8 von Celestron, gelungen, dies zeigt besonders schön den Farbkontrast der beiden Komponenten. Der Abstand der beiden Komponenten am Himmel beträgt laut Wikipedia 34,6 Bogensekunden, also etwas mehr als 0,5 Bogenminuten. Sind die Abstände bekannt, lassen sich Doppelsterne auch gut zum Ausmessen von Bildern nutzen.

Hier noch ein anderer Doppelstern, Epsilon Lyrae:

Zuerst wieder eine Aufnahme mit dem Vesper classic, diese stammt vom 20. August 2023. Auch sie wurde, wie die folgende, im "Star Modus der Vespers-Geräte aufgenommen. Der Abstand der beiden Komponenten beträgt 209 Bogensekunden, also in etwa 3,5 Bogenminuten.

Im Pro wird deutlich, hier stehen die Komponenten wieder weiter auseinander. Auch hier sind die beiden Komponenten etwas größer als im "classic", jedoch nicht so stark wie bei Albireo.

In einem größeren Fernrohr (zum Beispiel in meinem C8 mit 20 cm Spiegeldurchmesser) erkennt man sogar, das jede einzelne Komponente selbst wieder ein Doppelstern ist,also eigentlich ein "Doppel-Doppelstern). Das Vespera kann diese jedoch nicht mehr weiter auflösen.



 Hier auch noch einmal ein Bild des kompletten Vespera Gesichtsfelds, wiederum aufgenommen im Modus für Nebel oder Galaxien. Da beide Komponenten weit genug auseinanderstehen, ist hier auch wirklich keine Gefahr, das sie miteinander zu einem scheinbaren Objekt "verschmelzen".

Epsilon Lyra in der Leier

 

Dieses Bild habe ich sogar zehn Minuten lang belichtet. Die Leier liegt nicht mehr so direkt in der Milchstraße wie das Sternbild Schwan, aber auch hier sind viele lichtschwache Sterne zu erkennen, gleich mehrere sogar zwischen den beiden hellen epsilon Lyra Komponenten. 

Für sehr gute Augen sollten die beiden Komponenten im Abstand von 3,5 Bogenminuten so gerade noch zu trennen sein, also ein "Augenprüfer" für gute Augen!

In den nächsten Tagen will ich versuchen, Doppelsterne zu finden, die noch enger zusammen stehen als Albireo. Vielleicht kann ich ja sogar einen finden, der sich im Pro gerade noch trenenn lässt, aber nicht im "classic" Vespera.

Und als kleine Zugabe hier noch ein Bild vom berühmten Ringnebel in der Leier, dies hat jetzt nichts mit Doppelsternen zu tun:

M 57, der "Ringnebel" in der Leier

Aufgenommen mit dem Vesper Pro, 15 Minuten und 20 Sekunden lang belichtet (92exp.). Eine ältere Aufnahme des Ringnebels mit dem Vespera classic habe ich hier veröffentlicht.

Ausgerechnet in der Nacht der "Ahr-Tal-Flut" konnte ich den Ringnebel auch mit meinem C8 fotografieren (bitte bis zum Ende dieses Blogbeitrags scrollen).



Donnerstag, 23. Mai 2024

22. Mai 2024: zwei weitere Supernova gesichtet: SN2024iss und 2024inv

 Am Abend des 22. Mai 2024 gab es viele Wolkenlücken im Abendhimmel. Die Lücken konnte ich tatsächlich ausnutzen, um eine weitere Supernova in einer fernen Galaxie zu fotografieren.

Die Supernova mit der Bezeichnung SN2024 iss wurde am 12. Mai 2024 entdeckt. Sie stammt aus einer sehr lichtschwachen kleinen Galaxie, die für meine Geräte gar nicht hell genug ist, um wahrgenommen zu werden. Nach Katalogdaten hat sie nur eine Helligkeit von 17,3mag. Diese Galaxie ist rund 60 000 Lichtjahre vonuns entfernt.

Die Supernova darin ist jedoch deutlich heller als die komplette Galaxie, zur Zeit ist sie wohl die hellste an unserem nördlichen Himmel sichtbare Supernova mit 13,2mag.

Supernova SN2024iss

Das Bild wurde 900 Sekunden lang belichtet, also 15 Minuten lang. Die Aufnahme entstand mit meinem neuen Vespera Pro.

Das Bild enthält eine Vielzahl weiterer kleiner Galaxien, wie eine Auswertung durch astrometry.net zeigt:

Das gleiche Bild mit weiteren Hinweisen auf andere Galaxien mit NGC oder IC Kennzeichnung.


Zu meiner eigenen Überraschung habe ich festgestellt, dass ich wohl noch eine zweite Supernova an diesem Abend fotografiert habe:

SN2024inv in NGC3524 im Sternbild Löwe

Dieses Bild hatte ich nur 340 Sekunden lang belichtet, also etwas über fünf Minuten, danach hatte mein Vespera die Beobachtung abgebrochen, da am Himmel Wolken aufkamen. Zuvor hatte das Vespera schon mehr als die Hälfte der eigentlichen Aufnahmen verworfen, da keine vernünftigen "runden Sterne" durch das Stacken zu erreichen waren. Man sieht auch schnell, auch dieses Ergebnis ist nicht sehr gelungen. Trotzdem bin ich mir ziemlich sicher, die Supernova erwischt zu haben. Sie sollte mit 14,6mag eigentlich etwas dunkler als die Galaxie, die mit 12,6mag  bei Wikipedia angegeben ist, leuchten. Aber Helligkeitsangaben bei flächenhaften Objekten wie Galaxien  beziehen sich meist auf eine Helligkeit, wenn die gesamte Fläche in einem "Punkt" vereint wäre.



Sonntag, 19. Mai 2024

20. -26. Mai 2024: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Vollmond. Doch auch ohne Mond wird es von der Dienstagnacht an nicht mehr richtig "astronomisch dunkel". Die Nächte bleiben also dämmerig und werden bis zum Sommeranfang noch kürzer. Von den Planeten sind am Morgenhimmel ab ca. 3:30 Uhr Saturn und ab ca. 4:15 Uhr Mars zu finden. Die ISS kann noch bei abendlichen Überflügen gesehen werden.

Am Pfingstmontag, den 20. Mai, geht die Sonne um 5:24 Uhr auf und um 21:19 Uhr unter, der helle Tag dauert also schon fast 16 Stunden. Der Mond geht kurz nach 18 Uhr auf, im Laufe der kurzen Nacht entfernt er sich immer weiter von Spica, dem hellsten Stern in der Jungfrau. Die ISS ist einmal ganz in der Frühe kurz nach Mitternacht zwischen 0:14 Uhr und 0:16 Uhr zu sehen, wie sie auf Mond und Spica zufliegt, sie verschwindet jedoch vorher schon im Erdschatten. Am Abend fliegt sie dann zwischen 23:24 Uhr und 23:28 Uhr in maximal 44° Grad Höhe über den Abendhimmel hinweg.

Am Dienstag, den 21.Mai, steht der Mond abends im Sternbild Waage und ist bereits zu 97 Prozent beleuchtet. Die ISS fliegt zwischen 22:34 Uhr und 22:40 Uhr in maximal 59° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Kurz nach Mitternacht (also bereits am 22. Mai) ist sie gegen 0:12 Uhr noch einmal kurz tief im Osten zu sehen.

Am Mittwoch, den 22.Mai, geht der Mond um 20:40 Uhr auf und ist dann zu 99 Prozent beleuchtet. Die ISS steigt ab 23:20 Uhr im Osten auf in maximal 26° Grad Höhe, bevor sie ziemlich genau im Süden um 23:24 Uhr im Erdschatten verschwindet.

Am Donnerstag, den 23.Mai, ist exakt um 15:53 Uhr Vollmond, dann steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. Am Morgen war er bis 4:45 Uhr zu sehen, am Abend geht er um 21:59 Uhr auf, er ist nicht weit von Antares im Skorpion entfernt. Die ISS ist heute Abend noch einmal zwischen 22:31 Uhr und 22:36 Uhr bei einem abendlichen Überflug in maximal 36° Grad Höhe zu beobachten.

Am Freitag, den 24.Mai, geht die Vollmondnacht um 5:11 Uhr zu Ende. Der Mond steht heute früh sehr dicht bei Antares, dem hellsten Stern im Skorpion. Am Abend geht der Mond um 23:15 Uhr auf, er ist dann immer noch zu 98 Prozent beleuchtet. In der Nacht zeigt er maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht fernab vom Mondrand.Die ISS fliegt gegen 23:18 Uhr  auf maximal 14° Grad Höhe im Südosten kurz in die Höhe, bevor sie im Erdschatten verschwindet.

Am Samstag, den 25.Mai, ist die ISS in dieser Sichtbarkeitsperiode letztmalig zwischen 22:28 Uhr und 22:32 Uhr bei einem Überflug knapp über dem Horizont zu sehen. Der Mond geht erst nach Mitternacht auf.

Am Sonntag, den 26.Mai, geht der noch zu 94 Prozent beleuchtete Mond um 0:20 Uhr im Sternbild Skorpion auf.

Freitag, 17. Mai 2024

15. Mai 2024: Kugelsternhaufen M5 im Vergleich (und T CrB)

 Am Mittwoch, den 15. Mai gab es am Abend überraschenderweise trotz der vielen hohen Cirruswolken für meine Vesperas doch noch ein Beobachtungsfenster am Abend.

Das sehnsüchtig erwartete Update 2.25 war endlich angekommen und eingespielt und so konnten nun die Vergleiche doch besser fortgesetzt werden als in den letzten Tagen.

Mir gelang insbesondere ein Vergleich der beiden Geräte an Hand des Kugensternhaufens M5

Diesmal habe ich nur einen Ausschnitt aus den eigentlichen Bildern hier für meinen Blog genommen, um einmal den Unterschied in der Auflösung zu zeigen.

Diese Ausschnitte sind beide 560 x 560 Pixel groß.

Hier zunächst das Bild aus meinem Vespera "classic":

M 5 im Vespera classic
 

Und hier das gleiche Objekt im Vespera Pro:

M 5 imVespera Pro

Zeitlich wurden die beiden Bilder nur leicht versetzt aufgenommen. Das classic Bild wurde als erstes gestartet. Die 180 Einzelbilder a 10 Sekunden (also Gesamtbelichtungszeit von 30 Minuten) entstanden zwischen 23:08 Uhr und 23:39 Uhr MESZ. Die Bilder des Pro entstanden zwischen 23:13 Uhr und 23:47 Uhr MESZ.

Durch die größere Pixelzahl im Vespera Pro erscheint der Kugelsternhaufen natürlich größer und etwa detaillierter aufgelöst. Wie schon an anderer Stelle geschrieben, scheint das Farbrauschen im Pro Bild jedoch ein klein wenig ausgeprägter zu sein. 

Und ebenfalls wie schon am 8. Mai geschrieben, bestätigt sich auch hier, dass das Pro insgesamt für die 30 Minuten Netto-Belichtungszeit etwa 34 Minuten brutto gebraucht hat, während das classic nur 31 Minuten brutto gebraucht hat. Das Pro ist also ungefähr zehn Prozent langsamer als das classic.

Hier noch ein Bild meiner beiden Geräte. Beim Vergleich standen sie jedoch schon etwas weiter auseinander auf zwei verschiedenen Tischen. Das Vespera Pro wurde mit meinem Ipad gesteuert, das Vespera classic mit meinem Iphone.

Vespera classic (links) und Vespera Pro (rechts)

 

Und noch ein weiterer Vergleich. Ebenfalls wieder ein 1:1 Ausschnitt, diesmal 600 x 600 Pixel. Das Objekt in der Mitte ist T CrB. Leider noch keinerlei Anzeichen eines Nova-Ausbruchs festzustellen.

Das Bild des Vespera Pro zeigt mehr lichtschwache Sterne. Dies kann jedoch an der späteren Uhrzeit liegen, zu der dieses Bild aufgenommen wurde, das da der Himmel einfach etwas transparenter war. T CrB sieht auf dem Pro Bild auch deutlich größer aus als auf cem Classic Bild:

T CrB im Vespera Pro um 23:55 MESZ

T CrB im Vespera classic um 22:52 MESZ

Das Pro zeigt deutlich mehr,also auch lichtschwächere Sterne, aber leider auch deutlich mehr Rauschen. Dieses Rauschen wir dinsbesondere durch die Bildfeldrotation verursacht. Nimmt man Bilder im Mosaic-Modus auf, und da ist das Vespera Pro deutlich schneller als das Vespera classic, wird durch das gleichzeitige Dithering dieses Rauschen signifikant weniger.