Donnerstag, 29. Februar 2024

28. Februar 2024: Konjunktion von Merkur und Saturn

 Am Mittwoch, den 28. Februar standen Merkur und Saturn in Konjunktion mit der Sonne. Das heisst, dass die beiden Planeten von der Erde aus gesehen ziemlich genau in einer geraden Linie "Erde - Sonne - Planet" hinter der Sonne stehen.

Solche Konjunktionen sind mit normalen Mittel natülich gar nicht zu beobachten, denn die Sonne überstrahlt am Himmel mit ihrer großen Kraft natürlich alle Sterne und Planeten zigmillionenfach. Einzig die Venus kann - bei entsprechend weitem Abstand zur Sonne noch am Taghimmel beobachtet werden.

Dank der modernen Satellitentechnik kann man inzwischen jedoch auch solche Konjunktionen wir die am 28. Februar gefahrlos im Internet verfolgen.

Die NASA-Sonne soho liefert schon seit Jahren faszinierende Bilder von der Sonne und ihrer jeweiligen Umgebung. Der Satellit wurde in erster Linie entwickelt, um die vonder Sonne ausgehenden CME zu untersuchen, also die koronalen Massenauswürfe.  Im Blickfeld des Satelliten sind jedoch auch immer wieder Kometen zu sehen, denn nahe an der Sonne zeigen diese ja ihre schönsten Schweife. Und natürlich lassen sich auch die Planeten dort wieder finden.

Hier ein kleines Video, wie es die NASA immer wieder auf der SOHO-Webseite zur Verfügung stellt, zusammengesetzt aus vielen Einzelbildern der letzten Tage:

Sonne, Merkur und Saturn Ende Februar 2024

Ich habe hier nur eine kleine Ausgabe dieser Videos in meinen Blog eingestellt, damit das Laden nicht so lange dauert. Größere Versionen sind über die oben angegebene Webseite zu bekommen.

Merkur zieht scheinbar von rechts nach links ziehend unterhalb der Sonne vorüber. Saturn kommt ihm von der anderen Seite entgegen. Da Merkur sehr hell ist, zeigt sich sein Bild nicht nur kugelrund, sondern die "Überblendung" führt auch zu einem waagrechten Strich. Dieser ist bei Saturn nur angedeutet, in größeren Fassungen dieses Videos ist dieser Strich besser zu erkennen.

Da alle Planeten gleichförmig um die Sonne kreisen, verwundert es zuerst, warum Merkur scheinbar in eine ganz entgegengesetzte Richtung wandert als Saturn und die anderen Sterne. Dieser Effekt wird dadurch erzeugt, dass Merkur als innerster Planet sich auf seiner Bahn sehr schnell bewegt. Im Prinzip bewegt er sich vor dem Hintergrund der Sterne in die gleiche Richtung wie die Sonne und letztenendes auch Saturn, der dies jedoch nur ganz langsam macht.

Besonders auffällig sind natürlich die verschiedenen CMEs der Sonne. Diese gehen jedoch nach rechts, links oder unten, aber keiner ist davon erdgerichtet. Erdgerichtete CMEs würden auf diesen Bildern aussehen wie ein Halo rund um die Sonne.

Mittwoch, 28. Februar 2024

27. Februar 2024: Und noch ein klarer Abend

 Am Dienstag, den 27. Februar 2024, war es am Abend ein weiteres mal klar am Himmel. Und zunächst sah der Himmel wirklich sehr passabel aus, der Mond sollte ja auch erst nach 21 Uhr aufgehen. So habe ich um kurz vor 20 Uhr eine "Langzeit"-Aufnahme gestartet. Ein Mosaik des Himmel vom Christbaumnebel (NGC 2264) bis hin zu "Hubbles veränderlicher Nebel" (NGC 2261).

Es fing auch gut an, doch dann gab es immer längere Pausen. Der Himmel wurde leider immer dunstiger. Am Ende der Aufnahme, gegen 23 Uhr, hatte das Vespera insgesamt 278 einzelne Bilder aufaddiert, von insgesamt jedoch 945. Das heisst 667 Bilder, also mehr als zwei drittel konnten nicht verwendet werden.

Das ist schade, denn so kommt insbesondere die rote Wasserstoffwolke rund um NGC 2264 noch nicht wirklich zur Geltung:


Der Weihnachtsbaum liegt unten links im Bild auf der Seite (genau wie die letzten Satelliten auf dem Mond :-) ), Hubbles veränderlicher Nebel befindet sich oben rechts. Dieser wird durch den roten Riesenster R Monoceros zum Leuchten gebracht.

In der englischsprachigen Wikipedia heisst es zu diesem Stern: "Es handelt sich um einen massereichen Herbig-Ae/Be-Stern, eine Art Vor-Hauptreihenstern, der von einer zirkumstellaren Scheibe aus Gas und Staub umgeben ist. Diese Scheibe hat eine Masse von ~0,007 M☉ und erstreckt sich bis zu einer Entfernung von weniger als 150 AE vom Wirtsstern nach außen. Wegen dieses Staubs ist der Stern für den direkten visuellen Blick verdeckt, kann aber im Infrarot beobachtet werden.R Mon befindet sich noch in der Akkretionsphase der Sternentstehung und treibt einen optisch undurchsichtigen bipolaren Ausfluss mit einer Geschwindigkeit von 9 km/s an. Der nördliche Ausfluss ist blauverschoben und bewegt sich daher stärker auf die Sonne zu. "(Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version))

Ein ganz anderer Stern ist der veränderliche Stern R Leonis. Dieser veränderliche Stern vom Mira-Typ befindet sich gerade wieder in einer Phase stark ansteigender Helligkeit.

R Leo und Asteroid (372)Palma
 

R Leo ist der etwas rötlich leuchtende Stern in der Mitte des Bildes. Der bläuliche Stern darüber ist 19 Leo, der von Stellarium mit einer Helligkeit von 6,45mag angegeben wird. Ich denke, dass R Leo jetzt schon 6mag, wenn nicht sogar etwas heller ist. Er wird also bald sein Helligkeitsmaximum erreichen. Und erfreulicherweise ist auch noch ein kleiner Asteroid mit auf diesem Bild. (372)Palma hat zur Zeit eine Helligkeit von 11,2mag.

Über R Leo habe ich schon vor Jahren berichtet. Damals habe ich mit einer ganz anderen Ausstattung beobachtet. Neben 19 Leo war auch noch 18 Leo im Bildfeld, der jetzt knapp oberhalb dieses Bildes steht und leider für einen Vergleich dadurch nicht zur Verfügung steht. Aber es ist schon faszinierend zu sehen, wie auch auf der Aufnahme von 2013 der farbliche Unterschied zwischen R Leo und 19 Leo zur Geltung kommt.


Sonntag, 25. Februar 2024

23.-25. Februar 2024: Dreimal der volle Mond

 Naja, so ganz stimmt diese Überschrift nicht. Der Mond stand am Mittag des Samstag, also am 24. Februar, genau der Sonne gegenüber. Ein Bild vom Abend des 23. Februar zeigt den Mond kurz vor dem Vollmond Zeitpunkt, ein Bild vom Abend des 24. Februar kurz nach dem Vollmond-Zeitpunkt und am 25. Februar muss der Mond dann natürlich noch etwas mehr abgenommen haben als am Vortag.

Für den Laien sind diese kleinen Unterschiede jedoch kaum wahrnehmbar, schon gar nicht mit dem bloßen Auge.

Der Mond am 23. Februar um 20:58 Uhr MEZ

Der Mond am 24. Februar, um 23:49 Uhr MEZ

Der Mond am 25. Februar, 20:32 Uhr MEZ

Bei genauer Betrachtung der Fotos kann man die Unterschiede durchaus erkennen. Am leichtesten sieht man natürlich auf dem letzten Bild, das der Mond schon am Abnehmen ist. Zwischen dem Mare Crisium und dem Schattenrand des Mondes (Terminator) ist nicht mehr viel Abstand. 

Bei den ersten beiden Bildern muss man schon etwas genauer hinschauen, um zu erkennen, das beim obersten Bild der Mond "unten links" noch nicht ganz voll ist und beim mittleren Bild eher oben rechts schon ein wenig zu fehlen scheint. 

Das letzte Bild zeigt übrigens auch den kleinsten (fast) Vollmond des Jahres. Am Sonntag um 16:00 Uhr stand er im Perigäum (also dem fernsten Punkt seiner Umlaufbahn um die Erde) mit einer Entfernung von (Erdmittelpunkt zu Mondmittelpunkt) 406 312 Kilometer, zum Zeitpunkt meiner Aufnahme war er uns dann schon wieder 12 Kilometer näher gekommen. Beim Foto vom 24. Februar war er noch 406 163 km entfernt, am 23.2. waren es 405 284 Kilometer. Am 18. September 2024 wird der Abstand des Vollmonds zur Erde nur 357 286 km betragen, dann wird wieder viel vom "Supermond" die Rede sein.

26. Februar - 3. März 2024: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond ab und zieht sich relativ zügig vom Abendhimmel zurück. Von den hellen Planeten ist am Abend nur Jupiter (Untergang bald nach 23 Uhr) zu sehen. Der nur mit Fernglas oder Fernrohr sichtbare Planet Uranus bleibt etwa eine Stunde länger am Himmel sichtbar. Alle anderen Planeten stehen zu dicht an der Sonne und bleiben so praktisch nicht sichtbar. Die ISS kann bei morgendlichen Überflügen gesichtet werden.

Am Montag, den 26. Februar, geht die Sonne um 7:18 Uhr auf und um 17:58 Uhr unter, der helle Tag dauert also 27 Minuten länger als noch am Montag vor einer Woche. Die ISS tritt um 5:18 Uhr fast genau über unseren Köpfen (in 81° Grad Höhe) im Süden aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann schnell bis 5:23 Uhr nach Osten der Sonne entgegen. Der immer noch zu 95 Prozent beleuchtete Mond geht um 20:10 Uhr im Osten auf. Am Abend stehen bei Jupiter alle vier galiläischen Monde auf der rechten, westlichen Seite.

Am Dienstag, den 27. Februar, tritt die ISS um 6:04 im Westen im Sternbild Löwe aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann in 87° Grad Höhe (um 6h:06m.19s), also praktisch direkt über unsere Stadt hinweg, bis sie um 6:11 Uhr im Osten verschwindet. Der noch zu 91 Prozent beleuchtete Mond geht um 21:20 Uhr im Osten auf. Kleinplanet (372)Palma (11,1mag) steht heute um 1:10 Uhr dicht beim Stern 19 Leo (6,5mag) und dem veränderlichen Stern "R Leo". Diesen veränderlichen Stern des Mira-Typs habe ich 2013 beobachtet, ich bin gespannt, wie hell er jetzt sein wird, das nächste Maximum wird für Ende März erwartet. Ebenfalls heute früh steht (129)Antigione (10,7mag) dicht beim Stern HIP 54688 mit 6,3mag.

Am Mittwoch, den 28. Februar, fliegt die ISS um 5:17 Uhr und 32 Sekunden ganz exakt über Bad Lippspringe hinweg, nur 20 Sekunden vorher taucht sie in 71° Grad Höhe in westlicher Richtung aus dem Erdschatten auf und verschwindet dann um 5:23 Uhr am Osthorizont. Der noch zu 83 Prozent beleuchtete Mond geht um 22:31 Uhr in der Nähe von Spica in der Jungfrau auf. Heute stehen die Planeten Merkur und Saturn in Konjunktion mit der Sonne, vielleicht sind sie im Bildfeld des SOHO-Sonnensatelliten zu erkennen. Bei klarem Himmel nach Westen hin, kann ca. eine Stunde nach Sonnenuntergang, also gegen 19 Uhr vielleicht das Abend-Zodiakallicht gesehen werden.

Am Donnerstag, den 29. Februar, fliegt die ISS zwischen 6:04 Uhr und 6:10 Uhr in maximal 68° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Der zu 76 Prozent beleuchtete Mond geht um 23:45 Uhr im Sternbild Waage auf. Bei Jupiter endet um 18:26 Uhr eine Bedeckung von Mond Ganymed, der dann jedoch ab 21:25 Uhr durch Jupiters Schatten wieder verfinstert wird.

Am Freitag, den 1. März, erreicht der Mond um 4:18 Uhr mit knappp 20° Grad seine größte Höhe über dem Horizont. Er geht um 8:49 Uhr unter. Die ISS fliegt zwischen 5:16 Uhr und 5:22 Uhr in maximal 81° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Um 20:00 Uhr steht Aasteroid (38)Leda (12,0mag) dicht beim Stern 60Cnc mit 5,4mag. Ab 20:47 Uhr wird Jupitermond Io von Jupiter selbst bedeckt.

Am Samstag, den 2. März, geht der Mond um 1:02 Uhr auf und bald nach 9:00 Uhr unter. Er nähert sich dem Sternbild Skorpion und ist nur noch zu 65 Prozent beleuchtet. Die ISS fliegt zwischen 6:03 Uhr und 6:09 Uhr in maximal 43° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. bei Jupiter endet um 20:18 Uhr ein Durchgang von Mond Io vor der Planetenscheibe, Ios Schatten fällt von 19:17 Uhr bis 22:27 Uhr auf den Planeten.

Am Sonntag, den 3. März, geht der Mond um 2:21 Uhr auf und um 9:33 Uhr unter. Er erreicht um 5:57 Uhr mit 11,6° Grad seine größte Höhe über dem Horizont, er ist dann zu 56 Prozent beleuchtet, er steht dann nur  1 1/2° Grad von Antares entfernt. Um 16:24 Uhr erreicht er exakt das Letzte Viertel, steht dann jedoch bei uns tief unter dem Horizont. Die ISS fliegt zwischen 5:15 Uhr (dann tritt sie im Sternbild Bärenhüter aus dem Erdschatten heraus)  und 5:20 Uhr in maximal 57° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Jupitermond Europa zieht von 20:07 Uhr bis 22:31 Uhr vor der Planetenscheibe vorüber. Europas Schatten fällt ab 22:25 Uhr auf die Planetenoberfläche.Kleinplanet (3) Juno (8,6mag) steht heute im Löwen in Opposition zur Sonne.


Samstag, 24. Februar 2024

23./24. Februar 2024: endlich auch mal wieder am Abend etwas mehr klarer Himmel

 Am Freitag- und auch Samstagabend, den 23. und 24. Februar 2024, gab es endlich auch mal wieder am Abendhimmel größere Wolkenlücken. Und glücklicherweise konnte ich die auch für ein paar weotere Beobachtungen nutzen. Hier gibt es einige Aufnahmen, die - wenn nicht anders vermerkt - mit meiner Vespera von Vaonis entstanden sind. Ich hatte auch mein größeres Fernrohr aufgebaut, zum ersten Mal nach langer Zeit. Da macht man natürlich einige Fehler, aber eine größere Belichtungsreihen sind mir auch damit geglückt. Das waren größere Bilderserien von ausgesuchten deep-sky-Objekten, an die ich mich trotz des hellen Mondscheins gewagt habe. Die Bilder sind jedoch noch alle auf der Festplatten. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis ich die richtig gestackt habe, die Ergebnisse bearbeitet habe und sie hier veröffentlichen kann.

Hier aber schon mal ein paar schnelle Ergebnisse der letzten beiden Abende:

Komet 12P/Pons-Brooks

Dieser Komet entwickelt sich recht prächtig. Inzwischen hat er eine Helligkeit von 6,9mag erreicht, was ihn zu einem relativ leichtem Objekt für ein Fernglas macht. Er könnte also vielleicht sogar noch ein Objekt für die Beobachtung mit dem bloßen Auge werden. Der Komet  erreicht am 21. April sein Perihel, d.h. den sonnennächsten Punkt auf seiner Bahn, und gewöhnlich werden Kometen umso heller, je näher sie sich der Sonne nähern. Leider ist er dann für uns nicht mehr zu sehen, da er dann schon mit der Sonne zusammen untergeht. Anfang April wird für uns die beste Zeit der Beobachtung sein, dann steht er Abends nach Einbruch der Dunkelheit noch hoch genug am Himmel und auch der Mond wird dann nicht stören. Eine gut verständliche Beschreibung, wann und wo der Planet am besten zu sehen sein wird, gibt es zum Beipiel auf der Webseite von ardalpha.

Komet 144P/Kushida

Beide Kometenbilder wurden etwas über zehn Minuten belichtet. Man erkennt schnell, das 144P/Kushida deutlich lichtschwächer ist als 12P/Pons-Brooks. 144P/Kushida hat zur Zeit eine Helligkeit von ca. 10,7mag. Für ihn braucht man schon einen dunklen Himmel und ein lichstarkes Fernglas. Sein Perihel hatte er bereits am 25. Januar 2024.

Beide Kometen unterscheiden sich in ihren Bahnen erheblich. Während 144P alle 7,6 Jahre die Sonne umläuft, dauert dies bei 12P fast zehnmal so lang, nämlich 71 Jahre. So kann man sich gut erklären, warum es auf 12P immer mal wieder besondere Helligkeitsausbrüche gibt, denn in seiner Lebenszeit ist er viel seltener der Sonne nahe gekommen, die konnte auf ihn und seine bestandteile also viel weniger einwirken.

62P/Tsuchinshan

Als dritten Kometen habe ich 62P/Tsuchinsan fotografieren können. Er ist nach 22 Uhr im Osten zu sehen. Leider gibt es zu diesem Kometen noch nicht einmal einen deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag. Er braucht nur etwas über 6 Jahre für eine Umrundung der Sonne. Diesmal fällt diese jedoch so günstig aus, das er zur Zeit immerhin eine Helligkeit von 8,8mag erreicht hat. Er hat sein Perihel bereits hinter sich, das war am 25. Dezember 2023, er wird jetzt also wieder schwächer werden.

Neben den Kometen habe ich auch wieder nach Supernova Ausschau gehalten. Ach hier konnte ich mehrere Objekte fotografisch festhalten:

NGC 4216 mit SN 2024gy

Über die Supernova 2024gy hatte ich in meinem Blog schon Anfang Januar berichtet. Sie ist immer noch 14,8mag hell.

In der Zwischenzeit gab es ein paar weitere Supernovaentdeckungen, diezum Teil auch an unserem Himmel erreichbar sind:

NGC 3206 mit SN 2024bch

Laut rochesterastronomy ist dies mit 13,8mag zur Zeit die hellste Supernova an unserem Himmel. Siewurde am 29. Januar entdeckt. Dieses Bild habe ich 80 Minuten lang belichtet, damit auch die schwache Galaxie selbst gut zu sehen ist. Neben der Galaxie NGC 3206 sind auf diesem Foto (etwas links und unterhalb) zwei weitere kleine Galaxien zu finden: NGC 3214 und NGC 3220.

Und hier noch eine dritte Supernova:

NGC 1222 mit SN2024any

Diese Supernova hatte ich schon im Januar fotografiert, sie leuchtet noch immer mit 14,0mag aus dem Sternbild Große Bärin zu uns herab. 

Ich habe an diesem Abend auch versucht, Vergleiche zwischen meinem Vaonis Vespera und meinem Celestron C8 Teleskop zu machen. Das Vespera hat eine Brennweite von 200mm, das C8 eine von 2000mm. Das C8 hat also einen zehnfach größeren "Tele-Effekt" und sollte sich daher wesentlich besser für Planeten oder auch die Beobachtung von planetarischen Nebeln eignen, die ja im allgemeinen nur ganz wenige Bogenminuten  Ausdehnung am Himmel haben. Auf die Bilder aus dem C8 müssen wir noch ein wenig warten, hier muss ich das stacken und bearbeiten ja selbst durchführen, wofür ich erstmal Zeit finden muss. Bilder des Vespera kann ich jedoch jetzt und hier schon zeigen:

NGC 2392, der Eskimo-Nebel

 Das Bild von NGC 2392, dem Eskimonebel, habe ich knapp zehn Minuten belichtet. Der Eskimonebel selbst ist auf dem Bild als heller blauer Fleck gut zu erkennen. Er hat eine Hlligkeit von 9,1mag und einen Durchmesser von 0,9 Bogenminuten.

M46, M47 und weitere benachbarte offene Sternhaufen

Einer der Vorteile des Vespera ist die Möglichkeit, automatisch Mosaike zu erstellen, also größere Bilder, die sich durch automatische kleine Verschiebungen der Kamera ergeben. So konnte ich hier mehrere dicht nebeneinander stehende Objekte, zumeist offene Sternhaufen, in einem "weitwinkligeren" Bild fotografieren. Astrometry.net konnte diese Objekte natürlich leicht identifizieren:

M46, M47 und weitere benachbarte offene Sternhaufen, bezeichnet durch nova.astrometry.net

Da die Belichtungszeit so eines Mosaiks naturgemäß auch etwas Zeit braucht, hier waren es insgesamt 104 Minuten Belichtungszeit, zogen leider auch ein paar Wolken durch, wie unschwer auf dem Bild zu erkennen ist.

Wenn man genau hinschaut, sieh man, das innerhalb von M46 sich noch ein weiteres Objekt befindet, NGC 2438, ein weiterer planetarischer Nebel. Auch dieses Objekt habe ich mit meinem C8 längere Zeit fotografiert, mal sehen, wie dieser Vergleich dann ausfallen wird.

Inzwischen habe ich meine Bilder von M46 aus der Kamera rausgeholt und diese schnell mal mit dem Programm Sequator gestackt. Einfach so, ohne Darks, Flats etc., das Bild auch gar nicht weiter bearbeitet, außer das ich nur einen Ausschnitt genommen habe:

M46 und NGC 2438
 

Es ist sofort zu erkennen, dass die viel größere Brennweite auch eine größere Darstellung erlaubt. Es kommt natürlich ein ganz anderer Kamerachip zum Einsatz. Ich habe an mein C8 eine Canon EOS RP angeschlossen. Die insgesamt 47 Einzelbilder wurden jeweils 15 Sekunden (also insgesamt gut 7 Minuten) belichtet bei ISO 3200. Aber zeigt es auch wirklich mehr Einzelheiten? Ich glaube schon, durch die größere Brennweite sind die Sterne etwas besser voneinander getrennt und dazwischen ist auch noch der eine oder andere schwächere Stern zu erkennen. Etwas anderes hätte mich dann doch überrascht.

Zu guter letzt habe ich noch einen Blick auf T CrB geworfen. Es wird ja erwartet, das dieser Stern in diesem Jahr wieder kräftig heller wird.

T CrB (durch die Linien gekennzeichnet) und Sterne in seinem Umfeld

T CrB macht noch keine Anstalten heller zu werden. Ich habe bei einigen Sternen die Helligkeiten daneben geschrieben, die beiden eng beieinander stehenden Sterne unterhalb von T CrB haben ine Heligkeit von 10,5mag bzw, 10,8mag. Die Sterne oberhalb von 9,3mag und 9,8mag. Wie würden Sie die Helligkeit von T CrB im Vergleich einschätzen? Ich denke, er liegt doch eher bei 10,x mag.

Mal schauen, wann ich die Vergleichsbilder mit dem C8 hier auch noch einbauen kann. Trotz des Vollmonds und der Wolken waren das endlich mal wieder richtig gute Aatroabende.


Freitag, 23. Februar 2024

23. Februar 2024: Morgensonne

 Am Freitag, den 23. Februar, war der Himmel am Morgen endlich mal wieder in großen Teilen strahlend blau. Ich habe das gleich genutzt, um ein Foto der Sonne zu machen:

Sonne mit Flecken am 23. Februar 2024

Das Foto zeigt die große aktive Region AR 3590. Diese Fleckengruppe ist mit Hilfe einer Sonnenfinsternisbrille sogar mit dem bloßen Auge zu sehen. Weiter nach rechts ist auch noch der einzelne Fleck AR 3586 zu sehen. Und wer genau hinschaut, kann unten links ganz dicht am Rand einen weiteren kleinen Fleck erkennen, hier dreht eine weitere aktive Region gerade rein, für die im Moment wohl noch keine Nummer vergeben worden ist.

Die Region AR3590 ist sehr aktiv und hat in den letzten Tagen gleich mehrere X-Flares erzeugt. Darunter in der letzten Nacht, gerade als ich die Landung von IM-1 verfolgte, einen X6-Flare, den bislang stärksten Flare im aktuellen Sonenfleckenzyklus.

Auf spaceweather.com gibt es ein schönes Foto des Nachleuchten dieses Flares im UV-Licht. Es wird aber auch darauf hingewiesen, das alle drei X-Flares aus dieser Region nicht zu einem koronalen Masseauswurf geführt haben, es konnte kein CME beobachtet werden. Und insofern haben die X-Flares zwar zu kurzzeitigen Funkausfällen (insbesondere über Hawaii) geführt, sie werden aber keine besondere Polarlichtaktivität entfachen können.

Dies ist durchaus möglich. Häufig sind zwar starke Flares auf der Sonne auch mit CME's verknüpft, aber eben nicht immer. Vielleicht kann man es sich so verbildlichen: Ein Flare mit CME ist zu vergleichen mit einem Kurzschluss, bei dem das Kabel richtig durchbrennt und es auch eine Rauchentwicklung gibt. Ein Flare ohne CME ist eben nur ein Kurzschluss ohne weitere Folgen.

Hier noch einmal die Region AR3590 in der originalen Größe und Auflösung des Fotos:

AR 3590

Sieht es auf diesem Foto nicht so aus, als gebe es über dem großen, dicken Fleck (zumindest teilweise) eine kleine Lichtbrücke? Solche Lichtbrücken leuchten typischerweise sehr hell auf, wenn ein Flare in einer Fleckenregion stattfindet. So kann man - wenn man im richtigen Moment die Sonne beobachtet - sogar Flares im normalen sichtbaren Licht beobachten.

Hoffentlich bleibt der Himmel heute länger klar, vielleicht lassen sich dann ja heute noch weitere spannende Ereignisse auf der Sonne beobachten!


Dienstag, 20. Februar 2024

20. bis 22. Februar 2024: Ein Satellit stürzt ab, ein anderer landet erfolgreich auf dem Mond?

 Am Donnerstag, den 22. Februar soll kurz vor unserer Mitternacht die private Mondmission IM-1 auf dem Mond landen. Wird das gelingen?

Über den aktuellen Flugstatus konnte man sich jederzeit in einem Livestream bei YouTube informieren, für diesen gibt es jedoch keine Aufzeichnung, so dass ich hier in meinem Blog auch den Link dorthin gelöscht habe. Aufzeichnungen gibt es jedoch

Zur Landung gibt es eine Live-Sendung im NASA-TV oder auch auf YouTube am 22. Februar ab 22 Uhr, die Landung selbst soll 23:49 Uhr MEZ stattfinden. 

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Aktueller Hinweis (23.2.24, 10:30 Uhr MEZ):

Inzwischen ist IM-1 wohl erfolgreich aif dem Mond gelandet. Es werden erste Bilder erwartet:

 https://www.youtube.com/watch?v=lWlRNt47Fi8

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Am Tag zuvor, am 21. Februar, soll dagegen ERS-II, ein Satellit der ESA, auf die Erde abstürzen. Mit kleinen restlichen Treibstoffresten an Bord ist es der ESA gelungen, diesen Satelliten aus seinm hohen Orbit herunter zuholen und so hoffentlich die Menge an Weltraumschrott etwas zu reduzieren. Im Januar gelang von einem anderen australischem Satelliten (HEO) aus ein Photo dieses taumelnden Schrotthaufens:

Aufnahme voin ERS-II (c)

Die Aufnahme wird in diesem englischsprachigen ESA-Artikel ausführlich beschrieben. Auf einer speziellen ESA-Blog-Seite gibt es aktuelle Informationen zur wahrscheinlichen Eintrittszeit des Satelliten in die Athmossphäre. Gerade (21.2.24, 10:00 Uhr MEZ) wird dafür 15:49 UT, also 16:49 MEZ am 21. Februar angegeben, mit einer Genauigkeit von +/- 1,76 Stunden.

Hoffen wir auch hier, das dieser Absturz gelingt, ohne Schaden auf der Erde anzurichten.  

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Aktuelle Meldung der ESA vom 21. Februar 2024, 21:30 Uhr MEZ:

We have confirmation of the atmospheric reentry of ERS-2 at 17:17 UTC (18:17 CET) +/- 1 minute over the North Pacific Ocean between Alaska and Hawaii.

Wir haben die Bestätigung des atmosphärischen Wiedereintritts von ERS-2 um 17:17 UTC (18:17 MEZ) +/- 1 Minute über dem Nordpazifik zwischen Alaska und Hawaii.

Die Absturzstelle nach ESA-Angabe bei google maps, "zwischen Alaska und Hawaii"

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Und da vorhin einmal kurz der Mond hinter nur leichten Wolken zu sehen war, hier noch ein Bild des Mondes von heute:

Mond am 20. Februar 2024 um 19:45 Uhr MEZ

Das Photo wurde mit einem 400mm Tele, f/10, bei ISO400 und 1/200sec aufgenommen.