Sonntag, 1. Mai 2022

Eine neue "Beobachtungsstation" (Folge 1/4)

 Endlich war es soweit, ein tolles Paket hat mich erreicht. Doch hier die Geschichte von Anfang an:

Im Oktober 2020 habe ich mich an einer Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform "Kickstarter" beteiligt. Die französische Firma Vaonis stellte ein neues Projekt vor: "Vaonis Vespera". Zwei Jahre zuvor hatte die Firma schon ein ähnliches Projekt erfolgreich abgeschlossen, Vaonis Stellina. Dieses Gerät kostet jetzt im Markt gut 4000 Euro, ein ähnliches Projekt der Firma Unistellar hatte 2017 zur Finanzierung des "eVscope" aufgerufen und konnte erste Geräte 2020 auch erfolgreich ausliefern. Es gab jedoch auch Projekte, die am Ende doch nicht verwirklicht wurden, wie z.B. dieses von Hiuni.

Ich habe mich getraut, mich an der Vespera-Kampagne von Vaonis zu beteiligen. Ich gab Geld für ein "Early Bird"-Angebot über 1099 $, also gut 1000 Euro. Damals hieß es, das Gerät sollte bis Ende des Jahres 2021 ausgeliefert werden. Erwartungsgemäß wurde der Zeitplan nicht ganz eingehalten. Aber zu Ostern statt zu Weihnachten sein Gerät zu bekommen ist auch nicht so schlecht. Zur Zeit werden weitere Unterstützer der Kickstarter-Kampagne mit diesen Geräten beliefert. Wer damals nicht dabei war, kann ein solches Gerät bei Vaonis jetzt für ca. 1500 Euro vorbestellen, als möglicher Liefertermin wird das 3. Quartal 2022 genannt.

Das Paket kam in der Woche nach Ostern an, als ich noch auf einer kleinen Urlaubsreise war, da gab es natürlich die ersten Probleme mit dem Lieferdienst. Der erste Zustellversuch war natürlich vergeblich, man würde es noch einmal probieren und ansonsten das Paket zurück schicken. Über die Webseite konnte ich keine Eingabe machen, das Paket doch beim Nachbarn abzugeben oder anderswo zwischen zu lagern. Die Eingabe endete immer wieder mit dem Hinweis "Serverfehler - bitte versuchen Sie es später noch einmal!". Mit Mühe konnte ich eine Telefonnummer ausfindig machen. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich dem Mitarbeiter dort am Telefon deutlich machen konnte, das Paket doch in meiner Stadt zu lagern, bis ich es in der kommenden Woche abholen würde. Er wollte es zunächst immer an einem ganz anderen Ort lagern lassen. Trotzdem wurde das Paket am nächsten Tag wieder vergeblich zugestellt, aber schließlich bekam ich doch die Nachricht, das ich es nun in der kommenden Woche in Bad Lippspringe abholen konnte.

Voll Freude holte ich das Paket schließlich ab. Hier ein paar Bilder vom Auspacken:

Das Paket auf meinem Küchentisch.

Gesamtgewicht etwas über 7 Kilo.

Vorsichtig das Klebeband öffnen.

Die äußere Verpackung öffnen.

So sieht das Paket da drinnen aus.

Das geöffnete Paket.             

 

Es enthält tatsächlich nicht viele Teile. Das hier noch "graue" Ei, das eigentliche Gerät. Darunter die drei Beine und das Mittelteil für das Stativ, einen kleiner Zettel und anscheinend ein Ladekabel.

Der kleine Zettel weist auf die Notwendigkeit einer App hin.

Das ist alles an Dokumentation? Gut, das ich wenigstens etwas Englisch kann. (Da das Gerät von einer französischen Firma entwickelt wurde, hätte der Zettel natürlich auch auf französisch abgefasst sein können. Doch die Sprache kann ich leider, leider überhaupt nicht.)

Aber ob das für alle Kunden ausreichend sein wird? Wir werden es sehen.






Hier findet man weitere Informationen?

Das kleine Dreibeinstativ lässt sich einfach zusamme schrauben.

Das Gerät kommt mit einem schlichten "Überzieher".

Unten ist das Gewinde für die Kopplung mit dem Dreibein

Hurra! Es steht!

"Sesam, öffne Dich!"

So sieht das Gerät von der Seite aus.

Und so von vorne?

Knopf drücken und Einschalten!

Ja wirklich, Knopf drücken und Einschalten. Das ist alles?

In der nächsten Folge geht es weiter mit meinen Erfahrungen.


2. - 8. Mai 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche bestimmt der zunehmende Mond mehr und mehr den Abendhimmel. Von den hellen Planeten kann am Abend vielleicht noch Merkur gefunden werden, er geht erst nach 22 Uhr im Westen unter. Die anderen  Planeten sind alle am Morgenhimmel zu finden, wo die Dämmerung jedoch immer früher beginnt. Saturn geht gegen 3:45 Uhr im Osten auf, Mars folgt gegen 4:20 Uhr und Jupiter und Venus gegen 4:45 Uhr. Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen zu beobachten.

Am Montag, den 2. Mai, geht die Sonne um 5:54 Uhr auf und um 20:50 Uhr unter. Der helle Tag dauert also praktisch schon 15 Stunden. Entsprechend verlängern sich auch die Dämmerungszeiten. Richtig "astronomische Dunkelheit" haben wir nur noch zwischen 23:30 Uhr und 3:20 Uhr, also keine vier Stunden lang. Der schmale Mond ist heute Abend nur zu 4 Prozent beleuchtet und zieht knapp unterhalb von Merkur durch das "goldene Tor" der Ekliptik. Er geht um 22:58 Uhr unter, in der Dämmerung wird von den umgebenden Sternen jedoch kaum etwas zu sehen sein. Die ISS fliegt heute früh zwischen 4:11 Uhr und 4:17 Uhr in maximal 37° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Dienstag, den 3. Mai, ist die ISS einmal um ca. 3:25 Uhr tief im Südosten/Osten zu sehen, zwischen 4:58 Uhr und 5:06 Uhr fliegt sie dann in maximal 76° Grad Höhe hoch über unseren Morgenhimmel hinweg, ganz dicht an der Wega, dem hellsten Stern der Leier vorbei. Die Mondsichel ist heute zu 1cht Prozent beleuchtet und geht kurz nach Mitternacht unter. Im dunklen Teil des Mondes schimmert heute und in den nächsten Tagen noch das Erdlicht.

Am Mittwoch, den 4. Mai, fliegt die ISS zwischen 4:10 Uhr und 4:17 Uhr in maximal 62° Grad Höhe über unseren früh morgendlichen Himmel hinweg. Kleinplanet (13) Egeria (10mag) steht heute in Opposition zur Sonne und ca. 1 Grad von alpha Librae (2,8mag) entfernt. Die Mondsichel ist heute zu 14 Prozent beleuchtet und geht kurz nach 1:00 Uhr am Donnerstag unter.

Am Donnerstag, den 5. Mai, ist die ISS morgens wieder zweimal zu sehen: zwischen 3:24 Uhr und 3:29 Uhr in maximal 48° Grad Höhe im Südosten und zwischen 4:59 Uhr und 5:06 Uhr fliegt sie aus dem Westen kommend genau über unsere Stadt hinweg in Richtung Osten der Sonne entgegen. Der Mond steht abends im Sternbild Zwillinge und ist zu ca. 22 Prozent beleuchtet.

Am Freitag, den 6. Mai, ist die ISS gegen 2:38 Uhr das erste Mal tief im Osten zu sehen, beim zweiten Überflug zwischen 4:10 Uhr und 4:17 Uhr fliegt sie mit maximal 85° Grad Höhe nur fast genau über unsere Stadt hinweg. Heute früh erreicht der Meteorstrom der Eta-Aquariden sein Maximum, es ist nach 3:00 Uhr mit mehreren Sternschnuppen zu rechnen. Diese gehen zurück auf Staubteilchen in der Bahn des berühmten Halleyschen Kometen. Am Abend ist der Mond zu gut 30 Prozent beleuchtet.

Am Samstag, den 7. Mai, kann die ISS gleich dreimal gesehen werden: Um 1:51 Uhr ist sie ganz kurz im Osten zwischen Sternbild Delphin und dem Horizont zu sehen. Um 3:23 Uhr tritt sie dicht bei Arkturus aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann bis 3:29 Uhr in maximal 74° Grad Höhe nach Osten und beim dritten Mal ist sie von 4:58 Uhr bis 5:05 Uhr mit 85° Grad Höhe auch wieder fast durch unseren Zenit Richtung Osten, wo sie dicht bei dem gerade aufgegangenem Planeten Jupiter hinter dem Horizont verschwindet. Der Mond ist am Abend zu gut 40 Prozent beleuchtet, er geht erst am Sonntag gegen 3:00 Uhr unter.

Am Sonntag, den 8. Mai, ist die ISS gegen 2:38 Uhr tief im Osten kurz zu sehen, beim zweiten Überflug zwischen 4:09 Uhr und 4:16 Uhr fliegt sie exakt durch unseren Zenit, also genau über unsere Stadt hinweg. Der Mond ist am Abend zu 49 Prozent beleuchtet. Erst am Montag in aller Frühe erreicht er um 2:21 Uhr das Erste Viertel.

Sonntag, 24. April 2022

25. April - 1.Mai 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich also gut zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel. Von den Planeten kann allein Merkur in der Abenddämmerung nach Sonnenuntergang bis kurz nach 22 Uhr gefunden werden. Am Morgenhimmel bilden Saturn (Aufgang ca. 4:10 Uhr), Mars (ab 4:50 Uhr) , Venus (ab 5:10 Uhr) und Jupiter (ab 5:20 Uhr) eine lange Kette, die aber in der immer heller werdenden Dämmerung nicht einfach zu finden ist. Die ISS zeigt sich langsam wieder bei morgendlichen Überflügen.

Am Montag, den 25. April, geht die Sonne um 6:08 Uhr auf und um 20:39 Uhr unter. Der helle Tag ist also wieder 26 Minuten länger als noch vor einer Woche am Ostermontag. Der noch zu 32 Prozent beleuchtete Mond geht um 4:49 Uhr auf, bis er bei uns über dem Eggegebirge zu sehen sein wird, dauert es noch einige Minuten länger. Er zeigt heute sowohl maximale Libration in Länge als auch Breite: der Krater Grimaldi steht nahe am Mondrand und wir können auch seinen Nordpol sehen.

Am Dienstag, den 26. April, geht der Mond um 5:07 Uhr auf, er steht jetzt unterhalb vom Mars.

Am Mittwoch, den 27. April, geht die nur noch zu 14 Prozent beleuchtete schmale Mondsichel um 5:22 Uhr unterhalb von Venus und Jupiter auf. Sie ist heute früh wahrscheinlich letztmalig vor Neumond zu sehen. Zwischen 4:56 Uhr und 5:00 Uhr ist die ISS erstmalig wieder in knapp 14° Grad Höhe am südöstlichen Morgenhimmel zu sehen.

Am Donnerstag, den 28. April, geht die zu 7 Prozent beleuchtete Mondsichel um 5:35 Uhr auf, ob sie wohl in der Morgendämmerung noch zu finden sein wird?

Am Freitag, den 29. April, ist die ISS zwischen 4:56 Uhr und 5:01 Uhr in maximal 26° Grad Höhe beim Überflug zu sehen. Kleinplanet (10)Hygiea (9,3mag) steht heute in Opposition zur Sonne. Merkur erreicht seinen größten Winkelabstand (Elongation) von der Sonne.

Am Samstag, den 30. April, erreicht der Mond um 22:28 Uhr seine exakte Neumondposition. Im Südpazifik, Südamerika und Teilen der Antarktis kommt es zu einer partiellen Sonnenfinsternis. Bei uns ist davon jedoch gar nichts zu bemerken.Die ISS kann zwischen 4:06 Uhr und 4:12 Uhr im Südosten gesehen werden. Jupiter und die Venus sind heute früh nur 43' Bogenminuten voneinander entfernt.

Am Sonntag, den 1.Mai, fliegt die ISS zwischen 4:53 Uhr und 5:00 Uhr in maximal 46° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.

Dienstag, 19. April 2022

16. - 26. April 2022: Neue große Sonnenflecken

***** Updates weiter unten ...   ***** 

***** 16. April 2022 *****

Heute Nachmittag sind am Sonnenrand zwei neue, relativ große Sonnenflecken erschienen. Es wird spannend werden, diese zu beobachten, wenn sie in den kommenden Tagen weiter in die Sonne hinein rotieren. Bringen sie möglicherweise noch weitere Flecken mit?

Hier ein erstes Foto, auf dem ich die neue Fleckengruppe und die schon etwas länger existierenden markiert habe. Ein zusätzlicher kleiner Fleck ist am unteren Rand der Sonne erschienen, der auch noch keine Nummer bekommen hat.

Sonne mit Fleckengruppen am 16.4.22 um 17:30 Uhr MESZ

Die beiden neuen großen Flecken haben einen größeren Durchmesser als die Erde. Aus dieser Region hat es auch bereits stärkere Sonnenflares gegeben. Mal sehen, was da noch kommt - vielleicht gibt es ja in den nächsten Tagen nach so einem Flare sogar Polarlichter zu beobachten.


***********  Update vom 17. April *********

Am 17. April, Ostersonntag, ist die neue Gruppe schon etwas weiter einrotiert. Man erahnt bereits neben den beiden großen dunklen Flecken weitere kleine Flecken. Die Gruppe 2989 ist wieder verblasst. Der gestern von mir noch mit einem "?" versehene Fleck hat inzwischen die Nummer 2992 bekommen, er steht jetzt schon dicht am Rand, scheint jedoch größer zu werden.

 Die große Fleckengruppe wurde in 2993 und 2994 geteilt. Aus ihr heraus kam es zu bereits zu einem starken "X-Flare". Dazu gibt es ein kleine Filmchen auf der Webseite von spaceweather.com. Auch gibt es hier ein sehr schönes, scharfes Foto der ganzen Fleckengruppe, viel besser als es mir mit meinem bescheidenen Equipment möglich ist.

Sonne mit Fleckem vom 17. April 2022


 ***** Update vom 18. April 2022  *******

Heute zeigte sich die neue Gruppe noch einmal viel deutlicher. Ich habe sie schon am Vormittag fotografiert, da war de Luft vielleicht auch noch klarer durchlässig, jedenfalls ließen sich bei den großen Flecken die helleren (Penumbra) und dunkleren (UMbra) Fleckenzonen deutlich von einander unterscheiden. 

Sonne mit Flecken am 18. April

Man kann zwischen den drei großen Flecken auch noch ein paar kleinere Flecken erkennen.  Die anderen Fleckengruppen auf der Sonne haben sich nur wenig geändert.

 Wenn man genau hinschaut, scheint sich zwischen dem unzteren Einzelfleck (AR 2991) und der neuen Gruppe (2993/2994) eine weitere kleine Gruppe zu entwickeln, noch hat diese jedoch keine Nummer bekommen. 

******  Update vom 19. April 2022  **********

Die Schönwetterperiode geht weiter, deshalb hier ein weiteres Bild. Diesmal wieder am Abend aufgenommen, daher nicht ganz perfekt:

Sonne mit Flecken am 19.4.22 um 18 Uhr MESZ

Man erkennt, das hinter der Gruppe am Rand ein weiterer großer Fleck auftaucht. Der einzelne Fleck 2991 ist immer noch zu erkennen, die anderen schwachen Gruppen lassen sich bestenfalls noch in größeren Teleskopen erahnen.


***** Update 20. April 2022 ******

Jetzt ist die neue Aktive Region (AR2995) deutlicher zu sehen, sie scheint auch aus mehr als nur einem großen Fleck zu bestehen. Die großen Flecken der Gruppen 2993 und 2994 scheinen sich fast ein wenig selbst aufzuspalten. 

Sonnenflecken am 20. April 2022



****** Update 21. April 2022 *****

 

Und so sieht die Sonne heute, am 21. April aus:


Sonne am 21. April 2022

 Die nachfolgende Gruppe (AR 2995) ist doch nicht ganz so kräftig, wie es zunächst aussah. Dafür zeigen AR 2993 und 2994 noch einmal mehr Details, Spannend, wie sich jetzt in die UMbra der großen Flecken selbst in mehrere Teile aufspaltet. Hier einmal ein Foto nur von den Flecken, in einer 1:1-Ansicht aus meinem Spektiv:

Sonnenflecken vom 21.4. in Großdarstellung


Wie wird es wohl morgen weiter gehen? Ob das schöne Wetter noch anhält??

******  Update 22. April 2022 *******

Und hier zwei weitere Bilder der großen Sonnenflecken:

Sonnenflecken-Detail 22.4.2022

Sonne komplett am 22.4.2022

********** Update 23. April 2022 ********

Leider hatte ich am Samstag, den 23. April keine gute Gelegenheit, Fotos von der Sonne zu machen. Einzig am Vormittag gab es kurz Zeit, da war die Sonne zum einen jedoch hinter eichten Scheierwolken verdeckt und zum anderen habe ich wohl in der Eile auch den Fokus nicht genau getroffen:

 

Sonne am 23. April 2022 9:28 MESZ

 

********  Update 24. April *********

Am Sonntag klappte es dafür wieder besser. Hier ein Foto vom Mittag:


Sonne am 24. April 2022, um 12:11 MESZ

Die großen Gruppen (2993, 2994) sind inzwischen weiter nach rechts hin gewandert. Die kleinere Gruppe 2991 fällt am rechten Rand kaum noch auf. Dafür dreht von links wieder ein neuer auffälliger Fleck in das Sonnenbild hinein. Noch hat er keine Nummer bekommen, es müsste aber wohl die 2999 werden. Leider ist für die kommenden zwei Tage nun wieder Bewölkung vorhergesagt. Hoffentlich fällt auch Regen, denn viele Böden sind inzwischen schon wieder ganz staubtrocken geworden. Gerade im Frühjahr brauchen jedoch praktisch alle Pflanzen ein gutes Mix aus Sonne und Regen, um wachsen und gedeihen zu können. 

***************** Update 25. April 2022 ****************

Wie vorhergesagt, ist das Wetter heute schlecht. Der Erde tut der viele Regen gut, aber ein Foto? Überraschenderweise wurde es gegen Abend jedoch etwas heller, man konnte die Position der Sonne hinter den Wolkken zumindest erahnen. Also habe ich, ohne mir viel Hoffnung zu machen, einfach mal drauf gehalten. Fokussieren war praktisch nicht möglich, denn hinter den Wolken war ein scharfer Sonnenrand nicht auszumachen. Auch auf dem PC zeigten die Bilder zunächst einmal nichts, was nach Sonnenflecken aussah. Doch dann gab es eine Überraschung. In der Lightroom-Software der Firma Adobe gibt es einen Regler, der heisst "Dunst entfernen". Und dieser wirkt tatsächlich wie ein kleines Wunder. Er kann zumindest leichten Dunst wegschieben und dahinter Sonnenflecken ausmachen. Gegen ganz dichten Wolkendunstist auch er machtlos, aber schauen Sie sich doch einmal selbst das Ergebnis an:

Sonne am 25. April 2022

Hier lassen sich die großen Flecken zumindest hinter den Wolken erahnen!

******* Update 26.April 2022 ************

Heute gab es zwar auch viele Wolken und (etwas) regen, aber zwischendurch auch kurze sonnige Phasen. Dabei gelang mir das nachfolgende Foto:

Sonne am 26. April


Die große Fleckengruppe, die vor gut zehn Tagen die "Bühne" betreten hat, rotiert jetzt langsam dem Sonnenrand entgegen, sie ist nicht mehr ganz so auffällig wie vor ein paar Tagen, doch immer noch sehr schön anzusehen mit vielen kleinen Details.  Der neue Fleck vom 24. April ist jetzt schon deutlich vom Sonnenrand entfernt. Wie ich vermutet habe, hat er die Nummerierung 2999 bekommen. Nicht weit von ihm entfernt ist ganz dicht am Sonnenrand bereits ein weiterer neuer Fleck zu sehen. Gestern haben Amateurastronomen an diesem Sonnenrand auch eine große Protuberanz beobachtet. Vielleicht kommt hier eine neue besonders aktive Region auf uns zu. Es bleibt also spannend.



Sonntag, 17. April 2022

18. - 24. April 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche zieht sich der Mond langsam vom Abendhimmel zurück. Von den hellen Planeten kann - mit Glück - Merkur am Abendhimmel gefunden werden, er geht gegen 22:15 Uhr unter. Am Morgenhimmel ist - mit noch mehr Glück und klarster Sicht zum Osthorizont - eine Planetenkette von Saturn (Aufgang ca. 4:30 Uhr) über Mars (4:45 Uhr) und Venus (5:00 Uhr) bis hin zu Jupiter (5:15 Uhr) zu sehen. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu beobachten.

Am Montag, den 18. April, Ostermontag, geht die Sonne um 6:22 Uhr auf und um 20:27 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt deutlich länger als 14 Stunden. Der immer noch zu 94 Prozent beleuchtete Mond geht um 23:05 Uhr auf, er wandert gerade vom Sternbild Waage in den Skorpion. Da er sich so auf seiner elliptischen Bahn ziemlich in Erdnähe befindet erscheint er vielleicht etwas größer als gewöhnlich.

Am Dienstag, den 19. April, geht der Mond gar nicht auf, er erscheint erst um 0:38 Uhr (am Mittwoch also) am Südosthorizont.

Am Mittwoch, den 20. April, kann man vielleicht Merkur finden. Um 21:30 Uhr steht er ca. 6° Grad hoch über der Stelle, wo zuvor die Sonne untergegangen ist.

Am Donnerstag, den 21. April, geht der Mond gegen 2:00 Uhr auf und ist noch zu etwas über 75 Prozent beleuchtet.

Am Freitag, den 22. April, erreicht am Abend der Meteorstrom der Lyriden sein Maximum. Viele Sternschnuppen sind nicht zu erwarten. Am besten beobachtet man von Mitternacht bis zum Mondaufgang. Die Sternschnuppen scheinen aus dem Sternbild Leier (Lyra) zu kommen, das im Nordosten im Laufe der Nacht langsam aufsteigt.

Am Samstag, den 23. April, geht der Mond erst gegen 4:00 Uhr auf. Er ist dann vielleicht auch noch eine Weile am Taghimmel zu sehen. Wenn er um 13:56 exakt die Position des Letzten Viertels erreicht, steht er bei uns jedoch schon unter dem Horizont. Jetzt am Wochenende eignen sich die Nächte auch schon wieder zur Beobachtung lichtschwacher "deep-sky"-Objekte am Himmel. Richtig "astronomisch dunkel" ist es jedoch nur noch zwischen 23:00 Uhr und 4:00 Uhr in der Frühe.

Am Sonntag, den 24. April, geht der noch zu 43 Prozent beleuchtete Mond gegen 4:30 Uhr auf. Er nähert sich langsam der Kette der Planeten am Morgenhimmel, noch unterhalb derer er seine Bahn am Himmel ziehen wird.

Samstag, 16. April 2022

16. April 2022: Vollmond

 Aufgang des Vollmonds am Samstagabend. Der erste Vollmond nach Frühlingsanfang. Deshalb ist am kommenden Sonntag, also morgen, Ostern!


So ein Ball motiviert natürlich sofort zum Spielen:



 

Ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern ein fröhliches Osterfest!


Montag, 11. April 2022

11. April 2022: Der "goldene Henkel" am Mond

 Heute, am Dienstagabend, den 11. April 2022, ist am Mond der "goldene Henkel" mal wieder schön zu beobachten:

Mond mit Henkel um 20:49 MESZ

Eine Stunde später ist der Terminator schon ein kleines Stück weiter:

Mond mit Henkel um 21:50 MESZ

Jetzt ist der runde Bogen des Henkels schon deutlich besser zu erkennen.

Und noch einmal eine Stunde später, leider ist diese Aufnahme nicht gut fokussiert:



Der Mond um 22:58 Uhr MESZ