Samstag, 14. März 2020

Sternwarte Paderborn Schloß Neuhaus ebenfalls geschlossen!


Liebe Freunde,

leider macht der Corona-Virus auch vor öffentlichen Sternwarten nicht halt. Die Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus ist daher ebenso wie Schulen und viele andere Einrichtungen zunächst einmal bis nach den Osterferien (19. April) geschlossen.

Die angekündigten Veranstaltungen sollen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

So traurig dies auch ist, aber eine Virusübertragung beim gemeinsamen Beobachten am Teleskop wäre schon mal keine gute Sache. Außerdem ist es zur Zeit leider wirklich wichtig, persönliche Kontakte zu reduzieren, um Übertragungsketten nicht noch zu beschleunigen. Dies verlangt allein schon unsere Solidarität mit dem Personal in Krankenhäusern, Altenheimen und vielen anderen Einrichtungen.

Mittwoch, 11. März 2020

Messier-Marathon


Im 18. Jahrhundert hatte sich der französische Astronom Charles Messier einer der eifrigsten Kometenentdecker. Über zwanzig hat er gefunden. Der Legende fand er dabei viele weitere diffuse Objekte am Nachthimmel, die jedoch keine Kometen waren. damit er sich nicht immer wieder über solche Objekte ärgerte, begann er schließlich diese eindeutig zu katalogisieren. Zusamen mit anderen Astronomen kam er am Ende auf 110 Objekte. Unbewußt hat er so wohl den beliebtesten Objektkatalog für Sternfreunde geschaffen, weil diese Objekte die wohl hellsten, und dadurch oftmals auch mit nur einfachen Hilfsmitteln erreichbaren, und schönsten Objekte am Nachthimmel darstellen: Sternhaufen, Galaxien, planetarische Nebel.

Und wie es der Zufall so will, sind in mondlosen Nächten Ende März/Anfang April (fast) alle der 110 Objekte in nur einer Nacht sichtbar. Von Deutschland aus können dann 106 von 110 Objekten gefunden werden. Dazu braucht man natürlich etwas Glück, aber auch eine ganze Menge Ausdauer.

So entwickelte sich irgendwann unter den Hobbyastronomen der Wettstreit, wer schafft tatsächlich alle diese Objekte in einer Nacht? Und zu Ehren von Charles Messier nannte man diesen Wettstreit "Messier-Marathon".

Ende März ist es zwischen ca. 20 Uhr abends und 5 Uhr morgens astronomisch dunkel, so dass einem insgesamt neun Stunden für über 100 Objekte am Himmel zur Verfügung stehen. Das sind im Schnitt nur 5 Minuten pro Objekt!

In seiner klassischen, puristischen Form darf man dabei für den Messier-Marathon keine "GoTo"-Steuerungen verwenden, welche die Teleskope automatisch von Objekt zu Objekt führen, sondern muss alle Objekte manuell von Hand ansteuern.

Wer in Deutschland über 90 Objekte schafft, darf sich über diesen großen Erfolg schon sehr freuen, wer es tatsächlich auf über 100 Objekte schafft, gehört zu einem kleinen erlesenen Kreis von Beobachtern. Doch man sollte sich auch mit viel weniger Objekten zufrieden geben. Beim wohl ersten in Deutschland durchgeführten Messier-Marathon 1992 kamen Sternfreunde aus Hagen auf insgesamt 78 Objekte. Auf der Webseite deepskybeobachtung.de ist ihr Erfahrungsbericht immer noch nachzulesen.

Doch man muss diesen Wettbewerb natürlich nicht unbedingt so streng sehen. Spaß kann man sicherlich auch haben, wenn man eine automatische Fernrohrsteuerung besitzt. Auch dann ist es - je nach verwendeter Optik - oftmals immer noch schwierig genug, die gesuchten Objekte auch tatsächlich zu identifizieren! Oder man kürzt den Wettbewerb zeitlich ab und fragt sich zum Beispiel: "Wieviel verschiedene Objekte schaffe ich in zwei Stunden Beobachtungszeit?"

 Wichtig für uns ist vor allem die Frage, ob das Wetter wirklich mitspielt. Nach den vielen Regentagen bin ich zwar irgendwie skeptisch, aber nicht hoffnungslos.

Wenn das Wetter dann jedoch mitspielt, kann man etwa ab dem Wochenende 13./14./15. März mit dem "Training" beginnen, denn dann geht der Mond erst um Mitternacht auf und man hat schon die erste Hälfte der Nacht zur Verfügung. Das folgende Wochenende (20./21.22.3.)  ist dann schon das eigentlich "ideale" Wochenende für den Messier-Marathon, denn am folgenden Dienstag, den 24. März am Vormittag ist Neumond.

Drücken Sie bitte die Daumen! Wenn es in den nächsten Tagen mit der Beobachtung klappt, möchte ich natürlich in meinem Blog darüber berichten. Schade, dass jetzt die Corono-Virus-Krise so akut geworden ist - gemeinschaftlich wäre ein solcher Messier-Marathon sicherlich ein Riesenspaß. Leider ist dies in den nächsten Tagen sozial nicht zu verantworten.

Und wer ein besonders schönes und vor allem für die praktische Beobachtung  der Messier-Objekte geeignetes Buch sucht, dem sei diese Crowd-Funding-Aktion des Oculum-Verlags bei startnext wärmstens empfohlen!





Dienstag, 10. März 2020

16. März 2020: Fragerunde: Uns geht ein Licht auf


**** Update 14. März **** Update 14. März ****

Wie ich gestern Abend erfahren habe, bleibt auch die Sternwarte Paderborn wegen des Corona-Virus in der nächsten Zeit geschlossen. Die Veranstaltung wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden

*****************************************************************************

Am Montag, den 16. März 2020, gibt es um 20 Uhr auf der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus eine besondere Veranstaltung:

 Fragerunde: Uns geht ein Licht auf


In der Ankündigung auf der Webseite der Sternwarte heißt es dazu:

Die Sternwarte bietet viele interessante Vorträge aus Astronomie und Physik. Dennoch bleiben sicherlich viele Fragen unbeantwortet, die das Team der Sternwarte oftmals im Rahmen von Besucherführungen gestellt bekommt und die dann bestmöglich beantwortet werden. Erst zum zweiten Mal besteht nun „offiziell“ die Möglichkeit, astronomiebezogene Fragen jedweder Art an Dr. Martin Otte zu richten, die er dann nach bestem Wissen und Gewissen beantworten wird. Es spielt dabei auch keine Rolle, ob sehr fachspezifische oder sehr allgemein gehaltene Themen angesprochen werden.

Der Referent freut sich darauf zu erfahren, welche Themen und konkreten Fragestellungen die Besucher der Veranstaltung beschäftigen.

Ich selbst werde auch dabei sein und ebenfalls versuchen, auf die Besucherfragen fundierte Antworten zu geben. Die Antworten könnenvielleicht  um so besser ausfallen, wenn sie Ihre Frage jetzt schon stellen. Nutzen Sie doch dafür einfach die Kommentarfunktion zu diesem Blogbeitrag oder schicken sie ihre Frage entweder an mich direkt oder an die Mailadresse der Sternwarte: mail@vspb.de.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung kommt wie üblich der Arbeit der Sternwarte zu Gute.

Sonntag, 8. März 2020

9. - 15. März: Der Himmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche haben wir am Montag Vollmond, danach zieht er sich langsam vom Abendhimmel zurück. Von den hellen Planeten ist auch in dieser Woche die Venus hell leuchtender Abendstern, sie geht erst deutlich nach 22 Uhr unter. Am Montag steht die Venus noch ganz dicht bei Uranus, der allerdings nur im Fernglas oder Fernrohr zu sehen ist. Andere Planeten gehen erst am frühen Morgen im Osten auf: Mars steigt gegen 4:45 Uhr über der Egge auf, Jupiter folgt ca. 15 Minuten später und Saturn ist ab 5:30 Uhr zu sehen. Die ISS ist nur noch in den ersten Tagen der Woche am Morgenhimmel bei ihren Überflügen zu beobachten.

Am Montag, den 9. März, fliegt die ISS zwischen 5:21 Uhr und 5:26 Uhr in maximal 47° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Die Sonne geht um 6:52 Uhr auf und um 18:19 Uhr unter, der helle Tag ist also 27 Minuten länger als noch vor einer Woche. Am Abend ist um 18:48 Uhr Vollmond, der Mond geht in etwa bei Sonnenuntergang imOsten auf und am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang im Westen unter. Der Mond steht in dieser Nacht auf seiner Bahn um die Erde uns relativ nahe, sein Durchmesser ist ca. 10 Prozent größer, als wenn er in Erdferne stehen würde. Die Venus zieht heute Abend in nur 2,5° Grad Abstand nördlich an Uranus vorüber.

Am Dienstag, den 10. März, tritt die ISS in der Nähe des Mondes um kurz vor 6:08 Uhr aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann in nur noch maximal 19° Grad Höhe nach Osten, wo  sie noch vor Erreichen der Planetenkette Saturn, Jupiter und Mars um 6:15 Uhr am Horizont verschwindet. Bei Jupiter stehen heute früh alle vier Monde auf der gleichen Seite. Wenn der Mond am Abend um 19:25 Uhr aufgeht, ist er immer noch zu 98 Prozent beleuchtet. Um 19:30 Uhr findet in Bad Lippspringe die Jahreshauptversammlung der Planetariumsgesellschaft OWL in den Westfälischen Stuben statt. Interessierte Sternfreunde sind herzlich willkommen.

Am Mittwoch, den 11. März, erscheint die ISS um 5:22 Uhr wieder in der Nähe des Mondes und geht um 5:27 Uhr am Horizont im Südosten unter. Der immer noch zu 93 Prozent beleuchtete Mond geht um 20:52 Uhr auf.

Am Donnerstag, den 12. März, endet um 0:52 Uhr die Bedeckung des 5.8mag hellen Stern 80 Vir durch den Mond, der Stern erscheint am schmalen dunklen Rand des Mondes. Die ISS ist nur kurz um 4:36 Uhr tief im Süosten zu sehen. Der Mond geht am Abend um 22:19 Uhr auf und steht in der Nähe von Spica, dem hellsten Stern der Jungfrau.

Am Freitag, den 13. März, ist die ISS in dieser Sichtbarkeitsperiode letztmalig um ca. 5:25 Uhr kurz im Süden in maximal 12° Grad Höhe zu sehen. Der Mond geht am Abend erst um kurz vor Mitternacht auf. An der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus trifft sich ab ca. 19:30 Uhr die Beobachtergruppe.

Am Samstag, den 14. März, geht der Mond erst nach Mitternacht auf. Wenn das Wetter klar ist, kann man in der ersten Nachthälfte schon mal für den Messier-Marathon trainieren. Der Franzose Messier hatte im 18. Jahrhundert einen Katalog von ca. 100 Objekten am Nachthimmel geschaffen, Diese können im März in einer klaren, mondlosen Nacht fast alle vollständig beobachtet werden.

Am Sonntag, den 15. März, geht der Mond um 1:03 Uhr auf, er ist heute früh zu ca. 63 Prozent beleuchtet. Kleinplanet Euterpe steht heute in Opposition und kann die ganze Nacht beobachtet werden. Euterpe ist immerhin 9.6mag hell, kann also mit guten Digitalkameras oder Fernrohren imSternbild Jungfrau naheder Grenze zum Löwen gefunden werden. 

Samstag, 7. März 2020

7. März 2020: Noch einmal: Mond, Venus und Uranus


Heute Abend war der Himmel bei Sonnenuntergang wieder einmal klar. Also gleich die Gelegenheit genutzt, zuerst noch in der Dämmerung den Mond zu fotografieren und anschließend zu schauen, wie die Venus sich an Uranus angenähert hat.

Hier der Mond von Samstagabend:

Der Mond am 7. März 2020 um ca. 19:10 Uhr MEZ
Im Vergleich zum 3. März hat er ordentlich zugenommen. Mit 94 Prozent Beleuchtung wirkt er schon fast wie ein Vollmond. Vor vier Tagen war er nur knapp über die Hälfte, zu 53 Prozent beleuchtet.

Als ich dann Venus und Uranus fotografieren wollte, zogen schon die ersten Schleierwolken auf. Trotzdem habe ich noch verschiedene Fotos gemacht. Auf etlichen war Uranus kaum auszumachen, weil die Wolken ihn verdeckten, aber auf diesem Foto sind mir Venus und Uranus halbwegs gelungen:

Venus und Uranus am 7. März

Im Vergleich zum Foto vom Dienstag fällt als erstes auf, dass die Venus viel "breiter" erscheint. Dies liegt schon an den Wolken, die ihr helles Licht streuen und so für eine Art "Hof" um sie herum sorgen. In der "Großansicht" des Bildes kann man aber auch Uranus und andere Sterne erkennen. Wenn Ihnen das nicht so einfach möglich ist, hier wieder ein Bild mit Erläuterung, wo Uranus zu finden ist:

Uranus


Vergleicht man dieses Bild mit dem vom Dienstag, kann man erkennen, dass Uranus immer noch die gleiche Position einnimmt, wie vor vier Tagen. Er bildet damals wie heute mit ein paar anderen Sternen in seinder Nähe ein kleine Struktur, die fast aussieht wie ein Kinderdrachen.Hier noch einmal das Bild vom Dienstag, diesmal mit ein paar Strichen ergänzt, um den Drachen etwas besser anzudeuten:

Uranus als Teil eines "Drachen".

Erkennen Sie diese "Drachenstruktur" auch auf dem aktuellem Bild von heute? Es ist wohl klar erkennbar, dass die Venus heute praktisch neben der oberen, rechten Seite dieses Drachen steht. Morgen wird sie sich oberhalb der Spitze des Drachens befinden. Wer ganz genau hinschaut, wird aber auch erkennen können, dass sich Uranus ein klein wenig bewegt hat in den vier Tagen. Er hat den Drachen ein klein wenig auseinander gezogen. In den nächsten Tagen wird er noch weiter nach links, nach Osten wandern, jedoch sehr langsam. Da aber die Sonne immer später untergeht, wird Uranus nach Sonnenuntergang Abend für Abend sich mehr in der hellen Dämmerung befinden und schon bald gar nicht mehr zu erkennen sein, sondern am Taghimmel mit der Sonne zusammen wandern.

Es wird in diesem Jahr noch ein paar weitere, durchaus noch engere Begegnungen zwischen zwei Planeten am Nachthimmel geben. Noch in diesem Monat wird zum Beispiel am Morgenhimmel der Mars an Jupiter vorbei ziehen. Drücken Sie die Daumen, dass auch diese Begegnung dokumentiert werden kann.

Wir Astronomen nennen solche Begegnungen von Planeten am Himmel übrigens "Konjunktionen". Dieser Begriff stammt aus der lateinischer Sprach coniunctio bedeutet "Verbindung". In der Grammatik stellt eine Konjunktion eine Wortart dar die andere Wörter oder Satzteile miteinander verbindet. In der Astronomie "verbinden" sich zwei Planeten eigentlich nur scheinbar, denn zwischen Uranus und Venus ist der wirklich Abstand ja duchaus riesig. Von uns auf der Erde aus gesehen, scheinen diese beiden Planeten aber (fast) auf einer Linie (hintereinander) zu stehen.

Mittwoch, 4. März 2020

3. März: Mond, Venus und Uranus und eine verpasste Sternbedeckung


Am Dienstag, den 3. März 2020, war es abends endlich mal wieder klar. Einen solchen Himmel hatte ich mir eigentlich für den Mondfotografie-Workshop in der Sternwarte am Tag zuvor gewünscht. Aber nun gut, man wird bescheiden und freut sich in diesen Wochen über jede kleine Wolkenlücke.

Ein erstes schnelles Foto vom Mond hatte ich schon am Nachmittag aufgenommen. Da zeigt der Mond natürlich noch nicht so viele Einzelheiten, der Himmel selbst ist noch sehr hell:

Mond am 3.3.2020 um kurz nach 17 Uhr. MEZ

Gut zwei Stunden später war es dunkel und gerade am Terminator, also am "Schattenrand" des Mondes, dort wo die Sonne auf dem Mond gerade aufgeht, sind schon mehr Details zu erkennen:

Mond um 19:30 MEZ

Auch kann man selbst bei diesen einfachen Fotos schon erkennen, dass die Terminatorlinie sich in den zwei Stunden zwischen den Bildern leicht verschoben hat.

Leider zogen dann gegen 20 Uhr schon wieder Wolken auf. Aber es reichte so gerade noch für ein Foto von Venus und Uranus:

Venus im Westen (gegen 19:45 Uhr)

Wer dieses Bild anklickt und in der vergrößerten Darstellung anschaut, kann hier auch den Planeten Uranus finden. Machen Sie doch einmal den Vergleich zwischen diesem Foto und der gleichen Gegend in einem Planetariumsprogramm, z.B. Stellarium.

Wenn ihnen diese Suche zu kompliziert ist, hier kommt noch schnell die "Auflösung":

Venus und Uranus am Abendhimmel.
Dieses Foto entstand mit meiner Canon 5D Mark II Kamera, ich habe mit meinem 50mm Objektiv 8 Sekunden bei f/2.0 und ISO400 belichtet. Dadurch sind auf diesem Bild soger kleinste Sternchen mit einer Helligkeit von ca. 9.5mag zu erkennen. In der 100 Prozent-Ansicht sind die Sterne jedoch schon zu leichten Strichspuren verzogen.

Der Abstand von Venus und Uranus betrug auf diesem Foto etwa 5,5° Grad. Die Venus wird sich in den nächsten Tagen immer weiter an Uranus annähern und ihn in der Nacht vom 8. zum 9. März in gut 2° Grad Abstand überholen. Die Venus zieht oberhalb an Uranus vorbei. Wenn es klaren Himmel gibt, versuche ich, dieses Ereignis zu dokumentieren, aber die Wettervorhersagen sind nicht gerade gut dafür.

Später am Abend, um 21:26 Uhr kam es noch zu einer Sternbedeckung durch den Mond. Auf diesem Bild habe ich den Mond ganz an den Rand gestellt, damit er nicht alles überstrahlt. Das Sternchen hat nur eine Helligkeit von 6.4 mag:

Mond und Stern SAO 77358 (links der Mitte), knapp zwei Stunden vor der Bedeckung
Dummerweise habe ich dann die richtige Bedeckung des Sterns durch den Mond doch glatt verpasst. Beim Fernsehgucken (Schalke gegen Bayern) hatte ich doch glatt die Zeit vergessen ... irgendwie hatte ich gedacht, dafür habe ich in der Halbzeitpause Zeit. Das war ein Irrtum, die Bedeckung passierte natürlch pünktlich um 21:26 Uhr.

Sonntag, 1. März 2020

2. - 8. März 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche bestimmt der zunehmende Mond den Nachthimmel. Von den hellen Planeten ist die Venus bis nach 22 Uhr strahlender Abendstern. Am Morgenhimmel können Mars, (vor 5:00 Uhr)  Jupiter (vor 5:30 Uhr) und Saturn (vor 6:00 Uhr) gefunden werden. Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen zu sehen. Es gibt gleich mehrere Sternbedeckungen, allerdings sind die Sterne meist sehr lichtschwach und nur im Feldstecher zu sehen.

Am Montag, den 2. März, geht die Sonne um 7:07 Uhr auf und um 18:07 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt also schon 11 Stunden. Zuvor fliegt die ISS um 6:04 Uhr exakt über unsere Stadt hinweg. Sie steigt aus dem Westen kommend schnell hoch auf bis in den Zenit und verschwindet um 6:09 Uhr im Osten. Der Mond steht abends im Sternbild Stier und erreicht um 20:57 Uhr das Erste Viertel.

Am Dienstag, den 3. März, ist die ISS zwischen 5:16 Uhr und 5:22 Uhr in maximal 85° Grad Höhe hoch am Morgenhimmel zu sehen. Um 21:27 Uhr bedeckt der Mond ein mit 6.3mag lichtschwaches Sternchen.

Am Mittwoch, den 4. März, fliegt die ISS zwischen 6:04 Uhr und 6:11 Uhr erneut sehr hoch (maximal 83° Grad) über unseren Himmel hinweg, dabei fliegt sie auch dicht an der Wega im Sternbild Leier vorüber. Um 21:04 Uhr bedeckt der Mond ein nur 6.8mag helles Sternchen. Er zeigt außerdem maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht nah am Rand.

Am Donnerstag, den 5. März, fliegt die ISS um 5:18 Uhr noch einmal fast exakt über unsere Stadt hinweg. Heute kommt es gleich zweimal zu Sternbedeckungen durch den Mond. Um 19:12 Uhr wird ein Stern der Helligkeit 6.4mag bedeckt und um 21:44 Uhr ein Stern mit 6.9mag. Um 22:34 Uhr erreicht der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitsminimum. Der Mond steht abends im Sternbild Zwillinge.

Am Freitag, den 6. März, gibt es um 0:13 Uhr und um 0:28 Uhr gleich zwei Sternbedeckungen durch den Mond. Die ISS fliegt wischen 6:05 Uhrund 6:12 Uhr in maximal 60° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Um 22:47 Uhr kommt es zu einer weiteren Sternbedeckung durch den Mond.

Am Samstag, den 7. März, fliegt die ISS zwischen 5:19 Uhr, wenn sie oberhalb des Löwen aus dem Erdschatten tritt, und 5:26 Uhr über unseren Morgenhimmel hinweg. Bei Jupiter sind zu dieser Zeit nur zwei Monde, Europa und Kallisto, zu sehen. Ganymed  wird bis 5:34 Uhr bedeckt und Io  läuft vor dem Planeten vorüber.

Am Sonntag, den 8. März, fliegt die ISS zwischen 6:06 Uhr und 6:13 Uhr in maximal 35° Grad Höhe über unseren Himmel, kurz bevor sie im Südosten verschwindet fliegt sie noch dicht an Saturn vorbei. Der fast volle Mond steht ca. 7° Grad östlich von Regulus, dem hellsten Stern des Löwen. Am Abend "überholt" die Venus den Planeten Uranus am Himmel in etwa 2° Grad nördlich.