Donnerstag, 21. November 2013

25. November: Teleskope in Theorie & Praxis - und danach Exkursion

Am Montag, den 25. November gibt es wieder eine Vortragsveranstaltung an der Sternwarte Paderborn in Schloß Neuhaus, auf dem Dach des dortigen Gymnasium:

Teleskope in Theorie & Praxis

Viele Sternfreunde kaufen sich früher oder später ein eigenes Teleskop für die Himmelsbeobachtung. Doch all zu oft werden die Geräte nach einigen frustrierenden Beobachtungsversuchen eingemottet, da sie nicht halten, was die Werbung verspricht oder aber weil sie für den angedachten Einsatzzweck ungeeignet sind.

Der Referent bietet in seinem Vortrag einen leichtverständlichen Überblick verschiedener optischer Systeme sowie ihrer Vor- und Nachteile und zeigt empfehlenswerte Fernrohre und Feldstecher für verschiedene Budgets auf. Hierbei geht er nicht nur auf die Optiken selbst, sondern auch auf Montierungen und Zubehör wie Okulare ausführlich ein.

Der Vortrag bietet einen auch für absolute Laien geeigneten Einstieg in die vielfältige Welt der Teleskope und Ferngläser.

Bei klarem Himmel gibt es in dieser Woche auch noch eine Exkursion der Sternwarte mit mobilen Teleskopen, damit die Theorie des Vortrags auch wirklich in die Praxis um gesetzt werden kann:

An einem sternklaren Abend im Zeitraum vom 26.-29.11.2013 lädt die Volkssternwarte Paderborn e.V. interessierte Sternfreunde zur Teilnahme an einer Exkursion mit mobilen Teleskopen ein, bei der alle Teilnehmer ihre eigene Ausrüstung mitbringen können.

Der Beobachtungsplatz liegt im Paderborner Umland außerhalb des hellen Stadtlichts. Dort haben die Teilnehmer die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen Sternfreunden unter fachlicher Anleitung Objekte des Sternenhimmels zu beobachten, Gedanken auszutauschen und sich über Fernrohre und Feldstecher zu informieren.

Da der Beobachtungsabend nur bei gutem Wetter stattfinden kann, weist am Veranstaltungstag ab ca. 17.00 Uhr ein Ansagedienst der Sternwarte (Tel. 05254/9318272) auf die Exkursion hin. Interessenten können sich zudem schon vorher auf der Homepage der Sternwarte registrieren, so dass sie direkt per E-Mail auf die Veranstaltung hingewiesen werden.

 

Samstag, 16. November 2013

18. - 24. November: Der Himmel über Bad Lippspringe

Der abnehmende Mond zieht sich im Laufe der Woche mehr und mehr vom Abendhimmel zurück.Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag bedeckt der Mond in dieser Woche in der zweiten Nachthälfte einen mehr oder weniger hellen Stern. Die genauen Daten dazu finden Sie in astronomischen Jahrbüchern. Abends kann im Südwesten die Venus gefunden werden. Bald nach 20 Uhr geht Jupiter im Osten auf, Mars folgt ab 2:00 Uhr und kurz vor Sonnenaufgang ist Merkur im Südosten zu sehen. In der zweiten Nachthälfte kann auch der grünlich leuchtende Komet Lovejoy mit einem Fernglas beobachtet werden.

Am Montag, den 18. November, erscheint um 5:47 Uhr dicht bei Jupiter die ISS und fliegt bis 5:52 Uhr dem Osten entgegen. Die Sonne geht um 7:49 Uhr auf und um 16:30 Uhr unter. Vorher kann im Osten der Planet Merkur gefunden werden. Am Abend nach 18 Uhr steht die Venus (-4,6 mag)ganz nah bei sigma Sagittarius, ein Stern mit 2,1mag.Um 21:28 Uhr beginnt eine Bedeckung des Jupitermonds Ganymed, sie endet um 0:39 Uhr.

Am Dienstag, den 19. November, tritt die ISS um 6:34 Uhr in der Nähe des Mondes aus dem Erdschatten heraus und fliegt anschließend exakt über unsere Stadt hinweg (bis 6:42 Uhr). Am Abend geht der abnehmende Mond um 18:11 Uhr auf, er steht 9° Grad südlich von Nath (beta Tauri) im Stier. Um 17:53 kommt es genau im Süden in 35° Grad Höhe zu einem "Venus-hellen" (-4,3 mag) Iridiumflare.

Am Mittwoch, den 20. November, fliegt die ISS noch einmal genau über unsere Stadt hinweg. Sie erscheint um 5:36 Uhr in 72° Grad Höhe und flieg dann Richtung Osten. Am Abend ist Mondaufgang um 19:02 Uhr.

Am Donnerstag, den 21. November, fliegt die ISS zwischen 6:33 Uhr und 6:40 Uhr sehr hoch (bis 80° Grad) über unseren Himmel hinweg. Am Abend kommt es ab 23:20 Uhr zu einem Durchgang von Io vor der Planetenscheibe (bis 1:35 Uhr). Schon vorher fällt ab 22:21 Uhr Ios Schatten auf den Planeten (bis 0:36 Uhr).

Am Freitag, den 22. November, kann vielleicht zum letzten Mal in dieser Sichtbarkeitsperiode Merkur im Südosten vor Sonnenaufgang gefunden werden. Vorher, um 5:46 Uhr erscheint fast im Zenit die ISS und fliegt in den kommenden 6 Minuten Richtung Osten. Der Mond geht am Abend erst um 20::58 Uhr auf, es besteht vorher schon eine gute Stunde richtige Dunkelheit ohne große Dämmerung, gut für "deep-sky"-Beobachtungen. Bis 22:53 Uhr wird Io von Jupiter bedeckt.

Am Samstag, den 23. November,zeigt der Mond maximale Libration in Breite, der Nordpol ist diesmal sichtbar. Zwischen 6:32 Uhr und 6:41 Uhr fliegt die ISS wieder über unseren Morgenhimmel hinweg. Dabei kommt sie um 6h 33m 20s Jupiter sehr, sehr nahe. Am Abend kommt es ab 21:58 Uhr zu einem Durchgang von Europa vor der Jupiterscheibe. Der Schatten fällt bis 22:41 Uhr auf den Planeten.

Am Sonntag, den 24. November, ist die ISS gleich zweimal am Morgenhimmel zu sehen. Um 5:45 Uhr erscheint sie im Süden in 69° Grad Höhe, zwischen 7:18 Uhr und 7:26 Uhr ist sie dann beim fast kompletten Überflug zu beobachten, sie erreicht jedoch nur eine Höhe von 23° Grad. Am Abend geht der Mond erst nach 23 Uhr auf. Bei Jupiter stehen die Monde heute mal wieder "zwei links - zwei rechts".

Donnerstag, 14. November 2013

14. November: Zwei Kometen gesehen!

Heute Morgen wachte ich plötzlich schon um 4:45 Uhr auf. Ich hatte den Vorhang vor dem Schlafzimmerfenster nicht ganz zugezogen und von draußen blinzelten mich Sterne an. "Sterne? - Sterne!" schoß es mir durch den Kopf. "Dann kann draußen ja doch nicht der übliche Morgennebel der letzten Novembertage vorherrschen, das musst Du ausnutzen!" Schnell und leise stand ich auf, zog warme Sachen an und schaute mir den Himmel im Osten an. Tatsächlich - sternenklar! Im Westen war Orion schon am Untergehen, Jupiter strahlte hell, unterhalb des Löwen war Mars zu erkennen und darunter weitere Sterne der Jungfrau. Deren hellster Stern Spica war gerade aufgegangen.

Dann sollte da doch auch irgendwo der Komet ISON zu finden sein. Zu diesem Kometen wird - zumindest in der "Astronomen-Szene" - von manchen Teleskopherstellern und anderen ein richtiger "Hype" inszeniert. Und es stimmt ja auch, wenn der Komet seine größte Annäherung an die Sonne Ende November übersteht und er nicht auseinander fällt, dann könnte er im Dezember an unserem Himmel eine stattliche Erscheinung werden. "Wenn ... könnte..." Wir werden es sehen. Doch ich wollte diesen Kometen schon jetzt sehen.

ISON steht zur Zeit im Sternbild Jungfrau, also am frühen Morgen knapp über dem Horizont. Da er sich zur zeit schnell der Sonne nähert, rückt er am Himmel natürlich auch immer näher an die Sonne, geht also von Tag zu Tag erst später in der Dämmerung auf und wird daher - fast egal wie hell er wird - von Tag zu Tag schwieriger zu sehen.

Doch ich hatte Glück. Er war tatsächlich von der Dachluke aus zu sehen, denn von ihr oben habe ich aus meinem Haus heraus einfach den besseren Blick zum Horizont als aus dem Erdgeschoss. Hier ein Foto von heute morgen:

Sternenhimmel Richtung Osten am 14.11.2013 um 5:11 Uhr, Canon 5D Mark II, 50mm, ISO800, 15 Sek. bei f/2,5
"Wo ist denn da der Komet?" werden Sie wahrscheinlich suchend fragen. In der Tat ist ISON zur Zeit ein sehr unscheinbares Objekt, dicht am Horizont und auf diesem Foto und auch draußen in der Praxis nur für "Kenner" zu finden.

Hier die Auflösung:


Und hier noch einmal ein kleiner Ausschnitt aus dem obigen Bild in Originalgröße (bitte anklicken):


Und hier noch einmal dieses Bild, jedoch mit Helligkeitsangaben für viele der angezeigten Sterne. Sterne der 6. Größenklasse sind an dunklen Orten so gerade noch mit bloßem Auge zu sehen. Eine Digitalkamera mit empfindlichem Chip hat es da natürlich etwas einfacher, auch solche lichtschwachen Objekte noch abzubilden. Hier sieht man (natürlich je nach Kamera und Objektiv) auch Sterne bis zur 10. Größenklasse.

Vergleicht man diese Sterne mit der Helligkeit von ISON, so würde ich schon sagen, dass ISON heute früh tendenziell schon eher bei 6mag als bei 7mag liegt. Und wenn sie sich das Bild noch etwas genauer anschauen, ist da nicht so eine ganz leichte Aufhellung oberhalb der Strichspur von ISON zu sehen? Ist das vielleicht der Schweif dieses Kometen?


Dass der Schweif gegenüber der Strichspur etwas nach oben geknickt ist, ist logisch, denn der Schweif zeigt immer von der Sonne weg. Nach unten hin würde die Verlängerung dieser Richtung in etwa zum späteren Sonnenaufgangspunkt zeigen.

Es tut sich also was am Himmel. Noch ist ISON ein recht unscheinbares Objekt, in der Praxis (noch) nichts fürs bloße Auge und kaum etwas für einen Feldstecher, aber doch schon recht einfach am Himmel nachweisbar. Und im größeren Feldstecher oder kleinem Teleskop ein durchaus interessanter Anblick!

Im Teleskop war ein kleiner Schweif durchaus zu erkennen, aber davon habe ich kein Foto gemacht. Heute früh beobachtete ich natürlich nicht als einziger den Kometen. Jan Hattenbach in Aachen hat seine Beobachtung von ISON von heute früh ebenfalls in einem Blog beschrieben. Im Blog "Scilogs" veröffentlichte er ein Foto, welches er durch sein Teleskop aufgenommen hat.Auch er kam zu dem Schluss, dass ISON mittlerweile die 6mag erreicht hat und damit mit bloßem Auge sichtbar sein kann (wenn er nicht zu tief im Dunst und Dämmerung steht).

Wer mehr über ISON lesen will findet auch genau heute im Blog von Florian Freistätter weitere sehr interessante Informationen. Und eine sehr schöne Bildersequenz, wie ISON heute früh in Louisiana am Himmel aufgestiegen ist.

Und wenn man einen "richtigen" Kometen am Himmel sehen will, gibt es zur Zeit noch einen weiteren Kandidaten am Himmel. Das ist der Komet C/2013 R1 Lovejoy. Und der befindet sich viel höher am Himmel und da zur Zeit in guter Beobachtungsposition. Auch hier habe ich ein Foto gemacht, sie werden den kleinen "grünen Kerl" sicherlich schnell finden: 

Komet Lovejoy und Sternhaufen Praesepe, 14.11.2013, 10 Sek bei ISO3200 und f/2,5
 Am rechten Bildrand sieht man mitten im Sternbild Krebs den offenen Sternhaufen Praesepe (M44) und zum linken Bildrand hin fällt sofort der grüne Fleck auf, das ist der Komet Lovejoy, der sich oberhalb des Sternbilds Löwe befindet.. Auch im Fernglas ist er leicht zu finden und im Teleskop ein richtiger "Prachtkerl". Auch hier ein kleiner 1:1 Ausschnitt aus dem Bild:


Ein tolles Foto von diesem Komet, als er am 7. November ganz nahe beim Sternhaufen Praesepe stand findet man übrigens auf Gary W. Kronks Kometenseiten.

Ich finde das irgendwie herrlich, alle Welt redet vom Kometen ISON, über ihn wurden schon viele Bücher geschrieben, und auch ich habe vor kurzem in der Sternwarte  ja viel über diesen "Superkometen" geredet. Und dann kommt urplötzlich noch ein anderer Komet vorbei, der überraschenderweise viel heller wird als erwartet. So spannend und aufregend kann die Himmelsbeobachtung sein!         

Ach ja, und dann gab es schließlich gegen 6:30 Uhr noch ein Zugabe, dann war nämlich auch der Planet Merkur im Osten aufgegangen und gut sichtbar geworden.  Aber den habe ich dann doch nicht mehr fotografiert, sondern lieber in Ruhe mit meiner Frau gefrühstückt.

Sonntag, 10. November 2013

Zerstörung auf dem Planetenweg

Eine traurige Nachricht erreichte mich gestern: Auf dem Planetenweg in Bad Lippspringe hat es wieder einmal Vandalismus gegeben. Diesmal hat es Pluto getroffen. Mit großer Gewalt ist die Kuppel eingeschlagen worden.

Zerstörte Pluto-Kuppel auf dem Planetenweg (Anfang November 2013)

Warum nur machen Menschen so etwas? Ist es die pure Lust an der Zerstörung? Frust? Oder gar Hass?

Und weil niemand die Tat gesehen hat, wird sie auch schwer aufzuklären sein. Wirklich niemand? Wer "sachdienliche Hinweise" geben kann, darf sich gerne an die Polizei oder auch an mich wenden.

Über Täter oder Motive will ich nicht spekulieren. Doch es macht mich unendlich traurig, wenn ich sehe, wie in unserem Ort manchmal mit einem Stück Kunst, das schließlich auch der Bildung dient, umgegangen wird. Wie würde unsere Gesellschaft aussehen, wenn so etwas zur Regel wird?

Doch zum Glück gibt es umgekehrt auch Menschen, die sich auch durch solche Gewalt nicht davon abhalten lassen, weiter für Aufklärung, Kunst und Wissenschaft einzutreten. Es wäre schön, wenn möglichst viele der Leser meines Blogs die Planetariumsgesellschaft in Ostwestfalen, auf die dieser Weg zurück geht, unterstützen können. Jetzt erst recht!

Am Montag, den 11. November, erschien dazu auch ein ausführlicher Artikel in der Neuen Westfälischen Zeitung.

Samstag, 9. November 2013

11. - 17. November: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche bestimmt der helle Mond das Erscheinungsbild des Nachthimmels, von Tag zu Tag mehr leuchtet er auch am Morgenhimmel. Nach Sonnenuntergang kann tief im Westen die Venus gefunden werden. Jupiter geht um 21:00 Uhr im Osten auf, Mars etwa um 2:00 Uhr. Ab etwa 6:20 kann auch Planet Merkur tief im Südosten gesichtet werden.Die ISS kann in dieser Woche bei morgendlichen Überflügen vor dem Sonnenaufgang gesehen werden. Fernrohbesitzer sollten am Morgenhimmel Ausschau nach dem Kometen ISON halten, der vielleicht auch schon in kleineren Geräten sichtbar wird.

Am Montag, den 11. November, kann die ISS tief im Süden und Südosten zwischen 6:35 Uhr und 6:40 Uhr gesehen werden. Sie erreicht jedoch nur eine Höhe von ca. 19° Grad über dem Horizont. Die Sonne geht um 7:37 Uhr auf und um 16:40 Uhr unter, der helle Tag ist also gerade mal noch neun Stunden lang. Der zu gut 2/3 beleuchtete Mond geht bereits mittags auf und erreicht um 19:41 Uhr seine größte Höhe im Süden. Er geht am Dienstag um 1:27 Uhr unter. gegen 21 Uhr verfehlt der Mond bei uns ganz knapp die Bedeckung des 5,3mag hellen Stern kappa Aqr (Situla), welcher oberhalb des Mondes steht.


Am Dienstag, den 12. November, kann die ISS zwischen 5:47 Uhr und 5:51 Uhr tief im Südosten gesehen werden, Heute erreicht sie jedoch nur eine Höhe von 13° Grad über dem Horizont. Der Mond zeigt heute maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht wieder randfern. Am Abend stehen alle vier Jupitermonde auf der gleichen Seite des Planeten.


Am Mittwoch, den 13. November, steigt die ISS zwischen 6:35 Uhr und 6:41 Uhr immerhin schon auf 35° Grad Höhe im Südosten hoch, sie bleibt jedoch noch unterhalb vom Mars. Vorher kommt es exakt im Norden in 26° Grad Höhe um 5:08 Uhr zu einem mit -7mag sehr hellem Iridiumflare. Ab 23:17 kommt es zu einer Verfinsterung des Jupitermonds Io.


Am Donnerstag, den 14. November, fliegt die ISS in maximal 25° Grad Höhe zwischen 5:47 Uhr und 5:52 Uhr über unseren Südosthimmel hinweg. Heute kommt es erneut exakt im Norden, diesmal jedoch in 23° Grad Höhe und um 5:02 Uhr zu einem sehr hellem Iridiumflare. Um 18:14 Uhr kommt es fast genau im Süden (bei 170° Grad) in 39° Grad Höhe zu einem weiteren mit -5mag sehr hellem Iridiumflare. Um 21:33 Uhr beginnt ein Vorübergang des Jupitermonds Io (bis 23:48 Uhr) vor der Planetenscheibe, auch Ios Schatten wandert (bis 22:42 Uhr) über den Planeten.


Am Freitag, den 15. November, erreicht die ISS zwischen 6:34 Uhr und 6:41 Uhr immerhin schon 59° Grad Höhe, deutlich oberhalb des Mars, am Südhimmel. Vielleicht kann man heute auch gut mal nach Merkur Ausschau halten. Er steht um 6:30 Uhr in ca. 5° Grad Höhe bei 115° Grad Südost, Spica in der Jungfrau könnte ein Wegweiser zum halb so hoch, weiter im Osten stehenden Planeten sein. Der schon zu 97  % beleuchtete, fast volle Mond erreicht um 22:52 Uhr seine größte Höhe im Süden.


Am Samstag, den 16. November, ist die ISS zwischen 5:48 Uhr und 5:52 Uhr am Südosthimmel gut zu beobachten. Der Leoniden-Meteorstrom erreicht heute in der Nacht zum Sonntag sein Maximum, durch den hellen Mond wird man aber kaum Sternschnuppen zu sehen bekommen.


Am Sonntag, den 17. November, fliegt die ISS zwischen 6:34 Uhr und 6:41 Uhr aus dem Westen kommend schon auf eine Höhe von 83° Grad hoch über unseren Köpfen hinweg, um dann im Osten der Sonne entgegen zu fliegen. Exakt um 16:16 Uhr haben wir heute übrigens Vollmond, sein Aufgang erfolgt jedoch erst eine gute halbe Stunde später. Er steht ca. 7° Grad südlich der Plejaden im Stier.

Samstag, 2. November 2013

4. - 10. November - Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche kann von Abend zu Abend länger der zunehmende Mond beobachtet werden. Abends steht tief im Südwesten die Venus. Jupiter steigt ab etwa 21:30 Uhr über die Egge, Mars folgt in der zweiten Nachthälfte gegen 2:15 Uhr. Die ISS ist diese Woche nicht bei ihren Überflügen zu beobachten.

Am Montag, den 4. November,  geht die Sonne um 7:25 Uhr auf und um 16:51 Uhr unter. Der tatsächliche Sonnenaufgang ist jedoch, je nach Standort, wegen des Eggebirges im Osten bei uns eher noch 15 Minuten später. Der Mond ist heute noch nicht zu sehen. Bei Jupiter findet man am Abend zwei Monde rechts, zwei Monde links. Um 18:56 Uhr kommt es erneut zu einem sehr hellem Iridiumflare beim Sternbild Perseus, wie auch schon am 30. Oktober. Diesmal ist der auslösende Satellit jedoch Iridium 7. Um 20 Uhr trifft sich auf der Sternwarte Schloß Neuhaus wieder die Beobachtergruppe, um Erfahrungen der letzten Monate auszutauschen.

Am Dienstag, den 5. November, ist Monduntergang um 18:17 Uhr, die Sichel ist zu nur 5 % beleuchtet, da wird er kaum zu sehen sein.

Am Mittwoch, den 6. November, geht der Mond um 19:17 Uhr unter. Heute ist seine Sichel schon zu 11 % beleuchtet. Er steht ca. 8° Grad nordwestlich der Venus. Um 21:12 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol im Perseus ein Helligkeitsminimum (3,4mag, im Maximum leuchtet er 2,1mag hell).

Am Donnerstag, den 7. November, kann bei klarer Sicht nach Osten am frühen morgen vor Sonnenaufgang vielleicht das Ost-Zodiakallicht gesehen werden. Am Abend kommt es um 18:05 Uhr zu einer Sternbedeckung durch den Mond, ein 7.0mag schwaches Sternlein wird bedeckt. Bei Jupiter sind am Abend zunächst nur zwei Monde zu sehen, Ganymed und Kallisto. Um 21:59 Uhr endet der Durchgang von Io vor der Planetenscheibe. Nach Mitternacht, um 1:00 Uhr endet die Bedeckung von Europa. Von 23:25 Uhr bis 2:26 Uhr fällt der Schatten von Ganymed auf den Planeten, der dann um 4:05 selbst einen Durchgang vor der Planetenscheibe beginnt.

Am Freitag, den 8. November, geht der zu 33 % beleuchtete Mond um 21:40 Uhr unter.

Am Samstag, den 9. November, zeigt der Mond maximale Libration in Breite, sein Südpol ist sichtbar. Monduntergang ist um 22:56 Uhr.

Am Sonntag, den 10. November, kommt es am Abend um 20:29 Uhr zu einer Sternbedeckung durch den Mond, der Stern 46 (5,3mag) im Steinbock wird bedeckt. Um 6:57 Uhr erreichte er bereits das Erste Viertel. Am Abend geht er erst kurz nach Mitternacht unter.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

30. Oktober: Venus ist Abendstern und ein Iridiumflare

Heute Abend kann man tief  im Südwesten die Venus sehen, jetzt um 17:35 Uhr steht sie nur noch 6° Grad über dem Horizont. Trotzdem strahlt sie kräftig in der Abenddämmerung. Die Venus, unser nächster Nachbar unter den Planeten, ist - wenn sie am Himmel steht - immer heller als alle anderen Planeten oder Sterne.

Hier ein Foto von heute:

Venus in der Abenddämmerung am 30. Oktober, 1/60 sec, ISO800
Man braucht entweder eine gute Sicht zum Horizont hin - oder wie ich etwas Glück, das sie gerade in der Lücke zwischen zwei Bäumen zu sehen ist.

Um 19:17 Uhr kam es, wie angekündigt, zu einem hellen Iridiumflare, ausgelöst durch den Satelliten Iridium 34..

Iridiumflare im Pegasus

Gut kann man erkennen, das der Flare sehr hell im Pegasus-Viereck aufleuchtet und dieses dann nach rechts (Südwest) hin verlässt. Der kleine "Schlenker" zu Beginn der Satellitenspur ist kein "Taumeln" in der Bahn, sondern bedingt durch die nicht ganz stabile Aufstellung meines Fotoapparats, so dass sich der Druck auf den Auslöser leider durch dieses leichte "Wackeln" bemerkbar macht.
Links schließt sich an den Pegasus die Sternenkette der Andromeda an. Wenn man etwas genauer hinschaut kann man auf dem Foto sogar die Andromeda-Galaxie (M31) erkennen.

Hier das Bild noch einmal mit erläuternden Zusätzen:


Die Andromeda-Galaxie ist das fernste Objekt, das regelmäßig bei einigermaßen dunklem Himmel mit bloßem Auge gesehen werden kann. Sie ist 2,5 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Der Satellit war im Moment des Aufleuchtens von uns nur circa 1070 Kilometer entfernt.