Samstag, 3. Oktober 2020

bis 31. Oktober 2020: Kürbis-Astronomie

 


Am 3. Oktober hatte ich endlich mal Zeit, auf dem Gartenschau-Gelände in Bad Lippspringe das "Kürbisfestival" zu besuchen. Für Besucher ist der Einzel-Eintritt mit 9,50 Euro für einen Erwachsenen nicht gerade billig. Es gibt aber eine Reihe von Ermäßigungen, besonders für Familien mit Kindern, und als Lippspringer habe ich ohnehin eine Jahreskarte für das Gelände. Zur Zeit bekommt man für das Eintrittsgeld jedoch wirklich eine ganze Menge geboten.

Für die allermeisten Besucher sind natürlich die großen Kürbis-Dinosaurier die Hauptattraktion. Doch daneben gibt es eine ganze Reihe kleinerer Exponate, die mir auch gut gefallen haben. Kindergärten unserer Stadt haben zum Beispiel wunderschöne Kürbis-Vogelscheuchen gebastelt. 

Und dann gehört natürlich eine große Ausstellung unterschiedlichster Kürbisarten dazu. Und hier wurde ich stutzig. Konnte ich doch gleich eine ganze Reihe von Kürbisnamen mit atronomischen Objekten in Verbindung bringen. Sind womöglich viele Kürbiszüchter gleichzeitig (Hobby?-)Astronomen?

Hier mal in paar Fotos und Namen von ausgewählten Kürbissen:

"Galaxy of Stars" (Galaxie aus Sternen)

"Starry Night" (Sternenklare Nacht)



 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Helios" (Die Sonne)

"New Rocket" (Neue Rakete)

"Polaris/Pluto" (Polarstern/Pluto - Naja, warum sollen nicht auch Kürbisse Doppelnamen tragen dürfen?

 Und selbst die beiden Monde des Planeten Mars sind vertreten:

"Deimos" (Marsmond)

"Phobos" (Marsmond)

Wieder zuhause angekommen, musste ich doch gleich im Internet weiter forschen. Was pasiert, wenn ich bei einer Internetsuchmaschine die Begriffe "Astronomie" und "Kürbis" eingebe, oder auf englisch "astronomy and pumpkin"?

Oh nein! Die Suchmaschinen spucken gleich eine lange Liste von Treffern aus. Hier eine kleine Auswahl (unter den Bildern steht jeweils auch ein Link zu den Originalseiten):

Die Zeitschrift "Universe today" brachte schon 2011 einen tollen Artikel über unglaublich schöne Kürbis-Laternen

Und von der NASA gibt es sogar eine ganze Webseite mit Anleitungen für besondere "Space-Pumpkins"

Ein Einblick in die geheimen Entwicklungslabore von SpaceX öffnete sich am 31.10.2013


Wissenschaftler entdecken immer mehr Kürbis-Sterne

Und das "Spitzer-Teleskop" entdeckt gar einen richtig gruseligen Kürbis in den Tiefen des Weltalls


3. Oktober 2020: Venus und Regulus

 

Trotz des Feiertags war ich heute früh wach, um wieder in den Himmel aufzuschauen. Und ich habe Glück gehabt, trotz Wolken und Hochnebel war die Venus für kurze Zeit zu sehen. Gestern, am Morgen des 2. Oktober, stand die Venus noch deutlich oberhalb von Regulus, das war ohne Probleme auch mit dem bloßen Auge zu erkennen.

Heute früh sollte die Venus nur 6 Bogenminuten von Regulus entfernt stehen. So dicht werden sich am 21. Dezember auch Jupiter und Saturn kommen. Eine gute "Generalprobe" für dieses kommende "Weihnachtssternerlebnis".

Regulus konnte ich mit bloßem Auge nicht sehen. Durch die Bewölkung kann ich leider nicht direkt sagen, ob die beiden für meine Augen schon zu dicht nebeneinander standen, oder ob Regulus einfach nur zu schwach leuchtete.

Hier ein Weitwinkel-Foto, das in etwa den Eindruck mit dem bloßen Auge wieder gibt (der helle "Lichtkegel wurde durch eine Strßenlampe verursacht, die leider genau "im Weg" stand.):

Venus (mit Regulus) am Morgen des 3. Oktober 2020

Mit einem Teleobjektiv lassen sich Venus und Regulus fotografisch jedoch deutlich trennen:

Venus und darüber Regulus, dicht beieinander.

Beide Aufnahmen entstanden um ca. 6:30 Uhr. Da ich nicht extra mein Stativ aufbauen wollte, habe ich die Bilder aus freier Hand geschossen. Kamera war meine Canon 5D MarkII mit einem 24-105mm Objektiv.

Das obere Weitwinkel-Bild entstand bei f/4.0 und 24mm Brennweite mit ISO3200 und 1 Sekunde Belichtungszeit, das untere Tele-Bild  wurde bei 105mm Brennweite, f/4.0 und ISO6400 1 Sekunde belichtet. Die 105mm Brenweite entsprechen in etwa dem Anblick durch ein Fernglas mit schwacher Vergrößerung.

Leider zog die Wolkenbank im Osten dann schnell höher, so dass mir keine weiteren Bilder mehr gelungen sind. Ich wollte dann zwar doch noch mein Stativ aufbauen, doch als das draußen war, war selbst die Venus nicht mehr zu sehen. Umso mehr in ich froh, dass ich es zuerst schnell freihändig probiert habe.

Jetzt bin ich umso mehr gespannt auf die Begegnung von Jupiter und Saturn im Dezember. Diese wird dann nicht am Morgenhimmel, sondern am Abend gegen 17 Uhr zu sehen sein, wenn denn das Wetter mitspielt.


Freitag, 2. Oktober 2020

2. Oktober 2020: Mond und Mars

 

Heute Abend klarte es nicht wirklich auf. Ein recht dichter Teppich von Schleierwolken verhinderte die Sicht auf die Sterne. Einzig der helle Mond und der Mars, dicht daneben, waren mit dem bloßen Auge zu erkennen. 

Hier ein Bild von heute Abend, ca 21:30 Uhr:

Mond und dicht daneben der Mars

Dieses Bild entspricht in etwa dem Eindruck mit dem bloßen Auge, allein der Mond ist etwas überbelichtet.

Hier noch einmal das gleiche Bild, jetzt habe ich jedoch die hellen Bereiche stark hochgeregelt, den Kontrast verstärkt - man erkennt viel besser die Struktur der Schleierwolken. Ein leichter Halo-Ring um den Mond deutet sich an - und es sind sogar noch ein paar Sterne zu erkennen, z.B. die drei hellsten Sterne des Sternbilds Widder, links (östlich) vom Mars.

Das gleiche Bild, nur anders belichtet.

Ich hatte auch noch eine reihe Bilder vom Mond gemacht, doch die zu zeigen lohnt sich nicht. Durch die Schleirwolken macht der ganze Mond einen flauen, milchigen Eindruck. Da waren leider kaum scharfe Details zu erkennen.

1./2. Oktober 2020: Vollmond, Venus, Regulus

  Am Abend des 1. Oktober hatten wir Vollmond. Nach kurzem Regen klarte es am späten Abend auf und der Blick zum Mond war frei:

Vollmond am 1. Oktober um 23:10 Uhr

 

Am nächsten Morgen war es noch immer klar. Hier ein kleines, aus freier Hand geschossenes Foto, wie die Venus sich Regulus, dem hellsten Stern des Löwen, annähert. Morgen, am Samstag, den 3. Oktober, werden sich beide bis auf 6' Bogenminuten annähern. 


Venus und Regulus im Löwen ca. 6:20 Uhr

Leider zieht sich ein Kondensstreifen quer durch das Bild und hat sich so vor die Venus gelegt, dass diese zusehr aufgebläht und diffus erscheint. Mit dem bloßen Auge war dieser Streifen zunächst gar nicht sichtbar.


Sonntag, 27. September 2020

28. September - 4. Oktober 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Vollmond. Der Mond beherrscht die ganzen Nächte mit seinem hellen Leuchten. Von den Planeten sind Jupiter und Saturn zunächst im Süden/Südwesten zu sehen, Jupiter geht bereits vor Mitternacht unter, Saturn folgt ihm etwas später. Der Mars geht vor 20 Uhr im Osten auf und ist praktisch die ganze Nacht über zu sehen. Am Morgen ab ca. 4:00 Uhr steigt die Venus als strahlender Morgenstern im Osten auf. Die Fernrohrplaneten Uranus und Neptun können ebenfalls fast die ganze Nacht beobachtet werden. Die ISS ist bei abendlichen Überflügen gut zu beobachten.

 Am Montag, den 28. September, geht die Sonne um 7:21 Uhr auf und um 19:08 Uhr unter, die Tage sind jetzt deutlich kürzer als 12 Stunden. Der Mond geht um 18:34 Uhr auf und ist zu 92 Prozent beleuchtet. Zwischen 20:12 Uhr und 20:18 Uhr fliegt die ISS fast exakt über Bad Lippspringe hinweg, um 20:15:53 Uhr fliegt sie mit 89° Grad Höhe fast genau durch den Zenit.

Am Dienstag, den 29. September, steigt die ISS um 21:00 Uhr im Westen auf, um 21:05 Uhr verschwindet sie im Süden in 55° Grad Höhe im Erdschatten. Nach Sonnenuntergang sind bei Jupiter bis 20:11 Uhr nur drei Monde zu sehen, Europa wandert vor dem Planeten vorbei, von 19:58 Uhr bis 22:49 Uhr fällt dabei Europas Schatten auf den Planeten.

Am Mittwoch, den 30. September, fliegt die ISS zwischen 20:14 Uhr und 20:19 Uhr in maximal 71° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Der schon zu 99 Prozent beleuchtete, fast volle Mond zeigt heute Abend auch maximale Libration in Breite, so dass sein Nordpol sichtbar wird. Bei Jupiter wird der Mond Ganymed bis 21:58 Uhr verfinstert.

Am Donnerstag, den 1. Oktober, ist exakt um 23:05 Uhr Vollmond. Die ISS fliegt zwischen 19:26 Uhr und 19:34 Uhr in maximal 82° Grad Höhe sehr hoch über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Freitag, den 2. Oktober, fliegt die ISS zwischen 20:16 Uhr und 20:21 Uhr in nur noch maximal 44° Gard Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Der Mond steht am Abend nur 4° bis 5° Grad vom Mars entfernt.

Am Samstag, den 3. Oktober, geht in der Frühe die Venus (-4.1mag) nur 6' Bogenminuten südlich an Regulus (1.3mag) vorüber.  Die ISS fliegt zwischen 19:28 Uhr und 19:36 Uhr in maximal 57° Gard Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Ab 19:39 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Io über den Planeten.

Am Sonntag, den 4. Oktober, kommt es zwischen 1:46 Uhr und 2:53 Uhr zu einer Bedeckung eines 4.5mag hellen Sterns durch den Mond. Am Abend geht der Mond, immer noch zu 92 Prozent beleuchtet, um 20:10 Uhr auf. Die ISS fliegt zwischen 20:18 Uhr und 20:23 Uhr in maximal 22° Grad Höhe nur noch knapp oberhalb von Jupiter und Saturn über unseren Abendhimmel hinweg.


Samstag, 26. September 2020

26. September 2020: International Observe the Moon Night

 Heute veranstaltet die NASA zum wiederholten Male eine "International Observe the Moon Night", eine internationale "Beobachte den Mond"-Nacht. 

Leider ist das Wetter hier bei uns bewölkt. Und wegen der Corona-Pandemie fallen viele eigentlich geplante Veranstaltungen aus oder finden nur virtuell statt.

Der Deutschlandfunk berichtet über diese "Internationale Nacht des Mondes".

Hier geht es zur offiziellen Webseite der NASA für diese Aktion, ab 23:30 Uhr gibt es dort auch eine Live-Sendung von NASA TV:

https://moon.nasa.gov/observe-the-moon-night/

Wer etwas Englisch kann, für den hat die NASA hinter dem folgenden Link zehn Tipps bereit, bei dem schlechten Wetter hier passt für uns am besten wohl Tipp 4 "Relax on your couch":

 https://moon.nasa.gov/observe-the-moon-night/participate/10-ways-to-observe-the-moon/

 Und wer gerne schöne Mondfotos anschauen möchte, dem sei dieses kleine Ebook von Robert Reeves empfohlen (auch auf englisch).


Die Jahrbücher für 2021 sind da!

In den Geschäften fängt es schon wieder an mit "Weihnachten".  Astronomisch haben wir zwar gerade erst Herbstanfang gehabt, aber an vielen Orten gibt es schon Spekulatius-Gebäck, Adventskalender oder auch Weihnachtsmänner aus Schokolade.

Und so sind jetzt auch schon die astronomischen Jahrbücher für 2021 erschienen.

Natürlich gibt es viele Informationen auch online, tagesaktuell. Für mich machen die Jahrbücher jedoch immer noch großen Sinn. Sie beschreiben viele Ereignisse, die am Himmel passieren, ausführlich im vorraus. Dies hilft bei der Planung, wann es was am besten zu beobachten gibt. Dies kann bei der Vorbereitung gut helfen:

Wann lohnt sich eine Wochenendreise in einen dunklen Sternenpark? Wann gibt es dazu eine geeignete Zeit um Neumond herum? Wann stehen im nächsten Jahr die Planeten gut beobachtbar am Himmel? Gibt es vielleicht ganz besondere Ereignisse, wie Mond- oder Sonnenfinsternisse?

Für mich zählen dabei nicht nur die Daten und Fakten allein, für mich beginnt damit auch immer schon die Zeit der Vorfreude auf all das, was demnächst kommen wird. Und bekanntlich zählt die Vorfreude zu den schönsten Freuden auf dieser Erde.

Hier eine kurze Beschreibung meiner Lieblingsbücher:

Das Kosmos Himmelsjahr 2021


Dieses Buch erscheint schon seit 111 Jahren. Die Textzusammenstellung in diesem Jahr stammt von Hans-Ulrich Keller und Erich Karkoschka. Auf der zugehörigen Webseite des Verlages heisst es: Kalenderdaten: Der Beginn der Jahreszeiten, alle Fest- und Feiertage sowie chronologische Angaben. Sonne und Mond: Auf- und Untergangszeiten, Stellung im Tierkreis, tägliche Mondphasen und Finsternisse. Planetenlauf: Bahn der Planeten durch die Sternbilder, wann man sie sehen kann und wo sie sich treffen. Sterne und Sternbilder: Mit übersichtlichen Sternkarten, ausführlichen Beschreibungen und Fernrohrtipps. Monatsthemen: spannende Berichte über astronomische Phänomene im Alltag und die Rätsel des Weltalls. Himmlisches Highlight im Jahr 2021: Die partielle Sonnenfinsternis am 10. Juni.

Mich überzeugt dieses Buch seit Jahren durch die vielen schönen Grafiken, welche zum Beispiel auf besondere Konstellationen am Himmel hinweisen. Schnell kann man erkennen, wie dicht manchmal die Mondsichel neben den Planeten entlang zieht. 

Für jeden Monat gibt es ausführliche Beschreibungen, ob und wo die Planeten sichtbar sein werden, wann sie auf- oder untergehen. Gerade für Anfänger in der astronomischen Himmelsbeobachtung können diese Hinweise sehr hilfreich sein. Und auch den erfahrenen Beobachtern geben sie eine erste Orientierung.

Sehr lehrreich sind auch die zusätzlichen Aufsätze ("Monatsthemen"), in denen entweder auf konkrete Ereignisse ausführlicher eingegangen wird (z.B. "Die ringförmige Sonnenfinsternis vom 10. Juni 2021") oder auch wichtige Themen des zurückliegenden Jahres eingegangen wird (z.B. "Beteigeuze - mächtiger Riese am Firmament"). 

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Ein zweites Buch aus dem Kosmos Verlag gehört ebenfalls zu meinen Favoriten: 

Der Sternenhimmel 2021


Auch dieses Buch erscheint schon im 81. Jahrgang. Zur Zeit wird es geschrieben von Hans Roth, einem Amateurastronomen aus der Schweiz. Leider ist dieses Buch mit 36,00 Euro schon deutlich teurer als das Himmelsjahr.

Dieses Buch sieht für viele Anfänger wohl zunächst etwas "langweilig" aus, enthält es doch lange nicht so viele Bilder wie das Himmelsjahr. Für mich ist es jedch eine wahre "Fundgrube": Enthält es doch für jeden Tag des Jahres ein Auflistung besonderer Ereignisse, und dieses zeitlich sortiert auf die Minuten genau. Für eine detailliertere Vorbereitung auf bestimmte Ereignisse aus meiner Sicht jedoch unbedingt notwendig. Ich benutze gerade dieses Buch häufig für meine wöchentliche Himmelsvorrausschau. Hier findet man zum Beispiel genau die Daten von wann bis wann der Schatten eines Jupitermondes über den Planeten zieht.

Auch enthält es weitaus detailliertere Informationen über die Bewegung des Mondes, der Planeten und insbesondere Kleinplaneten als das Himmelsjahr. Das Buch wird ergänzt durch eine eigene Webseite, auf der man ggf. auch Fehlerberichtigungen findet: https://www.sternenhimmel.info

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Erlaubt mir noch eine Bitte zum Schluss:

Wenn Ihr Euch diese Bücher zu Weihnachten wünscht - oder auch jetzt schon gleich kaufen wollt - unterstützt bitte auch Euren örtlichen Buchhandel! Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dass Arbeit und Arbeitsplätze auch hier am Ort bleiben. Und nur wenn diese Bücher auch hier lokal bestellt und nachgefragt werden, werden sie auch hier im Regal stehen - und so vielleicht den einen oder anderen, der sich bislang noch nicht so sehr für die Astronomie interessiert hat, von unserem schönen Hobby überzeugen!