Sonntag, 17. Juli 2022

16. Juli 2022: Eine schöne Astronacht

 Am Samstag, den 16. Juli 2022, war es am Abend bis weit in die Nacht und den folgenden Tag hinein endlich mal wieder schön klar, so dass ich wieder verschiedene Objekte beobachten konnte. Als erstes stand noch einmal M10 und der Komet auf dem Programm. Wie weit würde er sich jetzt von M1o entfernt haben? Würde ich beide noch gemeinsam auf den Chip bekommen können? Hier das erfreuliche Ergebnis:

M10 und Komet C/2017 K2 Panstarrs am Abend des 16. Juli 2022

Ja, es hat noch gut geklappt. Im Vergleich zum Bild aus der vorangegangenen Nacht kann man deutlich erkennen, dass der Komet jetzt schon an den drei etwas helleren Sternen, die im Bild gestern rechts unten zu sehen sind, vorbei gezogen ist.

Danach habe ich versucht, einen weiteren Kometen zu fotografieren, dessen Helligkeit bei Heavens-above mit 13,6mag angegeben wird: Komet C/2020 K1 Panstarrs:

Komet C/2020 K1 Panstarrs

 Dieser Komet ist auf dem Bild jedoch kaum zu erkennen. Ein genauer Vergleich mit der Position im Planetariumsprogramm Stellarium zeigt mir jedoch, es kann in der Tat nur der kleine, etwas verwaschene Fleck inmitten meiner roten Markierung sein. Laut Stellarium wird die Helligkeit zur Zeit nur mit 14,5mag angegeben, was aus meiner Sicht auch eher zu passen scheint.

Mein Astrofreund Stefan Krause hat vor einiger Zeit mal einen kleinen Aufsatz verfasst, wie die heutige Namensgebung für Kometen funktioniert. Ergänzend dazu muss man noch wissen, wofür "Panstarrs" steht, was jedoch in einem Wikipedia-Artikel gut erklärt wird.

Anschliessend habe ich Kleinplaneten gesucht. Asteroid (387) Aquitania stand am 25. Juni 2022 in Opposition zur Sonen und sollte auch jetzt noch mit 10,5mag hell genug für ei8n Photo sein. Außerdem steht er im Sternbild Schlangenträger in einer relativ sternarmen Gegend - und war daher auch leicht zu identifizieren:

Asteroid (387) Aquitania (Belichtungszeit 100sec)

Danach ging ich noch einmal auf die Suche nach (41) Daphne, den ich schon einmal vor einem Monat fotografiert hatte. Gleich beim zweiten Bild rauschte ein Satellit genau über den Asteroiden hinweg...

Satellitenspur (20sec belichtet)

 ... so dachte ich es in diesem Moment. Doch leider habe ich mich bei der Eingabe der Koordinaten von Daphne etwas vertan. Statt einer Rektaszension von 16h 55m habe ich 16h 45m eingegeben, ein Fehler von 10 Minuten macht aber schon eine Entfernung von rund drei Grad aus, also gut daneben getroffen. Schade! Denn bemerkt habe ich diesen Fehler erst am nächsten Tag bei der Auswertung der Bilder. Leider habe ich auch nicht herausgefunden, um was für einen Satelliten es sich hier gehandelt hat.

Zwischendurch flog auch die ISS zweimal über meinen Abend- bzw. Nachthimmel hinweg. Es ist für mich immer wieder beeindruckend, wie hell die Raumstation leuchtet.

Zum Abschluss habe ich dann noch nach Pluto Ausschau gehalten. Am 20. Juli steht Pluto in Opposition zur Sonne, sollte also jetzt seine größte Helligkeit erreichen. Die soll jetzt 14,3mag betragen, also ziemlich ähnlich dem oben beobachteten Kometen C/2020 K1 Panstarrs. Leider bewegt sich Pluto zur Zeit im Sternbild Schütze nur sehr knapp über dem Horizont. Nach Mitternacht steht er gerade mal 12° - 14° Grad über dem Horizont. Würde ich ihn da so knapp über den benachbarten Häusern hinweg und im möglichen Dunst am Horizont erwischen können? Doch ich hatte Erfolg:

Pluto am 17. Juli 2022 um 0:20 Uhr, drei Tage vor der Opposition (12 min belichtet)

Genau wie der Komet ist auch Pluto nur ganz knapp zu erkennen. Ich hoffe, meine Markierung ist ausreichend.

Jetzt wünsche ich mir weitere klare Abende. Vielleicht lässt sich dann das eine oder andere Bild wiederholen, so dass ich zeigen kann, das sich Pluto oder auch die anderen Asteroiden tatsächlich am Himmel bewegen, das sich die Position ihrer Lichtpunkte - genau wie bei den Kometen - sich wirklich Tag für Tag ein wenig verändern.

(Damit die logische Reihenfolge von meinen Beobachtungsberichten und der Wochenvorschau erhalten bleibt, habe ich die Veröffentlichung dieses Blogartikels auf den 17.7.22 um 6:00 Uhr vordatiert, auch wenn ich ihn in Wirklichkeit erst um 22 Uhr veröffentlicht habe. Ich danke für Euer Verständnis!)



Samstag, 16. Juli 2022

15. Juli 2022: Komet und Kugelsternhaufen

 In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2022 zog der Komet C/2017 K2 Panstarrs dicht am Kugelsternhaufen M10 vorbei:

M10 (links) und Komet C/2017 K2 Panstarrs

M10 ist einer von mehreren Kugelsternhaufen im Sternbild Schlangenträger, das zur Zeit nach Einbruch der Dunkelheit ganz gut am südlichen/südwestlichen Himmel zu sehen ist. Kugelsternhaufen sind phantastische Gebilde im Weltall. Zu unserer Galaxis gehören ungefähr 150 Stück, typischerweise ballen sich in ihnen um die einhunderttausend Sterne zusammen, die gravitativ aneinander gebunden sind und dadurch gemeinsam ungefähr eine kugelige Form bilden. Sie bestehen alle aus überwiegend sehr alten Sternen, die sich schon frühzeitig im Kosmos gebildet haben müssen. M10 ist konkret von uns ca. 45.000 Lichtjahre entfernt.

Nur wenige Lichtminuten entfernt von uns ist zur Zeit der Komet C/2017 K2 Panstarrs, den ich in letzter Zeit öfters fotografiert habe. Er ist mit gut 8mag deutlich lichtschwächer als M10, die enge Begegnung der beiden wollte ich mir jedoch nicht entgehen lassen. Der Komet ist die "kleine Wolke" etwas oben rechts neben dem Kugelsternhaufen.

14. Juli 2022: Stephans Quintett

 Nachdem die ersten Bilder des JWST veröffentlicht wurden, reizte es mich natürlich, einen Vergleich zu meinen eigenen Beobachtungen zu ziehen.

Doch leider sind Objekte wie das Galaxienfeld SMACS 0723, der Carina-Nebel oder auch der südliche Ringnebel für mich gar nicht erreichbar, dafür muss man sich wirklich sehr weit in den Süden dieses Planeten begeben. Eine Spektroskopiemessung eines Exoplanten ist für mich derzeit schon technisch unmöglich.

Das einzige für mich erreichbare Objekt ist Stephans Quintett. Dies steigt im Sternbild Pegasus zur Zeit sogar günstig am Osthimmel auf und erreicht um Mitternacht herum eine Höhe von etwas über 30° Grad über dem Horizont.

Mit nur 13mag sind diese Galaxien nicht besonders hell, aber das ist ausreichend, um sie zu fotografieren und daher hier auch das gleich das Ergebnis:

NGC 7331 und "Stephans Quintett" am 14/15. Juli 2022 (Belichtungszeit 3110 Sekunden, knapp 52 Minuten)
NGC 7331 ist mit 10,6mag eine recht helle Galaxie. Sie hat einen Durchmesser von rund 120.000 Lichtjahren und ist von der Erde rund 40 Millionen Lichtjahre entfernt.

Die Galaxien in Stephans Quintett besteht aus den Galaxien NGC 7317, NGC 7318A, NGC 7318B, NGC 7319 und NGC 7320C. Die Galaxien NGC 7317 bis NGC 7319 bilden ein räumlich enges, wechselwirkendes System in etwa 300 Millionen Lichtjahren Entfernung. Aufgrund der gegenseitigen Gravitationswirkung sind die Spiralarme der Galaxien unregelmäßig verformt.NGC 7320 gehört nicht zur miteinander wechselwirkenden Gruppe, sondern steht zufällig "im Vordergrund" in der gleichen Linie, denn diese Galaxie ist nur rund 45 Millionen Lichtjahre entfernt.

Auf meinem Bild lassen sich die einzelnen Galaxien ohnehin nur sehr schwer erkennen, es sind halt nur kleine etwas verwaschen wirkenden Aufhellungen. Aber ich finde es trotzdem klasse, das auch mein kleines System diese Objekte aufspüren kann. 

Hier das Bild vom JWST:

Stephans Quintett (c)JWST

Achtung: gegenüber der Darstellung auf den Webseiten der NASA habe ich das JWST-Bild um 90° Grad nach links gedreht, damit es mit der Ausrichtung auf meinem eigenen Bild übereinstimmt.

Dienstag, 12. Juli 2022

12. Juli 2022: Erstes großartiges Bild vom JWST

Joe Biden, der Präsident der USA, veröffentlichte das erste Bild des neuen Weltraumteleskops, des JWST, wie die NASA berichtet.

Nennt man das jetzt ein "offizielles Leak", oder ist Joe Biden gar ein von sich selbst ernannter "Whistleblower"? Denn eigentlich ist die Veröffentlichung der Bilder ja erst für heute Nachmittag ab 16:30 Uhr unserer Zeit vorgesehen.  :-)

Egal, das Bild ist einfach klasse:


Das James-Webb-Weltraumteleskop der NASA hat das bisher tiefste und schärfste Infrarotbild des fernen Universums aufgenommen. Dieses Bild des Galaxienhaufens SMACS 0723, auch bekannt als Webb's First Deep Field, strotzt nur so vor Details.

Tausende von Galaxien - darunter die schwächsten Objekte, die jemals im Infraroten beobachtet wurden - sind zum ersten Mal auf dem Bild von Webb zu sehen. Dieser Ausschnitt des riesigen Universums bedeckt einen Himmelsausschnitt, der etwa so groß ist wie ein Sandkorn, das man auf Armeslänge an den Boden hält.

Das Bild zeigt den Galaxienhaufen SMACS 0723, wie er vor 4,6 Milliarden Jahren erschien. Die geballte Masse dieses Galaxienhaufens wirkt wie eine Gravitationslinse und vergrößert viel weiter entfernte Galaxien hinter ihm. Die NIRCam von Webb hat diese entfernten Galaxien in den scharfen Fokus gerückt - sie weisen winzige, schwache Strukturen auf, die zuvor noch nie gesehen wurden, darunter Sternhaufen und diffuse Erscheinungen. Bald werden die Forscher mehr über die Masse, das Alter, die Geschichte und die Zusammensetzung der Galaxien erfahren, denn Webb ist auf der Suche nach den frühesten Galaxien im Universum.

(Übersetzt aus dem oben verlinktem NASA-Artikel mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version))

Und hier auch noch der Link zu den Reden von Vizepräsidentin harris und Präsident Biden bei der Veröffentlichung des ersten Bildes im Weißen Haus in Washington.

Bei Twitter und facebook gibt es bereits Vergleiche des Bildes mit einem Bild des Hubble-Teleskops zu sehen. Hubble brauchte 420 Stunden Belichtungszeit, JWST zeigt mit nicht einmal20 Stunden Belichtungszeit schon viel, viel mehr Details.

Fotomontage aus Hubble und JWST Bild, Quelle: https://petapixel.com
 

Montag, 11. Juli 2022

11.Juli 2022: Ein Blick zur Sonne

********** Update vom 12. Juli 2022 *******

Und schnell ein Sonnenbild von heute:

Sonne am 12.7.22 um 11:07 Uhr MESZ

 

******************  Erstes Posting vom 11. Juli:

 Bevor sich morgen alle Welt nur noch für die Bilder des James-Webb-Space-Teleskop interessiert, habe ich heute noch einmal einen Blick zur Sonne geworfen. Dort hat es in den letzten (leider bewölkten) Tagen große Veränderungen ergeben.

Mehrere große Fleckengruppen erfreuen den Beobachter. Hier mein Foto von heute Mittag:

Sonne am 11.Juli 2022 um 14:10 UT (16:10 Uhr MESZ)

Und hier ein Bild von spaceweather.com mit der Bezeichnung der verschiedenen Fleckengruppen:


Zu beachten ist, das mein Bild am Nachmittag aufgenommen wurde, die Sonne ist gegenüber dem spaceweather-Bild also schon etwas im Uhrzeigersinn verdreht.

Die oben links neu erscheinende Sonnefleckengruppe hat noch keine Nummer verliehen bekommen, wahrscheinlich wird das die AR 3057 werden. 

Von der großen Gruppe AR3055 gibt es eine sehr schöne Aufnahme in der Bildergalerie von spaceweather. Diese Gruppe hat eine Ausdehnung von über 100.000 Kilometern, die Erde könnte also fast zehnmal nebeneinander da hinein gelegt werden. Wenn es aus dieser Gruppe heraus zu CMEs (Coronal mass ejection // Koronalen Masseauswürfen) kommt, könnten diese die Erde direkt treffen.  Auch die Gruppe 3056 ist in dieser Hinsicht aktiv.

 Auch wenn der Mond zur Zeit hell vom Himmel scheint, vielleicht lohnt es sich, die Polarlichtvorhersage in diesen tagen etwas genauer im Blick zu behalten.


Sonntag, 10. Juli 2022

11. - 17. Juli 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Vollmond. Das helle Licht des Mondes leuchtet praktisch in allen Nächten dieser Woche recht stark und lässt dadurch meist nur die helleren Sterne für dass bloße Auge sichtbar werden. Die Aufgangszeiten der hellen Planeten verlagern sich immer weiter nach vorne, Saturn geht jetzt bereits vor Mitternacht gegen 23 Uhr auf, Jupiter folgt gegen 0:30 Uhr, Mars gegen 1:30 Uhr und die Venus folgt um ca. 3:30 Uhr. Weil die Sonne nachts nicht tief unter den Horizont sinkt, ist die ISS in jeder Nacht bei vier Überflügen mal mehr, mal weniger gut zu beobachten. Der nur im Fernrohr sichtbare Komet C/2017 K2 PANSTARRS wird langsam etwas heller, hat es in dieser Woche aber schwer, gegen das Mondlicht anzukommen.

Am Montag, den 11. Juli, geht die Sonne um 5:19 Uhr auf und um 21:41 Uhr unter. Der helle Tag ist also 11 Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Der zu 95 Prozent beleuchtete Mond geht kurz nach 20 Uhr über der Egge auf. Er steht im Sternbild Schlangenträger und geht erst am folgenden Tag um 3:06 Uhr unter. Bei Jupiter geht um 2:21 Uhr eine Bedeckung von Mond Io zu Ende, dann stehen alle vier galiläischen Monde auf der gleichen östlichen (linken) Seite.Die ISS ist am frühen Morgen dreimal zu sehen: Um ca. 0:13 Uhr tief im Südosten, zwischen 1:45 Uhr und 1:53 Uhr fliegt sie in 77° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg und noch einmal zwischen 3:20 Uhr und 3:29 Uhr in sogar maximal 83° Grad Höhe. Am Abend kann die ISS dann noch einmal zwischen 23:18 Uhr und 23:28 Uhr tief am südlichen Himmel bei einem Überflug etwas oberhalb des Mondes beobachtet werden.

Am Dienstag, den 12. Juli, fliegt die ISS zwischen 0:55 und 1:04 Uhr in maximal 64° Grad Höhe über uns hinweg, der nächste Überflug zwischen 2:32 Uhr und 2:41 Uhr führt genau über unsere Stadt hinweg und zwischen 4:09 Uhr und 4:18 Uhr ist sie noch einmal in maximal 45° Grad Höhe zu sehen. Der zu 99 Prozent beleuchtete Mond geht um 21:14 Uhr auf. Die ISS ist danach noch einmal zwischen 22:32 Uhr und 22:38 Uhr für kurze Zweit sehr tief im Süden (maximale Höhe 14° Grad) zu sehen. Heute werden die erst5en Bilder des James-Webb-Teleskops der Öffentlichkeit vorgestellt. Ich habe dazu einen eigenen Blogeintrag geschrieben.

Am Mittwoch, den 13. Juli, fliegt die ISS zwischen 0:06 und 0:16 Uhr in maximal 50° Grad Höhe über unseren Himmel, um 1:48 Uhr fliegt sie exakt über unsere Stadt hinweg, und um 3:24 Uhr erreicht sie noch einmal eine Höhe von 59° Grad im Süden. Bereits um 11:08 Uhr erreicht der Mond auf seiner leicht elliptischen Bahn um die Erde den kürzesten Abstand zu uns im Laufe des Jahres, um 20:38 Uhr erreicht er seine exakte Vollmondposition. Zu beiden Zeitpunkten steht er bei uns jedoch noch unter dem Horizont. Er geht in dieser Vollmondnacht um 22:13 Uhr auf, aber sollte er Ihnen diesmal besonders groß erscheinen ist das nicht nur eine optische Täuschung. Zwischen 23:20 Uhr und 23:28 Uhr fliegt die ISS ein weiteres Mal in maximal 37° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Donnerstag, den 14. Juli, fliegt die ISS um 0:59 Uhr in 85° Grad Höhe sehr hoch über unsere Köpfe hinweg, um 2:26 Uhr erreicht sie noch einmal eine Höhe von 73° Grad, bei Überflug zwischen 4:10 Uhr und 4:17 Uhr fliegt sie haarscharf an Saturn vorüber.  Am Abend fliegt die ISS zwischen 22:31 Uhr und 22:40 Uhr in maximal 27° Grad Höhe über unseren Südhimmel hinweg. Der noch immer fast volle Mond geht um 22:53 Uhr auf.

Am Freitag, den 15. Juli, fliegt die ISS um 0:11 Uhr, um 1:48 Uhr und um 3:24 Uhr über unseren Nachthimmel hinweg. Am Abend fliegt sie zwischen 23:18 Uhr und 23:28 Uhr in maximal 63° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Der Mond geht heute um 23:21 Uhr auf und ist unterhalb von Saturn zu finden.

Am Samstag, den 16. Juli, fliegt die ISS um 0:59 Uhr genau im Zenit über unsere Stadt hinweg, um 2:36 Uhr(47° Grad Höhe) und um 4:12 Uhr (nur 13° Grad Höhe) ist sie noch einmal bei weiteren Überflügen zu sehen.  Am Abend ist die ISS ein weiteres Mal zwischen 22:32 Uhr und 22:40 Uhr in maximal 48° Grad Höhe in der Dämmerung zu sehen. Der Mond nur "noch" zu 86 Prozent beleuchtete geht erst um kurz vor Mitternacht, um 23:41 Uhr auf.

Am Sonntag, den 17. Juli, fliegt die ISS um 0:11 Uhr exakt über Bad Lippspringe hinweg. Beim nächsten Überflug um 1:48 Uhr erreicht sie nur 61° Grad Höhe und beim folgenden Überflug ist sie nur ganz kurz um 3:21 Uhr im Westen zu sehen, bevor sie im Erdschatten verschwindet. Bereits um 1:17 Uhr endet eine Sternbedeckung von tau Aquarii , der (4,2mag)helle Stern taucht plötzlich "wie angeknipst" am dunklen Mondrand wieder auf.Am Abend fliegt die ISS zwischen 23:19 Uhr und 23:28 Uhr in maximal 84° Grad Höhe hoch über unsere Stadt hinweg.  Der nur noch zu 77 Prozent beleuchtete Mond geht am Abend erst um Mitternacht auf.

Freitag, 8. Juli 2022

Der Krallennebel oder der schwarze Skorpion - eine Dunkelwolke am Sternenhimmel

 Am Himmel leuchten nicht nur helle Sterne. es gibt dort auch Gegenden, da sieht man nichts. Und auch dies kann spannend sein.

Der amerikanische Astronom Edward Barnard (*1857, +1923) war ein erster Meister der Astrofotografie, er stellte einen Katalog von  349 Dunkelwolken zusammen.

Hier einmal eine von vielen solcher Dunkelwolken, die mir in den letzten Tagen am Himmel so aufgefallen waren:

Die Dunkelwolke B 84 im Sternbild Schütze

 Falls Sie selbst den Ausschnitt dieser Fotografie mit einem Sternenatlas vergleichen wollen. habe ich hier ein paar hellere Sterne über die Webseite "nova.astrometry.net" markieren lassen.

Markiert wurde auch der Kugelsternhaufen NGC 6440, der 1786 von William Herschel entdeckt wurde. NGC 6440 ist 27700 Lichtjahre von uns entfernt. Oben links hat astrometry.net auch noch NGC 6445 markiert, ein kleiner planetarischer Nebel, der jedoch ohne die Beschriftung im Originalbild (siehe unten)  besser zu erkennen ist.

Die Dunkelwolke B 84 ist besonders gut im Dreieck zwischen den Sternen HD 161557, HD 161326 und HD 161504 zu erkennen. Sie erinnert mich ein wenig an die Krallen eines Vogelfußes oder an ein gefährliches Monster. Im englischen wird diese Dunkelwolke auch "The Claw Nebula" ("Der Krallennebel") oder "The Dark Scorpion" (Der schwarze Skorpion") genannt.

Es handelt sich um eine dichte interstellare Wolke, die das Licht von dahinter liegenden Objekten wie Sternen oder hellen Nebeln verdunkelt. Diese dunklen Wolken enthalten winzige Staubpartikel, die mit gefrorenem Kohlenmonoxid und Stickstoff überzogen sind und den Durchgang des Lichts im sichtbaren Wellenlängenbereich effektiv blockieren.

Hier noch einmal das gleiche Bild ohne Beschriftung:

 


B 84, aufgenommen am 3.7.2022 um 0:29 mit Vaonis Vespera, Gesamtbelichtungszeit 6:30 Minuten, 39 Bilder gestacked.