Dienstag, 13. Oktober 2020

13. Oktober 2020: Venus, Mond und Regulus

 

Am Morgen des 13. Oktober 2020 zeigte sich eine schmale Mondsichel oberhalb der Venus. Und wenn man genau hinschaute, konnte man auch noch einige Sterne des Sternbilds Löwe erkennen, darunter Regulus, den Königsstern, rechts vom Mond. Vor zehn Tagen war die Venus noch dicht bei Regulus. Ist es nicht faszinierend zu sehen, wie schnell und weit sie sich inzwischen fort bewegt hat?

Mond über der Venus am 13.10.2020 um 7:00 Uhr MESZ

Regulus ist rechts vom Mond zu erkennen. Wenn man genau hinschaut, kann man im oberen Teil des Fotos noch zwei weitere Sterne des Löwen erkennen. Der Stern auf der linken Seite des Bildes, Algieba ("Mähne des Löwen"), ist ein schöner Doppelstern. Mit einem kleinen Fernrohr (ab 4" Zoll Objektivdurchmeser) kann man diesen Stern (Gesamthelligkeit 2mag) in zwei helle Komponenten (mit 2.3mag und 3.5mag) trennen.

Der schwächere Stern oberhalb des Mondes, Al Jabhah (3.45mag) ist sogar noch rätselhaft für die Astronomen. Zumindest gibt es in der Literatur zum Teil widersprüchliche Feststellungen. Uns escheint dieser Stern schon sehr lichtschwach. So schreibt Jim Kaler, dass er sich in einer Entfernung von 1275 Lichtjahren befindet. Könnte man dort hinreisen, hätten wir einen "Supergiant"-Stern vor uns, der etwa 5600mal so hell leuchtet wie unsere Sonne und mit einem Radius vom 27fachen der Sonne. Wikipedia nennt sogar eine 20.000fache Leuchtkraft im Vergeich zur Sonne. Beide Quellen schreiben außerdem, dass dieser Stern wahrscheinlich ebenfalls ein Doppelstern ist, wenn nicht sogar mehrfaches System. 

Hier noch einmal das Bild mit zusätzlicher Markierung dieser Sterne:

Mond, Venus und Löwe

 


Sonntag, 11. Oktober 2020

12. - 18. Oktober 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

 

Passend zu den Herbstferien haben wir Neumond. Wenn jetzt das Wetter mitspielt (was im Herbst leider selten der Fall ist) können wir in diesen Nächten sicherlich viele schöne Beobachtungen am Himmel machen. Highlight der Woche kann der Planet Mars sein. Er steht in Opposition zur Sonne und ist daher praktisch die ganze Nacht über am Himmel zu sehen. Auch Jupiter und Saturn sind am Abend bis ca. 23 Uhr noch gut zu beobachten. Die ISS kann in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 12. Oktober, geht der nur noch zu 29 Prozent beleuchtete Mond um 1:12 Uhr auf. In seinem dunklen Teil schimmer das Erdlicht. Sonnenaufgang ist um 7:45 Uhr, Sonnenuntergang um 18:37 Uhr. Der helle Tag dauert jetzt also keine 11 Stunden mehr.

Am Dienstag, den 13. Oktober, geht der Mond im Sternbild Löwe um 2:33 Uhr auf. Er steht ca. 4° Grad nordöstlich von Regulus.

Am Mittwoch, den 14. Oktober,  geht der Mond um ca. 4:00 Uhr auf, seine nur noch zu 11 Prozent beleuchtete Sichel steht in der Nähe der Venus, sicherlich ein schöner Anblick am Morgenhimmel. Der Abstand beträgt dann knapp 4° Grad. Mars steht heute in Opposition (exakt um 1:26 Uhr) . In den kommenden Wochen und Monaten wird er sich wieder weiter von der Erde entfernen, und damit kleiner und lichtschwächer werden. Heute wird er jedoch -2.7mag hell sein und damit selbst Jupiter um eine halbe Größenklasse überragen. Um 21:19 Uhr beginnt eine Bedeckung von Mond Ganymed durch Jupiter. Von 19 bis ca. 22 Uhr gibt es eine Wanderung auf dem Planetenweg, veranstaltet von der Planetariumsgesellschaft OWL. Treffpunkt  und Start ist an der Sonne im Arminiuspark. Bei klarem Himmel gibt es natürlich auch die Möglichkeit zur Teleskopbeobachtung.

Am Donnerstag, den 15. Oktober, kann die nur noch zu 5 Prozent beleuchtete Mondsichel ein letztes Mal am Morgenhimmel gefunden werden. Sie geht um 5:25 Uhr auf. Am Abend wird bei Jupiter Mond Europa nicht zu sehen sein, er steht hinter dem Planeten.

Am Freitag, den 16. Oktober, ist exakt um 21:31 Uhr Neumond. Von Mond ist in diesen Nächten praktisch nichts zu sehen.

Am Samstag, den 17. Oktober, wandert ab 21:13 Uhr der Schatten von Jupitermond Kallisto über den planeten. ab 22:08 Uhr zieht Mond Io vor der Jupiterscheibe vorüber

Am Sonntag, den 18. Oktober,  kann am Abend vielleicht wieder die nur zu 5 Prozent beleuchtete schmale Mondsichel gsichtet werden, sie geht um 19:31 Uhr unter. Bei Jupiter stehen zunächst alle vier galiläischen Monde auf der westlichen (rechten) Seite. Ab 19:15 Uhr wird Mond Io bedeckt. Bis 20:06 Uhr wandert der schatten von Ganymed über die Planetenoberfläche, und außerdem ist am Abend der "Große rote Fleck" gut zu beobachten.


Sonntag, 4. Oktober 2020

5. - 11. Oktober 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond immer weiter ab und zieht sich langsam vom Abendhimmel zurück. Von den hellen Planeten stehen Jupiter und Saturn zu Beginn der Nacht noch in südlicher, später südwestlicher Richtung, beide verschwinden jedoch schon deutlich vor Mitternacht. Mars ist praktisch die ganze Nacht über zu sehen, er geht kurz nach Sonnenuntergang im Osten auf. Er steht diese Woche in Erdnähe, am 14.10. erreicht er seine exakte Oppositionsstellung. Er ist also in diesen Tagen besonders gut zu beobachten. Die Venus als Morgenstern geht bald nach 4:00 Uhr in der Frühe auf. Die ISS ist in den ersten Tagen der Woche noch bei abendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 5. Oktober, geht die Sonne um 7:33 Uhr auf und um 18:52 Uhr unter. Der helle Tag ist damit schon wieder 28 Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Zwischen 19:33 Uhr und 19:40 Uhr fliegt die ISS in maximal 32° Grad Höhe über unseren abendlichen Himmel hinweg. Der noch zu 87 Prozent beleuchtete Mond geht um 20:27 Uhr auf. Um 23:10 Uhr taucht an seinem dunklen Rand ein 6.3mag helles Sternchen wieder auf (SAO 93536).

Am Dienstag, den 6. Oktober, steht der Mond am Abend oberhalb der Hyaden im Stier. Er geht (mathematisch) um 20:53 Uhr auf. Kurz vorher, gegen 20:25 Uhr kann die ISS ganz tief im Südwesten in maximal 11° Grad Höhe vielleicht noch bei ihrem Überflug gesichtet werden. Ab 19:57 Uhr wandert Jupitermond Europa vor der Planetenscheibe vorüber, ab 22:35 Uhr fällt Europas Schatten auf den Planeten.

Am Mittwoch, den 7. Oktober, kann die ISS letztmalig in dieser Sichtbarkeitsperiode zwischen 19:35 Uhr und 19:42 Uhr tief im Südwesten und Süden, unterhalb von Japiter und Saturn bei ihrem Überflug am Nachthimmel gesehen werden.  Bis 20:40 Uhr wird Ganymed von Jupiter bedeckt. Mondaufgang ist um 21:25 Uhr. Um 23:11 Uhr endet die Bedeckung  des Sterns 109 Tauri (5.1mag) duch den Mond.

Am Donnerstag, den 8. Oktober, wird zunächst Jupitermond Europa bis 20:34 Uhr verfinstert. Europa steht danach dann dicht bei Io, um 22 Uhr beträgt der scheinbare Abstand der beiden nur 0,27 Jupiterradien.

Am Freitag, den 9. Oktober, endet um 0:37 Uhr bei uns eine Sternbedeckung durch den Mond. Diese verläuft in Norddeutschland (auf eine Linie von Enschede (NL) - Bremen - Neumünster) streifend. Um 19:45 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol wieder ein Helligkeitsminimum. Am Abend geht dann der Mond um 22:55 Uhr auf.

Am Samstag, den 10. Oktober, erreicht der Mond exakt um 2:40 Uhr das Letzte Viertel. Am Abend geht er erst um Mitternacht auf. Außerdem zeigt er maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht weit ab vom Rand. Bei Regenwetter gibt es heute etwas online zu feiern: Das "Very Large Array" in den USA wird 40 Jahre alt. Das amerikanische "National Radio Observatory" feiert diesen Geburtstag einen ganzen Tag lang mit interessanten Onlineveranstaltungen. Auf Grund der Zeitverschiebung beginnen diese für uns jedoch erst um 17 Uhr. Eine Anmeldung ist ebenfalls erforderlich: 

Anmeldung zur Jubiläumsfeier

Am Sonntag, den 11. Oktober, ist der Mond am frühen Morgen nur noch zu 40 Prozent beleuchtet. In seinem dunklen Teil beginnt wieder das Erdlicht zu schimmern. Saturnmond Titan zieht am Abend südlich unter Saturn entlang. Und Jupitermond Io bleibt bis 20:57 Uhr verfinstert.

Samstag, 3. Oktober 2020

bis 31. Oktober 2020: Kürbis-Astronomie

 


Am 3. Oktober hatte ich endlich mal Zeit, auf dem Gartenschau-Gelände in Bad Lippspringe das "Kürbisfestival" zu besuchen. Für Besucher ist der Einzel-Eintritt mit 9,50 Euro für einen Erwachsenen nicht gerade billig. Es gibt aber eine Reihe von Ermäßigungen, besonders für Familien mit Kindern, und als Lippspringer habe ich ohnehin eine Jahreskarte für das Gelände. Zur Zeit bekommt man für das Eintrittsgeld jedoch wirklich eine ganze Menge geboten.

Für die allermeisten Besucher sind natürlich die großen Kürbis-Dinosaurier die Hauptattraktion. Doch daneben gibt es eine ganze Reihe kleinerer Exponate, die mir auch gut gefallen haben. Kindergärten unserer Stadt haben zum Beispiel wunderschöne Kürbis-Vogelscheuchen gebastelt. 

Und dann gehört natürlich eine große Ausstellung unterschiedlichster Kürbisarten dazu. Und hier wurde ich stutzig. Konnte ich doch gleich eine ganze Reihe von Kürbisnamen mit atronomischen Objekten in Verbindung bringen. Sind womöglich viele Kürbiszüchter gleichzeitig (Hobby?-)Astronomen?

Hier mal in paar Fotos und Namen von ausgewählten Kürbissen:

"Galaxy of Stars" (Galaxie aus Sternen)

"Starry Night" (Sternenklare Nacht)



 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Helios" (Die Sonne)

"New Rocket" (Neue Rakete)

"Polaris/Pluto" (Polarstern/Pluto - Naja, warum sollen nicht auch Kürbisse Doppelnamen tragen dürfen?

 Und selbst die beiden Monde des Planeten Mars sind vertreten:

"Deimos" (Marsmond)

"Phobos" (Marsmond)

Wieder zuhause angekommen, musste ich doch gleich im Internet weiter forschen. Was pasiert, wenn ich bei einer Internetsuchmaschine die Begriffe "Astronomie" und "Kürbis" eingebe, oder auf englisch "astronomy and pumpkin"?

Oh nein! Die Suchmaschinen spucken gleich eine lange Liste von Treffern aus. Hier eine kleine Auswahl (unter den Bildern steht jeweils auch ein Link zu den Originalseiten):

Die Zeitschrift "Universe today" brachte schon 2011 einen tollen Artikel über unglaublich schöne Kürbis-Laternen

Und von der NASA gibt es sogar eine ganze Webseite mit Anleitungen für besondere "Space-Pumpkins"

Ein Einblick in die geheimen Entwicklungslabore von SpaceX öffnete sich am 31.10.2013


Wissenschaftler entdecken immer mehr Kürbis-Sterne

Und das "Spitzer-Teleskop" entdeckt gar einen richtig gruseligen Kürbis in den Tiefen des Weltalls


3. Oktober 2020: Venus und Regulus

 

Trotz des Feiertags war ich heute früh wach, um wieder in den Himmel aufzuschauen. Und ich habe Glück gehabt, trotz Wolken und Hochnebel war die Venus für kurze Zeit zu sehen. Gestern, am Morgen des 2. Oktober, stand die Venus noch deutlich oberhalb von Regulus, das war ohne Probleme auch mit dem bloßen Auge zu erkennen.

Heute früh sollte die Venus nur 6 Bogenminuten von Regulus entfernt stehen. So dicht werden sich am 21. Dezember auch Jupiter und Saturn kommen. Eine gute "Generalprobe" für dieses kommende "Weihnachtssternerlebnis".

Regulus konnte ich mit bloßem Auge nicht sehen. Durch die Bewölkung kann ich leider nicht direkt sagen, ob die beiden für meine Augen schon zu dicht nebeneinander standen, oder ob Regulus einfach nur zu schwach leuchtete.

Hier ein Weitwinkel-Foto, das in etwa den Eindruck mit dem bloßen Auge wieder gibt (der helle "Lichtkegel wurde durch eine Strßenlampe verursacht, die leider genau "im Weg" stand.):

Venus (mit Regulus) am Morgen des 3. Oktober 2020

Mit einem Teleobjektiv lassen sich Venus und Regulus fotografisch jedoch deutlich trennen:

Venus und darüber Regulus, dicht beieinander.

Beide Aufnahmen entstanden um ca. 6:30 Uhr. Da ich nicht extra mein Stativ aufbauen wollte, habe ich die Bilder aus freier Hand geschossen. Kamera war meine Canon 5D MarkII mit einem 24-105mm Objektiv.

Das obere Weitwinkel-Bild entstand bei f/4.0 und 24mm Brennweite mit ISO3200 und 1 Sekunde Belichtungszeit, das untere Tele-Bild  wurde bei 105mm Brennweite, f/4.0 und ISO6400 1 Sekunde belichtet. Die 105mm Brenweite entsprechen in etwa dem Anblick durch ein Fernglas mit schwacher Vergrößerung.

Leider zog die Wolkenbank im Osten dann schnell höher, so dass mir keine weiteren Bilder mehr gelungen sind. Ich wollte dann zwar doch noch mein Stativ aufbauen, doch als das draußen war, war selbst die Venus nicht mehr zu sehen. Umso mehr in ich froh, dass ich es zuerst schnell freihändig probiert habe.

Jetzt bin ich umso mehr gespannt auf die Begegnung von Jupiter und Saturn im Dezember. Diese wird dann nicht am Morgenhimmel, sondern am Abend gegen 17 Uhr zu sehen sein, wenn denn das Wetter mitspielt.


Freitag, 2. Oktober 2020

2. Oktober 2020: Mond und Mars

 

Heute Abend klarte es nicht wirklich auf. Ein recht dichter Teppich von Schleierwolken verhinderte die Sicht auf die Sterne. Einzig der helle Mond und der Mars, dicht daneben, waren mit dem bloßen Auge zu erkennen. 

Hier ein Bild von heute Abend, ca 21:30 Uhr:

Mond und dicht daneben der Mars

Dieses Bild entspricht in etwa dem Eindruck mit dem bloßen Auge, allein der Mond ist etwas überbelichtet.

Hier noch einmal das gleiche Bild, jetzt habe ich jedoch die hellen Bereiche stark hochgeregelt, den Kontrast verstärkt - man erkennt viel besser die Struktur der Schleierwolken. Ein leichter Halo-Ring um den Mond deutet sich an - und es sind sogar noch ein paar Sterne zu erkennen, z.B. die drei hellsten Sterne des Sternbilds Widder, links (östlich) vom Mars.

Das gleiche Bild, nur anders belichtet.

Ich hatte auch noch eine reihe Bilder vom Mond gemacht, doch die zu zeigen lohnt sich nicht. Durch die Schleirwolken macht der ganze Mond einen flauen, milchigen Eindruck. Da waren leider kaum scharfe Details zu erkennen.

1./2. Oktober 2020: Vollmond, Venus, Regulus

  Am Abend des 1. Oktober hatten wir Vollmond. Nach kurzem Regen klarte es am späten Abend auf und der Blick zum Mond war frei:

Vollmond am 1. Oktober um 23:10 Uhr

 

Am nächsten Morgen war es noch immer klar. Hier ein kleines, aus freier Hand geschossenes Foto, wie die Venus sich Regulus, dem hellsten Stern des Löwen, annähert. Morgen, am Samstag, den 3. Oktober, werden sich beide bis auf 6' Bogenminuten annähern. 


Venus und Regulus im Löwen ca. 6:20 Uhr

Leider zieht sich ein Kondensstreifen quer durch das Bild und hat sich so vor die Venus gelegt, dass diese zusehr aufgebläht und diffus erscheint. Mit dem bloßen Auge war dieser Streifen zunächst gar nicht sichtbar.