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Sonntag, 21. Juli 2024

20. Juli 2024: Endlich wieder ein kleiner Beobachtungsabend

 Ich merke, wie ich wieder immer fitter werde. Wollte ich die ersten Tage nach meinem Krankenhausaufenthalt am iebsten viel Zeit einfach nur im Bett verbringen und möglichst lange ausschlafen, juckte es mich doch von Abend zu Abend mehr, etwas länger aufzubleiben und endlich wieder Objekte am geliebten Nachthimmel aufzusuchen.

Vorsichtig habe ich angefangen, zunächst erstmal am Tag mich wieder mit Beobachtungsstation und zugehöroger App vertraut zu machen. Hier ein Foto der Sonne mit ihren großen Fleckengruppen vom Donnerstag:

Die Sonne am 18. Juli 2024 um 14:11 Uhr MESZ

Oder hier noch ein aktuelles Foto von heute:

Die Sonne am 21. Juli 2024 um 12:26 Uhr MESZ

In der Nacht von Samstag auf Sonntag, den 20.7. zum 21.7. stand natürlich auch der volle Mond auf meinem Programm:

Der fast volle Mond am 20. Juli 2024 um 23:47 Uhr MESZ

 

Dann habe ich mir einen hellen Wasserstoffnebel gegönnt, den "Schwanennebel" oder "Omeganebel", Messier 17:

Schwanennebel, M 17, gegen 23:40 MESZ

Den Schwanennebel habe ich eine halbe Stunde belichtet. Das Bild entstand mit meiner Vespera Pro, es wurde kein Filter verwendet. Vor gut zwei Jahren, am 1. Juli 2022 habe ich den Schwanennebel auch mit meinem ersten Vespera fotografiert. Sie dürfen gerne die Bilder vergleichen! Damals stand kein voller Mond am Himmel und es waren wohl auch keine Schleierwolken dabei.

Natürlich habe ich nach so langer "Abstinenz" auch wieder nach T CrB geschaut:

T CrB am 20.7.24 um 22:45 MESZ (3 Minuten belichtet)

Da hat sich zum Glück während meines Krankenhausaufenthalts nichts getan. Ich habe also keinen Nova-Ausbruch verpasst.

Dafür gibt es hier noch zwei Kometen:

Komet 13P/Olbers gegen 23:00 Uhr MESZ

Der Komet 13P/Olbers ist immer noch ein recht ansehnliches Objekt, mit einer Helligkeit von ca. 7mag, also nichts für das bloße Auge, aber doch durchaus fotogen. Am 30. Juni hatte wr seine größte Annäherung an die Sonne, in ca. 70 Jahren wird er uns wieder besuchen.

Komet C/2023 V4 um 23:37 Uhr MESZ

Auch dieser Komet befindet sich unweit vom SternbildGroßer Wagen, mit nur11,9mag ist er deutlich lichtschwächer als Komet Olbers. Auch er hat sein Perihel schon deutlich hinter sich, das war am 30. Mai 2024. 

Beide Kometenbilder wurden zrhn Minuten belichtet.
 

Schließlich habe ich auch noch versucht, Pluto zu fotografieren, schließlich steht er in der neuen Woche in Opposition zur Sonne. Leider steht er sehr tief am Horizont, der Mond war auch nur 9° Grad entfernt. Leider gelang es mir diesmal nicht mehr, ausreichend lange zu belichten, um Pluto zu finden. Nach knapp 7 Minuten Belichtungszeit zogen Wolken auf. Die Grenzgröße auf dem folgenden Foto für eindeutig identifizierbare Sterne liegt nur bei 13mag, Pluto selbst hat jedoch nur 15mag. 

Leider kein Pluto zu sehen...

Aber auch trotz des letzten Mißerfolgs, endlich mal wieder ein toller Astroabend!


Samstag, 16. September 2023

16. September 2023: Nebel und Nebelfetzen

 Am 16. September war der Himmel lange Zweit dunkel, um lichtschwache (planetarische) Nebel oder auch andere "Nebelfetzen" zu fotografieren. Für meine Bilder mit der Vaonis Vespera habe ich diesmal einen Dualbandfilter genutzt.

Als erstes habe ich M 17, den sogenannten Omega-Nebel fotografiert, bevor er im Südwesten hinter den Bäumen auf dem Nachbargrundstück verschwinden konnte. 

M 17, Omeganebel, 31 Minuten belichtet

 Der Omeganebel wird manchmal auch Schwanennebel genannt. Wenn man das Bild einmal um 180° Grad dreht, wird aus meiner Sicht die "Schwanengestalt" am ehesten deutlich. Laut Wikipedia handelt es sich um einen Emissionsnebel, junge Sterne heizen das sie umgebende Gas auf und bringen es so zum eigenständigen Leuchten. 

Das nächste Objekt war dann NGC6888, der Crescent-Nebel:

NGC 6888, 35 Minuten belichtet

Dieser Nebel wird von nur einem einzigen Stern zum Leuchten gebracht, vermutlich handelt es sich um Material, was auch selbst von di9esem Stern abgestoßen wurde. Er ist mit einer Entfernung von rund 4500 Lichtjahren etwas dichter an uns dran als M 17, der 5000 bis 6000 Lichtjahre entfernt ist. Der Durchmesser dieser Gashülle beträgt ca. 25 Lichtjahre.

Nach diesen recht erfolgreichen Versuchen, wollte ich dann die "Mosaik-Funktion" des Vespera ausnutzen und ein "Gesamtbild" des Cirrusnebels zu versuchen.

Cirrus-Nebel, Mosaik, Gesamtbelichtungszeit 78 Minuten

Der Cirrusnebel setzt sich aus Bestandteilen mit unterschiedlichen NGC-Nummern zusammen. Es handelt sich um die Überreste einer Supernova-Explosion, die sich vor ca. 8000 Jahren ereignet hat. Leider kann das Vespera doch nicht den gesamten Nebel erfassen. Mein Foto deckt ein Feld von ca. 2,4° Grad ab, der Nebel selbst ist jedoch etwas größer.

Hier das gleiche Bild mit den Bezeichnungen, die man nach einem Upload des Bildes bei nova.astrometry.net erhält. Hier werden natürlich die amerikanischen Bezeichnungen verwendet ("Veil Nebula") und nicht unsere deutschsprachigen. Der Nebel wurde übrigens vor fast genau 340 Jahren entdeckt, am 5. September 1784 durch Wilhelm Herschel. Er ist ca. 2400 Lichtjahre entfernt von uns und hat einen Durchmesser von ca. 150 Lichtjahren.

Mal sehen, wann der Himmel nachts wieder klar ist. Vielleicht gelingt mir dann von Hand ein größeres Mosaik, um doch noch den Nebel komplett abzubilden.