Posts mit dem Label M35 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label M35 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 8. April 2026

6. April 2026: Kleinplanet (40)Harmonia, Tiangong, M 87 und M 35

 Am Abend des Ostermontags war der Himmel klar, nur ab und an zogen leichte Schleierwolken durch (oder war es Hochnebel?), die beeinträgten die Beobachtungen jedoch nicht zu sehr.

Kleinplanet (40) Harmonia in der Nähe von 37 Gem

 Der Kleinplanet (40)Harmonia (11,2mag) befand sich noch immer in der Nähe des Sterns 37 Gem (5,7mag).

Dann wollte ich die chinesische Raumstation Tiangong  fotografieren. Zuvor hatte ich mir noch die neueste Version des Planetariumsprogramm "Stellarium" heruntergeladen. Die Version 26.1 war gerade tags zuvor veröffentlicht worden.

IC 2311 und NGC 2566, aber wo ist die Tiangong? (110 Aufnahmen a 10 Sekunden)


Auf der Bahn der Tiangong hatte ich mir eine Position gesucht, auf der sie an zwei fernen Galaxien vorbei kommen sollte. Doch ist sie auf dem Bild zu finden? 

 Ich hatte die Aufnahme kurz vor 21:28 Uhr begonnen, die Tiangong sollte um 21:30 Uhr durch das Bild rasen und eine deutliche Strichspur hinterlassen.

Während der Entstehung des Bildes war mir jedoch nichts aufgefallen. Es gab eine kleine, lichtschwache  Strichspur, genau zwischen den Galaxien NGC 2566 und IC 2311. Aber diese entstand gleich bei der ersten Aufnahme und wurde dann durch das Stacking immer weniger sichtbar. Wahrscheinlich war dies nur die Spur eines Starlink-Satelliten. 

Da ich selbst nichts bemerkte, liess ich die Aufnahme einfach weiterlaufen, wenigsten die Galaxien IC 2311 und NGC 2566 wollte ich dann aufnehmen. So wurde dieses Bild am Ende 18 Minuten belichtet.

Doch wenn Sie sich das Bild noch einmal genau anschauen: Am linken Rand, oberhalb des Sterns  HD 70483, etwas unterhalb und links von Stern HD 70393, da ist doch ein kleiner, aber heller Strich zu sehen. Dieser taucht genau beim 14. Bild meiner Belichtungsreihe auf. Also genau zu dem Zeitpunkt um 21:30 Uhr, als die Tiangong durch das Bild fliegen sollte. Wenn dies tatsächlich die Tiangong ist, ist sie wahrscheinlich genau im Zeitpunkt einer Belichtungspause zwischen dem 13. und 14. Bild durchgerauscht, so dass meine Vespera sie fast verpasst hätte. Auch wenn diese Spur nur extrem kurz ist, ist das Ergebnis doch eine Ermutigung, bei einer anderen Gelegenheit noch einmal wieder zu probieren, auch die Spur der ISS oder eben der Tiangong oder eines anderen sehr hellen Satelliten mit meiner Vespera aufzunehmen.

M 87 am 6.4.26 um 23:21 Uhr MESZ

Nach langer Zeit habe ich auch mal wieder Messier 87 aufgenommen. Das Bild wurde aus 333 Einzelbildern gestacked, also insgesamt 55,5 Minuten lang belichtet.

M 87 mag auf meinem Foto relativ "langweilig" erscheinen, weil in dieser Galaxie keine auffälligen Strrukturen zu sehen sind. Und doch ist sie eines der spannensten Objekte am Himmel überhaupt. Hier gelang es zum ersten Mal überhaupt, ein schwarzes Loch hzu fotografieren.
 

M 35 und darunter NGC 2158

 Und ein weiteres Messier Objekt konnte ich ausführlich belichten. Die obige Aufnahme von Messier 35 und NGC 2185 wurde genau 3580 Sekunden lang, also fast eine Stunde lang belichtet. Zu diesen beiden Objekten hatte ich schon früher etwas in meinem Blog geschrieben, damals hatte ich sie jedoch nur eine gute halbe Stunde lang belichtet.

 

 

 

Freitag, 21. Februar 2025

17.-19. Februar 2025: Fledermaus am Winterhimmel und andere Schönheiten

In den Nächten vom 17. zum 19. Februar war es meist sehr klar und ich konnte wieder verschiedenste Beobachtungen machen. 

Ein nicht so häufig fotografiertes Objekt im Sternbild Orion ist der Fledermausnebel:

NGC1788, Fledermausnebel

 Das Bild von NGC 1788 habe ich insgesamt 169 Minuten belichtet (1016 Bilder a jeweils 10 Sekunden), also etwas unter drei Stunden. Die hellen Teile dieses Reflexionsnebels sind leicht zu erkennen. Einen äußeren Ring von Wasserstoffgas, also einen rot leuchtenden Nebel, hab ich auf meinem Bild nicht entdecken können. Dazu wäre sicherlich noch deutlich mehr Belichtungszeit und eine größere Öffnung  notwendig gewesen. Eine etwas ausführlichere Beschreibung zu diesem Objekt findet man auch auf der Webseite "Deep Sky Corner".

 Zumindest in der Astronomie Interessierten Fachwelt hat die Galaxie NGC 6505 in diesen Tagen Aufmerksamkeit erregt, hat doch der Beobachtungssatellit Euclid hier einen sehr schönen "Einstein-Ring" rund um die Galaxie entdeckt. Ich habe mir gedacht, das Objekt kann ich doch auch einmal probieren:

NGC 6505, 45 Minuten belichtet


 Natürlich ist auf meinem Bild kein Einstein-Ring zu erkennen. Ich bin froh, das sich diese kleine unscheinbare Galaxie überhaupt nach 45 Minuten Belichtungszeit gezeigt hat. Die Helligkeit der Galaxie beträgt nur 14,4mag und hat nur eine Ausdehnung von einer Bogenminute. Die in dem Bild unten links ebenfalls vorhandene Galaxie NGC 6536 ist immerhin 13,6 mag hell.

Am 17.Februar  habe ich dann auch noch einmal die Supernova SN2025aue probiert:

SN2025aue mit UGC3007

 Diesmal konnte ich 45 Minuten belichten. Jetzt hebt sich auch die Galaxie ganz schwach vom Himmelshintergrund ab. Auch die Supernova ist noch schwach als Stern zu erkennen. Es lohnt sich doch sehr, manchen Objekten eine zweite Chance zu geben, wenn denn der Himmel mitspielt.

Zum Abschluss noch ein "schönes" Bild:

M 35 in den Zwillingen

 Der offene Sternhaufen M 35 (Messier 35, auch NGC 2168) gehört für mich zu den schönsten Objekten am Winterhimmel. Er ist relativ einfach mit dem Fernglas zu finden und macht sich auch im größeren Teleskop durch die Vielzahl der Sterne sehr schön. Durch die visuelle Helligkeit von 5,1mag kann er sogar unter richtig dunklem, klaren Himmel mit dem bloßen Auge gesehen werden.

M35 ist mit 2800 Lichtjahren Entfernung relativ dicht bei der Erde und zählt mit einem Alter von ca. 150 Millionen Jahren zu den jüngeren Sternhaufen. Rechts unterhalb von ihm befindet sich NGC 2158, viermal weiter entfernt als M 35, zehnmal älter und wesentlich kompakter, da er viel mehr Sterne bei etwa gleichem Volumen enthält.

Ein wunderschönes Sternhaufen-Doppel!

 

Sonntag, 12. Mai 2019

13. - 19. Mai: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Vollmond, der Mond beherrscht daher eindeutig den Nachthimmel. Von den großen Planeten ist der Mars noch am Abend nach Sonnenuntergang tief im Nordwesten zu sehen, Jupiter geht jetzt bereits vor Mitternacht im Südosten auf und Saturn folgte gegen 1:30 Uhr. Es gibt auch in dieser Woche keine Iridiumflares zu bewundern, aber viele Überflüge der ISS.

Am Montag, den 13. Mai, geht die Sonne um 5:35 Uhr auf und um 21:08 Uhr unter. Das sind 23 Minuten länger als noch vor einer Woche. Sie sinkt diese Woche nur noch bis zu 20° Grad unter den Horizont, die "astronomische Nacht" dauert inzwischen nur noch knapp zwei Stunden. Dafür kann aber die ISS bei vielen Überflügen gesichtet werden, teilweise bis zu fünf mal in einer Nacht. So erscheint sie heute um 2:52 Uhr in 62° Grad Höhe im Südosten und fliegt dann schnell dem Horizont entgegen, zwischen 3:58 Uhr (Aufstieg im Westen) und 4:06 Uhr (Untergang im Osten) fliegt sie dann noch einmal exakt über unsere Stadt hinweg.

Am Dienstag, den 14. Mai, kann die ISS um 1:37 Uhr kurz im Osten gesehen werden, dann fliegt sie zwischen 3:09 Uhr und 3:15 Uhr exakt über Bad Lippspringe hinweg, zwischen 4:44 Uhr und 4:56 Uhr erreicht sie noch einmal eine Höhe von 60° Grad über dem Horizont. Beim Mond kann heute Abend der "goldene Henkel" beobachtet werden.

Am Mittwoch, den 15. Mai, ist die ISS um 0:58 Uhr tief im Osten sichtbar, um 2:20 Uhr 83° Grad hoch fast im Zenit in der Nähe der Leier und zwischen 3:53 Uhr und 4:01 Uhr noch einmal in maximal 75° Grad Höhe. Der Mond zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Südpol schauen können.

Am Donnerstag, den 16. Mai, kann man die ISS um 1:29 Uhr, um 3:05 Uhr und 4:41 Uhr sehen.

Am Freitag, den 17. Mai, ist die ISS das erste Mal um 0:39 Uhr tief im Osten zu sehen, dann fliegt die ISS um 2:14 Uhr exakt über Bad Lippspringe hinweg, ein weiterer Überflug in maximal 52° Grad Höhe findet um 3:51 Uhr statt. Am Abend ist sie dann noch um 22:10 Uhr ganz flach über dem Horizont im Südosten zu sehen (nur 11° Grad hoch) und um 23:50 im Osten in der Nähe von Altair im Sternbild Adler.

Am Samstag, den 18. Mai, ist die ISS das erste Mal um 1:23 Uhr bei einem weiteren Überflug (fast) genau über unserer Stadt zu sehen, noch einmal um 3:00 Uhr in 68° Grad Höhe und um 4:36 Uhr mehr im Südwesten, aber tief zwischen Mond, Jupiter und Saturn. Und dann ist noch einmal um 22:56 Uhr herum in maximal 29° Grad Höhe zu sehen. Am Abend ist exakt um 23:11 Uhr Vollmond. Der Mond steht dann nur 15° Grad über dem Horizont. Bei klarem Wetter kann man sicherlich das eine oder andere schöne Vollmondbild fotografieren. Tief im Westen nähert sich der Mars dem offenen Sternhaufen M35 in den Zwillingen. In Essen findet heute von 10 - 18 Uhr die größte europäische Astronomie-Messe statt, das ATT.

Am Sonntag, den 19. Mai, ist die ISS in der morgendlichen Nachthälfte um 0:32 Uhr, 2:09 Uhr und 3:45 Uhr zu sehen. Am Abend dann noch einmal zwischen 22:03 Uhr und 22:08 Uhr, allerdings nur in maximal 20° Grad Höhe und zwischen 23:38 Uhr und 23:45 Uhr in maximal 64° Grad Höhe. Der Mond nähert sich allmählich dem Jupiter, er geht gegen 22 Uhr auf und ist immer noch zu 99 Prozent beleuchtet. Der Krater Grimaldi steht nah am Rand, der Mond zeigt maximale Libration in Länge. Heute steht Mars nur 0,2° Grad oberhalb von M35 in den Zwillingen.



Mittwoch, 3. Februar 2010

3. Februar - Die Sonne scheint und Sterne funkeln!

Hi!

Zu meiner großen Überraschung sind die Wolken am Himmel verschwunden, nicht ganz, aber es scheint sogar die Sonne! Ein schneller Blick mit dem Fernrohr zeigt einen kleinen Fleck, nichts spektakuläres. Auch im PST (H-alpha-Spezialfernrohr) ist nicht viel mehr zu erkennen außer dem Aktivitätsgebiet 1043 rund um den Fleck. Protuberanzen waren nicht auszumachen.

Aber immerhin - endlich mal wieder ein paar Sonnenstrahlen! Das tut der Seele gut!

**************   Ergänzung gegen 23 Uhr

Und auch am Abend hielt das gute Wetter an! Zwischendurch war es wieder kräftig bewölkt, aber so gegen 21 Uhr sah ich aus dem Dachfenster den Mars leuchten - so hell orangerot leuchtet nur einer am Himmel! Schnell nach draußen gegangen und die Lage gepeilt. Okay, es waren auch Wolken am Himmel, aber die Lücken dazwischen doch so groß, dass sich das warm anziehen lohnen könnte. Das Spektiv steht sowieso immer auf einem Stativ bereit in einer Ecke der Wohnung.

Es wurde zunächst tatsächlich eine Art Katz und Maus Spiel. Immer wenn man einen Stern anvisiert hatte, kam auch schon eine Wolke oder ein längeres Wolkenband an, um es baldmöglichst zu bedecken. Dann musste man sich an einer anderen Ecke des Himmels etwas Neues zum Anschauen aussuchen. Ich sah das als sportliche herausforderung an. Außerdem übt es gewaltig, wenn man mit einem Spektiv versucht, bestimmte Objekte anzupeilen. Durch die gewinkelte Ausführung ist ein anvisieren über "Kimme und Korn" nicht möglich, da braucht man schon sehr viel Gefühl und Ortskenntnis am Himmel.

Zunächst visierte ich natürlich Mars an, aber Oberflächendetails zeigt so ein Spektiv dann doch nicht, dafür ist die Vergrößerung mit 25-50fach zu klein. Oder täusche ich mich? War da im "Gefunkel" nicht vielleicht doch mitten drin ein "dunklerer Fleck" zu sehen? Naja, sicher ist das nicht. Dann wollte ich eigentlich zur Praesepe (M44), doch wegen der Wolken ging das erst deutlich später. Stattdessen Orionnebel. Hier gab es ein etwas größeres Wolkenloch und ich wagte es sogar, mal mit dem Spektiv zu fotografieren. Meine Kleinbildkamera kann ich gut am Spektiv befestigen. Hier das Ergebnis einer Belichtung von 4 Sekunden bei 3200 ASA:

Die Belichtungszeit ist schon zu lang, die Sterne zeigen Strichspuren. Aber der Nebel zeichnet sich trotzdem deutlich ab. Und wenn man genau hinschut, sieht man in der Bildmitte mehrere dicht gepackte, unterschiedliche helle Spuren. Die stammen von den vier Sternen des "Trapez". Selbst fotografisch lässt sich das also deutlich trennen. Und insoweit bin ich eigentlich ganz begeistert von der Aufnahme. Denn ich hatte eigentlich gar nicht erwartet, dass dies überhaupt funktioniert. Meine Befürchtung war, dass der "Autofocus" der Kamera mir ganz schnell einen Streich spielt und ein Foto ganz verhindert.

Beim nächsten Mal brauche ich natürlich eine richtige Nachführung des Spektivs zur Bewegung der Sterne. Wenn diese dann nicht mehr strichförmig weiterlaufen sondern punktförmig bleiben, steht schönen Astroaufnahmen vielleicht gar nichts mehr im Weg. Heute fehlte zunächst für längere Versuche die Zeit, denn kaum war dieses Foto "im Kasten", da kamen auch schon wieder die Wolken.

Doch an anderen Ecken war der Himmel frei und so konnte ich meinen Beobachtungsspaziergang in aller Ruhe fortsetzen. Castor in den Zwillingen ist ein Doppelstern. Die beiden Komponenten haben laut Karkoschka 4.7 Bogensekunden Abstand. Sie konnten sauber getrennt werden. Später schaute ich mir auch gamma Leonis ("Algieba") an, hier haben die Komponenten nur 4.4 Bogensekunden Abstand. Die Trennung war schon deutlich schwieriger, der Stern aber auch deutlich horizontnäher. Aber hier dürfte wohl auch die Auflösungsgrenze des Spektivs erreicht sein. Vielleicht wäre mit mehr Vergrößerung noch etwas zu machen, das Okular erlaubt jedoch nur 50fach, mehr ist zur Zeit also nicht drin. Der Kleinplanet Vesta nähert sich allmählich Wasat an. Wenn es in den nächsten Tagen Nachts klar bleibt, kann dies ein schönes Schaupiel werden.

In den Zwillingen schaute ich mir dann später M35 an, ein sehr schöner Sternhaufen. Zwischendurch dann auch mal schnell zu den Plejaden (M45) geschaut. Reflexionsnebel waren heute nicht zu erkennen. Meine Suche nach M78 im Orion war wohl vergeblich. Vielleicht hat sich da indirekt etwas angedeutet, aber sicher bin ich mir da wirklich nicht. Wahrscheinlich war es für solche Objekte einfach zu hell. Wenn überall Schnee liegt, dann wird es ja gar nicht richtig dunkel, das Licht jeder Straßenlampe wird vom Schnee in alle Richtungen reflektiert und vielleicht war ja auch immer noch etwas Hochnebel oder Dunst in der Luft. Die visuelle Grenzgröße in der kleinen Bärin lag für meine (kurzsichtigen) Augen nicht einmal bei 4mag, die Deichselsterne des kleinen Wagens konnte ich nicht erkennen!

Dafür war heute jedoch M41 im Großen Hund mit Spektiv viel besser zu sehen als letztes Mal. Schließlich schaute ich mir auch noch die Sternhaufen im Fuhrmann an. Der ist ja fast im Zenit, da war das "Peilen" kaum noch möglich. Doch wenn man erstmal einen der drei Sternhaufen dort im Blick hat, ist es nicht so schwierig, auch die anderen beiden zu finden. Zuerst fand ich M36, dann M38 und schließlich auch noch M37. Alle drei sind sehr schöne Objekte, die im Spektiv schon viele einzelne Sterne zeigten.

Trotz der immer wieder durchziehenden Wolken ein wunderschöner Abend!