Sonntag, 1. Februar 2026

2.-8. Februar 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

Am Sonntag hatten wir Vollmond, er nimmt in den Tagen dieser Woche langsam ab und geht jeden Abend später auf. Von den hellen Planeten steht am Abend Saturn schon recht tief im Westen, um 19 Uhr ca. 18° Grad, um 20 Uhr nur noch 10° Grad hoch. Jupiter dagegen ist fast die ganze Nacht zu sehen, zunächst im Osten (gegen 18 Uhr schon ca. 30° Grad hoch), gegen 22:30 Uhr hoch im Süden und er geht gegen 6:30 Uhr im Westen unter. Der Fernglasplanet Neptun kann in der Nähe von Saturn gefunden werden und Uranus ca. 5° Grad südwestlich der Plejaden im Stier. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu beobachten.

 Am Montag, den 2. Februar, geht die Sonne um 8:02 Uhr auf und um 17:15 Uhr unter, der helle Tag dauert jetzt also schon deutlich über 9 Stunden. Der immer noch zu 99 Prozent beleuchtete Mond geht um kurz nach 18 Uhr auf. Er steht in der Nähe von Regulus, dem hellsten Stern im Löwen, gegen 4:30 Uhr zieht er knapp unterhalb von Regulus vorbei. Von 19:23 Uhr bis 19:26 Uhr steigt der Satellit Blue Walker 3 im Westen am Himmel auf bis zu 77° Grad Höhe und wird bis zu 1mag hell. Leider ein weiteres Beispiel für einen ungebremsten Satellitenwahn, der möglicherweise in naher Zukunft himmlische Astronomie sehr erschweren wird.

Am Dienstag, den 3. Februar, geht der zu 96 Prozent beleuchtete Mond um 19:36 Uhr auf. Bereits um 3:00 Uhr in der Frühe steht Kleinplanet (511)Davida (10,7mag) in nur 7,5' Bogenminuten Abstand zu Stern 64 Leo (6,4mag). Erneut zieht Blue Walker 3 über unseren Himmel, zwischen 18:47 Uhrt und 18:52 Uhr zieht er mit 86° Grad Höhe fast durch unseren Zenit.

Am Mittwoch, den 4. Februar, geht der immer noch zu 90 Prozent beleuchtete Mond um 20:47 Uhr auf. Er zeigt starke Libration "West", der Krater Grimaldi steht nah am Rand. Um 22:20 Uhr steht der veränderliche Stern Algol im Perseus im Helligkeitsminimum. Uranus beendet heute seine Oppositionsschleife und wird wieder rechtläufig, wandert jetzt also ganz allmählich auf das "goldene Tor der Ekliptik" zu, im Juli wird er genau zwischen den Sternhaufen der Plejaden und der Hyaden stehen. Zwischen 18:12 Uhr und 18:18 Uhr zieht erneut Blue Walker 3 bis in 85° Grad über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Donnerstag, den 5. Februar, geht der zu 83 Prozent beleuchtete Mond um kurz nach 22 Uhr auf. 

Am Freitag, den 6. Februar, geht der zu 73 Prozent beleuchtete Mond um 23:19 Uhr auf. Der Kleinplanet (403)Cyane (12,5mag) steht heute in Opposition. Er steht nur 6' Bogenminuten entfernt von HIP44551 mit 7,7mag. An der Volkssternwarte Paderborn gibt es heute um 19 Uhr einen Vortrag von Frank Sackenheim zum Thema "Fake oder Echt? Die Farben in der Astrofotografie".

Am Samstag, den 7. Februar, sollte um 3:41 Uhr das erste Startfenster für einen Flug von Artemis II zum Mond beginnen. Der abnehmende Mond steht dann ca. 4° Grad südwestlich entfernt von Spica, dem hellsten Stern in der Jungfrau. Der Artemis II Start musste jedoch zuletzt um zwei Tage verschoben werden und wird jetzt frühestens am Morgen des 9. Februar stattfinden. Das "Startfenster" dauert ungefähr 2 Stunden, lassen wir uns überraschen, wann es wirklich wieder los geht mit einem Flug von Menschen zum Mond.

Am Sonntag, den 8. Februar, geht der Mond um 0:33 Uhr auf, er ist dann noch zu 65 Prozent beleuchtet. Zum Ende dieser Woche beginnt eine Abendsichtbarkeitsperiode von Merkur. Er geht ca. eine Stunde nach Sonnenuntergang im Westen unter, um 18 Uhr steht er heute noch gut 4° Grad über dem Horizont. Die Bedingungen werden bis zum 19. Februar von Tag zu Tag besser.

1. Februar 2026: Die Sonne und ein aktiver Sonnenfleck und noch einmal etwas Mond

 Am 1. Februar konnte ich die Sonne und ihre Flecken fotografieren. Die Bedingungen waren nicht die allerbesten, einige hohe Zirren trübten immer wieder den Himmel, aber die Luft war doch recht ruhig.

Die Sonne am 1. Februar 2026 um 13:48 Uhr, ca. 20° Grad hoch.

 Man erkennt oben links eine größere Gruppe, AR4366. Aus dieser Gruppe kam heute sogar ein X-Flare, sie scheint kräftig aktiv zu sein. Ob sie wohl einen erdgerichteten CME verursachen kann? Unterhalb dieser Gruppe ist der kräftige Fleck AR4362 zu erkennen, außerdem noch drei weitere Flecken, dichter am Rand.

 Tags zuvor waren die Bedingungen zur Sonnenfotografie viel schlechter:

Die Sonne am 31. Januar um 9:42 Uhr.

 Am Morgen schien die Sonne noch hell vom Himmel, doch für 10:00 Uhr war schon wieder dichte Bewölkung vorhergesagt. Im Moment der Aufnahme stand die Sonne nur 10° Grad hoch über dem Horizont. Die Luft war so stark am flimmern, dass es mir überhaupt nicht gelang, ein scharfes Bild vom Rand der Sonne einzustellen. Man sieht dies auch auf dem Foto. Und wenn der Rand nicht scharf zu bekommen ist, bekommt man natürlich auch keine Bilder der Flecken. Zumindest fast keine. Wenn man genau schaut, kann man links in der Nähe des Randes zwei Flecken(-gruppen) erkennen. Am besten sieht man etwas unterhalb der Mitte den Fleck AR4362. Die Gruppe AR4366 lässt sich auf diesem Bild nur erahnen. So dicht am Rand schaut man aber natürlich auch noch nicht "von oben", sondern doch mehr "von der Seite" auf die Fleckengruppe, so dass ihre tatsächlich Größe noch gar nicht zu erfassen ist. 

In der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar schien kurz vor Mitternacht auch der Mond durch die Wolken. Sein Licht führte zu einem netten kleinen "Hof" in den Wolken um den Mond herum:

Mond mit Hof am 31.1.26 um 23:23 Uhr

 Ab und an war der Blick zum Mond etwas freier:

Der Mond am 31.1.26 um 23:25 Uhr
 

24 Stunden vor Vollmond waren am linken Mondrand noch etliche Krater einigermaßen gut zu erkennen. Schade, dass die Bedingungen insgesamt nicht besser waren. Trotzdem kann man erkennen, dass, selbst wenn noch etwas Dunkelheit am linken Mondrand herrscht,  der Krater Wagentin relativ dicht zum Rand steht, während rechts das Mare Crisium doch etwas weiter als üblich vom Rand entfernt ist. Beide Bilder entstanden mit meiner Nikon P950 aus freier Hand.