Montag, 5. Januar 2026

5. Januar 2026: Sonnenaufgang und abnehmender Mond

Heute früh gab es endlich den ersten richtigen Sonnenstrahl bei uns zu sehen! Nach dem es seit Neujahr eigentlich durchgehend bedeckt war, klarte es heute früh endlich wieder einmal auf. 

Hier mein erstes Bild von der aufgehenden Sonne heute:

Die aufgehende Sonne am 5. Januar 2026

 Das Foto entstand um 8:59 Uhr, also 28 Minuten nach dem mathematischen Sonnenaufgang. Die Sonne stand zu diesem Zeitpunkt 2,6° Grad über dem Horizont und mit 133° Grad Azimut im Südosten. Nicht nur das Eggegebirge im Südosten von uns verhinderte eine frühere Sichtung, sondern auch ein paar horizontnahe Wolken.

Zur gleichen Zeit stand "gegenüber" im Westen der Mond über den Häusern:

Der Mond am Morgen des 5. Januar 2026

 Auch hier behinderten ein paar Wolken die freie Sicht, der Mond stand zu diesem Zeitpunkt (9:07 Uhr MEZ) noch 7,7° Grad über dem Horizont (sowie Azimut 291°, WNW).

Der Mond mit 800mm Äquivalentbrennweite

Alle Bilder entstanden aus den Dachfenstern heraus im Obergeschoss meines Hauses. Leider soll sich der Himmel heute bald wieder mehr Wolken zeigen und am Abend soll sogar neuer Schnee fallen. Trotzdem: ein schöner Tagesbeginn!

Sonntag, 4. Januar 2026

6.-10. Januar 2026: Vier Planeten in einer Reihe

 Mein Sternfreund Christoph Gerber machte mich im AKM-Forum auf eine interessante Planetenkonstellation in dieser Woche aufmerksam. In dieser Woche stehen Venus und Mars in Konjunktion mit der Sonne, also von der Erde aus gesehen genau hinter der Sonne. (Ich schrieb dazu in meiner Wochenübersicht, das lässt sich nicht beobachten.) Und Jupiter befindet sich in Opposition zur Sonne, also von der Erde aus gesehen, genau gegenüber zur Sonne.

Das bedeutet, vier Planeten stehen praktisch auf einer Linie über die Sonne hinweg, also Jupiter - Erde - Sonne - Venus - Mars.

Man kann diese seltene Aufreihung der Planeten jedoch mit geeigneten technischen Hilfsmitteln gut beobachten! Das man Jupiter während der Opposition am Nachthimmel - sofern keine Wolken im Weg sind - gut beobachten kann ist logisch.

Die Venus und der Mars lassen sich jedoch mit Hilfe des SOHO-Satelliten in diesen Tagen ebenfalls gut beobachten. Der Satellit blendet mit Hilfe eines Koronografen die helle Sonnenscheibe aus, so dass sogar schwächere Sterne links und rechts neben der Sonne sichtbar werden und helle Planeten natürlich auch.

Hier ein Bild, das bereits im Dezembetr auf der Webseite von spaceweather.com veröffentlicht wurde:

Die NASA veröffentlich regelmäßig die neuesten Bilder des sich bereits seit über 30 Jahren im All befindlichen SOHO-Satelliten. Nicht nur als Einzelbilder, sondern auch als Zeitraffer. Das aktuellste Video finden Sie hinter diesem Link. Aber achten Sie darauf, dass die Venus von rechts nach links ziehend schon am 2. Januar hinter dem Koronografen verschwindet. Mars von links nach rechts ziehend verschwindet wohl am 4. Januar dahinter.  Etwas "näher" kommt man mit einer anderen Kamera von SOHO, mit dem LASCO C2-Experiment. Auch hier das jeweils aktuellste Video. Auch hier verschwindet die Venus gerade hinter dem Koronographen, Mars ist am 2.1. gerade erst in das Gesichtsfeld gezogen. Hier noch ein Link zu einem etwas älteren Video aus dem Dezember 2025.

Doch wieso laufen die Planeten in diesem Video in entgegengesetzte Richtung? Sollten nicht alle großen Planeten beim Umlauf um die Sonne in die gleiche Richtung laufen?

Keine Sorge! Das tun sie tatsächlich auch. Es handelt sich hier einmal mehr um einen rein perspektivischen Effekt, bei dem wir auch die Eigenbewegung der Erde um die Sonen berücksichtigen müssen. In dem obigen Bild gilt: Objekte, die rechts von der Sonne stehen, laufen ihr von der Erde aus gesehen voraus, sind also am Morgenhimmel vor Sonnenaufgang zu sehen und Objekte, die links von der Sonne stehen, bewegen sich ihr nach, sind also am Abendhimmel zu sehen. ("Im Prinzip", denn tatsächlich sind alle Objeke, die so nahe bei der Sonne stehen wie auf diesen Bildern natürlich nicht zu sehen).

Wenn man ganz genau sich das Video anschaut, kann man erkennen, dass auch der Mars sich - bezogen auf die Sterne im Hintergrund - langsam von rechts nach links bewegt, also in die gleiche Richtung sich bewegt, wie es auch die Venus tut.  Auch die Sonne bewegt sich vor dem Hintergrund der Sterne von rechts nach links (oder andersherum: Die Sterne im Hintergrund bewegen sich immer von links nach rechts). Dies liegt einfach an der Bahn der Erde um die Sonne herum. 

Und jetzt kommen die Keplerschen Gesetze zur Bewegung der Planeten um die Sonne ins Spiel: Je weiter entfernt ein Planet von der Sonne entfernt ist, desto langsamer bewegt er sich auf seine Bahn um die Sonne. Die Venus ist von den hier betrachteten Planeten der Innerste, bewegt sich also am schnellsten, dadurch kann die Venus die Sonne scheinbar auf ihrer Bahn vor dem Hintergrund der Sterne überholen, denn die Geschwindigkeit, mit der die Sonne sich scheinbar vor den Sternen bewegt, wird ja durch die Erde bestimmt. Und so kann die Sonne dann scheinbar auch den Mars überholen.

Praktisch bedeutet dies für uns, dass die Venus schnell auf die "Abendseite" der Sonne wechselt, also bald (im Frühjahr) als Abendstern glänzen wird. Mars dagegen wechselt zunächst auf die Morgenseite der Sonne, da wird es dann noch eine ganze Weile dauern, bis er auch an unserem Abendhimmel wieder zu sehen sein wird (November/Dezember 2026). 

Doch zurück zu unser Aufreihung von gleich vier Planeten. Christoph Gerber weist in seinem Beitrag darauf hin, dass vom Jupiter aus gesehen, zum Oppositionszeitpunkt die Erde sogar genau vor der Sonne steht, es kommt also zu einem "Erd-Transit". Und nicht nur das, der Jupitermond Callisto umkreist seinen Mutterplaneten gerade so, dass auch er dann in einer Linie mit der Sonne und der Erde steht. 

Manchmal möchte ich wirklich gerne mit einem Raumschiff durchs Weltall gleiten, um all diese Effekte und Konstellation live mitzuerleben. 


 

 

5. - 11. Januar 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 Heute möchte ich zuerst mit einem kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr beginnen. 188 Postings hatte ich 2025 erstellt. Zieht man davon die 52 Wochenvorausschauen ab, sind das 136 Beobachtungsberichte. So viele hatte ich in keinem Jahr zuvor. Es muss in der Tat viel klare Tage, Abende und Nächte gegeben haben. Astronomie ist wirklich ein tolles Hobby, das man das ganze Jahr über betreiben kann. Ich bion schon sehr gespannt, wie sich das neue Jahr zeigen wird.

In dieser Woche nimmt der Mond langsam ab und zieht sich vom Abendhimmel zurück. Von den hellen Planeten geht Saturn am Abend bereits vor 23 Uhr unter, genauso wie der Fernglasplanet Neptun wird seine Sichtbarkeitsspanne immer kürzer. Jupiter steht diese Woche im Sternbild Zwillinge in Opposition zur Sonne, ist also praktisch die ganze Nacht über zu sehen. Uranus im Sternbild Stier ist bis ca. 4:00 Uhr am Morgen in einem kleinen Teleskop zu sehen. Die anderen Planeten stehen zu dicht bei der Sonne um sichtbar zu werden. Die ISS ist nicht bei nächtlichen Überflügen am Himmel zu beobachten.

Am Montag, den 5. Januar, geht die Sonne um 8:31 Uhr auf und um 16:30 Uhr unter, der helle Tag dauert also wieder knapp 8 Stunden. Der noch zu 92 Prozent beleuchtete Mond geht um ca. 19:15 Uhr auf. Um 21:38 Uhr endet die Bedeckung von HIP 46232 (6,3mag) durch den Mond, allerdings dürfte das Mondlicht diese Bedeckung noch gut überstrahlen. Heute Abend zieht Kleinplanet (433)Eros über die Spiralgalaxie M 33 hinweg. Ob sich dies fotografieren lässt?

Am Dienstag, den 6. Januar, Dreikönigstag, geht der Mond dicht beim hellen Stern Regulus um 20:34 Uhr auf. Er ist noch zu -85 Prozent beleuchtet. Um 8:00 Uhr, schon in der Morgendämmerung, endet im Westen die Bedeckung von Psi Leo (5,4mag) am unteren Mondrand, der Stern taucht plötzlich hinter dem dunklen Mondrand wieder auf. Die Venus steht heute in oberer Konjunktion mit der Sonne, also von der Erde aus gesehen praktisch genau hinter der Sonne, was wir natürlich nicht direkt beobachten können.

Am Mittwoch, den 7. Januar, endet um 3:15 Uhr eine Bedeckung von 45 Leo (6,0mag) durch den Mond, der Stern taucht am oberen Mondrand plötzlich wieder auf. Am Abend geht der zu 77 Prozent beleuchtete Mond um 21:55 Uhr auf. Heute steht der 1864 von Düsseldorf aus entdeckte Kleinplanet (82)Alkmene (10,7mag) in Opposition zur Sonne. Heute zieht Kleinplanet (32)Pomene (12,0mag) in nur 0,5' Bogenminuten Abstand am 1mag hellen Stern Aldebaran vorüber. Ob dieser den Kleinplaneten überstrahlen wird?

Am Donnerstag, den 8. Januar, ist der Mond in das Sternbild Jungfrau gewechselt und geht um 23:11 Uhr auf.

Am Freitag, den 9. Januar, geht der Mond erst nach Mitternacht auf. Heute steht der Planet Mars in Konjunktion mit der Sonne, also ebenfalls von der Erde aus gesehen direkt hinter der Sonne.

Am Samstag, den 10. Januar, geht der Mond um 0:25 Uhr auf und um 11:14 Uhr unter. Um 16:48 Uhr erreicht er exakt das Letzte Viertel, steht dann jedoch bei uns unter dem Horizont. Planet Jupiter steht heute exakt in Opposition zur Sonne. Jupiter steht im Sternbild Zwillinge etwas rechts unterhalb der Hauptsterne Castor und Pollux. Zunächst sind bei Jupiter nur die Monde (von unten nach oben) Europa, Io und Callisto zu sehen, gegen 20:15 Uhr taucht dann Ganymed hinter dem Jupiter wieder auf, in etwa zeitgleich mit dem Großen Roten Fleck. Im Fernrohr erscheint Jupiter 46 Bogensekunden groß, also schon mit einem einfachen Fernglas als Scheibchen zu erkennen.

Am Sonntag, den 11. Januar, geht der Mond um 1:38 Uhr auf und 11:07 Uhr unter. Um 7:00 Uhr ist er noch zu 44 Prozent beleuchtet.

Samstag, 3. Januar 2026

2. Januar 2026: Mein erstes Astrofoto in diesem Jahr

 Draußen schneit es seit Silvester immer wieder mal. Der Himmel ist völlig bewölkt. Meine Solaranlage, die zuletzt 2025 noch das viertbeste Jahresergebnis der letzten 15 Jahre produziert hat, erzeugte am 1. Januar nur 0,45 kwh, am 2. Januar sogar nur noch 0,05 kwh. Eingeschneit halt. Und heute, am 3. Januar, sieht es nach noch weniger aus.

Als ich am 2. Januar kurz nach 23 Uhr ins Bett gehen wollte, schaute ich noch einmal durch das Dachfenster nach oben, ein kleiner Teil des schrägen Fensters war nicht zugeschneit, dafür war im unteren Teil so einiges zusammengerutscht. 

Und da sah ich doch plötzlich ein Licht. Der Mond! Schnell holte ich meine Kamera, doch da war er auch schon wieder weg. Doch gleich danach auch wieder da, die Wolken zogen schnell vor ihm entlang, waren aber wohl doch nicht so dicht wie den ganzen Tag über. 

Vorsichtig versuchte ich das Fenster zu öffnen, aber es war zu sehr zugefroren. So probierte ich eine Aufnahme durch die Doppelglasscheibe des Fensters hindurch. Da der Mond recht hoch stand, konnte ich meine Kamare ziemlich senkrecht vor der Fensterscheibe positionieren und bekam so tatsächlich den Mond ohne ein größeres "Geisterbild" zu fassen.

Natürlich kann so kein kontrastreiches, scharfes Bild gelingen. Aber immerhin:

Der Mond, 12 Stunden vor dem exakten Vollmondzeitpunkt,  am 2.1.2026 um 23:12 Uhr MEZ


 Am untereren Mondrand kann man erkennen, dass durch die Fensterscheibe fotografiert dann doch leichte doppelte Ränder der Krater entstehen. Ich bin jedoch mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Schon gleich am zweiten Tag des Jahres das erste Astrofoto im Kasten, so kann es gerne weiter gehen.

Und noch was:

Heute, am 3. Januar 2026 um 18:15 Uhr MEZ erreicht unsere Erde auf ihrer elliptischen Bahn um die Sonne herum ihr Perihel, das ist der geringste Abstand zur Sonne in diesem Jahr mit diesmal 147 099 894 km. Das Aphel, den größten Abstand von der Sonne erreichen wir am 6. Juli um 19:30 Uhr mit 152 087 774 km, also knapp 5 Millionen Kilometern mehr.