Sonntag, 22. September 2024

23. - 29. September 2024: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond weiter ab und zieht sich vom Abendhimmel zurück. Von den hellen Planeten ist Saturn zu Beginn der Nacht im Südosten zu sehen, gegen 5 Uhr verschwindet er am Nordwesthorizont. Jupiter geht ca. 22:30 Uhr auf, Mars folgt kurz vor Mitternacht. Die Internationale Raumstation (ISS) ist in dieser Woche noch bei abendlichen Überflügen zu beobachten.

Am Montag, den 23. September, geht die Sonne um 7:13 Uhr auf und um 19:20 Uhr unter. Tag und Nacht sind zur Zeit also in etwa gleich lang. Der noch zu fast 60 Prozent beleuchtete Mond geht um 21:34 Uhr auf, er steht oberhalb von Jupiter. Zwischen 19:57 Uhr und 20:03 Uhr fliegt die ISS fast genau (Höhe 87° Grad) über unsere Stadt hinweg. Um 21:34 Uhr steigt sie noch einmal im Südwesten auf 41° Grad Höhe an, bevor sie dann im Erdschatten verschwindet. Bereits um 0:42 Uhr in der Frühe endet eine Sternbedeckung von chi Tau (5,4mag) am dunklen Mondrand.

Am Dienstag, den 24. September, steht der veränderliche Stern Algol um 1:12 Uhr im Helligkeitsminimum. Ab 3:33 Uhr (bis 4:52 Uhr) wandert der Schatten von Jupitermond Io über die Planetenoberfläche. Am Abend geht der Mond um 22:27 Uhr auf. Kurz vorher, um 20:50 Uhr hat er exakt das Letzte Viertel erreicht. Zwischen 20:46 Uhr und 20:51 Uhr fliegt die ISS in maximal 56° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Mittwoch, den 25. September, geht die zu 38 Prozent beleuchtete Mondsichel um 23:24 Uhr auf, sie steht im Sternbild Zwillinge, genau wie der Mars. Der Mond zeigt maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht nah am Rand.Zwischen 19:58 Uhr und 20:04 Uhr fliegt die ISS in einer maximalen Höhe von 71° Grad über unseren Abendhimmel hinweg. Um 21:36 Uhr steigt sie noch einmal im Südwesten auf 24° Grad Höhe an, bevor sie dann im Erdschatten verschwindet. Kurz nach Mitternacht, um 0:25 Uhr endet die Bedeckung von HIP35253 (6,5mag) am dunklen Rand des Mondes. Kleinplanet (196)Philomela (11,1mag) zieht in nur 5' Bogenminuten Abstand an Stern HIP1191 (5,7mag) vorüber.

Am Donnerstag, den 26. September, geht der Mond gar nicht auf, vielleicht kann er jedoch bis in den Nachmittag hinein (Untergang 17:29 Uhr) am Taghimmel gefunden werden. Zwischen 20:46 Uhr und 20:51 Uhr fliegt die ISS in maximal 33° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Jupitermond Io beendet einen Schattendurchgang um 0:12 Uhr, Europas Schatten fällt von 1:31 Uhr bis 5:42 Uhr auf die Planetenoberfläche.

Am Freitag, den 27. September, geht der noch zu 28 Prozent beleuchtete Mond um 0:50 Uhr im Sternbild Krebs auf. Um 4:04 Uhr endet die Bedeckung von lambda Cnc (5,9mag) am dunklen Rand des Mondes. Um 9:29 Uhr erreicht er mit über 61° Grad seine höchste Stellung am Himmel. Zwischen 19:58 Uhr und 20:05 Uhr fliegt die ISS in einer maximalen Höhe von 45° Grad über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Samstag, den 28. September, geht der Mond um 2:07 Uhr in der Frühe auf, er ist noch zu 19 Prozent beleuchtet. Die ISS fliegt zwischen 20:48 Uhr und 20:52 Uhr im Südwesten in nur noch maximal 18° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Sonntag, den 29. September, geht der Mond, inzwischen in das Sternbild Löwe in die Nähe des hellen Stern Regulus gewechselt, um 3:23 Uhr auf. Er ist nur noch zu 12 Prozent beleuchtet und zeigt so eine schöne Sichelgestalt. Zwischen 19:59 Uhr und 20:06 Uhr fliegt die ISS in einer maximalen Höhe von nur noch 25° Grad über unseren Abendhimmel hinweg. Kleinplanet (20)Massalia (9,3mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Freitag, 20. September 2024

18.-20. September 2024: Weitere Beobachtungen in dieser Schönwetterphase

 Während draußen meine Beobachtungsstationen schon wieder fleißig Photonen sammeln, habe ich jetzt hoffentlich ein bisschen Zeit, über meine weiteren Beobachtungen in dieser Woche zu berichten. Es sollen ja nicht zuviele Bilder und Daten allein auf meiner Festplatte liegen, sondern ich möchte Euch gerne umfassend an meinem Hobby teilhaben lassen.

Tagsüber konnte man natürlich gut die Sonnenflecken fotografieren:

Die Sonne am 19.9. um 15:07 Uhr

Ich bitte um Entschuldigung, dass hier der oberste Rand der Sonne fehlt, aber ansonsten war es das schärfste Einzelbild an diesem Tag. Das Bild entstand mit meinem Spektiv.  Keine Riesengruppe, aber doch einige größere Flecken, zum Teil von mehreren kleinen Flecken umgeben. Es ist also immer wieder was los auf der Sonne. Die Region AR3825 ungefähr in der Mitte des Bildes, hat schon zwei X-Flares produziert, die in Norddeutschland auch zu schwachen Polarlichtern geführt haben. Ob da vielleicht noch mehr drin ist?

Am 19. September war der Himmel am Abend wieder wunderschön klar:

Abendrot am 19. September nach Sonnenuntergang

Und während ich so gegen 20 Uhr, kurz nachdem ich das schöne Bild vom Abendrot fotografiert hatte, auf meinem Computer das Programm "Stellarium" geöffnet hatte um nach möglichen abendlichen Beobachtungszielen zu schauen, da sah ich in dem Programm, wie gerade die ISS im Westen auftauchte. Draußen war es sicherlich schon dunkel genug, so dass ich gleich wieder ein Foto probierte:

Die ISS kurz nach 20 Uhr hoch in der Abenddämmerung

Das Foto entstand mit meiner Nikon Coolpix 950 frei aus der Hand. Belichtungszeit 1/4 Sekunde, die Brennweite f=8,9 entsprcht bei 35mm Vollformat f=50, ISO100 und Blende f=3.6. Die ISS ließ sich sehr schön über fast den ganzen Himmel verfolgen.

Später ging dann auch der Mond auf:

Der Mond um 21:46 Uhr MESZ

Das Mondbild entstand mit der gleichen Kamera, diesmal jedoch bei voll ausgefahrenem Teleobjektiv, also f=357mm, was 2000mm bei einem Normal-Vollformat entspricht. Wieder ISO100, Blende 5,4, Verschlusszeit aber nur 1/50 Sekunde.

Natürlich habe ich auch (fast) täglich die verschiedenen veränderlichen Sterne in der nördlichen Krone beobachtet. Alle können beruhigt sein, bei T CrB tut sich gar nichts auffälliges. 

Auch habe ich diesmal meine bislang längste Belichtung eines Objekts gemacht:

NGC6914, drei volle Stunden belichtet
 

Freunde von mir haben das gleiche Objekt zuletzt insgesamt über 60 Stunden lang belichtet, und natürlich nicht mit so einer kleinen Vespera Beobachtungsstation, sondern mit richtigen Teleskopen. Das ist ein phantastisches Foto geworden. Aber auch ich bin froh, denn auch mein Bild zeigt doch rote und blaue Nebelstrukturen. Und das bei vollem Mondlicht. 

Am 20. September habe ich eine interessante Region an der Grenze der Sternbilder Pfeil und Füchslein aufgenommen:

NGC 6649 und mehr am 20. September

NGC 6649 ist ein kleiner offener Sternhaufen um Sternbild Pfeil, links im Bild noch gut zu erkennen. Etwas nach rechts und nach unten, der hellste "Stern" dort ist das zentrale Objekt von IC1287, von einem bläulichen Reflexionsnebel umgeben. Den kann man jedoch wegen der zu geringen Belichtungszeit hier auf dem Bild noch nicht erkennen. In der Mitte des Bildes sieht man einen recht großen dunklen Bereich, die "Dunkelwolke "B 97". Außerdem gibt es in diesem Bereich auch ein paar rötlich Wasserstoffregionen - ich denke, ich muss hier noch einmal mit deutlich mehr Belichtungszeit ran. Dieses kleine Mosaik wurde aus 211 Einzelbildern erstellt, also eine Gesamtbelichtungszeit von maximal 35 Minuten.

Und hier noch ein kleines weiteres Bild vom 20.September:

Saturn und Monde am 20. September gegen 23 Uhr

Natürlich ist Saturn wieder überbelichtet, so dass sein Ring nicht zu sehen ist. Dafür konnte ich jedoch mit Hilfe des Planetariumsprogramm Stellarium einige seiner Monde identifizieren. Drei waren recht einfach zu sehen, der vierte, Tethys, ist nur bei ganz genauem Hinsehen als kleiner Punkt dicht an Saturn zu erkennen.

Ein anderes Objekte am 20. September war NGC 6823:

NGC 6823


NGC 6823 ist ein offener Sternhaufen im Sternbild Füchslein, der aber auch einen Wasserstoffnebel (NGC 6820) bei sich führt. Dieser Nebel ist hier nur schwach zu sehen, obwohl dieses Bild über eineinhalb Stunden belichtet wurde.

Es befinden noch einige weitere Objekte aus den letzten Tagen in meinen Computern. Solche langen Schönwetterperioden mit immer wieder klarem Himmel in den Nächten muss man einfach ausnutzen. Schade nur, dass ich mich wohl doch Anfang der Woche (doch nicht während der Mondfinsternis?) so richtig blöd erkältet habe. Doch das kann mir die Freude am beobachten nicht nehmen. Zum Glück laufen ja die Aufnahmen da draußen so gut wie völlig automatisch.

Mittwoch, 18. September 2024

17./18. September 2024: Was neben der Mondfinsternis noch so beobachtet wurde.

 In meinem Blogbeitrag zur Mondfinsternis schrieb ich ja schon über so einige andere Objekte, die ich mit meiner Vespera Beobachtungsstation fotografiert hatte.

Einige Objekte habe ich auch mit dem Fernglas beobachtet, das gehört bei mir eigentlich immer zu jeder Astronacht. 

Und mit meinem Spektiv habe ich nicht nur zum Mond geschaut, sondern auch zum Planeten Saturn. Der ist in so einer kleinen Optik natürlich auch nur klein abzubilden, aber er ist mit seinem Ringsystem deutlich zu erkennen. Saturnmonde konnte ich jedoch nicht erkennen, dafür stand der Mond wohl zu nah.

Saturn, dicht neben dem Mond am 17. September 2024

NGC 6633

NGC 6633 ist ein Sternhaufen im Sternbild Schlangenträger, der aus überraschend wenigen Sternen besteht. Seine visuelle Helligkeit wird mit 4,6mag angegeben. Er sollte von daher also auch gut mit dem bloßen Auge zu sehen sein. In dieser hellen Vollmondnacht klappte das natürlich nicht. Der Mond ließ nur die hellsten Sterne durchkommen. NGC 6633 ist auch bekannt als Tweedledum-Haufen (gepaart mit IC 4756 als Tweedledee), oder auch als Captain-Hook-Haufen.

NGC 6755

NGC 6755 befindet sich im Sternbild Adler. Während NGC 6633 etwas über 30 Minuten belichtet wurde, waren es hier 25 Minuten.

Barnards Pfeilstern (in der Mitte des Bildes)

Das obige Bild wurde knapp 20 Minuten lang belichtet. Hier mein erstes Bild vom Pfeilstern vom 19. Mai 2023:

Barnards Stern im Mai 2023

Dieses Bild wurde nur zehn Minuten belichtet, trotzdem zeigt es mehr Sterne als das aus der letzten Nacht. Es macht halt doch etwas aus, ob der Mond hell scheint oder nicht.

Aber können Sie schon eine Veränderung in der Position des Sterns feststellen? Mir gelingt das nicht. Theoretisch müsste er sich bereits um ca. 13 Bogensekunden verschoben haben.



Dienstag, 17. September 2024

17./18. September 2024: Vollmondnacht mit Mondfinsternis

 Zum Sonnenuntergang am Dienstag, den 17. September, war der Himmel noch recht dunstig, einige Wolken zogen durch, so dass die Sonne nach einem recht schönen Nachmittag dann doch nur wenig zu sehen war.

Nach Sonnenuntergang zeigte sich ein leichtes Abendrot am Himmel

In einer Vollmondnacht geht der Mond auf, wenn die Sonne untergeht, die beiden stehen sich am Himmel ja sehr genau gegenüber. Da der Mond im Osten aufging, dauerte es jedoch noch eine ganze Weile, bis er wirklich über den benachbarten Häusern und dem fernen Eggegebirge sichtbar wurde:

Der Mond gegen 20:35 Uhr

Der Mond stand um 20:35 Uhr gerade mal 9° Grad über dem Horizont. Unsere Atmosphäre sorgt dafür, dass er in dieser niedrigen Höhe noch sehr "orange" erscheint.

In der Zwischenzeit habe ich mit meiner Vespera Beobachtungsstation als erstes wieder die verschiedenen veränderlichen Sterne in der Corona Borealis fotografiert, um später die genauen Helligkeiten auszumessen: R CrB, S CrB, T CrB und W CrB.

Danach habe ich "just for fun" zwei offene Sternhaufen fotografiert, NGC6633 (den "Captain Hook Haufen") und NGC 6755.

Danach stand "Barnards Pfeilstern" auf meiner Zielliste. Dies ist der Stern mit der größten bekannten Eigenbewegung am Himmel, pro Jahr sind das 10,4 Bogensekunden, in ca. 180 Jahren verschiebt sich so seine Position um einen Vollmonddurchmesser. Ich habe diesen Stern schon einmal im Mai 2023 fotografiert. Ob man mit dem Vespera wohl jetzt schon eine Positionsänderung erkenenn kann?

Nunja, alle diese Bilder sind im Moment noch im Vespera-Gerät gespeichert. Dort werde ich sie wohl erst morgen oder in den nächsten Tagen herausholen, auf meinem PC abspeichern, bearbeiten und vielleicht hier publizieren.

Die Beobachtungsbedingungen waren am Abend gar nicht schlecht, Wolken zogen nur ab und an mal durch und störten kaum. Aber würde das Wetter die ganze Nacht so bleiben? Im Herbst kann schnell mal Nebel aufziehen, der sich nur schwer konkret vorhersagen lässt. Aber noch sah die Wetterprognose sehr gut aus. Um Mitternacht stellte sich mir die Frage: Aufbleiben oder doch ein wenig schlafen.

*****

Habe zwischendurch doch geschlafen, um 3:45 Uhr weckte mich mein Wecker. Oh Schreck! Leider ist es jetzt um kurz vor vier Uhr hier doch stärker bewölkt..... Grrr.

Aber zwischendurch waren immer wieder einzelne Bilder des Mondes möglich:

Der Mond um 4:01 Uhr

Die Kernschattenfinsternis hat noch nicht begonnen. Man kann gut erkennen, dass der Halbschatten der Erde, in dem der Mond sich jetzt befindet, nach oben rechts hin "dichter" wird. 

Noch in der gleichen Minuten ziehen Wolken durch

 Leider ziehen sofort wieder Wolken durch, so dass man nicht immer klar sagen kann, was echte "Finsternis" ist, verursacht durch den Erdschatten auf dem Mond und was "nur" Wolken sind, die über unseren Himmel hinweg ziehen.

Mondfinsternis um 4:31 Uhr

Auf diesem Bild sieht man gut, dass Kern- und Halbschatten nicht von einander getrennt sind, sondern fließend ineinander übergehen. Um diese Zeit war der Mond zwischen 7 und 8 Prozent in den Kernschatten eingetaucht.

Aber besser als nichts. 

Das war echt gemein: Im Osten leuchteten Jupiter und Orion um die Wette, aber nach Südwesten hin, zum Mond, waren die Wolken zu stark. Ab und an schaffte es der Mond zwischen den Wolken kurz aufzuleuchten, aber ab 4:35 Uhr, also praktisch auch zum Höhepunkt um 4:44 war alles dicht.

Der Himmel um 4:41 Uhr

Das letzte Bild wurde zwei Sekunden lang belichtet bei ISO10.000. Man sieht, praktisch der ganze Teil des Himmels in Richtung Mond ist bedeckt. Ein ganz klein wenig schafft er es, durch die Wolken hindurch zu leuchten. Eine wirkliche Finsternis lässt sich jedoch nicht mehr erkennen.

Wäre ich - statt zuhause von meinem Garten aus zu beobachten - nach Schloß Neuhaus zur Volkssternwarte gefahren, hätte ich vielleicht bessere Beobachtungsbedingungen gehabt. Se la vie!


 Trotzdem hat sich das Weckerstellen aus meiner Sicht gelohnt. Denn bis zur nächsten richtig gut beobachtbaren Mondfinsternis am 31.12.2028 wird es bei uns noch eine ganze Weile dauern - und wer weiß, wie dann das Wetter mitspielt.


Sonntag, 15. September 2024

16. - 22. September 2024: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Vollmond, sein helles Licht bestimmt den Nachthimmel. Mit dem Vollmond zusammen ereignet sich am Mittwoch in aller Frühe auch eine kleine partielle Mondfinsternis. Von den hellen Planeten ist Saturn praktisch noch fast die ganze Nacht lang zu sehen, er geht erst kurz vor 6 Uhr im Westen unter. Jupiter ist bereits vor 23 Uhr im Osten zu sehen, Mars geht um Mitternacht auf. Am Morgen in der Frühe kann vielleicht ca. eine halbe oder dreiviertel Stunde vor Sonnenaufgang auch noch Merkur im Osten gesehen werden. Fernglasplanet Neptun (7,6mag) steht in dieser Woche in Opposition zur Sonne. Die ISS ist bei zahlreichen abendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 16. September, geht die Sonne um 7:02 Uhr auf und um 19:36 Uhr unter, die Tageslänge verkürzt sich zur Zeit täglich um volle fünf Minuten. Der zu 97 Prozent beleuchtete Mond geht um 19:17 Uhr auf und um 5:42 Uhr am Dienstagmorgen unter. Die ISS fliegt zwischen 20:41 Uhr und 20:47 Uhr in maximal 52° Grad Höhe über unseren Südhimmel hinweg. Um 22:18 Uhr kann sie noch einmal ganz kurz im Westen bei einem Anstieg auf 32° Grad Höhe gesehen werden, bevor sie dann jedoch schnell im Erdschatten verschwindet. Kleinplanet (4954)Eric (11,2mag) zieht in dieser Nacht in nur 1' Bogenminute Abstand am Stern 97 Aqr (5,3mag) vorüber.

Am Dienstag, den 17. September, findet zwischen 1:39 Uhr und 3:50 Uhr ein Schattendurchgang von Io auf der Jupiterscheibe statt. Am Abend geht der volle Mond um 19:30 Uhr ein Stück links (ca. 6° Grad Abstand) von Saturn auf. Ob Saturn neben dem hellen Mond überhaupt noch auffällt? Saturnmond Tethys befindet sich um 20:15 Uhr in östlicher Elongation, ob er zu sehen sein wird? Die ISS fliegt um 21:33 Uhr fast genau über unsere Stadt hinweg, bevor sie kurz danach im Erdschatten verschwindet. Zuvor steigt sie ab 21:30 Uhr im Westen auf. Gegen 21:30 Uhr zieht Kleinplanet (471)Papagena (11,7mag) in nur 3,5' Bogenminuten an NGC6569 vorüber, dicht über dem Südhorizont dürfte diese Begegnung aber nur bei bester Horizontsicht zu sehen sein.

Am Mittwoch, den 18. September, erreicht der Mond um 4:35 Uhr seine exakte Vollmondposition. Bereits vorher, ab ca. 4.12 Uhr taucht der Mond in den Kernschatten der Erde ein, die maximale Finsternis wird um 4:44 Uhr erreicht, dann werden jedoch nur 8 Prozent der Mondoberfläche verfinstert. Um 5:15 Uhr verlässt der Mond den Kernschatten bereits wieder. Zuvor und danach wird der Mond zwischen 2:41 Uhr und 6:47 Uhr auch vom Halbschatten der Erde getroffen, dies ist jedoch sicherlich nur im Bereich des Kernschattens wahrnehmbar. Zur Finsternis steht der Mond ca. 20 Grad hoch im Südwesten. Am Abend geht der Mond um 19:43 Uhr auf und ist dann immer noch zu 99 Prozent beleuchtet. Die ISS fliegt zwischen 20:41 Uhr und 20:48 Uhr mit maximal 78° Grad Höhe hoch über unseren Abendhimmel hinweg. Danach ist sie noch einmal kurz um 22:19 Uhr kurz tief im Westen zu sehen. Gegen Mitternacht steht Kleinplanet (15)Eunomia (9,5mag) nur 2' Bogenminuten nördlich von Stern HIP25343 (6,5mag). Ebenso zieht Kleinplanet (138)Tolosa (11,4mag) in 8' Bogenminuten Abstand an Stern HIP1684 (6,9mag) vorüber.

Am Donnerstag, den 19. September, fällt zwischen 0:35 Uhr und 3:05 Uhr der Schatten von Jupitermond Europa auf den Planeten. Am Abend geht der Mond um 19:56 Uhr auf und ist dann immer noch fast voll, da zu 96 Prozent beleuchtet. Die ISS steigt um 21:31 Uhr im Westen senkrecht auf und verschwindet um 21:35 Uhr genau über unseren Köpfen im Erdschatten.

Am Freitag, den 20. September, geht der zu 89 Prozent beleuchtete Mond um 20:11 Uhr auf. Um 21:29 Uhr endet die Bedeckung von 19 Arietis (6,0mag), der Stern taucht dann hinter dem dunklen Mondrand unweit vom Mare Crisium wieder auf. Die ISS steigt um 20:42 Uhr im Westen erneut senkrecht auf, fliegt um 20:47 Uhr exakt über Bad Lippspringe hinweg und verschwindet dann um 20:49 Uhr über dem Osthorizont im Schatten der Erde.

Am Samstag, den 21. September, geht der noch zu 81 Prozent beleuchtete Mond um 20:30 Uhr auf. Zwischen 19:56 Uhr und 20:03 Uhr fliegt die ISS in 86° Grad Höhe, also praktischg genau über unsere Stadt hinweg. Um 21:31 Uhr steigt die ISS im Westen auf, verschwindet jedoch bereits um 21:35 Uhr in ca. 68° Grad Höhe im Sternbild Leier im Erdschatten. Um 23:13 Uhr endet die Bedeckung von Zeta Arietis (5,0mag) durch den Mond, der Stern taucht hinter dem dunklen Mondrand plötzlich wieder auf. Der Fernglas-Planet Neptun (7,6mag) steht um 2:17 Uhr exakt in Opposition zur Sonne.

Am Sonntag, den 22. September, Herbstanfang, zeigt der veränderliche Stern Algol um 4:23 Uhr ein Helligkeitsminimum. Ab 4:44 Uhr fällt der Schatten von Jupitermond Ganymed auf den Planeten. Am Abend geht der noch zu 71 Prozent beleuchtete Mond um 20:57 Uhr auf. Die ISS fliegt kurz vorher zwischen 20:44 Uhr und 20:49 Uhr in maximal 82° Grad Höhe über unseren Nachthimmel hinweg. Um 14:14 Uhr überquert unsere Sonne den Äquator südwärts. Wir haben Herbstanfang.


Samstag, 14. September 2024

14. September 2024: Ein Blick zum Mond

 Die letzten Tage war ich auf Urlaub in Ostdeutsvchland. Leider war der Himmel dort meist bedeckt, es gab viel Regen - so konnte ich auch nichts vom Polarlicht in der Nächten von Donnerstag auf Freitag bzw. Freitag auf Samstag mitbekommen.

Heute Abend bin ich nun endlich wieder zuhause und prombt konnte ich zumindest ein Bild vom Mond mit meiner DSLR-Kamera erzeugen:

Mond am 14.9.24 um 20:23 Uhr mit f=400mm, 1/15sec, Bl. 8, Canon RP DSLR und 100-400mm Tele

Endlich wieder etwas Astronomie! Leider habe ich die für heute angegebenen Sternbedeckungen wegen Wolken nicht verfolgen können.

Sonntag, 8. September 2024

9. - 15. September 2024: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond von Tag zu Tag und bestimmt immer mehr den Abend- und Nachthimmel. Von den hellen Planeten hat Merkur in dieser Woche seine beste Morgensichtbarkeit des Jahres. Am Abend steht Saturn in Oppositionsstellung zur Sonne und ist die ganze Nacht zu sehen. Jupiter geht ca. 23:15 Uhr im Osten auf, Mars folgt bald nach Mitternacht. Die ISS ist ab dem 11. September bei abendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 9. September, geht die Sonne um 6:50 Uhr auf und um 19:52 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt also nur noch 13 Stunden. Der zu 36 Prozent beleuchtete Mond steht im Sternbild Skorpion nur wenige Grad über dem Horizont und geht um 21:36 Uhr unter.

Am Dienstag, den 10. September, beginnt um 1:07 Uhr ein Durchgang von Io vor der Jupiterscheibe (Ende 3:17 Uhr), Ios Schatten fällt noch bis 1:56 Uhr auf den Planeten. Um 3:05 Uhr wird Jupitermond Europa verfinstert, so dass dann kurzzeitig nur die Monde Ganymed und Kallisto zu sehen sind. Der Mond geht um 15:15 Uhr auf, er steht dann am Abend 3° Grad südöstlich von Antares. Er geht um 22:06 Uhr unter. Zuvor verfinstert er um 20:39 Uhr einen 6,5mag hellen Stern. Kleinplanet (44)Nysa (10,5mag) zieht gegen 22:45 Uhr in nur 1' Bogenminute Abstand an Stern 45 Aqr (5,9mag) vorüber.

Am Mittwoch, den 11. September, endet um 0:37 Uhr eine Bedeckung von Io durch Jupiter, jetzt stehen alle vier galiläischen Monde auf der linken, östlichen Seite. Der Mond erreicht um 8:06 Uhr das Erste Viertel, steht dann bei uns jedoch unter dem Horizont. Am Abend ist er bereits zu 56 Prozent beleuchtet, er geht um 22:48 Uhr unter. Die ISS ist erstmalig in dieser Abendsichtbarkeitsperiode gegen 21:21 Uhr kurz in Richtung Südsüdwest zu sehen. Dabei fliegt sie sehr nahe am Mond, kommt vorbei. Kommt es sogar zum Transit? Um 20:40 Uhr bedeckt der Mond einen 6,8mag lichtschwachen Stern.

Am Donnerstag, den 12. September, endet um 0:28 Uhr ein Schattendurchgang von Europa auf der Jupiterscheibe, Europa selbst zieht von 0:43 Uhr bis 3:15 Uhr vor dem Planeten entlang. Der Mond ist zu 66 Prozent beleuchtet, er steht im Sternbild Schütze und geht um 23:49 Uhr unter. Er zeigt heute sowohl maximale Libration in Breite (so dass wir auf seinen Nordpol sehen können), als auch maximale Libration in Länge (so dass das Mare Crisium weit ab vom Rand steht). Die ISS zieht zwischen 20:30 Uhr und 20:35 Uhr vom Mond bis zum Planeten Saturn sehr flach über unseren Südhorizont hinweg. Asteroid (1036)Ganymed (9,9mag) zieht gegen Mitternacht in nur9 Bogenminuten Abstand am Doppelstern HIP99680 vorüber.

Am Freitag, den 13. September, geht der Mond um 18:08 Uhr (mathematisch) auf, bis gegen 19:40 Uhr kann dann bei ihm der "goldene Henkel" beobachtet werden. Am Abend ist der Mond zu 75 Prozent beleuchtet, er geht erst eine Stunde nach Mitternacht unter. Zwischen 21:18 Uhr und 21:22 Uhr fliegt die ISS in maximal 35° Grad Höhe über unseren Nachthimmel hinweg.

Am Samstag, den 14. September, zieht von 0:45 bis 2:42 Uhr der Schatten von Jupitermond Ganymed über die Planetenscheibe. Der Mond ist am Abend bereits zu 85 Prozent beleuchtet. Um 20:27 Uhr bedeckt er einen 7,1mag schwachen Stern und um 23:48 Uhr einen 7,2mag schwachen Stern. Die ISS fliegt zwischen 20:29 Uhr und 20:35 Uhr in maximal 26° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Um 22:06 Uhr steigt sie in WSW-Richtung noch einmal kurz auf 37° Grad Höhe auf, bevor sie im Erdschatten verschwindet.

Am Sonntag, den 15. September, geht der Mond um 2:36 Uhr unter. Am Abend ist er zu 92 Prozent beleuchtet. Um 22:38 Uhr bedeckt der Mond den 4,8mag hellen Stern kappa Capricorni. Bereits gegen 5:00 Uhr in der Frühe zieht Asteroid (4954)Eric (11,2mag) in nur 1,5 Bogenminuten Abstand am Doppelstern 97 Aqr (5,3mag) vorüber. Die ISS fliegt zwischen 21:17 Uhr und 21:22 Uhr in maximal 60° Grad Höhe über unseren Abendhimmel.