Samstag, 8. April 2023

10. - 16. April 2023: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond weiter ab, die späten Abende und zum Ende der Woche die ganzen Nächte eignen sich schon wieder gut zur "deep-sky"-Beobachtung. Allerdings wird es erst ab ca. 22:30 Uhr (bis ca. 4:30 Uhr)  richtig "astronomisch dunkel", d.h. die Sonne steht mindestens 18° Grad unter dem Horizont, die dunkle Nacht ist also nur noch sechs Stunden lang. Von den hellen Planeten ist die Venus weiterhin strahlender Abendstern, sie geht gegen Mitternacht unter. Merkur ist in der Dämmerung bis ca. 21:45 Uhr sichtbar, Mars steht noch bis kurz vor 3:00 Uhr am Himmel. Eventuell kann Saturn am Ende der Woche mit Hilfe des Mondes wieder in der Morgendämmerung gefunden werden. Die ISS ist nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Ostermontag, den 10. April, geht die Sonne um 6:40 Uhr auf und um 20:13 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt also schon länger als 13 1/2 Stunden. Der noch zu über 80 Prozent beleuchtete Mond geht um 0:44 Uhr auf, er kann sicherlich auch noch nach Sonnenaufgang im Westen gefunden werden, wo er um 8:16 Uhr untergeht. Um 4:47 Uhr bedeckt der Mond den Stern sigma Scorpii (3,1mag), das Wiedererscheinen am dunklen Rand um 5:49 Uhr lässt sich trotz der Dämmerung wahrscheinlich noch besser beobachten.

Am Dienstag, den 11. April, geht der zu 75 Prozent beleuchtete Mond im Sternbild Schlangenträger um 2:05 Uhr auf. Merkur erreicht heute seinen größten Winkelabstand von der Sonne in dieser Abendsichtbarkeitsperiode. Kleinplanet (1)Ceres (7,2mag) geht heute in nur 3' Bogenminuten Abstand an HIP59317 (7,0mag) vorüber.

Am Mittwoch, den 12. April, geht der zu 65 Prozent beleuchtete Mond erst um 3:16 Uhr im Sternbild Schütze auf, er zieht nur flach über den Horizont, seine höchste Stellung erreicht er ungefähr bei Sonnenaufgang mit nur 9° Grad über dem Horizont. Am Abend sollte in diesen Tagen nach Sonnenuntergang im Westen bei klarstem Himmel (am besten am Nordseestrand) auch das Zodiakallicht sichtbar sein.

Am Donnerstag, den 13. April, erreicht der Mond um 11:11 Uhr exakt das Letzte Viertel. Dann ist er bei uns jedoch gerade untergegangen. Sein Aufgang erfolgt erst um 4:10 Uhr. Die Venus steht am Abend im "goldenen Tor der Ekliptik", also zwischen den Hyaden und den Plejaden.

Am Freitag, den 14. April, geht der Mond erst um 4:48 Uhr in der beginnenden Morgendämmerung auf. Mars (ca. 1mag) wandert heute mit nur 0,2° Grad an Mebsuta (epsilon Geminorum) mit 3,1mag vorbei.

Am Samstag, den 15. April, geht der Mond erst um 5:15 Uhr auf, seine Sichel ist nur noch zu 30 Prozent beleuchtet.

Am Sonntag, den 16. April, geht der nur zu 20 Prozent beleuchtete Mond um 5:34 Uhr auf, er steht dann ca. 3,5° Grad unterhalb von Saturn.

Karfreitag, 7. April 2023: Mein erster Quasar, 3C 273

 Und auch heute, am Karfreitag, klarte es am Abend nach 20 Uhr wieder auf, eine weitere Gelegenheit, sich verschiedene Objekte am Himmel anzuschauen.

Eher per Zufall entdeckte ich im Karkoschka ein ganz exotisches Objekt: "3C 273" war da auf der Seite "E12" verzeichnet, auf der ich eigentlich nach noch nicht von mir fotografierten Messier-Objekten suchte. "Hellster Quasar, wahrscheinlich ungewöhnlich heller Galaxienkern in enormer Entfernung, sehr lichtschwaches Sternpünktchen" war dort aufgeschrieben, dazu die Helligkeit (13mag), die Koordinaten und eine Entfernungsangabe von 2500 MLj, also 2,5 Milliarden Lichtjahren. 

Ein so weit entferntes Objekt zu fotografieren ist bestimmt für viele Amateurastronomen eine interessante Herausforderung. In der Datenbank meiner Vespera ist dieses Objekt nicht verzeichnet, aber man kann dort ja auch eigene Objekte manuell definieren. Gesagt, getan und dann mal geschaut, ob sich dieses Sternenpünktchen tatsächlich finden lässt.

Mit 13mag sollte das nicht allzu schwierig sein, vor zwei Tagen hätte vielleicht das Mondlicht gestört, doch heute war der schon weiter gezogen. Daher hier gleich das Ergebnis, den Quasar habe ich mit den beiden roten Strichen markiert:

Quasar 3C 273 im Sternbild Jungfrau

 Ein Vergleich mit dem Planetariumsprogramm Stellarium zeigte mir schnell, dass meine Koordinateneingabe richtig war. In der Tat stimmt die Beschreibung im Karkoschka, er ist nur ein kleines Sternpünktchen. In seiner besonderen bedeutung also ganz schnell zu übersehen. 

Der Quasar wird bei Stellarium leider nicht mit einer Helligkeitsangabe beschrieben, aber der sehr ähnlich helle Stern direkt (rechts, etwas nach oben) daneben wird mit 13,35mag angegeben, der etwas schwächere Stern rechts unterhalb mit 14,5mag. Bei Wikipedia wird seine Helligkeit mit 12,86mag angegeben.

Der Begriff "Quasar" ist aus dem englischen von "quasi stellare Radioquelle" abgeleitet.  Eine im Prinzip sternförmige (also punktförmige) Radioquelle, die im Radiowellenbereich des Spektrum sehr aktiv ist. Die Quasareigenschaften von 3C 273 wurden 1963 entdeckt, er ist nicht der erste. Dies geschah bereits drei Jahre zuvor, der erste Quasar wurde 1960 radioastronomisch entdeckt.  Erst das Hubble-Teleskop war 1996 in der Lage, zu zeigen, dass es sich bei Quasaren um die hellen Kerne von besonderen Galaxien handelt. 3C 273 ist etwa 300mal heller als unsere eigene Milchstrasse oder sogar 4,1 Billionen mal heller als unsere Sonne.

Dies dürfte bislang wohl das bislang am weitesten entfernte Objekt sein, das ich am Nachthimmel jemals fotografiert habe. Ich bin gespannt, ob ich in der Zukunft noch weiter entferntere Objekte finden werde.

Inzwischen habe ich etwas mehr recherchiert: Beim Deutschlandfunk gab es am 7. März 2010 einen kleinen Beitrag über diesen Quasar.

Eine Aufzählung vieler wissenschaftlicher Fakten findet man auf einer Webseite der ISDC.

Freitag, 7. April 2023

5. April 2023: Der Rosettennebel, mit und ohne Filter

In dieser Woche gibt es endlich mal wieder gleich mehrere Abende mit klarem Himmel. Am Mittwochabend habe ich mir einmal den Rosettennebel vorgenommen, ein rötlicher Emissionsnebel mit einem eingebetteten Sternhaufen. Im Zentrum des Nebels befindet sich ein offener Sternhaufen, NGC 2244, der den Nebel (NGC 2237) um ihn herum zum Leuchten bringt. 

Beide Objekte zusammen sind schon von vielen Astronomen immer wieder fotografiert worden. Um wirklich "schöne" Bilder zu bekommen, braucht man leider auch viel Erfahrung mit digitaler Bildbearbeitung. Ein schönes Tutorial dazu hat mein Sternfreund Joachim Stroiczek, auch aus Bad Lippspringe, dazu veröffentlicht. 

Mir geht es heute aber nur darum, einmal die Wirksamkeit meines Dual-Band-Filter für meine Vespera Beobachtungsstation zu testen. Ich habe deshalb zwei Aufnahmen gemacht, beide direkt nacheinander, beide eine halbe Stunde belichtet. Beide Bilder sind also aus 180 Einzelaufnahmen zu je 10 Sekunden Dauer gestackt.

Hier die erste Aufnahme, ohne Filter:

NGC 2237/2244 ohne Filter

Und hier das Bild mit Dual-Band-Filter:

NGC 2237/2244 mit Dual-Band-Filter

Im Vergleich fällt als erstes wohl auf, dass die Sterne kleiner, lichtschwächer wirken. Dies ist in der Tat ein wichtiger Effekt des Filters. 

Dieser Dual-Band-Filter lässt im wesentlichen vom Licht nur die Wellenlängen H-alpha bei 656,3 nm und O-III bei 500,7 nm durch. Dadurch wird der Kontrast zwischen den hellen Sternen und dem Himmelshintergrund deutlich verstärkt. Die feinen Details des rötlichen Nebels treten dadurch im Endeffekt wesentlich besser hervor als auf Bildern ohne einen solchen Filter. Eine ausführliche Beschreibung des Filters findet man (in englischer Sprache) natürlich auf der Webseite von Vaonis.

Ich hoffe, dieser Unterschied ist auch hier schon in diesen beiden ansonsten unbearbeiteten Bildern deutlich. 

Leider sind solche Filter nicht gerade billig, aber sie erhöhen die Wirkung gerade bei den vielen rötlichen Emissionsnebeln in unserer Milchstrasse doch ganz erheblich. Ich denke, diese Anschaffung hat sich wirklich gelohnt.

Ach ja, im Text oben habe ich an einer Stelle etwas "geschummelt". Ganz direkt nacheinander habe ich die Bilder nicht aufgenommen. Als ich das zweite Bild (mit Filter) gestartet hatte, flog gleich zu Beginn nach nur 40 Sekunden ein Flugzeug durch das Bild und hat dort seine Lichterspur hinterlassen. Damit diese Streifen nicht mitgestackt werden, habe ich das Foto dann schnell abgebrochen und noch einmal neu gestartet. Hier der Vollständigkeit halber das Bild mit Flieger:

NGC 2237/2244 nur 40 Sekunden belichtet, (mit Filter) und Flieger.

 

Montag, 3. April 2023

3. April 2023: Merkur in der Abenddämmerung

 Am Montagabend war es gleich nach Sonnenuntergang klar. Heute wollte ich Merkur sehen. Von meinem Garten heraus habe ich leider keine freie Sicht nach Westen, die Grundstücke der Nachbarn sind einfachzu bewachsen.

Also hieß es für mich "raus in die Feldmark". Der Mond schien natürlich schon kräftig vom Himmel, aber auch die Venus war schnell gefunden. 

Doch wo war Merkur? Er sollte sich gegen 20:30 Uhr deutkich unterhalb der Venus, aber etwas weiter nördlich befinden. Mit bloßem Auge war noch gar nicht zu sehen. Trotzdem die Kamera ausgerichtet und ein wenig mit Blende, Zeit und ISO gespielt. Es dauerte nicht lange, da habe ich ihn gesehen. Ich weiß gar nicht mehr, ob zuerst mit dem Fernglas oder auf dem Display der Kamera.

Später, gegen 20:50 Uhr war Merkur dann sogar auch mit bloßem Auge sichtbar. 

Das hier angehängte Foto entstand ungefähr 20:45 Uhr. Es wurde mit meiner Canon RP und dem 24-105mm Zoomtele bei 24mm Brennweite, f/4, ISO200 und 0,4sec Belichtungszeit aufgenommen:

Merkur am 3. April 2023 gegen 20:45 Uhr MESZ


Sonntag, 2. April 2023

2. April 2023: Der Mond am Abendhimmel

 Heute hatte während des Familientags im Heinz Nixdorf Museumforum in Paderborn auch die Volkssternwarte Paderborn einen Informationsstand. In der zweiten Etage in der Nähe der neuen Sonderausstellung zum Thema "Digitalfotografie". 

Viele Familien waren gekommen. Und auch an unserem Stand konnten wir über das Thema "Astrofotografie" mit der einen oder dem anderen Besucher ein wenig fachsimpeln. Am spannendsten für viele Kinder war jedoch der Blick durch eines der mitgebrachten Teleskope: durch das Fenster hindurch konnte man auf einen Baukran in sicherlich kilometerweiter Entfernung schauen. Das war für viele Kinder eine tolle Überraschung. 

Wir haben den Kindern dann eine besondere Bitte mitgegeben: Heute Abend - es sind jetzt ja Osterferien - dürfen sie bestimmt mal etwas länger aufbleiben. Und dann sollen sie sich mal am Abend nach der tagesschau (also so gegen 20:30 Uhr), wenn es dunkel wird, warm anziehen und mit ihren Eltern nach draußen gehen. Und auf  alle Fälle ein Fernglas mitnehmen (die meisten Eltern mussten ja zugeben, so etwas hätten sie zuhause). Und dann sollte man mit der ganzen Familie mal den Mond suchen und auch mit einem Fernglas darauf schauen. Da könne man dann sogar einzelne Mondkrater sehen! "Das funktioniert wirklich?" fragten die meisten Eltern erschrocken zurück. "Ja klar! Aber nur, wenn Eure Kinder auch solange aufbleiben dürfen, bis es dunkel wird!"

Ich bin mal ganz gespannt, wie viele Kinder heute Abend tatsächlich sich den Mond anschauen dürfen. Ich hoffe, ganz viele, denn nur wer mal wirklich den Mond oder die Sterne gesehen hat, wird sie auch zu schätzen wissen - und vielleicht ja auch von ihren Geheimnissen fasziniert sein.

Für alle, bei denen es heute Abend bewölkt ist, hier als Ersatz und Trost ein Foto des Mondes, gerade eben von mir selbst aufgenommen:

Der Mond am 2. April 2023 gegen 21 Uhr

Und sollte eine Beobachtung bei der einen oder anderen Familie tatsächlich nicht geklappt haben, sie sind jederzeit eingeladen, unsere Volkssternwarte in Paderborn mal bei Gelegenheit zu den Öffnungszeiten zu besuchen.

3. - 9. April 2023: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Vollmond. Der erste Vollmond nach Frühlingsanfang, deshalb feiern wir am Wochenende danach auch das Osterfest. Der helle Mond überstrahlt natürlich viele lichtschwächere Objekte am Himmel. Von den hellen Planeten ist die Venus strahlender Abendstern, der erst deutlich nach 23 Uhr im Westen verschwindet. Der Planet Merkur zeigt die beste Abendsichtbarkeit des Jahres. Trotzdem braucht man nach Sonnenuntergang sehr gute Sicht nach Westen, er ist eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang in etwa 10° Grad Höhe mit einem Fernglas über dem Westhorizont zu finden und geht gegen 21:45 Uhr unter. Uranus, nur mit Fernglasunterstützung zu finden, geht gegen 22:30 Uhr unter und Mars leuchtet bis gegen 3:00 Uhr in der Frühe. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu beobachten.

Am Montag, den 3. April, geht die Sonne um 6:56 Uhr auf und um 20:01 Uhr unter, der helle Tag dauert jetzt also schon länger als 14 Stunden. Heute Abend befindet sich der Komet C/2022 A2 Panstarrs (11mag) nur etwa 2° Grad entfernt von der Andromedagalaxie, leider stehen beide dann nur wenige Grad über unserem Nordhorizont. Der veränderliche Stern Algol erreicht um 23:24 Uhr ein Helligkeitsminimum.

Am Dienstag, den 4. April, geht der Mond kurz nach 18 Uhr auf, er ist bereits zu 97 Prozent beleuchtet und wird damit vielen Menschen schon richtig "voll" vorkommen.

Am Mittwoch, den 5. April, beginnt die Vollmondnacht mit seinem Aufgang um 19:22 Uhr, er steht dann im Sternbild Jungfrau.

Am Gründonnerstag, den 6. April, erreicht der Mond in der Frühe um 6:35 Uhr seine exakte Vollmondposition. Er geht kurz danach um 7:05 Uhr unter geht geht am Abend gegen 20:35 Uhr wieder auf.

Am Karfreitag, den 7. April, geht der Mond um 21:57 Uhr auf, er ist noch zu 97 Prozent beleuchtet.

Am Samstag, den 8. April, geht der Mond am Abend um 23:19 Uhr auf, er ist noch zu 92 Prozent beleuchtet und steht im Sternbild Waage. Er zeigt maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht weitab vom Rand.

Am Ostersonntag, den 9. April, hat sich der Mond vom Abendhimmel bereits zurückgezogen. Er geht erst gegen 0:44 Uhr im Sternbild Skorpion auf. Da der Mond nicht mehr stört, kann vielleicht bei klarer Sicht nach Westen, nach Sonnenuntergang auch das dortige Zodiakallicht gefunden werden.

Ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes Osterfest!

Montag, 27. März 2023

26./27. März 2023: Kleinplanet Ceres vor Galaxie M100

 In den letzten Tagen war leider nicht nur das Wetter meistens schlecht für astronomische Beobachtungen, auch mir selbst ginges nicht wirklich gut. Wie viele andere habe ich auch zuerst einen dicken Schnupfen bekommen, dann Halsschmerzen, Husten, Fieber ... das komplette Programm. Nur kein Corona, zumindest waren zweimal Tests negativ. Ich wollte ja trotzdem den einen oder anderen Termin wahrnehmen, war ich doch sogar bei einem meiner besten Freunde zur Hochzeit als Trauzeuge eingeladen! Die Hochzeit war schön, aber leider ging es dann am Abend mit Fieber für mich schnell ins Bett. Ich habe daraufhin dann erst mal alle weiteren Termine abgesagt...

Doch in der Nacht von Sonntag auf Montag sollte Kleinplanet (1) Ceres über die Galaxie M100 hinweg ziehen. Und am Sonntag verriet ein Blick in verschiedene Wetter-Apps, das vielleicht ab 22 oder 23 Uhr der Himmel aufklaren sollte...  Sollte ich auf diese Beobachtung wirklich verzichten? Im Laufe des Sonntags hatte ich viele Stunden schlapp auf der Couch gelegen. Zwei Stunden habe ich Fernsehprogramm geschaut, was ich sonst schon wirklich lange nicht mehr gemacht habe.

Wahrscheinlich hat mir das richtige "Ausruhen" gut getan. Denn kurz nach 22 Uhr schaute ich aus dem Fenster zum Himmel und entdeckte die Mondsichel. Es klarte tatsächlich auf. Meine Lebensgeister kamen sofort in Wallung. Zum Glück muss ich für Beobachtungen mein  Vaonis Vespera nur einmal kurz draußen aufstellen und einschalten. Alles weitere konnte ich dann wieder von der warmen Küche aus steuern. 

Hier ein erstes Foto:

Kleinplanet (1) Ceres bei M100

Der Kleinplanet war tatsächlich genau dort, wo er sein sollte. Interessant, was Wikipedia über M100 zu berichten weiß: Messier 100 = NGC 4321 ist eine aktive Balken-Spiralgalaxie mit ausgedehnten Sternentstehungsgebieten vom Hubble-Typ SBbc im Sternbild Haar der Berenike am Nordsternhimmel. Sie ist schätzungsweise 68 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt und hat einen Durchmesser von etwa 155.000 Lichtjahren.

68 Millionen Lichtjahre entfernt, trotzdem visuell noch 9,3mag hell. Ceres ist mit 6,9mag zur Zeit allerdings schon noch etwas heller. Aber ja auch nur eine Licht-Viertelstunde von uns entfernt. Ceres hat nur knapp 1000 Kilometer Durchmeser, die Galaxie 155000 Lichtjahre. Unvorstellbare Unterschiede für uns Menschen.

Und heute kommen diese ganz unterschiedlichen Himmelskörper aus Sicht von unserer Erdoberfläche so nahe zusammen. Astronomie ist ein faszinierendes Hobby!

Inzwischen hat mein Sternfreund Tobias aus drei Bildrn, die ich ihm geschickt hatte, eine kleine Animation zusammengestellt, in der man erkennen kann, wie Ceres über einend er äußeren Arme von M100 hinweg zieht. Ganz herzlichen Dank dafür und hier die Animation:

Ceres vor M100 (animiertes gif aus drei einzelnen Bildern)