Dienstag, 3. Januar 2023

2. Januar 2023: Ein wenig klarer Himmel (M42, Sonne, Mond, Kleinplanet, Jupiter)

Heute Abend hatte ich etwas Glück und zeitweilig klaren Himmel gehabt. Endlich auch mal über eine etwas längere Zeit, so dass meine Vespera-Beobachtungsstation endlich wieder zu einem Einsatz kam.

Ich habe mir zu Weihnachten dafür einen Dual-Band-Filter gegönnt, der sollte nun endlich mal getestet werden. Dafür habe ich zwei Fotos des Orionnebels gemacht. Beide jeweils 15 Minuten, einmal ohne diesen Filter und beim zweiten Foto dann mit dem Filter.

Hier Bild 1, ohne Filter:

M42, Orionnebel, ohne Filter, 2.1.23, 19:54 Uhr MEZ

 Und hier das zweite Bild mit Filter:

M42, Orionnebel, mit Dual-Band-Filter, 2.1.23, 20:41 Uhr MEZ

Beide Bilder sind Stacks aus jeweils 89 Einzelbildern, wurden also 89x10 = 890 Sekunden, also knapp 15 Minuten, belichtet.

Der Unterschied ist schon auf den ersten Blick deutlich zu erkennen, es zeigt deutlich mehr vom rötlichen Nebel. Die normalen Sterne scheinen auch etwas kleiner, reduzierter dargestellt zu werden. Laut Vaonis hat der Filter eine Bandbreite von 12 nm bei jeder Wellenlänge (O-III = 500,7 nm, H-alpha = 656,3 nm).

Am Beispiel des Orionnebels erfüllt der Filter offensichtlich seinen Zweck. Ich bin gespannt, wie er sich auf andere Objekte auswirkt. (Ich habe natürlich heute Abend noch weitere Objekte probiert, aber leider war der Himmel dann immer wieder bewölkt, so dass hierzu noch keine brauchbaren Ergebnisse entstanden sind.)

Ich habe dann am Abend nicht nur den Orionnebel beobachtet, sondern auch einen Blick zum Jupiter geworfen. In meinem Spektiv sah er so aus:

Jupiter am 2.1.23 um 21:46 Uhr

Das Bild wurde an meinem Spektiv 1 Sekunde lang belichtet, da zeigen die Monde schon kleine Strichspuren. Es sind nur drei Spuren zu sehen, links recht dicht am Jupiter die Spur von Io, rechts unterhalb zuerst Europa und dann etwas weiter entfernt die Spur von Kallisto. Ganymed wurde laut meiner Wochenvorschau zwar nur bis kurz nach 21:00 Uhr verfinstert,ist aber trotzdem nicht zu sehen. Er befand sich wohl immer noch viel zu dicht an Jupiter dran.

Viel interessanter war dann schon ein Blick auf unseren Mond. Das Juragebirge und die Regenbogenbucht davor waren am Abend schon voll beleuchtet, den goldenen Henkel am Nachmittag hatte ich schon verpasst, aber es war trotzdem ein schöner Anblick:

Der Mond am 2.1.2023 um 21:30 Uhr

Nehmen Sie sich doch einfach mal einen Mondatlas hinzu und versuchen Sie verschiedene Krater und andere Mondlandschaften zu identifizieren. Finden Sie die Krater Tycho und Kopernikus?

Dann habe ich meine Kleinplanetenbeobachtungen aus dem letzten Jahr wieder aufgenommen. In meiner Wochenvorschau hatte ich ja geschrieben, dass morgen "Kleinplanet (505)Cava mit 11,3mag zieht ... gegen 20:30 Uhr in nur 4,5' Bogenminuten Abstand an Phi Geminorum (5,0mag) vorüber". Wer weiß schon, ob es morgen Abend wieder einen klaren Himmel gibt. Deshalb habe ich gleich mal ein Foto von Cava aufgenommen:

Kleinpalnet (505)Cava, rot markiert, in der Nähe von phi Gem

Phi Geminorum ist der hellste Stern auf dem nur 210 Sekunden lang belichtetem Bild, also gerade mal 3 1/2 Minuten lang. Ich habe ihn durch einen Vergleich mit der Abbildung im Planetariumsprogramm "Stellarium" identifiziert. Vielleicht habe ichja morgen Glück und mir gelingt einzweites Photo, damit seine bewegung offensichtlich wird.

Allerdings sind die Wettervorsagen für morgen nicht gut. Also heisst es abwarten.

So ähnlich war es auch mit der Sonne tagsüber. Hier gelang mir nur wieder ein Bild "durch die Wolken", ähnlich wie gestern musste ich das Originalbild mit Adobe Lightroom erst kräftig bearbeiten, damit die verschiedenen Fleckengruppensichtbar wurden:

Sonne mit Flecken am 2.1.2023

Im Vergleich zu gestern kann man noch einen weiteren neuen Fleck (3181) , der links von der Gruppe 3177 hinzugekommen ist. Dafür ist oben rechts 3173 heute nicht mehr zu erkennen. Bei den anderen Fleckengruppen gibt es keine großen Veränderungen, außer dass sie natürlich alle ein Stück nach rechts rotiert sind.

Gerade erfahre ich, dass ein Sternfeund in der Galaxie NGC 3810 eine 13,6 mag helle Supernova fotografieren konnte. Die würde mich jetzt auch sehr reizen, doch leider ist der Himmel hier nun doch wieder zu bewölkt und ich werde auch langsam müde. Alles in allem war es aber doch ein recht erfolgreicher Astroabend.

Sonntag, 1. Januar 2023

1. Januar 2023: Sonne und Mond

 Das neue Jahr beginnt mit milden Temperaturen, Wind, Wolken und - doch auch mit etwas Sonnenschein und Mondlicht. Es war nicht einfach, beide Objekte zu fotografieren. Doch beim "Neujahrsspaziergang" gelang mir schon einmal ein erstes Bild der Sonne, wenn auch ziemlich verborgen hinter hohen Wolken:


Sonnenschein beim Neujahrsspaziergang

Später habe ich dann versucht, mit meinem Spektiv auch die Sonnenflecken zu fotografieren. Das war natürlich nicht einfach, denn die Schleierwolken verdecken natürlich schnell die kleinen Flecken auf der Sonnenoberfläche:

Sonne am 1.1.2023, Originalaufnahme

Die Wolken vor der Sonne lassen sich erkennen. Die Flecken lassen sich allenfalls erahnen. Doch im letzten Jahr habe ich gelernt, was mit computergesteuerter Bildverarbeitung so alles möglich ist. Mit Adobe Lightroom habe ich bei diesem Bild einige Parameter verändert, insbesondere den Kontrast leicht erhöht (+17), die Lichter zurückgenommen(-27), Tiefen(+34), Schwarz (+23) und auch Weiß (+10) erhöht, die Klarheit um (+11) erhöht und vor allem am "Dunst entfernen"-Regler geschoben, (+62). Und dieser Regler verursacht dann ein kleines Wunder und lässt die Flecken auf der Sonnenoberfläche deutlich hervortreten:

Das bearbeitete Bild der Sonne

Ein Vergleich mit dem SDO/HMI-Foto auf spaceweather.com zeigt deutlich, das sind wirklich die aktuellen Fleckengruppen auf der Sonne, die dort zu erkennen sind:

Sonnenfleckengruppen am 1.1.2023 (Quelle spaceweather.com/SDO/HMI)

Die vier großen Fleckengruppen 3180, 3176, 3179 und 3177 sind auch auf einem Foto deutlich zu erkennen. Und selbst der kleine Einzelfleck 3173 lässt sich mit etwas gutem Willen noch ausmachen.

Aus meinem Foto heraus würde ich die Sonnenfleckenrelativzahl wie folgt bestimmen: R=5 Gruppen plus 16 Einzelflecken, also R = 5x10 + 16 = 66.

Und weil es so schön war, konnte ich nach 16 Uhr sogar auch noch ein Foto des Mondes machen. Nun ist der Himmel jedoch schon wieder stark bewölkt, auch diese Nacht wird sich wohl leider nicht zum Beobachten des gestirnten Himmels nutzen lassen.


Der Mond am 1. Januar 2023 um ca. 16:20 Uhr

Es wird in diesem Jahr hoffentlich noch viele weitere Gelegenheiten zur Beobachtung des Himmels über uns geben. Ein Anfang ist gemacht!





2. bis 8. Januar 2023: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser ersten Woche des Jahres haben wir Vollmond. Der helle Schein des Mondes übertönt daher in der Nacht manch lichtschwächeres Objekt. Von den großen Planeten können aber (mit viel Glück) zur Zeit viele am Himmel gefunden werden. Die Venus entwickelt sich zum Abendstern, zur Zeit ist sie jedoch erst ca. eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang in nur 6° Grad Höhe über dem Horizont tief im Südwesten zu finden. Noch geht sie vor 18 Uhr unter. Saturn folgt ihr gegen 19:30 Uhr. Jupiter ist bis ca. 23 Uhr im Westen zu finden und Mars leuchtet dann hoch im Süden und ist bis ca. 6:00 Uhr am Himmel zu finden. Die ISS kann in den ersten Tagen der Woche noch bei Überflügen am Morgenhimmel gefunden werden.

Am Montag, den 2. Januar, bedeckt der Mond, nachdem er gegen Mitternacht ganz knapp an Uranus vorbei gezogen ist, um 1:36 Uhr einen 6,3mag hellen Stern. Die Sonne geht um 8:32 Uhr auf und um 16:26 Uhr unter. Das sind am Abend immerhin schon mal zehn Minuten später als zur Wintersonnenwende. Der Mond ist am Abend zu 84 Prozent beleuchtet, er geht erst am nächsten Morgen gegen 5:30 Uhr unter. Noch in der Dämmerung lässt sich bei ihm gegen 14:30 Uhr der "Goldene Henkel" sehen. Von 18:04 Uhr bis 21:01 Uhr wird Jupitermond Ganymed vom Planeten bedeckt. Die ISS fliegt zwischen 6:42 Uhr und 6:47 Uhr in maximal 33° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg, z.B. ganz knapp an Spica in der Jungfrau vorüber.

Am Dienstag, den 3. Januar, bedeckt der Mond um 2:30 Uhr einen 6,1mag hellen STern. Am Abend steht der zu 91 Prozent beleuchtete Mond dicht beim Planeten Mars. Ab 20:14 Uhr wird Jupitermond Io vom Planeten bedeckt. Kleinplanet (505)Cava mit 11,3mag zieht heute gegen 20:30 Uhr in nur 4,5' Bogenminuten Abstand an Phi Geminorum (5,0mag) vorüber. Am 12. Januar zieht Cava dannähnlich eng an Pollux vorbei. Die ISS ist am Morgen einmal gegen 5:57 Uhr kurz im Südosten zu sehen, und gegen 7:30 Uhr in jedoch nur maximal 12° Grad Höhe im Südwesten.

Am Mittwoch, den 4. Januar, erreicht die Erde auf ihrer leicht elliptischen Bahn um die Sonne ihren sonnennächsten Punkt ("Perihel"), exakt um 17:17 Uhr. Der Abstand der Erde zur Sonne beträgt dann "nur" 147 098 925 km. Am 6. Juli, wenn der sonnenfernste Punkt ("Aphel") der Erdbahn erreicht wird, ist der Abstand rund 5 Millionen Kilometer größer. Das ausgerechnet der sonnennähste Punkt in unseren Winter fällt, "ist jedoch Zufall, und ... ändert sich über die Jahrhunderte durch die allmähliche Verformung der Erdumlaufbahn. Im Jahr 1246 erreichte die Erde das Perihel am Tag der Sonnenwende im Dezember. Seitdem haben sich die Daten von Perihel und Aphel alle 58 Jahre um etwa einen Tag verschoben. Es wird erwartet, dass das Perihel im Jahr 6430 auf den Tag der Tag- und Nachtgleiche im März fällt."(Zitat aus "time-and-date"). Heute wird auch das Maximum des Sternschnuppenschwarms der Quadrantiden erwartet, bei fast vollem Mond werden aber wohl nur wenige Schnuppen zu sehen sein. Von 17:33 Uhr bis 19:47 Uhr zieht Jupitermond Io vor dem Planeten entlang, Ios Schatten fällt vo 18:54 Uhr bis 21:06 Uhr auf die Planetenoberfläche. Die ISS ist gegen 6:44 Uhr kurz im Süden un ca. 15° Grad Höhe über dem Horizont zu sehen.

Am Donnerstag, den 5. Januar, ist die ISS gegen 5:46 Uhr letztmalig in dieser Morgensichtbarkeitsperiode in maximal 18° Grad Höhe im Südosten kurz zu sehen. Um 18:13 Uhr endet eine Verfinsterung von Jupitermond Io, ab 20:17 Uhr zieht Europa vor dem Planeten vorüber.

Am Freitag, den 6. Januar, geht der Mond um 15:32 Uhr auf, die erste Vollmondnacht des Jahres beginnt. Die exakte Vollmondposition wird jedoch erst kurz nach Mitternacht erreicht. Kleinplanet (532)Herculina (10,5mag) zieht gegen 23 Uhr in 4,5' Bogenminuten Abstand an 47 Tauri vorüber.

Am Samstag, den 7. Januar, erreicht der Mond um 0:08 Uhr seine exakte Vollmondposition. Um 17:55 Uhr endet eine Bedeckung von Jupitermond Europa, der jedoch bereits um 18:04 Uhr schon wieder von Jupiters Schatten verfinstert wird (bis 20:29 Uhr). Um 21 Uhr geht Kleinplanet (6)Hebe in 29' Minute Abstand an 49 Cancri (5,6mag) vorüber. Um 21:45 Uhr erreicht der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitsminimum.

Am Sonntag, den 8. Januar, geht der jetzt abnehmende Mond kurz vor 18 Uhr auf. Er ist noch zu 97 Prozent beleuchtet, erscheint also noch sehr voll. Er zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Südpol sehen können. Kleinplanet (2)Pallas (7,6mag) steht heute in Opposition zur Sonne, da Pallas jedoch tief im Süden unterhalb von Sirius steht, erreicht sie zur Mitternacht nur eine Höhe von ca. 7° Grad über dem Horizont.

Donnerstag, 29. Dezember 2022

29. Dezember 2022: Ein kurzer Blick zum Himmel

 Leider war es in den letzten Tagen doch meist sehr bewölkt, so dass ich keine interessanten Fotos des Nachthimmels machen konnte.

Eben gerade waren jedoch in einer kleinen Wolkenlücke Mond und Jupiter zu sehen. Jupiter steht ca. 7° Grad rechts (westlich) vom Mond.

Hier ein aus der freien Hand geschossenes Übersichtsbild der beiden:

Mond und Jupiter (oben rechts Nähe Bildrand) am 29.12.22 um 18:12 Uhr MEZ

Und hier mit stärkerem Zoom noch ein Bild des Mondes:

Der Mond am 29.12.22 um 18:14 Uhr MEZ.

Leider ist gleich wieder Regen angekündigt, mit einer schönen Beobachtungsnacht wird es also auch heute nichts.

Beide Bilder entsanden mit meiner Nikon Coolpix P950 Kamera, das erste bei 400mm Brennweite bei ISO100 und 1/6 Sekunde Belichtungszeit mit f/5, das zweite bei 2000mm Brennweite, ISO100 und 1/10sec Belichtungszeit bei f/6.5.

Sonntag, 25. Dezember 2022

26. Dezember 2022 - 1. Januar 2023: Der Himmel über Bad Lippspringe

 Und schon wieder geht ein Jahr zu Ende und ein neues beginnt, einmal mehr hat unser Planet die Sonne umrundet, so wie er es doch schon viele Millionen, ja sogar Milliarden Mal gemacht hat. Also eigentlich nichts besonderes? Doch! Der Blick zum Himmel zeigt es, jeder Jahreswechsel ist etwas anderes, immer wieder gibt es etwa spannendes zu entdecken. Schauen Sie nach oben!

In dieser Woche nimmt der Mond weiter zu und bestimmt mehr und mehr den Abend- und Nachthimmel. Von den großen Planeten verabschiedet sich Saturn bald vom Abendhimmel, er ist nur noch bis gegen 20 Uhr zu sehen.  Jupiter geht kurz vor Mitternacht im Westen unter, Mars ist bis gegen 6 Uhr, also nochso ziemlich dieganze Nacht über zu sehen. Mit Glück und klarer Sicht nach Südwesten, können ca eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang dort Merkur und Venus dicht über dem Horizont gefunden werden. Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen zu sehen. Der Komet C/2022 E3 ZTF bewegt sich in der nördlichen Krone langsam nordwärts. Am Morgen gegen 6:30 Uhr steht er fast 50° Grad hoch am Himmel.

Am Montag, den 26. Dezember,  zweiter Weihnachtsfeiertag, geht die Sonne um 8:31 Uhr auf und um 16:19 Uhr unter. Noch merkt man praktisch nicht, dass die Tage schon wieder länger werden. Die Mondsichel ist heute Abend zu 16 Prozent beleuchtet und geht um 20:05 Uhr unter. Er steht unterhalb von Saturn. Die ISS ist einmal gegen 5:55 Uhr kurz im Oste zu sehen, zwischen 7:30 Uhr und 7:35 Uhr fliegt sie hoch über unseren Himmel, mit 88° Grad Höhe fast genau über unsere Stadt hinweg. Ab 19:39 Uhr wird Jupitermond Ganymed verfinstert (bis 22:05 Uhr) , um 21:06 Uhr beginnt einDurchgang von Io vor der Planetenscheibe. Ab 22:29 Uhr fällt der Schatten von Io auf die Planetenscheibe.

Am Dienstag, den 27. Dezember, erreicht der veränderliche Stern Algol um 0:21 Uhr ein Helligkeitsminimum. Die ISS tritt um 6:40 Uhr im Westen in 37° Grad Höhe aus dem Erdschatten heraus, um 6:41:54 fliegt sie exakt über Bad Lippspringe hinweg und anschließend in wenigen Minuten schnell nach Osten der Sonne entgegen. Am Abend ist der Mond zu 25 Prozent beleuchtet, er geht um 21:36 Uhr unter.Jupitermond Io wird von 18:17 Uhr bedeckt und danach noch bis 21:49 Uhr verfinstert.

Am Mittwoch den 28. Dezember, ist der Mond bereits zu 37 Prozent beleuchtet und geht erst um 23:01 Uhr unter. Gegen 22:15 Uhr kommt es zur Bedeckung eines kleinen 6,4mag hellen Sterns durch den Mond. Die ISS ist zum einen um 5:55 Uhr kurz im Osten zu sehen, zwischen 7:28 Uhr und 7:35 Uhr fliegt sie in maximal 68° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.  Von 16:58 Uhr bis 19:10 Uhr fällt der Schatten von Jupitermond Io auf den Planeten.

Am Donnerstag, den 29. Dezember, ist der Mond zu 47 Prozent beleuchtet, er geht erst kurz nach Mitternacht unter. Er zeigt maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht fernab vom Rand. Die ISS tritt um 6:42 Uhr im Westen aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann in maximal 80° Grad Höhe bis 6:48 Uhr über unseren Himmel hinweg. Von 17:38 Uhr bis 20:11 Uhr zieht Jupitermond Europa vor dem Planeten entlang, Europas Schatten fällt von 20:21 Uhr bis 22:48 Uhr auf die Planetenscheibe. Um 21:10 Uhr erreicht der veränderliche Stern Algol ein weiteres Helligkeitsminimum.

Am Freitag, den 30. Dezember, erreicht der Mond um 2:21 Uhr das Erste Viertel, dann steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. Am Abend ist er bereits zu 58 Prozent beleuchtet. Die ISS tritt um 5:56 Uhr beim Sternbild nördliche Krone aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann schnell am Komet C/2022 E3 ZTF vorbei zum Horizont. Beim Überflug zwischen 7:29 Uhr und 7:35 Uhr erreicht die ISS eine Höhe von 42° Grad über dem Horizont. Gegen 6:00 Uhr zieht Kleinplanet (1)Ceres (8,5mag) dicht an der Galaxie NGC4442 (10,5mag) vorüber. Zwischen 19:30 Uhr und 21 Uhr zieht Jupitermond Kallisto haarscharf an Jupiter vorbei.

Am Samstag, den 31. Dezember, Silvester, ist der Mond gegen Mitternacht bereits zu 70 Prozent beleuchtet. Zwischen 6:43 Uhr und 6:49Uhr fliegt die ISS in maximal 56° Grad Höhe über unseren Himmel. Bis 17:51 Uhr wird Jupitermond Europa verfinstert.

Am Sonntag, den 1. Januar,  Neujahr, geht der Mond am Morgen um 2:58 Uhr unter. Gegen 13 Uhr geht er bereits wieder auf, Um 20:58 Uhr erreicht er seine höchste Stellung am Himmel und ist dann zu 77 Prozent beleuchtet. Um 5:57 Uhr tritt die ISS direkt neben Arktur aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann schnell zum Osthorizont. Beim nächsten Überflug zwischen 7:30 Uhr und 7:37 Uhr erreicht sie nur noch eine Höhe von 23° Grad über dem Horizont. Gegen 23:45 Uhr zieht der Mond von uns aus gesehen ganz knapp an Uranus vorbei. In Schleswig-Holstein kommt es sogar zu einer Bedeckung.

Sonntag, 18. Dezember 2022

19. - 25. Dezember 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond. Die Nächte eignen sich daher gut zur Beobachtung lichtschwacher "deep-sky"-Objekte am Himmel. Von den hellen Planeten ist Saturn (bis 20:00 Uhr) tief im Westen zu sehen, Jupiter strahlt bis ca. Mitternacht und Mars geht erst nach 7:00 Uhr im Westen unter. Auch die Fernglasplaneten Uranus und Neptun können am Himmel gefunden werden. Zum Ende der Woche hin könnten vielleicht sogar Merkur und Venus tief im Westen in der Dämmerung nach Sonnenuntergang gefunden werden. Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen zu beobachten. Die dunklen Nächte sind auch geeigneten, um nach dem Kometen C/2022 E3 ZTF Ausschau zu halten, er befindet sich im Sternbild (nördliche) Krone, das am Morgen am höchsten am Himmel steht.

Am Montag, den 19. Dezember, geht die Sonne um 8:28 Uhr auf und um 16:15 Uhr unter. Das unterscheidet sich kaum vom Tag der Wintersonnenwende am Mittwoch. Die Mondsichel geht heute um 3:18 Uhr auf und ist zu 22 Prozent beleuchtet. Zwischen 6:37 Uhr und 6:43 Uhr fliegt die ISS in maximal 17° Grad Höhe noch unterhalb des Mondes über unseren Morgenhimmel hinweg.m 19:10 Uhr beginnt ein Durchgang von Io vor der Jupiterscheibe (bis 21:24 Uhr), von 20:32 Uhr bis 22:45 Uhr fällt Ios Schatten auf den Planeten.

Am Dienstag, den 20. Dezember, geht die Mondsichel um 4:42 Uhr auf und ist nur noch zu 14 Prozent beleuchtet. Die ISS kann gleich zweimal gesehen werden: Um 5:52 Uhr fliegt sie knapp oberhalb des Mondes im Südosten über unseren Himmel hinweg, zwischen 7:24 Uhr und 7:33 Uhr fliegt sie in maximal 42° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Jupitermond Europa wird von 20:37 Uhr bis 23:12 Uhr von der Planetenscheibe bedeckt.

Am Mittwoch, den 21. Dezember,ist Winteranfang, Wintersonnenwende, der Tag mit der längsten Nacht des Jahres. Die Sonne geht heute auf um 8:29 Uhr und um 16:16 Uhr unter. Exakt um 22:48 Uhr erreicht sie den südlichsten Punkt ihrer Bahn, das ist dann genau der Winterbeginn. Die Mondsichel erreicht jetzt das Sternbild Skorpion, sie geht um 6:11 Uhr auf und ist nur noch zu 7 Prozent beleuchtet. Die ISS fliegt zwischen 6:37 Uhr und 6:43 Uhr in maximal 31° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Bis 17:14 Uhr wandert noch Ios Schatten über Jupiters Planetenscheibe. Merkur erreicht heute seinen größten Winkelabstand zur Sonne und ist vielleicht nach Sonnenuntergang tief im Südwesten zu finden.

Am Donnerstag, den 22. Dezember, erscheint die ISS das erste Mal um 5:50 Uhr genau im Süden und fliegt dann schnell - ganz dicht an Spica in der Jungfrau vorbei - Richtung Osten. Zwischen 7:24 Uhr und 7:33 Uhr fliegt sie in maximal 68° Grad Höhe hoch über unseren Morgenhimmel hinweg. Um 17:30 Uhr endet Europas Durchgang vor der Planetenscheibe, von 17:44 Uhr bis 20:12 Uhr wandert Europas Schatten über den Planeten.

Am Freitag, den 23. Dezember, erreicht der Mond exakt um 11:17 Uhr seine Neumondposition. Die ISS fliegt zwischen 6:38 Uhr und 6:44 Uhr in maximal 58° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Samstag, den 24. Dezember, Heiligabend, tritt die ISS das erste mal um 5:51 Uhr in südöstlicher Richtung in 40° Grad Höhe aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann schnell nach Osten dem Horizont entgegen. Beim nächsten Überflug fliegt sie zwischen 7:24 Uhr und 7:32 Uhr fast genau durch unseren Zenit (87° Grad Höhe) über unsere Stadt hinweg.Bereits um 3:32 Uhr in der Frühe zeigt Algol ein Helligkeitsminimum.

Am Sonntag, den 25. Dezember, Weihnachtsfeiertag, fliegt die ISS zwischen 6:37 Uhr und 6:44 Uhr in maximal 79° Grad Höhe hoch über unseren Morgenhimmel hinweg. Am Abend könnte die schmale, zu 8 Prozent beleuchtete Mondsichel bei klarer Sicht nach Westen vielleicht schon wieder zu sehen sein. Sie geht um 18:32 Uhr unter, steht vorher (17:00 Uhr) jedoch nur 8° Grad über dem Horizont.

Ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Mittwoch, 14. Dezember 2022

14. Dezember 2022: Ein schneller Blick zum Orion

 Als ich heute Abend von einer Sitzung des Kreissynodalvorstands (das ist das Leitungsgremium des Evangelischen Kirchenkreises) zurück nach Hause kam, schienen die Sterne herrlich vom Firmament. Das Thermometer zeigte jedoch, typisch für klaren Himmel im Winter, -8° Grad an. Das ist schon eine Ansage. Da ist es dann für mich alten Mann schon schön, wenn man nicht erst eine halbe Stunde oder mehr braucht, um seine ganze Ausrüstung draußen auf der Terrasse aufzubauen, sondern wenn man sein Teleskop einfach schnell nach draußen bringt, es sich auf Knopfdruck initialisiert und am Himmel orientiert, und man es dann in aller Ruhe aus der warmen Küche heraus steuern kann.

Hier ein erstes Ergebnis, der Orionnebel:

Orionnebel, M 42, 25 Minuten belichtet mit Vaonis Vespera

Das Bild zeigt M 42, den Orionnebel. Dies ist der große helle Nebel in der Bildmitte. Außerdem ist M 43 zusehen, das ist der etwas kleinere helle Nebel, der direkt am großen Nebel am oberen Rand angrenzt. Am oberen Bildrand ist dann auch noch der bläulich schimmernde Nebel NGC 1977 ("Running Man nebula") zu erkennen. Das Bild ist mit der Mosaik-Technologie des Vespera-Geräts entstanden, es zeigt also einen größeren Bildausschnitt, als ein normales Einzelbild dieser Optik.

Wer es gerade draußen auch in der Kälte gut aushalten kann, hat außerdem die Chance, viele Sternschnuppen zu sehen. Die Geminiden sind einer der besten Sternschnuppenschwärme des Jahres. Das Maximum war schon gestern, aber auch heute waren schon viele Sternschnuppen zu sehen, wie mir Freunde berichteten. Allmählich steigt jedoch der Mond höher am Horizont, der wird sicherlich mehr und mehr mit seinem hellen Licht die Sternschnuppen verschlucken.

Und hier gleich noch eine weitere "Ecke" aus dem Sternbild Orion:

Flammennebel, Pferdekopfnebel

Das Bild zeigt im oberen Teil links neben dem hellen Stern ("Alnitak") den Flammennebel, NGC 2024, und etwas nach rechts unterhalb den dunklen Pferdekopfnebel, IC 434. Alnitak ist einer der drei Gürtelsterne des Orion, und zwar der östlichste, also linke. Auch dieses Bild entstand durch die Mosaik-Möglichkeit des Vespera. Hierfür habe ich gut 40 Minuten belichtet.