Freitag, 6. November 2020

6. November: Merkur am Morgenhimmel

 Heute früh war es halbwegs klar, um 6:30 Uhr suchte ich mit meinem Fernglas den Südosthimmel ab und tatsächlich: Merkur blinzelte mir auffällig entgegen. Auch der hellste Stern der Jungfrau, Spica, war noch recht leicht im Fernglas zu erkennen. 

Schnell habe ich die Kamera rausgeholt und in die gleiche Richtugn fotografiert. Zuerst war ich enttäuscht, denn auf meinen Bildern schien Merkur gar nicht drauf zu sein. Doch dann habe ich ihn auch dort entdeckt. Die Kamera stand etwas tiefer als zuvor ich selbst mit meinem Fernglas.  Durch diese veränderte Perspektive "rutschte" Merkur auf den ersten Bilder doch tiefer und in die Zweige der benachbarten Bäume hinein. Nächstes Mal sollte ich mein Stativ lieber noch etwas höher kurbeln!

Trotzdem wirkte Merkur auf den Bildern deutlich schwächer als im vorherigen Blick durch das Fernglas. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie gut das menschliche Auge auch schwache Kontraste verarbeiten kann. Für die Fotos musste mir dann doch die Bildverarbeitung weiter helfen. Hier ein erstes Bild der Kamera, unbearbeitet:

Merkur in der Morgendämmerung

Die Venus oben rechts im Bild ist strahlender Morgenstern. Merkur ist (unterhalb der Pfeilspitze) jedoch wirklich nur schwer zu erkennen. Aufgenommen wurde das Bild um 6:49 Uhr mit meiner Canon 5D MarkII mit 50mm Festbrennweite, F/2, 1/10sec, ISO-50.

Zehn Minuten später war Merkur etwas höher gestiegen, leider hatte auch der aufsteigende Nebel (Wolken) über der Egge zugenommen. Gleichzeitg habe ich jedoch auch etwas länger belichtet, diesmal eine Viertel Sekunde. Anschließend habe ich bei diesem Bild dann mit der Adobe Lightroom Software den Kontrast erheblich verstärkt. Herausgekommen ist dann dieses Bild:

Merkur, Spica und Venus am Morgenhimmel

Die noch unter dem Horizont stehende Morgensonne sorgte bei diesem Bild für zusätzliche Dramatik, da sie den Kondensstreifen Flugzeugs anleuchtet. Zwischen den Blättern leuchtet dieser sogar recht rötlich. Das sieht fast so aus wie ein Raketenstart. :-)

Dienstag, 3. November 2020

3. November: Planeten und Sterne am Abend

 Zum Abend hin zog sich der Himmel zunächst leider zu und es waren sogar zwei kleine Schauer angekündigt, so dass ich mein Teleskop für die Nacht doch nicht aufgebaut habe. Doch dann klarte es zu später Stunde wieder auf. E waren zwar einige Schleierwolken am Himmel, das eine oder andere Foto war aber dennoch möglich. Mit bloßem Auge ware nicht viele Sterne zu sehen. Der Mond überstrahlte die meisten. Doch Digitalkameras sind heute recht empfindlich und können so vieles unsichtbare sichtbar machen:

Nachthimmel am 3. November gegen 21:30 MEZ

Das Bild habe ich mit meiner Canon 5D Mark II aufgenommen, verwendet habe ich ein Sigma 20mm Weitwinkel Objektiv mit Blende f=2.0, 6 Sekunden Belichtungszeit und ISO1600. Anschließend habe ich das Bild in Lightroom bearbeitet, den Kontrast verstärkt und mit dem Filter "Dunst entfernen" insbesondere einen hellen Schein des Mondes am linken Bildrand entfernt.

Einige Objekte habe ich gekennzeichnet: Den Sternhaufen der Plejaden im Sternbild Stier auf der linken Seite und den hellen, rötlich leuchtenden Mars auf der rechten Seite des Fotos. Am oberen Bildrand befindet sich das Sternbild Widder, dort ist der hellste Stern "Hamal" gekenzeichnet. Zum unteren Rand hin über den Büschen der Stern Menkar, der hellsten Stern des Sternbilds Walfisch.

Und dazwischen Uranus und Flora. Beide waren gerade in ihrer Oppositionsstellung. Uranus, der erste Planet hinter Saturn, ist theoretisch an dunklen Orten ohne künstliche Beleuchtung und ohne Mondlicht sogar mit bloßem Auge zu sehen. Flora ist ein Kleinplanet, er wurde als achter Kleinplanet nach Ceres, Vesta und einigen anderen entdeckt. Floras Helligkeit beträgt nur 8mag, mit bloßem Auge sind diese Kleinplanete nicht mehr zu sehen. Wir Menschen können gerade Objekte bis zu 6mag erkennen. Uranus hat zur Zeit 5.7mag.


3. November 2020: Venus und Mond am Morgen

Mond

 Heute früh klarte es teilweise auf und Venus und Mond waren gut zu sehen. Auch die ISS konnte kurz vor 7 Uhr gut beobachtet werden. 

Hier ein kleines Suchbild von der Venus im Südosten:

Venus am Morgen (Kamera Nikon P950, 13mm, 1/13sec, f/3.5, ISO200)

Und hier der Mond im Westen:


Mond und Rabenkrähe

Und hier noch der Mond mit größerem Zoom:

Mond (Nikon P950, 357mm (entspr. 2000mm Vollbild), f6.5, 1/500sec, ISO200)

Von der ISS ist mir leider kein brauchbares Foto gelungen, die war für ein Foto aus freier Hand einfach zu schnell am Himmel unterwegs.


Sonntag, 1. November 2020

2. - 8. November 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche bestimmt der nur langsam abnehmende Mond zunächst den Nachthimmel. Bei den Planeten beginnt ene Morgensichtbarkeitsperiode von Merkur, er geht ca. 6:00 Uhr in der Frühe auf und könnte in der Morgendämmerung im Osten sichtbar werden. Die helle Venus geht bereits um ca. 4:30 uhr auf und ist natürlich strahlender Morgenstern. Am Abend leuchtet Mars im Südosten so hell wie Jupiter im Südwesten, der sich langsam Saturn nähert. Saturn und Jpiter gehen beide gegen 21 Uhr unter. Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 2. November, geht die Sonne um 7:23 Uhr auf und um 16:53 Uhr unter, der helle Tag ist also wieder gegenüber dem Montag der letzten Woche eine knappe halbe Stunde kürzer geworden. Bereits zwischen 5:59 und 6:05 Uhr fliegt die ISS in maximal 83° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Der immer noch zu 96 Prozent beleuchtete Mond geht um ca. 18 Uhr im Osten auf. Kleinplanet Flora steht heute in Opposition zur Sonne. Flora ist im Walfisch, in der Nähe von Gamma Cet zu finden. Um 19:32 Uhr beginnt ein Durchgang von Io vor der Planetenscheibe von Jupiter.

Am Dienstag, den 3. November, ist die ISS am Morgen gleich zweimal zu sehen. Um 5:13 Uhr tritt sie fast im Zenit über uns aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann in den nächsten vier Minuten schnell nach Osten. Zwischen 6:47 Uhr und 6:55 Uhr fliegt sie noch einmal unterhalb des Mondes im Südwesten und der Venus im Südosten in maximal 45° Grad Höhe über unseren kompletten Morgenhimmel hinweg. Der zu 91 Prozent beleuchtete Mond geht um 18:23 Uhr auf. Bis 18:57 Uhr wandert der Schatten von Kallisto über Jupiter hinweg und bis 20:11 Uhr wird Io verfinstert. Um 20:34 Uhr endet die Bedeckung von iota Tauri (4.7mag) am dunklen Mondrand.

Am Mittwoch, den 4. November, fliegt die ISS zwischen 6:00 und 6:07 Uhr in maximal 59° Grad Höhe über den Morgenhimmel entlang. Jetzt sollte man im Südosten auch nach Merkur Ausschau halten. Um 17:31 Uhr endet ein Schattendurchgang von Io auf der Jupiterscheibe. Heute stehen alle vier Monde auf der gleichen, westlichen Seite. Mondaufgang ist um 19 Uhr.

Am Donnerstag, den 5. November, fliegt die ISS zwischen 6:48 und 6:55 Uhr in maximal 25° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Um 17:06 Uhr endet eine verfinsterung von Ganymed, heute stehen bei Jupiter zwei Monde links, zwei Monde rechts. Heute Abend steht der Mond im Sternbild Zwillinge und geht um 19:49 Uhr auf.

Am Freitag, den 6. November, endet um 2:42 Uhr eine Sternbedeckung durch den Mond. Die ISS fliegt zwischen 6:02 Uhr und 6:08 Uhr in maximal 34° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Heute geht der Mond um 20:47 Uhr auf.

Am Samstag, den 7. November, fliegt die ISS zwischen 6:49 und 6:56 Uhr in nur noch 13° Grad Höhe flach über unseren südwestlichen Morgenhimmel entlang. Dabei kommt sie dem hellsten Fixstern, dem Sirius, sehr nahe. Um 18:59 Uhr beginnt ein Durchgang von Europa vor der Planetenscheibe Jupiters. Der Mond geht um 21:54 Uhr auf und ist nur noch zu 59 Prozent beleuchtet. Vorher kann man schnon knapp 2 1/2 Stunden in "astronomischer Dunkelheit" den Himmel beobachten.

Am Sonntag, den 8. November,  tritt die ISS um 6:03 Uhr im Sternbild Orion aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann in maximal 18° Grad Höhe in den nächsten fünf Minuten schnell nach Südosten, der Sonne entgegen. Der Mond erreicht um 14:46 Uhr das letzte Viertel, geht aber erst um 23:10 Uhr auf. Der Krater Grimaldi steht weit ab vom Mondrand, wir haben also mal wieder maximale Libration in Länge.

Dienstag, 27. Oktober 2020

26. Oktober 2020: Goldener Henkel und drei Doppelsterne

 Am Montag, den 26. Oktober 2020, gab es nicht nur endlich mal wieder einen Vortrag in der Volkssternwarte Schloß Neuhaus (Herzlichen Dank an die Referentin!), sondern auch danach noch für eine gute Stunde einen klaren Himmel.

Natürlich habe ich zuerst den Mond fotografiert, der an diesem Abend wieder einmal seinen "goldenen Henkel" präsentierte. Dieser ist in einem Fernglas sehr schön zu sehen. Hier ein Foto:

Mond mit "goldenem Henkel".
 

Der goldene Henkel wird sehr schön bei Wikipedia erklärt: "Etwa 10 bis 11 Tage nach Neumond liegt das Tal der Regenbogenbucht (Sinus Iridum) noch im Schatten, während die Bergspitzen des angrenzenden Juragebirges aufgrund ihrer Höhe bereits vom Sonnenlicht erreicht werden. Wegen ihrer prägnanten, an einen Henkel erinnernden Form und dem vom Mond gelblich reflektierten Licht erhielt diese Formation den Namen „Goldener Henkel“."

Anschließend habe ich drei Doppelsterne fotografiert. Damit wollte ich ein erstes Gefühl dafür entwickeln, wie nahe beieinander Jupiter und Saturn am 21. Dezember 2020 kommen werden. Die beiden Planeten werden dann einen Abstand von nur ca. 6' Bogenminuten haben. Doch was bedeutet dies in der Praxis?

Die ersten beiden ausgesuchten Doppelsterne können dabei zur Abschätzung der Sehkraft des bloßen Auges genutzt werden. Ein gutes Auge sollte laut Literatur diese Sterne am Himmel durchaus trennen können. Ich selbst bin kurzsichtig, selbst mit meiner Brille schaffe ich es nicht mehr (oder sollte ich dann doch noch einmal zum Optiker gehen und meine Brille reklamieren?)

Das Paar Mizar und Alkor in der Großen Bärin (= großer Wagen) habe ich zuerst fotografiert. Zunächst ein Übersichtsbild:

Der "große Wagen" (fotografiert am 31.8.2015) mit Mizar und Alkor

Auf der Deichsel des "großen Wagen" sitzt, wenn man es erkennen kann, ein kleines weiteres Sternchen, dieses wird auch "das Reiterlein" genannt.  Wenn man mit einem Fernglas diese beiden Sterne beobachtet, stellt man überraschend fest, das zwischen ihnen sich sogar noch ein weiterer Stern aufhält. Im Foto sieht das dann so aus:


Der hellste Stern, Mizar, hat eine Helligkeit von 2.2mag. Alkor, das Reiterlein, ist immerhin noch 3.95mag hell. Der dritte Stern im Bunde auf diesem Foto  dagegen ist für das bloße Auge jedoch unsichtbar, seine Helligkeit beträgt 7.5mag, er ist also nur im Fernglas zu erkennen. Er steht in Wirklichkeit auch weit hinter Mizar und Alkor, hat sich also eigentlich nur dazwischen "geschummelt". Spannend sind die bisherigen Forschungsergebnsse über diese Sterne. Mizar und Alkor sind beide etwas über 80 Lichtjahre von uns entfernt, ob sie aber wirklich gravitativ miteinander verbunden sind, konnte bislang nicht zweifelsfrei festgestellt werden. Dafür sind beide Sterne jedoch selbst wieder Doppel- oder sogar Mehrfachsysteme!

Der Abstand der beiden Sterne beträgt rund 12 Bogenminuten, das ist etwa doppelt so viel, wie am 21. Dezember der scheinbare Abstand von Jupiter und Saturn sein wird. 

Und hier der nächste Doppelstern, "Epsilon Lyra". Zunächst wieder ein Übersichtsbild des gesamten Sternbilds, der Leier:

Das Sternbild Leiern (vom 6. Januar 2020)

Der hellste Stern in der Leier ist die Wega. Heute interessieren wir uns jedoch für den Stern links oberhalb der Wega. Epsilon Lyra ist ein Prüfer für sehr gute Augen. Die beiden Komponenten sind ca. 3 Bogenminuten voneinander entfernt, das ist etwa die Hälfte des Abstands, den Jupiter und Saturn am 21. Dezember haben werden. Sehr gute Augen sollen das durchaus noch aueinander halten können. Wegen meiner Kurzsichtigkeit kann ich das leider nicht bestätigen. Hier ein Bild, wie der Stern im Fernglas erscheint:


Man erkennt ein helles Paar, das sich im Fernglas gut trennen lässt. Der Stern darunter (HIP 91820) ist mir eigentlich nur "aus versehen" mit auf da Foto geraten. Mit 6.45mag ist dieser Stern für das bloße Auge unsichtbar, aber natürlich im Fernglas einfach zu erkennen. Epsilon Lyra hat als Gesamtsystem etwa 4mag helligkeit. Die beiden einzelnen Komponenten haben 4.7 bzw. 4.6mag Helligkeit. Spannend ist es, wenn man mit einem etwas größerem Teleskop ( >= 6 Zoll Öffnung) beobachtet. dann stellt man nämlich fest, dass beide Einzelsterne selbst wieder Doppelsterne sind, die in etwa einen Abstand von 3" Bogensekunden haben. es handelt sich in Wirklichkeit also mindestens um ein Vierfachsystem!

Und zu guter Letzt noch ein weiterer Doppelstern, vielleicht der schönste am gesamten Himmel: Albireo. Dieser befindet sich im Sternbild Schwan. Hier zunächst wieder das Übersichtsbild:

Sternbild Schwan (11.8.2020)

Albireo ist ist dem bloßen Auge nicht als Doppelstern zu erkennen. Seine beiden Komponenten haben nur einen Abstand von einer halben Bogenminute (34" Bogensekunden). Er ist jedoch ein wunderschönes Fernglas- oder Fernrohrobjekt, da beide Komponenten einen schönen Farbkontrast zeigen:

Albireo (26.10.2020)

Die meisten Sterne erscheinen uns ja farblos, bzw. weiß. Hier fällt aber sofort auf, dass die helle Komponente schön orangerot leuchtet und die etwas schwächere Komponente schön in Blau. Lange Zeit ging an davon aus, dass es sich hier um ein echtes Doppelsternsystem handelt. Neueste Messungen konnten dies jedoch nicht bestätigen, so dass es sich wohl eher um nur einen scheinbaren, also rein optischen Doppelstern handelt. Das tut aber der Schönheit diesen Anblicks keinen Abbruch.

Ein schöner Beobachtungsabend ging mal wieder viel zu schnell zu Ende, denn gegen 22 Uhr kamen schon wieder Wolken auf. dabei gäbe es doch noch so viel mehr zu entdecken. Aber ich hoffe, Sie und ich haben jetzt ein Gefühl dafür entwickelt, wie nahe sich Jupiter und Saturn im Dezember kommen werden. Im Fernglas oder Fernrohr wird das dann sicherlich einen fantastischen Blick ergeben: Jupiter mit seinen vier hellen Monden und Saturn mit seinem Ring - hoffentlich spielt das Wetter mit!

Sonntag, 25. Oktober 2020

26.Oktober - 1.November 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche dominiert der Mond immer stärker die komplette Nacht, am Samstag ist Vollmond. Von den hellen Planeten ist die Venus weiterhin Morgenstern, sie geht gegen 4:00 Uhr in der Frühe auf. Der Mars ist kurz nach seiner Opposition praktisch immer noch die ganze Nacht über zu sehen, noch ist er sogar heller als Jupiter. Jupiter und Saturn stehen am Abend im Südwesten, sie gehen bald nach 21 Uhr unter. Uranus erreicht diese Woche ebenfalls seine Opposition.

Am Montag, den 26. Oktober, geht die Sonne um 7:09 Uhr auf und um 17:07 Uhr unter. Der helle Tag ist jetzt also keine zehn Stunden mehr lang. Der Mond ist heute Abend zu ca. 80 Prozent beleuchtet, gegen 22 Uhr ist der "goldene Henkel" gut zu beobachten. Bei Jupiter wandert ab 17:34 Uhr Io vor der Planetenscheibe entlang (bis 19:50 Uhr), ab 18:50 Uhr zieht Ios Schatten über den Planeten. In der Frühe um 5:07 Uhr taucht unterhalb von Sirius die ISS aus dem Erdschatten auf und fliegt dann schnell (bis 5:11 Uhr), knapp an der Venus vorbei Richtung Osten und Sonnenaufgang. Um 20 Uhr gibt es an der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus endlich weder einen Vortrag, Thema ist diesmal der Mars.

Am Dienstag, den 27. Oktober, zeigt der veränderliche Stern Algol um 1:18 Uhr ein Helligkeitsminimum. Die ISS kann einmal um 4:22 Uhr kurz in der Nähe der Venus beobachtet werden. Besser ist ihr Überflug zwischen 5:55 Uhr und 6:02 Uhr in maximal 51° Grad Höhe über den Morgenhimmel zu sehen. Der Mond zeigt am Abend maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Nordpol schauen können.

Am Mittwoch, den 28. Oktober, erscheint die ISS in 34° Grad Höhe um 5:09 Uhr im Süden und fliegt dann bis 5:14 Uhr schnell nach Osten. Der Mond geht um 16:32 Uhr auf und ist schon zu 93 Prozent beleuchtet.

Am Donnerstag, den 29. Oktober, ist die ISS zwischen 5:57 Uhr und 6:04 Uhr gut bei einem Überflug in maximal 77° Grad Höhe zu beobachten. Der Mond steht am Abend 3 1/2 Grad südlich vom Mars. Um 22:07 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitsminimum.

Am Freitag, den 30. Oktober, erscheint die ISS um 5:10 Uhr in 63° Grad Höhe im Süden im Sternbild Zwillinge und verschwindet um 5:16 Uhr im Osten hinter dem Horizont. Der Mond erreicht heute auf seiner Umlaufbahn um die Erde um 19:46 Uhr seinen erdfernsten Punkt, erscheint also in diesen Tagen eher etwas kleiner als sonst.

Am Reformationstag, Samstag, den 31. Oktober, ist Vollmond. Um 15:49 Uhr erreicht der Mond exakt diese Position, bei uns geht er natürlich erst etwas später, um 17:16 Uhr auf. Heute erreicht auch der Fernglas-Planet Uranus seine Oppositionsstellung. Theoretisch ist Uranus dann sogar an dunklen Orten mit dem bloßen Augen sichtbar. Seine Helligkeit liegt bei 5,7mag. Heute dürfte das helle Mondlicht jedoch zu sehr stören. Bei Jupiter wandert Mond Europa bis 19:05 Uhr vor der Planetenscheibe vorüber, ab 18:46 Uhr wandert Europas Schatten über den Planeten. Am frühen Morgen fliegt die ISS zwischen 5:58 Uhr und 6:05 Uhr direkt über Bad Lippspringe hinweg. Wenige Sekunden vor exakt 6:00 Uhr fliegt sie exakt durch den Zenit.

Am Sonntag, den 1. November, Allerheiligen, tritt die ISS um 5:12 Uhr ziemlich genau im Zenit aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann bis 5:17 Uhr nach Osten. Um 18:35 Uhr beginnt ein Durchgang von Ganymed vor der Jupiterscheibe. Um 18:56 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitsminimum.

Samstag, 24. Oktober 2020

23. Oktober 2020: Mond, Jupiter und Saturn

 Am Abend des 23. Oktober klarte es für kurze Zeit auf.  Zum Glück hatte ich eine Kamera dabei, um ein schnelles Bild von Jupiter und Saturn und dem Mond aufzunehmen. Bald danach kam auch schon Nebel auf und Sterne und Planeten wurden wieder unsichtbar.

Links im Bild der (überbelichtete) Mond, in der Mitte Jupiter (etwas rechts) und Saturn (etwas links)

Das Foto entstand gegen 21 Uhr mit meiner Canon 5D MarkII Kamera mit einem 50mm Objektiv bei ISO400, f/4 und 10sec Belichtung. Blickrichtung war Südwesten. 

Es lohnt sich, in den kommenden Tagen und Wochen immer wieder Richtung Südwesten zu Jupiter und Saturn zu schauen. Zum einen sind sie dort mit die hellsten Objekte am Himmel (wenn der Mond weiter gezogen ist). Nur Mars im Südosten ist zur Zeit am Abend noch heller. Zum anderen kann man dann beobachten, wie Jupiter sich allmählich immer stärker an Saturn annähert. Im Dezember werden die beiden Planeten dann ganz dicht nebeneinander stehen.

Wenn das Wetter mitspelt, werde ich hoffentlich diese kommende Begegnung der beiden Planeten hier auch in meinem Blog dkumentieren können.

Mit einem sehr guten Fernglas (10x50 zum Beispiel, auf einem Stativ gehalten) kann man dann auch schon Jupitermonde erkennen und den Saturnring erahnen. 

Der Mond ist auf diesem Bild, das wegen der Sterne lange belichtet wurde, völlig überbelichtet. In Wirklichkeit zeigte er sich als Halbmond, also im Ersten Viertel.