Donnerstag, 8. Januar 2015

7. Januar: Mond neben Jupiter

Am Abend des 7. Januar gab es gegen 22 Uhr  ein paar Lücken am Wolkenhimmel. Im Osten standen Jupiter und der abnehmende auf gleicher Höhe dicht nebeneinander. Ein sehr schöner Anblick, aber schwierig zu fotografieren, da der Mond schnell jedes gemeinsame Bild überstrahlt hätte.

Daher hier nur ein Bild des Mondes:

Der abnehmende Mond am 7. Januar gegen 22 Uhr



Bei Jupiter waren scheinbar nur zwei Monde zu erkennen. Kallisto befand sich bis 21:32 Uhr sowieso vor der  Jupiterscheibe. Aber Ganymed und Europa standen (oberhalb, westlich von Jupiter) so dicht nebeneinander, dass sie optisch gar nicht zu trennen waren.

Außerdem gelang mir zuvor gegen 17:15 Uhr auch noch ein Blick auf die Venus. Heute blieb es im Westen jedoch so dunstig, dass von Merkur gar nichts zu sehen war.

Und nach dem Blick auf den Mond und Jupiter konnte ich mit dem Fernglas auch noch Komet Lovejoy C/2014 Q2 recht schnell finden.  Doch bald danach zogen auch schon wieder neue Wolken am Himmel auf, so dass es nicht mehr für ein ordentliches Foto reichte.

Montag, 5. Januar 2015

5. Januar: Merkur, Venus, Mars ...

Heute Abend war es zu Sonnenuntergang am Himmel recht klar. Die Gelegenheit wollte ich nutzen, die Venus am Himmel zu finden, Und mit etwas Glück vielleicht auch Merkur, der zur Zeit nicht weit von Venus entfernt steht. Doch leider war es im Westen am Horizon doch sehr dunstig. Bei klarm Himmel kann man die Venus manchmal selbst dann sehen, wenn die Sonne am Himmel steht, doch heutewar zunächst nur das Abendrot zu erkennen.

Doch schließlich ließ sich die Venus im Fernglas erblicken, und später auch mit dem bloßen Auge. Hier ein Foto:

Venus im Abendrot am 5.1.2015 um ca. 17:15 Uhr
Merkur war durch diesen Dunst nicht mit bloßem Auge zu sehen. Doch nach einigem Suchen erblickte ich etwas rechts unterhalb der Venus einen weiteren "Stern", der jedoch deutlich schwächer schien. Das konnte nur Merkur sein. Durch ein Spektiv gelang mir dann auch dieses Foto:

Merkur, schon zwischen den Zweigen des Baumes im Vordergund
Hoffentlich gibt es in den nächsten Tagen weitere klare Abende, denn Venus und Merkur werden sich weiter annähern, dann wird es möglich werden, beide gleichzeitig durch das Spektiv zu beobachten und zu fotografieren. Heute waren sie noch ein kleines Stück zu weit auseinander. Der Abstand sinkt jedoch auf weniger als einen Vollmonddurchmesser am 11. Januar.

Nachdem es etwas dunkler geworden war, Venus und Merkur waren schon untergegangen, konnte ich auch noch den Planeten Mars fotografieren:

Mars um ca. 18:15 Uhr
Später hätte ich gerne auch noch Jupiter fotografiert, doch leider zogen von Norden her Wolken oder Nebel auf.  Nicht einmal der volle Mond war mehr zu sehen. Schade, denn wenn am Morgen auch noch Saturn erscheint, hätte man alle mit bloßem Auge sichtbaren Kometen in diese Nacht alleine fotografieren können. Doch auch so war dieser Abend schon ein großer Erfolg, denn Merkur bekommt man wirklich nicht alle Tage zu sehen.

12. Januar: Vortrag "Astronomische Sternstunden 2014"

Am Montag, den 12. Januar, halte ich an der Sternwarte Paderborn Schloß Neuhaus wieder meinen astronomischen Jahresrückblick auf die Highlights von 2014. Und natürlich gehört auch wieder ein kleiner Ausblick auf die Ereignisse des Jahres 2015 dazu.

In der Ankündigung der Sternwarte heisst es dazu:

Astronomische Sternstunden 2014

Montag, 12.01.2015, um 19.30 Uhr


In seinem traditionellen Jahresrückblick präsentiert der Referent eine bunte Mischung von astronomischen Highlights des Jahres 2014.
So war der Mars von der Erde aus günstig zu beobachten. Verschiedene unbemannte Forschungssonden wurden nahezu zeitglich zu unserem Nachbarplaneten geschickt.
Ist es der europäischen Raumfahrtbehörde im vergangenen Jahr tatsächlich gelungen, einen Satelliten auf einem Kometen landen zu lassen? Vielleicht gelangen aber auch Hobbyastronomen spektakuläre Beobachtungen. Auch diesmal werden eine Vielzahl der vielleicht schönsten Astronomie-Fotos des Jahres 2014 sowie das eine oder andere Video den kurzweiligen Vortrag abrunden.

Vortrag von Wolfgang Dzieran
Eintritt: 3,- EUR, erm. 2,- EUR

Dieser Text wurde vor längerer Zeit geschrieben. Heute wissen wir natürlich, Rosetta hat erfolgreich den Lander Philae auf dem Kometen absetzen können.  Doch ich werde wie immer nicht nur über die bekannten Ereignisse berichten, sondern auch auf einige weniger bekannte, aber dennoch bedeutsame Ereignisse hinweisen. Ich freue mich schon, Sie bei diesem Vortrag begrüßen zu dürfen!

Samstag, 3. Januar 2015

5. - 11. Januar 2015: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche ist am Montagmorgen Vollmond, danach zieht sich der abnehmende Mond langsam vom Abendhimmel zurück. Ab der zweiten Wochenhälfte kann daher wahrscheinlich sogar der Komet Lovejoy C/2014 Q2 mit bloßem Auge neben dem Sternbild Orion gefunden werden. Von den großen Planeten kann am Abendhimmel tief im Südwesten bald nach Sonnenuntergang bis ca. 17:30 Uhr die Venus gefunden werden. Nicht weit von ihr entfernt ist (vielleicht mit Fernglas) auch der Planet Merkur zu finden. Der Abstand beträgt nur etwa zwei Vollmondbreiten. Mars geht gegen 19:30 Uhr im Westen unter, zu dieser Zeit geht Jupiter im Osten auf und bleibt dann die ganze Nacht über als hellstes Objekt am Sternenhimmel (abgesehen vom Mond) zu sehen. Saturn kann ab etwa 5:15 Uhr ebenfalls im Osten am Morgenhimmel gefunden werden. Die ISS kann bei morgendlichen Überflügen ab Mitte der Woche tief im Südosten gesehen werden.

Am Montag, den 5. Januar, geht die Sonne um 8:31 Uhr auf und um 16:29 Uhr unter. Der helle Tag dauert also fast genau 8 Stunden. Um 12:30 Uhr erreicht die Sonne im Süden eine maximale Höhe von 16° Grad über dem Horizont. Heute früh um 5:53 Uhr ist Vollmond, seine maximale Höhe erreichte der Vollmond bereits um 0:16 Uhr mit einer Höhe von 56° Grad über dem Horizont.

Am Dienstag, den 6. Januar, geht der noch recht volle Mond um 18:20 Uhr auf. In der Nacht zum Mittwoch kommt es gleich zweimal zu interessanten Ereignissen bei Jupiter. Um 23:27 Uhr verfinstert der Mond Europa den Mond Io für 12 Minuten, um 1:03 Uhr am Dienstag bedeckt dann Europa den Mond Io sogar für zehn Minuten partiell für etwa 50%.

Am Mittwoch, den 7. Januar, geht der leicht abnehmende Mund um 19:22 Uhr auf. Bei Jupiteraufgang fehlt der Mond Kallisto, er beendet erst um 21:32 seinen Durchgang vor der Jupiterscheibe.

Am Donnerstag, den 8. Januar, wird um 4:23 Uhr in der Frühe der Jupitermond Ganymed vom Mond Europa verfinstert. Die ISS fliegt zwischen 7:12 und 7:21 Uhr in maximal 23° Grad Höhe tief am Himmel von West nach Ost entlang. Am Abend steht der Mond nicht weit von Jupiter entfernt. Um 21:55 Uhr endet die Bedeckung des Stern  pi Leonis (4,9mag), dieser taucht dann am dunklen Mondrand auf.

Am Freitag, den 9. Januar, wird wieder in der Frühe um 7:22 Uhr der Jupitermond Ganymed vom Mond Europa für 14 Minuten bedeckt. Zuvor fliegt die ISS zwischen 6:22 Uhr und 6:29 Uhr in nur maximal 16° Grad Höhe im Südosten an unserem Himmel entlang.

Am Samstag, den 10. Januar, wandern in den Frühstunden die Jupitermonde Io (von 2:26 Uhr bis 4:44 Uhr) und Europa (3:34 Uhr bis 6:29 Uhr) und ihre Schatten vor der Jupiterscheibe entlang. Zwischen 7:07 Uhr und 7:14 Uhr erreicht die ISS diesmal immerhin schon eine Höhe von 39° Grad über dem Südhorizont bei ihrem morgendlichen Überflug. Am Abend um 23:46 Uhr erreicht der veränderliche Stern Algol im Perseus wieder ein Helligkeitsminimum.

Am Sonntag, den 11. Januar, geht der Mond erst um 23:33 Uhr auf, vorher kann gut "deep-sky"-Beobachtung betrieben werden. Auf Jupiter wandert ab 20:16 Uhr (bis 22:33 Uhr) der Schatten von Io über den Planeten, ab 22:16 dann der Schatten von Ganymed. Die ISS ist am Morgen zwischen 6:17 Uhr und 6:24 Uhr in maximal 28° Grad Höhe im Südosten zu sehen.

2. Januar: der Mond zwischen den Wolken

Am Abend des 2. Januar gab es plötzlich doch noch einmal Lücken zwischen den Wolken. Da konnte ich dann noch ein Foto des Mondes schießen.

Im Vergleich zu Neujahr ist er noch einmal deutlich "voller" geworden. Diesmal ist er zu 95%  beleuchtet, am Tag zuvor waren es nur 88%. Auch kann man schnell erkennen, das dieses Foto ein paar Stunden später aufgenommen sein muss als das Foto am Vortag: denn der Mond ist jetzt im Vergleich viel weiter nach rechts "gekippt".  Dies liegt einfach daran, dass ich anders als die Profis) meine Bilder nicht genau nach Nord/Süd-Richtung auf dem Mond ausrichte, sondern diese so ins Web stelle, wie ich sie aufnehme. Steht der Mond noch tief im Osten, ist er also vor kurzem erst aufgegangen erscheint er eher nach links gekippt, steht er im Westen erscheint er dann auch stärker nach rechts gekippt.

Mond am 2. Januar 2015 um 22:45 Uhr MEZ
Leider ist für das Wochenende schlechtes Wetter vorher gesagt, da werde ich wohl diese kleine Reihe von Mondbildern zunächst nicht fortsetzen können. Aber dafür gibt es ja die Bilder der NASA.

Freitag, 2. Januar 2015

Der Mond 2015

Die NASA hat ein schönes Video erstellt, welches die wechselnden Mondphasen zu jeder Stunde des Jahres 2015 zeigt:



Das Foto zeigt für jede Stunde des Jahres genau, wie der Mond - von der nördlichen Hemisphäre aus betrachtet - gerade am Himmel erscheint. Sollte es also einmal bedeckt sein, so wie in diesem Moment, wo ich dieses Posting verfasse, so kann man sich trotzdem schnell einen Anblick des Mondes beschaffen.

Die Aufnahmen stammen vom Lunar Reconnaissance Orbiter, der den Mond seit 2009 erfolgreich umkreist.

Dieses Video wird bei der NASA auf ihrer Seite "Dial-a-Moon"  vorgestellt.

Ich versuche kurz, einige Inhalte dieser Seite zu übersetzen, um dadurch die Bilder im Video zu erläutern.

Der Mond zeigt uns scheinbar immer das gleiche Gesicht, aber doch nicht so ganz. Aufgrund der Neigung und Form der Umlaufbahn, sehen wir den Mond im Laufe eines Monats aus leicht unterschiedlichen Winkeln. Wenn ein Monat nun auf  24 Sekunden komprimiert wird, wie es in dieser Animation der Fall ist, zeigt uns der wechselnden Blick auf den Mond ein deutliches Wackeln. Das Wackeln heißt "Libration."

 Das Wort "Libration" kommt aus dem Lateinischen für "Waagschale" (wie der Name des Tierkreissternbild Waage) und bezieht sich auf die Art und Weise, wie die Spitze eines Waagenanzeigers zwischen zwei Waagschalen auf und ab oder hin und her schwankt. Dieses Schwanken drückt sich aus Sicht des Mondes dadurch aus, dass die Erde im Laufe eines Monats an unterschiedlichen Stellen exakt senkrecht über der Mondoberfläche (also im Zenit) steht.

Auch zeigt der Mond eine rollende Bewegung um den scheinbaren Massenmittelpunkt herum.  Und schließlich bewegt er sich auch von uns fort oder auf uns zu. In Bezug auf die durchschnittliche Entfernung kann diese um bis zu 10% schwanken, bzw. die scheinbare Größe des Monddurchmesser kann zwischen 28' und 32' Bogenminuten betragen.

Die bemerkenswerteste monatliche Änderung des Aussehen des Mondes ist jedoch sein Zyklus von Phasen, bedingt durch einen unterschiedlichen Winkelabstand zur Sonne. Der Zyklus beginnt mit dem Wachsen (zunehmenden) Mondsichel im Westen, meist kurz nach Sonnenuntergang sichtbar. Mit dem ersten Viertel erscheint der Mond bei Sonnenuntergang bereits hoch am Himmel  und geht t um Mitternacht unter. Der Vollmond geht bei Sonnenuntergang auf und ist steht um Mitternacht hoch am Himmel. Der abnehmende Mond des letzten Viertels ist oft auf der westlichen Himmelsseite selbst auffällig lange nach Sonnenaufgang bei Tageslicht zu sehen.

Sie können sich selbst das Video in verschiedensten Variationen, mit oder ohne Erläuterungen, mit oder ohne Musik und in verschiedensten Größen und Videoformaten herunterladen. Die verschiedenen Varianten werden jeweils nach Klick auf  die "Download-Button" angezeigt. Aber Vorsicht: einige Variante sind bis zu 8 Gigabyte groß!


 Viel Spaß!

Donnerstag, 1. Januar 2015

1. Januar 2015: Der Mond am Abendhimmel

Am Neujahrsabend steht der Mond hoch am Himmel. Leider ist der Himmel nicht klar, sondern Dunst und hohe Wolken verhindern die Beobachtung des Sternenhimmels. Doch der Mond scheint kräftig genug hindurch. Er ist von einem breiten Hof umgeben, was eben an den hohen Wolken liegt. Vielleicht verbessern sich die Bedingungen ja noch im Laufe des Abends. Für spätestens morgen früh ist jedoch auch Regen vorhergesagt.

Doch immerhin reicht es so zum Jahresbeginn zu einem Mondfoto:

Mond am 1.1.2015 um 18:00 Uhr MEZ

Das Foto habe ich wieder mit meinem Spektiv und einer Kleinbildkamera dahinter geschossen, also bei ca. 400mm Brennweite mit Blende 4.0 und 1/125 sec bei ISO80.

Die von der Erde sichtbare Mondoberfläche ist bereits zu 88% beleuchtet und nähert sich der Vollmondphase am Montag. Seine höchste Position am Himmel erreicht der Mond bei uns heute um 21:45 Uhr mit 55° Grad über dem Horizont im Süden.

Am Terminator (das ist die Schattengrenze zwischen Mondtag und -nacht) kann man schön einige Krater erkennen. Das Mare Crisium (rechts oben) steht relativ weit vom Rand entfernt, der Mond zeigt also auch eine ausgeprägte Libration.

Wer eine Mondkarte zur Hand hat, mag damit gerne einzelne Krater oder Mare identifizieren.

Ich hoffe in diesem Jahr natürlich auch wieder auf viele schöne Beobachtungsgelegenheiten. Vielleicht ja auch gemeinsam Ihnen, meinen Blogleserinnen und -lesern?

Ich wünsche Ihnen allen ein schönes Jahr mit himmlischen Höhepunkten!