Montag, 7. März 2011

7. März: ISS und Space Shuttle vor dem Mond

Es hat geklappt!

Heute Nachmittag hat das Space Shuttle Discovery von der Internationalen Raumstation abgedockt und seinen Rückflug zur Erde angetreten, wo es in zwei Tagen landen soll. Abends gegen 18:50 Uhr kam es heute zu einem Überflug von ISS und Shuttle über Bad Lippspringe. In meinem Blog hatte ich ja schon geschrieben, dass dieser Überflug von Bad Lippspringe aus gesehen kurz unterhalb des Mondes stattfinden sollte. Als ich heute Nachmittag von einem Besuch in Heidelberg zurück kehrte, habe ich gleich recherchiert, ob es nicht möglich sei, noch einmal genau einen Vorüberflug vor dem Mond zu sehen. Und ich hatte Glück, die Software "calsky" (http://www.calsky.de) rechnetet aus, dass die genaue "Transitlinie" nur ungefähr 10 Kilometer südlich von Bad Lippspringe verlaufen würde. Hier eine Karte, in der ich auch meinen eigenen Standort ganz in der Nähe des Ortes Dahl bei Paderborn eingezeichnet habe:



(Alle Rechte bei calsky und google)

Ein Bild der Abendstimmung an diesem Beobachtungsplatz:


Die Sonne war erst vor kurzer Zeit untergegangen, das Abendrot noch gut zu erkennen. Etwa auf halber Höhe zwischen den Bäumen und dem Mond kann man schon den Planeten Jupiter erkennen. Als Jupiter mir das erste Mal ins Auge "sprang", dachte ich zunächst "da kommt sie ja schon", aber schnell stellte sich heraus, dass dieser Stern sich nicht bewegte, also nicht die ISS sein konnte.

Und dann war diesmal die ISS auch nicht so hell wie bei anderen Überflügen. Ich hatte das Gefühl, sie sei sogar etwas lichtschächer als Jupiter. Das Space Shutte flog kurz vor der ISS hinweg, beide zusammen bildeten ein nicht zu übersehendes Paar am Himmel.

Leider waren meine Versuche, gleichzeitig eine "Strichspur" der beiden zu fotografieren, nicht von Erfolg gekrönt. Ich hätte wohl eine nicht ganz so kleine Brennweite nehmen müssen und habe auch zu stark abgeblendet. Ein tschechischer Sternfreund veröffentlichte ein sehr schönes Strichspurfoto des Vorüberflugs:




(zum Originalbeitrag: http://www.kosmo.cz/modules.php?op=modload&name=XForum&file=viewthread&tid=1402&page=9 ) 

Gelungen ist es mir jedoch, beide zusammen/nacheinander direkt vor dem Mond zu filmen.

Ein Video von diesem Überflug und der Begegnung mit dem Mond habe ich bei YouTube hochgeladen:

Gleich am Anfang fliegt die Discovery durch das Bild, danach (bei 5 sek) kommt die ISS, den Rest könnte man eigentlich wegschneiden :-)

Einem anderen Sternfreund aus Ostwestfalen, Matthias Benesch, ist es gelungen, mit seinem Newton-Spiegelteleskop und einer angeflanschten Canon EOS 50D mit diesen Daten die ISS vor dem Mond zu fotografieren (ISO 640, Belichtung: 1/200, Blende 6, Brennweite: 1200mm):



(mit freundliche Genehmigung von Matthias)

Alexander Boos fotografierte das Ereignis von der Sternwarte Schloß Neuhaus aus. Die Sternwarte lag nicht mehr ganz auf der "Zentrallinie" des Transists, aber auch er hat die ISS noch so gerade vor dem Mond erwischt.





Alexander hat am großen Newton-Teleskop mit einer Canon 20D fotografiert (bei 1600mm Brennweite mit ISO 400 und 1/320s). Deutlich kann man erkennen, dass die ca. 5 Kilometer Abweichung von der Zentrallinie dieses Ereignisses zu einer "Verschiebung" der ISS vor dem Mond führen. Noch etwas weiter entfernt und die ISS wäre neben dem Mond entlang geflogen.

Herzlichen Glückwunsch an Matthias und Alexander und vielen Dank für die Erlaubnis, diese Fotos hier veröffentlichen zu dürfen!

Sonntag, 6. März 2011

7. - 13. März - Der Himmel über Bad Lippspringe

Am Montag, den 7. März, geht die schmale Mondsichel um 21:29 Uhr unter, sie ist zu 8% beleuchtet. Da wird man abends sicherlich noch gut im "dunklen" Teil des Mondes das Erdlicht sehen können. Ab 21:30 Uhr ist dann aber auch noch "deep-sky"-Beobachtung möglich. Um 22:44 Uhr hat beta Persei (Algol) wieder ein Helligkeitsminimum. Jupiter verabschiedet sich vom Abendhimmel, er ist bald nur noch in der Dämmerung  nach Sonnenuntergang bis ca. 20 Uhr zu sehen. Die ISS kommt um 18:46 Uhr vorübergeflogen. Sie fliegt zunächst knapp unterhalb der Mondsichel entlang und erreicht dann um 18:49 Uhr mit 38° Grad im Sternbild Orion die größte Höhe. Um 20:32 Uhr gibt es genau im Norden (6°) in 22° Höhe einen -4mag hellen Iridiumflare.

Am Dienstag, den 8. März geht der Mond (oder sollte ich lieber sagen "Frau Luna", denn heute ist ja internationaler Frauentag) mehr als eine Stunde später unter, um 22:37 Uhr. Die beleuchtete Fläche ist schon auf 14% angestiegen. Er steht jetzt im Sternbild Widder. Heute fliegen das Space Shuttle und die ISS nur noch flach über uns hinweg. Sie trifft um 19:13 Uhr fast genau den Jupiter, erreicht anschließend aber nur noch 19° Grad Höhe, bleibt also unterhalb des Orion. Der Abstand der beiden voneinander soll dann scon ca. 30 Sekunden betragen. Wer gestern den Iridiumflare verpasst hat, bekommt heute um 20:26 Uhr, wieder bei 6° Nord und diesmal in 24° Höhe noch einmal eine Chance, diesmal ist der Flare mit -6mag sogar noch etwas heller.

Am Mittwoch, den 9. März, ist Monduntergang erst um 23:45 Uhr, jetzt sind schon 21% beleuchtet. Der Saturnmond Rhea steht heute Abend in östlicher Elongation. Saturn geht jetzt schon (theoretisch) kurz vor 21 Uhr auf, in der Praxis dauert es jedoch bis etwa 21:30 Uhr, dass er hier wirklich zu sehen ist. Ab heute kann man vielleicht schon beginnen, in der Abenddämmerung nach Merkur Ausschau zu halten. es beginnt jetzt die beste Abendsichtbarkeitsperiode des Jahres. Heute Abend erreicht der "Nord-Iridiumflare" um 20:20 Uhr (7°Nord, 26° Höhe) nur noch -2mag. Das Space Shuttle "Discovery" soll um 17:58 Uhr wieder auf der Erde landen.

Am Donnerstag, den 10. März, steht der Mond abends etwa 6° Grad südwestlich (also rechts) von den Plejaden. Um 19:10 Uhr kommt es zu einer Sternbedeckung des 7,5mag schwachen Sternchens SAO75906, spannender ist es aber vielleicht zu schauen, wie knapp der Stern tau(2) Aries vom Mond verfehlt wird. Heute kommt es zum vorerst letzten Überflug der ISS, um 18:29 Uhr und 50 Sekunden steigt sie genau zwischen Merkur und Jupiter im Westen hoch und erreicht dann um 18:32 Uhr mit 18° Grad die größte Höhe im Südwesten. Da die Sonne aber erst um 18:19 Uhr untergegangen ist, wird sie nur sehr schwer zu finden sein.

Am Freitag, den 11. März kommt es nach 23 Uhr zu einer Sternbedeckung durch den Mond, dieser Stern ist jedoch mit 7,2mag wieder nur sehr schwach. Danach läuft der Mond jedoch genau auf den 4,4mag hellen Stern ypsilon tauri zu, die Bedeckung beginnt wenige Minuten nach Mitternacht. doch da steht der Mond für uns wohl schon zu tief am Horizont.

Am Samstag, den 12. März steht (um 11 Uhr) der Planetoid 3, Juno, in Opposition zur Sonne. Juno ist 9,2mag hell und im Sternbild Jungfrau, unterhalb des Löwen zu finden. In dieser Nacht zum Sonntag erreicht der Mond um 0:45 Uhr das erste Viertel. Die Sonne geht jetzt schon um 6:46 Uhr auf und erst um 18:23 Uhr unter. Merkur ist vielleicht etwa eine halbe Stunde im Westen zu sehen.

Am Sonntag, den 13. März, kommt es abends um 22:28 Uhr zur Bedeckung eines recht hellen Sterns durch den Mond. nü Geminorum mit 3,7mag wird vom Mond bedeckt. Dieses Ereignis lässt sich sicherlich schon mit einem kleinen Feldstecher gut beobachten. Um 23:16 Uhr taucht der Stern am hellen Mondrand wieder auf. Um 23:40 Uhr wird dann noch ein weiteres 7,2mag schwaches Sternchen vom Mond bedeckt. In dieser Nacht ist das Mare Crisium auf dem Mond mal wieder recht randnah, wir haben mal wieder maximale Libration in Länge. Monduntergang erfolgt erst um 3:33 Uhr am Montag früh.

Dienstag, 1. März 2011

1. März - Mond und Venus am Morgenhimmel

Heute früh standen, wie angekündigt, der Mond und die Venus dicht beisammen am Morgenhimmel. Sie waren nur 2° Grad voneinander getrennt. In der Morgendämmerung gelang mir dieses Foto:


Beide standen nur knapp über dem Horizont. Gegenüber dem "mathematischen" Horizont hatten Mond und Venus zwar schon eine Höhe von 10° erreicht, die Realität sieht aber häufig anders aus. Zum einen schaut man in Richtung Südosten zur Egge hin, und - wie man auf dem Foto deutlich sieht, auch des Nachbarn Bäume und Sträucher verhindern einen freien Blick zum Horizont. Trotzdem war es heute früh ein schöner Anblick.

Und wenn das Wetter so klar bleibt: Heute Abend gibt es an der Sternwarte Paderborn die "Nacht der Teleskope". Am Abend kann jeder sein Teleskop (es reicht auch nur ein Fernglas) zur Sternwarte mitbringen und gemeinsam mit anderen Sternfreunden den Himmel beobachten. Mitglieder der Sternwarte werden Hilfestellung geben, wie man mit seinen Geräten am besten umgeht und Beobachtungstipps geben.

Nachtrag:

Die "Nacht der Teleskope" war eine schöne Sache! Leider wurde es gegen Abend doch recht diesig, aber die helleren Sterne blieben sichtbar. Die große Kuppel der Sternwarte blieb geschlossen, stattdessen wurde an mehreren echten "Amateurgeräten" beobachtet und verglichen. Sternhaufen wie die Plejaden oder h und chi im Perseus kann man im Fernglas sicherlich besser beobachten, weil man nicht nur ausschnittsweise in sie hinein schaut, sondern man stets einen gewissen Überblick behält. Mal ganz abgesehen davon, dass beidäugiges sehen doch irgendwie auch viel einfacher und angenehmer ist. Die großen Dobson-Teleskope eignen sich natürlich gut für Objekte wie den Orionnebel, brauchen aber eine Nachführung von Hand. Ein "goto-Teleskop" macht da das Beobachten natürlich viel einfacher. Und so wurde stundenlang geschaut und gefachsimpelt, bis uns alle irgendwann dann doch die Kälte und Müdigkeit zum Aufhören zwang.

Sonntag, 27. Februar 2011

28. Februar - 6. März - Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche kommt es zu einigen spektakulären Überflügen der ISS (mit angekoppeltem Space Shuttle) über unserer Stadt.

Am Montag, den 28. Februar, treffe ich hoffentlich all meine Blogleser in der Sternwarte Schloß Neuhaus. Dort gebe ich ab 19:30 Uhr Tipps zum astronomischen Beobachten des Himmels. Wenn der Himmel klar ist, besteht gleich im Anschluß an den Vortrag natürlich auch die Möglichkeit zur Beobachtung in der Sternwarte. Abends kann man bei Jupiter (der allerdings schon um ca. 20:30 Uhr untergeht) alle vier Monde auf der gleichen Seite sehen. Vorher, ab 18:55 Uhr können Sie die ISS im Westen "aufgehen" sehen, in der Nähe von Jupiter steigt sie immer höher in den Himmel hinauf, um 18:57 Uhr erreicht sie 81° Grad Höhe.

Am Dienstag, den 1. März, kann man den Mond nur ganz früh am Morgen sehen, um 5:32 geht seine schmal Sichel auf, wegen des Eggegebirges im Osten wird er wahrscheinlich erst gegen 6 Uhr zu sehen sein. Er steht dann ganz in der Nähe (2° nordöstlich) der Venus. Die Sonne geht (rechnerisch) um 7:11 Uhr auf und um 18:03 Uhr unter. Abends ist im Westen dann Jupiter zu sehen, im Gegensatz zu Montag stehen drei Monde jetzt auf der anderen Seite. Und ab ca. 22 Uhr lässt sich auch der Ringplanet Saturn im Osten beobachten. Die ISS fliegt heute um 19:24 Uhr praktisch genau über unsere Stadt hinweg.

Am Mittwoch, den 2. März, ist ab 19:32 Uhr der Jupitermond Europa nicht mehr zu sehen, er wird von Jupiter selbst bedeckt. Um 22 Uhr steht der Saturnmond Rhea in westlicher Elongation, also in weitester Entfernung vom Planeten und ist mit einem Fernrohr zu sehen. Die ISS fliegt einmal um 18:14 Uhr in über 80° Grad Höhe über uns hinweg, da ist die Sonne jedoch gerade erst verschwunden und die ISS wird in dem hellen Himmel noch schwer zu finden sein. Bei einem zweiten Überflug erscheint sie um 19:47 im Westen und wird dann um 19:51 Uhr im Erdschatten verschwinden, zuvor erreicht sie eine Höhe von 73° Grad im Südsüdwesten. Um 18:53 Uhr gibt es in 54° Grad Höhe und in südsüdöstlicher Richtung (168°) einen sehr hellen Iridiumflare mit -8mag.

Am Donnerstag, den 3. März, steht abends um 22 Uhr der Saturnmond Dione in westlicher Elongation und der Mond Thetys in östlicher Elongation, auch diese sind mit einem kleinem Fernrohr sichtbar. Um 18:41 Uhr kommt die ISS heute wieder zu einem exakten Überflug über unsere Stadt, sie erscheint drei Minuten vorher im Westen und verschwindet drei Minuten später im Osten.

Am Freitag, den 4. März, ist um 21:46 Uhr Neumond. Vorher, um 19:04 Uhr erscheint wieder die ISS im Westen und erreicht um 19:07 Uhr eine Höhe von 70° Grad im Süden. Um 20:52 Uhr gibt es im Norden (5°) in 12° Höhe einen hellen Iridiumflare von -6mag. Der Saturnmond Thetys steht heute in westlicher Elongation, er braucht also für eine halbe Saturnumrundung grob gerechnet nur einen Tag. In der Nacht zum Samstag, um 2:45 Uhr steht der hellste Saturnmond Titan in westlicher Elongation. Zuvor, um 1:55 Uhr erreicht der veränderliche Stern Algol wieder einmal ein Helligkeitsminimum mit 3,4mag (im Maximum ist er 2,1mag hell).

Am Samstag, den 5. März, erscheint die ISS um 19:30 Uhr im Westen und fliegt dann wenig später in ca. 40° Grad Höhe etwas oberhalb der drei "Gürtelsterne" quer durch das Sternbild Orion. Um 20 Uhr geht der Kleinplanet Juno (9mag) nur 14' Bogenminuten (halber Monddurchmesser) an 89 leonis mit 5,8mag vorbei. In der Nähe von Juno ist mit Massalia noch ein zweiter Kleinplanet zu finden, genauere Informationen finden Sie dazu in den einschlägigen astronomischen Jahrbüchern. Und der Saturnmond Thetys steht um 22 Uhr wieder in westlicher Elongation.

Am Sonntag, den 6. März, geht die Sonne (rechnerisch) um Punkt 7:00 Uhr auf und um 18:12 Uhr unter. Kurz danach, um 18:24 fliegt die ISS in ca. 66° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Abends sollte man schon einmal wieder nach dem Mond Ausschau halten, sein Untergang erfolgt um 20:22 Uhr. Die Sichel ist jedoch nur zu 3% beleuchtet, also wirklich noch ganz schmal. Bei Jupiter werden Sie heute Abend den Mond Io vermissen, er steht direkt vor der Planetenscheibe. Im guten Fernrohr ist ab 19:02 Uhr dort sein Schatten zu sehen.

Dienstag, 22. Februar 2011

28.2.: Astronomie in der Praxis und Nacht der Teleskope

Am Montag, den 28. Februar halte ich an der Sternwarte in Schloß Neuhaus einen Vortrag zum Thema "Astronomie in der Praxis".

Im Ankündigungstext der Sternwarte heisst es dazu: "... zeigt Wolfgang Dzieran, dass man kein teures Teleskop benötigt, um in die Tiefen des Alls vorzudringen, sondern auch mit einfachen Mitteln erfolgreich astronomische Beobachtungen durchführen kann.

Welche Himmelsphänomene lassen sich schon mit bloßem Auge oder einem Fernglas erspähen? Was leisten kleinere Teleskope? Und welche Ausrüstung ist erforderlich, um den Nachthimmel fotografieren zu können? Der Referent erläutert leicht verständlich, wie sich jedermann am Himmel orientieren kann und verschiede Objekte sicher erkennt.

Tipps und Tricks zum Umgang mit optischen Instrumenten und sonstiger astronomischer Ausrüstung bilden einen weiteren Schwerpunkt des Abends. Im Rahmen der Veranstaltung "Die Nacht der Teleskope" bietet sich im Zeitraum vom 01.-04.03.2011 ergänzend die Möglichkeit, Erlerntes unmittelbar in der Praxis anzuwenden."


Wenn das Wetter mitspielt ist in der kommenden Woche eine gemeinsame abendliche Beobachtung mit den eigenen Fernrohren geplant. Hier kann jeder Sternfreund sein eigenes Gerät mitbringen, so dass man dieses vielleicht auch mit unterschiedlichsten geräten vergleichen kann. Dieser Beobachtungsabend soll auch an der Sternwarte stattfinden, eine Exkursion wie in den früheren Jahren ist immer mit Aufwänden verbunden, die diesmal vermieden werden sollen.

Da der Beobachtungsabend nur bei klarem Himmel stattfinden kann, weist am Veranstaltungstag ab ca. 17.00 Uhr ein Ansagedienst der Sternwarte (Tel. 05254/9318272) auf die Veranstaltung hin. Interessenten können sich zudem auf der Internetseite der Sternwarte registrieren, um per E-Mail auf die Veranstaltung hingewiesen zu werden.

Teilnehmer, die eigene Fernrohre mitbringen, treffen sich am Beobachtungstag um 19.00 Uhr auf dem Parkplatz "Almering". Von dort aus werden sie mit eigenen PKW durch Mitarbeiter zur Sternwarte geführt. Treffpunkt für alle Teilnehmer, die kein eigenes Teleskop dabei haben, ist die Sternwarte.

Der Eintritt am Montag kostet die üblichen 3 Euro (ermäßigt 2 €).

Sonntag, 20. Februar 2011

21. - 27. Februar - Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche kommt es wieder zu abendlichen Überflügen der Internationalen Raumstation ISS. Von den Planeten ist abends Jupiter im Weste zu sehen, ab 23 Uhr kann man Saturn gut beobachten und am Morgenhimmel kommt noch die Venus hinzu.

Am Montag, den 21. Februar ist nach längerer Zeit zum ersten Mal wieder die ISS am Abend zu sehen. Sie fliegt um 19:06 Uhr jedoch nur knapp in maximal 11° Höhe über den südlichen Horizont hinweg. Heute Abend stehen alle vier Jupitermonde auf der gleichen Seite.

Am Dienstag, den 22. Februar kommt es in der Frühe um 6:21 zum Ende einer Sternbedeckung durch den Mond, ein 5,6mag schwaches Sternchen taucht hinter dem dunklen Mondrand wieder auf. Abends um 18:49 Uhr beginnt ein Durchgang von Ganymed vor dem Jupiter und um 19:30 Uhr kommt es schon zu einem etwas besser sichtbaren Überflug der ISS, sie erreicht immerhin 23° Höhe, bevor sie unterhalb des Sternbilds Orion in der Dunkelheit verschwindet.

Am Mittwoch, den 23.Februar kann man die ISS abends zweimal sehen, einmal um 18:22 Uhr ganz flach am Südhorizont, fliegt sie u.a. knapp am Sirius, dem hellsten Fixstern im Großen Hund vorbei, und noch einmal um 19:55, jetzt verschwindet sie jedoch schon vor Erreichen des Orion in der Dunkelheit. Beim Jupiter ist abends der Mond Europa nicht zu sehen.

Am Donnerstag, den 24. Februar, fliegt die ISS um 18:45 Uhr knapp unterhalb des Orion über unseren Himmel hinweg. Die Jupitermonde stehen heute paarig, zwei links, zwei rechts vom Planeten. Um 22:50 Uhr unserer Zeit ist übrigens zm letzten Mal die US-Raumfähre Discovery in Florida (dort ist es dann 16:50 Uhr nachmittags) zur Internationalen Raumstation abgehoben. Nach zwei Tagen (Samstag) soll sie dort andocken.

Am Freitag, den 25. Februar, fliegt die ISS um 19:14 Uhr schon über den Orion in 50° Höhe über uns hinweg. Ebenfalls um 19:14 Uhr kommt es in 52° Höhe und in Richtung Südsüdost (153°) zu einem recht hellen Iridiumflare mit -6mag. es könnte sein, dass sich beide Bahnen kreuzen. Ob hiervon wohl ein Foto gelingt? Das Space Shuttle Discovery ist noch zu weit von der ISS entfernt, um mit ihr gemeinsam am Himmel zu erscheinen, seine Überflüge bei uns erfolgen um 18:17, da ist der Himmel jedoch noch relativ hell und um 19:48, hier verschwindet es jedoch recht bald im Erdschatten. Der Mond steht heute, exakt um 0:26 Uhr schon, im letzten Viertel, abends ist jetzt wieder gut "deep-sky" Beobachtung möglich. Am Morgen gegen 5 Uhr steht der Mond nur 2° nördlich von Antares.

Am Samstag, den 26. Februar, erreicht die ISS bei ihrem Überflug um 19:40 Uhr schon 79° Höhe. Das Space Shuttle Discovery soll um 20:16 Uhr an die ISS andocken. Beide fliegen heute also ab 19:37 Uhr dicht beieinander, wie ein Doppelstern, über uns hinweg. Abends kann man im Westen vielleicht bei klarer guter Sicht zum Westhorizont wieder das Zodiakallicht sehen, oder über uns auch die Milchstrasse.

Am Sonntag, den 27. Februar, erreicht die ISS um 18:55 Uhr sogar eine Höhe von 81° über unseren Köpfen. An diesem Sonntag geht die Sonne schon um 7:15 Uhr auf und um 18:00 Uhr unter, allein innerhalb dieser Woche ist dadurch der helle Tag praktisch eine halbe Stunde länger geworden.

Samstag, 19. Februar 2011

Buchtipp: Polarlichter - Feuerwerk am Himmel



Polarlichter

Feuerwerk am Himmel
    von Andreas Pfoser und Tom Eklund 
    168 Seiten, DIN A4 Querformat, erschienen im Januar 2011 im Oculum-Verlag
Polarlichter sind für mich eine der faszinierensten Erscheinung am Himmel. Dieses Buch von Andreas Pfoser und Tom Eklund ist für mich daher natürlich ein "Muss" in meiner Sammlung. Wer mich kennt, weiß, ich sammle praktisch jedes Buch zum Thema Polarlicht. Zu diesem Thema habe ich selbst auch schon viele Vorträge gehalten.

Tom Eklund hat für dieses Buch die Fotos beigesteuert. Tom wohnt in Finnland und ist ein geduldiger, beharrlich arbeitender Polarlichtfotograf seit über einem Jahrzehnt. Ich schätze, dass vielleicht 2/3 der Seiten in diesem Buch mit seinen Fotos gefüllt sind. Die meisten Fotos sind ca. 150 Kilometer nördlich von Helsinki entstanden. Sie zeigen von daher typische Bilder des skandinavischen Nordlichts. Vielfach hat er wunderschöne grüne Bögen über finnischen Seen fotografiert. Durch das ungewöhnliche DIN A4 Querformat des Buches kommen seine Fotos sehr gut zur Geltung. Tom ist, genau wie ich, auch im deutschsprachigen Internet-Forum für Polarlichtfans http://www.meteoros.de/forum.htm immer mal wieder aktiv.

Andreas Pfoser, der die Texte geschrieben hat, ist Meteorologe und arbeitet für den österreichischen Flugwetterdienst. Er erklärt ausführlich die physikalischen Prozesse, die zur Entstehung des Polarlichts führen. Als Meterologe stellt er dabei zunächst ausführlich die Erdatmossphäre dar, hier habe auch ich noch einiges dazu gelernt. Einige seiner Texte sind, ehrlich gesagt, nicht für Anfänger geschrieben. Um die Kapitel über die Eigenschaften des Polarlichts, die Atmossphäre der Erde, die Magnetosphäre oder den Sonnenwind zu verstehen, braucht man meines Erachtens schon eine ganze Menge wissenschaftlicher Vorkenntnisse, man sollte schon einen Physikkurs in der Oberstufe des Gymnasiums besucht haben.  

Doch man muss dieses Buch ja gar nicht unbedingt wegen der Texte kaufen. Und wer interessiert ist, wird sich sicherlich auch durch die schwierigeren Kapitel durcharbeiten können. Lernen braucht Zeit - und wer wirklich etwas verstehen will, muss auch mal sein eigenes Gehirn nutzen und kann nicht nur auf Wikipedia verweisen... :-)

Kapitel über die ursprünglichen Legenden und Mythen und die erste wissenschaftliche Erforschung des Polarlichts sind in diesem Buch schon wesentlich einfacher zu verstehen, auch ein abschließendes Kapitel zur Fotografie von Polarlichtern. Die schwierigsten wissenschaftlichen Passagen sind ohnehin in separaten Textabschnitten enthalten, die der Leser auch leicht überspringen kann.

Wer dies Buch bestellen möchte kann dies gleich hier über diesen Link erledigen, es kostet 39,90 Euro.