Donnerstag, 11. November 2010

Buchtipp: Das Ende der Nacht


Das Ende der Nacht
Die globale Lichtverschmutzung und ihre Folgen,
Thomas Posch, Anja Freyhoff, Thomas Uhlmann (Hg.), Verlag Wiley-VCH, 2010, 29,90 Euro


Dieses Buch hat mich tief betroffen gemacht. Ein Buch über "die globale Lichtverschmutzung und ihre Folgen". Natürlich ärgert man sich als Hobbyastronom über jede störende, künstliche Lichtquelle in der Nacht auf, die einem das Beobachten der Sterne am Himmel verleidet.Dieses Buch liefert jedoch eine Fülle von Argumenten, warum die "Lichtverschmutzung", was ja zunächst wie ein Widerspruch in sich selbst klingt, für alle Menschen eine Gefahr darstellt, selbst wenn diese so gar nichts mit unserem schönen Hobby am Hut haben.

In verschiedenen Kapiteln wird ausführlich dargestellt, wie die zunehmende künstliche Beleuchtung unsere eigene "innere Uhr" beeinflußt, die doch aber nach wie vor wesentlich vom Gang der Sonne und des Mondes abhängt, wie durch die übermäßige Erhellung der Nacht beim Menschen Stress und andere Krankheiten zunehmen können. Es beschreibt die Auswirkungen auf Meeresschildkröten genauso wie auf Vögel und insbesondere auch auf  Insekten. Die fatalen Auswirkungen künstlicher Beleuchtung wirken sich hier besonders verheeerend aus, was inzwischen in manchen Regionen schon zu erheblichen Problemen in der biologischn Vielfalt auf dieser Erde führt, weil uns diese Tiere schlicht als Bestäuber und damit als Vermehrer vieler wichtiger Pflanzen fehlen.

Geschrieben wurde das Buch zum einen von Anja Freihoff und Thomas Uhlmann, die vielen bekannt sind als Autoren und Regisseure hervorragender Dokumentationen im Fernsehen bei ARD, ZDF und ARTE. Zum anderen hat Thomas Posch, Mitarbeiter der Universitätssternwarte Wien und Koordinator des internationalen astronomischen Jahr 2009 in Österreich mitgewirkt.

Das Buch prangert an, aber es zeigt auch Alternativen auf. Es macht sensibel für ein besseres Verständnis und Verhältnis von uns zu Licht und Dunkelheit. Es ist daher nicht nur für Hobbyastronomen geeignet, sondern eigentlich für alle Menschen, die mit "offenen Augen" durch diese Welt gehen. Hier können Sie das Buch gleich bestellen.

Das stabile Großformat und die vielen guten Bilder und Grafiken (hier merkt man den Autoren an, das sie "Fernseh-Profis" sind) rechtfertigen wirklich den Preis von 29,90 Euro für dieses Buch.

Montag, 8. November 2010

Buchtipp: Die Sonne von Jürgen Banisch



Für nur 19,90 Euro gibt es ein wirklich schwergewichtiges Buch (668g !) mit über 230 Seiten vollgepackt mit Informationen über unsere Sonne. Gerade an Regentagen wie heute lohnt es sich sehr, dieses Buch zur Hand zu nehmen und darin zu schmökern.

Auch dieses Buch ist sehr gut für engagierte Amateurastronomen geeignet. Das Buch ist zwar einerseits vollgepackt mit neuen wissenschaftlichen Erkentnissen, aber die sind alle gut verständlich aufbereitet. Für die Interessierten finden sich sdurchaus eine ganze Reihe von mathematischen Formeln in diesem Buch. Wer sich mit Mathe nicht auskennt, kann jedoch einfach darüber hinweg lesen, ohne etwas zu verpassen. Ganz grob teilt es sich in zwei Teile, Theorie und Praxis.

Im theoretischen Teil wird zunächst die Sonne aus Sicht der Erde geschildert, u.a. ihre Bewegung am Himmel am Tag und übers ganze Jahr hinweg. Im Kapitel zur Physik der Sonne geht es um Strahlung, Energie, Magnetfelder bis hin zur Wechselwirkung mit der Erde. Leider wird auf das dadurch ausgelöste Phänomen der Polarlichter nur auf knapp zwei Seiten eingegangen.

Im praktischen Teil werden die verschiedensten Möglichkeiten der Sonnenbeobachtung auasführlich erläutert. Wie man sicher die Sonne im Weißlicht beobachtet, aber auch auf die inzwischen auch für Amateure erschwinglichen H-alpha Teleskope und andere Möglichkeiten wird auf vielen Seiten eingegangen. Beschrieben wird auch die Spektroskopie des Sonnenlichtes, sogar mittels einer einfachen Möglichkeit mit Hilfe von CD-Rohlingen. Das habe ich selbst noch gar nicht ausprobiert, das Kapitel klingt aber sehr überzeugend. Ausführlich wird dann auf verschiedene Möglichkeiten der praktischen Sonnenbeobachtung und die Dokumentation dieser Beobachtungen eingegangen.

Ein Anhang mit einem Glossar, Literaturverweisen und vielen Internetlinks rundet dieses absolut gelungene Buch sehr schön ab.  Hier können Sie das Buch gleich bestellen.

8. November - Jupiter am Abendhimmel

Nun hat es heute Abend doch noch aufgeklart. Endlich konnte man mal wieder Sterne sehen. Hier ein Foto von Jupiter und seinen vier "galiläischen" Monden. Wie vorhergesagt, heute alle auf einer Seite:

Jupiter und seine Monde Europa, Io, Ganymed und Kallisto (v.l.n.r.)

Das Foto wurde erstellt mit einer DLUX4 Kamera an einem Spektiv, beides von Leica bei 1/10 Sekunde Belichtung und 400 ISO.

Sonntag, 7. November 2010

8. November - Kinderkurs auf Sternwarte Schloß Neuhaus beginnt

Am Montag, den 8. November beginnt auf der Sternwarte Schloß Neuhaus ein Kursus für Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren, eine Einführung in die Astronomie an vier Montagen. Beginn ist jeweils 18:30 Uhr. Der Kurs findet vierzehntäglich statt.

Eine ausführliche Beschreibung findet sich auf den Webseiten der Sternwarte. (Bitte etwas herunter scrollen)

8. - 14. November - Der Himmel über Bad Lippspringe

In der letzten Woche war das Wetter ja leider überhaupt nicht Sternegucker-freundlich. Da kann es eigentlich nur besser werden.

Am Montag, den 8. November, ist um 18:02 Uhr Monduntergang. Es kann also praktisch noch die ganze Nacht über "deep-sky"-Beobachtung betrieben werden. Kurz danach, um 18:13 Uhr hat die ISS in 75° Grad Höhe einen hellen (-3,6mag) Überflug. Heute Abend stehen übrigens mal wieder alle vier Jupitermonde auf der gleichen Seite.

Am Dienstag, den 9. November, findet der Monduntergang eine gute Stunde später statt, erst um 19:04 Uhr. Vorher lohnt es sich, die schmale Sichel gut anzuschauen, denn heute zeigt er wieder einmal maximale Libration in Länge, das Mare Crisium ist also recht randfern. Bereits um 17:04 Uhr fliegt die ISS exakt über Bad Lippspringe hinweg. Und um 22:04 Uhr beginnt Io einen Durchgang vor der Jupiterscheibe, sein Schatten ist ab 23:11 Uhr auf der Scheibe mit einem größeren Fernrohr zu beobachten.

Am Mittwoch, den 10. November, kommt es um 17:31 Uhr zu einer Sternbedeckung durch den Mond. SAO 1787584 (6,3mag) wird verfinstert. Zur gleichen Zeit fliegt die ISS hoch im Süden durch die Sternbilder Leier und Schwan hindurch. Um 17:49 uhr kommt es in 60° Gard Höhe und in Richtung 36° Grad Nordost zu einem -5mag hellem Iridiumflare. Danach lohnt sich sehr der Blick zu den Jupitermonden. Ab 18:31 Uhr wird Ganymed bedeckt, um 18:58 beginnt Europa einen Durchgang vor der Planetenscheibe und ab 19:18 Uhr wird auch noch Io bedeckt, so dass dann (bis 21:34 Uhr) nur Kallisto zu sehen bleibt.

Am Donnerstag, den 11. November, wird bei Einbruch der Dunkelheit beim Jupiter wieder ein Mond fehlen, Io zieht gerade vor der Planetenscheibe entlang, dieser Durchgang endet um 18:46 Uhr. Kurz zuvor, um 18:38 Uhr kommt es zu einer weiteren Sternbedeckung durch den Mond, auch heute brauchen Sie dafür ein Fernglas, denn das Sternchen ist nur 6,9mag hell. Die ISS fliegt heute schon um 17:56 Uhr über uns hinweg, maximale Höhe ist jedoch nur noch 42° Grad im Sternbild Adler. Und um 18:35 Uhr strahlt noch in 41°Grad Höhe und Richtung Südsüdost (157°) ein Iridiumflare.

Am Freitag, den 12. November, ist laut Jahrbuch morgens vor Sonnenaufgang das Ost-Zodiakallicht zu sehen. Dazu brauchen sie jedoch wirklich einen klaren, nciht durch Dunst oder Nebel getrübten Blick zum Osthorizont. Um 18:22 Uhr kommt wieder die ISS vorbei. Heute Abend jedoch nur noch in 21° Grad Höhe. Abends um 18:58 steht erneut eine Sternbedeckung auf dem Programm, auch heute ist das Sternlein nur 6,9 mag hell. Außerdem wird abends zunächst der Jupitermond Io von seinem Mutterplaneten verfinstert, ab 18:36 Uhr taucht er jedoch wieder auf der gleichen Seite wie alle anderen Planeten auf.

Am Samstag, den 13. November, erreicht um exakt 17:39 Uhr der Mond das erste Viertel. Die ISS fliegt kurz vorher, um 17:13 Uhr, maximal in 40° Grad Höhe vorbei.

Und am Sonntag, den 14. November gibt es morgens um 7:15 einen extrem hellen (-8mag) Iridiumflare in 67° Grad Höhe und in Richtung Nordnordwest (346° Gard). Abends findet man die Jupitermonde paarig auf beiden Seiten des Planeten. Die ISS fliegt um 17:38 Uhr in 20° Höhe vorüber.

Donnerstag, 4. November 2010

Buchtipp: Deep-Sky Reiseführer




Dieses Buch ist ein wunderschöner Reiseführer zu den schönsten Objekten am Nachthimmel. Ich selbst nutze dieses Buch seit dem Erscheinen vor zehn Jahren immer und immer wieder. Ich denke, neben meinen Jahrbüchern gehört es mit den zu den Büchern mit dem höchsten Gebrauchswert für mich.

Das Buch beschreibt die schönsten Objekte in jedem einzelnen Sternbild in ausführlicher Form. Das besonders gute an diesen Beschreibungen ist, dass sie auf die Ausrüstung von Amateurastronomen abgestimmt sind. Bei sehr vielen Objekten wird deutlich unterschieden zwischen dem Anblick in einem Fernglas, einem kleinen und einem größeren Teleskop. Eine Fülle von Zeichnungen ergänzen die ausführlichen Beschreibungen.

In längeren einführenden Kapiteln wird der Leser zunächst auf die Reise am Himmel vorbereitet. es gibt eine Einführung in einfaches Aufsuchen und Beobachtungstechniken, denn was würde eine schöne Beschreibung nützen, wenn man das Ziel gar nicht findet? Auch wird die später verwendete Nomenklatur (also die wichtigsten genutzten Begriffe und Abkürzungen) erläutert. So ist das Buch auch gleich eine gute Hinführung in die Fachsprache der Hobbyastronomen.

Im Hauptteil werden dann 300 Reiseziele ausführlich in Wort und Bild vorgestellt, darunter alle Messier-Objekte und viele andere schöne ferne Galaxien oder Gasnebel, Außerdem die schönsten Doppelsterne und eine Reihe von veränderlichen Sternen.

Ausführliche Indices und weiterführende Anhänge runden das Werk hervorragend ab. In der neuen Auflage sind wertvolle Hinweise für Beobachter aus lichtverschmutzten städtischen Regionen wie auch besondere Hinweise ("Herausforderungen") für die erfahrenen Profis enthalten.

Für mich ist das Buch selbst u.a. eine Art "Beobachtungstagebuch". So trage ich (nur vorsichtig mit Bleistift) zu jedem beschriebenen Objekt ein, wann ich es beobachtet habe. Und die Listen im Anhang lassen sich auch gut zum "Abhaken" nutzen. So hat man einen schnellen Überblick, welche Objekte man schon einmal gesehen hat und welche noch fehlen. Und das können Sie mir glauben, auch nach zehn Jahren habe ich noch lange nicht alle beschriebenen Objekte aufgesucht. Es gibt Nächte, da will man eigentlich eine lange Liste "abarbeiten", doch schon vom ersten Objekt ist man so begeistert, dass man immer und immer wieder hinschauen muss, und mit jedem neuen Blick entdeckt man auch neue Details. Oder ich probiere selber unterschiedlichste Geräte und Fernrohrokulare aus, um die Beschreibungen zu überprüfen...

Es ist halt wirklich ein Buch, von dem man lange etwas hat.

In diesen Tagen erscheint als

"Jubiläumsausgabe"

die vierte Auflage, das Buch kostet dann 29,90 Euro. Dies Buch soll dann durchgehend farbig bebildert sein, ich werde sie mir auf alle Fälle auch besorgen.

4. November - Wettervorhersage // Deep Impact @ Hartley2

(aus http://www.wetteronline.de, aber die können ja auch nichs dafür)


Nein! Nein! Nein! Oder sollte ich lieber gleich neunmal "Nein!" schreiben? Das sind ja ganz trübe Aussichten!
Für einen Hobbyastronomen wohl die schrecklichste Zeit des Jahres.

Aber zum Glück gibt es ja das Internet. Heute fliegt die NASA-Sonde "Deep Impact" am Kometen Hartley2 vorbei, eine Liveübertragung dazu gibt es unter NASA TV, erste Bilder werden ab 15:30 Uhr erwartet:
http://www.nasa.gov/multimedia/nasatv/index.html
Außerdem bloggt Daniel Fischer auf:
http://skyweek.wordpress.com/2010/11/04/begegnung-mit-hartley-live-blog-zum-encounter-von-deep-impact-mit-komet-103p/

Clear Skies!