Wenn das Wetter mitspielt ...
Heute geht der Mond erst deutlich nach Mitternacht auf. Dies bedeutet, dass er mit seinem hellen Licht abends nach Sonnenuntergang lange Zeit gar nicht stört. Dadurch werden, zumindest an geeigneten dunklen Standorten frei von künstlichen Lichtquellen, schwache und schwächste Sterne sichtbar. Mit einem Fernglas oder Fernrohr kann man dann richtig "tief" in den Nachthimmel hineinschauen und z.B. ferne Sternhaufen und Galaxien entdecken. Der Astronom spricht dann von "deep sky" Nächten.
Versuchen Sie doch einmal heute Abend die Sterne im "Siebengestirn" zu zählen. Wieviele sehen Sie mit dem bloßen Auge? Wieviele mit einem Fernglas? Und wieviele vielleicht gar mit einem Fernrohr?
Das Siebengestirn, auch die Plejaden genannt, gehört zum Sternbild Stier und steht relativ hoch am Himmel rechts oberhalb des Orion. In diesen kalten Januarnächten ist es mit am besten zu beobachten.
Wenn dann der Mond nach Mitternacht aufgegangen sein wird, haben wir die Möglichkeit, einen Blick auf seinen Nordpol zu werfen. denn heute zeigt er seine maximale Libration in der Breite. Um 11:39 Uhr hat er übrigends exakt die Phase des letzten Viertel erreicht.
Wer noch einen Blick auf den Jupiter werfen will, sollte dies zeitig tun. Ab ca. 17:47 Uhr wird man nur drei Monde entdecken können. Der Mond Io wandert genau dann genau vor seinem Planeten entlang. Mit einem größeren Fernrohr wird man bei guter Sicht ab 18:39 Uhr auch seinen Schatten auf der Jupiteroberfläche entlang wandern sehen.
Wer sich auf die Suche nach Planetoiden machen will, der sollte sich einmal an Vesta wagen. Dieser Kleinplanet wird in den kommenden Wochen immer besser zu sehen sein. Heute wird er laut Jahrbuch stationär, dann "rückläufig". Vesta hat etwa die 7mag und befindet sich im Sternbild Löwe. besonders leicht wird Vesta um den 16. Februar zu finden sein, wenn Sie ganz dicht an Gamma Leonis vorbeiwandert. Dies könnte ein interessantes Fotoprojekt werden.
Doch hier ist der Himmel bedeckt. Aber zum Glück gibt es ja webcams, die manchmal auch einen Blick auf den Himmel erlauben. Hier ein Bild aus Schweden von letzter Nacht, von einer Forschungsstation in Abisko, Lappland. Das helle grünliche Licht ist das berühmte Polarlicht:
Quelle: http://www.auroraskystation.se/livecamera/, vom 5.1.2010 um ca. 22:26 Uhr.
Und noch eine tolle Sache, die ich jedoch erst am 8. Januar gefunden habe:
Heute vor genau 400 Jahren machte Galileo Galilei seine erste (schriftlich festgehaltene) Beobachtung der Jupitermonde mit seinem Fernrohr. Er hat es so dargestellt:
Mit der Suchmaschine "Wolphram / Alpha" lässt sich so einiges interessantes rund um die Jupitermonde darstellen. Hier ein Link zu einem ausführlichen englischsprachigen Artikel, dem ich auch das obige Bild entnommen habe:
http://blog.wolframalpha.com/2010/01/07/recreating-galileos-discovery-400-years-later/
Donnerstag, 7. Januar 2010
Mittwoch, 6. Januar 2010
6. Januar - Tanz der Jupitermonde
Heute lohnt sich schon am frühen Abend der Blick zum Jupiter: Sie werden bis kurz vor 17 Uhr gleich zwei Monde vermissen! Nur Europa und Io sind links vom Jupiter zu sehen. Kallisto befindet sich - von der Erde aus gesehen - bis 16:52 Uhr genau vor dem Jupiter. Wie trennscharf ist Ihr Fernglas oder Fernrohr? Ab wann können Sie Kallisto wirklich neben und getrennt vom Jupiter erkennen? Und es lohnt sich, auch anschließend den Jupiter genauer im Blick zu behalten. Denn um 19:18 Uhr wird Kallisto an Io vorbei wandern, die beiden Planete werden praktisch ihre Plätze tauschen und sich dabei scheinbar auf 0,3 Jupiterradien annähern. Der hellste Jupitermond, Ganymed, bleibt diesen Abend die ganze Zeit hinter dem Jupiter verborgen.
Heute ist auch der "Tag der heiligen drei Könige". Eine schöne Geschichte von drei Weisen, welche den Sternenhimmel ihrer Zeit beobachtet haben sollen und daraus ein zeichen ableiteten, dass ein neuer König der Juden gboren sein soll. Immer wieder versuchen Astronomen zu ergründen, ob diese Geschichte vielleicht einen wahren Kern hat, ob es zur Zeit um die Geburt Christi tatsächlich ein besonderes astronomisches Ereignis gegeben hat, was die drei Weisen auf den Weg nach bethlehem geschickt haben könnte. Heute noch wird dieser "Stern von Bethlehem" häufig als Komet dargestellt, denn so ein Schweifstern ist schon eine Schönheit! Im Laufe der Zeit gibt es viele verschiedene Theorien dazu. Wer im Internet danach sucht, wird viele finden, hier ein Link unter vielen, wie die Geschichte in der Sendung "Quarks & Co." dargestellt wurde.
Ach ja, leider war es aber wieder nichts mit dem Beobachten. Der Himmel war den ganzen Tag über bedeckt, zeitweilig hatten wir Schneegrieseln. Kein Wetter für Himmelsbeobachtung!
Heute ist auch der "Tag der heiligen drei Könige". Eine schöne Geschichte von drei Weisen, welche den Sternenhimmel ihrer Zeit beobachtet haben sollen und daraus ein zeichen ableiteten, dass ein neuer König der Juden gboren sein soll. Immer wieder versuchen Astronomen zu ergründen, ob diese Geschichte vielleicht einen wahren Kern hat, ob es zur Zeit um die Geburt Christi tatsächlich ein besonderes astronomisches Ereignis gegeben hat, was die drei Weisen auf den Weg nach bethlehem geschickt haben könnte. Heute noch wird dieser "Stern von Bethlehem" häufig als Komet dargestellt, denn so ein Schweifstern ist schon eine Schönheit! Im Laufe der Zeit gibt es viele verschiedene Theorien dazu. Wer im Internet danach sucht, wird viele finden, hier ein Link unter vielen, wie die Geschichte in der Sendung "Quarks & Co." dargestellt wurde.
Ach ja, leider war es aber wieder nichts mit dem Beobachten. Der Himmel war den ganzen Tag über bedeckt, zeitweilig hatten wir Schneegrieseln. Kein Wetter für Himmelsbeobachtung!
Dienstag, 5. Januar 2010
5. Januar: Sonnenfinsternis auf Jupiter
Mit einem Fernrohr lässt sich heute eine Sonnenfinsternis beobachten. Wer gegen 18 Uhr seinen Blick auf den Jupiter richtet, kann dort bei guter Sicht und ausreichender Vergrößerung auf seiner Oberfläche bis 18:26 Uhr einen kleinen schwarzen, runden Fleck erkennen. Das ist der Schatten des Mondes Europa, der selbst links neben dem Planeten zu sehen ist. Dort auf dem Jupiter, wo sein Schatten hinfällt, lässt sich die Sonne nicht sehen, dort fndet also eine Sonnenfinsternis statt!
Später in der Nacht, um 4:20 Uhr befindet sich der Stern beta Lyrae im Minimum.
Und schon fast am Morgen des 5.1., um 6:38 endet eine weitere Sternbedeckung (SAO138445 mit 5,8 mag). An diesem Morgen befindet sich der Mond 9° südwestlich von Saturn.
Doch leider, leider, auch heute wird es nichts mit einer realen Beobachtung. Wieder oder immer noch ist der Himmel bedeckt ...
Auf der Tagung der amerikanischen Astronomen wurde gestern über die ersten Entdeckungen des im letzten Jahr gestarteten Satelliten "Kepler" berichtet. Ziel dieser Mission ist es, erdähnliche Planeten anderer Sonnen in unserer Milchstraße zu finden. Die ersten Planeten sind jedoch eher als "Riesenplaneten" zu bezeichnen. Wer sich die Folien zu diesem Vortrag anschauen wollte, sollten diesem Link hier folgen. Die Entdeckung zeigt meines Erachtens jedoch, das man schon auf dem richtigen Weg ist. Mal sehen, was uns der Satellit in den kommenden Monaten noch alles zeigen wird. Einen deutschsprachigen Artikel zu diesen Entdeckungen gibt es z.B. bei astronews.
Ach ja, und die Besprechung auf der Sternwarte in Paderborn ergab, das ich in 2010 wohl zwei Vorträge an der Sternwarte halten werde: im Mai über "astronomische Reiseziele" und Ende des Jahres wieder über die "Highlights 2010". Mehr dazu später in diesem Blog.
Gemein! Als ich gegen Mitternacht endlich ins Bett gehen wollte, schaute ich noch einmal durchs Fenster. Und was sah ich da? Wolkenlücken! Sterne! Richtig raus zum beobachten woltlte ich nun nicht mehr, aber dieses eine Foto habe ich dann doch noch auf die Schnelle gemacht, glaubt ja sonst keiner:
Der helle Stern links über dem Haus des Nachbarn ist der Sirius, Hauptstern des großen Hund. Noch weiter nach links oben erkennt man Prokyon, Hauptstern des kleinen Hundes.Die Hunde folgen dem Himmelsjäger Orion dessen drei Gürtelsterne rechts über dem Haus zu sehen sind, darunter das "Schwertgehänge" mit M42 und die "Füße" des Himmelsjägers. Rechts kann man jedoch auch schon wieder Wolken am Himmel sehen, wer weiß, wie lange diese Himmelslücke wirklich offen blieb.
Später in der Nacht, um 4:20 Uhr befindet sich der Stern beta Lyrae im Minimum.
Und schon fast am Morgen des 5.1., um 6:38 endet eine weitere Sternbedeckung (SAO138445 mit 5,8 mag). An diesem Morgen befindet sich der Mond 9° südwestlich von Saturn.
Doch leider, leider, auch heute wird es nichts mit einer realen Beobachtung. Wieder oder immer noch ist der Himmel bedeckt ...
Auf der Tagung der amerikanischen Astronomen wurde gestern über die ersten Entdeckungen des im letzten Jahr gestarteten Satelliten "Kepler" berichtet. Ziel dieser Mission ist es, erdähnliche Planeten anderer Sonnen in unserer Milchstraße zu finden. Die ersten Planeten sind jedoch eher als "Riesenplaneten" zu bezeichnen. Wer sich die Folien zu diesem Vortrag anschauen wollte, sollten diesem Link hier folgen. Die Entdeckung zeigt meines Erachtens jedoch, das man schon auf dem richtigen Weg ist. Mal sehen, was uns der Satellit in den kommenden Monaten noch alles zeigen wird. Einen deutschsprachigen Artikel zu diesen Entdeckungen gibt es z.B. bei astronews.
Ach ja, und die Besprechung auf der Sternwarte in Paderborn ergab, das ich in 2010 wohl zwei Vorträge an der Sternwarte halten werde: im Mai über "astronomische Reiseziele" und Ende des Jahres wieder über die "Highlights 2010". Mehr dazu später in diesem Blog.
Gemein! Als ich gegen Mitternacht endlich ins Bett gehen wollte, schaute ich noch einmal durchs Fenster. Und was sah ich da? Wolkenlücken! Sterne! Richtig raus zum beobachten woltlte ich nun nicht mehr, aber dieses eine Foto habe ich dann doch noch auf die Schnelle gemacht, glaubt ja sonst keiner:
Der helle Stern links über dem Haus des Nachbarn ist der Sirius, Hauptstern des großen Hund. Noch weiter nach links oben erkennt man Prokyon, Hauptstern des kleinen Hundes.Die Hunde folgen dem Himmelsjäger Orion dessen drei Gürtelsterne rechts über dem Haus zu sehen sind, darunter das "Schwertgehänge" mit M42 und die "Füße" des Himmelsjägers. Rechts kann man jedoch auch schon wieder Wolken am Himmel sehen, wer weiß, wie lange diese Himmelslücke wirklich offen blieb.
Montag, 4. Januar 2010
4. Januar - Orionnebel
Heute geht der Mond erst gegen 22 Uhr auf. Ein guter Abend, um zuvor sich mit dem Sternbild Orion zu beschäftigen. Der Himmelsjäger gehört zu den auffälligsten Sternbildern an unserem Winterabendhimmel. Unterhalb seiner drei Gürtelsterne sieht man leicht schwächere Sterne und irgendetwas "schimmriges, nebliges". Dies ist das sogenannte "Schwertgehänge" des Orion. Schon im einfachen Fernglas kann man hier eine kleine unregelmäßig strukturierte "Wolke" erkennen. Dies ist der "Orionnebel". Oder etwas unprosaischer "M42". Astronomen lieben Listen, das M steht für Messier, also das 42. Objekt in der Liste des französischen Astronomen Messier. Diese stellte im 18. Jahrhundert eine gut 100 Objekte fassende Liste zusammen, die ihm bei seiner Suche nach Kometen immer wieder einmal "über den Weg liefen", die vielleicht auf den ersten Blick wie Kometen aussahen, aber dann doch keine waren.
Der Orionnebel ist eine große Gaswolke in rund 1300 Lichtjahren Entfernung. Mehr Informationen dazu gibt es natürlich in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia
Ach ja, als Sternenfreund hat man nicht immer Zeit, den Himmel zu beobachten. Zumindest nicht, wenn man auch in einer Sternwarte organisiert ist. Heute Abend gibt es auf "meiner" Sternwarte Paderborn eine kleine informelle Mitgliederversammlung. Es müssen die letzten Details der Programmplanung für 2010/2011 geklärt werden. Hoffentlich bleibt da auch noch Zeit zur Himmelsbeobachtung :-), oder haben wir Glück und das Wetter ist wie an den letzten Abenden auf Föhr auch hier während des Treffens bedeckt?
Ja, natürlich ist es auch hier in Ostwestfalen bedeckt, der ganze Nordwesten Deutschlands scheint unter einer ziemlich dichten Wolkendecke zu liegen. Schade.
Und in Washington begann gestern das 215. Treffen der Organisation der Amerikanischen Astronomen, ob uns in den nächsten Tagen die Medien von spektakulären astronomischen Entdeckungen berichten werden?
Der Orionnebel ist eine große Gaswolke in rund 1300 Lichtjahren Entfernung. Mehr Informationen dazu gibt es natürlich in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia
Ach ja, als Sternenfreund hat man nicht immer Zeit, den Himmel zu beobachten. Zumindest nicht, wenn man auch in einer Sternwarte organisiert ist. Heute Abend gibt es auf "meiner" Sternwarte Paderborn eine kleine informelle Mitgliederversammlung. Es müssen die letzten Details der Programmplanung für 2010/2011 geklärt werden. Hoffentlich bleibt da auch noch Zeit zur Himmelsbeobachtung :-), oder haben wir Glück und das Wetter ist wie an den letzten Abenden auf Föhr auch hier während des Treffens bedeckt?
Ja, natürlich ist es auch hier in Ostwestfalen bedeckt, der ganze Nordwesten Deutschlands scheint unter einer ziemlich dichten Wolkendecke zu liegen. Schade.
Und in Washington begann gestern das 215. Treffen der Organisation der Amerikanischen Astronomen, ob uns in den nächsten Tagen die Medien von spektakulären astronomischen Entdeckungen berichten werden?
Sonntag, 3. Januar 2010
3. Januar - Drei Sternbedeckungen und Kometenalarm!
Morgends früh hatten wir hier auf der Insel Föhr wieder einen strahlend blauen Himmel. Der Mond war auch noch zu sehen. Interessant ist es, das Bild von heute früh mit dem der Mondfinsternis zu vergleichen. Auf beiden Fotos fehlen knapp 10% zum vollen Mond. Doch was für ein Unterschied, ob ein Teil des Mondes schon nicht mehr von der Sonne beschienen wird, also im Schatten der Sonne liegt, oder ob ein Teil des Mondes durch den Erdschatten verfinstert wird.
Auf dem Bild rechts kann man erkennen, dass das "Mare Crisium"", das "Meer der Gefahren", schon zur Hälfte im Schatten liegt. Trotz des Dunstes so dicht am Horizont lassen sich sogar auch einzelne Krater erkennen. Im Laufe des Jahres werde ich hoffentlich noch besssere Mondbilder hier präsentieren können.
Heute ist die Erde so dicht an der Sonne wie im ganzen Jahr nicht mehr. Wenn uns die Sonne heute also etwas größer vorkommt als normal, sollte uns das nicht irritieren :-) . Der Abstand beträgt nur 147,0981 Millionen Kilometer. Am 6. Juli ist dieses Jahr übrigens der Abstand am weitesten, dann sind es 152,0965 Millionen Kilometer. Etwas überaschend, das im Winter uns die Sonne näher ist als im Sommer, nicht wahr? Unsere Jahreszeiten haben mit der Entfernung zur Sonne aber nun einmal gar nichts zu tun. Die wechselnde Entfernung liegt einfach nur daran, dass die Erde sich nicht auf einer Kreisbahn, sondern auf einer Ellipse um die Sonne herum dreht.
Der Mond geht heute erst deutlich nach 20 Uhr auf, so dass bei klarem Himmel und an einem Ort mit wenig künstlicher Beleuchtung ab ca. 18.30 Uhr bis zum Mondaufgang sogar die Milchstrasse günstig zu sehen sein wird. In den kommenden Tagen wird der Mondaufgang immer tiefer in der Nacht erfolgen, so dass diese Situation immer besser werden wird. Ist die Milchstrasse, also unsere eigene Galaxie, gut zu sehen, sind auch die Bedingungen für einen noch viel tieferen Blick ins Weltall günstig. Die Astronomen sprechen dann von "Deep-Sky"-Beobachtung. Ich will in diesem Blog bei passender Gelegenheit in diesem Jahr gerne das eine oder andere spannende "Deep-Sky"-Objekt vorstellen.
Doch zunächst steht heute um 19:31 Uhr eine kleine Mondfinsternis auf dem Beobachtungsprogramm. Um diese Uhrzeit verschwindet der Jupitermon Europa hinter seinem Mutterplaneten. Es lohnt sich, schon deutlich früher einen Blick auf den Jupiter zu werfen, um die Annäherung von Europa zu verfolgen. Wer erst nach halb acht auf den Jupiter schaut wird überrascht sein, denn dann sind statt der üblichen vier nur noch drei Monde beim Jupiter zu sehen. Die Jupitermonde lassen sich schon in einem guten Fernglas beobachten. Es empfiehlt sich jedoch sehr, dass Fernglas auf ein Stativ zu stellen oder sich zumindest irgendwo anzulehnen oder aufzustützen, damit man wirklich einen ruhigen Blick bekommt.
Unser Erdmond befindet sich in dieser Nacht im Sternbild Löwe (Leo), nicht weit von Regulus entfernt (circa 4 1/2° südwestlich). In deser Nacht bedeckt der Mond gleich drei Sterne, deren Austritte am dunklen Mondrand wie folgt stattfinden: Um 23:59h Stern SAO 118001/HP48734 mit der Helligkeit 5,9mag, um 1:40h SAO 118023/HP48876 mit 6,3mag und um 2:54 Stern pi Leonis mit 4,9 mag. Das es in einer Nacht gleich drei Sternbedeckungen durch den Mond gibt ist sehr selten und wird in diesem Jahr nur noch am 21. Februar übertroffen. Der erstgenannte Stern wird bei uns nur ganz knapp vom Nordrand des Mondes bedeckt, Beginn ist 23:43 Uhr, ob diese Bedeckung überhaupt zu beobachten sein wird?
Außerdem soll heute Abend gegen 20 Uhr MEZ der Meteorstrom der "Quadrantiden" seinen Höhepunkt erreichen. Aber bei dem noch hell strahlenden Mond, wird man nur wenig Chancen haben, viele dieser Sternschnuppen zu sehen.
Doch leider spielt hier heute Abend auf Föhr das Wetter wieder einmal nicht mit. Ob es wohl, bedingt durch das umgebende Meer, die hohe Luftfeuchtigkeit ist, welche anscheinend regelmäßig Abends für Wolken sorgt, so dass praktisch keine Sterne mehr zu sehen sind? Schade!
Dafür konnte man gestern und heute jedoch bei praktisch jedem Wetter einen Kometen beobachten! Man muss dazu nur sich die Bilder des Sonnenbeobachtungssatelliten SOHO anschauen. Hier der Link, der jeweils das letzte aktuelle Bild einer der Spezialkameras dieses Satelliten zur Sonnenüberwachung zeigt.
http://sohowww.nascom.nasa.gov/data/realtime/c3/512/
Eigentliche Aufgabe des Satelliten ist die Überwachung von "Sonnenstürmen", wie so oft eignen sich diese Kameras aber auch, um ganz andere Dinge aufzunehme, z.B. um Kometen zu finden.. In der Mitte die (abgeschirmte) Sonnenscheibe, der hellste Punkt, der nach rechts und links wegen Überbelichtung ausläuft ist der Planet Merkur, der in Kürze uns am Morgenhimmel erfreuen wird. Der Komet selbst ist jetzt (3.1.20 Uhr) auf diesen aktuellen Bildern schon gar nicht mehr zu sehen, daher hier eine Animation aus mehreren Bildern, die von der amerikanischen Website "http://www.spaceweather.com" gezeigt wurde:
Auf dem Bild rechts kann man erkennen, dass das "Mare Crisium"", das "Meer der Gefahren", schon zur Hälfte im Schatten liegt. Trotz des Dunstes so dicht am Horizont lassen sich sogar auch einzelne Krater erkennen. Im Laufe des Jahres werde ich hoffentlich noch besssere Mondbilder hier präsentieren können.
Heute ist die Erde so dicht an der Sonne wie im ganzen Jahr nicht mehr. Wenn uns die Sonne heute also etwas größer vorkommt als normal, sollte uns das nicht irritieren :-) . Der Abstand beträgt nur 147,0981 Millionen Kilometer. Am 6. Juli ist dieses Jahr übrigens der Abstand am weitesten, dann sind es 152,0965 Millionen Kilometer. Etwas überaschend, das im Winter uns die Sonne näher ist als im Sommer, nicht wahr? Unsere Jahreszeiten haben mit der Entfernung zur Sonne aber nun einmal gar nichts zu tun. Die wechselnde Entfernung liegt einfach nur daran, dass die Erde sich nicht auf einer Kreisbahn, sondern auf einer Ellipse um die Sonne herum dreht.
Der Mond geht heute erst deutlich nach 20 Uhr auf, so dass bei klarem Himmel und an einem Ort mit wenig künstlicher Beleuchtung ab ca. 18.30 Uhr bis zum Mondaufgang sogar die Milchstrasse günstig zu sehen sein wird. In den kommenden Tagen wird der Mondaufgang immer tiefer in der Nacht erfolgen, so dass diese Situation immer besser werden wird. Ist die Milchstrasse, also unsere eigene Galaxie, gut zu sehen, sind auch die Bedingungen für einen noch viel tieferen Blick ins Weltall günstig. Die Astronomen sprechen dann von "Deep-Sky"-Beobachtung. Ich will in diesem Blog bei passender Gelegenheit in diesem Jahr gerne das eine oder andere spannende "Deep-Sky"-Objekt vorstellen.
Doch zunächst steht heute um 19:31 Uhr eine kleine Mondfinsternis auf dem Beobachtungsprogramm. Um diese Uhrzeit verschwindet der Jupitermon Europa hinter seinem Mutterplaneten. Es lohnt sich, schon deutlich früher einen Blick auf den Jupiter zu werfen, um die Annäherung von Europa zu verfolgen. Wer erst nach halb acht auf den Jupiter schaut wird überrascht sein, denn dann sind statt der üblichen vier nur noch drei Monde beim Jupiter zu sehen. Die Jupitermonde lassen sich schon in einem guten Fernglas beobachten. Es empfiehlt sich jedoch sehr, dass Fernglas auf ein Stativ zu stellen oder sich zumindest irgendwo anzulehnen oder aufzustützen, damit man wirklich einen ruhigen Blick bekommt.
Unser Erdmond befindet sich in dieser Nacht im Sternbild Löwe (Leo), nicht weit von Regulus entfernt (circa 4 1/2° südwestlich). In deser Nacht bedeckt der Mond gleich drei Sterne, deren Austritte am dunklen Mondrand wie folgt stattfinden: Um 23:59h Stern SAO 118001/HP48734 mit der Helligkeit 5,9mag, um 1:40h SAO 118023/HP48876 mit 6,3mag und um 2:54 Stern pi Leonis mit 4,9 mag. Das es in einer Nacht gleich drei Sternbedeckungen durch den Mond gibt ist sehr selten und wird in diesem Jahr nur noch am 21. Februar übertroffen. Der erstgenannte Stern wird bei uns nur ganz knapp vom Nordrand des Mondes bedeckt, Beginn ist 23:43 Uhr, ob diese Bedeckung überhaupt zu beobachten sein wird?
Außerdem soll heute Abend gegen 20 Uhr MEZ der Meteorstrom der "Quadrantiden" seinen Höhepunkt erreichen. Aber bei dem noch hell strahlenden Mond, wird man nur wenig Chancen haben, viele dieser Sternschnuppen zu sehen.
Doch leider spielt hier heute Abend auf Föhr das Wetter wieder einmal nicht mit. Ob es wohl, bedingt durch das umgebende Meer, die hohe Luftfeuchtigkeit ist, welche anscheinend regelmäßig Abends für Wolken sorgt, so dass praktisch keine Sterne mehr zu sehen sind? Schade!
Dafür konnte man gestern und heute jedoch bei praktisch jedem Wetter einen Kometen beobachten! Man muss dazu nur sich die Bilder des Sonnenbeobachtungssatelliten SOHO anschauen. Hier der Link, der jeweils das letzte aktuelle Bild einer der Spezialkameras dieses Satelliten zur Sonnenüberwachung zeigt.
http://sohowww.nascom.nasa.gov/data/realtime/c3/512/
Eigentliche Aufgabe des Satelliten ist die Überwachung von "Sonnenstürmen", wie so oft eignen sich diese Kameras aber auch, um ganz andere Dinge aufzunehme, z.B. um Kometen zu finden.. In der Mitte die (abgeschirmte) Sonnenscheibe, der hellste Punkt, der nach rechts und links wegen Überbelichtung ausläuft ist der Planet Merkur, der in Kürze uns am Morgenhimmel erfreuen wird. Der Komet selbst ist jetzt (3.1.20 Uhr) auf diesen aktuellen Bildern schon gar nicht mehr zu sehen, daher hier eine Animation aus mehreren Bildern, die von der amerikanischen Website "http://www.spaceweather.com" gezeigt wurde:
Samstag, 2. Januar 2010
2. Januar - noch eine Sternbedeckung und ein paar verrückte Zahlen
Heute ist der Sonnenuntergang knapp 2 Minuten später als gestern, um 16:26h.
Der Mond geht sogar ganze zweieinhalb Stunden später auf, nämlich erst um 18:56h. In dieser Nacht wird der Mond nicht weit weg vom Planeten Mars im Sternbild Zwillinge am Himmel stehen.
Vorher gibt es wieder zwei Iridium-Flares, noch in der hellsten Dämmerung um 16:40h wieder fast genau im Osten und 70° Höhe und dann um 18:42h im Nordosten und nicht ganz so hoch (52°).
Auch heute gibt es wieder eine Sternbedeckung. "54 Cancri" ist jedoch mit 6,3 mag noch etwas schwächer als der Stern gestern. Um ca. 20:24 wird er am dunklen Mondrand auftauchen.
Die Zeiten für den Sonnenuntergang und Mondaufgang gelten für Bad Lippspringe. Noch verbringe ich jedoch meine Ferien auf der Insel Föhr. Wie sehen eigentlich die Daten hier aus? Macht das innerhalb von Deutschland wirklich etwas aus? Mein Urlaubsort Utersum auf Föhr hat eine ähnliche geografische Länge wie Bad Lippspringe, nämlich 8,4 Grad östlich, Bad Lippspringe hat 8,8 Grad östliche Länge. Die geographische Breite liegt rund drei Grad nördlicher, nämlich bei 54,71 Grad, während Lippspringe bei 51,78 Grad nördlicher Breite liegt. Und das hat Konsequenzen:
Sonnenaufgang in Utersum ist um 8:49 h und Sonnenuntergang um 16:11 Uhr. Mondaufgang ist bereits um 18:46 Uhr. In Bad Lippspringe beginnt heute der Sonnentag schon um 8:31, also 18 Minuten eher und auch der Sonnenuntergang ist eine Viertelstunde später. Der Tag hat also etwas über eine halbe Stunde weniger Helligkeit hier im Norden. Nun ja, so ist das im Wetter, im Sommer werden sich die Verhältnisse umkehren.
Noch extremer sind die Daten zum Beispiel für Tromsö in Norwegen, eine nette Universitätsstadt nördlich des Polarkreises. Hier geht die Sonne den ganzen Tag nicht auf. Von ca. 9:30 bis 14:08 ist es jedoch dämmerig hell, da dann die Sonne doch nicht tiefer als 6 Grad unter dem Horizont steht. Der Mond geht hier aber jedoch schon um 15:56 Uhr auf, nachdem er erst um 11:21 Uhr untergegangen war. Gestern, am Neujahrstag war es dort noch ein bischen verrückter: da ging der Mond den ganzen Tag lang nicht unter! Bei uns überhaupt nicht vorstellbar.
Doch heute spielt das Wetter auch hier auf der Insel nicht so richtig mit. Vormittags schneit es, über Mittg schafft es die Sonne jedoch, ab und an mal durch die Wolken zu schauen.
Doch Nachmittags zog es wieder kräftig zu, erst kurz vor ihrem Untergang ließ sich die Sonne noch einmal kurz blicken und erzeugte so eine etwas gespenstische Stimmung::
Der Mond geht sogar ganze zweieinhalb Stunden später auf, nämlich erst um 18:56h. In dieser Nacht wird der Mond nicht weit weg vom Planeten Mars im Sternbild Zwillinge am Himmel stehen.
Vorher gibt es wieder zwei Iridium-Flares, noch in der hellsten Dämmerung um 16:40h wieder fast genau im Osten und 70° Höhe und dann um 18:42h im Nordosten und nicht ganz so hoch (52°).
Auch heute gibt es wieder eine Sternbedeckung. "54 Cancri" ist jedoch mit 6,3 mag noch etwas schwächer als der Stern gestern. Um ca. 20:24 wird er am dunklen Mondrand auftauchen.
Die Zeiten für den Sonnenuntergang und Mondaufgang gelten für Bad Lippspringe. Noch verbringe ich jedoch meine Ferien auf der Insel Föhr. Wie sehen eigentlich die Daten hier aus? Macht das innerhalb von Deutschland wirklich etwas aus? Mein Urlaubsort Utersum auf Föhr hat eine ähnliche geografische Länge wie Bad Lippspringe, nämlich 8,4 Grad östlich, Bad Lippspringe hat 8,8 Grad östliche Länge. Die geographische Breite liegt rund drei Grad nördlicher, nämlich bei 54,71 Grad, während Lippspringe bei 51,78 Grad nördlicher Breite liegt. Und das hat Konsequenzen:
Sonnenaufgang in Utersum ist um 8:49 h und Sonnenuntergang um 16:11 Uhr. Mondaufgang ist bereits um 18:46 Uhr. In Bad Lippspringe beginnt heute der Sonnentag schon um 8:31, also 18 Minuten eher und auch der Sonnenuntergang ist eine Viertelstunde später. Der Tag hat also etwas über eine halbe Stunde weniger Helligkeit hier im Norden. Nun ja, so ist das im Wetter, im Sommer werden sich die Verhältnisse umkehren.
Noch extremer sind die Daten zum Beispiel für Tromsö in Norwegen, eine nette Universitätsstadt nördlich des Polarkreises. Hier geht die Sonne den ganzen Tag nicht auf. Von ca. 9:30 bis 14:08 ist es jedoch dämmerig hell, da dann die Sonne doch nicht tiefer als 6 Grad unter dem Horizont steht. Der Mond geht hier aber jedoch schon um 15:56 Uhr auf, nachdem er erst um 11:21 Uhr untergegangen war. Gestern, am Neujahrstag war es dort noch ein bischen verrückter: da ging der Mond den ganzen Tag lang nicht unter! Bei uns überhaupt nicht vorstellbar.
Doch heute spielt das Wetter auch hier auf der Insel nicht so richtig mit. Vormittags schneit es, über Mittg schafft es die Sonne jedoch, ab und an mal durch die Wolken zu schauen.
Doch Nachmittags zog es wieder kräftig zu, erst kurz vor ihrem Untergang ließ sich die Sonne noch einmal kurz blicken und erzeugte so eine etwas gespenstische Stimmung::
Freitag, 1. Januar 2010
Ein neues Jahr
Hallo,
das Neue Jahr fängt gut an! Hier meldet sich der "Astroblog Bad Lippspringe" gleich wieder zurück. Das alte Jahr endete mit einem astronomischen Highlight, einer Mondfinsternis (siehe Blogeintrag von gestern), das neue Jahr beginnt auch gleich mit einer Sehensürdigkeit! Der volle Mond zeigte im Dunst der Wolken ein wunderschönes "Halo", so nennt man den 22-Grad um den Mond herum.
Ich möchte versuchen, in diesem Jahr wieder etwas regelmäßiger das astronomische Geschehen in und über Bad Lippspringe lebendig werden zu lassen. Was tut sich im Ort selbst auf dem Planetenweg? Welche interessanten Veranstaltungen gibt es? Wird das Planetarium tatsächlich realisiert? Und vor allem - was passiert am Himmel über unserer Stadt?
Und zu letzterem hier gleich ein kleiner Anfang, was gibt es heute, am ersten Tag des Jahres 2010 abends am Himmel zu beobachten?
Die Sonne geht um 16.24 Uhr unter, der noch fast volle Mond wird exakt eine Stunde später (17:24h) aufgehen. Doch was heisst schon "exakt"? Diese Daten in Handbüchern oder Computerprogrammen gelten doch immer nur für einen sogenannten "mathematischen" Horizont. Und da nun einmal im Osten unserer Stadt das Eggegebirge liegt, brauchen Mond und Sonne meist etwas länger für ihren tatsächlichen Aufgang. Das hängt natürlich auch ein bisschen vom eigenen Standort in unserer Stadt ab.
Heute befindet sich der Mond um 21:36h in Erdnähe, Die Entfernung zum Mondmittelpunkt beträgt dann "nur" 352297 Kilometer. Sein scheinbarer Durchmesser beträgt 33'55.2".
Kurz danach, um 21:49h bedeckt der Mond den Stern "85 Geminorum". Da dieser Stern mit 5,4 mag jedoch schon mit bloßem Auge kaum zu sehen ist, wird man den Beginn der Bedeckung am hellen Mondrand kaum sehen können. Interessanter wird das Wiederauftauchen des Sterns eine knappe Stunde später um 22:44h an der dunklen Mondseite sein.
Bis kurz nach 20 Uhr wird man im Südwesten auch noch Jupiter beobachten können, Fernrohrbesitzer können auch den Neptun noch aufspüren. Uranus (nur mit Fernglas zu finden) wird noch eine gute Stunde länger am Westhimmel zu finden sein.
Um 19:22h wird man Mars im Osten aufgehen sehen (naja, auch das wird sicherlich später sein). Ungefähr um Mitternacht kommt dann auch Saturn über den Horizont.
Iridium-Flares kann man mit etwas Glück um 16:46h (ziemlich genau im Osten und 71° Höhe) und um 18:51h im Nordosten (38° NO, Höhe 56°) sehen können.
Um die tagesschau-Zeit herum (20h) wird Algol (beta Persei), wohl der bekannteste veränderliche Stern, sein Minimum erreichen (3,4 mag), um 0:45h wird die Bedeckungsphase wieder beendet sein, er also wieder 2,1 mag hell sein.
Wenn das Wetter mitspielt, wird es also eine ganze Menge zu beobachten geben.
Okay - ich muß zugeben, im Moment bin ich gar nicht in Bad Lippspringe, sondern mache ein paar Tage Ferien auf der Nordseeinsel Föhr. Hier sind auch die Bilder von heute früh und gestern entstanden. Heute Abend ist es hier leider auch bedeckt, nicht einmal der Mond schafft es, durch die Wolkendecke hindurch zu scheinen. Aber die meiste Zeit werde ich wohl doch aus Bad Lippspringe selbst berichten. Vielleicht haben wir mit dem Wetter dann auch wieder mehr Glück!
das Neue Jahr fängt gut an! Hier meldet sich der "Astroblog Bad Lippspringe" gleich wieder zurück. Das alte Jahr endete mit einem astronomischen Highlight, einer Mondfinsternis (siehe Blogeintrag von gestern), das neue Jahr beginnt auch gleich mit einer Sehensürdigkeit! Der volle Mond zeigte im Dunst der Wolken ein wunderschönes "Halo", so nennt man den 22-Grad um den Mond herum.
Ich möchte versuchen, in diesem Jahr wieder etwas regelmäßiger das astronomische Geschehen in und über Bad Lippspringe lebendig werden zu lassen. Was tut sich im Ort selbst auf dem Planetenweg? Welche interessanten Veranstaltungen gibt es? Wird das Planetarium tatsächlich realisiert? Und vor allem - was passiert am Himmel über unserer Stadt?
Und zu letzterem hier gleich ein kleiner Anfang, was gibt es heute, am ersten Tag des Jahres 2010 abends am Himmel zu beobachten?
Die Sonne geht um 16.24 Uhr unter, der noch fast volle Mond wird exakt eine Stunde später (17:24h) aufgehen. Doch was heisst schon "exakt"? Diese Daten in Handbüchern oder Computerprogrammen gelten doch immer nur für einen sogenannten "mathematischen" Horizont. Und da nun einmal im Osten unserer Stadt das Eggegebirge liegt, brauchen Mond und Sonne meist etwas länger für ihren tatsächlichen Aufgang. Das hängt natürlich auch ein bisschen vom eigenen Standort in unserer Stadt ab.
Heute befindet sich der Mond um 21:36h in Erdnähe, Die Entfernung zum Mondmittelpunkt beträgt dann "nur" 352297 Kilometer. Sein scheinbarer Durchmesser beträgt 33'55.2".
Kurz danach, um 21:49h bedeckt der Mond den Stern "85 Geminorum". Da dieser Stern mit 5,4 mag jedoch schon mit bloßem Auge kaum zu sehen ist, wird man den Beginn der Bedeckung am hellen Mondrand kaum sehen können. Interessanter wird das Wiederauftauchen des Sterns eine knappe Stunde später um 22:44h an der dunklen Mondseite sein.
Bis kurz nach 20 Uhr wird man im Südwesten auch noch Jupiter beobachten können, Fernrohrbesitzer können auch den Neptun noch aufspüren. Uranus (nur mit Fernglas zu finden) wird noch eine gute Stunde länger am Westhimmel zu finden sein.
Um 19:22h wird man Mars im Osten aufgehen sehen (naja, auch das wird sicherlich später sein). Ungefähr um Mitternacht kommt dann auch Saturn über den Horizont.
Iridium-Flares kann man mit etwas Glück um 16:46h (ziemlich genau im Osten und 71° Höhe) und um 18:51h im Nordosten (38° NO, Höhe 56°) sehen können.
Um die tagesschau-Zeit herum (20h) wird Algol (beta Persei), wohl der bekannteste veränderliche Stern, sein Minimum erreichen (3,4 mag), um 0:45h wird die Bedeckungsphase wieder beendet sein, er also wieder 2,1 mag hell sein.
Wenn das Wetter mitspielt, wird es also eine ganze Menge zu beobachten geben.
Okay - ich muß zugeben, im Moment bin ich gar nicht in Bad Lippspringe, sondern mache ein paar Tage Ferien auf der Nordseeinsel Föhr. Hier sind auch die Bilder von heute früh und gestern entstanden. Heute Abend ist es hier leider auch bedeckt, nicht einmal der Mond schafft es, durch die Wolkendecke hindurch zu scheinen. Aber die meiste Zeit werde ich wohl doch aus Bad Lippspringe selbst berichten. Vielleicht haben wir mit dem Wetter dann auch wieder mehr Glück!
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