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Mittwoch, 22. Februar 2023

22. Februar 2023: Mondsichel

 Heute Abend liess sich kurz nach Sonnenuntergang zumindest die schmale Mondsichel am Himmel für kurze Zeit ablichten. Leider konnte ich die Planeten Venus unterhalb und Jupiter oberhalb des Mondes nicht ausmachen. Die Venus war sicherlich durch eine dichte Wolkenschicht verdeckt, für JUpiter war es wahrscheinlich noch zu hell - oder er steckte auch hinter Wolken, denn den ganzen Nahcmittag über war der Himmel doch recht "milchig" bedeckt. Umso überraschter war ich, dass die kleine Mondsichel doch recht viele Details offenbarte. 

Hier ein Bild, gleich mit ein Namen von ein paar Kratern und Maren versehen:

Mondsichel am 22.2.23 um 18:12 Uhr

Beim Beschriften habe ich "Weierstrass" etwas stärker betont  als die anderen Bezeichnungen, er ist schließlich der einzige Paderborner auf dem Mond! So gut wie heute ist dieser sehr kleine Krater nur selten zu beobachten.

Mittwoch, 22. September 2021

21. September 2021: Sonne, Mond und noch viel mehr

 Am Montag, den 21. September 2021, war der Himmel die allermeiste Zeit des Tages und der Nacht leider gut bewölkt. Meistens sehr hohe Wolken, durch die die Sonne zwar tagsüber durchschimmern konnte, aber würde es für eine Beobachtung am Abend reichen? Clearoutside.com hatte zwar für fast den ganzen Tag 100% Bewölkung angekündigt, aber ich habe es dann trotzdem versucht und mein Equipment nach draußen geholt.

Hier als erstes eine Aufnahme der Sonne. Trotz der Schleierwolken konnte ich alle drei derzeit aktiven Regionen auf der Sonne ausmachen:

Sonne mit Fleckengebieten am 21. September 2021

Die beiden Gruppen AR2871 und 2873 waren auffällig, die habe ich schnell selbst erkannt. Den einzelnen Fleck entdeckte ich auf meinem Foto jedoch erst, nach dem ich mein Bild mit dem täglichen Satellitenbild von spaceweather.com verglichen hatte. Tagszuvor war übrigens nur die Gruppe AR2871 sichtbar, die beiden anderen Gruppen waren also ganz neu und erst in den letzten Stunden entstanden.

Leider sorgten die Schleierwolken dafür, dass alle Flecken wohl nicht so scharf dargestellt werden konnten, wie es wohl bei klarem Himmel möglich gewesen wäre. Aber immerhin sind auf meinen Bildern die Kern- und Randbereiche (Umbra und Penumbra) einzelner Flecken schon leicht zu erahnen.

Aber wie würde es am Abend werden?

Zunächst überraschte der Himmel mit einem prächtigen Abendrot, bei mir leider teilweise durch Bäume auf den Nachbargrundstücken verdeckt:

Abendrot am 21. September

So schön ein solches Abendrot auch sein mag, die Wolken sind doch unübersehbar. Würde es für eine Himmelsbeobachtung reichen?

Zunächst stand für die Zeit von 20:08 Uhr bis 20:14 Uhr ein Überflug der ISS an. So sollte nach heavens-above der Pfad über den Himmel aussehen:

ISS Überflug nach (c) heavens-above

Und glücklicherweise konnte ich doch etliche Teile des Überflugs verfolgen. Leider war es zu dieser Zeit noch nicht wirklich dunkel am Himmel. So konnte ich mit meiner Kamera nur jeweils 2 Sekunden belichten. In dieser Zeit legt die ISS am Himmel aber immerhin schon eine beachtliche Strecke zurück, so dass sie auf dem Foto eine mehr oder weniger deutliche Strichspur hinterlässt. Da ich mit meinem 20mm Weitwinkel-Objektiv natürlich nicht den kompletten Himmel überspannen kann, musste ich während des Überflugs meine Kamera mehrmals neu ausrichten. Insgesamt 48 Bilder des Überflugs habe ich dann zu einer kleinen Animation zusammengestellt. Sie sehen die ISS jetzt praktisch in einem Zeitraffer über meinen Himmel fliegen:

Animation des ISS-Überflugs vom 21. September 2021

Auf den allerersten Bildern ist sie im Dunst des Himmels noch kaum zu erkennen. Im zweiten teil, wenn sie quasi "waagrecht" über den Himmel fliegt, kann man oberhalb der ISS-Bahn mindestens den hellen Stern Altair im Sternbild Adler erkennen. Im dritten und vierten Abschnitt kann man Sterne aus dem Sternbild Pegasus erkennen.

Ermutigt  durch diesen schönen Überflug habe ich anschließend versucht, die Planeten Saturn und Jupiter zu fotografieren. Als recht helle Objekte am Himmel sollten sie doch noch einigermaßen gut zu beobachten sein und vielleicht ja auch durch die Schleierwolken immer wieder mal durchscheinen.

Visuell war die Beobachtung auch recht einfach. Aber würde auch ein Fotografieren möglich sein?

Bei Jupiter hat es tatsächlich geklappt. Hier ein Bild aus einem AVI von 21:47 Uhr erzeugt. Verwendet wurden ca. 25 Prozent von gut 400 Einzelbildern. Das Stackung und auch die Nachbearbeitung erfolgte mit dem Programm "PlanetarySystemStacker" (PSS):

Jupiter mit den Monden Europa und Ganymed

Auch hier war ich überrascht, wie aus einem immer wieder diffus wirkenden, wabbeligen hellen Jupiter am Ende sich doch ein solches Bild, sogar mit farbigen Streifen heraus kristallisiert.

Und auch bei Saturn gelang mir das Stacken:

Saturn am 21. September 2021

Hier habe ich ca. 50 Prozent der Bilder verwendet. Auch dieses Bild wäre wahrscheinlich ohne die Schleierbewölkung schärfer geworden. Aber für diesen Abend bin ich sehr zufrieden.

Nach den Planeten wollte ich dann den noch fast ganz vollen Mond fotografieren. Der exakte Vollmondzeitpunkt war in der Frühe um 1:55 Uhr gewesen. Jetzt am Abend, gut 20 Stunden später, sollten am rechten Mondrand doch schon einige Krater zu sehen sein. Doch leider verschlechterten sich die Bedingungen, die Wolkendichte wurde immer größer. Statt einiger Fimsequezen, aus den man dann mittels "Stacking" sehr schöne scharfe Fotos gewinnen kann, gelanden mir nur noch gerade mal drei Einzelbilder. Hier eines davon:

Mond am 21.9.21 um 23:04 MESZ

Danach verschwand der Mond dann schnell hinter einer dichten Wolkendecke. Erst gegen 2:00 Uhr sollte es wieder mehr aufklaren, solange wollte ich dann doch nicht mehr warten.

Doch das wesentliche, was ich gesucht hatte, die Krater am Mondrand, war zu erkennen. Und so kurz nach Vollmond ist es auch immer eine gute Gelegenheit nach dem Krater Weierstrass Ausschau zu halten. Der war tatsächlich gut zu erkennen. Innerhalb des roten Kreises ist es der etwas kleinere Krater auf der linken Seite:

Weierstrass-Krater auf dem Mond

Mit diesem Erfolg, endlich mal wieder den einzigen Paderborner auf dem Mond besucht zu haben, konnte ich dann beruhigt abbauen und den Rest der Nacht verschlafen. Für den nächsten Abend ist wieder klarer Himmel angekündigt. Mal sehen, was dann für Beobachtungen gelingen.


Dienstag, 4. Mai 2021

Nachtrag April: am "Rand" des Mondes

 Leider ist zur Zeit der Himmel sehr bewölkt, so dass nachts keine Möglichkeit besteht den Himmel zu beobachten. Doch das ist auch endlich mal eine Gelegenheit, sich mit den Mondaufnahmen aus dem April zu beschäftigen.

Hier gleich ein kleines Highlight: Am ersten Tag nach Vollmond gelang mir das nachfolgende Bild vom Krater Weierstrass. Weierstrass ist der einzige nach einem Paderborner benannte Krater auf dem Mond, ich habe darüber schon früher geschrieben. Da sich der Krater leider am Rand des Mondes befindet, ist er nicht einfach zu fotografieren, am Abend des 28. April passte es jedoch sehr gut:

Der abnehmende Mond am 28.4.2021 um 23:17 Uhr MESZ

Ich habe an diesem Abend des 27./28. April versucht, den kompletten Terminator bzw. Mondrand zu fotografieren. Diese Bilder habe ich zu einem Panorama zusammengesetzt und nur vorsichtig geschärft. Um Konturen etwas leichter sichtbar zu machen habe ich das Bild auf Schwarz-Weiß reduziert. So sieht der Mondrand an diesem Abend aus:

Mond-Terminator am 27.4.2021

Hier habe ich das obige Bild mit ein paar weiteren Informationen zu ausgewählten Kratern oder Mondlandschaften markiert, um Ihnen ein paar weitere bemerkenswerte Orte auf dem Mond vorzustellen.

Mondpanorama mit Text

Am besten, sie klicken einmal auf das Bild und schauen es sich dann in einer möglichst großen Übersicht an, dann sind auch die Bezeichnungen leichter zu lesen. Hier von oben nach unten ein paar Erläuterungen:

- Mare Humboldtianum, Humboldtmeer. Auf diesem Foto nur noch als flache "Delle" am Mondrand zu erkennen, ein Mondmeer benannt nach dem deutschen Naturforscher Alexander von Humboldt (1769-1859). Die Bezeichnung wurde extra gewählt, da man davon ausging, dass das Mare Humboldtianum die der Erde zugewandte und die von der Erde abgewandte Seite des Mondes verbindet, wie die Forschungen Humboldts die östliche und westliche Halbkugel der Erde miteinander verbinden. Die Sichtbarkeit des Mare ist stark von der Libration abhängig, es ist ein Mondkessel mit einem Außendurchmesser von 640 Kilometern

- Gauss, eine 177 km lange Wallebene, benannt nach dem berühmten Mathematiker und Physiker Carl Friedrich Gauß (1777-1855), zeitweilig auch Direktor der Sternwarte in Göttingen.

- Hahn: Krater mit 84 km Durchmesser, ein deutscher Amateurastronom (1741-1805) und "eifriger Beobachter".

- Mare Crisium: ein schon mit bloßem Auge auffälliges Mondmeer, das durch seine runde, kraterähnliche Formation besticht. Je nachdem wie nah oder weit es sich bei zunehmendem Mond vom Rand befindet, ist es ein guter Anzeiger für die Libration (ein leichtes Schwanken des Mondes in Bezug auf unsere Beobachtungsrichtung).

- Weierstrass, siehe meinen Blogeintrag von 2015.

- Kästner, Wallebene mit 105 km Durchmesser, ein deutscher Mathematiker und Physiker (1719-1800).

- Langrenus, ein Krater mit 133 Kilometern Durchmesser, benannt nach dem Belgier Michael Florent von Langren (1600-1675), der als erster eine Mondkarte mit Bezeichnungen verschiedener Objekte veröffentlichte.

- Humboldt, Wallebene (207km), benannt nach Wilhelm von Humboldt, Bruder des Alexander Humboldt, ein Staatsmann und Philologe. 

- Fraunhofer, Krater mit 57 km Durchmesser, ein deutscher Optiker (1787-1826, Erfinder des Beugungsgitters und Entdecker der "Fraunhoferschen Linien" im Spektrum.

Die Informationen habe ich dem Mondatlas von A. Rükl entnommen. 

Es gibt noch viel, viel mehr interessante Krater und Gegenden auf dem Mond, die ich hier nicht benannt habe. Ich denke, Sie verstehen jetzt, warum man auf dem Mond so wunderschöne Spaziergänge unternehmen kann. Viele führen in die Geschichte, nicht nur der Astronomie, sondern auch das Zeitalter großer Entdecker und vieler anderer interessanter Personen. Schlagen Sie ruhig mal bei all den Namen bei Wikipedia oder in anderen Lexika nach, es lohnt sich!

 




Sonntag, 1. September 2019

1. September: Draußen in der Feldmark


An meinem Beobachtungsplatz war ich nicht ganz allein...
Heute Abend war ich noch einmal schnell draußen. Es hatte aufgehört zu regnen, so konnte ich noch etwas Abendrot und eine schmale Mondsichel genießen:


Die durchziehenden Wolken liessen zum Glück auch immer wieder einen Blick auf den Mond zu.

Der Mond über den Feldern


Der zwei Tage alte Mond
Nur dreieinhalb Grad über dem Horizont, zu acht Prozent beleuchtet, war die schmale Mondsichel nicht scharf zu fotografieren. Wer will, kann trotzdem mal versuchen, die Position des Kraters "Weierstrass" zu finden. Er wäre günstig zu sehen, ist aber auf dem Foto nicht wirklich zu erkennen.