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Sonntag, 15. März 2026

15. März 2026: Verschiedene Beobachtungen

 Am Sonntagabend, den 15. März, klarte es erfreulicherweise auf und ich konnte wieder einige schöne Beobachtungen machen.

Zunächst muss ich eines noch richtig stellen: In meinem Posting vom 9. März schrieb ich ganz am Ende "Außerdem habe ich auch noch (7)Iris, (17)Thetis und (1584)Fuji beobachtet, doch über die habe ich schon an anderer Stelle in meinem Blog berichtet, daher verzichte ich hier auf die Bilder."  Das stimmt für (7)Iris und (1584)Fuji, aber nicht für (17)Thetis. Dieser Kleinplanet stand zwar immer wieder mal bei mir auf de Beobachtungsliste, doch leider hatten die Beobachtungen noch nie geklappt. Und auch die Aufnahme vom 8. März war mir nur eher schlecht als recht gelungen. Daher hier jetzt auch endlich ein vernünftiges Bild mit (17)Thetis.

 

(17)Thetis am 15.3.26 um 21:45 Uhr MEZ
 

In diesem Gewimmel von Sternen im Sternbild Zwillinge war es zunächst nicht ganz einfach, den Kleinplaneten (17)Thetis zu identifizieren. Schließlich ist es mir aber doch gelungen. Der helle Stern, der von ganz oben in das Bild hinein leuchtet ist übrigens Propus (Eta Gem) mit 3,3mag.

Und ich habe den Abend am 15. März auch gleich genutzt, noch eine weitere "Lücke" in meiner Kleinplanetensammlung zu füllen. Endlich habe ich auch ein Foto von (12)Victoria machen können:

 

(12)Victoria am 15.3.26 um 21:30 Uhr MEZ

(12)Victoria hält sich zur Zeit im Sternbild Stier auf und hat nur eine Helligkeit von 12,7mag.

 Außerdem habe ich noch ein weiteres Mal (416)Vaticana fotografiert:

 

(416)Vaticana bei 44 LMi am 15.3.26 um 20:18 Uhr

(416)Vaticana stand jetzt dicht beim Stern 44 LMi (LMIi Leo minor, kleiner Löwe). Etwas unterhalb des Pfeilendes kann man die recht unscheinbare Galaxie NGC 3414 erkennen, an der der Kleinplanet tags zuvor vorbei gezogen war, was ich jedoch wegen des regnerischen Wetters nicht dokumentieren konnte.

 Die ersten zwanzig Kleinplaneten habe ich inzwischen alle einmal beobachtet. Insgesamt konnte ich schon 119 Kleinplaneten ablichten. Doch viele fehlen natürlich noch, aus den ersten fünfzig sind es die (22), (31), (36), (38), (42), (43), (46), (47), (49) und (50). Mal sehen, wann es mir gelingt, auch diese Lücken zu schließen.

Das Frühjahr ist "Galaxienzeit". Im Sternbild Löwe, Haar der Berenike und der Jungfrau gibt es eine große Fülle davon. So habe ich diesmal auch wieder Messier-Objekte und Galaxien aus dem NGC-Katalog fotografiert. 

Die Messier-Objekte M50, M85, M88 und M91 habe ich zwar früher schon mit meinem ersten Vespera "classic" fotografiert, aber noch nicht mit meinem neueren Vespera Pro. Hier kommen die Bilder:

M88 (rechts) und M91 (links) am 15.3.26

 Das Bild wurde eine Stunde lang belichtet.

Der offene Sternhaufen M50 am 15.3.26 um 21:00 Uhr

 M50 wurde etwas über eine halbe Stunde lang belichtet.

M85 am 15.3.26

 Dieses Bild wurde 40 Minuten lang belichtet. M 85 wird auch als NGC 4382 bezeichnet. Etwas links unterhalb von ihr erkennt man einen weiteren "verwaschenen Fleck", ebenfalls eine Galaxie. Dies ist NGC 4394, wohl ein echter Begleiter von M 85, denn für beide Galaxien wurde eine Entfernung von rund 50 Millionenn Lichtjahren gemessen.

Und schließlich habe ich noch einen weiteren offenen Sternhaufen beobachtet:

NGC 2360 am 15.3.26 um 20:04 Uhr

 Entdeckt wurde dieser Sternhaufen laut Wikipedia am 26. Februar 1783 von Caroline Herschel, deshalb wird er auch manchmal "Caralines Haufen" genannt.

Mittwoch, 11. März 2026

9. März 2026: Weitere Kleinplaneten, die mir in den letzten Tagen vor die Kamera kamen

 In den letzten Tagen habe ich auch verschiedene Kleinplaneten fotografiert. Hier meine Beute:

(416)Vaticana am 8.3.26 um 21:00 Uhr MEZ

 Kleinplanet (416)Vaticana soll am 14. März an NGC 3414 vorbeiziehen, durch einen Hinweis in Sterne und Weltraum wurde ich auf ihn aufmerksam und ich habe auf dieses Ereignis ja auch in meiner Wochenübersicht hingewiesen. Diese Galaxie befindet sich noch außerhalb des Kamera-Blickfelds (nach oben rechts hin). Sollte das gute Wetter anhalten, kann ich vielleicht die Annäherung weiter verfolgen. Allerdings ist für Mitte der Woche nun doch schlechteres Wetter angesagt. (416)Vaticana ist zur Zeit ca. 11,9mag hell.

(403)Cyane am 25.2.26 um 19:54 MEZ


 (403)Cyane hat eine interessante Geschichte der Namensgebung. Auch scheint mir der Asteroid recht länglich geformt zu sein und nicht kugelförmig. Gut drei Stunden später habe ich (403)Cyane noch einmal fotografiert:

(403)Cyane um 23:18 Uhr MEZ

 Drei Stunden später ist der Himmelsanblick rund um Cyane etwas gedreht, in der Fotofachsprache heißt das "Bildfeldrotation". Diese entsteht durch den Zusammenhang von Erddrehung und der azimutalen Montierung. Außerdem hat offensichtlich ein Flugzeug seine Leuchtspur auf diesem Bild hinterlassen. Haben Sie Cyane gefunden? Sie steht auch wieder in der Mitte des Bildes. Man kann erkennen, dass Cyane in diesen drei Stunden etwas dichter an eine gedachte Linie zwischen den beiden Sternpaaren, die fast aussehen wie Doppelsterne, ebenfalls in der Mitte des BIldes heran gerückt ist.

 Praktisch das gleiche habe ich auch mit einem weiteren Kleinplaneten gemacht, mit (482)Petrina. Hier muss ich doch gleich mal Wikipedia zitieren: 

"(482) Petrina ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 3. März 1902 vom deutschen Astronomen Max Wolf an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 12 mag entdeckt wurde. Der Asteroid ist benannt nach dem Hund Peter des Entdeckers."

 Ich glaube, ich muss auch mal einen Kleinplaneten entdecken, aber nach wem soll ich dann den Kleinplaneten benennen? Auf den Hund gekommen bin ich ja noch nicht.

 

(482)Petrina am 25.2.26 um 20:17 Uhr MEZ

(482)Petrina um 23:11 Uhr MEZ

Auch hier muss man beim Vergleichen der Bilder natürlich die Bildfeldrotation berücksichtigen. (482)Petrina hat nur ca. 14mag Helligkeit. Um 20:17 Uhr steht er dicht unterhalb eines Sterns mit 13,5mag. Um 23:11 Uhr ist er dann in drei Stunden ein gutes Stück in Richtung des hellen Sterns HIP38301 mit 7mag gezogen.

Eine ähnliche Beobachtung habe ich mit dem Kleinplaneten (393)Lampetia gemacht, hier lagern allerdings nicht drei Stunden zwischen den Beobachtungen, sondern ein ganzer Tag:

(393)Lampetia am 25.2.26 um 23:51 Uhr UT

 
(393)Lampetia am 26.2.26 um 21:15 Uhr MEZ

Da Lampetia nur ein sehr schwaches Objekt von ca. 14,2mag ist, habe ich in beiden Bildern die Position markiert und auch die jeweilige Zugrichtung. Auch hier spielt die Bildfelddrehung wieder mit.

 Auch (41)Daphne habe ich am 25. und 26. Februar fotogrtafieren können:

(41)Daphne am 25.2.26 um 22:41 Uhr MEZ

 
(41)Daphne am 26.2.26 um 20:21 Uhr MEZ

(41) Daphne ist mit 200 Kilometer Durchmesser einer der größten Kleinplaneten des Asteroidengürtels und besitzt sogar einen Mond. Mehr Informationen zu diesem Kleinplaneten gibt es bei Wikipedia.

 Außerdem habe ich auch noch (7)Iris, (17)Thetis und (1584)Fuji beobachtet, doch über die habe ich schon an anderer Stelle in meinem Blog berichtet, daher verzichte ich hier auf die Bilder. Dieses Posting ist eh schon recht lang geworden. Es zeigt jedoch, Smart-Teleskope eignen sich gut zur Beobachtung und Verfolgung von Kleinplaneten, eine immer wieder spannende Sache!

 


Sonntag, 8. März 2026

9. - 15. März 2026 - Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond weiter ab. Seine Aufgangszeiten verschieben sich immer weiter in die frühen Morgenstunden. Von den hellen Planeten kann die Venus allmählich besser als Abendstern erkannt werden, sie geht gegen 19:30 Uhr im Westen unter. Jupiter bleibt der beherrschende Planet der ersten Nachthälfte, er kann noch bis gegen 4:00 Uhr am Morgen beobachtet werden. Ansonsten kann zur Zeit nur noch der Fernglasplanet Uranus bis Mitternacht im Westen gefunden werden. Die ISS kann in der zweiten Wochenhälfte bei abendlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 9. März, geht die Sonne um 6:57 Uhr auf und um 18:15 Uhr unter. Der helle Tag wird immer länger, die "astronomische Dunkelheit" dauert nur noch von 20:07 Uhr bis 5:05 Uhr. Der noch zu 70 Prozent beleuchtete Mond geht um 0:43 Uhr auf.

Am Dienstag, den 10. März, geht der nur noch zu 60 Prozent beleuchtete Mond um 1:56 Uhr auf, er steht im Skorpion in der Nähe von Antares. Seine höchste Stellung mit 10° Grad über dem Horizont erreicht er um 5:25 Uhr. Er zeigt ausgeprägte Libration in Breite, so dass wir auf seinen Nordpol schauen können. Spät am Abend zieht Kleinplanet (433)Eros (11,4mag) in 9' Bogenminuten am Stern 116 Tau (5,5mag) vorüber.

Am Mittwoch, den 11. März, geht der Mond erst um 3:02 Uhr auf. Seine höchste Stellung erreicht er um 6:317Uhr mit nur 9° Grad über dem Horizont. Um 10:39 Uhr erreicht er exakt das Letzte Viertel, steht dann jedoch bei uns schon unter dem Horizont. Gegen 19:45 Uhr kann die ISS erstmalig wieder am Abend gesehen werden, heute jedoch nur sehr kurz und sehr tief im Süden, in maximal 13° Grad Höhe deutlich unterhalb von Sirius.

Am Donnerstag, den 12. März, geht der Mond um 3:57 Uhr im Sternbild Schütze auf, seine Sichel ist nur noch zu 43 Prozent beleuchtet. Gegen 20:33 Uhr kann die ISS kurz im Südwesten unterhalb von Orion beobachtet werden.

Am Freitag, den 13. März, geht die nur noch zu 33 Prozent beleuchtete Mondsichel um 4:40 Uhr auf. Zwischen 19:46 Uhr und 19:50 Uhr kann die ISS in maximal 27° Grad Höhe im Süden gesehen werden, sie fliegt dabei fast genau über den Sirius hinweg.

Am Samstag, den 14. März, geht die zu 24 Prozent beleuchtete Mondsichel um 5:11 Uhr auf. Zwischen 5:88 Uhr und 6:04 Uhr zieht die chinesische Raumstation Tiangong tief im Süden in maximal 12° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel. Zwischen 18:59 Uhr und 19:04 Uhr kann die ISS in maximal 20° Grad Höhe im Süden (unterhalb von Sirius) und Südosten gesehen werden. Beim nächsten Überflug steigt sie ab 20:33 Uhr  oberhalb von Orion m Südwesten hoch, verschwindet jedoch schon um 20:38 Uhr noch bevor sie Jupiter erreicht im Erdschatten. Heute wechselt der Komet C/2024 E1 Wierzchos vom Sternbild Eridanus in das Sternbild Stier. Der Komet hat eine Helligkeit von 8,5mag (oder etwas weniger) und kann in einem guten Fernglas als kleiner grüner verwaschener Fleck gesehen werden. Um 21:00 Uhr zieht Kleinplanet (416)Vaticana (11,8mag) in nur 4,5' Bogenminuten Abstand an NGC 3414 (10,8 mag) vorüber.

Am Sonntag, den 15. März, geht die nur noch zu 16 Prozent beleuchtete Mondsichel um 5:35 Uhr auf.  Sie zeigte starke Libration Ost, der Krater Grimaldi ist daher fernab vom Rand. Auch wenn erst am kommenden Donnerstag Neumond ist, wird die schmale Sichel in den nächsten Tagen nicht mehr am Morgenhimmel zu finden sein. Bereits um 5:00 Uhr zieht Kleinplanet (3)Juno (11,2mag) in nur 6,5' Bogenminuten Abstand an NGC6814 (11,2mag) vorüber. Die ISS kann zwischen 19:48 Uhr und 19:53 Uhr in maximal 49° Grad Höhe im Süden bei einem Überflug gesehen werden. Um 23:30 Uhr zieht Kleinplanet (416)Vaticana (11,9 mag) in nur 3' Bogenminuten Abstand an Stern 44 LMi (6,0mag) vorüber.

 

Sonntag, 29. Mai 2022

30. Mai - 5. Juni 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 Die Nächte werden immer kürzer, die Sonne sinkt auch zur Nachtzeit nicht tiefer als 16° Grad unter den Horizont, selbst zu Neumond wird es also nachts nicht mehr richtig astronomisch dunkel. So fällt diese und wohl auch in den nächsten Wochen meine Vorschau relativ kurz aus. Am Montag ist Neumond, an den nachfolgenden Abenden kann man eine immer breiter werdende Mondsichel bewundern. Von den hellen Planeten sind am Morgenhimmel zu finden: ab ca. 2:00 Uhr Ringplanet Saturn, kurz nach 3:00 Uhr gehen die dicht beieinanderstehenden Jupiter und Mars auf und kurz nach 4:00 Uhr folgt die helle Venus. Die ISS kann nur noch am Montag tief über dem Horizont beobachtet werden.

Am Montag, den 30. Mai, geht die Sonne um 5:14 Uhr auf und um 21:32 Uhr unter. Heute ist exakt um 13:39 Uhr Neumond. Die ISS kann abends um 22:39 Uhr flach (nur 11° Grad Höhe) über dem südwestlichen Horizont bei einem Vorbeiflug gesehen werden. Ein neuer Meteorstrom, der durch den Zerfall des Kometen 73P/Schwassmann-Wachmann entstanden ist, könnte in der Nacht zum 31. Mai für vermehrte Sternschnuppen sorgen. Noch ist über diese sog. "tau-Herkuliden" wenig bekannt, jede systematische Beobachtung hilft hier auch der Wissenschaft.

Am Dienstag, den 31. Mai, stehen am Morgen bei Jupiter alle vier Monde auf der gleichen rechten, westlichen Seite. Die nur zu 2 Prozent (!) beleuchtete Mondsichel geht am Abend um 23:02 Uhr unter, kann aber vielleicht vorher, bei klarem Blick nach Nordwesten gefunden werden.

Am Mittwoch, den 1. Juni, beginnt um 4:15 Uhr ein Durchgang von Jupitermond Io vor der Planetenscheibe. Unser Erdmond geht kurz vor Mitternacht unter, er ist zu 5 Prozent beleuchtet, im "dunklen Teil" schimmert das Erdlicht. Um 19:25 Uhr fliegt die ISS genau vor der schmalen Mondsichel entlang, aber ob dies Ereignis wirklich zu beobachten sein wird? Es ist noch hellichter Tag. Am Samstag stehen die Chancen sicherlich besser. Nähere Informationen findet man dazu auf der Webseite von "vierwandfrei".

Am Donnerstag, den 2. Juni, steht der zu 10 Prozent beleuchtete Mond im Sternbild Zwillinge unterhalb von Castor und Pollux. Er geht erst am Freitag um 0:44 Uhr unter.

Am Freitag, den 3. Juni, wandert ab 4:43 Uhr der Schatten von Jupitermond Europa über die Planetenscheibe. der Mond ist am Abend zu 17 Prozent beleuchtet und geht erst am Samstag gegen 1:15 Uhr unter.

Am Samstag, den 4. Juni, ist der Mond am Abend zu ca. 25 Prozent beleuchtet, er geht gegen 1:45 Uhr am Sonntagmorgen unter. Um 18:38 Uhr fliegt die ISS genau vor der Mondsichel vorüber. Ob dies Ereignis sich jedoch am noch hellichten Tag dokumentieren lässt? Die Transitlinie, in der sich dieses Ereignis stattfindet läuft von Gütersloh über Hövelhof, Bad Lippspringe, Altenbeken, Brakel... Nähere Informationen findet man dazu auf der Webseite von "vierwandfrei".

Am Sonntag, den 5. Juni, Pfingsten, erreicht der Kleinplanet (416)Vaticana (10,1mag) seine Oppositionsstellung. Der Mond ist am Abend zu 33 Prozent beleuchtet. Er zeigt maximale Libration in Breite, so dass der Blick auf seinen Südpol möglich ist.