Freitag, 9. August 2024

9. August 2024: Veränderliche Sterne in der nördlichen Krone

 Zur Zeit schaut alle Welt immer wieder auf "T CrB", die "wiederkehrende Nova". Angeblich soll sie ja schon in diesem Jahr aufleuchten, auch wenn diesmal noch nicht 80 Jahre rum sind. Hier ein Bild von mir (alle Fotos auf dieser Seite wurden jeweils 5 Minuten lang am 4. August mit meinem Vespera Pro belichtet):

T CrB (exakt in der Bildmitte) am 4.8.2024 um 23:53 MESZ (fünf Minuten belichtet).

T CrB ist der Stern genau in der Mitte des Bildes. Auch ich habe T CrB in den lezten Monaten immer wieder fotografiert. Die Helligkeitsschwankungen sind nur sehr gering.

Alle Welt wartet auf einen erneuten Ausbruch der Nova.  Doch we hell wird sie wirklich werden? Bei den letzten beiden Ausbrüchen wurden am 12. Mai 1866 2,0mag erreicht und am 3. Februar 1946 3,0mag. Dieser zeitliche Abstand (und noch frühere Beobachtungen) deuten auf eine Periode von knapp 80 Jharen hin. Trotzdem wurde im letzten Jahr von einem Astronomen ein Ausbruch noch in diesem Jahr bis spätestens September 2024 prophezeit. Aber lassen sich solche dynamischen Systeme, die zu Novaausbrüchen führen, wirklich so präzise vorhersagen? Vielleicht müssen wir doch bis 2026 warten.

Hier einmal die visuellen Helligkeitsschätzungen der letzten Monate, wie sie bei der AAVSO eingereicht wurden. Man sieht sofort, dass der Stern immer nur ganz gering um die 10mag herum schwankt.

 

AAVSO Lichtkurve: T CRB 9.8.2022 bis 8.8.2024

 

Doch es gibt im Sternbild "nördliche Krone" noch ein paar weitere interessante veränderliche Sterne, die eine große Helligkeitsschwankung zeigen. Veränderliche Sterne werden mit großen Buchstaben gekennzeichnet:

R CrB:

R CrB (Variabilis Coronae)

 R CrB ist ein unregelmäßig veränderlicher Stern, der immer wieder mal von einer "Normalhelligkeit" von ca. 6mag auf bis zu 14mag abstürzt. Im Moment scheint er jedoch seine Normalhelligkeit von ca. 6,0mag zu besitzen.

Hier auch die Lichtkurve von R CrB:

Auch diese Lichtkurve zeigt die Schwankungen der letzten zwei Jahre

Man kann gespannt sein, wann wieder so ein starker Helligkeitsabfall passiert wie vor etwas über einem Jahr. Auf Grund der früheren Verläufe können wir ziemlich sicher annehmen, dies kann schon wieder bald der Fall sein. 80 Jahre warten müssen wir sicherlich nicht.

S CrB:

S CrB (von den beiden hellen Sternen der linke)

S CrB wurde 1860 von einem deutschen Amateurastronomen entdeckt. S CrB ist ein sog. Mira-Veränderlicher  Stern, der mit einer Periode von 360 Tagen zwischen den Helligkeiten 5,3mag und 13,6mag pendelt. Der helle Stern rechts von S CrB hat eine Helligkeit von 6,9mag. Für mich scheint S CrB etwas schwächer zu sein, vielleicht 7,3 mag.

Hier ebenfalls die Lichtkurve der AAVSO:

Lichtkurve von S CrB über die letzten zwei Jahre

Interressant ist, dass der Abfall langsamer erfolgt, danach ein schneller Anstieg, wobei die Maxima jedoch durchaus unterschiedlich hell ausfallen können.


W CrB:


W CrB

W CrB ist ebenfalls, wie S CrB, ein Veränderlicher vom Mira-Typ. Er schwankt zwischen 7,8mag und 14,3mag mit einer Periode von 238 Tagen. Im Moment nähert sich W CrB seinem Helligkeitsminimum. Ich schätze die Helligkeit auf Grund meines Fotos zur Zeit auf noch ca. 12,9mag ein.

Hier ebenfalls die aktuelle Lichtkurve:

Lichtkurve der AAVSO der letzten zwei Jahre für W CrB

Es gibt also in der nördlichen Krone einige spannende Sterne, deren regelmäßig Überwachung sich lohnt. Man braucht also nicht zu warten, dass sich irgendwann mal bei T CrB etwas tut, sondern man kann bis dahin vielleicht sogar noch mehrere vollständige Helligkeitsverläufe der anderen hier gezeigten Sterne verfolgen.


Donnerstag, 8. August 2024

8. August 2024: Großer Sonnenfleck

 Mal wieder ein Bild der Sonne:

Die Sonne am 8.8.2024 um 16:54 MESZ

Der große Fleck links der Mitte ist sogar - natürlich nur mit angemessenem Augenschutz wie einer SoFi-Brille - mit dem bloßem Auge sichtbar.

Aber ob das auch mehr Polarlichter bedeutet? Für den 10. August ist ein kleinerer magnetischer Sturm angekündigt. Dieser geht jedoch nicht auf den großen Fleck (AR 3780) zurück, sondern noch auf einen CME aus den Gruppen rechts daneben (AR 3774/3777). Potential für starke Flares und CMEs haben mehrere Gruppen, aber wann und wo was zündet - und ob der CME dann auch wirklich erdgerichtet ist - das steht - wie immer - in den Sternen.

Mittwoch, 7. August 2024

7. August 2024: Mars und Jupiter bei den Plejaden und Hyaden

Unser Sternenhimmel bietet für späte Nachtschwärmer oder frühe Frühaufsteher zur Zeit einen besonderen Leckerbissen: 

Gut nach 1:00 Uhr in der Nacht steigt im Osten das Sternbild Stier auf und mit ihm zusammen die Planeten Mars und Jupiter.

Zu erkennen ist als erstes das Siebengestirn, die Plejaden. Eine kleine Ansammlung von Sternen, die man schon mit bloßem Auge als kleinen Sternhaufen erkennen kann. Etwas später erscheint dann darunter ein "liegendes V", ebenfalls ein Sternhaufen (die "Hyaden") mit einer ganz charakteristischen Form, die einzelnen Sterne stehen weiter auseinander als bei den Plejaden.

Und vor den Hyaden (vor der geöffneten Seite des "V") sieht man zwei helle Sterne, der ganz helle ist der Planet Jupiter, der nächst hellere, etwas rötlicher erscheinende ist der Planet Mars.

Hier ein Bild von heute Morgen:

Plejaden, Mars, Hyaden und Jupiter am 7. August 2024 um 3:40 Uhr

Das Bild entstand mit meiner Canon RP Kamera aus freier Hand. Damit es nicht verwackelt, musste ich leider die ISO Zahl sehr, sehr hoch setzen, es ist also wirklich kein "schönes" Bild. Wer um diese Zeit draußen ist und wolkenfreien Himmel in Richtung Osten hat, sollte den Anblick einfach genießen.

Und vielleicht haben wir ja Glück und können auch in den nächsten Tagen immer mal wieder in diese Richtung schauen. (Auch wenn die Uhrzeit vielleicht nicht gerade die angenehmste ist.) Man kann dann von Tag zu Tag tatsächlich die Bewegung der Planeten, die ja auch "Wandelsternne" heißen, wahrnehmen und selbst erleben. Jupiter bewegt sich nur sehr langsam. Um diese Bewegung zu sehen, ist es bnesser, täglich mit einem Fernglas in seine Richtung zu schauen und  seine Position mit den schwächeren Sternen direkt unterhalb  von Jupiter zu vergleichen. Dann wird man merken, er bewegt sich tatsächlich langsam in die linke (östliche) Richtung.

Viel auffälliger ist die Bewegung des Mars. Zum einen bewegt er sich tatsächlich viel schneller als Jupiter auf seiner Bahn um die Sonne, zum anderen ist er unserer Erde wesentlich näher, so dass auch die Perspektive deutlich zur scheinbaren Geschwindigkeit beiträgt. Mars wird in den kommenden Tagen nämlich Jupiter überholen! Am 14. und 15. August stehen die beiden so dicht nebeneinander, dass der Abstand geringer als ein Vollmonddurchmesser ist. Sie werden dann eher wie ein heller "Doppelstern" erscheinen. Besonders im Fernglas bestimmt ein toller Anblick!

Hier die ungefähre Bewegung der beiden Planeten von heute bis zum 17. August:

So ungefähr bewegen sich Mars und Jupiter in den kommenden Tagen

Viel Spaß beim Beobachten! Hoffentlich haben wir klaren Himmel!

Dienstag, 6. August 2024

4. August 2024: (K)ein Polarlicht, Sternschnuppen und andere Überflieger

 Am Sonntag, den 4. August war es tagsüber meist bedeckt. Endlich wollte ich mal wieder früh ins Bett gehen. Leider machte ich einen großen "Fehler": Schon im Bett liegend griff ich noch einmal zu meinem Handy und schaute ins Polarlichtforum: Dort wurde doch tatsächlich gerade Polarlicht gemeldet! Vor einer guten Viertelstunde aus meiner Region, aus Geseke. Und auch das Tool von Michael Theusner meldete für 23:05 Uhr: 90% Wahrscheinlichkeit für fotografisches Polarlicht.

Sollte der Himmel doch klar sein? Schnell wieder Klamotten übergezogen, auf die Terasse gegangen und tatsächlich: Dort waren einzelne Sterne zu sehen. Also Kamera aus der Ecke geholt, Weitwinkelobjektiv angeschraubt und in meinem Garten Richtung Norden ausgerichtet.

Hier das erste Foto des Abends:

Blick nach Norden um 23:31 MESZ

Leider sieht man auf dem Bild nicht nur Sterne sondern auch Wolken. Der Große Wagen ist in der linken Bildhälfte gut zu erkennen. Der Polarstern steht etwa in der Mitte des Bildes hoch über dem Baum. Die Strichspur rechts oben stammt wahrscheinlich von einem Satelliten.

Aber Polarlicht? Meines Erachtens nicht wirklich zu erkennen. Vielleicht hinter den Schleierwolken?  Später stellte sich heraus, dass ich wahrscheinlich den besten Teil der "Show" verpasst hatte. Kurz nach 23 Uhr waren von einigen Beobachtern sogar rötliche Beamer gemeldet worden, als ich anfing, war das meiste leider schon vorbei.

Ich habe meine Kamera jedenfalls bis kurz vor 1 Uhr durchlaufen lassen, auch wenn dann schon viele andere Beobachter ganz aufgegeben hatten. Einige berichteten, sie hätten nach Mitternacht zumindest einen violetten Schimmer wahrgenommen. 

Violettes "PL - Glühen" ? Aufgenommen um 0:16 Uhr MESZ

Solch leicht violettes Glühen habe ich dann auch auf meinen Bildern gefunden. Das ist in der Tat "normalerweise" nicht auf den Bildern drauf. So richtig "klassisches" Polarlicht ist es aus meiner Sicht jedoch auch nicht. Zumal dies auch wirklich nur fotografisch sichtbar ist. Aber immerhin, irgendeine Ursache muss es ja haben - und wenn auch andere Beobachter aus ganz anderen Orten Deutschlands so etwas melden, wird es nicht nur am Weißabgleich meiner Kamera liegen können. 

Der helle Doppelstrich oben rechts im Bild stammt übrigens von einem Flugzeug. Eines von mehreren, die ich auf meinen 350 Bildern dieser Nacht finden konnte.

Ich konnte auch eine ganze Reihe von Satelliten "einfangen". Gleich zu Beginn flogen zwei Satelliten in entgegen gesetzten Richtungen quer durch mein Bild. Man kann diese leicht identifizieren, wenn man die Strichspuren über mehrere Bilder hinweg verfolgt:

Von oben rechts fliegt ein Satellit nach unten

Zeitgleich steigt links der Mitte ein Satellit nach oben auf

Jetzt sind beide etwa auf gleicher Höhe

Der linke fliegt weiter nach oben, der rechte verschwindet (fast) hinter den Wolken.


Die Bilder entstanden innerhalb einer Minuten. Ich hatte per Intervallschaltung immer vier Bilder pro Minute gemacht, also knapp 15 Sekunden belichtet (bei f=16mm (Weitwinkel), Blende 2.8 und ISO 1600 mit meiner Canon RP).

In der Zeit gab es jedoch noch weitere Überraschungen am Nachthimmel:

Sternschnuppe (?)um 23:38 Uhr MESZ ...

Auf dem nächsten Buld ist noch eine kurze Verlängerung der Strichspur zu erkennen:

... oder doch nur ein Satellitenflare?

Und noch ein ähnliches Ereignis:

Um 0:16 Uhr MESZ (also schon am 5. August)

Hier war auf den Bildern direkt davor oder danach keine weitere Strichspur zu erkennen. Während bei dem oberen Ereignis der Helligkeitsanstieg ja ganz plötzlich kam, wurde diese Strichspur nur "langsamer" hell. Vielleicht beides Sternschnuppen? Wenn es welche wareb, können es jedoch keine Perseiden gewesen sein, denn das Sternbild Perseus steht unterhalb der Kassiopeia, also in meinem Bild ganz rechts am Rand, meist durch den Baum verdeckt. 

Eine Perseide am linken Bildrand um 23:49 MESZ

Perseiden müssen also von rechts nach links durch das Bild fliegen und dies scheint bei dieser Sternschnuppe tatsächlich der Fall zu sein. Verfolgt man die Flugbahn nach rechts, könnte sie tatsächlich aus dem Sternbild Perseus gekommen sein.

Etwas später ein Ereignis am rechten Bildrand:

23:56 Uhr MESZ: Sternschnuppe oder Satellitenflare?

Auch hier das Bild direkt danach:

... wohl eher Satellitenflare

 

Die Verlängerung der Strichspur ganz am rechten Rand scheint mir eher auf einen Satellitenflare hinzudeuten. Eine Perseide direkt im Sternbild Perseus müsste aus meiner Sicht auch eher eine deutlich kürzere Bahn zeigen, da sie dort ja eher direkt auf uns zufliegen würde und nicht quer an uns vorbei.

Zwischendurch um 23:50 Uhr MESZ gab es noch eine weitere Merkwürdigkeit, hier einmal auf den folgenden drei Bildern:

Ein blauer (??) Satellit...

... zieht ....

... seine Bahn.

Ein so deutliche blaue Strichspur habe ich bislang noch nie in meinen Nachtfotos gesehen. Eigentlich sind solche Strichspuren doch immer reflektiertes Sonnenlicht, also weiß. Kann das ein fotografisches Artefakt sein? Oder irgendetwas wirklich besonderes?

Es ist schon faszinierend, was man alles so aufnimmt am Himmel, wenn man die Kamera einfach mal 90 Minuten durchlaufen lässt und so rund 360 einzelne Fotos produziert.

Wegen der Satelliten will ich mal bei heavens-above nachrecherchieren. Vielleicht lässt sich der eine oder andere ja auf Grund seines Bahnverlaufs noch identifizieren.


Sonntag, 4. August 2024

5. - 11. August 2024: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond wieder langsam zu. Um ihn zu beobachten braucht man jedoch freie, klare Sicht Richtung Westhorizont. So lassen sich ab ca. 23 Uhr die Nächte durchaus noch für deep-sky-Beobachtungen nutzen, zumal die astronomische Dämmerung erst nach 3 Uhr am nächsten Morgen beginnt. Von den hellen Planeten steigt Saturn ab ca. 22:30 Uhr ausreichend hoch über die Egge, so dass man ihn  beobachten kann. Mars folgt ab etwa 1:15 Uhr und Jupiter ab 1:30 Uhr. Komet 13P/Olbers kann immer noch gegen 23 Uhr in ca. 15° Grad Höhe unterhalb der großen Bärin gefunden werden. Die ISS kann in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen gesichtet werden. Am Montag, den 12. August erreichen die Perseiden ihre Maximum, einzelne Sternschnuppen aus diesem Strom wird man auch schon in dieser Woche am Nachthimmel beobachten können.

Am Montag, den 5. August, geht die Sonne um 5:54 Uhr auf und um 21:06 Uhr unter. Die Tage werden allmählich deutlich kürzer, gegenüber Montag vor einer Woche um 23 Minuten. Saturnmond Titan steht heute früh in westlicher Elongation.

Am Dienstag, den 6. August, geht die zu 5 Prozent beleuchtete schmale Mondsichel um 22:04 Uhr unter. Kleinplanet (7) Iris (8,2mag) steht heute in Opposition zur Sonne. Ebenso Kleinplanet (16) Psyche (9,8mag). Saturnmond Dione steht heute früh in östlicher Elongation.

Am Mittwoch, den 7. August, ist die Mondsichel am Abend schon zu 10 Prozent beleuchtet, geht aber auch schon um 22:14 Uhr unter. Bei Jupiter stehen nach seinem Aufgang in der Frühe alle vier Monde auf der östlichen, linken Seite.

Am Donnerstag, den 8. August, ist die Mondsichel am Abend zu 17 Prozent beleuchtet und geht um 22:23 Uhr unter. Saturnmond Tethys steht morgens in westlicher Elongation, am Abend steht Dione in östlicher und Rhea in westlicher Elongation.

Am Freitag, den 9. August, ist die Mondsichel am Abend zu 24 Prozent beleuchtet und geht um 22:32 Uhr unter. Eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang steht der Mond jedoch nur 8° Grad über dem Horizont. Ab 3:15 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Io über die Planetenscheibe (bis 5:25 Uhr) , ab 4:50 Uhr auch der von Ganymed. Asteroid (74)Galatea (11,6mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Samstag, den 10. August, ist die Mondsichel am Abend zu 33 Prozent beleuchtet und geht um 22:43 Uhr unter. In der Frühe wird bei Jupiter Mond Io bis 3:54 Uhr durch Jupiter bedeckt, die Saturnmonde Tethys und Dione stehen in westlicher Elongation.

Am Sonntag, den 11. August, ist die Mondsichel am Abend zu 45 Prozent beleuchtet und geht um 22:55 Uhr unter. Der Mars nähert sich jetzt immer mehr dem Jupiter und wird in der nächsten Woche an ihm vorüber ziehen. In der Frühe stehen die Saturnmonde Tethys und Rhea in östlicher Elongation. Bei Jupiter endet um 3:11 Uhr ein Durchgang von Europa vor der Planmetenscheibe.

Samstag, 3. August 2024

2./3. August 2024: Supernova in NGC 6384

 Nach der Nova in Vulpecula habe ich mein Vespera Pro Teleskop auf NGC 6384 im Sternbild Schlangenträger ausgerichtet. 

Dort leuchtet zur Zeit eine Supernova, sie wurde am 23. Juli entdeckt. 

NGC 6384 wurde 1863 vom deutschen Astronomen Albert Marth entdeckt. Die Galaxie ist 80 Millionen Lichtjahre von uns entfernt und nur 11,2mag hell. 

Die Helligkeit der Supernova wurde zuletzt mit 15,8mag angegeben. In meinem Foto konnte ich sie jedoch recht einfach durch einen Vergleich mit den Bildern bei Wikipedia identifizieren. Von daher schätze ich sie etwas heller ein.

SN 2024pxl in NGC 6384 am 3. August 2024 um 0:05 Uhr MESZ

Das Bild wurde 50 Minuten belichtet. Mit meiner Objekt bleibt die Galaxie natürlich nur ein kleiner "verwaschener" Fleck in der Mitte des Bildes. Spiralarme - wie auf Bildern des Hubble-Satelliten - lassen sich nicht ausmachen.



Freitag, 2. August 2024

2. August 2024: Ein neuer Stern im Füchslein

 Im Sternbild Vulpecula ("Füchslein") leuchtet seit ein paar Tagen ein neuer Stern. "Leuchtet" ist wohl selbst aus Sicht der meisten Hobbyastronomen etwas übertrieben, denn dieser Stern hat nur eine Helligkeit von rund 10mag, Tendenz: schon wieder schnell schwächer werdend.

Aber es ist trotzdem ein quasi "neuer Stern", eine Nova! Denn an der Stelle, wo dieser Stern aufleuchtet, ist vorher praktisch kein Stern zu erkennen gewesen.

Entdeckt wurde die Nova durch ein automatisches Milchstrassenüberwachungsprogramm. Hier geht es zur englischsprachigen Mitteilung der Entdeckung. Eine schnelle spektroskopische Untersuchung ergab, dass es sich bei diesem Objekt tatsächlich um eine Nova handelt, auch hier der Bericht auf Englisch.

Die Entdeckung wurde schnell in der "British Astronomical Association" diskutiert. Inzwischen gibt es auch schon erste Lichtkurven bei der AAVSO. (Dort auf der Homepage etwas scrollen, dann unter "Resources" "Pick a Star" in die Suchzeile "Nova Vul 2024" eingeben und auf  "Plot a light curve" klicken.

Hier mein Foto dieser Nova (durch zwei rote Linien markiert):

Nova Vul 2024 am 2. August 2024 gegen 23 Uhr MESZ

Die Nova befindet sich in einer sternenreichen Gegend. Mit den richtigen

19 43 07.51 +21 00 20.4 (2000.0)

Koordinaten sollte sie aber auch visuell auf Grund der benachbarten Sternenmuster (z.B. die "Viererkette" leicht rechts unterhalb) zu finden sein.