Sonntag, 6. November 2022

7. - 13. November 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Vollmond. Sein helles Licht macht die Beobachtung von lichtschwachen "deep-sky"-Objekten schwierig. Hoffen wir, dass wenigstens das Wetter mitspielt, was jetzt im November jedoch oft schwierig wird. Von den hellen Planeten sind wie in den Vorwochen Saturn (bis ca. 22:30 Uhr), Jupiter (bis ca. 2:30 Uhr) und Mars gut zu beobachten. Auch die Fernglasplaneten Uranus und Neptun (bis ca. 1:30 Uhr) können gefunden werden. Und es gibt viele weitere Ereignisse, die eine Beobachtung lohnen. Die ISS beendet leider in dieser Woche eine morgendliche Sichtbarkeitsperiode. Aber vielleicht gelingt ja auch noch einmal ein Foto vom Kometen C/2022 E3 ZTF. Dieser ändert seine Position unterhalb der nördlichen Krone nur wenig und ist bis ca. 20 Uhr und dann wieder ab 5 Uhr zu sehen.

Am Montag, den 7. November, ist die ISS gegen 6:02 Uhr kurz und tief am südlichen Morgenhimmel unterhalb von Sirius zu sehen. Die Sonne geht um 7:30 Uhr auf und um 16:47 Uhr unter. Der helle Tag dauert also nur noch wenig über neun Stunden. Die Vollmondnacht beginnt mit dem Aufgang des Mondes um 16:26 Uhr, er geht am nächsten Morgen um 7:32 Uhr unter.

Am Dienstag, den 8. November, kann die ISS um 5:15 Uhr letztmalig in dieser Sichtbarkeitsperiode kurz im Süden in maximal 12° Grad Höhe gesichtet werden. Der Mond erreicht exakt um 12:02 Uhr seine Vollmondposition. Es kommt sogar zu einer totalen Mondfinsternis. Diese ist jedoch nur in Amerika und Asien zu sehen. Europa geht diesmal leer aus, der Mond steht zu dieser Zeit bei uns ja tief unter dem Horizont. Bei uns geht der immer noch volle Mond um 16:42 Uhr auf, um Mitternacht steht er ca. 57° Grad hoch am Himmel. Bei Saturn steht am Abend der Mond Dione in westlicher Elongation.

Am Mittwoch, den 9. November, zieht der Mond am Abend durch das "goldene Tor" der Ekliptik, also zwischen den Hyaden und den Plejaden hindurch. Er ist immer noch zu 98 Prozent beleuchtet und überstrahlt alles in seiner Nähe. Um 20:41 Uhr beginnt und um 21:41 Uhr endet eine Bedeckung von 37 Tauri (4,5mag), der Stern taucht dann am dunklen Mondrand in der Nähe des Mare Crisium wieder auf. Der Planet Uranus steht heute in Opposition zur Sonne. Bei Saturn stehen die Monde Dione und Tethys in östlicher Elongation. Um 23:38 Uhr beginnt eine Bedeckung von Jupitermond Io.

Am Donnerstag, den 10. November, nähert sich der immer noch zu 94 Prozent beleuchtete Mond (Aufgang 17:32 Uhr) allmählich dem Mars. Der Meteorstrom der Tauriden erreicht heute sein Maximum, durch den hellen Mond wird von ihnen aber wohl nicht viel zu sehen sein. Um 20:43 Uhr und um 21:54 Uhr enden zwei Sternbedeckungen von einem 6,3mag und einem 5,6mag hellen Stern. Um 20:52 Uhr (bis 23:05 Uhr) beginnt ein Durchgang von Jupitermond Io vor der Planetenoberfläche, ab 21:54 Uhr (bis 0:08 Uhr) wandert Ios Schatten über den Planeten. Exakt um 23h:35m:28s soll die ISS vor dem Mond vorbeifliegen. Da die ISS sich jedoch im Erdschatten befindet, ist sie dunkel und vor bzw. nach dem Mond-Transit nicht zu sehen. Ob trotzdem eine Beobachtung möglich sein wird? Der Transit dauert weniger als eine Sekunde! Der Zeitpunkt ist für meinen Garten gerechnet, für andere Orte können die exakten Transitzeiten auf dieser Webseite berechnet werden.

Am Freitag, den 11. November, Martinstag, ist der Mond an Mars vorbeigezogen, um 19 Uhr beträgt der Abstand 3,4°, also etwa 7 Monddurchmesser. Der Mond geht um 18:02 Uhr auf. Bei Jupiter stehen zunächst alle vier galiläischen Monde auf der westlichen Seite, ab 18:05 Uhr wird Io bedeckt (bis 21:19 Uhr), ab 18:42 Uhr (bis 23:21 Uhr) Europa, zwischenzeitlich sind dann nur Ganymed und Kallisto zu sehen.

Am Samstag, den 12. November, steht der Mond schon im Sternbild Zwillinge. Er ist zu 82 Prozent beleuchtet und geht um 18:52 Uhr auf. Der Planetoid (27) Euterpe steht heute in Opposition zur Sonne und wird ca. 8,8mag hell. Um 17:33 Uhr endet ein Durchgang von Jupitermond Io vor dem Planeten, bis 18:24 Uhr fällt Ios Schatten auf die Jupiterscheibe. Bei Saturn steht heute der Mond Tethys um 18:45 Uhr in westlicher und die Monde Dione (um 18 Uhr), Rhea (um 20 Uhr) und Titan (21 Uhr) in östlicher Elongation. In Bochum findet heute die berühmte "Bochumer Herbsttagung der Amateurastronomen" mit elf hochinteressanten Vorträgen statt. Das genaue Programm der Tagung finden Sie hier.

Am Sonntag, den 13. November, verspätet sich der Mondaufgang um eine weitere Stunde, er geht heute erst um 19:50 Uhr auf und ist zu 75 Prozent beleuchtet. Zwischen 19:23 Uhr und 21:57 Uhr wird Jupitermond Ganymed durch den Schatten des Planeten Jupiters verfinstert.


Samstag, 5. November 2022

5. November 2022: Sonne und Mond

 Heute gab es tagsüber und auch am Abend immer mal wieder Lücken zwischen den Wolken.

Hier ein Foto der Sonne mit einigen Sonnenflecken:

Unsere Sonne um 13:16 Uhr MEZ

Und hier ein Foto des Mondes:

Der Mond um 22:36 Uhr


Freitag, 4. November 2022

2. November 2022: Vieles passiert am Himmel

 Am Abend des 2. November 2022 war es zunächst klar, so dass ich meine Ausrüstung einmal mehr auf die Terrasse geschleppt habe und Beobachtungen am Sternenhimmel unternommen habe. 

Am einfachsten war natürlich der Mond zu beobachten:

Der Mond am 2. November um 19:43 Uhr MEZ

Der Mond war zu 67 Prozent beleuchtet. Er ging kurz vor Mitternacht unter.

Zuvor entstand dieses Foto vom Kometen C/2022 E3 ZTF. Er scheint gegenüber der letzten Aufnahme vom 9. Oktober in der Tat etwas heller geworden zu sein. Trotzdem bleibt er nur ein fotografischer Komet. Mit dem bloßen Auge lässt sich auch im Fernrohr noch kein Schweif erkennen.

C/2022 E3 ZTF am Abendhimmel

Die Streifen auf dem Foto entstanden wahrscheinlich durch durchziehende Schleierwolken am Himmel. Für dieses Bild wurden von meiner Vespera Beobachtungsstation 128 Einzelbilder mit insgesamt 1280 Sekunden Belichtungszeit (gleich 21 Minuten und 20 Sekunden) gestackt.

Trotz des hellen Mondlichts habe ich mich getraut, lichtschwache Galaxien im Sternbild Widder abzulichten. Au dem folgenden Bild kann man zum einen in der Bildmitte die Galaxien NGC 877 und NGC 876 erkennen, sowie etwas rechts oberhalb davon NGC 870 und NGC 871:

Zwei Galaxienpaare im Sternbild Widder

 NGC 877 und NGC 876 sind ca. 175 Millionen Lichtjahrte von uns entfernt, die beiden Galaxien haben jeweils einen Durchmesser von ca. 100.000 Lichtjahren, sind also in etwa so groß wie unsere Milchstrasse. Diese Galaxien sind miteinander gravitativ verbunden.

NGC 870 und NGC 871 stehen dagegen nur zufällig dicht nebeneinander. NGC 871 ist etwa soweit entfernt wie auch NGC 876 und 877, NGC 870 dagegen ist ca. 750 Millionen Lichtjahre entfernt.

NGC 877 hat eine Helligkeit von etwa 12,5mag, NGC 876 nur von 16mag, NGC 871 von 13,6mag und NGC 870 auch nur von 16mag.

Die Belichtungszeit dieses Bildes betrug 1930 Sekunden, also etwas über 32 Minuten. Gerne hätte ich diese Galaxien noch etwas länger belichtet, doch da machten mir die Wolken einen Strich durch die Rechnung.

Hauptziel von mir war an diesem Abend aber eigentlich die Beobachtung der großen Planeten. Hier ein Bild von Neptun:

Neptun (der hellere "Stern" zum rechten Rand hin)

Neptun hat eine Helligkeit von ca. 7,8mag und ist auf halber Höhe zum rechten Bildrand hin zu finden. Der helle Stern etwas links oberhalb von Neptun hat eine Helligkeit von 7,2mag, während die Sterne der leicht geschwungenen "Viererkette" oberhalb von Neptun bei 10 bis 11mag liegen.

Dass der Himmel immer wieder von dunstigen Hochnebel- oder Schleierwolken durchzogen wurde, hat diesen Beobachtungsabend nicht einfacher gemacht. So habe ich zwischendurch, als in Richtung Ekliptik kaum etwas zu sehen war, die Vespera Beobachtungsstation einfach mal auf den Nordamerikanebel hoch im Zenit geschwenkt:

NGC 7000, Nordamerikanebel

Dieses Bild wurde ca. 45 Minuten belichtet.

Nicht weit vom Nordamerikanebel entfernt findet sich der planetarische Nebel NGC 7027. Im Karkoschka wird er als punktförmig erwähnt. in großes Teleskopen sieht er jedoch phantastisch aus und  trägt zurecht auch Namen wie "Rosa Kissen Nebel", "Sugar Pops nebula" oder auch "Fliegender Teppich-Nebel". Im nachfolgenden Bild habe ich ihn durch einen Kreis gekennzeichnet:

NGC 7027

Hier auch noch zwei Bilder von Saturn und Jupiter mit einiger ihrer Monde:

Saturn mit Rhea (oberhalb), Dione (rechts) und Titan (ganz rechts)

Jupiter mit (v.l.n.r.) Kallisto, Europa, Ganymed und Io

Auf dem ersten Bild habe ich Saturn stark überbelichtet, damit die Monde Rhea und Dione (beide ca. 10mag) noch sichtbar werden. Bei Jupiter habe ich dagegen so belichtet,  dass einerseits die Streifen auf Jupiter noch sichtbar sind, aber auch die Monde gerade noch zu erkennen sind.

Bei Jupiter sind an dem Abend die Monde Europa und Ganymed ab 21:45 Uhr vor der Jupiterscheibe entlang gewandert. Ab 23:30 Uhr sollte dann Europas Schatten und später auch der von Ganymed über die Scheibe wandern. Leider war es dann jedoch bei uns so stark bewölkt, dass keine sinnvolle Beobachtung mehr möglich war.

Hier nun vier weitere Jupiterbilder, die auf eine etwas andere Weise entstanden sind. Mit meiner speziellen Astrokamera (eine ZWO ASI178MC), die ich an mein Teleskop angeschlossen hatte, habe ich kleine Videos von zwei Minuten aufgenommen. Jedes Video enthält dann viele tausend Einzelbilder, von denen per Software automatisch die besten 10 bis 25 Prozent gestackt (also übereinander gelegt) werden. Das entstandene Summenbild wird dann anschließend noch geschärft. Ich habe hierfür mit verschiedenster Software gearbeitet (Planetary System Stacker, autostakkeert, Registax). Ganz zufrieden bin ich mit meinen Ergebnissen noch nicht. Mal ist die Schärfung zu übertrieben, manchmal zu sanft. einige der Videos waren auch wegen der vielen Wolken gar nicht zu gebrauchen. Doch hier nun eine kleine Auswahl von vier Bildern:

Jupiter um 20:29 Uhr MEZ

 
Jupiter um 21:08 Uhr MEZ

Jupiter um 21:51 Uhr MEZ

Jupiter um 22:14 Uhr MEZ

Man kann schön erkennen, wie die Jupitermonde Europa und Ganymed sich auf der linken Seite vor die Planetenscheibe drehen und Io auf der rechten Seite hinter dem Planeten verschwindet. Auch kann man durch die Bewegung des Großen Roten Flecks die Rotation des Jupiters erkennen. Schade, dass es dann zu bewölkt wurde und keine Aufnahme der Schatten von Europa oder gar Ganymed auf dem Planeten fotografiert werden konnten.


Dienstag, 1. November 2022

1. November 2022: Der Mond am Abendhimmel

 Leider hatte ich heute Abend nur wenig Zeit, den klaren Himmel zu genießen. Für ein Foto des Mondes hat es jedoch gereicht:

Der Mond am Abend des 1. November 2022

Heute in der Frühe um 7:37 Uhr hatte der Mond das Erste Viertel erreicht. Jetzt war er bereits zu 55 Prozent beleuchtet. 

Nicht auf dem Foto sichtbar, aber mit dem bloßen Auge, konnte man etwas oberhalb des Mondes auch den Planeten Saturn sehen. Saturn zeigte im Spektiv sehr schön seinen Ring. Und wenn man ganz genau hinschaute, konnte man rechts unterhalb von Saturn auch seinen Mond Titan als kleinen Lichtpunkt erkennen.

Dann habe ich noch geschaut, ob sich der Komet C/2022 E3 ZTF noch einmal am Himmel finden lässt. Er sollte gegenüber dem 9.Oktober, wo ich ihn das letzte Mal fotografiert hatte, ja schon etwas heller geworden sein. In der entsprechenden Richtung, leicht unterhalb des Sternbilds "nördliche Krone" konnte ich im Spektiv auch ein paar kleine Lichtpünktchen ausmachen. Aber ob eines davon wirklich der Komet war, ließ sich nicht mit Sicherheit sagen. Der kleine Schweif ist wohl nachwievor nur fotografisch zu erkennen.

Sonntag, 30. Oktober 2022

31. Oktober - 6. November 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche kommt es uns zunächst so vor, als ob es morgens früher hell und abends früher dunkel wird, dies liegt jedoch nur an der Umstellung zurück auf die Normalzeit am vergangenen Sonntag. Die Schulkinder werden es uns danken und auch wir Hobbyastronomen freuen uns, am Abend schon eher mit unserem Hobby der Beobachtung des Nachthimmels beginnen zu können. In dieser Woche nimmt der Mond stark zu und wird von Abend zu Abend heller. Von den großen Planeten ist Saturn noch bis gegen 23 Uhr im Südwesten zu sehen. Jupiter strahlt am Abend am hellsten, er geht gegen 3 Uhr im Westen unter und Mars geht um ca. 19 Uhr im Osten auf und steigt im Laufe der Nacht immer höher. Auch die Fernglasplaneten Uranus und Neptun können am Abend gefunden werden.Die ISS kann bei morgendlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 31. Oktober, Reformationstag, geht die Sonne am Morgen um 7:17 Uhr auf und um 16:59 Uhr unter. Der helle Tag ist also keine zehn Stunden mehr lang. Die ISS tritt um 5:11 Uhr direkt im Zenit über unseren Köpfen aus dem Erdschatten heraus und fliegt bis 5:14 Uhr schnell Richtung Osten der Sonne entgegen. Der Mond ist am Abend zu 44 Prozent beleuchtet, er steht jedoch maximal nur 12° Grad über dem Horizont. Er wird also an vielen Orten durch benachbarte Häuser oder Bäume kaum zu sehen sein. Er zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Nordpol schauen können.

Am Dienstag, den 1. November, Allerheiligen, tritt die ISS um 5:58 Uhr im Westen aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann hoch (in maximal 72° Grad Höhe, oberhalb des Planeten Mars) über unseren Morgenhimmel hinweg. Der Mond erreicht um 7:37 Uhr exakt das Erste Viertel, steht dann jedoch bei uns unter dem Horizont. Am Abend nähert er sich dem Planeten Saturn, bleibt jedoch deutlich unterhalb von ihm. Er geht um 23:14 Uhr unter.

Am Mittwoch, den 2. November, erscheint die ISS um 5:12 Uhr genau im Süden in 82° Grad Höhe und fliegt dann schnell bis 5:17 Uhr Richtung Osthorizont. Ein zweites Mal fliegt sie zwischen 6:46 Uhr und 6:53 Uhr in nur 34° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Der Mond ist heute Abend zu zwei Drittel beleuchtet, um 20 Uhr steht er 20° Grad hoch im Süden und er geht erst nach Mitternacht unter. Um 22:10 Uhr bedeckt der Mond ein 7,4mag schwaches Sternchen, hier ist zur Beobachtung sicherlich ein kleines Teleskop notwendig. Bei Jupiter beginnt um 21:45 Uhr sowohl ein Durchgang von Mond Europa als auch von Mond Ganymed vor der Planetenscheibe, ab 21:50 Uhr wird Mond Io bedeckt, so dass dann nur noch der Mond Kallisto neben dem Planeten zu sehen sein wird. Europas Schatten fällt ab23:30 Uhr (bis 2:00 Uhr) auf den Planeten, der von Ganymed ab 1:23 Uhr. Der veränderliche Stern Algol steht heute um 23:00 Uhr im Minimum.

Am Donnerstag, den 3. November, fliegt die ISS zwischen 5:59 Uhr und 6:06 Uhr in maximal 46° Grad über unseren Himmel hinweg. Der Mond ist heute zu 77 Prozent beleuchtet, gegen 20:48 Uhr erreicht er mit 27° Grad die höchste Position über dem Horizont. Um 19:03 Uhr beginnt ein Durchgang von Io vor der Planetenscheibe (bis 21:17 Uhr), Ios Schatten fällt von 19:58 Uhr bis 22:12 Uhr auf den Planeten. Der veränderliche Stern beta Lyra steht heute um 20:50 Uhr im Minimum.

Am Freitag, den 4. November, ist die ISS zum einen zwischen 5:13 Uhr und 5:16 Uhr im Südosten zu sehen, ein zweiter Überflug in maximal 18° Grad Höhe über dem Horizont findet zwischen 6:46 Uhr und 6:53 Uhr statt. Der Mond steht heute unterhalb von Jupiter und ist zu 85 Prozent beleuchtet. Bei Saturn steht heute Abend Mond Titan in westlicher Elongation. Heute Nacht hat der Meteorstrom der Tauriden sein Maximum, durch den hellen Mond werden jedoch nicht viele Sternschnuppen zu sehen sein.

Am Samstag, den 5. November, tritt die ISS um 6:00 Uhr im Sternbild Orion aus dem Erdschatten heraus und fliegt in maximal 25° Grad Höhe bis 6:06 Uhr schnell nach Osten. Der Mond geht um 16 Uhr auf und ist zu 92 Prozent beleuchtet. Bei Saturn stehen die Monde Dione und Rhea in westlicher Elongation.

Am Sonntag, den 6. November, ist die ISS um 5:14 Uhr kurz im Südosten für ca. 3 Minuten zu sehen. Der Mond scheint fast die ganze Nacht, mit 97 Prozent Beleuchtung sieht er schon (fast) voll aus. Bei Jupiter endet um 15:55 Uhr eine Verfinsterung von Mond Ganymed.

Samstag, 29. Oktober 2022

25. Oktober 2022: Das war die partielle Sonnenfinsternis bei uns in Bad Lippspringe

Die Wettervorhersage war nicht besonders freundlich, es sollte recht bewölkt sein. Einzig für Süddeutschland war klarer Himmel vorher gesagt, das war mir dann aber doch zu weit weg von Zuhause. So wurde es dann ein recht spannender Beobachtungstag.

Ab 10:00 Uhr begann ich meine Beobachtungsgeräte auf der Gartenterrasse aufzubauen. Das große C8-Teleskop, an welches ich meine digitale Spiegelreflexkamera angeschlossen habe um Fotos zu machen. Und mein Spektiv, was ich parallel zur visuellen Beobachtung nutzen wollte. Beide Geräte natürlich mit Sonnenfilterfolie geschützt. Außerdem baute ich mein Vespera Beobachtungsstation auf, mir war jedoch klar, ohne eine längere Sonnenlücke würde ich diese kaum überhaupt initialisiert bekommen. Und schließlich auch noch mein PST, ein spezielles kleines H-Alpha-Teleskop, mit dem man sogar Protuberanzen auf der Sonne beobachten kann. Auch für dieses Gerät wäre jedoch ein richtig klarer, freier Blick zur Sonne unbedingt notwendig.

Leider war der Himmel selbst bis zum Beginn der Sonnenfinsternis ganz überwiegend bedeckt. Es gab zwar mal hier, mal da kleine "blaue Flecken" zu sehen, aber niemals in Richtung Sonne. So konnte ich keines meiner Geräte wirklich richtig auf die Sonne ausrichten, geschweige denn genau fokussieren.

Exakt um 11h:09m:01s sollte bei uns die Finsternis beginnen. Und glücklicherweise konnte ich ein erstes Foto schon gleich um 11:09:56 Uhr machen, praktisch noch durch die Wolken hindurch.

Erstes Foto um 11:09:56

Das Bild entstand mit meinem großen C8-Teleskop, also praktisch bei 2032mm Brennweite und f/10. Es zeigt an den Rändern eine starke Vignettierung. Die könnte man durch sogenannte "Flats" korrigieren, aber ich glaube, für Sonnenbilder ist das nicht so sinnvoll und notwendig wie z.B. bei Aufnahmen vom Sternenhimmel.

Natürlich gab es weiterhin Wolken am Himmel, um 11:13 Uhr gelang mir die nächste Aufnahme:

Sonne um 11:13:33

Ich finde es immer erstaunlich, wie schnell sich der Mond in den ersten Minuten vor die Sonne schiebt. Danach gab es wieder eine längere "Wolkenpause". Und endlich konnte ich in der nächsten Wolkenlücke das Bild auch etwas besser fokussieren.

Sonne um 11:48:46

Zur Abwechslung habe ich diesmal ein Bild an meinem Spektiv gemacht. Schauen Sie sich das Bild gerne einmal in der Vergrößerung an: man kann dann gut erkennen, das der Rand des Mondes nicht ganz glatt ist. Der Mond ist eben keine perfekte Kugel, sondern hat ja auch Krater und Berge auf seiner Oberfläche, dadurch ist auch seine Begrenzung keine glatte Linie.

Außerdem kann man auf diesem Bild auch - trotz der Wolken - zwei Sonnenflecken erkennen. Der eine Fleck ist auf der rechten Seite der Sonne in der Nähe des Randes zu erkennen, es handelt sich hier um die aktive Region AR 3126. Der andere auf der linken Seite, ebenfalls nahe am Sonnenrand, wird mit AR 3131 bezeichnet. Diese Region war Tags zuvor noch gar nicht auf der Sonne zu sehen. Eine dritte Fleckengruppe befindet sich eher in der Mitte zwischen diesen Flecken, ist aber deutlich schwächer und nur mit etwas stärkerer Bildbearbeitung wirklich sichtbar.

Sonne um 11:31:13

Um 12:08:58 Uhr sollte die Verfinsterung bei uns ihren Höhepunkt erreichen. Laut heavens-above wären dann bei uns 24,8 Prozent der Sonnenscheibe durch den Mond verfinstert. Wenige Sekunden vorher gelang mir das nachfolgende Bild:

Sonne um 12:08:31

Der Mondrand nähert sich jetzt dem Sonnenfleck auf der linken Seite. Etwas später wird er ihn sogar bedecken und anschließend zum Ende natürlich wieder "frei lassen". 

Den Beginn der Bedeckung des Sonnenflecks konnte ich dann sogar in einem kleinen Video einfangen:


Das Video schaut man sich am besten direkt auf YouTube an, dann ist auch ein Umschalten in eine Großbild-Ansicht möglich, damit man den Fleck besser erkennen kann. 

 Leider war die Bewölkung zwischen durch immer wieder so stark, dass keine Bilder durch die mit einem Filter geschützten Teleskope möglich waren. Dafür wirkten die Wolken wie ein starker Filter. Hier einmal ein Foto mit einer Bridge-Kamera (Nikon P950), mit der ich es wagte, die Sonne ungeschützt "durch die Wolken" zu fotografieren:

Sonne um 12:45:12

Und dann kam auch schon das Ende der Finsternis. Das letzte Bild der Finsternis bei mir sieht so aus:

Die Sonne um 13:09:18

Um 13h:10m:32s endete bei mir die Finsternis. Auf dem folgenden Bild ist die Sonne schon wieder komplett "rund":

Die Sonne um 13:11:41 Uhr MESZ.

Hier ein mal ein Bild meiner vielen Geräte, die an diesem Tag zum Einsatz kommen sollten:

Mein "Gerätepark"

Im Vordergrund sieht man das Vaonis Vespera, links dahinter mein großes C8-Teleskop und weiter hinten mein Spektiv. Das PST ist nicht ganz einfach zu entdecken, es steht auf einem kleinen Okularkoffer.

Das Vespera-Gerät brauchte natürlich zunächst eine passende Wolkenlücke, so dass ich es für die Sonnenbeobachtung initialisieren konnte. Doch danach ist es hervorragend gelaufen und hat fast zwei Stunden lang die Sonne - selbst wenn sie immer wieder hinter dunklen Wolken verschwunden war - exakt nachgeführt. Zwischen 11:58 Uhr und 13:12 Uhr hat es insgesamt 2566 Bilder gemacht. Allerdings war die Sonne nur auf ganz wenigen Bildern zu sehen, sie war ja meist hinter den Wolken verdeckt. Hier einmal ein Einzelbild:

Sonne um 11:59 im Vespera

Aus den über 2500 Einzelbildern habe ich ein kleines Zeitraffervideo zusammen gestellt:


Auch das PST kam kurzzeitig zum Einsatz. In klaren, wolkenfreien Momenten ließen sich am oberen Rand der Sonne sogar zwei Protuberanzen ausmachen. Leider habe ich noch keinen Weg gefunden, um auch mit diesem Gerät schöne Bilder zu erstellen. Hier ein unvollkommenes Foto, in dem ich einfach mal mein Handy vor das Okular gehalten habe:

Ein Blick durch das PST

Sonntag, 23. Oktober 2022

24. - 30. Oktober 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche gibt es ein sehr seltenes Schauspiel am Himmel zu beobachten: Eine Sonnenfinsternis! Am Dienstag schiebt sich der Mond teilweise vor die Sonne. Das Ereignis ist jedoch nur mit speziellem Augenschutz sichtbar, mehr dazu in einem anderen Blogbeitrag. Am Sonntag, den 30. Oktober geht außerdem die Sommerzeit zu Ende, ab da sind alle Zeitangaben wieder in MEZ.

Sonnenfinsternisse kann es nur bei Neumond geben, der Mond ist also nachts nicht zu sehen, stattdessen können auch lichtschwache "deep-sky"-Objekte am Himmel gut gefunden werden. Von den hellen Planeten sind Saturn, Jupiter und Mars wie in der Vorwoche gut zu beobachten. Die ISS kann wieder bei Überflügen am frühen Morgen gesehen werden.

Am Montag, den 24. Oktober, geht die Sonne um 8:05 Uhr auf und um 18:12 Uhr unter. Der helle Tag ist also nur noch gut 10 Stunden lang. Die ISS kann zwischen 6:54 Uhr und 7:01 Uhr in maximal 39° Grad Höhe bei einem morgendlichen Überflug gesichtet werden. der veränderliche Stern Algol erreicht um23:33 Uhr ein Helligkeitsminimum.

Am Dienstag, den 25. Oktober, ist exakt um 12:49 Uhr Neumond, zur gleichen Zeit zieht der Mond an der Sonne vorüber, zwischen 11:09 Uhr und 13:10 Uhr bedeckt er bis zu 25,6 Prozent der Sonnenscheibe. Bei uns wird dieses Maximum um 12h:08m:58s erreicht. Die ISS kann zwischen 6:07 Uhr und 6:13 Uhr in maximal 29° Grad Höhe bei einem morgendlichen Überflug gesichtet werden, sie tritt ziemlich genau im Süden, ganz in der Nähe des hellen Sterns Sirius aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann Richtung Osten der Sonne entgegen. Um 23:50 Uhr beginnt ein Durchgang von Jupitermond Io vor der Planetenscheibe, Ios Schatten wandert dann ab 0:34 Uhr über den Planeten.

Am Mittwoch, den 26. Oktober, fliegt die ISS zwischen 6:55 Uhr und 7:02 Uhr in maximal 65° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Um 20:26 Uhr beginnt ein Durchgang von Europa vor der Jupiterscheibe. Ab 21:04 Uhr wird Mond Io von Jupiter bedeckt. Europas Schatten wandert von 21:55 Uhr bis 0:25 Uhr über den Planeten. Ganymed steht ebenfalls schon vor dem Planeten (bis 22:03 Uhr), sein Schatten wandert ab 22:20 Uhr bis 1:07 Uhr über den Planeten. Dadurch ist für eine Stunde (von 21:04 Uhr bis 22:03 Uhr) nur Mond Kallisto bei Jupiter zu sehen.

Am Donnerstag, den 27. Oktober, fliegt die ISS zwischen 6:08 Uhr und 6:14 Uhr in maximal 51° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel im Südosten entlang. Der veränderliche Stern Algol steht um 20:22 Uhr im Minimum. Jupitermond Io beendet um 20:30 Uhr einen Durchgang vor dem Planeten, bis 21:16 Uhr läuft noch sein Schatten über die Jupiterscheibe.

Am Freitag, den 28. Oktober,  fliegt die ISS zwischen 6:55 Uhr und 7:02 Uhr in maximal 86° Grad Höhe fast exakt über unsere Stadt am Morgenhimmel entlang. Heute Abend sollte zum ersten Mal nach Neumond die Mondsichel wieder tief im Südwesten sichtbar sein. Sie ist zu 11 Prozent beleuchtet und geht um 19:30 Uhr unter. Bis 18:28 Uhr wird Jupitermond Io vom Planeten verfinstert und bis 19:04 Uhr Mond Europa.

Am Samstag, den 29. Oktober, fliegt die ISS zwischen 6:09 Uhr und 6:14 Uhr über unseren Morgenhimmel im Südosten entlang. Sie erscheint im Süden in 75° Grad Höhe zwischen den Sternbildern Fuhrmann und Zwillinge und fliegt dann schnell nach Osten der Sonne entgegen.  Um 19:03 Uhr wird das Sternchen HIP88839 (4,5mag) am dunklen Rand des Mondes bedeckt, so tief am Horizont wird dieses Ereignis jedoch kaum zu beobachten sein. Die zu 19 Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 20:19 Uhr unter.Die zu 29 Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 20:27 Uhr unter.

Am Sonntag, den 30. Oktober, endet die Sommerzeit und die Uhrzeit wird wieder auf "Normalzeit" zurück gestellt. Die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr wird also wiederholt, wir können praktisch eine Stunde länger schlafen. Dafür wird es dann am Abend auch eine Stunde früher dunkel. Die Sonne geht heute um 7:15 Uhr auf und um 17:01 Uhr unter. Die ISS fliegt zwischen 5:56 Uhr und 6:02 Uhr (MEZ) fast exakt über unsere Stadt am Morgenhimmel entlang.