Freitag, 10. Mai 2019

Wie lange dauert ein Sonnenuntergang?


In den Osterferien 2019 war ich wieder einmal bei herrlichstem Wetter auf der schönen Nordseeinsel Amrum zu Gast. Natürlich stand auch die Beobachtung eines Sonnenuntergangs auf meinem Programm. Am 16. April sollte der um 20:31 Uhr MESZ stattfinden. Doch - wie lange dauert so ein Sonnenuntergang eigentlich? Eine einfache Frage? Nicht, wenn man es genau nimmt.

Hier die erste einfache Rechnung: Die Größe der Sonnenscheibe beträgt ungefähr ein halbes Grad am Himmel. Die Erde dreht sich in 24 Stunden einmal um ihre Achse, also um 360 Grad. Der Tag hat 24h x 60m = 1440 Minuten, die Erde dreht sich also in vier Minuten um ein Grad weiter. Das bedeutet wiederum für die Sonne, sie braucht zwei Minuten, um eine bestimmte Linie am Himmel zu überqueren. Diese gedachte Linie kann ja zum Beispiel unser Horizont sein. Etwa so wie hier auf diesem Bild:

Sonnenuntergang auf Amrum am 16. April 2019 um 20:31 Uhr

Doch ganz so einfach ist es nicht. Zunächst einmal ist die Sonne nicht immer gleich groß, denn die Erde dreht sich nicht auf einer perfekten Kreisbahn, sondern auf eine Ellipsen-Bahn um die Sonne. Dadurch ist sie im Sommer (Juli) etwas weiter von der Sonne entfernt als im Winter (Januar). Dies bedeutet konkret, die Sonne braucht im Januar zwei Minuten und zehn Sekunden, im Juli sind es (weil sie ja minimal kleiner ist) vier Sekunden weniger. Jetzt zu Ostern sind wir sozusagen "etwa in der Mitte", also dauert ein Sonnenuntergang zwei Minuten und acht Sekunden ?

Nein, denn wir müssen berücksichtigen, dass wir ja nicht beim Äquator stehen, wo die Sonne z.B. am Frühlingsanfang exakt senkrecht den Horizont durchlaufen würde, sondern an der deutschen Nordseeküste. Hier sinkt die Sonne "schräg" ins Meer. Und das verlängert den Sonnenuntergang natürlich. Noch weiter nördlicher würde die Sonne noch flacher ins Meer sinken - und am Nordpol würde sie schon seit Frühlingsanfang ständig scheinen, da gäbe es bis zum Herbst ja gar keinen Sonnenuntergang mehr.

Was macht also die geographische Breite aus? Mein Standort auf Amrum liegt bei 54,667° Nord

Auf der Webseite "Welt der Physik" gibt es dafür ein schöne Berechnung mit Herleitung und Erklärung der notwendigen Formeln.  Ich erspare ihnen hier das Berechnen der Formeln und Einsetzen aller exakten Werte. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, komme ich für den 16. April für meinen Standort auf Amrum auf eine Zeit von vier Minuten und 18 Sekunden für die tatsächliche Dauer des Absinkens der Sonnenscheibe unter den Horizont.

Das ist ja schon gut doppelt solange wie in der ersten einfachen Überschlagsrechnung! Wird das stimmen? Machen wir doch einfach mal einen Praxistest, eine kleine wissenschaftliche Beobachtung. Also: ab nach draußen an den Strand!

Hier jetzt erst mal ein paar Bilder. Angegeben habe ich immer die Zeiten, wie sie meine Kamera in den Bilddaten angegeben hat. Ein späterer Vergleich mit der tatsächlichen Uhrzeit hatte übrigens ergeben, meine Kamera geht 16 Sekunden vor. Doch das ist fürdie Bestimmung der "Dauer" eines Sonnenuntergangs eigentlich auch unerheblich.

Hier beginnt der Sonnenuntergang am 16. April - Aufnahme von 20h:28m:31s

Nur vier Sekunden später, um 20h:28m:35s erscheint der Sonnenrand leicht abgeplattet - der Untergang hat wirklich begonnen.

Ausgerechnet zum Sonnenuntergang fährt ein Fischkutter genau in meine Sichtlinie - Foto von 20h:32m:12s
Jetzt ist der Fischkutter durch und die Sonne weg: 20h:32m:38s
Das waren genau vier Minuten und sieben Sekunden. Okay, ich denke mir, im Rahmen eines so einfachen Versuchsaufbau, und der Ungenauigkeit in der Auswertung  (wann "berührt" die Sonne tatsächlich den Horizont?), können wir mit dem Ergebnis doch recht zufrieden sein.

Es gibt jedoch noch ein weiteres optisches Phänomen, das unsere Sonnenuntergänge beeinflusst. Das ist die optische Brechung der Lichtstrahlen in unserer Atmosphäre. Der Fachausdruck dafür lautet "Refraktion". Er wird recht gut auf der Webseite "timeanddate" beschrieben. Praktisch bedeutet dies, das unser Bild der Sonne durch die Lichtbrechung in Horizontrichtung angehoben wird, wir also die Sonne tatsächlich noch sehen können, obwohl sie in Wirklichkeit schon unter dem Horizont versunken ist.

Diese Refraktion wird im übrigen von allen ernsthaften Sonnenauf- und untergangsberechnungen berücksichtigt. Sie macht am Horizont laut Wikipedia etwa 0,5° bis 0,6° Grad aus. Dies wird z.B. auf der Webseite von heavens-above deutlich, wenn sie angeben, dass im Moment des Sonnenuntergangs um 20:31 Uhr diese bereits -0,8° Grad unter dem Horizont stehe. Eigentlich würde man ja exakt 0° Grad erwarten, oder? Bei diesen Berechnungen wird immer vom "Sonnenmittelpunkt" ausgegangen, wenn dieser den Horizont überschreitet, gilt die Sonne als aufgegangen bzw. wenn dieser den Horizont unterschreitet gilt die Sonne als untergegangen. Also ein halbes Grad für die Refraktion plus ein Viertelgrad für den Sonnenradius, da liegt man mit -0,8° Grad für den "wahren" Sonnenort im Moment des Sonnenuntergangs schon nicht ganz falsch.

Und es erklärt auch, warum mein tatsächlicher Sonnenuntergang doch etwas später war als bei heavens-above oder anderswo angegeben wurde, denn auch die letzter Teil der Sonne musste bei mir ja richtig unter den Horizont.

Zwei Tage später war ich wieder am Strand zum Sonnenuntergang. Und diesmal wurde es noch spannender! Heute sollte die Sonne um 20:35 Uhr untergehen, also vier Minuten später.

Hier wieder ein paar Fotos:

Der Sonnenuntergang beginnt - Foto von 20h:31m:25s

Foto von 20h:31m:35s - Ohje, jetzt ist die Sonne ja richtig "abgerundet". Hat sie nun schon den Horizont berührt oder noch nicht?

Foto von 20h:31m:41s

Foto von 20h:35m:31s - sollte sie jetzt nicht schon fast verschwunden sein?

Foto von 20h:36m:31s - noch nicht weg!

Foto von 20h:37m:33s - immer noch nicht weg!

Foto von 20h:38m:27s - der allerletzte Sonnenstrahl (Ausschnittsvergrößerung)

Foto von 20h:38m:31s - jetzt ist sie wirklich weg

Der Sonnenuntergang hat pünktlich begonnen, etwa vier Minuten vor dem vorhergesagten tatsächlichem Verschwinden. Doch dann wollte und wollte sie nicht untergehen. Bis auch der letzte Sonnenstrahl verschwunden war, hat es diesmal etwas über sieben Minuten gedauert!

Wie kann das sein, dass ein Sonnenuntergang einmal vier Minuten dauert und nur zwei Tage später gleich sieben Minuten?

Am 19. April war ich noch einmal am Strand. Diesmal mit einer etwas anderen Kamera. Auch hier wieder ein paar Fotos:

Sonnenuntergang am 19. April - Foto von 20:29 Uhr, hier ist sicherlich noch etwas Zeit bis zum Beginn ...
 Der Sonnenuntergang war für 20:37 Uhr angesagt. Vier Minuten vorher ist bereits eine deutlich Verformung der Sonnenscheibe zu erkennen:

20:33:17 Uhr - Hat der Sonnenuntergang nun begonnen oder nicht? Eine Verformung der Sonnenscheibe ist unverkennbar.

20:33:59 Uhr - jetzt hat er sicherlich begonnen - obgleich die Sonne immer noch über dem Horizont zu schweben scheint.

20h:34m:28s Uhr

20:37:24 Uhr - sollte sie jetzt nicht weg sein?

Letzte Strahlen, schon wieder Minuten nach dem berechnetem Zeitpunkt.

20h:40m:49s - ein letzter Strahl ist noch zu erkennen...

20h:41m - nun ist sie doch endgültig weg.
Diese letzte Aufnahmeserie zeigt, dass schon der Beginn des Sonnenuntergangs nicht immer einfach zu bestimmen ist. Aber auch diesmal scheint der Sonnenuntergang in etwa vier Minuten vor dem berechnetem Untergangszeitpunkt zu beginnen. Das wurde ja auch durch die Serien der Tage zuvor in etwa bestätigt. Aber auch am 19. Mai hat es dann noch einmal vier Minuten gedauert, bis auch der letzte Sonnenstrahl weg war.

Und wenn sie die letzten Bilder ganz genau betrachten, kann man sogar sehen, wie dieser letzte Sonnenstrahl am Horizont langsam nach rechts (also in Richtung Norden) wandert. Mit bloßem Auge habe ich es zunächst auch nicht gesehen, sondern erst auf diesen Fotos erkannt: Vor dem Horizont befindet sich noch eine Sandbank (der "Jungnamensand"), auf der wohl ein paar Robben liegen. Geht man davon aus, das diese sich nicht gleichzeitig nach links (also Richtung Süden) vorgerobbt haben, können wir sie als feste Marke nutzen und stellen fest, um 20:37 Uhr befanden sie sich ziemlich genau in Richtung Sonne. Vier Minuten später befinden sie sich deutlich weiter links, etwa zwei Sonnendurchmesser. Laut heavens-above befand sich die Sonne um 20:37 Uhr bei einem Azimut von 291°, vier Minuten später hat sich die Erde um ein Grad gedreht und die Sonne befindet sich bei 292° Grad und 1,5° Grad unter dem Horizont. Eine weitere schöne Bestätigung, dass in der Tat der allerletzte Sonnenstrahl auch immer noch von unserer Sonne gekommen sein wird und nicht durch irgendeine andere Reflexion von Licht entstanden sein kann.

Doch woran liegt es nun, dass diese Sonnenuntergänge etwa doppelt so lange dauern wie sie eigentlich "dürfen"? Daran ist einfach nur das Wetter schuld! Denn die atmosphärische Refraktion ist abhängig vom Luftdruck, so schreibt es ja auch "timeanddate": "Je niedriger die Temperatur und je höher der Luftdruck, desto größer der Unterschied." Ob das wirklich der Fall war, habe ich natürlich nicht gemessen. Aus den Daten von Wetteronline konnte ich jedoch entnehmen, dass der Luftdruck an der Nordsee (Wetterstation auf Sylt) vom 16. zum 18.April von 1023 hPa auf  1031 hPa gestiegen war und zum 19. April noch einmal um 1034 hPa, das passt also. Die Luft-Temperatur auf der Insel war zwar auch etwas angestiegen, hier dürfte aber eher die Temperatur des Wassers entscheidend sein, welche sich jedoch innerhalb von zwei/drei Tagen kaum geändert haben kann.

Der letzte Verweis in diesem Artikel mag noch an eine weitere Webseite gehen. Auf sonnenuntergang.de fand ich noch diesen Hinweis:

"Oft begleiten beindruckende Farbspiele die Sonnenuntergänge. Nicht nur das berühmte Abendrot, auch gelb, violett sogar grüne Farbtöne sind oft zu sehen. Auch hier wirkt wieder die Strahlenbrechung der Atmosphäre. Die schwebenden Partikel der Erdatmosphäre dienen dabei als diffuses Medium der Streuung. Blaues Licht wird stärker gestreut wie rotes, und deshalb sehen wir mehr rotes Licht. Auch kann sich ein Prismeneffekt einstellen, wenn bestimmte Temperatur Schichtungen vorhanden sind. Da Resultat ist ein „Grüner Blitz“. Bei diesem Phänomen ist der rote Anteil der Sonne zuerst verschwunden, so dass ein grünlicher Saum aufblitzt. 

Doch all dieses Wissen um physikalische Hintergründe und nüchternen Fakten ändern nichts an der Tatsache, dass der Sonnenuntergang ein Ereignis ist, das jeden von uns in seinen Bann zieht und immer wieder aufs Neue fasziniert."

Einen grünen Blitz habe ich nicht gesehen. Doch besonders dem letzten Satz ist nichts hinzuzufügen:  Natur und Wissenschaft ist immer wieder faszinierend!

Sonntag, 5. Mai 2019

6. - 12. Mai: Der Sternenhimmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche nimmt der Mond wieder zu und bestimmt zunehmend den Nachthimmel. Von den hellen Planeten ist Mars noch kurze Zeit am Abend bis gegen Mitternacht zu sehen. Jupiter geht etwa um Mitternacht im Südosten auf und Saturn folgt gegen 2:00 Uhr. Zwischen den beiden Planeten kann man an dunklen Standorten gut das Bad der Milchstraße erkennen.  Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen zu sehen, dafür ist jedochein sehr frühes Aufstehen notwendig. Iridiumflares sind keine mehr angekündigt.

Am Montag, den 6. Mai, fliegt die ISS zwischen 5:05 UHr und 5:13 Uhr in 63° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Die Sonne geht um 5:47 Uhr auf und um 20:57 Uhr unter, der helle Tag ist noch einmal 25 Minuten länger als noch vor einer Woche.  Die schmale nur zu 4 Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 22:41 Uhr unter. Sie steht in den Hyaden dicht bei Aldebaran und zeigt maximale Libration in Breite, das Mare Crisium steht dicht am Rand.

Am Dienstag, den 7. Mai, fliegt die ISS bereits zwischen 4:15 Uhr und 4:22 Uhr in maximal 43° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Am Abend steht der Mond, zu 9 Prozent beleuchtet, unterhalb von Mars noch im Sternbild Stier. In seinem dunklen Teil schimmert das Erdlicht.

Am Mittwoch, den 8. Mai, fliegt die ISS zwischen 5:00 Uhr und 5:08 Uhr sehr hoch über unseren Himmel hinweg, mit maximal 83° Grad Höhe fast durch den Zenit. Am Abend ist der jetzt zu 17 Prozent beleuchtete Mond schon in das Sternbild Zwillinge weiter gezogen. Er bedeckt um 21:44 Uhr den 6.5mag hellen Stern 14 Gemini.

Am Donnerstag, den 9. Mai, fliegt die ISS bereits zwischen 4:10 Uhr und 4:17 Uhr in maximal 71° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Der Mond bedeckt am Abend kurz nacheinander zwei Sterne, um 22:20 den nur 6.5mag hellen HR 2835 und um 23:14 dann den 5,2mag hellen 63 Gemini.

Am Freitag, den 10. Mai, fliegt die ISS um 4:57 Uhr exakt über unsere Stadt hinweg. Vier Minuten vorher steigt sie im Westen hoch hinauf und verschwindet vier Minuten später genau im Osten. Am Abend steht der Mond im Sternbild Krebs.

Am Samstag, den 11. Mai, fliegt die ISS zwischen 4:04 Uhr und 4:12 Uhr noch einmal (fast) genau über unsere Stadt hinweg, sie verfehlt mit 87° Grad Höhe nur knapp den Zenit.

Am Sonntag, den 12. Mai, erreicht der Mond exakt um 3:12 Uhr das Erste Viertel, das geschieht praktisch im Moment seines Untergangs im Westen. Am Abend steht er dann unweit von Regulus im Löwen und ist schon fast zu 60 Prozent beleuchtet. Die ISS fliegt bereits zwischen 4:15 Uhr und 4:22 Uhr in maximal 81° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Mars(1,7mag)  geht am Abend nur 6' Bogenminuten nördlich an 132 Tauri (5,0mag) vorüber.


Sonntag, 28. April 2019

29. April - 5. Mai 2019: Der Himmel über BadLippspringe

Am Ende der Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich daher gut zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel. Allerdings wird es nur noch kurze Zeit in der Nacht wirklich dunkel. Die Internationale Raumstation (ISS) kann wieder bei morgendlichen Überflügen zu sehen sein. Von den großen Planeten geht Mars bald nach Mitternacht im Nordwesten unter, Jupiter steigt morgens gegen 0:45 Uhr im Südosten über die Egge, Saturn folgt gegen 2:30 Uhr.

Am Montag, den 29. April, geht die Sonne um 6:00 Uhr auf und um 20:45 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt also schon fast 15 Stunden. Richtig "astronomisch" dunkel, dass die Sonne also mindestens 18° Grad unter den Horizont sinkt, wird es nur noch zwischen 23:13 Uhr und 3:30 Uhr am nächsten Tag, also nur für gut vier Stunden.

Am Dienstag, den 30. April, fliegt die ISS zwischen 5:22 Uhr und 5:28 Uhr ganz tief in maximal 13° Grad Höhe über den südöstlichen Morgenhimmel hinweg. Kleinplanet Pallas geht heute früh in nur 10' Bogenminuten Abstand an 2 Bootis (5,8mag) vorüber. Der Mond zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Nordpol schauen können.

Am Mittwoch, den 1. Mai, stehen am Morgen nach 5 Uhr alle vier Jupitermonde auf der gleichen Seite. Um 23:24 Uhr soll es noch einmal einen Iridiumflare geben, der mit 0mag jedoch nicht sehr auffällig sein wird. Seine Position im Nordosten bei Azimut 25° Grad und in einer Höhe von 15° Grad.

Am Donnerstag, den 2. Mai, fliegt die ISS zwischen 5:16 Uhr (ganz dicht bei Jupiter) und 5:22 Uhr in maximal 23° Grad Höhe über den Morgenhimmel hinweg.

Am Freitag, den 3. Mai, fliegt die ISS zwischen 4:26 Uhr und 4:32 Uhr in maximal 16° Grad Höhe über den südöstlichen Morgenhimmel hinweg.

Am Samstag, den 4. Mai, fliegt die ISS zwischen 5:10 Uhr und 5:18 Uhr in maximal 40° Grad Höhe über den Morgenhimmel hinweg.

Am Sonntag, den 5. Mai, erreicht der Mond um 0:46 Uhr seine exakte Neumondposition. Selbst wenn der Mond die ganze Nacht fehlt, "astronomisch dunkel" wird es heute früh nur noch bis 3:11 Uhr, also nur wenig über drei Stunden. Die ISS fliegt heute zwischen 4:20 Uhr und 4:27 Uhr in maximal 28° Grad Höhe über den Morgenhimmel hinweg.

Freitag, 26. April 2019

Ein kleiner Schritt – Die Mondlandung in 50 Fotografien


Seit dem 5. April 2019 läuft im Heinz-Nixdorf-Museumsforum in Paderborn eine Fotoausstellung aus Anlaß des 50. Jahrestages der ersten bemannten Mondlandung.

Auf der Webseite des HNF heisst es dazu:

Die Ausstellung präsentiert legendäre, eher unbekannte und beeindruckende Fotos der Mondmissionen, die besonders die damalige Technik beleuchten. Diese Bilder weisen bereits ab April 2019 auf die kommende große Sonderausstellung „Aufbruch ins All – Raumfahrt erleben“ hin.

Zu sehen sind neben Klassikern wie dem Schuhabdruck eines Menschen im Mondstaub viele Aufnahmen, die unbekannte Geschichten über die Astronauten vor, während und nach ihren Missionen erzählen. Im Fokus stehen dabei immer wieder die damalige Computer- und Nachrichtentechnik sowie die Wissenschaftler und Techniker, die die erste Mondlandung überhaupt erst möglich machten. Die Bildauswahl ist eigens für diese Ausstellung vom HNF zusammengestellt worden.

Die Fotos hängen in der Dauerausstellung des HNF. Daher ist der übliche Eintrittspreis zu entrichten.

Einmal zahlen  zweimal kommen!
Wer vom 5. April bis zum 4. Juli die Fotoausstellung besucht, kann mit dieser Eintrittskarte die am 5. Juli startende große Sonderausstellung»Aufbruch ins All« kostenlos besichtigen. 

In den Sommerferien ist das Museum vom 12. bis 19. August geschlossen. Die Ausstellung läuft danach noch bis zum 5. Januar weiter.

Das Heinz Nixdorf Museum hat in Paderborn in der Straße Fürstenallee 7. Mehr Informationen zur Anreise, Eintrittspreisen, kostenlosen Führungen (Sonntags 15 Uhr) gibt es hier.

Die Neue Westfälische Zeitung berichtet in ihrer Online-Ausgabe über diese Fotoausstellung.

Ebenso berichtet auch das Westfalen-Blatt in seiner Online-Ausgabe.

Sonntag, 21. April 2019

22. - 28. April: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der abnehmende Mond allmählich in die Morgenstunden zurück. Von den großen Planeten ist Mars am Abend bis Mitternacht zu sehen, Jupiter geht um 1:00 Uhr auf und Saturn folgt um ca. 3:00 Uhr. Die ISS ist bei nächtlichen Überflügen nicht zu beobachten.

Am Ostermontag, den 22. April, geht die Sonne um 6:14 Uhr auf und um 20:33 Uhr unter. Der Mond geht erst kurz nach Mitternacht auf. Er ist dann nicht weit von Jupiter entfernt. Er zeigt maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht nahe am Rand.

Am Dienstag, den 23. April, nähert sich der Mond am frühen Morgen dem Planeten Jupiter, gegen 6 Uhr beträgt der Abstand etwas mehr als vier Grad. Bei Jupiter stehen heute früh Kallisto und Ganymed scheinbar dicht nebeneinander, zwischen 1:47 Uhr und 3:59 Uhr fällt dabei Ganymeds Schatten auf den Planeten. Kleinplanet Hebe (10,7mag) geht nachts in nur 43' Bogenminuten Abstand an Zeta Geminorum (4,3mag) vorüber.

Am Mittwoch, den 24. April, kommt es um 2:47 Uhr im Nordwesten (Azimut 315° Grad) zu einem mit -6mag recht hellem Iridiumflare in 15° Grad Höhe.

Am Donnerstag, den 25. April,  nähert sich der Mond dem Planeten Saturn, der Abstand beträgt gegen 6 Uhr gute 5° Grad. Gegen Mitternacht geht Kleinplanet Juno (9,9mag) in nur 30' Bogenminuten Abstand an ny Orionis (4,4mag) vorüber.

Am Freitag, den 26. April, geht der Mond um 3:01 Uhr auf, er ist bereits deutlich an Saturn vorbeigezogen. Kleinplanet Juno (10,0mag) geht in nur 16' Bogenminuten nördlich an Xi Orionis (4,4mag) vorüber.

Am Samstag, den 27. April,  erreicht der Mond um 0:18 Uhr das Letzte Viertel, aufgehen wird er jedoch erst um 3:38 Uhr. Die Nächte des Wochenendes eignen sich daher schon gut für die Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel.

Am Sonntag, den 28. April, geht der Mond um 4:08 Uhr auf, er ist heute früh noch zu 39 Prozent beleuchtet, im"dunklen Teil" schimmert das Erdlicht.

Dienstag, 16. April 2019

16. April: Noch einmal der Mond

Und weil es so schön ist, auch heute noch einmal ein Foto vom Mond. Suchen Sie doch mal die Regionen von gestern auf, haben sie sich gegenüber heute sehr verändert?

Der Mond am 16. April 2019 um kurz nach 22 Uhr MESZ

Montag, 15. April 2019

15. April: Der Mond heute Abend

Der Himmel ist klar, ideale Bedingungen um den Nachthimmel zu genießen. Wenn da nicht die "große Laterne" wäre. So denken jedenfalls viele Hobbyastronomen. Ich kann mich dieser Denke nicht anschließen, denn für mich ist Mond immer wieder ein lohnenswertes Ziel.

Hier ein Foto von heute 22:01 Uhr:

Der Mond am 15.4.2019 um 22:01 Uhr MESZ
Besonders spannend ist es am Terminator, an der Tag/Nacht-Grenze des Mondes entlang zu schauen. Für den "goldenen Henkel" ist es schon zu spät, aber darunter gibt es andere spannende Formationen.

Schauen Sie sich einfach mal die folgenden Details an:

Monddetail
Ist es nicht faszinierend zu sehen, wie hier eine ganze Reihe einzelner Bergspitzen bereits im Sonnenlicht leuchtet, aber alles andere sich noch im Verborgenen befindet. Sind dies einzelne Berge? Oder eine Kraterwand? Oder etwas ganz anderes?

Krater mit "Diamant" ?
Sieht dieser Krater nicht aus wie ein Ring mit einem großen Edelstein darüber?

längliches Tal oder schräger Einschlag?
Und auch dieser Krater regt sofort die Phantasie an, was mag die Ursache für diese wirklich schräge Form sein? Warum ist er nicht so rund wie die allermeisten Krater auf dem Mond da oben?

So bietet der Mond für mich immer wieder faszinierende "Ausflugsziele." Und jeden Abend immer wieder unter anderen Lichtverhältnisses, die immer wieder einmal neue Details offenbaren.

Für mich ist die "große Laterne" da oben wirklich ein lohnendes Ziel meiner Beobachtungen.