Posts mit dem Label Schiller werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Schiller werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 3. September 2017

3. September: Der Mond am Abend

In der Nacht von Samstag zu Sonntag habe ich einmal wieder unseren Mond fotografiert. Er war zu 88 Prozent beleuchtet, es geht auf den Vollmond zu.

Am linken Rand, am Terminator, sind deutlich Krater und Mare zu erkennen. Auch kann man heute schon sehen, dass das Mare Crisium auf der rechten Seite relativ dicht am Rand steht, wir haben also auch wieder eine starke Libration.

Hier das Bild:

Mond am 2.9.2017 um 22:10 GMT, bzw. 3.9.17 um 0:10 Uhr MESZ

Im unteren bereciht, etwas nach links, fällt Krater Tycho deutlich auf, von ihm ausgehend ziehen sich "Strahlen" in mehrere Richtungen fast über die ganze sichtbare Mondoberfläche zu ziehen. Ein zeichen dafür, dass Tycho ein verhältnismäßig junger Krater auf dem Mond ist.

Von Tycho aus gesehen noch etwas weizter nach links fällt ein Krater auf, der so gar nicht kreisförmig aussieht, der eher lang gezogen, wie ein Schuhabdruck erscheint. Dieser Krater wurde nach dem deutschen Astronomen Julius Schiller benannt.

Freitag, 5. September 2014

5. September: Mond am Abend

Heute Abend ist es nur leicht bedeckt, eher dunstig. Der Mond ist gut zu beobachten.

Er steht nicht sehr hoch über dem Horizont. Um 20:42 Uhr, als ich das Foto machte, stand er gerade 18,5° Grad über dem Horizont, also für mich so gerade oberhalb der benachbarten Häuser. Er steht im Sternbild Schütze, das bei uns als typisches Sommersternbild nie besonders hoch kommt. Um die Sternenpracht des Schützen richtig zu sehen, muss man eigentlich in den Mittelmeerraum oder noch weiter südlich reisen.

Der Mond ist heute Abend zu 84 % beleuchtet, er nimmt zu, Vollmond ist jedoch erst am kommenden Dienstag. Dafür zeigt er heute bereits größere Libration in Breite, -6,6° macht da schon ordentlich etwas aus, am unteren Randbereich ist sein Südpol sichtbar. Die Libration in Länge ist nicht so stark ausgeprägt, mit etwas unter -4° Grad ist das Mare Crisium jedoch immer noch relativ randnah.

Mond am 5. September 2014
Im südlichen Teil des Mondes fällt ein ganz lang gestreckter Krater durch seine so gar nicht runde Form auf, dies ist der Krater Schiller. Seine eher elliptische Struktur entstand vermutlich durch einen beinahe "streifenden" Einschlag eines Meteoriten. Schiller hat eine Ausdehnung von ca. 70 x 180 Kilometer.

Darüber, etwas unterhalb der Mitte ist das Mare Humorum (Meer der Feuchtigkeit) zu sehen. Es ist eines der kleineren Mondmeere, durch den Krater Gassendi am oberen Rand jedoch besonders schön anzuschauen. Gassendi erinnert mich durch den kleineren Krater in seinem oberen Ringwall immer an eine alte Taschenuhr, oder ist er so eine Art "Aufhänger" für das Mare Humorum? Gassendi entstand vor 3,8 Milliarden Jahren und hat einen Durchmesser von rund 110 Kilometern, der obere Krater ist nur 100 000 Jahre jünger und hat einen Durchmesser von 33 Kilometern.

Im oberen Mondteil erscheint am Rand (Terminator) gerade der Krater Aristarchus, der durch seine besonders helles Gestein auffällt. Er ist ein "junger" Krater auf dem Mond und wohl erst vor 200 bis 500 000 Jahren entstanden. So richtig "glänzen" und strahlen wird er jedoch erst in ein paar Stunden, wenn die Sonne etwas weiter gewandert ist.

Freitag, 6. Januar 2012

3.1. und 5.1. - weitere Mondbeobachtungen

Das Wetter in dieser Woche scheint es nicht gut mit uns zu meinen. Die Medienberichte sind voll mit mehr oder weniger großen Katastrophenmeldungen zu den Sturmtiefs "Ulli" und "Andrea". Die Wiesen können die von oben runter kommenden Wassermengen kaum noch aufnehmen, die Flüsse sind voll .... und trotzdem gibt es auch immer wieder mal kurze Abschnitte mit Wolkenlücken dazwischen. Und die kann man nachts (oder besser am Abend) nutzen, um den Mond zu beobachten.

Viele (Hobby-)Astronomen können den Mond ja gar nicht leiden, denn je größer er wird, desto heller leuchtet er und überstrahlt damit natürlich alle schwächeren Objekte. Schon mit bloßem Auge merkt man schnell, dass man dann nur wenige helle Sterne sieht - und mit einem Fernrohr ist es dann auch schwierig, ferne Galaxien zu beobachten. Aber warum nicht aus der Not eine Tugend machen und in solchen Nächten einfach mal den Apollo-Astronauten folgen und auf dem Mond spazieren gehen?

Nach der überraschenden Beobachtung am 2.1., hatte ich mein Spektiv am 3.1. schon gleich bereit gestellt - und wurde auch prompt dafür belohnt, denn für wenige Augenblicke zeigte sich der Mond gegen Mitternacht. Ich habe auch Fotos machen können, aber die sind leider nicht so gut geworden, dass ich sie hier vorstellen möchte. Heute Abend gab es etwas früher die Gelegenheit, gegen 21:45 Uhr zeigte sich der Mond zu 88% beleuchtet, also nur noch wenige Tage bis Vollmond (am 9.1. morgens), diesmal gelang mir ein besseres Foto als vorgestern:

Mond am 5. Januar 2012
Außerdem kam gestern endlich auch mein sehnsüchtig erwartetes Weihnachtsgeschenk bei meiner Buchhändlerin an, das neue Buch "Der Moonhopper" von Lambert Spix und Frank Gaspari, das konnte gleich auf seine Praxistauglichkeit getestet werden. Mehr dazu etwas später in diesem Blog.

Hier noch zwei Ausschnitte in Originalgröße aus dem obigen Foto:

Mare Humorum
 Das "Mare Humorum" (das "Meer der Feuchtigkeit"), eines der kleineren Mondmare. Aber mit vielen spannenden Strukturen drum herum und innen drin. Erkennen Sie die nur noch "halbrunden" Krater im unteren Teil des Mares? Oder den interessanten "doppelten" Zentralberg im Krater "Gassendi" am oberen Rand des Mares? Im Fernrohr sieht man noch viel mehr Einzelheiten, als solch ein Schnappschuss mit der angeflanschten Kleinbildkamera zeigt.







der lang gestreckte Krater Schiller in der Bildmitte
Der Krater "Schiller" ist tatsächlich oval, und nicht einfach nur durch die Randlage perspektivisch verzerrt. Benannt wurde dieser Krater nicht nach dem bekannten deutschen Dichter, sondern nach dem Astronomen und Augustinermönch Julius Schiller.

Die NASA hat im letzten Jahr ein großformatiges Mosaikbild des Mondes veröffentlicht, zusammengesetzt aus vielen Einzelbildern des "Lunar Reconnaissance Orbiter".  In größter Auflösung hat dieses Bild ca. 250000 Quadratpixel und ist über 500 MB groß. Hier geht es zu einer kleineren Version, und hier zum gleichen Bild mit einigen benannten Objekten.

Und wer ein wenig englisch kann, kann sich auch gleich an der aktuellen Mondforschung beteiligen. Im Projekt "Moon Zoo" geht es darum, die riesige Menge von Fotos des LRO auszuwerten, zu katalogisieren und interessante Strukturen zu finden. Nötig ist dafür nur ein Internetanschluß und die Begeisterung für unseren Mond!