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Sonntag, 27. April 2025

26./27. April 2025: Weitere Beobachtungen vom Wochenende

 Die Nacht von Samstag auf Sonntag war schön klar, so dass ich wieder ein paar weitere Astrofotos machen konnte.

Ich habe wieder versucht, eine weitere Supernova zu finden. In der Galaxie UGC 3526 / PGC 19550 ist am 19. März die SN2025fbf entdeckt worden. Auf der Seite rochesterastronomy ist diese zwar nur mit 18,5mag zur Entdeckung angegeben, aber auf zwei Bildern ist sie etwas abseits der länglichen Galaxie zu finden. Das reizte mich, es doch auch einmal zu probieren.

UGC 3526 in der Bildmitte am 27.4.25 um 23:38 Uhr MESZ

 Das Foto habe ich mit meinem ersten Vespera gemacht, also dem "classic" mit 200mm Brennweite. Hier ein Ausschnitt aus dem Zentrum des Bildes:

SN2025fbf

Ich denke, die SN ist hier gerade eben noch so zu erkennen. Das Bild habe ich auch etwas über eine Stunde lang belichtet.

Viel einfacher waren dann an diesem Abend ein paar andere Fotos:

Kugelsternhaufen M68 am 28.4.25 um 0:38 Uhr MESZ

 Bei diesem Bild fallen in der unteren Hälfte ganz viele verunstaltete Sterne auf mit einem dunklen Kern. Ich hatte bei diesem Foto leider nicht aufgepasst. Auf den ersten Bildern war nur eine Hälfte, genau ab dem Kugelsternhaufen, belichtet, der Rest lag noch im Schatten einer Gartenhütte auf dem Nachbargrundstück. Erst langsam stieg der Kugelsternhaufen immer höher und mehr und mehr Teile des Bildes wurden belichtet. Ich vermute, damit hat das interne Stacking-Programm dann doch so seine Schwierigkeiten gehabt. Egal, vielleicht gelingt mir ja in den nächsten Tagen oder Wochen ein besseres Foto von M68.

M 104, Sombrero-Galaxie um 23:48 Uhr MESZ

 M 104, der berühmte "Sombrero", ist für mich eine der schönsten Galaxien, bei der wir auch wieder ziemlich genau auf die (staubioge, dunkjle) Kante schauen. Das Bild wurde 3900 Sekunden lang belichtet, also 65 Minuten lang.

Und zum Abschluss noch ein schnelles Foto:

Kugelsternhaufen M13 kurz nach Mitternacht

 Diesen Kugelsternhaufen im Herkules habe ich nur 7 Minuten belichtet. Er ist ja auch (fast) schon mit bloßem Auge zu sehen. Ein Prachtexemplar.

 

 

 

Donnerstag, 9. Mai 2024

8. Mai 2024: First Light für Vespera Pro

 Am 7. Mai brachte der Paketbote endlich mein lange vorbestelltes neues Teleskop, ein "Vespers Pro". Am  Mittwoch, den 8. Mai war die Nacht zum Himmelfahrtstag klar, so dass ich das neue Gerät auch schnell testen konnte. Um einen möglichst direkten Vergleich mit meinem bisherigen Gerät, das ich zur besseren Unterscheidung jetzt "Vespera classic" nenne, zu haben, habe ich an diesem Abend beide Gerät nahe beieinander aufgestellt und vielfach die gleichen Objekte angefahren.

Da ich am Abend zunächst noch netten Besuch hatte, habe ich als erstes jedoch nur das neue Vespera Pro gestartet. Das erste Ziel, "first light" also war die Sombrero-Galaxie, M 104:

Sombrero-Galaxie, M 104, "first light" für mein neues Vespera Pro

Das war doch gleich eine ganz ordentliche Aufnahme. Kennern fällt natürlich sofort das unterschiedliche Bildformat auf, das neue Pro erstellt quadratische Bilder, das Classic bekanntlich rechteckige.

Danach startete ich dann meine Vergleichssession. Erstes Objekt war die Zigarrengalaxie M 82. Zunächst das "classic"-Bild:

M 82 mit meinem Vespera "classic"

  

Und hier das Bild mit dem "Pro":

M 82 im Vespera Pro

In beiden Bildern kann man am linken Rand auch noch die Galaxie M 81 ("Bodes Galaxie") erkennen.

Leider ist die Belichtungszeit nicht ganz identisch, die Gesamtzahl der aufgenommenen Bilder lag zwar bei 150, beim classic wurden jedoch für den Stack 2 Bilder verworfen, das Pro war wohl etwas kritischer und verwarf 12 Bilder. Ich denke, trotzdem sollte der Vergleich fair sein.

Die Bilder sind von mir nicht weiter bearbeitet. 

Als erstes fiel mir auf, das die Ausrichtung der aufgenommenen Bilder auf meinem Ipad (damit habe ich Pro gesteuert) und meinem Handy (für das classic) nicht gleich, sondern um 90° Grad versetzt war, aber so etwas ist in der Praxis ja kein Problem, denn ggf. kann man Bilder ja später immer noch beliebig ausrichten.

Schon beim Entstehen der Bilder fiel mir dann auf, dass das classic schneller ist als das Pro. Ich vermute, das liegt daran, dass der Sensor des classic mit 2,1MP viel kleiner ist als der des Pro mit 12,5 MP. Die Belichtungszeit an sich war ja gleich, aber das Auslesen des Sensors und das Speichern der Daten geht natürlich bei einem kleinen Sensor viel schneller.

Betrachtet man die Bilder im 1:1-Maßstab (worauf ich hier im Blog verzichte) sind die Pro-Bilder, wie man es von einem größeren Sensor mit mehr und kleineren Pixeln erwarten kann, natürlich größer. Aber zeigen sie auch wirklich mehr Details? Schauen Sie ruhig genau und auch etwas länger hin. Ich vermag bei diesen Bildern keine großen Unterschiede erkennen. De Grenzhelligkeit der schwächsten Sterne liegt bei 15-16mag. Das classic zeigt einige Sterne etwas bläulicher als das pro, das mag aber auch an dem besseren Öffnungsverhältnis des classic von f/4 (Brennweite 200mm) gegenüber f/5 (Brennweite 250mm) beim Pro liegen. 

Man muss schon genau hinschauen, um zu erkennen, das z.B, eng beieinander liegende Sterne im Pro doch mit etwas mehr Abstand abgebildet werden und das Pro dadurch das Potenzial hat, doch mehr Details zu zeigen.

Andererseits habe ich das Gefühl, das Bild des Pro zeigt etwas mehr "Rauschen" als das classic Bild. Dies könnte ein nachteiliger Effekt der doch kleineren Pixel des größeren Sensors sein. Hierzu muss ich sicherlich noch etwas mehr recherchieren.

Anschliessend habe ich beide Galaxien (M81 und M82) noch einmal fotografiert, diesmal im "Mosaik-Modus". Beide Bilder wurden auf eine Größe von 1,6° mal 1,9° Grad eingestellt. Das lässt sich in der App natürlich nicht pixelgenau machen, aber auch hier wieder ein Vergleich mit interessanten Ergebnissen:

M 81 und M 82 im classic mit Mosaic-Modus

 
M 81 und M 82 im Pro Mosaic-Modus

Ein Vorteil des Mosaic-Modus bei Vaonis ist nicht nur das größere Bild an sich, sondern auch das sog. "Dithern". Vanis schreibt dazu selbst: "Das von Vaonis entwickelte innovative Verfahren zur Aufnahme dieser Weitwinkelbilder ermöglicht es, von einem „Dithering“-Effekt zu profitieren (der gleiche Himmelsausschnitt wird nacheinander von verschiedenen Bereichen des Sensors aufgenommen), der die Auswirkungen der inhärenten Mängel des Sensors (Rauschen, heiße Pixel) abschwächt und eine bessere Qualität der endgültigen Wiedergabe ermöglicht." (Zitiert von hier, übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version))

Und beim Mosaic-Modus kehrt sich der Geschwindigkeitsvorteil des classic natürlich in das Gegenteil um. Während das Classic zum Ausfüllen der gesamten eingestellten Bildgröße insgesamt über 45 Minuten braucht, löste das Pro diese Aufgabe durch den größeren Sensor schon in 12 Minuten. Hier ist das Pro meiner Meinung nach deutlich im Vorteil.

Hier ein weiteres Vergleichsobjekt, der Komet C/2023 A3 Tschuchinshan-ATLAS:

Komet im "classic"

 

Komet im Pro

Beide Bilder wurden jeweils zehn Minuten lang belichtet. Auch hier muss ich feststellen, ein Unterschied zwischen den Bildern ist sehr marginal, die vielleicht etwas bessere Auflösung des Pro-Bilds wird durch das auffälligere Rauschen konterkariert.

Und ein weiterer Vergleich, Kleinplanet (27)Euterpe:

(27)Euterpe im classic

 

(27)Euterpe im Pro

(27) Euterpe ist der "Stern" etwas links unterhalb des hellsten Sterns, etwa in der Mitte des Bildes. Der hellste Stern im Bild ist mü Lib mit 5,5mag. (27) Euterpe hat etwa 10,4mag.

Ich habe an dem Abend aber auch noch ein paar andere Objekte jeweils nur mit dem einen oder anderen Gerät fotografiert.

Hier der Kugelsternhaufen M 3 im Vespera classic:

M 3 im Vespera classic, 910 Sekunden belichtet.

 Und hier Kugelsternhaufen M 4 im Vespera Pro:

M 4 im Vespera Pro, 500 Sekunden belichtet

 Und natürlich musste ich auch heute Abend wieder schauen, ob T CrB endlich heller wird:

T CrB im Vespera classic, 110 Sekunden belichtet

 Da hat sich doch noch nicht viel getan.T CrB ist nachwievor etwas schwächer als 10mag hell, also ganz "normal".

Und zum Abschluss noch ein kleiner planetarischer Nebel, NGC 40:

NGC 40 im Vespera Classic, 490 Sekunden belichtet

Hier hätte ich gerne parallel ein Bild mit meinem Vespera Pro gehabt, um zu testen, ob man gerade bei den kleineren Objekten wie den planetarischen Nebeln doch etwas mehr an Details erkennen kann. Leider passt hier die Blickrichtung nicht mehr, für das Pro war NGC 40 schon gerade hinter der Hauswand verschwunden.




Mittwoch, 4. Mai 2022

Eine neue Beobachtungsstation (Folge 4/4)

 Das Foto von NGC 4647 mit der Supernova 2022hrs war für mich ein erster voller Erfolg. So etwas macht natürlich gleich Lust auf mehr. Und so steuerte ich über das iPad in den Nächten vom 27. auf den 28. April und vom 28. auf den 29. April gleich ein paar weitere Objekt an. Nicht nur aus Spaß an der Freude, sondern auch um weitere Erfahrungen mit Vespera und der zugehörigen App zu sammeln.

In der ersten Nacht habe ich mich anschließend gleich an der Zigarrengalaxie, M 82, versucht. Hier ein erstes Bild nach nur 1min20sec Belichtungszeit, also aus nur 8 Einzelbildern gestackt:

M82 (Mitte) mit M81 (links)

Und hier das gleiche Objekt, nach 30 Einzelbildern, also 5 Minuten Belichtungszeit:

M 82 mit 5 Minuten Belichtungszeit

Etwas später entdeckte ich eine nette kleine Funktion, die es erlaubt, den zu belichtenden Ausschnitt am Himmel etwas zu verschieben. Dadurch wird das Bild nicht mehr exakt auf M82 zentriert, so dass ich das schöne Paar, M 81 und M 82, viel besser nebeneinander fotografieren konnte.

M81 und M82, 20 Minuten belichtet

Hier eine andere Galaxie, M 64:

M 64 - 30 Minuten belichtet (180 Einzelbilder a 10 Sekunden)

 M 64 ist die Galaxie mit dem "schwarzen Auge". Dieses war auf dem allerersten Einzelbild viel besser und leichter zu erkennen als jetzt auf diesem lange belichteten Bild.

Und weiter geht es:

M 104 - die Sombrero Galaxie, ebenfalls 30 Minuten belichtet

Und hier wieder ein schönes kosmisches Paar:

NGC 4631 (Mitte) und NGC 4651 (links)

NGC 4631 wird auch die Walfisch- oder die Herings-Galaxie genannt. NGC 4651 ist auch unter den Namen "Brecheisen- oder Hockeyschläger-Galaxie bekannt. Das Bild wurde 11 Minuten lang belichtet.7min 10sec)

Und hier noch zwei Kugelsternhaufen:

M 3 - mit 43 Einzelbelichtungen (7m10s)

M 5 - 46 Einzelbelichtungen, 7m40s)

Soweit erstmal an dieser Stelle mit den gelungenen Bildern. Einmal aufgebaut und initialisiert ist es wirklich einfach, mit Vespera schnell zu ganz akzeptablen Bildern zu kommen.

Voraussetzung ist natürlich immer, das auch der Himmel klar ist. Ein Objekt ist mir nicht gelungen, M 51, die berühmte "Strudel-Galaxie". Dies kann an zwei Dingen gescheitert sein: Ich hatte diese Galaxie versucht, am 29 April irgendwann zwischen 0 und 1 Uhr zu fotografieren, genau habe ich es mir nicht aufgeschrieben. Da stand die Galaxie bei mir ziemlich im Zenit. Als ich selbst nach oben blickt, entdeckte ich dort Wolken, die wohl aus Richtung Norden (also hinter meinem Rücken) aufgezogen waren. Etwas später las ich jedoch auch, das Vespera Objekte im Zenit gar nicht fotografieren kann, wohl weil das für die azimutale Steuerung des Systems zu schwierig sei. Was von beiden am Ende ursächlich war, werden weitere Erfahrungen mit Vespera sicherlich zeigen.

Es ist klar, dass jedes System "seinen Himmel", aber auch seine Grenzen hat. Vespera ist im Prinzip ein kleines Fernrohr mit einem 50mm Objektiv und einer Brennweite von 200mm, also einem f/4 Öffnungsverhältnis. Das ist vergleichbar mit einer Kamera mit einem kleinem Teleobjektiv oder einem 2-Zoll-Refraktor. Da mag mancher denken, das ist doch nicht mehr optische Leistung als mein Fernglas hergibt. Zusammen mit dem Sony-Chip IMX462 kann diese Kombination ein Feld am Himmel in einer Größe von 1,6° x 0,9° erfassen, was in etwa der Fläche von 6 Vollmonden entspricht. 

Es ist daher gut für etwas größere, flächige Objekte am Himmel geeignet. Planeten werden in diesem kleinen Fernrohr auch immer nur klein bleiben.

Etwa 500 Objekte sollen in der Datenbank der App gespeichert sein. Davon sind etliche auf dem Südhimmel, also für unsere Breiten in Europa nicht erreichbar. Ich vermute, für uns sind davon also vielleicht 300 Objekte ansteuerbar. Vespera bietet jedoch auch die Möglichkeit, ganz dediziert bestimmte Orte am Himmel anzufahren, wenn man die entsprechenden Koordinaten eingibt. Das setzt natürlich schon etwas mehr als astronomische Grundkenntnisse voraus, macht das Gerät aber auch für mich längerfristig sehr interessant.

Und wer möchte, kann sich auch alle Einzelbilder, die in einem Belichtungsprozeß entstehen einzeln im tiff- oder fits-Format herunterladen und sich selbst mit anderer Software am Stacken und Optimieren der Bilddarstellung versuchen. Hier muss man jedoch etwas aufpassen. Das Vespera hat intern einen Speicher von 10 Gigabyte. Eine 30-Minütige Aufnahmenserie erzeugt dann schon schnell 1 Gigabyte an Daten. Man sollte sich diese Einzelbilder, wenn sie selbst weiter bearbeiten will, also schnell auf seinen PC überspielen, bevor der 10 GB-Speicher voll wird. Dann werden nämlich intern die alten Dateien einfach durch die neuen überschrieben.

In den FAQs zu Stellina, dem ersten ähnlichen Produkt von Vaonis habe ich schon gesehen, das es auch eine Möglichkeit gibt, Darks und Flats zu erzeugen. Auch das muss ich natürlich erst noch ausprobieren.

Weiterhin soll es auch die Möglichkeit geben, einzelne Parameter der Chipsteuerung zu ändern, aber das habe ich alles noch nicht ausprobiert. Vielleicht schaffe ich das in der nächsten Schönwetterperiode.

Damit ist meine erste kleine Blogserie zu meiner neuen Vespera beendet, sicherlich werden später weitere Bilder und Beiträge folgen. 

Ich bedanke mich bei meinen Lesern, schön, dass Sie mir bis hierhin gefolgt sind. Vielen Dank auch für das Verständnis, das ich nicht alle ersten Erfahrungen in einem einzigen Blogbeitrag reingequetscht habe.

Viele weitere Informationen zu Vespera und vergleichbaren Beobachtungsstationen (Vaonis Stellina, eVscope usw.) findet man auf den hervorragenden Webseiten von Gerd Waloszek.

Wenn Sie weitere Fragen zu Vespera haben, schreiben Sie mir gerne eine Mail. Vielleicht kann ich die ja beantworten.