Sonntag, 5. Oktober 2025

6.-12. Oktober 2025: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Vollmond, sein helles Licht wird den Blick auf lichtschwächere Objekte erschweren. Von den hellen Planeten ist Saturn noch immer fast die ganze Nacht zu beobachten. Jupiter geht um Mitternacht herum auf und die Venus ist immer noch strahlender Morgenstern (Aufgang ca. 5:45 Uhr), auch wenn ihre Aufgänge zunehmend später werden, sich ihre Sichtbarkeit vor Sonnenaufgang durchaus verkürzt. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 6. Oktober, geht die Sonne um 7:34 Uhr auf und um 18:50 Uhr unter. Das ist am Morgen 12 Minuten später und am Abend sogar 14 Minuten früher als noch vor einer Woche, die Tage werden also rapide kürzer. Der volle Mond geht um 18:34 Uhr auf. Am Morgen steht der Mond gut drei Grad oberhalb von Saturn, er geht um 6:25 Uhr unter. Bei Jupiter beginnt um 2:16 Uhr ein Schattenvorübergang von Io und um 2:28 Uhr endet ein Schattenvorübergang von Ganymed, es können in dieser Zeitspanne also zwei Mondschatten gleichzeitig auf Jupiter beobachtet werden. In der Frühe ab ca. 4:00 Uhr wandert auch Saturnmond Titan vor der Saturnscheibe vorüber, nach 7:00 Uhr fällt sogar Titans Schatten auf den Planeten, dies kann jedoch von Europa aus nicht mehr beobachtet werden.

Am Dienstag, den 7. Oktober, erreicht der Mond um 5:48 Uhr seine exakte Vollmondposition. Er geht um 7:55 Uhr unter. Am Abend ist der Mond mit 99 Prozent Beleuchtung praktisch immer noch "voll". Auf einer Linie nördlich von Bad Lippspringe (Rietberg - Schloß Holte-Stukenbrock - Lage - Lemgo) kommt es um ca. 11:07 Uhr zu einem Transit der ISS vor der Sonnenscheibe. Mehr Informationen bei https://iss.vierwandfrei.de

Am Mittwoch, den 8. Oktober, geht der zu 96 Prozent beleuchtete Mond um 18:55 Uhr auf. Er steht heute in Erdnähe, der volle Mond gestern könnte daher von der Presse durchaus wieder als "Supermond" bezeichnet werden.

Am Donnerstag, den 9. Oktober, geht der zu 90 Prozent beleuchtete Mond um 19:17 Uhr auf.

Am Freitag, den 10. Oktober, geht der zu 82 Prozent beleuchtete Mond um 19:50 Uhr auf. Bereits kurz danach, um 20:36 Uhr endet die Bedeckung des Sterns chi Tauri (5,4mag), wenn dieser am dunklen Mondrand wieder erscheint.

Am Samstag, den 11. Oktober, geht der zu 72 Prozent beleuchtete Mond um 20:38 Uhr auf. Um 3:10 Uhr endet die Bedeckung von HIP21619 (6,5mag) und um 23:39 Uhr endet die Bedeckung von HIP26291 (6,3mag) durch den Mond. Um 4:00 Uhr geht Kleinplanet (85)Io (10,7mag) in 9,5'Bogenminuten Abstand an Stern HIP 7131 (7,8mag) vorüber und um 20:30 Uhr Kleinplanet (1)Ceres (7,6mag) in 8,5 Bogenminuten Abstand an Stern Phi Cet (5,2mag).

Am Sonntag, den 12. Oktober, endet um 6:18 Uhr die Bedeckung von HIP27625 (5,6mag) durch den Mond. Am Abend geht der zu 61 Prozent beleuchtete Mond um 21:44 Uhr auf. Um 20:30 Uhr geht (3)Juno (11,5mag) in 6' Bogenminuten Abstand an Psi Sco (4,9mag) vorüber.

Samstag, 4. Oktober 2025

30.9. - 2.10.2025: Weitere Nebel-Objekte: Abell 39, Kokon-Nebel, Kalifornien-Nebel, Sichelnebel, Feuerwerks-Galaxie,Geisterbusch-Haufen

 Neben den Objekten aus dem Messier-Katalog gibt es auch viele andere spannende Objekte, die in der letzten Woche auf meiner Beobachtungsliste standen.

Abell 39 ist ein schwierig zu findender "planetarischer Nebel" im Sternbild Herkules: 

Abell 39, insgesamt 170 Minuten belichtet 

Man muss schon genau in das Bild hinein schauen, dann kann man dort in der Mitte eine kreisrunde blaue Aufhellung erkennen, das ist der gesuchte Nebel. Auf Aufnahmen besserer Geräte als  meinem kann man eine schöne blaue "Blase" erkennen. Ich habe mein Bild schon fast drei Stunden lang belichtet, wahrscheinlich ist noch mehr Zeit sinnvoll investiert. Beim nächsten Versuch werde ich auch einen Dualbandfilter benutzen, das habe ich bei diesem Foto nicht gemacht.

Achtung: Gibt man bei Stellarium in die Suchfunktion "Abell 39" ein, wird man zu einem anderen Objekt im Sternbild Walfisch (Cetus) geführt. Gibt man jedoch "PK 047+42.1" ein, wird man zum richtigen Objekt geführt.

IC5146, der "Kokon-Nebel", eine gute Stunde belichtet

 Am Donnerstag, den 2. Oktober 2025, stand bei mir auch der "Kokon-Nebel" auf der Beobachtungsliste. Dieses Foto habe ich mit einem Dualbandfilter erstellt. Der Nebel an sich ist schon faszinierend, auffällig ist aber auch, dass er von "Dunkelnebeln" umgeben zu sein scheint.

Tatsächlich ist es eher so, dass es hier eine große dunkle Staub- und Molekülwolke gibt, deren Inneres durch junge Sterne ionisiert und zum Leuchten angeregt wird. Dadurch schauen wir praktisch in die Dunkelwolke hinein.

Nur 45 Minuten lang habe ich den Kalifornien-Nebel belichtet:

NGC1499, 45 Minuten belichtet

 Auch dieses Bild ist völlig unbearbeitet, praktisch "out-of-the-box" hier dargestellt. NGC 1499 wird weghen seiner Form auch als "Kalifornien-Nebel" bezeichnet und befindet sich im Sternbild Perseus. Er ist von uns ca. 1000 Lichtjahre entfernt und ist die uns wohl am nächsten gelegene Sternentstehungsregion.

Der Nebel ist so groß, das er nicht vollständig in das eigentlich schon recht große "Gesichtsfeld" des Vespera Pro hinein passt, ich habe deshalb für dieses Bild den Mosaik-Modus des Vespera verwendet. Gerade bei diesem Bild lohnt es sich also, das Bild einmal mit einem "Rechtsklick" mit der Maus zu markieren udn es dann in einem eigenen Browserfenster zu öffnen. Dort kann man es dann mit einem weiteren (+)-Klick mit der Maus auf Originalgröße  bringen. (Das gilt zumindest für den Firefox-Browser).

Sichel-Nebel im Schwan, 1.10.25, 32 Minuten belichtet.

 Den Sichel-Nebel hatte ich schon früher mal fotografiert, am 1.10. gelang mir dann dieses doch etwas weniger verrauschte Bild des Nebels. Beide Male wurde der Dualbandfilter genutzt. Der Vergleich zeigt, wie sich die Bildbearbeitungsroutinen innerhalb der Vespera-Software im laufe der zwei Jahre doch verbessert haben.

 Zu diesem Nebel gibt es viele verschiedene Bilder, aufgenommen mit unterschiedlichsten Filtern. Die zugehörige Wikipedia-Seite kann hierzu ein guter Einstieg sein.

Zum Schluß noch ein Bild ohne Nebel, aber dafür mit zwei gäntlich unterschiedlichen NGC-Objekten:

NGC 6939 und NGC 6946 am 3.10.25 um 0:23 Uhr MESZ, 77 min belichtet mit Vespera "classic"

 NGC 6946
wird auch als die "Feuerwerks-Galaxie" bezeichnet. Sie ist ca. 18 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Da wir sehr schön von oben hearb auf die ganze Galaxie schauen, wurden hier laut Wikipedia in den letzten hundert Jahren auch schon zehn Supernova entdeckt.

NGC 6939 wird auch als "Geisterbusch-Haufen" bezeichnet. Ein offener Sternhaufen, der natürlich zu unser eigenen Galaxie gehört und von uns nur rund 6000 Lichtjahre entfernt ist. 

Auch bei diesem Bild kam der Mosaik-Modus des Vespera zum Einsatz. 

****

Puh! Die Woche mit dem Monatsübergang vom 30. September bis 3. Oktober hatte es wirklich in sich. So viele schöne klare Tage und Nächte hintereinander! Allein sieben verschiedene Postings, um über meine Beobachtungen in diesen Tagen zu berichten. Und dabei habe ich hier nicht einmal alles aufgeschrieben, denn zum Beispiel habe ich auch wieder die verschiedenen veränderlichen Sterne in der nördlichen Krone beobachtet, ach ja, im übrigen T CrB verhält sich noch immer recht ruhig... 

Und ich habe gar nicht gemerkt, das dies schon das 2009. Posting in diesem Blog ist. Neun Postings zurück habe ich mir dann nachträglich auch gleich noch zur Nummer 2000 gratuliert. :-) 


 

1./2. Oktober 2025: Zweimal M27 und weitere Messier-Objekte (M15, M30, M76, M82)

 Natürlich habe ich in dieser schönen Woche auch "klassische" Schönheiten am Nachthimmel aufgesucht. Beim berühmten "Hantel-Nebel" M27 habe ich mir mal etwas Zeit genommen für einen Vergleich. Ich habe den Nebel mit dem einen Gerät (Vespera Pro) ohne Filter aufgenommen und mit dem anderen Gerät (Vespera "classic") mit einem Dualbandfilter. Ein Dualbandfilter ist besonders durchlässig für die Spektralfarben des leuchtenden Wasserstoffs (H-alpha) und des Sauerstoffs (OIII), blockiert dadurch jedoch stärker das "normale" Licht der Sterne. 

Beim Vergleich der Bilder muss man natürlich auch berücksichtigen, dass das Vespera Pro 250mm Brennweite hat, also eine etwas stärkere Telewirkung als das Vespera "classic" mit 200mm und das die Sensoren bei beiden Geräten andere sind (Vespera Pro: Sony CMOS IMX676 (12,5 MP), Vespera "classic": Sony 1/2,8" CMOS IMX462), die natürlich auch eine ganz unterschiedliche Auflösung pro Pixel haben.

Bildausschnitt (600x500px) Vespera Pro ohne Filter

 
Bildausschnitt (600x500px) Vespera "classic" mit Dualbandfilter

Man kann den Unterschied, bedingt durch den Filter, sofort erkennen. Im oberen Bild (ohne Filter) wirkt der Hantelnebel viel transparenter, die schwachen Nebelanteile im Bild stehen hinter den leuchtenden Sternen deutlich zurück. Im unteren Bild - mit Filter - wirkt der Nebel in sich viel geschlossener, die Sterne dringen kaum durch, dafür heben sich die Nebelanteile besser vom Schwarz des Himmelshintergrundes ab.

Beide Bilder entstanden ungefährt zur gleichen Zeit am 1. Oktober. Das erste Bild wurde ca. 30 Minuten bis ungefähr 23:10 Uhr belichtet, das untere etwas länger (34 Minuten) bis ca. 23:50 Uhr. 

Und hier noch ein paar weitere Messier-Objekte:

Kugelsternhaufen M 15 am 30.9.25 um 23:11 Uhr MESZ

 Der Kugelsternhaufen M 15 im Sternbild Pegasus ist der zweithellste Kugelsternhaufen bei uns am Nordhimmel. Mit 6,4mag ist er jedoch für das bloße Auge auch bei dunklem Himmel  praktisch nicht sichtbar.

Kugelsternhaufen M30 am 30.9.25 um 22:16 Uhr MESZ

 Der Kugelsternhaufen M30 steht zwar dichter an der Erde dran als M15, ist aber deutlich kleiner und lichtschwächer. Zudem steht er im Sternbild Steinbock, das heisst, er steigt bei uns nie besonders hoch am Himmel, horizontnah wird sein Licht deshalb auch die irdische Atmossphäre immer etwas abgeschwächt.

Ich habe in diesem Bild den Kugelsternhaufen etwas nach unten gesetzt, da ich im oberen Teil des Bildes noch einige ganz schwache Galaxien abbilden wollte: NGC7103/4,  IC1393, IC5122. Das ist mir auch gelungen, ist aber nur etwas für "Spezialisten". Ich erspare Ihnen hier die Details. haben diese Objekte doch nur eine Helligkeit von 15 oder 16mag.

Und da wir oben schon zwei Bilder des Hantelnebels hatten (M27), hier noch ein Bild des "kleinen Hantelnebels", M76:

M76 am 1.10.25 um 21:58 Uhr MESZ

 Auch der Kleine Hantelnebel, M76, ist ein planetarischer Nebel, ein Überbleibsel eines sterbenden Sterns. Mit nur 10,1mag ist er eines der lichtschwächsten Objekte im Messier-Katalog. Es lohnt sich, hier die "Entdeckungsgeschichte", bzw. die Beschreibungen der ersten Beobachtungen im zugehörigen Wikipedia-Eintrag nachzulesen. Wurde dieser nette kleine Nebel doch ursprünglich für eine Art "Doppelnebel" gehalten, weil selbst frühere Großteleskope nicht in der Lage waren, die Auflösung heutiger Amateurinstrumente zu erreichen.

M82 am 2.10.25 um 20:48 Uhr MESZ

 Zwischendurch habe ich auch mal schnell ein Bild vom "Zigarrennebel" M82 aufgenommen. Dieses Bild ist jedoch nur etwas über 20 Minuten belichtet.

 

 

30. September-2. Oktober 2025: Und weiter auf der Suche nach Supernovae

 Das Aufspüren von Supernovae ist inzwischen für mich ein kleiner "Sport" geworden. Manchmal ist es ja ganz einfach, aber nicht immer sind meine kleinen Geräte ausreichend, um die gesuchten Objekte zu finden und eindeutig zu identifizieren.

Manfred Motzeck hatte in einer Astrogruppe auf mehrere neu entdeckte Supernovae hingewiesen. Allerdings meistens nur mit Helligkeiten zwischen 16 und 17mag. Ob die auch für mich erreichbar wären? Zum Glück hat Manfred in der Gruppe auch gleich seine Bilder gepostet, so dass ich an Hand seiner Bilder meine eigenen überprüfen konnte.

SN2025uue in LEDA3593886 am 30.9.25

Ja, die gesuchte Supernova ist wirklich nur der klitzekleine, kaum sichtbare Punkt an der Pfeilspitze. Das Bild von Manfred sieht an dieser Stelle nicht viel anders aus, außer, dass es etwas größer aufgelöst ist. Mein Bild habe ich 42 Minuten belichtet, dann schien mir die SN recht eindeutig sichtbar zu sein.

AT2025ytg in LEDA 68331 (bzw. GCG 428-049) am 1.10.25 um 21:56 Uhr MESZ

Auch hier muss man ganz genau hinschauen. Vor der Pfeilspitze ist ein "verwaschen" erscheinender Fleck mit zwei Helligkeitsspitzen zu sehen. Der obere ist wahrscheinlich die Galaxie selbst, der untere Punkt dagegen die Supernova. 

Mit diesen beiden "Erfolgen" im Rücken wurde ich doch etwas übermütig. In der Liste "latest Supernovae" entdeckte ich, das in der Galaxie UGC11337 eine SN mit einer Helligkeit von 16,4mag zu sehen sein sollte. Das wäre ausreichend hell, um sie mit meinem Gerät zu finden. Hier ein Foto vom 2. Oktober:

SN2025uaq (?) in UGC11337 am 2. Oktober 2025 um 22:13 Uhr MESZ

 Das Bild habe ich über eine Stunde lang belichtet (66 Minuten). Die Galaxie konnte ich mit Hilfe des Aladin-Himmelsatlas auch recht schnell identifizieren. Ich hätte mir jedoch die Entdeckungsmeldung des TNS-Servers zuerst ansehen sollen: Die SN ist so dicht am Kern der Galaxie, dass sie - zumindest für meine Optik - gar nicht vom Kern zu unterscheiden ist. Und gleiches gilt wohl für viele andere Amateure, denn von dieser SN habe ich auch noch kein anderes Foto gesehen. Auch wurde die SN schon am 16. August gemacht, vielleicht ist sie inzwischen ja schon wieder so lichtschwach geworden, das sie ohnehin nicht mehr sichtbar ist.

 

Freitag, 3. Oktober 2025

1. Oktober 2025: Ein Komet am Morgenhimmel

 In den letzten Wochen hat sich der Komet C/2025 A6 (Lemmon) prächtig entwickelt. Sollte seine Helligkeit anfangs noch unter 10mag bleiben, so ist er schon jetzt mit 6-7mag viel heller als erwartet - und das Perihel seiner Bahn um die Sonne steht noch bevor.

Leider ist der Komet zur Zeit nur am Morgenhimmel gut zu beobachten. Ich hatte mir am 1. Oktober dafür extra meinen Wecker auf 5 Uhr gestellt, doch glücklicherweise wachte ich gut 20 Minuten vor dem Klingeln des Weckers auf, und konnte mich so leise aus dem Bett schleichen und meine Frau schlafen lassen.

Das Vespera war schnell aufgebaut und initialisiert. Beeindruckend der morgendliche Nachthimmel, die Wintersternbilder Stier, Orion, Großer Hund, Zwillinge und Jupiter leuchteten um die Wett vom Himmel. Doch dafür hatte ich jetzt keinen Blick. Was würde aus dem Vespera herauskommen?

Komet C/2025 A6 Lemmon am 1.10.2025 um 4:57 Uhr MESZ, 5 Minuten belichtet

 Ich war sofort beeindruckt. Endlich wieder ein heller, grünlich leuchtender Komet mit einer hellen Koma und einem deutlich erkennbaren Schweif.

Ich habe anschließend gleich noch eine längere Belichtung gemacht, um vielleicht noch etwas mehr vom Schweif einzufangen. Dafür habe ich den Bildausschnitt etwas verschoben:

Komet C/2025 A6, diesmal 21 Minuten belichtet

 Dieses Bild wurde 21 Minuten belichtet (also bis 5:20 Uhr MESZ). An dem breiteren, lang gezogenem Kopf kann man gut erkennen, wie der Komet sich in dieser Zeit vor dem Hintergrund der Sterne bewegt hat. Das macht natürlich ein Stacking der Bildinformation des viel lichtschwächeren Schweifs schwierig. Aber vielleicht kann ich zu einem späteren Zeitpunkt die 126 Einzelbilder von Hand auf den Kometen nachgeführt stacken. Dann werden die Sterne kleine Strichspuren zeigen, aber es sollten hoffentlich mehr Details vom Kometen sichtbar werden. Doch leider muss ich dieses Verfahren erst noch lernen, kann also jetzt noch kein passendes Bild hier präsentieren.

Viele weitere Bilder des Kometen findet man auf einer Webseite der "Fachgruppe Kometen der VdS (Vereinigung der Sternfreunde)".  

Im Fernglas war der Komet nicht ganz einfach zu finden, da unterschied er sich noch nicht so sehr von den anderen Sternen. Zur Zeit ist er noch gut am Morgenhimmel zu sehen, allerdings wird bald (ab 6.10.) das helle Licht des vollen Mondes stören.

Der Komet zieht auf seiner Bahn glücklicherweise so, dass er ungefähr ab dem 12. Oktober auch am Abendhimmel zu sehen sein wird, dann steht er um 20 Uhr ca. 15° Grad hoch im Nordwesten, und es wird tagtäglich besser, am 21.10. (Neumond!) erreicht er um 20 Uhr schon eine Höhe von 21° Grad über dem Horizont im Nordwesten. Er steht dann im Sternbild Bootes und zieht in den folgenden Tagen weiter Richtung Corona Borealis (Nördliche Krone). Sollte der Komet sich weiter so prächtig entwickeln wie zuletzt, wird er dann sogar mit dem bloßen Auge sichtbar sein.

Für mich hat sich das frühe Aufstehen sehr gelohnt! Und um 5:30 Uhr lag ich auch schon wieder gut eingekuschelt unter der Decke im Bett, bis dann der Wecker meiner Frau klingelte und uns der nächste Morgen begrüßte.

 

1. Oktober 2025: Sonne und Polarlicht

 Der Oktober hat in diesem Jahr sehr sonnig begonnen. Meine Solaranlage auf dem Dach hat 58,33 kWh Strom produziert, mehr geht zu dieser Jahreszeit nicht.

Die Sonne am 1. Oktober 2025

Die Sonne zeigt immer noch auffällig viele Fleckengruppen, die auch hinreichend magnetisch aktiv sind, um auf der Erde Polarlichter zu erzeugen. Laut spaceweather.com könnte es heute (am 2.10.25) sogar zu X-Flares kommen. 

Auf alle Fälle sorgt die Sonne schon seit dem 29. September (da war es bei uns leider total bewölkt) für einen langanhaltenden Geomagnetischen Sturm, der bereits dreimal hintereinander zu Polarlichtern geführt hat. In unseren Breiten waren diese zumeist nur fotografisch nachweisbar, in Norddeutschland jedoch auch visuell. 
 

Polarlicht am 1. Oktober 2025 um 22:27 Uhr MESZ

Auf dem Bild sind rötliche Aufhellungen links und rechts des Baumes in der Bildmitte zu sehen. Der Baum steht genau in Richtugn Norden, links vom Baum kann man die Deichsel des Großen Wagen erkennen.

Mit war eine ungewöhnliche "Aufhellung" des Himmels  knapp über dem Horizont sofort aufgefallen, jedoch zu unspezifisch, um daraus sofort Polarlicht zu erkennen. An dunkleren Orten wäre das vielleicht einfacher gewesen.

Viele Eindrücke, Berichte und Bilder der letzten Polarlichtnächte findet ma natürlich im Polarlichtforum vom 29./30. September, 30.9./1.10. und 1.10./2.10. 

 Zum Vergleich hier noch ein kleines Zeitraffer-Video vom Polarlicht, aufgenommen am gleichen Abend in Abisko, Schweden, von meiner Nichte:

 

Meine Nichte hat das Video mit Hilfe der Zeitraffer-Funktion einer Panasonic DMC GX80 aufgenommen. Leider hat durch die Übertragung von der Kamera auf das Handy und über den Signal-Messenger zu mir die Qualität insbesondere bei den schwächeren Lichtern abgenommen. 

Donnerstag, 2. Oktober 2025

30. September 2025: zwei weitere Kleinplaneten erwischt: (134)Saphrosyne und (433)Eros

 

(134)Saphrosyne am 30.9.25 um 22:26 Uhr MESZ

Saphrosyne mit 12mag stand am 30.9. dicht beim Stern HIP 3931 mit 8,5mag. So war der Kleinplanet auch in Stellarium schnell zu finden und auf meinem Foto einfach zu identifizieren.

Zwei Abende später war Saphrosyne schon deutlich weiter gezogen:

(134)Saphrosyne am 3.10.25 um 0:22 Uhr MESZ

Der runde Kreis markiert den Standort am 30.9., dort fehlt jetzt der Lichtpunkt, der Pfeil markiert den neuen Standort am 3. Oktober.
 

(433)Eros am 30.9. um 22:37 Uhr MESZ


 Kleinplanet (433)Eros mit 11,2mag war da im Sternengewimmel im Sternbild Andromeda schon schwieriger zu finden. Beide Aufnahmen wurden ca. 5 Minuten lang belichtet. (433)Eros ist der erste Kleinplanet, auf dem eine Raumsonde landete.

Auch Eros habe ich gerade noch zwei Tage später erwischt:

(422)Eros am 3. Oktober 2025 um 0:27 Uhr MESZ
 

Insgesamt habe ich jetzt - wenn ich mich nicht verzählt habe - mit diesen beiden nun schon 108 Kleinplaneten beobachtet. 

*****

Nachtrag vom 3. Oktober 2025:

Am 2. Oktober stand Kleinplanet (1)Ceres genau in Opposition zur Sonne und erreichte eine Helligkeit von 7,6mag im Sternbild Walfisch. Zur Feier seiner Stellung hier ein Bild:

(1)Ceres am 2.10.2025 um 22:16 UT 

 (1)Ceres ist mit einem mittleren Äquatordurchmesser von 964 km das größte Objekt im Asteroidengürtel. Ich habe ihn schon viele Male beobachten können.