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Samstag, 4. Oktober 2025

30.9. - 2.10.2025: Weitere Nebel-Objekte: Abell 39, Kokon-Nebel, Kalifornien-Nebel, Sichelnebel, Feuerwerks-Galaxie,Geisterbusch-Haufen

 Neben den Objekten aus dem Messier-Katalog gibt es auch viele andere spannende Objekte, die in der letzten Woche auf meiner Beobachtungsliste standen.

Abell 39 ist ein schwierig zu findender "planetarischer Nebel" im Sternbild Herkules: 

Abell 39, insgesamt 170 Minuten belichtet 

Man muss schon genau in das Bild hinein schauen, dann kann man dort in der Mitte eine kreisrunde blaue Aufhellung erkennen, das ist der gesuchte Nebel. Auf Aufnahmen besserer Geräte als  meinem kann man eine schöne blaue "Blase" erkennen. Ich habe mein Bild schon fast drei Stunden lang belichtet, wahrscheinlich ist noch mehr Zeit sinnvoll investiert. Beim nächsten Versuch werde ich auch einen Dualbandfilter benutzen, das habe ich bei diesem Foto nicht gemacht.

Achtung: Gibt man bei Stellarium in die Suchfunktion "Abell 39" ein, wird man zu einem anderen Objekt im Sternbild Walfisch (Cetus) geführt. Gibt man jedoch "PK 047+42.1" ein, wird man zum richtigen Objekt geführt.

IC5146, der "Kokon-Nebel", eine gute Stunde belichtet

 Am Donnerstag, den 2. Oktober 2025, stand bei mir auch der "Kokon-Nebel" auf der Beobachtungsliste. Dieses Foto habe ich mit einem Dualbandfilter erstellt. Der Nebel an sich ist schon faszinierend, auffällig ist aber auch, dass er von "Dunkelnebeln" umgeben zu sein scheint.

Tatsächlich ist es eher so, dass es hier eine große dunkle Staub- und Molekülwolke gibt, deren Inneres durch junge Sterne ionisiert und zum Leuchten angeregt wird. Dadurch schauen wir praktisch in die Dunkelwolke hinein.

Nur 45 Minuten lang habe ich den Kalifornien-Nebel belichtet:

NGC1499, 45 Minuten belichtet

 Auch dieses Bild ist völlig unbearbeitet, praktisch "out-of-the-box" hier dargestellt. NGC 1499 wird weghen seiner Form auch als "Kalifornien-Nebel" bezeichnet und befindet sich im Sternbild Perseus. Er ist von uns ca. 1000 Lichtjahre entfernt und ist die uns wohl am nächsten gelegene Sternentstehungsregion.

Der Nebel ist so groß, das er nicht vollständig in das eigentlich schon recht große "Gesichtsfeld" des Vespera Pro hinein passt, ich habe deshalb für dieses Bild den Mosaik-Modus des Vespera verwendet. Gerade bei diesem Bild lohnt es sich also, das Bild einmal mit einem "Rechtsklick" mit der Maus zu markieren udn es dann in einem eigenen Browserfenster zu öffnen. Dort kann man es dann mit einem weiteren (+)-Klick mit der Maus auf Originalgröße  bringen. (Das gilt zumindest für den Firefox-Browser).

Sichel-Nebel im Schwan, 1.10.25, 32 Minuten belichtet.

 Den Sichel-Nebel hatte ich schon früher mal fotografiert, am 1.10. gelang mir dann dieses doch etwas weniger verrauschte Bild des Nebels. Beide Male wurde der Dualbandfilter genutzt. Der Vergleich zeigt, wie sich die Bildbearbeitungsroutinen innerhalb der Vespera-Software im laufe der zwei Jahre doch verbessert haben.

 Zu diesem Nebel gibt es viele verschiedene Bilder, aufgenommen mit unterschiedlichsten Filtern. Die zugehörige Wikipedia-Seite kann hierzu ein guter Einstieg sein.

Zum Schluß noch ein Bild ohne Nebel, aber dafür mit zwei gäntlich unterschiedlichen NGC-Objekten:

NGC 6939 und NGC 6946 am 3.10.25 um 0:23 Uhr MESZ, 77 min belichtet mit Vespera "classic"

 NGC 6946
wird auch als die "Feuerwerks-Galaxie" bezeichnet. Sie ist ca. 18 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Da wir sehr schön von oben hearb auf die ganze Galaxie schauen, wurden hier laut Wikipedia in den letzten hundert Jahren auch schon zehn Supernova entdeckt.

NGC 6939 wird auch als "Geisterbusch-Haufen" bezeichnet. Ein offener Sternhaufen, der natürlich zu unser eigenen Galaxie gehört und von uns nur rund 6000 Lichtjahre entfernt ist. 

Auch bei diesem Bild kam der Mosaik-Modus des Vespera zum Einsatz. 

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Puh! Die Woche mit dem Monatsübergang vom 30. September bis 3. Oktober hatte es wirklich in sich. So viele schöne klare Tage und Nächte hintereinander! Allein sieben verschiedene Postings, um über meine Beobachtungen in diesen Tagen zu berichten. Und dabei habe ich hier nicht einmal alles aufgeschrieben, denn zum Beispiel habe ich auch wieder die verschiedenen veränderlichen Sterne in der nördlichen Krone beobachtet, ach ja, im übrigen T CrB verhält sich noch immer recht ruhig... 

Und ich habe gar nicht gemerkt, das dies schon das 2009. Posting in diesem Blog ist. Neun Postings zurück habe ich mir dann nachträglich auch gleich noch zur Nummer 2000 gratuliert. :-) 


 

Samstag, 31. Mai 2025

30. Mai 2025: endlich klarer Himmel

 Am Freitagabend hatte ich endlich wieder klaren Himmel und auch etwas Zeit zum Beobachten. Ganz klar war der Himmel leider nicht, es war doch recht feucht und es waren wohl auch Saharastaub und Brandaerosole aus Großfeuern in Kanada in der Luft. Doch trotzdem hat sich der Abend gelohnt.

Der Mond war am Abend schon zu 19 Prozent beleuchtet. Auf Grund der großen Libration, das Mare Crisium stand recht weit ab vom Rand, konnte man auch ganz gut ein kleines bisschen auf die Mondrückseite hineinschauen.

 

Der Mond am 30.5.25 um 22:10 Uhr MESZ
 

Um nach längerer Pause mein Vespera "classic" wieder einmal zu nutzen habe ich das Gerät zuerst auf den Ringnebel in der Leier gerichtet. 

Ringnebel in der Leier (M57) am 30.5.25 um 23:04 Uhr

 Danach war mein Ziel der Kugelsternhaufen NGC 5897. Dieser war vor genau zwei Jahren schon einmal ein Ziel von mir.

NGC 5897 am 30.5.25 

 Vergleicht man dieses Bild mit dem von vor zwei Jahren fällt als erstes natürlich die etwas längere Belichtungszeit auf. Damals kamen Wolken auf und ich konnte nur 430 Sekunden (gut 7 Minuten) belichten. Diesmal konnte ich dagegen eine halbe Stunde belichten.

Doch es gibt noch einen weiteren (kleinen) Unterschied. Finden Sie ihn?

Ein kleines Stück links vom Kugelsternhaufen findet man auf dem neuen Foto einen kleinen Strich. Nicht sehr hell, auch nicht lang, aber doch deutlich ein Strich und eben kein sternförmiger Punkt oder Kreis. Dies ist der Kleinplanet (1093) Freda (12,8mag). Am 31. Mai zieht er genau über den Kugelsternhaufen hinweg. (Leider ist es heute, am 31.5.25 schon wieder bewölkt). Innerhalb der halben Stunde Belichtungszeit hat sich Freda schon ein wenig auf den Kugelsternhaufen zu bewegt, und so entsteht in diesem Foto eben kein Punkt, sondern eine kleine Strichspur.

Auch mit meinem "Vespera Pro" habe ich fotografiert. Hier ein Bild des Sichelnebels:

NGC 6888 am 31..5.25 um 1:06 Uhr

 Das Bild wurde mit einem Dualbandfilter aufgenommen. Die Nettobelichtungszeit betrug ca. 35 Minuten.

Auch habe ich wieder einen Blick auf die veränderlichen Sterne in der Nördlichen Krone geworfen. 

S CrB am 30.3.25 um 23:46 (3min belichtet)

 S CrB hatte im April sein Helligkeitsminimum von ca. 13mag und ist jetzt schon wieder 11mag hell. Im Maximum wird seine Helligkeit auf ca. 7-8mag steigen. Das Maximum wird im Juli erreicht werden. Die Periode beträgt fast ein Jahr, recht genau 360 Tage. In 2022 war S CrB sogar 5,4mag hell im Maximum.

 Und im übrigen: T CrB ist immer noch nicht zur Nova geworden:

T CrB am 30.5.25 um 22:59 Uhr MESZ (5min belichtet)