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Samstag, 4. Oktober 2025

1./2. Oktober 2025: Zweimal M27 und weitere Messier-Objekte (M15, M30, M76, M82)

 Natürlich habe ich in dieser schönen Woche auch "klassische" Schönheiten am Nachthimmel aufgesucht. Beim berühmten "Hantel-Nebel" M27 habe ich mir mal etwas Zeit genommen für einen Vergleich. Ich habe den Nebel mit dem einen Gerät (Vespera Pro) ohne Filter aufgenommen und mit dem anderen Gerät (Vespera "classic") mit einem Dualbandfilter. Ein Dualbandfilter ist besonders durchlässig für die Spektralfarben des leuchtenden Wasserstoffs (H-alpha) und des Sauerstoffs (OIII), blockiert dadurch jedoch stärker das "normale" Licht der Sterne. 

Beim Vergleich der Bilder muss man natürlich auch berücksichtigen, dass das Vespera Pro 250mm Brennweite hat, also eine etwas stärkere Telewirkung als das Vespera "classic" mit 200mm und das die Sensoren bei beiden Geräten andere sind (Vespera Pro: Sony CMOS IMX676 (12,5 MP), Vespera "classic": Sony 1/2,8" CMOS IMX462), die natürlich auch eine ganz unterschiedliche Auflösung pro Pixel haben.

Bildausschnitt (600x500px) Vespera Pro ohne Filter

 
Bildausschnitt (600x500px) Vespera "classic" mit Dualbandfilter

Man kann den Unterschied, bedingt durch den Filter, sofort erkennen. Im oberen Bild (ohne Filter) wirkt der Hantelnebel viel transparenter, die schwachen Nebelanteile im Bild stehen hinter den leuchtenden Sternen deutlich zurück. Im unteren Bild - mit Filter - wirkt der Nebel in sich viel geschlossener, die Sterne dringen kaum durch, dafür heben sich die Nebelanteile besser vom Schwarz des Himmelshintergrundes ab.

Beide Bilder entstanden ungefährt zur gleichen Zeit am 1. Oktober. Das erste Bild wurde ca. 30 Minuten bis ungefähr 23:10 Uhr belichtet, das untere etwas länger (34 Minuten) bis ca. 23:50 Uhr. 

Und hier noch ein paar weitere Messier-Objekte:

Kugelsternhaufen M 15 am 30.9.25 um 23:11 Uhr MESZ

 Der Kugelsternhaufen M 15 im Sternbild Pegasus ist der zweithellste Kugelsternhaufen bei uns am Nordhimmel. Mit 6,4mag ist er jedoch für das bloße Auge auch bei dunklem Himmel  praktisch nicht sichtbar.

Kugelsternhaufen M30 am 30.9.25 um 22:16 Uhr MESZ

 Der Kugelsternhaufen M30 steht zwar dichter an der Erde dran als M15, ist aber deutlich kleiner und lichtschwächer. Zudem steht er im Sternbild Steinbock, das heisst, er steigt bei uns nie besonders hoch am Himmel, horizontnah wird sein Licht deshalb auch die irdische Atmossphäre immer etwas abgeschwächt.

Ich habe in diesem Bild den Kugelsternhaufen etwas nach unten gesetzt, da ich im oberen Teil des Bildes noch einige ganz schwache Galaxien abbilden wollte: NGC7103/4,  IC1393, IC5122. Das ist mir auch gelungen, ist aber nur etwas für "Spezialisten". Ich erspare Ihnen hier die Details. haben diese Objekte doch nur eine Helligkeit von 15 oder 16mag.

Und da wir oben schon zwei Bilder des Hantelnebels hatten (M27), hier noch ein Bild des "kleinen Hantelnebels", M76:

M76 am 1.10.25 um 21:58 Uhr MESZ

 Auch der Kleine Hantelnebel, M76, ist ein planetarischer Nebel, ein Überbleibsel eines sterbenden Sterns. Mit nur 10,1mag ist er eines der lichtschwächsten Objekte im Messier-Katalog. Es lohnt sich, hier die "Entdeckungsgeschichte", bzw. die Beschreibungen der ersten Beobachtungen im zugehörigen Wikipedia-Eintrag nachzulesen. Wurde dieser nette kleine Nebel doch ursprünglich für eine Art "Doppelnebel" gehalten, weil selbst frühere Großteleskope nicht in der Lage waren, die Auflösung heutiger Amateurinstrumente zu erreichen.

M82 am 2.10.25 um 20:48 Uhr MESZ

 Zwischendurch habe ich auch mal schnell ein Bild vom "Zigarrennebel" M82 aufgenommen. Dieses Bild ist jedoch nur etwas über 20 Minuten belichtet.

 

 

Dienstag, 13. April 2021

Beobachtungen am 12./13. April

Am Dienstag, den 13. April passierte fast das gleiche wie am Montagabend. Nach der tagesschau um 20 Uhr sah es draußen wieder wunderschön klar aus. Also alles aufgebaut, die ersten Sterne gesehen, die Montierung ausgerichtet, fürs erste Foto scharf gestellt, die Dämmerung abgewartet - und als es dann endlich gegen 21:30 Uhr dunkel wurde und das Beobachten beginnen konnte, da kamen wieder die Wolken. Und ein Blick in den Radar zeigte, diesmal bringen sie sogar Regen oder Schnee mit. Also alles wieder abgebaut und in Sicherheit gebracht. Denn nass werden darf mein "Baby" wirklich nicht.

Dafür habe ich heute das Bild der Nova in der Cassiopeia ausgetauscht (siehe unten). Neben einige helle Sterne habe ich Zahlen geschrieben, diese geben die Helligkeit der Sterne nach dem Planetariumsprogramm "Stellarium" an, "78"bedeutet zum Beispiel, dieser Stern ist" 7.8mag" hell. Sie können ja mal selber versuchen abzuschätzen, wie hell die Nova wohl ist.

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  Für Montag, den 12. April war am Abend klarer Himmel angesagt. Ich hatte mich gefreut, endlich mal wieder klaren Himmel zu haben. Ein Freund hatte mir seine "Flatfieldbox" geliehen, ein wichtiges Hilfsmittel, wenn man mit dem Teleskop schöne Aufnahmen des Nachthimmels machen möchte. Damit kann man Bildfehler, die durch Vignettierung und ähnliche Fehler entstehen, wieder ausgleichen.

Doch leider blieb der Himmel nicht so klar, wie man in der Dämmerung zwischen tagesschau und 21 Uhr erhoffen konnte. Es zogen doch immer wieder Wolken durch. So konnte ich zwar meine Aufnahmeserie von "Flats" durchaus aufnehmen. Aber an normalen "lights", also Bildern, die tatsächlich Sternenhimmel zeigen, mangelte es am Ende doch sehr. Über 90 Prozent der Bilder waren durch Bewölkung beeinträchtigt. 

Deshalb kann ich hier nur zwei Einzelbilder zeigen, die nicht großartig bearbeitet wurden. Auf dem ersten ist noch einmal die Nova 2021 in der Cassiopeia zu sehen. Sie ist immer noch  ca. 8mag hell.

Im Vergleich mit den anderen Sternen und früheren Bildern kann man recht schnell erkennen, das die Nova immer noch recht hell leuchtet. 
 
Die Nova in der Cassiopeia am 13.4.2021 (Einzelbild)
 
 
Das nächste Objekt befindet sich nicht weit von der Nova im Sternbild Cassiopeia entfernt.  Ich hatte im Karkoschka (ein schönes Buch, das viele interessante Objekte am Himmel auflistet) plötzlich entdeckt, dass ich anscheinend den "Kleinen Hantelnebel", Messier 76, noch nie beobachtet hatte. Jedenfalls hatte ich zu diesem Objekt überhaupt keine eigene Notiz eingetragen. Vielleicht ist der Grund einfach, denn Karkoschka schreibt darüber, "das schwächste aller Messier -Objekte", 11.45mag.

Das erste Probefoto war gleich sehr erfolgreich, also wollte ich anschliessend eine lange Serie aufnehmen, um die Bilder dann zu stacken und um später hier ein richtig schönes Ergebnis zu produzieren. Der Himmel sah - nachdem etliche Wolken durchgezogen waren - wieder recht klar aus. Kamera eingestellt, Fernbedienung eingestellt auf 30 Aufnahmen a 1,5 Minuten .... ich rein in die warme Stube - doch als ich später wieder rausging, um zu kontrollieren, ob alles noch läuft, da sah ich schon wieder viele Wolken am Himmel. Allenfalls die ersten drei, vier Aufnahmen wären brauchbar.
 
 
M 76, Kleiner Hantelnebel, Einzelaufnahme, 90 Sekunden belichtet, Kamera 5D Mark II direkt am Teleskop (Celestron 8, f/10, f=2000mm), mit Antares Reducer f/6.3, also 1260mm Brennweite

Immerhin kann man erkennen, dass dieser kleine Nebel seinen Namen durchaus zu recht trägt.

Hoffentlich gibt es bald mal wieder wirklich einen schönen klaren Abend. Schade nur, das jetzt die Neumondnächte schon wieder vorbei sind.