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Dienstag, 25. August 2026

24./25. August 2026: Viele weitere Beobachtungen

 Nicht nur im Sternbild Schütze ist eine Nova zu beobachten, sondern auch im Sternbild Stier. Dies geht jedoch zur Zseit erst spät in der Nacht auf. Aufnahmen der Nova kann man erst so gegen 4:00 Uhr in der Nacht machen. Doch Dank der Planbarkeit von Aufnahmen mit meinem Vaonis Vespera Systemen, war dies einfach möglich. 

Nova Tau 2026, am 25.8.26 um 4:19 Uhr MESZ

 Diese Nova wurde am 6. August entdeckt, am 12. und am 22. August hatte sie eine Helligkeit von ca. 8,5mag, fdazwischen sank die Helligkeit auf ca. 10mag ab. Jetzt scheint sie jedoch wieder schwächer zu werden. Bei der AAVSO wurden nur noch 11mag angegeben. Das Bild wurde 10 Minuten belichtet.

Leider hatte ich es an den früheren Tagen nicht gewagt, mein Gerät unbeaufsichtigt die Nacht über durchlaufen zu lassen. Erst in der letzten Nacht habe ich dem Wetterbericht so getraut, dass es klar bleibt. Und es hat ja tatsächlich geklappt.

Hier weitere Aufnahmen aus dieser Nacht:

Sternhaufen NGC 6910 am 25.8.26 um 4:00 Uhr MESZ

 NGC 6910 ist ein offener Sternhaufen in der Nähe des hellen Stern Sadre im Sternbild Schwan. In dieser Region gibt es auch einige Wasserstoff-Wolken, die man teilweise auch auf diesem Bild erkennen kann. Das Bild wurde 38 Minuten belichtet. Ich hatte dieses Objekt zum ersten Mal vor genau einem Jahr, am 24. August 2025, schon einmal beobachtet., damals nur acht Minuten.  Und ein zweites Mal dann am 5. September 2025, damals dann auch genau 38 Minuten, allerdings mit einem Dualbandfilter, den ich diesmal nicht verwendet habe.

SH2-140 am 25.8.26 um 3:01 Uhr MESZ

 Eine spannende HII-Region im Sternbild Cepheus. Anscheinend ist hier eine Dunkelwolke vorgelagert, welche das HII dann nicht mehr durchlässt. SH2 ist eine Kurtbezeichnung für einen Katalog von Stewart Sharpless. Dieses Bild wurde 50 Minuten belichtet. 

Der zu 90 Prozent beleuchtete Mond ist in dieser Nacht erst um 2:48 Uhr untergegangen. Ohne ihn wären wahrscheinlich die rötlichen HII-Regionen etwas deutlicher herausgekommen.

NGC 7380 am 25.8.26 um 0:59 Uhr MESZ

 NGC 7380 , auch im Sternbild Cepheus, wird im englischen auch der "Wizard nebula" ("Zauberernebel") genannt. Dieses Bild wurde eine Stunde lang belichtet.

Und dann ging mir vorher auch noch ein weiterer Kleinplanet ins Netz:

(100)Hekate am 24.8.26 um 23:38 Uhr

 Kleinplanet (100)Hekate ist bei dem "Doppelstern" in der Mitte des Bildes der etwas lichtschwächere rechts unten. (100)Hekate  hat 11,1mag, dieser Stern HD210173 wird bei Stellarium mit 9,95mag angegeben.

  

NGC 2748 mit SN2026yly

Bereits am 23.6.26 um 22:26 Uhr MESZ habe ich dieses Bild (Ausschnitt) der Galaxie NGC 2748 mit der Supernova SN2026yly aufgenommen. Die Supernova ist so gerade im unteren Teil der Galaxie als kleiner Punkt zu erkennen. Ich bin stolz, das mein Vespera diese auflösen konnte.

Der Mond am 23.8.26 um 21:41 Uhr MESZ


 Zum Schluß noch zwei Bilder unseres Mondes vom 23. und 24.August. So langsam geht es auf den Vollmond und damit verbunden die Mondfinsternis zu. Leider sind die Wetteraussichten zur Zeit nicht mehr die besten.

Mond am 24. August um 23:14 MESZ

 Es entstanden in diesen letzten Augustnächten noch ein paar weitere Bilder, vielleicht ergänze ich dieses Posting noch oder das eine oder andere Bild wird in anderen Postings kommen.

Samstag, 6. September 2025

Verschiedene Beobachtungen aus der letzten Woche: Polarlicht, Supernova, Asteroiden und mehr

 In der ersten Septemberwoche gab es auch wieder ein paar schöne Abende, an denen zumindest für eine Stunde ein paar Beobachtungen möglich waren. Ich konnte wieder mehrere veränderliche Sterne beobachten, ich hoffe, diese irgendwann einmal an dieser Stelle auch mt selbst beobachteten Lichtkurven darstellen zu können. 

Routinemäßig geht mein erster Blick immer zu T CrB. Das ist ja eine ca. alle 80 Jahre für wenige Tage hell aufleuchtende Nova. Ein neuer Ausbrauch wurde schon für 2024 prophezeit, die 80 Jahre nach dem letzten Ausbruch sind jedoch erst 2026 um. Und so ist es wie es ist ...

T CrB (Mitte) am 3.9.25 um 22:21 MESZ

 ... T CrB leuchtet zur Zeit mit ca. 9.8mag mit leichten Schwankungen von +/- 0.2mag. 

Die anderen untersuchten veränderlichen Sterne waren wieder R CrB, S CrB, W CrB. 

Natürlich habe ich auch wieder Asteroiden gesucht. Von (444)Gyptis gelangen mir zwei Aufnahmen an aufeinanderfolgenden Tagen:

Gyptis am 3.9. um 0:07 Uhr MESZ


(444)Gyptis am 4.9.25 um 0:06 Uhr MESZ

 Man kann deutlich im Vergleich der beiden Bilder erkennen, wie sich (444)Gyptis innerhalb von 24 Stunden am Himmel bewegt hat. Gyptis hat zur Zeit eine Helligkeit von 11,1mag. (Anmerkung vom 30.9.25: Ich muss mich entschuldigen, hier hatte ich zunächst ein Bild mit einem falsch gezeichneten Pfeil drin, das ist jetzt korrigiert.)

So wie Gyptis konnte ich auch den Asteroiden (379)Huenna ebenfalls über 24 Stunden verfolgen. Hier jetzt aber noch andere Objekte:

Schon am 30.8.25 um 23:17 Uhr MESZ habe ich Neptun fotografiert.

 Und ich habe natürlich auch nach weiteren Supernova gesucht:

SN2025vaw in UGC 10809 am 2.9.25 um 23:45 Uhr MESZ (Belichtungszeit 33 Minuten)

 Die Bezeichnung UGC 10809 wird eigentlich für zwei Galaxien benutzt. 2013 hatte es dort schon einmal eine Supernova gegeben. Eine so gute Auflösung wie in diesem Foto von Manfred von damals hat mein Vespera natürlich nicht, aber die SN könnte trotzdem zu erkennen sein. Diesmal ist die Supernova nicht in der linken, sondern in der rechten Galaxie zu sehen. Bei mir lassen sich Galaxiekern und SN praktisch nicht trennen. Aber ich denke, die stark bläuliche Farbe könnte schon ein guter Hinweis auf eine helle SN sein. Außerdem scheint diese starke Aufhellung sich im "unteren Bereich" der Supernova zu befinden, was auch gut zu anderen Fotos dieser Supernova passt. Ich bin mal gespannt, wie ein Vergleichsfoto in vielleicht einem Jahr aussieht, wenn die Supernova wieder unsichtbar geworden ist. 

Und es gab sogar wieder Polarlicht in diesen Tagen zu sehen:

Polarlicht am 2.9.25 um 22:31 Uhr MESZ

 Das Bild habe ich aus meinem Garten aufgenommen, es ist daher kein schönes Bild vom Polarlicht. Die Bäume und Büsche auf den Grundstücken verdecken schon allein die Sicht auf die untersten 8° Grad über dem Horizont, ein möglicherweise leuchtender "grüner Bogen" ist von daher meist nicht zu sehen. Straßenlaternen und anderes verhindern zusätzlich eine gute Sicht. Aber es ist doch eindeutig eine violette, magenta-farbige Aufhellung über dem Nordhorizont zu sehen. Und das genau zur passenden Uhrzeit, als das PL - wie auch viele andere berichteten - in der Nacht vom 2. zum 3. September einen ersten Höhepubkt erreichte.

Außerdem kann man in diesem Bild noch einen hellen Flare sehen. Ich glaube nicht, dass es eine Sternschnuppe war, da fehlt mir einfach etwas Farbvariation drin. Ich denke, es ist eher ein Flare von den Sonnenarrays eines überfliegenden Satelliten. 

 

NGC 6910 am 5.9.25 um 22:19 MESZ

Das Bild des Sternhaufens NGC 6910 (Bildmitte) wurde 38 Minuten lang belichtet, ich habe einen Dualbandfilter benutzt. Der helle Stern rechts im Bild ist Sadr im Sternbild Schwan. Ich hatte das Objekt vor ein paar Tagen schon einmal belichtet, damals jedoch nur kurz und ohne Filter. Das wollte ich jetzt ein wenig nachholen.


Sonntag, 24. August 2025

23./24. August 2025: Ein schwieriger Beobachtungsabend, der sich trotzdem gelohnt hat

 Für die Nacht von Samstag auf Sonntag war ein nur teilweise bewölkter Himmel angesagt. Später in der Nacht sollte es richtig aufklaren. Tatsächlich zogen zunächst immer wieder Wolken durch, so dass viele Beobachtungsversuche ergebnislos abgebrochen werden mussten. Auch das gehört leider zu unserem Hobby dazu. Zunächst macht man sich Hoffnung, stellt alles auf ein Zielobjekt ein, das man gerade am Himmel sieht - und wenn es dann losgeht, ziehen doch schon wieder Wolken vor das Objekt.

Trotzdem sind mir ein paar Beobachtungen gelungen, wenn auch oft nur mit kürzerer Belichtungszeit als eigentlich sinnvoll wäre.

Natürlich stand als erstes wieder die Überwachung von T CrB auf dem Beobachtungsplan , was zunächst auch gleich auf Anhieb klappte:

 

T CrB am 23.8.25 um 22:00 Uhr MESZ
 

Doch nach 250 Sekunden Belichtungszeit (knapp über 4 Minuten)  zogen Wolken auf und verhinderten eine längere Belichtung. Aber man kann deutlich erkennen: T CrB verhält sich noch ganz normal und ruhig, die Helligkeit liegt bei ca. 9,5mag.

Die nächsten Versuche, die anderen veränderlichen Sterne in der Nördlichen Krone aufzunehmen scheiterten dann zunächst. Später am Abend war es mir dann zumindest möglich, W CrB zu fotografieren.

W CrB am 23.8.25 um 22:23 Uhr MESZ
 

W CrB hat jetzt sein Helligkeits-Maximum überschritten und leuchtet "nur" noch 8,5mag hell. In etwa 230 Tagen wird das nächste Maximum erreicht, zwischendurch wird die Helligkeit auf ca. 14,3mag absinken. Zum Vergleich können Sie sich ja noch einmal mein Foto vom 9. August 2024 anschauen, als W CrB bei ca. 12,9mag lag und gerade auf dem Weg zum letzten Minimum war. Dieses Bild konnte ich etwas über 6 Minuten belichten.

Weitere Versuche an R CrB oder S CrB scheiterten leider. Auch war ich nicht erfolgreich, die Galaxie NGC 5961 zu fotografieren, hier hätte ich sonst vielleicht die Supernova SN2025ngs gefunden.

Erfolgreicher war jedoch der Versuch, die Galaxie M 101 abzubilden. Hier gab es ja im Jahr 2023 eine helle Supernova. 

 

M 101 am 23.8.25 um 23:18 Uhr MESZ

Von der Supernova von damals ist jetzt natürlich nichts mehr zu sehen. Ich habe versucht, ihre ungefähre Position durch die roten Markierung deutlich zu machen. In dieses Bild ist immerhin etwa über eine halbe Stunde Belichtungszeit eingeflossen. Brutto lag die Zeit deutlich dadrüber, zum Glück zogen die einzelnen Wolken recht schnell durch, so dass mein Vespera die Beobachtungen nicht so schnell von sich aus abgebrochen hat.

 

M 108 am 23.8.25 um 23:56 Uhr MESZ
 

Eine weiterer Versuch galt M108. Diese Galaxie konnte ich jedoch nur siebeneinhalb Minuten belichten, bevor die Wolken die Beobachtung wieder beendeten. 

Mehr Erfolg hatte ich da mit dem bekannten "Wildentenhaufen" Messier 11:

Messier 11 (M 11) am 23.8.25 um 23:37

 M 11 habe ich gut 20 Minuten lang belichtet. Ausreichend, um den Sternhaufen gut abzubilden und auch die Sterne und die etwas dunkleren Stellen in seiner Umgebung.

Kugelsternhaufen M 72 im Sternbild Wassermann am 24.8.25 um 00:30 Uhr MESZ

 Dieses Bild wurde exakt 30 Minuten lang belichtet. M72 ist ein mit 55000 Lichtjahren relativ weit entfernter Kugelsternhaufen, der uns dadurch auch recht klein erscheint. Seine visuelle Helligkeit liegt bei ca. 9,3mag.

Zum Schluss noch ein kleines für mich selbst etwas überraschendes Highlight:

NGC 6910 am 24.8.25 um 00:34 Uhr MESZ

 Eher zufällig hatte ich festgestellt, dass ich von den im Vespera-Katalog vorgeschlagenen Objekten ich den Sternhaufen NGC 6910 im Sternbild Schwan noch gar nicht fotografiert hatte. Dieses Bild ist nur etwas über 6 Minuten lang belichtet. Doch man erkennt nicht nur in der Mitte einen kleinen netten Sternhaufen, sondern in der Umgebung auch einige rötlich leuchtende Wasserstoff-Wolken. Ein Blick in Stellarium zeigte mir schnell, dass es sich hier um ein Objekt in der "Sadr-Region" handelt, in der es sehr ausgedehnte Wasserstoff-Komplexe gibt. Ich glaube, hier muss ich in den nächsten Tagen noch einmal wieder hinschauen. Dann ambesten auch mit dem Dualbandfilter fotografieren, um die Struktur der Wolken noch besser herauszuarbeiten.

Mittlerweile war es fast 1 Uhr in der Frühe am Sonntag geworden. Das war dann doch Zeit ins Bett zu gehen, musste ich am Sonntag doch gleich um 8 Uhr wieder raus, um am Vormittag in der Kirche meinen Dienst zu versehen. Trotz aller Schwierigkeiten mit den durchziehenden Wolken ist es so doch wieder ein interessanter Abend geworden.